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                    <text>AMERIKA - DIENST Sonderbeilagen1958

Ä

3.

I»

Rueckschau und Ausblick 1957/58

15»

I«

Praesident Eisenhower ueber die Lage der Nation.

9»

I«

12«

I,

7*

I«

praesident Eisenhower legt neuen US-Haushalt vor.
Auszuege aus der Budget-Kongresabotschaft

13«

I«

John Forster Dulles: Gipfelkonferenz nur bei
wirklicher Aussicht auf Erfolg»
Wortlaut der Rede vor dem amerikanischen Presseklub in Washington»
/

16«

I,

24«

I&lt;

Fraesident Eisenhower antwortet Bulganin«
Amerika und seine Fuehrungsrolle in der Technik»
Wortlaut einer Rede von James R. Killian
W

A

15«

22»

X«

I»

W

22«

I, praesident Eisenhower unterbreitet Kongress Wirtschaf tsbericht.
1« Text des Begleitschreibens
2, Auszuege aus dem Wirtschaftsbericht
/

A

29»

X«

Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Kernverschmelzung«
Wortlaut der Erklaerung v«n Lewis L. Strauss
Vorsitzender der amerikanischen AEC - ^

Die Amerikanischen Forschungsarbeiten auf dem Gebiet
der kontrollierten Kernverschmelzungspr«zesse.
Hintergrundmaterial, vorgelegt von Dr. Arthur E. Ruark,
Leiter der Forschungsabteilung der AEC fuer Kontrollierte Kernverschmelzungsprozesso»
^

A

5» II»

Ziel der USAi Aufrechterhaltung der nationalen
Unabhaengigkeit der Voelker im mittleren Osten,
Wortlaut einer Rede v«n John Forster Dulles v«r der
Bagdadpakt-Konferena.
_^

27* I«

Da» amerikanisch- sowjetische Abkommen ueber den
kulturellen 'ustausch
*

2f •

A

12. II.

Der Griff nach den Sternen

W

12» II.

Die Zivilluftfahrt in den Vereinigten Staaten-"^

A

19» II»

Wortlaut des Antwortschreibens Praesiden Eisenhowers
an Ministerpraesident Bulganin
'

17« II.

Eisenhower tritt fuer Staerkung des gemeinsamen
Sicherheitsprogramines der USA ein.

25. II.

W

26. II.

�W 26» II*

Praesident Eisenhower unterbreitet Auslands hilfeprogramm

A 2i»III»

Bruecken der Verstaendigung.
Die Rolle der amerikanischen Stiftungen»

W 28.III*

^

s

Atompolitik im Zeitalter der Raumfahrt»
Auszug einer Rede, die Robert M. McKinney in
Chicago gehalten hat.
/

18* III»

A

3« IV»

Einfuehrung in die Probleme und Möglichkeiten
der Raumfahrt»
Auf Veranlassung Dwight D. Eisenhewers Terfasst
und herausgegeben vom Wissenschaftlichen Beirat des
US-Praesidenten.
**'

W

3* IV»

Aussenminister Dulles fordert Verlaengerung des
Gesetzes ueber gegenseitige Handelsabkommen,
Wortlaut einer Rede« die US-Aussenminister Dulles
am 27. Maerz 1958 in Washington gehalten hat. ^

27* III.

A IL» IV*

Die Abruestung - ein amerikanisches Anliegen
(Hintergrundmaterial)
^

A 25» IV.

Die Gruende der USA fuer die vorlaeufige Fortsetzung der Kernwaffenversuche.
Auszuege aus einer Erklaerung des Vorsitzenden
der amerikanischen Atomenergie-Kommission,
AAmiral Lewis L* Strauss, vom 17»IV-^

17«

IV»

Praesident Eisenhower antwortet Chruschtschow.
Wortlaut des Antwortschreibens
^

28»

IT«

A
W

2.
2*

V»
V»

Gemeinsame Sicherheit und Welthandel.
Wortlaut einer Rede des stellvertretenden Staatssekretaers fuer Wirtschaftsfragen im US-Aussen«
ministerium, C. Douglas Dillon»
'
Die OEEC und der wirtschaftliche Fortschritt in
Westeuropa.
Wortlaut der Rede des Staatssekretaers im US-Aussen«
ministerium, Christian A* Herter, anlaesslich der
Feierlichkeiten zum zehnjaehrigen Bestehen des
europaeischen Wirtschaftsrates»
/

A

9*

V»

Sicherheitsmassnahmen der USA fuer die Kernwaffenversuche im Pazifik.
Wortlaut der Verlautbarung der US-Atomenergie-kommission
und des US-Verteidigungsministeriums.
_^
Lodge erlaeutert amerikanischen Inspektionsplan fuer die Arktis
Wortlaut der Erklaerung des US-Chefdelegierten bei den
Voreinten Nationen
29, IV.
^

*

�A

9»

V»

John Forster Dulles umreisst amerikanische
Aussenpolitik»
Wortlaut einer Rede vor dem Institut fuer
Atomenergiewirtschaft der Universitaet New
Hampshire

2»

V

3»

V.

Probleme der Entwicklung und Stabilitaet der
Wirtschaft»
Rede des Wirtschaftsberaters des US-Praesidenten,
Dr» Gabriel Hauge, v«r der deutschen Gruppe
der internationalen Handelskammer in Berlin
^ 30»

IV«

USA: Rapaki-Plan nicht umfassend genug«
Wortlaut der US-Note an Polen
W

W

9»

23«

30»

V»

V«

V«

^

US-Auslandshilfe eine Investition fuer den
Aufbau einer friedlichen Welt.
Wortlaut einer Rede des US-Chefdelegierten
bei den Vereinten Nationen, Henry Cabot L«dge.

/6. v.

Eisenhower schlaegt Sachverstaendigen-Besprechung
in Genf v»r»
Wortlaut des Schreibens Praesident Eisenhowers
an den sowjetischen Ministerpraesidenten
Chruschtschow, ueberreicht an Meskau
24»

V»

13»

VI. Eisenhower: Die hoechste Aufgabe des Offiziers
ist die Verhinderung des Krieges»
W»rtlaut-Auszuege aus der Ansprache Praesident Eisenhowers
vor den Absolventen der US-Marineakademie in
Annapelis ( Maryland) vom
-^ 4«
VI»

27*

VI. USA veroeffentlichen Dokumente zu den vorbereitenden Besprechungen fuer eine Gipfel»
konferenz ( 16« Juni 1958)
1) Wortlaut des westlichen Memorandums vom
Wortlaut des westlichen *ide Memoire vom
Verschlag zur Oeberpruefung der einzelnen
Punkte zur Tagesordnung, der der UdSSR am
zugestellt worden ist.
^

4»

11»

28»
28»

V.
V»

31»

V»

VII. Herbert Hoover, ehemaliger Praesident der
Vereinigten Staaten, spricht am 4« Juli
in Bruessel:
Ueber die amerikanischen Ideale. ^
VII* Murphy: USA jederzeit zu Verhandlungen bereit.
Wortlaut einer Rede des stellvertretenden
Staatssekretaers im US-Aussenministerium
Robert Murphy vom 1. Juli
in Hamilton ( New York).
*&lt;

1, VII»

�lli VII»

25» VII»

Praesident Eisenhower ersucht Kongress um
gesetzliche Regelung der Befugnisse des
Aussenrainisters bezueglich der Beschraenkung
v»n Reisepaessen»
Wortlaut der Botschaft vom

7»

VII*

Praesident Eisenhower gibt Entsendung amerikanischer Truppen nach dem Libanon bekannt»
Wortlaut der Erklaerung.
Lodge informiert Vereinte Nationen ueber
amerikanische Truppenlandung im Libanon»
Wortlaut der Erklaerung.
Rundfunk und Fernsehansprache Praesident Eisenhowers
ueber die Lage im nahen Osten»
Wortlaut.
Eisenhower begruendet den amerikanischen
Schritt in nah Ost vor dem Kongress»
Wortlaut der Botschaft»
US-Aussenministerium gibt Einzelheiten der
Infiltration im Libanon bekannt.
,
Wprtlaut des Berichts»
^
UN-Ausschuss fordert Wiederherstellung der
Menschenrechte in Ungarn.
^s~
Wortlaut des Berichts,

l.VIII»

Dulles: Entwicklungen in Nahost unterstreichen
Notwendigkeit der Auslandshilfe.
^
Wortlaut der Erklaerung v«m
/

18» VII»

Briefwechsel zur Frage einer Gipfelkonferenz
ueber die Situation im nahen Osten.
Antwortschreiben Praesident Eisenh«wers v»m
22.7» 58 auf das Schreiben Ministerpraesident
Chruschtschows vom 19»7»58»
Beide Schreiben im Wortlaut.
Die Zusammenarbeit zwischen Euratom und USA.
Wortlaut einer Erklaerung vtn C» Bauglas Dill»n ' 2 2. VII»
US-Aussenminister ersucht Kongress um Befugnis zur
Verminderung v«n Auslandsreisen amerik. Kommunisten.
Wortlaut einer Erklaerung von Robert D. Murphy
16» VII»
8.VIII.

Praesident Eisenh»wer schlaegt Sicherheitsratsitzung fuer 12. August v«r.
Wortlaut des Schreibens
'

l.VIII»

�A

A

8* VIII»

15» Till»

Atome fuer den Frieden.
Ausstellung unÄ Filmprogramm fuer die
II» Genfer Atomkonferenx«
lortlaut der Bede praeaident Eisenhowera
Tor der UR-Yollveraammlung.

/
'
/
15» Till«

US^i veroeffentlicien Memorandum ueber OhinaPolitik,
Wortlaut des vom Uß-Aussenministerium herausgegebenen Memorandums
/

11« Till«

A

221 Till« John Forrter Bullesi Frieden nur durch Recht
und Gerechtigkeit«
Wortlaut einer Ansprache vor der Jahrestagung
des Kr_egsteilnehinerverbandes
"Teterans of Foreign War8 of the US" in New York / 1 8 . Till.

A

29, Till« Eisenhower sohlaegt Einstellung der Kirnivaffen.
versuche vor.
Wortlaut der Erklaerung vom

22» Till.

Konferenz der Atomsachverstaendigen in Genf
beendet»
Wortlaut des Kommuniques
Wortlaut einer Erklaerung von Dr.James
Brown Fisk, Leiter der westlichen Bxpertengruppe»^-

ij

John Forster Bullest Sicherheit der kleinen
lationen iruss gewaehrt werden.
Wortlaut dei Rede zum arabischen Kompromissvorschlag vor der Tollversammlung der Tereinten
lationem«
S
IX. Atomsaohvarstaendige veroeffentlichen Bericht«
Erlaeuterungen der US-Regierung zu dem Bericht,
den die technischen Experten aus Ost und West
als Ergebnis ihrer Genfer Besprechungen aa
/
veroeffentllcht haben.
A

19.

IX. Praesiden Eisenhower unterstreicht feste Haltung
der USA. in der Fernostkriese«
Wortlaut der Rede des US-Praesidenten vom
/
Praeaident Eisenhower ant./ortet Chruschtschow.
Wortlaut des Schreibens vom
/

A

26.

IX« Bulles umre-'.sst Aussenpjlitik der USA
vor der UH-Tollversammlung in lew York*
Wortlaut der Rede des US-Aussenministera vom

21. Till.

50» Till.

11.

IX.

15.

IX,

18.

IX.

25«

IX.

/

A

3,

X. Bulles umreis3t Fernostpolitik der USA»
Wortlaut der Rede vor dem Fernost-Amerikarat
fuer Eandel und Industrie in New York.

�A

1

A

A

3*

10»

17*

X. Formosakrise
NATO.
Wortlaut der
John Forster
Gesellschaft

beruehrt die Grundprinzien der
Rede des JS-Au-senministers
Dulxes vor der Atlantikpaktin Boston.

27«

IX*

4»

X*

X* Lodge umreisst US-Einstellung zur Abruastungzfrage,
fsrtlaut eir?«r Rade des US-Chefdeiegierten
büi den Vereinten Rationen vom lO.X.^Ö vor
dem Ersten Politischen Ausschuss der UR-Yell« Versammlung in Bew Yerk.
10»

X*

X. Eisenhower umreisst Ziele der amerikanischen
FerrOstpolitik,
Wortlaut des Antwortschreibens praesident
Eisenhowers an Senator Theodore Green,
Vorsitzender des Aussenpolitischen Senats*
Ausschusses» Tom

12« XII* Bulles umrdisst US-Aussenpolitik»
Wortlaut einer Reue des US-Aussenministers,
gehalten ver der Hände1ska; mer in Kalifornien
in Sun Francisco am

s

A

19* XII* Das internationale geophysikalische Jahr 1957/58
Die Wissenschaft machte Inventur«
*

A

22* XII* USA-Memorandum zu Berlin*
Wortlaut des vom US-Ministerium veroeffantliehten
Memorandums ueber die rechtlichen Aspekte der
Berlinfraje«

4* XII*

20* XII*

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XI. Jahrgang, Nr. 1

Allgemeines
8. Januar 1958

INHALTSVERZEICHNIS

AMERIKANISCHE GROSSSTÄDTE IM ULIBAU
Ein Jahrzehnt städtebaulicher Neugestaltung
in den USA
(85 Zeilen, 3 Bilder)

Seite

AUS DER MEDIZINISCHEN FORSCHUNG
Serumähnliche Substanz hemmt Wachstum
der Krebszellen
(22 Zeilen)

Seite

1

Der Virulenzursache von Tuberkelbazillen
auf der Spur
(19 Zeilen)

Seite

Chemischer Stoff verursacht Bluthochdruck
(9 Zeilen)

Seite

Rheumatoid-Faktor isoliert
(17 Zeilen)

Seite

6

Seite

7

WIE DER SCHREI EINES GEFANGENE»
Tennessee Williams über seine Beziehung zu
den Mitmenschen
(98 teilen)

* * * * *

5

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XI. Jahrgang. Nr. 2

15. Januar

1958

INHALTSVERZEICHNIS
POLITIK
ZU PRÄSIDENT EISENHOWERS BOTSCHAFT ÜBER
DIE LAGE DER NATION
Kommentar von John Kerigan
(82 Zeilen)
FORSCHUNG UND TECHNIK
MIKROANALYSE ÜBER DEN FERNSEHSCHIRM
(14 Zeilen, 1 Bild)
EBWR-KRAFTWERKSREAKTOR EIN JAHR IN BETRIEB
Leistung weit höher als erwartet
(40 Zeilen)
VAKUUMSCHMELZVERFAHREN FÜR NIOB
(15 Zeilen)
VON KUNST UND KÜNSTLERN
EINE GROSSE FERNSEHNACHT
(42 Zeilen, 3 Bilder)
DAS RELATIVE UND DAS ABSOLUTE
Zur Uraufführung von Aaron Coplands
Piano Fantasy
(56 Zeilen)
ANHANG
PRÄSIDENT EISENKOWER ÜBER DIE LAGE DER NATION
Wortlaut der Botschaft vom 9« Januar 1958}
PRÄSIDENT EISENHOWER ANTWORTET BULGANIN
Wortlaut des Schreibens vom 12. Januar 1958
AMERIKA UND SEINE FÜHRUNGSROLLE IN DER TECHNIK
Wortlaut einer Rede von James R. Killian vom
7. Januar 1958

* * * * *

Seite

Seite

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XI. Jahrgang, Nr. 5

22. Januar

1958

INHALTSVERZEICHNIS
POLITIK
... UND 98 PROZENT MUSSEN GEHORCHEN
Die Kommunistische Partei in China findet
wenig Zuneigung
(98 Zeilen, 1 Bild)

Seite

1

ISOTOPE KLÄREN RÄTSEL DER MEDIZIN
Wertvolle Helfer für Diagnose und Therapie
(82 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

5

FERNSEHSCHIRM ERLEICHTERT STRAHLENBEHANDLUNG
BEI KREBS
(14 Zeilen)

Seite

8

Seite

9

AUS DER MEDIZINISCHEN FORSCHUNG

VON KUNST UND KÜNSTLERN
FESTIVAL ZWEIER WELTEN
Italien ist in diesem Jahr Schauplatz
europäisch-amerikanischer Festspiele
(70 Zeilen)
KURZ BERICHTET
PRINCETON-UNIVERSITÄT ERHIELT DEUTSCHE BIBLIOTHEK
(12 Zeilen)
Seite
LEONARD BERNSTEIN NEUER LEITER DER
NEW YORKER PHILHARMONIE
(6 Zeilen)
Seite

12

12

ANHANG
JOHN FOSTER DULLES: GIPFELKONFERENZ NUR BEI WIRKLICHER
AUSSICHT AUF ERFOLG
Wortlaut der Rede vom 16. Januar 1958 vor dem amerikanischen
Pressekluh in Washington

* * * * *

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29. Januar

XI. J a h r g a n g . Nr. 4

1958

INHALTSVERZEICHNIS

ARTIKEL
MEILENSTEINE
ABRAHAM LINCOLN, DIE PERSONIFIZIERUNG
DES BESSEREN AMERIKA
Zum Geburtstag Abraham Lincolns am 12. Februar
(85 Zeilen, 1 Bild)

Seite

HOCHSCHULWESEN
DER TYP DES NEUEN AMERIKANISCHEN
HOCHSCHULPROFESSORS: LEHRER UND GELEHRTER
Von John B. Oakes
(110 Zeilen, 1 Bild)

Seite

VON
DIE
Von
(90

Seite

KUNST UND KÜNSTLERN
BROADWAY MUSICALS UND DER FILM
Norman Smith
Zeilen)

KURZ BERICHTET
DAS DEUTSCHE THEATER IN SALT LAKE CITY
(17 Zeilen)

Seite

4

LISTE DER GEDENKTAGE IM FEBRUAR 1958

Seite

12

ANHANG
FORSCHUNGSERGEBNISSE AUF DEM GEBIET DER KERNVERSCHMELZUNG
Neue Perspektiven für die Lösung des Energieproblems
Wortlaut der Erklärung von Lewis L. Strauss, Vorsitzender
der amerikanischen AEC, vom 24. Januar 1958
DIE AMERIKANISCHEN FORSCHUNGSARBEITEN AUF DEM GEBIET DER
KONTROLLIERTEN KERNVERSCHMELZUNGSPROZESSE
Hintergrundmaterial, vorgelegt von Dr. Arthur E. Ruark, Leiter
der Forschungsabteilung der AEC für kontrollierte Kernverschmelzungsprozesse
ZIEL DER USA: AUFRECHTERHALTUNG DER NATIONALEN UNABHÄNGIGKEIT
DER VÖLKER IM MITTLEREN OSTEN
Wortlaut einer Rede von John Foster Dulles vor der BagdadpaktKonferenz vom 27. Januar 1958

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XI. Jahrgang« Nr. 5

5. Februar 1958
INHALTSVERZEICHNIS

ZUM INTERNATIONALEN GEOPHYSIKALISCHEN JAHR
REPORTAGE AUS DEM WELTRAUM
Erdsatelliten als Mittler neuen Wissens
(76 Zeilen, 1 Bild)
•nV.*TOFOT.GREICHESTART DES US-ERDSATELLITEN
ist vor allem drei Wissenschaftlern zu verdanken:
William H. Pickering
James A. van Allen
Wernher von Braun
(Hintergrundmaterial)
(98 Zeilen)
"OPERATION M00NWATCH" ANGELAUFEN
Amateurgruppen liefern wichtige Hinweise
zur Beobachtung von "Explorer" auf seiner
Umlaufbahn
(90 Zeilen, 3 Bilder)
ZWEITE JUPITER-C-RAKETE IN KÜRZE STARTKLAR
Verwendung als Postrakete geplant
(32 Zeilen)

Seite

Seite

Seite

8

Seite

12

KERNPHYSIKALISCHE FORSCHUNG
GESTEUERTE KERNFUSION
Der Weg zu einer endgültigen Lösung des
Energieproblems (95 Zeilen, 3 Fotos, 1 Schaubild) Seite

15

KURZNACHRICHT
US-LUFTWAFFE ENTWICKELT SCHUTZANZUG
FÜR WELTRAUMFAHRER
(14 Zeilen)
ANHANG
DAS AMERIKANISCH-SOWJETISCHE ABKOMMEN ÜBER DEN
KULTURELLEN AUSTAUSCH VOM 27. JANUAR 1958
(Wortlaut)

* * * * *

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XI.Jahrgang. Nr. 6

12. Februar

1958

INHALTSVERZEICHNIS

ZUM INTERNATIONALEN GEOPHYSIKALISCHEN JAHR
1958 - ALPHA
Leicht gekürzte Passung eines Artikels aus
der amerikanischen Wochenzeitschrift "TIME"
(165 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

1

VOLLAUTOMATISCHE NAVIGATION BEI AMERIKANISCHEN
FERNRAKETEN
Keine Kursablenkung durch Störmanöver möglich
(65 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

7

Seite

10

VON KUNST UND KÜNSTLERN
AM PULTs DER KOMPONIST
Igor Strawinskijs' Schallplattenaufnahmen
eigener Werke als Ergänzung der Partitur
Von Alfred Frankenstein
(75 Zeilen)

ANHANG
DER GRIFF NACH DEN STERNEN

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XI. Jahrgang. Nr. 7

19. Februar

1958

INHALTSVERZEICHNIS
ARTIKEL
DIE FERNSEHUNIVERSITÄT: EINE NEUE FORM
DER HOCHSCHULBILDUNG?
Zwei Experimente, die von sich reden machen
(95 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

GEWEBEBANK ERWEITERT MÖGLICHKEITEN DER
KREBSFORSCHUNG
Kältekonservierung bei minus 76 Grad
(69 Zeilen)

Seite

DIE GUTENBERGBIBEL IN EINER PRIVATSAMMLUNG
Bibliophile Leidenschaften eines
amerikanischen Mäzens
(63 Zeilen)

Seite

KURZNACHRICHTEN
CHLOROTHIAZID, EIN NEUES MEDIKAMENT
GEGEN BLUTHOCHDRUCK
(10 Zeilen)
CARL-SANDBURG-AUSSTELLUNG DER STAATSUNIVERSITÄT
VON ILLINOIS
(6 Zeilen)

8

Seite

Seite

ANHANG
WORTLAUT DES ANTWORTSCHREIBENS PRÄSIDENT EISENHOWERS AN DEN
SOWJETISCHEN MINISTERPRÄSIDENTEN BULGANIN V. 17. FEBRUAR 1958

* # * * *

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26. Februar 1958

XI. Jahrgang, Nr» 8

INHALTSVERZEICHNIS
ZUM INTERNATIONALEN GEOPHYSIKALISCHEN JAHR
DIE ERSCHLIESSUNG DER ATMOSPHÄRE FÜR
DIE GEOPHYSIKALISCHE WISSENSCHAFT
Raketen als unentbehrliches Hilfsmittel
(120 Zeilen, 3 Bilder)

Seite

FERNSEHEN
GEBÜHRENPFLICHTIGE ODER GEBÜHRENFREIE
FERNSEHPROGRAMME
Das Publikum hat die Wahl
Von John Kerigan
(58 Zeilen)

Seite

VON KUNST UND KÜNSTLERN
ART t USA t 58
Überblick über das zeitgenössische
Kunstschaffen in USA
(50 Zeilen)

Seite

AMERIKAS SCHÖNSTER KONZERTSAAL
Die Konzerte der Washingtoner National Gallery
of Art
(58 Zeilen, 1 Bild)

Seite

10

Seite

12

LISTE DER GEDENKTAGE IM MÄRZ 1958

*

*

#

*

*

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5. März

XI. Jahrgang. Nr. 9

1958

INHALTSVERZEICHNIS

ARTIKEL
DAS KULTURELLE LEBEN EINER AMERIKANISCHEN
PROVINZSTADT
Von Norman Smith
(73 Zeilen)

Seite

1

STEINE FALLEN VOM HIMMEL
Zeugen längst versunkener Welten
(110 Zeilen)

Seite

4

SCHtlLERBESUCH IN FORSCHUNGSSTÄTTEN DER AEC
(37 Zeilen)

Seite

8

PLUTONIUM ALS KERNBRENNSTOFF
(21 Zeilen)

Seite

9

FAST 7000 AUSLANDSÄRZTE KAMEN 1957
ZUR FORTBILDUNG NACH USA
(11 Zeilen)

Seite

10

LANDEBREMSVORRICHTUNG FÜR ÜBERSCHALLFLUGZEUGE
(10 Zeilen)

Seite

10

ATOM - WISSENSCHAFT - TECHNIK

KURZ BERICHTET
ERGEBNIS EINER MEINUNGSUMFRAGE über die
Gleichberechtigung von Mann und Frau, durchgeführt
in 13 Ländern der freien Welt
(14 Zeilen)

* * * * *

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XI. Jahrgang. Nr. 10

Allgemeines
14. März

1958

INHALTSVERZEICHNIS
ZUM INTERNATIONALEN GEOPHYSIKALISCHEN JAHR
BESTANDSAUFNAHME AN DEN EISMASSEN UNSERER ERDE
Gletscherforschungen von 2f Ländern im IGJ
(98 Zeilen, 3 Bilder)

Seite

1

Seite

5

Seite

5

Seite

8

ARCHITEKTUR
ARCHITEKTUR MUSS IM LEBEN SELBST WF 7.ELN
Eero Saarinen ist heute einer der führenden
Architekten der Vereinigten Staaten
(90 Zeilen, 3 Bilder)
POLITIK
GLEICHBERECHTIGUNG DER FRAUEN
und was die Kommunisten darunter verstehen
Betrachtung zum Internationalen Frauentag
der IDFF
(86 Zeilen)
KURZNACHRICHTEN
MRS. R00SEVELT ERNEUT AUSGEZEICHNET
(10 Zeilen)

* * * * *

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XI. Jahrgang, Nr. 11

Allgemeines
21. März 1958

INHALTSVERZEICHNIS

ARTIKEL
DAS EISENHOWER-NIXON-ABKOMMEN
über den "amtierenden Präsidenten"
Von John Kerigan
(90 Zeilen, 1 Bild)

Seite

1

ATOM-FORSCHUNG-TECHNIK
Brief aus Argonne
Die Merkmale des EBWR-Reaktors
Unkompliziert - zuverlässig - billig
(58 Zeilen)

Seite

5

Seite

7

Seite

10

Seite

4

Seite

11

Neuer Elektronenbeschleuniger für
radiochemische Forschung
(80 Zeilen, 2 Bilder)
BIBELFUND BEGRÜNDET FREUNDSCHAFT
Düsseldorfer Dekan widmet seine Bibel
amerikanischem Kongreßabgeordneten
(20 Zeilen)
KULTURNOTIZEN
SKULPTUREN FÜR BRÜSSEL
US-KONGRESSBIBLIOTHEK VERÖFFENTLICHT ERSTEN
NATIONAL UNION CATALOGUE IN BUCHFORM
(9 Zeilen)
LISTE DER GEDENKTAGE FÜR APRIL 1958

* * * * *

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X I . Jahrgang, N r . 12

Allgemeines
28. März 1958

INHALTSVERZEICHNIS
ARTIKEL
AUFGABEN DER NATO IN DER ZUKUNFT
Zum 9» Jahrestag der Gründung des
NATO-Bündnisses am 4. April
(135 Zeilen)

Seite

\

DIE ERNTE DER ERNTE
Die Huntington Library in San
Marino (Kalifornien)
(75 Zeilen)

Seite

6

ZUM INTERNATIONALEN GEOPHYSIKALISCHEN JAHR
Sonnenstrahlen als Energiequelle für
VANGUARD-1-Sender
Temperaturmessung mit Hilfe elektrischer
Schwingungen
(70 Zeilen)

Seite

9

Seite

8

KURZNACHRICHTEN
LITERATURPREIS FÜR KATHRYN HULME
(8 Zeilen)
ANHANG
BRÜCKEN DER VERSTÄNDIGUNG
Die Rolle der amerikanischen Stiftungen
Vorwort - Textteil - Anhang

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XI. Jahrgang, Nr« 13

3. April 1958

INHALTSVERZEICHNIS

ARTIKEL
DAS ERZIEHUNGSWESEN DER SOWJETUNION
Versuch einer kritischen Wertung
Von Alexander Korol, Mitarbeiter des
Instituts für Internationale Studien
der Technischen Hochschule von Massachusetts
(MIT)
(145 Zeilen)

Seite

VON KUNST UND KÜNSTLERN
Leonard Bernstein - der neue Musikdirektor
der New Yorker Philharmoniker
(115 Zeilen, 1 Bild)

Seite

7

Ehrung für acht Millionen Sonntagsmaler
Metropolitan Museum of Art stellt
Churchill aus
(46 Zeilen)

Seite

11

KURZNACHRICHTEN
Neues William Inge-Stück in New York uraufgeführt
(10 Zeilen)

Seite

ANHANG
EINFÜHRUNG IN DIE PROBLEME UND MÖGLICHKEITEN DER RAUMFAHRT
Auf Veranlassung Dwight D. Eisenhowers verfaßt und herausgegeben
vom Wissenschaftlichen Beirat des US-Präsidenten

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11 . April 1958

XI. Jahrgang. Nr. 14
INHALTSVERZEICHNIS

DIE WISSEHSCHAFT NOTIERT
THEORIE ÜBER VIREN ALS KREBSERREGER WEITER ERHÄRTET
Ergebnisse einer internationalen Wissenschaftlertagung in New York
(62 Zeilen)

Seite 1

KRYPT0N-85 ZUR DIAGNOSE VON HERZKAMMERTRENNWANDSCHÄDEN
(52 Zeilen)

Seite 3

NEUES ANTIBIOTIKUM ZUR BEKÄMPFUNG
VON STAPHYLOKOKKEN
(12 Zeilen)

Seite

4

VON KUNST UND KÜNSTLERN
AMERIKA AUF DEM WEGE ZU EINER EIGENEN
BODENSTÄNDIGEN OPER
Von Howard Taubmann, Musikkritiker der
"New York Times"
(115 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

5

DER NEUE BROADWAY HIT; "SCHAU HEIMWÄRTS.ENGEL"
Thomas Wolfes erster Roman als Bühnenstück
(58 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

10

MAHALIA JACKSON ALS BESSIE MAY IM PARAMOUNT-FILM
"ST. LOUIS BLUES"
(5 Zeilen)

Seite

12

ANHANG
DIE ABRÜSTUNG - EIN AMERIKANISCHES ANLIEGEN
(Hintergrundmaterial)

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18. April 1958

XI. Jahrgang. Nr. 15
INHALTSVERZEICHNIS

FAMILIENZUSAMMENFÜHRUNG IST EIN GEBOT DER MENSCHLICHKEIT
Das Kennedy-Gesetz und seine Auswirkungen
(60 Zeilen)

Seite

1

BRÜSSELER WELTAUSSTELLUNG
165 .junge Amerikaner als Fremdenführer in Brüssel
(12 Zeilen)

Seite

3

ATOM - WISSENSCHAFT - TECHNIK
Ionenmotor für Raumraketen
(40 Zeilen)

Seite

4

Dispersionsverfahren erleichtert Behandlung
radioaktiver- Abfälle
(20 Zeilen)

Seite

5

Hochreines Uran-Metall
(12 Zeilen)

Seite

6

Tonband und Kleinempfänger als Museumsführer
(60 Zeilen, 1 Bild)

Seite

6.

VON KUNST UND KUNSTLERN
Poesie - Eine Liebhaberzeitschrift mit Tradition
Von Norman Smith
(56 Zeilen)

Seite

3

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XI. Jahrgang, Nr. 16

Allgemeines
25. April 1958

INHALTSVERZEICHNIS

ZUM INTERNATIONALEN GEOPHYSIKALISCHEN JAHR
ATOMREAKTOR SONNE
Energieströme beeinflussen Lebensrhythmus
und Umwelt
(125 Zeilen, 3 Bilder)

Seite

1

POLITIK
ZWEIERLEI MASSSTÄBE FÜR NATURWISSENSCHAFTLER
UND GEISTESWISSENSCHAFTLER IN DER UdSSR
Die relative Freiheit der sowjetischen Naturwissenschaftler
(86 Zeilen)

Seite

6

WELTAUSSTELLUNG BRÜSSEL
Der kulturelle Beitrag der USA zur Brüsseler
Weltausstellung
(55 Zeilen)

Seite

9

LISTE DER GEDENKTAGE IM MAI 1958

Seite

11

ANHANG
DIE GRÜNDE DER USA FÜR DIE VORLÄUFIGE
FORTSETZUNG DER KERNWAFFENVERSUCHE
Auszüge aus einer Erklärung des Vorsitzenden
der amerikanischen Atomenergie-Kommission,
Admiral Lewis L. Strauss, vom 17« April 1958
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XI. Jahrgang, Nr. 17

2. Mai 1958
INHALTSVERZEICHNIS

ARTIKEL
REORGANISATION DER MILITÄRISCHEN FÜHRUNG
IN DEN USA
Präsident Eisenhower unterbreitet dem Kongreß
umfassenden Plan
Von John Kerigan
(78 Zeilen)

Seite

"EKMY" FÜR "REQUIEM FÜR EINEN SCHWERGEWICHTLER"
Wege des amerikanischen Fernsehens
(95 Zeilen, 1 Bild)

Seite

VON KUNST UND KÜNSTLERN
Der Vater des Blues
William C. Handy lebt im amerikanischen
Jazz weiter
(62 Zeilen, 1 Bild)

Seite

8

AUSLÄNDISCHE JOURNALISTEN BESICHTIGEN ARGONNE
unter ihnen auch Vertreter der Bundesrepublik
(16 Zeilen)

Seite

11

ANHANG
PRÄSIDENT EISENHOWER ANTWORTET CHRUSCHTSCHOW
Wortlaut des Antwortschreibens vom 28. April 1958

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XI. Jahrgang. Nr. 18

9. Mai 1958
INHALTSVERZEICHNIS

SPORT
BLICKRICHTUNG KALIFORNIEN
Zwei der großen Baseballvereine Amerikas haben
neues Heim in Kalifornien bezogen
(55 Zeilen, 1 Bild)
DIE WISSENSCHAFT NOTIERT
PLAZENTA-UNTERSUCHUNGEN ZUM SCHUTZ DES NEUGEBORENEN
(45 Zeilen)
HEPARIN STEIGERT WIRKSAMKEIT VON ANTIBIOTIKAS
(20 Zeilen)
SZINTILLATIONSZÄHLER ALS WICHTIGES HILFSMITTEL
BEI METASTASENLOKALISIERUNG
(24 Zeilen)

Seite

Seite

3

Seite

4

Seite

5

MINIATUR-SCHWIMMGÜRTEL
6
(10 Zeilen)
Seite
VON KUNST UND KÜNSTLERN
KLYTÄMNESTRA TRÄGT MODERNE ABENDKLEIDUNG
Martha Grahams ehrgeizigster Tanzzyklus
"Klytämnestra" begeisterte New York
(68 Zeilen, 2 Bilder)
Seite
ANHANG
SICHERHEITSMASSNAHMEN DER USA FÜR DIE KERNWAFFENVERSUCHE IM PAZIFIK
Wortlaut der Verlautbarung der US-Atomenergie-Kommission und des
US-Verteidigungsministeriums
LODGE ERLÄUTERT AMERIKANISCHEN INSPEKTIONSPLAN FÜR DIE ARKTIS
Wortlaut der Erklärung des US-Chefdelegierten bei den Vereinten
Nationen vom 29. April 1958
JOHN FOSTER DULLES UMREISST AMERIKANISCHE AUSSENPOLITIK
Wortlaut einer Rede vom 2. Mai 1958 v o r dem Institut für
Atomenergiewirtschaft der Universität von New Hampshire
USA; RAPACKI-PLAN NICHT UMFASSEND GENUG
Wortlaut der US-Note an Polen, überreicht am 3. Mai 1958

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16. Mai 1958

X I . J a h r g a n g , N r . 19

INHALTSVERZEICHNIS

ZUM INTERNATIONALEN GEOPHYSIKALISCHEN JAHR
Das Rätsel der kosmischen Strahlen
Erdsatelliten bewähren sich als wertvolle
Hilfsmittel der wissenschaftlichen Untersuchungen
(120 Zeilen, 3 Bilder)

Seite

1

Verleihung am 3• Juni 1958
(68 Zeilen)

Seite

6

Weinberg-Stiftung stiftet 100 000 Dollar für
Bibliotheksbau der Cornell-Universität,
Ithaca (New York)
(13 Zeilen)

Seite

8

Amerika ehrt James Monroe anläßlich seines
200. Geburtstages
(56 Zeilen, 1 Bild)

Seite

9

Seite

11

PREISE - STIFTUNGEN - EHRUNGEN
V/eltbrüderlichkeits-Preise
Städte

für

amerikanische

VON KUNST UND KÜNSTLERN
Gutes Theater ist Sache der Kritiker
Zur Stiftung des George-Jean-Nathan-Preises
für Theaterkritik
Von Norman Smith
(90 Zeilen)

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XI. Jahrgang, Nr. 20

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23. Mai

1958

INHALTSVERZEICHNIS

M S PORTRÄT
LEE DE FOREST
Ein Leben für die Entv/icklung der Radiound Tontechnik
(125 Zeilen, 1 Bild)

Seite

1

Seite

6

Seite

8

DIE BRÜSSELER V/ELTAUSSTELLUNG
KULTURELLE VERANSTALTUNGEN DER USA
Liste der Programme, chronologisch geordnet
(66 Zeilen)

Seite

9

LISTE DER GEDENKTAGE FÜR JUNI 1958

Seite

11

WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG
LANDWIRTSCHAFTLICHE FORSCHUNG
Die ersten beiden GrundlagenforschungsLaboratorien eröffnet - Reine Forschung
regt angewandte Forschung an
(50 Zeilen, 2 Bilder)
ÖFFENTLICHER GESUNDHEITSDIENST IN DEN USA
UNTERSTÜTZT FORSCHUNG IM AUSLAND
(12 Zeilen)

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30. Mai

XI. Jahrgang, Nr. 21

1958

INHALTSVERZEICHNIS

DER KAMPF UM DIE EINHEIT EUROPAS
Professor Zürcher von der New York Universitär
unterstreicht die Einzigartigkeit der europäischen Integrationsbestrebungen
(62 Zeilen)

Seite

ATOM - WISSENSCHAFT - TECHNIK
NEUE ERKENNTNISSE ÜBER DEN RADIOAKTIVEN
ZERFALL DER NEUTRONEN
(120 Zeilen)

Seite

4

VON KUNST UND KÜNSTLERN
MITTWOCHS IST MALTAG
Kurse für die Kunsterziehung der
Hausfrauen machen Schule
(34 Zeilen, 1 Bild)

Seite

8

GELDPREISE FÜR SAMUEL BARBER UND ARTHUR HONEGGER
(9 Zeilen)

Seite

3

FRIEDRICH GULDA SPIELT JAZZ
im Rahmen der "Music-USA"-Reihe der
"Stimme Amerikas"
(18 Zeilen, 1 Bild)

Seite

10

ANHANG
EISENHOWER SCHLÄGT SACHVERSTÄNDIGEN-BESPRECHUNGEN IN GENF VOR
Wortlaut des Schreibens Präsident Eisenhowers an den sowjetischen Ministerpräsidenten Chruschtschow, überreicht in Moskau
am 24. Mai 1958.

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6. Juni

XI. Jahrgang. Nr. 22

1958

INHALTSVERZEICHNIS

SCHULWESEN
UNTERRICHT VIA FERNSEHSCHIRM
Die jüngsten Entwicklungen in den USA
Inwieweit wird der Fernsehschirm den
Katheder ersetzen?
Von John Kerigan
(76 Zeilen)

Seite

1

DIE WISSENSCHAFT NOTIERT
REAKTORABDÄMPFE ZUR KÜNSTLICHEN HERBEIFÜHRUNG
VON REGEN VERWENDBAR?
(80 Zeilen)

Seite

4

ZUM INTERNATIONALEN GEOPHYSIKALISCHEN JAHR
DIE BEDEUTUNG KÜNSTLICHER ERDSATELLITEN
FÜR DIE GEODÄSIE
Erdvermessung mit neuen Methoden
(110 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

7

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13. Juni

X I . J a h r g a n g . N r . 23

1958

INHALTSVERZEICHNIS

DIE KERNPHYSIKALISCHE FORSCHUNG
NEUE THEORIEN AMERIKANISCHER WISSENSCHAFTLER
ZUM PROBLEM DER KONTROLLIERTEN KERNVERSCHMELZUNG
(54 Zeilen)

Seite 1

FERNKURSE IN KERNTECHNIK
(11 Zeilen)

Seite

TRITIUM ALS STRAHLENQUELLE IN WISSENSCHAFTLICHEN
INSTRUMENTEN
(12 Zeilen)

Seite 3

WISSENSCHAFT
HUNDERT JAHRE AMERIKANISCHE GESELLSCHAFT
ZUR FÖRDERUNG DER WISSENSCHAFTEN (AAAS)
Das Parlament der amerikanischen Naturwissenschaftler
(95 Zeilen)

3

Seite

4

Seite

7

Seite

8

KURZNACHRICHTEN
ELEKTRONENHIRNE VERDRÄNGEN ROUTINEARBEIT
(16 Zeilen)
VON KUNST UND KÜNSTLERN
BESEELTER DRAHT
Mobiles von Alexander Calder in der CorcoranGalerie - Zum 60. Geburtstag A. Calders am
22. Juli 1958
(70 Zeilen, 3 Bilder)

ANHANG
EISENHOWER: DIE HÖCHSTE AUFGABE DES OFFIZIERS IST
DIE VERHINDERUNG DES KRIEGES
Wortlaut-Azszüge aus der Ansprache Präsident Eisenhowers
vor den Absolventen der US-Marineakademie in Annapolis
(Maryland) vom 4. Juni 1958
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20. Juni 1958

XI. Jahrgang, Nr. 24
INHALTSVERZEICHNIS

ZUM INTERNATIONALEN GEOPHYSIKALISCHEN JAHR
S C EWERKRAFTI.1ES S UN GEN
(54 Zeilen)

Seite

T

DIE ERSTEN AUFNAHMEN V.OM GRUND D E D SÜDATLANTIK
(23 Zeilen)

Seite

3

DIE "STILLE REVOLTE" DER UNGARISCHEN SCHRIFTSTELLER
I. Teil
Von Paul Landy, Wien
(92 Zeilen)

Seite

4

EIN DOLLAR FÜR DIE PARTEI
Wähler sollen Wahlkampagnen mitfinanzieren
Von John Kerigan
(66 Zeilen)

Seite

7

POLITIK

VON KUNST UND KÜNSTLERN
PHANTASIE UND GESCHMACXAN DEN KLASSIKERN GEBILDET
"King-Coit", Schule und Theater für Kinder
(75 Zeilen, 2 Bilder)

Seite 10

KURZNACHRICHT
IAEA PLANT HANDBUCH FÜR DIE VERWENDUNG VON
RADIOISOTOPEN
(13 Zeilen)

* * * * *

Seite

9

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27. Juni 19J\Q

XI. Jahrgang. Nr. 25
INHALTSVERZEICHNIS
ARTIKEL
DIE "STILLE REVOLTE" DER UNGARISCHEN
SCHRIFTSTELLER (II und Schluß)
"Volks"- oder "Bauern"-Schriftsteller
Von Paul Landy, Wien
(98 Zeilen)

Seite

1

75 JAHRE AMERIKANISCHER BUNDESDIENST
Rund 2,4 Millionen Bedienstete in 16 000
Berufssparten
(90 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

5

GEISTESTRAINING IN NEW YORK
Unterricht für überdurchschnittlich begabte
Schüler
(78 Zeilen)

Seite

9

AMERIKANISCHE PÄDAGOGEN BESUCHEN DEUTSCHLAND
(9 Zeilen)

Seite

12

AMERIKANISCHE GESELLSCHAFT FÜR DIE
SCHÖNEN KÜNSTE VERTEILT KUNSTPREISE
(10 Zeilen)

Seite

12

Seite

13

KURZ BERICHTET

LISTE DER GEDENKTAGE FÜR JULI 1958
ANHANG

USA VERÖFFENTLICHEN DOKUMENTE ZU DEN VORBEREITENDEN
BESPRECHUNGEN FÜR EINE GIPFELKONFERENZ (16. Juni 1958)
1) Wortlaut des westlichen Memorandums vom 28. Mai
2) Wortlaut des westlichen Aide Memoire vom 28. Mai
3) Vorschlag zur Überprüfung der einzelnen Punkte zur
Tagesordnung, der der UdSSR am 31. Mai zugestellt
worden ist.

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XJ. Jahrgang« Nr. 26.

Allgemeines
4. Juli 1958

INHALTSVERZEICHNIS
ATOM - WISSENSCHAFT r- TECHNIK
AMERIKANISCHES AUSSTELLUNGSPROGRAMM
FÜR GENFER ATOMKONFERENZ
(65 Zeilen)

Seite

TATKRÄFTIGE UNTERSTÜTZUNG AMERIKANISCHER
UNIVERSITÄTEN DURCH DIE AEC
(16 Zeilen)

Seite

HERZDIAGNOSE MIT ULTRASCHALL UND RADIOJOD
(17 Zeilen)

Seite

1

4

DER AMERIKANISCHE LUFTRETTUNGSDIENST
(55 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

VON KUNST UND KÜNSTLERN
MUSIKERZIEHUNG EINMAL ANDERS
Van Vactor dirigiert vor deutschen Schülern
(50 Zeilen)

Seite

8

KULTURELLE KURZNACHRICHTEN
(12 Zeilen)

Seite

7

ANHANG
HERBERT HOOVER, EHEMALIGER PRÄSIDENT DER VEREINIGTEN STAATEN,
SPRICHT AM 4. JULI 1958 IN BRÜSSEL:
ÜBER DIE AMERIKANISCHEN IDEALE
ACHTUNG REDAKTIONEN:

Wir bitten Sie um Einhaltung der
angegebenen Sperrfrist

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XI. Jahrgang. Nr» 27

11

J u l i 1958

INHALTSVERZEICHNIS

ARTIKEL
AUSLÄNDERN ZUTRITT VERBOTEN
Sperrzonen in der Sowjetunion
(140 Zeilen, 1 Schaubild)

Seite 1

LEHRBUCH SCHALLPLATTE
Freiwilliges Hilfswerk hilft blinden
Studenten
Von Meyer Berger, New York
(52 Zeilen)

Seite

7

AMERIKA RICHTET LUFTKORRIDORE FÜR DEN
INNERAMERIKANISCHEN FLUGVERKEHR EIN
Präsident Eisenhower schlägt Schaffung
eines zentralen Luftfahrtamtes vor
Von John Kerigan
(85 Zeilen)

Seite

9

ANHANG
MURPHY; USA JEDERZEIT ZU VERHANDLUNGEN BEREIT
Wortlaut einer Rede des stellvertretenden Staatssekretärs
im US-Außenministerium Robert Murphy vom 1. Juli 1958
in Hamilton (New York)
PRÄSIDENT EISENHOWER ERSUCHT KONGRESS
um gesetzliche Regelung der Befugnisse des Außenministers
bezüglich der Beschränkung von Reisepässen (Wortlaut der
Botschaft vom 7. Juli 1958)

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XI. Jahrgang, Nr. 28

Allgemeines
18. Juli 1958

INHALTSVERZEICHNIS
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ZUM INTERNATIONALEN GEOPHYSIKALISCHEN JAHR
EXPLORER III ERFORSCHTE WISSENSCHAFTLICHES NEULAND
(60 Zeilen, 1 Bild)

Seile

PARALLELSTROM ZUM ÄQUATOR IM STILLEN OZEAN
(28 Zeilen)

Seite

POLARLICHTBEOBACHTUNGEN IM ANTARKTISCHEN WINTER
(26 Zeilen)

Seite

TECHNISCHER FORTSCHRITT
HANDELS-UNTERSEEBOOTE UND FLÜGELSCHIFFE
Amerikanische Forschung auf der Suche nach
neuen Möglichkeiten im Schiffbau
(60 Zeilen)

Seite

POLITIK
DIE FEINDE DES REGIMES
Die Minderheiten machen Peking zu schaffen
Von James W. Berner
I. Teil
(130 Zeilen, 1 Schaubild)

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Seite

1

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XI» Jahrgang, N r . 29
INHALTSVERZEICHNIS

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2 5 . J u l T 1958

AUS DER MEDIZINISCHEN FORSCHUNG
BIOCHEMISCHE FORSCHUNG AUF NEUEN WEGEN
(48 Zeilen)
NEUES DIAGNOSEVERFAHREN BEI ARTHRITIS
(6 Zeilen)
BROT FÜR REKONVALESZENTEN
(20 Zeilen)
KIEFERANÄSTHESIE DURCH SPRÜHINJEKTION
(14 Zeilen)
FARBTEST AUF SCHUPPENFLECHTE
(15 Zeilen)

Seite

1

Seite

2

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3

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4

POLITIK
DIE FEINDE DES REGIMES
Die Minderheiten machen Peking zu schaffen
Von James W. Berner - II. Teil
(100 Zeilen)

Seite

VON KUNST UND KÜNSTLERN
MODERNES WOHNEN
Ausstellung in der Corcoran Gallery in Washington
Von Norman Smith
(60 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

LISTE DER GEDENKTAGE IM AUGUST 1958
ANHANG
PRÄSIDENT EISENHOWER GIBT ENTSENDUNG AMERIKANISCHER
TRUPPEN NACH DEM LIBANON BEKANNT
(Wortlaut der Erklärung)
LODGE INFORMIERT VEREINTE NATIONEN ÜBER AMERIKANISCHE
TRUPPENLANDUNG IM LIBANON
(Wortlaut der Erklärung)
RUNDFUNK- UND FERNSEHANSPRACHE PRÄSIDENT EISENHOWERS
ÜBER DIE LAGE IM NAHEN OSTEN
(Wortlaut)
EISENHOWER BEGRÜNDET DEN AMERIKANISCHEN SCHRITT IN
NAHOST VOR DEM KONGRESS
(Wortlaut der Botschaft)
US-AUSSENMINISTERIUM GIBT EINZELHEITEN DER INFILTRATION
IM LIBANON BEKANNT
(Wortlaut des Berichts)
UN-AUSSCHUSS FORDERT WIEDERHERSTELLUNG DER MENSCHENRECHTE IN UNGARN
(Wortlaut des Bericht«)

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1 . August 1958

XI. Jahrgang, Nr. 50
INHALTSVERZEICHNIS
DIE KERNPHYSIKALISCHE FORSCHUNG

ATOMZERTRÜMMERER ERFORSCHEN DAS INNERSTE DER MATERIE
Leitsätze von gestern müssen neuer Erkenntnis
weichen
Von Robert K. Plumb
(130 Zeilen, 1 Bild)

Seite

POLITIK
DIE FEINDE DES REGIMES
Die Minderheiten machen Peking zu schaffen
Von James W. Berner III. Teil und Schluß
(126 Zeilen)

Seite

VON KUNST UND KÜNSTLERN
DIE SCHALLPLATTE IM BÜCHERSCHRANK
Die neuesten literarischen Aufnahmen
in den USA
Von Norman Smith
(62 Zeilen)

Seite

11

Seite

10

Seite

13

KURZNACHRICHTEN
STARKES INTERESSE FÜR ERWACHSENENBILDUNG
(18 Zeilen)
KATALOG ZUM AMERIKANISCHEN PAVILLON
(13 Zeilen)
ANHANG
DULLES: ENTWICKLUNGEN IN NAK0ST UNTERSTREICHEN
NOTWENDIGKEIT DER AUSLANDSHILFE
(Wortlaut der Erklärung
vom 18. Juli 1958)
BRIEFWECHSEL ZUR FRAGE EINER GIPFELKONFERENZ ÜBER
DIE SITUATION IM NAHEN OSTEN
(Antwortschreiben Präsident Eisenhowers vom 22. Juli 1958
auf das Schreiben Ministerpräsident Chruschtschows vom
19. Juli 1958; beide Schreiben im Wortlaut)
DIE ZUSAMMENARBEIT ZWISCHEN EURATOM UND USA
(Wortlaut einer Erklärung von C. Douglas Dillon vom 22. 7. 1958)
US-AUSSENMINISTER ERSUCHT KONGRESS UM BEFUGNIS ZUR VERMINDERUNG
VON AUSLANDSREISEN AMERIKANISCHER KOMMUNISTEN
(Wortlaut einer Erklärung von Robert D. Murphy vom 16. 7~» 1958)
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8. Äug

XI. Jahrgang, Nr. 31
INHALTSVERZEICHNIS
AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG
STIMMEN DER TIEFE
Die Fische sind nicht stumm
Von Marie Poland Fish
(98 Zeilen, 1 Bild)

Seite

EXPLORER IV ERKUNDET INTENSIVE STRAHLUNG
IN 1000 KM HÖHE
(40 Zeilen)

Sei*«

5

WINDTUNNEL FÜR DIE RAUMFORSCHUNG
(14 Zeilen)

Seite

6

POLITIK
400 000 AMERIKANER STAMMEN AUS DEM LIBANON
Skizze der libanesisch-amerikanischen
Beziehungen
Von John Kerigan
(52 Zeilen)

Seite

VON KUNST UND KÜNSTLERN
VON DER KAMERA FASZINIERT
Alfred-Stieglitz-Ausstellung in der National
Gallery of Art in Washington
Von Norman Smith
(85 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

10

ERFOLGREICHE TOURNEE DER NEW YORKER
PHILHARMONIKER
(6 Zeilen)

Seite

15

EHRENDOKTOR FÜR MARIAN ANDERSON
(5 Zeilen)

Seite

13

ANHANG
PRÄSIDENT EISENHOWER SCHLÄGT SICHERHEITSRATSITZUNG
FÜR 1 2 . AUGUST VOR
(Wortlaut des Schreibens vom 1. August 1958)
ATOME FÜR DEN FRIEDEN
(Ausstellungs- und Filmprogramm der USA für die II,
Genfer Atomkonferenz)
* * * * *

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XI. Jahrgang. Nr. 52

15- August 1958
INHALTSVERZEICHNIS

AUS DER KERNPHYSIKALISCHEN FORSCHUNG
AT0MF0RSCKUNCSZENTRUM ARGONNE NATIONAL LAB0RAT0RY
Treffpunkt für Wissenschaftler aus aller Welt
'(120 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

GESUNDHEITSWESEN
GESUNDHEITSFÜRSORGE IM AMERIKANISCHEN
PAZIFIK-TREUHANDGEBIET
Die einheimischen Hilfsärzte haben sich
ausgezeichnet bewährt
(110 Zeilen, 3 Bilder)

Seite

6

DIE ERSTEN ZEHN JAHRE DER WELTGESUNDHEITSORGANISATION
(5 Zeilen)
Seite

10

VON KUNST UND KÜNSTLERN
JAZZ-IMPRESSIONEN AUS EUROPA UND ASIEN
Dave Brubeck kündigt Schallplattenalbum mit
musikalischen Reminiszenzen seiner Tournee an
(36 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

ANHANG
WORTLAUT DER REDE PRÄSIDENT EISENHOWERS VOR DER
UN-VOLLVERSAMMLUNG VOM 13.8.1958
USA VERÖFFENTLICHEN MEMORANDUM ÜBER CHINAPOLITIK
Wortlaut des am 11. August 1958 vom US-Außenministerium
herausgegebenen Memorandums

* * * * *

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XI. Jahrgang, Nr. 55

22. August 1958
INHALTSVERZEICHNIS

AUS DER KERNPHYSIKALISCHEN FORSCHUNG
BROOKHAVEN NATIONAL LABORATORY
Arbeitsstätte neun amerikanischer Universitäten
zur Förderung der Atomforschung
(115 Zeilen, 3 Bilder)

Seite 1

SEEWEG LONDON - TOKIO UM 5000 MEILEN KÜRZER
Die Pionierfahrt der "Nautilus" und ihre möglichen
Auswirkungen auf den gesamten internationalen Handel
Von John Kerigan
(56 Zeilen)

Seite

VON KUNST UND KÜNSTLERN
AMERIKAS KOMPONISTEN SYMPHONISCHER MUSIK
Über die deutsche Tradition zum eigenen musikalischen
Stil
Von Paul Henry Lang, Professor für Musikwissenschaft
an der Columbia-Universität und Musikkritiker der
"New York Herald Tribüne", New York
(140 Zeilen)
Seite
KURZ BERICHTET
STARKER SCHIFFSVERKEHR DURCH NEUE US-SCHLEUSEN
AUF DEM ST. LORENZSTROM
(7 Zeilen)

Seite

LISTE DER GEDENKTAGE FÜR SEPTEMBER 1958

Seite 14

ANHANG
JOHN FOSTER DULLES: FRIEDEN NUR DURCH RECHT UND GERECHTIGKEIT
Wortlaut einer Ansprache des US-Außenministers vom 18. August
1958 vor der Jahrestagung des Kriegsteilnehmerverbandes
'TVeterans of Foreign Wars of the US"
in New York

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29. August 1958

! XI. Jahrgang, Nr. 34
INHALTSVERZEICHNIS
AUS DER MEDIZINISCHEN FORSCHUNG
HERZDIAGNOSE MIT RADIOAKTIVEM GAS
Operationen zur Korrektur angeborener
Herzfehler erleichtert
Von Nate Haseltine
(95 Zeilen)

Seite 1

SUPEREMPFINDLICHER STRAHLENDETEKTOR
(11. Zeilen)

Seite

4

Seite

5

Seite

8

LUFTFAHRT
US-ZIVILLUFTFAHRT AN DER SCHWELLE DES
DÜSENZEITALTERS
Transatlantikverkehr mit Düsenflugzeugen
beginnt im November
(74 Zeilen, 2 Bilder)
VON KUNST UND KÜNSTLERN
AM PULT» DIE DIRIGENTEN AMERIKAS
Von Paul Henry Lang
(130 Zeilen)
ANHANG
EISENHOWER SCHLÄGT EINSTELLUNG DER
KERNWAFFENVERSUCHE FÜR EIN JAHR VOR
Wortlaut der Erklärung des US-Präsidenten
vom 22. August 1958
KONFERENZ DER ATOMSACHVERSTÄNDIGEN IN
GENF BEENDET
1) Wortlaut des Kommuniques
2) Wortlaut einer Erklärung von Dr. James
Brown Fisk, Leiter der westlichen Expertengruppe
JOHN FOSTER DULLESJ SICHERHEIT DER KLEINEN
NATIONEN MUSS GEWÄHRLEISTET WERDEN
Wortlaut der Rede zum arabischen Kompromißvorschlag
vom 21. August 1958 vor der Vollversammlung
Ho-n Veraintsn Nationen

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5. September 1958

X I . J a h r g a n g . N r . 35
INHALTSVERZEICHNIS

DIE RASSENTRENNUNG IN EINER INDUSTRIALISIERTEN GESELLSCHAFT
Von J. Milton Yinger und George E. Simpson,
Professoren für Soziologie und Anthropologie
am Oberlin College
(200 Zeilen)
ATOM

Seite 1

FORSCHUNG TECHNIK
PLUTONIUM-SPALTSTOFF FÜR MTR-REAKTOR
(34 Zeilen)

Seite

8

BAKTERIENKULTUREN FABRIZIEREN SCHWERES WASSER
(8 Zeilen)

Seite

9

MOLEKÜLSTRÖME BESEITIGEN ELEKTROMAGNETISCHE
STÖRFELDER
(15 Zeilen)

Seite

9

ALPR-REAKTOR IM BETRIEB
(22 Zeilen)

Seite 10

VON KUNST UND KÜNSTLERN
DIE FREER-GALERIE ERFORSCHT DIE ALTEN KULTUREN
DES ORIENTS
(58 Zeilen, 3 Bilder)

Seite 11

AMERIKAREISE DER AUSLANDSKORRESPONDENTEN
(10 Zeilen)

Seite 13

ANHANG
ATOMSACHVERSTÄNDIGE VERÖFFENTLICHEN BERICHT
Erläuterungen der US-Regierung zu dem Bericht, den die
technischen Experten aus Ost und West als Ergebnis ihrer
Genfer Besprechungen am 30« August 1958 veröffentlicht haben

* * * * *

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XI. Jahrgang. Nr. 56

12. September 1958
INHALTSVERZEICHNIS

POLITIK
GETREU DER TRADITION UND DEN DEMOKRATISCHEN
PRINZIPIEN
USA gewähren Territorien die Selbstbestimmung
Von John Kerigan
(47 Zeilen)

Seite

1

AUS DER MEDIZINISCHEN FORSCHUNG
KÖ'RPERKQNSTITUTION UND BLUTDRUCK
Fettleibigkeit vermutlich Ursache für
ungenaue Messungen
(32 Zeilen)

Seite

3.

GEWEBEPRODENENTNAHME AM DÜNNDARM OHNE OPERATION
(25 Zeilen)

Seite

4

MIKROFILTER ERLEICHTERT KREBSDIAGNOSE
(28 Zeilen)

Seite

5

VON KUNST UND KÜNSTLERN
EINE KAMERA UNTER DEN STREICHERN
Adrian Siegel, Cellist des Philadelphia Orchestra,
photographiert berühmte Dirigenten und Solisten
(26 Zeilen, 4 Bilder)

Sei te

ISLÄNDISCHER KOMPONIST FINDET AMERIKAS
MUSIKLEBEN "ERSTAUNLICH"
Jon Thorarinsson berichtet über seine Amerikareise
(30 Zeilen)

Seite

* * * * *

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19. September

XI. Jahrgang, Fr. 37

1958

INHALTSVERZEICHNIS

HOCHSCHULWESEN
AKA.DELIISCHE TRADITION UND 9U0-MILLI0NEND0LLAR-GE5ETZ
Erster Schritt zu einer B ndes-Hochschulpolitik
in den USA
(130 Zeilen)

Seite

1

Seite

6

GEORGE GERSHWIN. DER MUSIKALISCHE INTERPRET AMERIKAS
Gf-rshvvin wäre nun 60 Jahre alt
(70 Zfcilen, 2 Bilder)
Seite

12

Seite

15

VEREINTE NATIONEN
GROSSE WTEPERAUK3AULEISTUMG DEF UN IN SÜDKOREA
Nacix Abwphr der Aggression Leisteten 39 Länder
tatxräftxge Hilfe
(190 Zeilen, 2 Bilder)
VON KUNST UND KÜNSTLERN

LISTE DER GEDENKTAGE FÜR OKTOBER 1953
ANHANG

PRÄSIDENT EISENHOWER UNTERSTREICHT FESTE HALTUNG DER USA
IN DER FERNOSTKRISE
Wortlaut der Rede des US-Präsidenten vom 11. September 1958

PRÄSIDENT EISENHOWER ANTWORTET CHRUSCHTSCHOW
Wortlaut des Schreibens vom 13. September 1958

* * * * *

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26. September 1°58

X I . J a h r g a n g » N r . 58

INHALTSVERZEICHNIS
DAS BUCH- UND ZEITSCHRIFTENWESEN
IN DEN VEREINIGTEN STAATEN (i)
Erster in einer Serie von drei Artikeln über die
amerikanischen Buch- und Zeitschriftenverlage und
die Rolle, die diese im Leben des Amerikaners
spielen
(85 Zeilen)

Seite

WISSENSCHAFT - FORSCHUNG - TECHNIK
NEUBESTIMMUNG DER SCHWERKRAFT-FALLBESCHLEUNIGUNG
FÜR WASHINGTON
(30 Zeilen)

Seite

AUTOMATISCHE WETTERFRÖSCHE BERICHTEN
NACH WASHINGTON
(45 Zeilen)

Seite

6

IDEALER MAGNETKREIS FÜR EIN SYNCHROTRON
(24 Zeilen)

Seite

8

VON KUNST UND KÜNSTLERN
NEUNZEHNHUNDERT JAHRE ABSTRAKTE KUNST IN AMERIKA
Die indianischen Felsmalereien in Wyoming
Von David Gebhard, Direktor des Roswell Museum
(Neu-Mexiko)
(80 Zeilen, 3 Bilder)
ANHANG
DULLES UMREISST AUSSENPOLITIK DER USA
VOR DER UN-VOLLVERSAMMLUNG IN NEW YORK
Wortlaut der Rede des US-Außenministers
vom 1 a. September 1958

* * * * *

Seite

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XI, Jahrgang. Nr. 59

Allgemeines
3. Oktober

1958

INHALTSVERZEICHNIS
DAS BUCH- UND ZEITSCHRIFTENWESEN
IN DEN VEREINIGTEN STAATEN (il)
Die Buchklubs, die Buchexporte und -importe,
die Universitätsverlage
(140 Zeilen)

Seite

AMERIKAS INDIANER HEUTE
Von Glenn L. Emmons
Leiter des US-Bundesamtes für indianische
Angelegenheiten im US-Innenministerium
(120 Zeilen, 3 Bilder)

Seite

6

VON KUNST UND KUNSTLERN
ZUM 75. GEBURTSTAG DER "MET"
Die Geschichte der Metropolitan Opera
Von David Ewen
(130 Zeilen, 1 Bild)

Seite

11

ANHANG
DULLES UMREISST FERNOSTPQLITIK DER USA
V/ortlaut der Rede des US-Außenministers vom 25. September 1958
vor dem Fernost-Amerikarat für Handel und Industrie in New York
FQRMOSAKRISE BERÜHRT DIE GRUNDPRINZIPIEN DER NATO
Wortlaut der Rede des US-Außenministers John Foster Dulles vom
27. September 1958 vor der Atlantikpakt-Gesellschaft in Boston

# * * * *

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10. Oktober

XI. J a h r g a n g . Nr. 40
INHALTSVERZEICHNIS
DAS BUCH- UND ZEITSCHRIFTENWESEN IN DEN USA (III)
Dritter und letzter Artikel dieser Reihe.
Die US-Zeitschriften - wirtschaftliche Seite des
Verlagswesens - Auswirkungen des Fernsehens und
der kürzeren Arbeitszeiten auf das Buchgeschäft
(98 Zeilen)

Seite

AUS DER MEDIZINISCHEN FORSCHUNG
IM KAMPF GEGEN DEN KREBS
Ergebnisse von Tierversuchen stützen Virustheorie
(90 Zeilen)

Seite

VON KUNST UND KUNSTLERN
"JUNGE AMERIKANER 1958"
Zeitgenössisches Kunsthandwerk in New York
(60 Zeilen, 3 Bilder)

Seite

ANHANG
EISENHOWER UMREISST ZIELE DER AMERIKANISCHEN
FERNOST-POLITIK
Wortlaut des Antwortschreibens Präsident Eisenhowers an
Senator Theodore Green, Vorsitzender des Außenpolitischen
Senatsausschusses, vom 4« Oktober 1958

* * * * *

1958

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17. Oktober 1958

X I . J a h r g a n g . Mr. 41
INHALTSVERZEICHNIS

ZUM 23. OKTOBER 1958, DEM 2. JAHRESTAG DES
BEGINNS DER VOLKSERHEBUNG IN UNGARN
Chronologie der Ereignisse in den Oktober- und
Novembertagen des Jahres 1956 und kurze Zusammenfassung der Zustände in Ungarn heute - Zwei Jahre danach
(270 Zeilen, 3 Bilder)

Seite 1.

ZUM TAG DER VEREINTEN NATIONEN (24. Oktober)
DIE AUTORITÄT DER GEMEINSCHAFT
Ansätze zu einer neuen Ordnung
(95 Zeilen, 4 Bilder)

Seite

11

IM HAMEN DER UNPARTEILICHKEIT DES RECHTS
Betrachtungen zur Ernennung des neuen
Bundesrichters Potter Stewart
Von John Kerigan
(68 Zeilen)

Seite

16

ANHANG
LQDGE UMREISST US-EINSTELLUNG ZUR ABRÜSTUNGSFRAGE
Wortlaut einer Rede des US-Chefdelegierten bei den
Vereinten Nationen vom 10. Oktober 1958 vor dem
Ersten Politischen Ausschuß der UN-Vollversammlung
in New York

* * * * *

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XI. Jahrgang. Nr. 42

24. Oktober

1958

INHALTSVERZEICHNIS
NEUES AUS DER RAÜMFAHRTFORSCKUNG
PIONIER-I ALS WEGBEREITER
Keine unüberwindlichen Hindernisse für
den Raumflug
Von John Kerigan (74 Zeilen, 1 Foto, 1 Schaubild)

Seite

ATOM-U-BOOTSNAVIGATION LIEFERT WICHTIGES
ERFAHRUNGSGUT FÜR KÜNFTIGEN RAUMFLUG
(18 Zeilen)

Seite

A

IST DER MENSCH PSYCHISCH DER RAUMFAHRT GEWACHSEN?
(23 Zeilen)

Seite

5

NEUE RAKETENTRIEBWERKE IN DER ENTWICKLUNG
(12 Zeilen]

Seite

6

1

AUS DER ARBEIT DER VEREINTEN NATIONEN
DAS NEUE STÄNDIGE HAUPTQUARTIER DER UNESCO IN PARIS
wird am 3• November 1958 eingeweiht
(52 Zeilen, 3 Bilder)
VON KUNST UND KÜNSTLERN
KULTURELLE KURZNACHRICHTEN
Richard-Strauss-Erstaufführung in Amerika
(9 Zeilen)
20 000 Jahre altes Relief entdeckt
(8 Zeilen)
Das neue New Yorker Kulturzentrum
(15 Zeilen)
Fernsehen als Lehrer
(16 Zeilen)
San Franciscos Symphoniker geben 54 Konzerte
(6 Zeilen)
Die neue Konzertsaison des New York Philharmonie
Orchestra
(17 Zeilen)
LISTE DER GEDENKTAGE IM NOVEMBER 1958
* * * * *

Seite

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31. Oktober

XI. Jahrgang. Nr. 43

1958

INHALTSVERZEICHNIS

ZUM INTERNATIONALEN GEOPHYSIKALISCHEN JAHR
RADIOISOTOPE IN DER ATMOSPHÄRE
Ein Hilfsmittel der meteorologischen
Forschung
(80 Zeilen, 1 Bild)

Seite

1

VON KUNST UND KÜNSTLERN
DIE WIEDERENTDECKUNG EUGENE O'NEILLS
Von Joseph Wood Krutch, Professor für
Theaterliteratur an der Columbia-Universität, New York
(170 Zeilen)

Seite

4

ATOMTECHNIK
REAKTOR FÜR ATOMKRAFTWERK KAHL IN AUFTRAG
GEGEBEN
(30 Zeilen)

Seite

10

Seite

11

ACHTER LEHRGANG DER INTERNATIONALEN AKADEMIE
FÜR KERNWISSENSCHAFT UND KERNTECHNIK (ISNSE)
(8 Zeilen)

* * * * *

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X I . Jahrgang, Nr. 44

7. November 1958
INHALTSVERZEICHNIS

HOCHSCHULWESEN
EMPFEHLUNGEN DES AMERIKANISCHEN ERZIEHUNGSRATS
ZUR HOCHSCHULREFORM
Strukturanalyse zeigt Mentalitätswandel der
Studentenschaft
Von John Kerigan
(78 Zeilen)

Seite

DIE WELT DER FRAU
FRAUEN IM ÖFFENTLICHEN DIENST DER USA
Jahresbericht 1958 enthüllt interessantes
Zahlenmaterial
(72 Zeilen)

Seite

4

Seite

7

Seite

11

Höhenforschung mit Riesenballons
(25 Zeilen)

Seite

11

Raketentechnik braucht besondere Baustoffe
(8 Zeilen)

Seite

12

Seite

13

Drei neue Lincoln-Briefmarken
(14 Zeilen)

Seite

13

Konstantin Stannislawskij-Aussteilung
in der New York Public Library
(5 Zeilen)

Seite

13

UNTER DEM ZAUBER DES GESCHRIEBENEN WORTS
(90 Zeilen, 2 Bilder)
NEUES AUS DER RAUMFAHRTFORSCHUNG
Lenkflugkörper mit vierfacher Schallgeschwindigkeit
(9 Zeilen}

NACHRICHTEN AUS DEM KULTURELLEN LEBEN DER USA
Prokofieffs "Peter und der Wolf" im
amerikanischen Fernsehen
(4 Zeilen)

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14. November 1958

XI. Jahr^anff, Nr f **&gt;
INHALTSVERZEICHNIS

ZUM INTERNATIONALEN GEOPHYSIKALISCHEN JAHR
Sonnenbeobaiphtung mit Raketen
ElektrischeiStröme in der Erdrinde
Tiefste gemessene Temperatur - minus 95 Grad
(90 Zeilen)

Seite

1

TECHNIK UND FORSCHUNG
ROBOTER MIT' LERNVERMÖGEN
Neues Prinz ip für den Bau elektronischer
Rechenanlag sn
(80 Zeilen)

Seite

5

Seite

8

VON KUNST UND KÜNSTLERN
DIE ZAUBERKRAFT DER MUSIK
oder "Das gar nicht so geheimnisvolle
musikalisch e Leben Danny Kayes"
(75 Zeilen, 2 Bilder)

* * * * *

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X I . J a h r g a n g . N r . 46

Allgemeines
21 . November 1 958

INHALTSVERZEICHNIS

)

POLITIK
MILITARISIERUNG DER ARBEIT DURCH DIE
"VOLKSKOMMUNEN"

Die v i e r t e Etappe der c h i n e s i s c h e n Revolution
(160 Z e i l e n , 1 B i l d )

Seite

1,

AUS DER MEDIZINISCHEN FORSCHUNG
RADIOISOTOPE ZUR DIAGNOSTIZIERUNG VON
FUNKTIONSSTÖRUNGEN DER LEBER UND NIERE
(52 Zeilen)

Seite

VON KUNST UND KÜNSTLERN
BROADWAY 1958/59
Neue Werke bekannter Dramatiker
Von Norman Smith
(86 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

KURZNACHRICHTEN
Amerikareise für Auslandskorrespondenten
in den USA
__^
(18 Zeilen)

Seite

12

Seite

12

UNICEF wünscht "Fröhliche Weihnachten"
(20 Zeilen)
* * * * *

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XI. Jahrgang, Nr» 47

Allgemeines
28. November

1958

Seite

1

Seite

4

STUDIUM-ARBEIT-PROGRAMME ALS MITTEL
ZUR STUDENTENFÖRDERUNG
Ein neuer Typ des Werkstudenten
(46 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

7

ZUM INTERNATIONALEN GEOPHYSIKALISCHEN JAHR
KORALLENFUND IM NÖRDLICHEN EISMEER
Wertvolle wissenschaftliche Ausbeute der
amerikanischen EisinselStationen
(120 Zeilen, 1 Bild)

Seite

9

KURZNACHRICHT
Uraufführung von Norman Corwins Lincoln-Drama
zum 150. Geburtstag Abraham Lincolns am
12. Februar 1959
(8 Zeilen)

Seite

3

INHALTSVERZEICHNIS
POLITIK
AKADEMIKER ALS POLITIKER
Hochschulprofessoren im US-Senat
Von John Kerigan
(68 Zeilen)
HOCHSCHULWESEN
UNI WASHINGTON BERÄT UNI LAHORE
Die akademische Auslandshilfe
amerikanischer Hochschulen
(83 Zeilen)

LISTE DER GEDENKTAGE FÜR DEZEMBER 1958

* * * * *

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Allgemeines
5. Dezember

1958

GIBT ES IHN WIRKLICH, DEN WEIHNACHTSMANN?
Eine Betrachtung für große und kleine Leute
(58 Zeilen, 1 Bild)

Seite

1

WEIHNACHTEN IN DER HEIMATLICHEN HÜTTE EINES
GROSSEN MANNES
Eine Weihnachtsgeschichte aus der Kinderzeit
Abe Lincolns
(63 Zeilen)

Seite

POSTSTEMPEL: SANTA CLAUS
Hochbetrieb im Hauptpostamt des
amerikanischen Weihnachtsmannes
(85 Zeilen)

Seite

WEIHNACHTEN IN EINER KLEINEN STADT
Camden im Neuenglandstaat Maine feiert Weihnachten
(98 Zeilen, 1 Bild)

Seite

9

DIE AMERIKANISCHE WEIHNACHT IM BILD

Seite

13

XI. Jahrgang, Nr. 48
INHALTSVERZEICHNIS

* * * * *

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XI. Jahrgang, Nr. 4 9

12. Dezember 1958

INHALTSVERZEICHNIS
WISSENSCHAFT UND TECHNIK
STRAHLENCHEMIE VON NAHRUNGSMITTELN
Zur industriellen Strahlenkonservierung
ist noch ein weiter Weg
(140 Zeilen)

Seite

US-BUNDESANSTALT FÜR TECHNISCHE NORMEN
ENTWICKELT PRÜFGERÄT FÜR HÖRAPPARATE
(55 Zeilen)

Seite

ÜS-WETTERAMT UNTERSUCHT VERHALTEN VON
TORNADOS AN HAND PHOTOGRAPHISCHER AUFNAHMEN
(32 Zeilen)

Seite

KUNSTSPRACHE FÜR ELEKTRONENANLAGEN
"Bündige" Sprache soll "unbändige" Umgangssprache "maschinengerecht" machen
(50 Zeilen)

Seite

10

Seite

12

VON KUNST UND KÜNSTLERN
ZWECKMÄSSIGKEIT - WÄRME - PERSÖNLICHKEIT
Der Architekt Richard Joseph Neutra und sein
Einfluß auf die Entwicklung der Architektur
in den USA
(110 Zeilen, 1 Bild)
ANHANG
DULLES UMREISST US-AUSSENPOLITIK
Wortlaut einer Rede des US-Außenministers,
gehalten vor der Handelskammer von Kalifornien
in San Francisco am 4*12.1958
* * * » *

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XI. Jahrgang, Nr. 50

19. Dezember 1958
INHALTSVERZEICHNIS

POLITIK
SIE KOMMUNISTISCHE STUDENTEN-INTERNATIONALE
ISB verlor binnen drei Jahren fast drei
Millionen Mitglieder
(150 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
DIE WELTMEERE ALS ROHSTOFFQUELLE VON MORGEN
Unerschöpfliche Mineralvorkommen geringer
Ergiebigkeit
(120 Zeilen)

Seite

VON KUNST UND KÜNSTLERN
ZWISCHEN 1908 UND 1958
Der Tanz als Bestandteil der amerikanischen
Kultur
(100 Zeilen, 2 Bilder)
LISTE DER GEDENKTAGE FÜR JANUAR 1959
ANHANG
DAS INTERNATIONALE GEOPHYSIKALISCHE JAHR 1957/58
Die Wissenschaft machte Inventur
(5 Bilder)
ZUR BEACHTUNG:

Unsere nächste Ausgabe ALLGEMEINES
erscheint am 9• Januar 1959
# * * # *

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8. Januar

1958

INHALTSVERZEICHNIS
WIRTSCHAFTSREPORTAGE
ERFINDUNGEN. DIE GESCHICHTE MACHTEN (i)
Die Mähmaschine des Cyrus McCormick
(72 Zeilen, 1 Bild)

Seite

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
DIE US-LANDWIRTSCHAFT AM JAHRESANFANG
Ein Überblick über die wichtigsten landwirtschaftlichen Märkte
(67 Zeilen)

Seite

AUSSENHANDEL WICHTIGER BESTANDTEIL
DES US-WIRTSCHAFTSLEBENS
US-Handelsministerium veröffentlicht vier
Studien zu Import-Exportfragen - 4»5 Mio
Amerikaner durch den Export beschäftigt
(72 Zeilen)

Seite

AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
STRUKTURUNTERSUCHUNG UND STAHLANALYSE
MIT RÖNTGENGERÄT
(20 Zeilen)
WELT DER ARBEIT
GEWERKSCHAFTSFUNKTIONÄRE STUDIEREN
ARBEITSBEWERTUNGSMETHODEN
Erste Studienwoche im ersten von der AFL-CIO
geförderten Zeitstudieninstitut - Sachkenntnis
wichtig bei Abschluß von Tarifverträgen
(65 Zeilen, 2 Bilder)

* * * * *

Seite

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X. J a h r g a n g , Nr. 2/c

15. Januar

1958

INHALTSVERZEICHNIS

'.VIRT S G HA FT SREP ORT AGE
ERFINDUNGEN. DIE GESCHICHTE MACHTEN (ll^
Die Nähmaschine des Elias Howe
(90 Zeilen, 1 Bild)

Seite

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
US-IMPORTE DÜRFTEN AUCH 1958 BISHERIGEN
TREND FORTSETZEN
Bisher noch keine Anzeichen für eine rückläufige Bewegung
(64 Zeilen)

Seite

GROSSES INTERESSE VON US-FIRMEN AN DER ERRICHTUNG
VON PRODUKTIONSSTÄTTEN IN EUROPA
(12 Zeilen)

Seite

7

STARKE ZUNAHME DES TRANSATLANTIK-LUFTVERKEHRS
(11 Zeilen)

Seite

7

145 NEUE SCHIFFE LIEFEN 1957 NEW YORK AN
(l6 Zeilen)

Seite

AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
MASCHINELLE REGISTRIERUNG HANDGESCHRIEBENER ZEICHEN
(32 Zeilen, 1 Bild)

Seite

WELT DER ARBEIT
DIE US-GEWERKSCHAFTEN UND DAS VERGANGENE JAHR
Innere Spannungen wegen Korruptionsfällenüberwunden Mitgliederbestand stieg auf 18,5 Millionen an
(53 Zeilen, 2 Bilder)
Seite
ANHANG
PRÄSIDENT EISENHQWER LEGT NEUEN US-HAUSHALT VOR
Auszüge aus der Budget-Kongreßbotschaft Präsident Eisenhowers
vom 13« Januar 1958.

* * * * *

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X. Jahrgang. Nr. 3/C

22. Januar

1958

INHALTSVERZEICHNIS
WIRTSCHAFTSREPORTAGE
ERFINDUNGEN. DIE GESCHICHTE MACHTEN (Hl)
Die "Cotton Gin" des Eli Whitney revolutionierte
die Landwirtschaft der amerikanischen Südstaaten Schuf Voraussetzungen der industriellen Massenproduktion
(78 Zeilen, 1 Bild)

Seite

1

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
"FEDERAL RESERVE BOARD" LOCKERTE ERNEUT KREDITPOLITIK
Bareinzahlungssatz bei Kauf von Wertpapieren von
70 auf 50 Prozent herabgesetzt - Überraschende
Maßnahme wurde in Finanzkreisen begrüßt
(64 Zeilen)
Seite

4

DIE LANDWIRTSCHAFTSBOTSCHAFT PRÄSIDENT EISENHOWERS
Der amerikanische Präsident legte Neun-Punkte-Programm zur Gesundung der Landwirtschaft vor
(85 Zeilen)
.
AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
"GENERAL ELECTRIC" VERÖFFENTLICHTE EINZELHEITEN
ÜBER DEN J-79-MOTOR .
(13 Zeilen)
MAGNESIUMSTAB VERLÄNGERT LEBENSDAUER VON MOTOREN
(11 Zeilen)

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6

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9

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9

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10

WELT DER ARBEIT
BETRÄCHTLICHE FORTSCHRITTE DER NEGERBEVÖLKERUNG
AUF WIRTSCHAFTLICHEM UND SOZIALEM GEBIET
(43 Zeilen)
ANHANG
PRÄSIDENT EISENHOWER UNTERBREITET . KONGRESS WIRTSCHAFTSBERICHT
1.

Text des Begleitschreibens

2.

Auszüge aus dem Wirtschaftsbericht

* * * * *

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und Arbeit

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X. Jahrgang. Nr. 4/C

29. Januar 1958
INHALTSVERZEICHNIS

WIRTSCHAFTSREPORTAGE
ERFINDUNGEN. DIE GESCHICHTE MACHTEN (IV)
Das Dampfschiff von Robert Fulton leitete eine
neue Epoche in der Schiffahrt ein
(95 Zeilen, 1 Bild)
STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
PRÄSIDENT EISENHOWER LEGTE REFORMVORSCHLÄGE
ZUR ARBEITSGESETZGEBUNG VOR
Schließung bestehender Gesetzeslücken angestrebt
Ziels Schutz der Öffentlichkeit vor negativen
Auswirkungen
(60 Zeilen)
STARK AUSGEWEITETER MARKT FÜR
M0T0RWAS SERSPORTFAHRZEUGE
New Yorker Motorbootausstellung offenbarte
starkes ausländisches Interesse am US-Markt
(27 Zeilen)
AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
TRANSISTOREN FÜR STÄRKSTE BEANSPRUCHUNG
(24 Zeilen)

Seite

Seite

5

Seite

Seite

WELT DER ARBEIT
WALTER REUTHER UMRISS FORDERUNGEN SEINER GEWERKSCHAFT
Gewinnbeteiligung und höhere Löhne - Industrie lehnte
ab - Neue Kollektivverhandlungen beginnen am 1.April
(36 Zeilen)
Seite
KURZER STREIK DER HUTMACHERGEWERKSCHAFT
NACH 25 JAHREN
(26 Zeilen)

* * * * *

Seite

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5. Februar 1958

X. Jahrgang. Nr. 5/C
INHALTSVERZEICHNIS
WIRTSCHAFTSREPORTAGE
ERFINDUNGEN, DIE GESCHICHTE MACHTEN (V)
Die "Line o'Type" von Ottmar Mergenthaler
revolutionierte die Druckereitechnik
(94 Zeilen, 1 Bild)

Seite

1

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCKAFT
DIE US-WIRTSCHAFTSLAGE IM SPIEGEL
DER BESCHÄFTIGUNGSSTATISTIKEN
Trotz Zunahme der Erwerbslosenziffer auf rund
. 4 Mio nur 6 Prozent aller Werktätigen ohne
Beschäftigung
(78 Zeilen)

Seite

4

Seite

7

Seite

10

Seite

11

DIE WIRTSCHAFTSPOLITISCHEN ZIELE DER US-REGIERUNG
Das Regierungsprogramm für das kommende Jahr
(68 Zeilen)
AUS 7/ISSENSCHAFT UND TECHNIK
BESTIMMUNG DER ZIELGENAUIGKEIT VON BORDWAFFEN
IN KNAPP DREI MINUTEN
(30 Zeilen)
WELT DER ARBEIT
ZIELE UND AUFGABEN DES US-ARBEITSMINISTERIUMS (i)
Von James P. Mitchell, US-Arbeitsminister
(72 Zeilen)

* * * * *

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12. Februar 1958

X. J a h r g a n g . Nr. 6/c
INHALTSVERZEICHNIS
WIRTSCHAFTSREPORTAGE
ERFINDUNGEN. DIE GESCHICHTE MACHTEN (Vi)
Die Schreibmaschine des Christopher Sholes
revolutionierte die Büros, brachte dem Erfinder
aber nur einige Tausend Dollar
(70 Zeilen, 1 Bild)

Seite

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
DIE KQNJUNKTUREINDÄMMENDEN UND BELEBENDEN
FAKTOREN DER US-WIRTSCHAFT
Faktoren, die das derzeitige Konjunkturbild
bestimmen
(80 Zeilen)

Seite

WOHNUNGSBAU UND WIRTSCHAFTSKONJUNKTUR
Die möglichen Einflüsse der Bauwirtschaft
auf die Gesamtkonjunktur
(50 Zeilen)

Seite

6

AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
FLUGZEUG MIT DREIFACHER SCHALLGESCHWINDIGKEIT
(7 Zeilen)

Seite

9

Seite

9

Seite

10

CHEMISCHER SCHUTZ GEGEN WASSERDUNSTUNG
(8 Zeilen)
WELT DER ARBEIT
ZIELE UND AUFGABEN DES US-ARBEITSMINISTERIUMS
(II und Schluß)
Von James P. Mitchell, US-Arbeitsminister
(98 Zeilen)
ANHANG
DIE ZIVILLUFTFAHRT IN DEN VEREINIGTEN STAATEN

* * * * *

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7/C

19. Februar

1958

INHALTSVERZEICHNIS
WIRTSCHAFTSREPORTAGE
ERFINDUNGEN. DIE GESCHICHTE MACHTEN (VIl)
Der elektromagnetische Telegraph von Samuel
Morse eröffnete das Zeitalter der schnellen
Nachrichtenübermittlung
(98 Zeilen, 1 Bild)
STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
DIE WACHSTUMSRATE IN DER US-WIRTSCHAFT
Die Wandlung der stimulierenden Faktoren •
Durchschnittliche Wachstumsrate zwischen
1909 und 1945 3,2 - seitdem 3,38 Prozent
(96 Zeilen)
VERSTÄRKTE ENTWICKLUNGSHILFE DER US-REGIERUNG
Ausleihebefugnisse der Export-Importbank sollen
erhöht werden - Entwicklungsfonds nimmt Tätigkeit
auf
(57 Zeilen)

Seite

Seite

Seite

AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
ELEKTRONISCHES ZEHNSPRACHEN-GESCHICHTSARCHIV
(23 Zeilen)

Seite

10

WELT DER ARBEIT
GEWERKSCHAFTEN IN DEN VEREINIGTEN STAATEN (i)
Ein Überblick über Geschichte, Entwicklung,
Struktur und Stellung der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung
(130 Zeilen)

Seite

11

* * * * *

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X. Jahrgang. Nr. 8/C

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26. Februar 1958

INHALTSVERZEICHNIS
WIRTSCHAFTSREPORTAGE
ERFINDUNGEN. DIE GESCHICHTE MACHTEN (VIII)
Der Gummivulkanisierungsprozeß schuf die Grundlage für eine neue Industrie - Charles Goodyear,
ein Erfinder aus Leidenschaft
(120 Zeilen, 1 Bild)

Seite

1

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
ENTSCHEIDENDE WOCHEN
Umfang des konjunkturellen Aufschwungs im
März wird über weitere wirtschaftsfordernde
Maßnahmen der Regierung entscheiden
(80 Zeilen)

Seite

DIE MINDESTRESERVESÄTZE WURDEN GESENKT
"Federal Reserve Board" hofft Kreditgeschäft
zu aktivieren
(54 Zeilen)

Seite

AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
NEUE MINIATUR-TROCKENZELLENBATTERIE
(9 Zeilen)
DER PERFEKTE SCHUH
(10 Zeilen)
WELT DER ARBEIT
GEWERKSCHAFTEN IN DEN VEREINIGTEN STAATEN (il)
Ideologische Einflüsse und Trends
ANHANG
PRÄSIDENT EISENH0WER UNTERBREITET AUSLANDSHILFEPROGRAMM *

#

#

#

*

*

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10

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X. Jahrgang. Nr. 9/C

5. März 1958
INHALTSVERZEICHNIS

faadui k»&gt;
WIRT SCHAFTSREPORTAGE
ERFINDUNGEN. DIE GESCHICHTE MACHTEN (IX)
George Westinghouse bremst Züge mit Luft
meinte: "Keine Zeit für solchen Quatsch"
(75. Zeilen, 1 Bild)

Vanderbilt

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
US-IMPORTE ERREICHTEN 1957 NEUE REKORDHÖHE
Gesamtwert fast 15 Mrd. Dollar - Dezember mit
höchstem Monatsergebnis - Auch im Januar noch
keine Abschwächung
(68 Zeilen)
DIE AMERIKANISCHE LANDWIRTSCHAFT IM FEBRUAR
Ein Überblick über die wichtigsten landwirtschaftlichen Märkte
(45 Zeilen)

Seite

Seite

Seite

AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
USA ERSTELLEN GROSSE PRODUKTIONSKAPAZITÄTEN
FÜR RAKETENTREIBSTOFFE
(35 Zeilen)

Seite

WELT DER ARBEIT
GEWERKSCHAFTEN IN DEN VEREINIGTEN STAATEN (ill)
Die Struktur der amerikanischen Gewerkschaften
(98 Zeilen)

* * * * *

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6

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10/C

14. März

1958

INHALTSVERZEICHNIS
WIRTSCHAFTSREPORTAGE
ERFINDUNGEN. SIE GESCHICHTE MACHTEN (X)
Das erste brauchbare Telefon des Alexander Bell
(85 Zeilen, 1 Bild)

Seite 1

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
AMERIKANISCHE REGIERUNG KÄMPFT UM AUSLANDSHILFE
Beantragte 3»9 Mrd, Dollar als dringend erforderlich erachtet
(62 Zeilen)

Seite

KONGRESSAUSSCHUSS LEGTE WIRTSCHAFTSBERICHT VOR
Weitgehende Übereinstimmung mit der Wirtschaftsbotschaft des Präsidenten
(75 Zeilen)
AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
PHOTOZELLEN-RELAISSYSTEM MIT ATOMSTRAHLEN
(16 Zeilen)
NEUE TITANLEGIERUNG FÜR DEN RAKETENBAU
(13 Zeilen)

4

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11

WELT DER ARBEIT
DIE AMERIKANISCHE GEWERKSCHAFTSBEWEGUNG (IV)
Gewerkschaften und Arbeitsgesetzgebung
(87 Zeilen)

*****

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.

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21. März

1958

INHALTSVERZEICHNIS

WIRTSCHAFTSREPORTAGE
ERFINDUNGEN, DIE GESCHICHTE MACHTEN (Xl)
Der Drehstrommotor von Nikola Tesla leitete die
Ära der Elektroenergie ein
(58 Zeilen, 1 Bild)
STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
STEIGENDE PRIVATE AUSLANDSINVESTITIONEN
Durchschnittsinvestitionen der vergangenen
zwei Jahre 4»3 Mrd. Dollar
(58 Zeilen)
WIRTSCHAFTSPROGNOSEN UND TATSÄCHLICHE ENTWICKLUNGEN
Ein Vergleich zwischen gemachten Voraussagen und
den wirklichen Trends
(82 Zeilen)
AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
"GENERAL ELECTRIC" FÜHRTE NEUES DÜSENAGGREGAT VOR
(10 Zeilen)
ELEKTRONISCHES SUPERSCHREIBGERÄT
(12 Zeilen)
WELT DER ARBEIT
GEWERKSCHAFTEN IN DEN VEREINIGTEN STAATEN (V)
Das Kollektivverhandlungswesen
(110 Zeilen)

* * * * *

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5

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28. März 1958
INHALTSVERZEICHNIS

WIRTSCHAFTSREPORTAGE
ERFINDUNGEN. DIE GESCHICHTE MACHTEN (XIl)
George Eastman als Wegbereiter der Amateurphotographie - Von einer Wissenschaft zum
Millionenhobby
(120 Zeilen, 2 Bilder)

Seite 1

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
DIE GEWANDELTE KAPAZITÄTSKONZEPTION
Investitionen der Wirtschaft folgten nicht dem
klassischen Konjunkturzyklus - Überraschend hohe
Investitionen der US-Wirtschaft für 1958
(82 Zeilen)

Seite

6

Seite

9

AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
. CHRYSLER ENTWICKELTE NEUE BENZIN-EINSPRITZPUMPE
(32 Zeilen)

Seite

12

WELT DER ARBEIT
GEWERKSCHAFTEN IN DEN VEREINIGTEN STAATEN
(VI und Schluß)
Die Beziehungen zwischen den Sozialpartnern
(78 Zeilen)

Seite

13

AMERIKANISCHE UND SOWJETISCHE AUSLANDSHILFE
US-Auslandshilfe von wirtschaftlichen, sowjetische
von politischen Motiven getragen
(80 Zeilen)

ANHANG
ATOMPQLITIK IM ZEITALTER DER RAUMFAHRT
Auszug aus einer Rede, die Robert M. McKinney
am 18. März 1958 in Chicago gehalten hat

* * * * *

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X. Jahrgang, Nr. 13/c

3. April

1958

INHALTSVERZEICHNIS
WIRTSCHAFTSREPORTAGE
ERFINDUNGEN. DIE GESCHICHTE MACHTEN (XIIl)
Der Phonograph Thomas A. Edisons - Die menschliche
Stimme von einem Stückchen Silberpapier
(98 Zeilen, 1 Bild)

Seite 1

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
EUROPÄISCHE INVASION AUF DEM NEW YORKER AUTOSALON
Großbritannien am stärksten vertreten, aber auch
Bundesrepublik zeigt repräsentativen Querschnitt
(65 Zeilen)

Seite

5

NUTZUNG VON ATOMEXPLOSIONEN FÜR FRIEDLICHE
ZWECKE IN SICHT?
Revolutionäre Aspekte für einige Industrien Radioaktive Auswirkungen lassen sich auf ein
Mindestmaß zurückführen
(82 Zeilen)

Seite

7

Seite

10

Seite

10

AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
BEFRACHTUNG EINES FLUGZEUGES IN 40 SEKUNDEN
(12 Zeilen, 2 Bilder)
DIAMANTEN IN MASSENFABRIKATION
(13 Zeilen)
WELT DER ARBEIT
GEWERKSCHAFTEN UND KRANKENFÜRSORGE
Die Gesundheitszentren und Kliniken der ILGW
behandeln mehr als 100 000 Patienten pro Jahr Allein in New York 170 Ärzte in der Gfewerkschaftsklinik tätig
(70 Zeilen, 2 Bilder)

Seite 11.

ANHANG
AUSSENMINISTER DULLES FORDERT VERLÄNGERUNG DES GESETZES ÜBER
GEGENSEITIGE HANDELSABKOMMEN
Wortlaut einer Rede, die US-Außenminister Dulles am 27. März
1958 in Washington gehalten hat.
* * * * *

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11 . April 1958
INHALTSVERZEICHNIS

WIRTSCHAFTSREPORTAGE
ERFINDUNGEN. DIE GESCHICHTE MACHTEN (XIV)
Das Elektrolyseverfahren von Tonerde schuf die
Grundlagen für die Aluminiumindustrie
(78 Zeilen, 1 Bild)

Seite 1

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
WERTPAPIERBÖRSEN VON DER REZESSION UNBEEINDRUCKT
Die Gründe für die Stabilität der Wertpapierpreise
(68 Zeilen)

Seite

ARBEITSLOSENVERSICHERUNG SOLL AUSGEDEHNT WERDEN
Präsident Eisenhower unterbreitete Kongreß Vorschläge
zur Verlängerung der Versicherungsdauer
(76 Zeilen)

4

Seite 6

AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
STQSSFREIE AUTOBAHNEN DURCH "GUMMIFUGEN"
(20 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

9

WELT DER ARBEIT
DIE AMERIKANISCHE ARBEITSGESETZGEBUNG
Geschichtliche Entwicklung und Inhalt der
wichtigsten Gesetze
(140 Zeilen)

Seite

10

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18. April

1958

INHALTSVERZEICHNIS
WIRTSCHAFTSREPORTAGE
ERFINDUNGEN. DIE GESCHICHTE MACHTEN (XVl
Wilbur und Orville Wright erobern die Luft
durch Motorenkraft
(90 Zeilen, 1 Bild)

Seite

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
WAS IST MIT DEN PREISEN LOS?
Trotz Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität
ist der Lebenshaltungskostenindex weiter
angestiegen
(70 Zeilen)

Seite

DIE AMERIKANISCHEN IMPORTE ZEIGTEN BISHER
NOCH KEINE ABSCIIWÄCKUNGEN
Gesamtentwicklung für 1958 allgemein günstig
beurteilt
(58 Zeilen)
AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
WIRTSCHAFTLICHES KUNSTSTOFFSPRITZVERFAHREN
(20 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

Seite

WELT DER ARBEIT
"CAFETERIA ZUR VERABREICHUNG GEISTIGER NAHRUNG"
Bücherständer erfreuen sich immer größerer Beliebtheit 1500 amerikanische Betriebe stellen ihren Mitarbeitern
ausgewählten Lesestoff kostenlos zur Verfügung
(62 Zeilen, 1 Bild)
Seite

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Wirtschaft
und Arbeit
25. April 1958

INHALTSVERZEICHNIS
WIRTSCHAFTSREPORTAGE
ERFINDUNGEN. DIE GESCHICHTE MACHTEN (XVl)
Die synthetische Harzpolymerisierung leitete das
KunststoffZeitalter ein - Das Bakelit von Leo H.
Baekeland als Wegbereiter
(72 Zeilen, 1 Bild)

Seite

1

BESCHÄFTIGUNGSSTATISTIK MIT ZWEIERLEI AKZENTEN
Bedeutender Anstieg der Zahl der Beschäftigten
im März bei gleichzeitiger geringer Zunahme der
Erwerbslosenziffer
(80 Zeilen)

Seite

4

WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG UND SOWJETISCHES
WIRTSCHAFTSSYSTEM
Die Leistungen in einer freien und einer
Zwangswirtschaft
(80 Zeilen)

Seite

7

Seite

9

Seite

11

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT

AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
ELEKTRONEN-MIKROSKOPE ALS HELFER DER WISSENSCHAFT
"Radio Corporation of America" will Massenproduktion von Elektronen-Mikroskopen aufnehmen
(45 Zeilen, 1 Bild)
WELT DER ARBEIT
GEWERKSCHAFT ENTWICKELTE ZUSAMMEN MIT UNTERNEHMEN
NEUES ERNTEGERÄT
Ernte von Rizinussamen jetzt rationell durch
Maschineneinsatz möglich
(60 Zeilen, 1 Bild)
* » * * #

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2. Mai

195®

INHALTSVERZEICHNIS
WIRTSCHAFTSREPORTAGE
DIREKTE UMWANDLUNG VON WÄRME IN ELEKTRIZITÄT
Der therm-ionische Konverter eröffnet neue Möglichkeiten zur Elektrizitätserzeugung - Wissenschaftler
glauben Nutzeffekt auf 50 7° steigern zu können
(50 Zeilen, 2 Bilder)

Seite 1

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
DIE DERZEITIGE WIRTSCHAFTSLAGE DER USA
UND DIE KÜNFTIGE ENTWICKLUNG
Führende V/irtschaftsexperten untersuchten
Möglichkeiten zur Aktivierung der Wirtschaft
und künftige Wachstumstrends
(56 Zeilen)
WANDLUNG IN DER INVESTITIONSPOLITIK ZEICHNET SICH AB
Geringere Aufwendungen für Kapazitätsausweitungen
bei zunehmenden Ausgaben für Forschung und
Entwicklung (67 Zeilen)

Seite

3

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5

Seite

7

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8

AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
MINIATUR-WASSERAUFBEREITUNGSANLAGE
Tagesleistung 1900 Liter Trinkwasser
(18 Zeilen)
WELT DER ARBEIT
SCHÖPFERISCHE FREIZEITPROGRAMME FÜR PENSIONÄRE
Amerikanische Gewerkschaften wollen älteren Mitgliedern Übergang in den Ruhestand erleichtern
helfen (64 Zeilen, 3 Bilder)

ANHANG
GEMEINSAME SICHERHEIT UND WELTHANDEL
Wortlaut einer Rede des stellvertretenden Staatssekretärs für
Wirtschaftsfragen im US-Außenministerium, C. Douglas Dillon.
DIE OEEC UND
Wortlaut der
Christian A.
Bestehen des

DER WIRTSCHAFTLICHE FORTSCHRITT IN WESTEUROPA
Rede des Staatssekretärs im US-Aussenministerium,
Herter, anläßlich der Feierlichkeiten zum zehnjährigen
Europäischen Wirtschaftsrates.

* * * * *

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X» Jahrgang, Nr. 18/C

Wirtschaft
und Arbeit
9. Mai 1958

INHALTSVERZEICHNIS
WIRTSCHAFTSREPORTAGE
TROTZ TEILAUSLASTUNG HOHE INVESTITIONSRATE
DER STAHLINDUSTRIE
Gesamtinvestitionen rund 1 Mrd. Dollar in 1958 Gegenwärtige Kapazität 140 Mio Tonnen
(78 Zeilen)

Seite

1

MASSENEINKOMMEN NUR UNWESENTLICH ZURÜCKGEGANGEN
Gegenüber Mitte vorigen Jahres nur um 1,5 f°
abgesunken - Auch Verbrauchsrausgaben gut behauptet
(75 Zeilen)

Seite

4

US-REGIERUNG WILL LAGE DES ERZBERGBAUES VERBESSERN
Preisstützungsprogramm für fünf wichtige Metalle
vorgeschlagen
(70 Zeilen)

Seite

7

Seite

9

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT

AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
WINDKANAL FÜR GESCHWINDIGKEITEN BIS 5700 MEILEN
(24 Zeilen, 2 Bilder)
WELT DER ARBEIT
INDUSTRIELLE FÖRDERUNGSPROGRAMME FÜR HANDWERKLICHEN
UND TECHNISCHEN NACHWUCHS
Wachsendes Interesse und steigenue finanzielle Zuwendungen der amerikanischen Industrie für Er^iehungsund Ausbildungsprojekte
(42 Zeilen, 5 Bilder)
ANHANG
PROBLEME DER ENTWICKLUNG UND STABILITÄT DER WIRTSCHAFT
Rede des Wirtschaftsberaters des US-Präsiuenten, Dr.
Gabriel Hauge, vor der Deutschen Gruppe der Internationalen Handelskammer in Berlin am '0.4.1958
* * * * *

Seite 11

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Wirtschaft
undArbeit
16. Mai 1958

INHALTSVERZEICHNIS
WIRTSCHAFTSREPORTAGE
INNERBETRIEBLICHE SCHULUNGSMASSNAHMEN SORGEN
FÜR NACHSCHUB AN FACHKRÄFTEN
Umschichtungen innerhalb der amerikanischen
Arbeiterschaft - Größere Aufstiegsmöglichkeiten
für den einzelnen
(63 Zeilen, 2 Bilder)

Seit«

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
"AUFWEICHUNG" DER INTERNATIONALEN ROHSTOFFMÄRKTE
DURCH DIE SOWJETBLOCKSTAATEN
Nach dem Baumwoll- und Aluminiummarkt ist jetzt
der Zinnmarkt an der Reihe - Stark forcierte Exporte
seit Beginn dieses Jahres
(80 Zeilen)
Seite
EINSTELLUNG DES AMERIKANERS GEGENÜBER DEM "BIG
BUSINESS" HAT SICH GEWANDELT
Positivere Beurteilung als früher - Interessante
Studie der "National Planning Association"
(52 Zeilen)

Seite

AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
NEUE STAHLTYPE FÜR ÜBERSCHALLFLUGZEUGE
(14 Zeilen)

Seite

KOHLEVERKOKUNG UNTER TAGE
(15 Zeilen)

Seite

WELT DER ARBEIT
JOHN L. LEWIS FORDERT AUSWEITUNG DER SICHERHEITSBESTIMMUNGEN IM BERGBAU
Auch Kleinzechen sollen erfaßt werden - Erheblicher
Rückgang der Unfallrate in den vergangenen 25 Jahren
(50 Zeilen)
Seite
* * * # #

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Wirtschaft
undArbeit
23. Mai

1958

INHALTSVERZEICHNIS
WIRTSCHAFTSREPORTAGE
"DIGITAPE"-VERFAHREN ERMÖGLICHT AUTOMATION
BEI KLEINSERIEN
Umrüsten der Maschinengruppen entfällt praktisch
Durch Umwechseln der Lochstreifen erfolgt Produktionsumstellung (62 Zeilen, 3 Bilder)

Seite

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
VERSCHIEDENE FAKTOREN LEUTEN BALDIGES ENDE
DES WIRTSCHAFTLICHEN RÜCKGANGS AN
Das Schlimmste scheint überstanden - Stärkerer
Auftrieb allerdings nicht vor Spätsommer erwartet
(65 Zeilen)

Seite

4

Seite

£

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9

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Seite

11

DER EINFLUSS DER VERTEIDIGUNGSAUSGABEN AUF DIE
WIRTSCHAFTLICHE AKTIVITÄT
.Anteil nur 10 Prozent am Bruttosozialprodukt Konjunktureller Einfluß unbedeutend (85 Zeilen)
AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
NEUARTIGER VERSTÄRKER FÜR RADIOTELESKOPE
(18 Zeilen)
CHEMISCHES "BERUHIGUNGSMITTEL" FÜR PFLANZEN
ERHÖHT ERTRÄGE
(19 Zeilen)
WELT DER ARBEIT
DISNEYLAND IST VOLL GEWERKSCHAFTLICH ORGANISIERT
(2a Zeilen, 1 Bild)
ANHANG

US-AUSLANDSHILFE EINE INVESTITION FÜR DEN AUFBAU EINER
FRIEDLICHEN WELT
Wortlaut einer Rede des US-Chefdelegierten bei den Vereinten
Nationen, Henry Cabot Lodge.

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Wirtschaft
und Arbeit
30. Mai

1958

INHALTSVERZEICHNIS

WIRTSCHAFTSREPQRTAGE
DIE AMERIKANISCHE LANDWIRTSCHAFT HEUTE (i)
Wirtschaftliche Stellung und Agrarstruktur
(98 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

1

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
NEW YORKER MESSE ALS SPRUNGBRETT FÜR US-MARKT
Diesjährige "World Trade Fair" übertraf Vorjahresergebnis beträchtlich - 3000 Aussteller aus
60 Ländern (50 Zeilen)

Seite

5

PROSPERIERENDE LANDWIRTSCHAFT IN ZEITEN
RÜCKLÄUFIGER WIRTSCHAFTLICHER AKTIVITÄT
Farmereinkommen gegenwärtig um 10 Prozent
höher als im Vorjahr - Landmaschinenindustrie
verzeichnet starke Belebung
(80 Zeilen)

Seite

7

Seite

9

Seite

10

Seite

11

AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
NEUES OPTISCHES GERÄT ERMÖGLICHT GENAUERES
STUDIUM DES UNIVERSUMS
(14 Zeilen)
NEUES CHEMISCHES PRÄPARAT GEGEN BLUTGERINNSEL
(12 Zeilen)
WELT DER ARBEIT
AUS DEM AMERIKANISCHEN GEWERKSCHAFTSLEBEN
Stahlarbeiter melden Tarifforderungen an Textilarbeiter-Wohlfahrtsfonds 142 Mio Dollar Petrillo lehnt erneute Kandidatur ab - Gewerkschaftsversicherung mit 1,0 Mrd. Dollar Bestand
(55 Zeilen)

* * * * *

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X. Jahrgang:. Nr. 22/c

Wirtschaft
undArbeit
6. Juni

1958

INHALTSVERZEICHNIS

WIRTSCHAFTSREPORTAGE
DIE AMERIKANISCHE LANDWIRTSCHAFT HEUTE (il)
Die Produktivität und der Einfluß auf die
Mechanisierung (98 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
AKTIENSTREUUNG WIRD IMMER BREITER
Aktiensparprogramme tragen sehr zur Popularisierung
des Wertpapiers bei - Erhebliche Steigerung in der
Zahl der Aktionäre bei Großunternehmen
(70 Zeilen)

Seite

US-WIRTSCHAFT VERTRAUT AUF SELBSTHILFE
Rationalisierung von Produktion und Verkauf
sowie verstärkte Forschungs- und Entwicklungsprogramme sollen Konjunkturauftrieb einleiten
(54 Zeilen)

Seite

AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK •
EINFLUSS VON KUNSTDÜNGER UND BEWÄSSERUNG
AUF DIE ERTRÄGE
Ausgedehnte Versuche des US-Landwirtschaftsministeriums offenbarten auffallende Wechselbeziehung zwischen Kunstdünger und Bodenfeuchtigkeit
(35 Zeilen)

Seite

10

WELT DER ARBEIT
GEWERKSCHAFT UNTERHÄLT EIGENE BLUTBANK ZUM
WOHLE DER GEMEINDE
Als Ergänzung wurde jetzt fahrbare Blutsammelstelle in Betrieb genommen
(37 Zeilen, 1 Bild)

Seite

11

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Wirtschaft
und Arbeit

• Telefon Bad Godeiberg 7 1 3 2 5 7

13. Juni 1958

X. J a h r g a n g . N r . 23/C

INHALTSVERZEICHNIS
WIRTSCHAFTSREPORTAGE
DIE AMERIKANISCHE LANDWIRTSCHAFT HEUTE (ill)
Absatzorganisationen, Agrarpreise und wirtschaftliche
Lage der Farmer (98 Zeilen, 2 Bilder)

Seite 1

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
LAGE IN DER STAHLINDUSTRIE HAT SICH GEBESSERT
Erhöhte Auftragseingänge und höhere Produktionsrate Ausdruck allgemeiner Belebung der Wirtschaft
(65 Zeilen)
ELEKTRIZITÄT AUS ATOMKRAFTWERKEN
Shippingport leitete neue Ära ein - Vier weitere
A-Kraftwerke bis 196O fertiggestellt
(70 Zeilen)

Seite 7

AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
GELÄNDEGÄNGIGE "RAKETEN-SELBSTFAHRLAFETTE" MIT
"SCHLUMMERROLLEN"
(22 Zeilen, 1 Bild)

Seite 10

WELT DER ARBEIT
STUDIE UMREISST FORTSCHRITTE DER
AMERIKANISCHEN ARBEITNEHMER
(28 Zeilen)

Seite 11

IAM-GEWERKSCHAFT FEIERTE 70. GRUNDUNGSTAG
(16 Zeilen)

* * * * *

Seite 5

Seite 12

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und Arbeit

3 0 0 • Telefon Bad Godesbert; 713240

X. Jahrgang. Nr. 24/c

20. Juni 1958
INHALTSVERZEICHNIS

WIRTSCHAFTSREPORTAGE
Mr. KELLY VERMIETET BÜROFACHKRÄFTE ALLER ART
50 000 Angestellte in 81 Städten der USA - Ein Anruf
genügt, und Mr. Kelly beseitigt plötzliche Personalschwierigkeiten
(76 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
EIE ENTWICKLUNG DER FAMILIENEINKOMMEN ZWISCHEN
1947 ÜKD 1957
Zunahme der durchschnittlichen Realeinkommen von
461O auf 5480 Dollar - Aufrücken der unteren
Einkommengruppen in die höheren Klassen
(57 Zeilen)

Seite

4

KONJUNKTURPROBLEME HEUTE UND GESTERN
Die grundlegenden Unterschiede zwischen wirtschaftlichen ALschwächungspe rioden der Vor- und Nachkriegszeit
(98 Zeilen)
Seite

£

AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
CIIEMIKALIE GEGEN V/ASSERVERDÜNSTUNG
(15 Zeilen)

Seite

SCHNELLSTE FIRNSCHRSIBMASCHINE DER Y.ELT
(7 Zeilen)

Seite

10

Seite

10

V&gt;ELT DER ARBEIT
AUSBILDUNG VON GEWERKSCHAFTLICHEM NACHWUCHS
AN DER Hi&gt;R7i.RD-UNIVERSIT£T
Gewerkschaftliche Schulungo- und Fortbildungsprogramme gev/innen immer mehr an Bedeutung
(52 Zeilen)

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X. Jahrgang. Nr. 25/C

27. Juni

1958

INHALTSVERZEICHNIS
WIRTSCHAFTSREPORTAGE
DIE REORGANISATION DER SOWJETISCHEN LANDWIRTSCHAFT
UND IHRE BEDEUTUNG (i)
\
Die Traktorenstationen und ihre wirtschaftlichen und
politischen Aufgaben
(165 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
DIE US-WIRTSCHAFT ZUR JAHRESMITTE
Allgemeine wirtschaftliche Aktivität nimmt wieder
zu - Zufriedenstellende Entwicklung im Mai und Juni
(62 Zeilen)

Seite

AMERIKANISCHE UND SOWJETISCHE AUSLANDSHILFE
US-Aussenministerium veröffentlichte Studie über
Umfang und Ziel der sowjetischen Hilfe- und
Wirtschaftsoffensive
(98 Zeilen)

Seite

AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
MODELL EINER RAUMSTATION
Wissenschaftliche Forschungsstation in 720 km Etfg. von
der Erde - Vier Mann Besatzung - 500 Mio DollarProjekt
(30 Zeilen, 2 Bilder)
Seite

13

WELT DER ARBEIT
20 JAHRE "FAIR LABOR STANDARDS ACT"
Vor 20 Jahren wurde eines der wichtigsten Arbeitsgesetze der USA in Kraft gesetzt
(56 Zeilen)

15

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Seite

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X. J a h r g a n g . Nr, 26/C

Wirtschaft
und Arbeit
4. Juli 1958

INHALTSVERZEICHNIS
WIRTSCHAFTSREPORTAGE
DIE REORGANISATION DER SOWJETISCHEN LANDWIRTSCHAFT
UND IHRE BEDEUTUNG (il)
Die strukturellen Veränderungen im Kolchossystem
(120 Zeilen)
STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
MODIFIZIERTES STÜTZUNGSPROGRAMM FÜR MINERALIEN
Weitgehende Rücksichtnahme auf ausländische
Erzeuger - Kleinbetriebe am meisten begünstigt
(86 Zeilen)
LAGE IM AUSSENHANDEL SCHEINT SICH ZU STABILISIEREN
Importe konnten hohes Volumen halten - Exporte
hatten beträchtliche Rückgänge im ersten Quartal
1958 zu verzeichnen
(80 Zeilen)

Seite

Seite

Seite

AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
MESSUNG DES VERSCHLEISSES VON KOLBENRINGEN
MITTELS RADIOAKTIVER SPURENELEMENTE
(14 Zeilen)

Seite

11

WELT DER ARBEIT
SENAT VERABSCHIEDETE WICHTIGEN ARBEITSGESETZENTWURF
(35 Zeilen)

Seite

12

Seite

13

HERMAN D. KENIN ZUM NACHFOLGER PETRILLOS GEWÄHLT
(28 Zeilen)

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Wirtschaft
und Arbeit

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X. Jahrgang. Hr. 27/C

11 . Juli 1958
INHALTSVERZEICHNIS

WIRTSCHAFTSREPORTAGE
DIE REORGANISATION DER SOWJETISCHEN LANDWIRTSCHAFT
UND IHRE BEDEUTUNC (III UND SCHLUSS)
Übergangsprobleme und Einfluß auf die Erzeugung
und Gesamtstruktur (120 Zeilen, 2 Karikaturen)

Seite

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
DIE WIRTSCHAFTLICHE HILFE DER USA AN DIE PHILIPPINEN
Philippinen mit größter wirtschaftlicher Wachstumsrate
aller fernöstlichen Staaten (75 Zeilen)
Seite
AMERIKANER GABEN 1957 INSGESAMT 1,8 MRD. DOLLAR
FÜR AUSLANDSREISEN AUS
Auch für 1958 mit weiterem Anstieg zu rechnen
(60 Zeilen)

Seite

AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
BEOBACHTUNGS-FERNSEHKAMERA IN DER NEUEN "B-52G"
(15 Zeilen)

Seite

11

WELT DER ARBEIT
INVESTITIONEN PRO ARBEITSPLATZ 16 000 DOLLAR
MITTE 1957
Steigende Investitionen pro Produktionsarbeiter
in den USA - Doppelte Summe gegenüber 194&amp;
(40 Zeilen)

Seite

12

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und Arbeit

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X. Jahrgang, Nr. 28/C

18. Juli 1958
INHALTSVERZEICHNIS

WIRTSCHAFTSREPORTAGE
DIE GESCHICHTE DER AMERIKANISCHEN PRODUKTIVITÄT (i)
Die historischen Hintergründe - Größerer Anteil
aller am Bruttosozialprodukt
(76 Zeilen, 1 Bild)
Seite
STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
ZUNEHMENDE ENTSPANNUNG IN DER US-WIRTSCHAFT
Auch bei den Fabrikationsbetrieben zeichnet sich
jetzt ein Aufschwung ab - Dauergüterindustrie
mit größten Zunahmen
(64 Zeilen)
Seite
WICHTIGSTE INDICES FOLGTEN WIEDER AUFWÄRTSTREND
"Führungsfaktoren" zeigen erneuten Auftrieb für
die nächsten Monate an
(84 Zeilen)

Seite

AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
NEUARTIGES ELEKTRONISCHES RECHENGERÄT FÜR
KLEINERE BETRIEBE
Anschaffungspreis zwischen 8000 und 15 000
Dollar - Leichte Bedienung
(46 Zeilen, 1 Bild)

Seite

WELT DER ARBEIT
DIE US-GEWERKSCHAFTEN V/ENDEN SICH AN DIE ]
KUNST UND DIE KÜNSTLER
Immer stärkere Heranziehung von Künstlern
zur Ausgestaltung von Gewerkschaftsbauten
(46 Zeilen, 3 Bilder)

Seite

* # * * *

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J/Q

Wirtschaft
und Arbeit
25. Juli 1958

INHALTSVERZEICHNIS

WIRTSCHAFTSREPORT G^
DIE GESCHICHTE DER AMEi IRANISCHEN PRODUKTIVITÄT (il)
Die sozio og:sehen und wirtschaftlichen Faktoren
(90 Zeilen 1 ,cnaubild)
Seite
STREIFLICHTER AUS DLR US-' IR'T'SCl^FT
DIE WIRTSCHAFmLTCHE B^DEUTrNG ALASKAS
Unermeßlic . • Bodenschätze - aber nur wenige
Menschen
(52 Zeilen)

Seite

T

STARK VERBESSERTE E£^CHA&gt;T G JNGSLAGE IM JUNI
Anstieg der Besehaf t-g .en am 920 000
(82 Zeilen)

Seite

AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
GRÜSSTER LASTKRAFTWAGEN DER WELT
Gewicht im beladenen Zustand fast 200 Tonnen
(16 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

WELT DER ARBEIT
AUS DEM AMERIKANISCHEN GEWERKSCHAFTLICHEN LEBEN
Durchschnittslöhne weiter angestiegen - Niedrigste Streikziffer der Nachkriegszeit für Mai Alaska gewerkschaftlich stark organisiert
(52 Zeilen)
# # * * *

Seite

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und Arbeit

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X. Jahrgang. Nr. 50/C

1 . August 1958
INHALTSVERZEICHNIS

WIRTSCHAFTSREPORTAGE
DIE GESCHICHTE DER AMERIKANISCHEN PRODUKTIVITÄT

IUI}
Maschinenkraft, Erziehung und Fähigkeiten von
Management und Arbeitern
(98 Zeilen, 1 Schaubild)
STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
EINE "NEUE DIMENSION" IM US-EINZELHANDEL
Supermarkets mit Warenhausangebot probeweise
gestartet - Abkehr vom reinen Lebensmittelladen - Supermarketumsatz jährlich 25,2 Mrd.
Dollar (88 Zeilen, 2 Bilder)
VERSTÄRKTER WIRTSCHAFTLICHER AUFTRIEB IM JUNI
Wirtschaftlicher Auftrieb zeichnet sich immer
klarer ab - Zunahmen berühren fast alle Sektoren
(63 Zeilen)
AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
SPURELEMENTE UND ATOMSTRAHLEN IN DER
LANDWIRTSCHAFTSFORSCHUNG
Künstlich hervorgerufene Mutationen führen zu
ertragreicheren und widerstandsfähigeren Sorten
(70 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

Seite

Seite

Seite

10

DIE PRAXIS DER ZAHLUNG VON ENTLASSUNGSGELDERN
IN DER US-WIRTSCHAFT (i)
Verstärkte Bemühungen der Gewerkschaften um
Aufnahme von Abfindungsplänen in die Tarifverträge
(90 Zeilen)
Seite

14

WELT DER ARBEIT

* * * * *

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8 . August

X. J a h r g a n g . N r . 51/C

1958

INHALTSVERZEICHNIS

V/IRTSCHAFTSREPORTAGE
DIE GESCHICHTE DER AMERIKANISCHEN PRODUKTIVITÄT

im

Die Einflüsse von Arbeits- und Kapitalmobilität
und der Spezialisierung (68 Zeilen, 1 Schaubild)

Seite

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
ROHSTOFFMÄRKTE ZEIGEN STABILISIERUNGSTENDENZEN
Stärkste Einflüsse auf die künftige Preisstruktur
von der wirtschaftlichen Erholung in den USA zu
erwarten
(64 Zeilen)

Seite

DIE LAGE AUF DEN LANDWIRTSCHAFTLICHEN
MÄRKTEN IM JULI
Stark veränderte Verbrauchergewohnheiten
bei Kartoffeln - Viertgrößte Weizenernte
in diesem Jahr zu erwarten (68 Zeilen)

Seite

AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
NEUARTIGE KÜCHENGERÄTE MIT "PFIFF"
(28 Zeilen, 5 Bilder)

Seite

10

WELT DER ARBEIT
DIE PRAXIS DER ZAHLUNG VON ENTLASSUNGSGELDERN
IN DER US-WIRTSCHAFT (il)
Die verschiedenen Pläne in Wirtschafts- und
Industrieunternehmen (98 Zeilen)

Seite

12

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X. Jahrgang. Nr. 52/c

Wirtschaft
und Arbeit
15. August 1958

INHALTSVERZEICHNIS
WIRTSCHAFTSREPORTAGE
DIE GESCHICHTE DER AMERIKANISCHEN PRODUKTIVITÄT
(V und Schluß)
Die Rolle von Wissenschaft und Erfindungen
(70 Zeilen, 1 Schaubild)

Seite

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
DIE AUSWIRKUNGEN VON FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
AUF DIE CHEMISCHE INDUSTRIE
Industriezweig mit weitaus größter Wachstumsrate Trotz rückläufiger wirtschaftlicher Entwicklung
wurden hohe Investitionen vorgenommen
(78 Zeilen)
^
Seite
ÄUSSERST GÜNSTIGE ZUKUNFTSAUSSICHTEN FÜR
DIE BAUWIRTSCHAFT
"Architectural Forum" erwartet Zunahme der
Aufwendungen für Neubauten aller Art um ^&gt;0ffo
in den nächsten zehn Jahren
(58 Zeilen)

Seite

AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
SCHNELLERE AUFTRAGSENTWICKLUNG DURCH
?o PCO km LAN3ES FERNSCHREIBNETZ
Neuartiger Kundendienst - Mobilisierung
der Hersteller- und Händlerläger
(50'Zeilen, 1 Bild)

Seite

WELT DER ARBEIT
DIE PRAXIS DER ZAHLUNG VON ENTLASSUNGSGELDERN
IN DER US-WIRTSCHAFT (III und Schluß)
Verstärkte Bemühungen der Gewerkschaften um
Aufnahme von Abfindungsplänen in die
Tarifverträge
(98 Zeilen)

Seite

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22. August 1958

X. Jahrgang. Nr. 35/C
INHALTSVERZEICHNIS

WELT DER ARBEIT
SONDERREPORTAGE
TAG DER ARBEIT 1956 : US-GEWERKSCHAFTEN ZIEHEN BILANZ
Feiertag des ganzen Volkes - Soziale Gerechtigkeit
bleibt das Ziel (220 Zeilen , 3 Bilder)
Seite
STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
VIERJÄHRIGE VERLÄNGERUNG DES US-GESETZES
ÜBER GEGENSEITIGE HANDELSABKOMMEN
Erfolg der liberalen Kräfte der amerikanischen
Handelspolitik - 20prozentige Zollsenkung bis
1962
(65 Zeilen)
MEHR ARBEITSPARENDE MASCHINEN FÜR DIE
US-LANDWIRTSCHAFT
Trends in der amerikanischen Landmaschinenindustrie
Mechanisierung - ein Mittel zur Leistungs- und
Rentabilitätssteigerung (90 Zeilen, 1 Bild)
AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
NEUER REAKTOR FÜR MEDIZINISCHE ZWECKE
Therapie und Forschung auf neuen Wegen Möglichkeiten der Krebsbekämpfung (52 Zeilen)

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5

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8

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und Arbeit

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X. Jahrgang, Nr. 34/C

29. August 1958
INHALTSVERZEICHNIS

WIRTSCHAFTSREPORTAGE
DAS PROBLEM DER WIRTSCHAFTLICHEN ENTWICKLUNG UND
DIE GEGENSEITIGE ABHÄNGIGKEIT DER STAATEN (i)
Die Welt als wirtschaftlich-soziale Einheit Neuordnung des internationalen Wirtschaftsgefüges
unaufschiebbar
(98 Zeilen)
STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
ANZEICHEN EINER WIEDERBELEBUNG DER WIRTSCHAFTSTXTIGKEIT MEHREN SICH
Geld wird teurer - Mehr Aufträge erwartet Beendigung des Lagerabbaus
(92 Zeilen)

Seite

1,

Seite

DAS WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNGSPROGRAMM DER
USA NIMMT GESTALT AN
Eisenhowers Vorschlag zur Errichtung einer
Entwicklungsbehörde für den Nahen Osten Lateinamerika ein weiterer Schwerpunkt
(92 Zeilen)

Seite

8

AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
EIN NEUES PAPIER - ELASTISCH UND REISSFEST
(18 Zeilen)

Seite

11

Seite

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Seite

12

Seite

12

Seite

13

BRUCHSICHERE KUNSTSTOFF-FENSTER
(10 Zeilen)
EIN "KUGELSCHREIBER" FÜR LEIM
(8 Zeilen)
EINE FARBE. DIE GEFÄHRLICHE HITZE ANZEIGT
(6 Zeilen)
WELT DER ARBEIT
INDUSTRIEUNTERNEHMEN WIRBT UM ÖFFENTLICHES
VERTRAUEN
Tag der offenen Tür hat großen Erfolg Partnerschaftsprogramm findet Unterstützung
der Gewerkschaften
(72 Zeilen, 1 Bild)

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5. September

X» Jahrgang. Nr. 55/C

1958

INHALTSVERZEICHNIS
WIRTSCHAFTSREPORTAGE
DAS PROBLEM DER WIRTSCHAFTLICHEN ENTWICKLUNG
UND DIE GEGENSEITIGE ABHÄNGIGKEIT DER STAATEN (II)
Enorme Investitionsmöglichkeiten in Europa - Auslandskapital als Anstoß zu selbständigem Wachstum
in den Entwicklungsländern (118 Zeilen)
Seite
STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
ZAHLEN DES US-HANDELSMINISTERIUMS BEWEISEN
ENDE DER REZESSION
Neue Rekordhöhe des Personaleinkommens Verteidigungsausgaben kein Anti-Rezessionsmittel
(76 Zeilen)
DREI-PUNKTE-PROGRAMM FÜR WELTBANK UND
WAHRUNGSFONDS
Eisenhowers neue Initiative - Entwicklungsinstitut
als Tochtergesellschaft der Weltbank vorgeschlagen
(68 Zeilen)

Seite

Seite

AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
EIN NEUES ELEKTRONENGEHIRN, DAS SICH SELBST
SEINE INSTRUKTIONEN SCHREIBT
(20 Zeilen)
Seite
ELEKTRONENMASCHINE LIEST ADRESSEN UND SORTIERT POST
(20 Zeilen)
Saite
WELT DER ARBEIT
GEWERKSCHAFTLER BESUCHEN DIE UNIVERSITÄT
Erstklassige Ausbildung für Funktionäre und
Gewerkschaftsmitarbeiter - Grundlage für Rolle
im öffentlichen Leben
(52 Zeilen, 1 Bild)

* * * * *

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12. September 1958

X. Jahrgang« Nr. 56/C
INHALTSVERZEICHNIS

V/IRTSCHAFTSREPORTAGE
WISSENSCHAFTLER VERHELFEN HOLZ UND HOLZPRODUKTEN
ZU NEUER BEDEUTUNG
US-Holzindustrie produziert nach Rezepten eines
Staatslaboratoriums - Erfolg: ein Material, das
billiger, aber widerstandsfähiger ist als Sperrholz
(98 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

1

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
ERHOLUNG DES US-AUSSENHANDELS ALS FOLGE
DES V/IRTSCIIAFTSAUFSCHWUNGS
Juni-Einfuhren höher als die des Vergleichsmonats
1957 - Hauptwirkung der steigenden Wirtschaftstätigkeit auf den Außenhandel erst 1959 zu erwarten
(65 Zeilen)

Seite

5

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8

AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
RENTABILITÄTSGRENZE FÜR ATOMSCHIFFE IN SICHT
Betriebskosten für Atom- und konventionelle
Schiffe 1980 etwa auf gleicher Höhe - Unterseetanker bieten große Vorteile
(40 Zeilen, 1 Bild)

Seite

11,

WELT DER ARBEIT
20 JAHRE US-GESETZ ÜBER DIE ARBEITSBEDINGUNGEN
UND LÖHNE
Bestimmungen, die für den amerikanischen Arbeiter
bares Geld bedeuten
(54 Zeilen)

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15

NEUES US-GESETZ ZUR FÖRDERUNG DER KLEIN- UND
MITTELBETRIEBE
Bessere Kreditversorgung und Steuererleichterungen Selbständiges Amt für Klein- und Mittelbetriebe
(85 Zeilen)

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19. S

temb^r 1958

INHALTSVERZEICHNIS
WIRTSCHAFTEREPORTAGE
PliERTO RICO RUNDET WIRTSCHAFTLICHES Al'FBAUPRQGRAMM AB
Verstärkte Bemühungen zur Verbreiterung der landwirtschaftlichen Struktur - Schaffung von Verarbeitungsanlagcn landwirtschaftlicher Erzeugnisse und Ausbau
von Absatzorganisationen (98 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

STREIFLICHTER AIS DER US-WIRTSCKAFT
WACHSENDES AUSLANDSANLEIHEGESCHÄFT DER
US-KANDELSBANKEN

Durchschnittliche Gesamthöhe der langfristigen
Anleihen gegenwärtig bereits 1,0 Mrd. Dollar pro Jahr
(60 Zeilen)

Seite

DIE ATOMVERSICHERÜ'NG GEWINNT ILILIKR i.lEHR AN BEDEUTUNG
Amerikanische Versicherungounternehmen bieten bereits
umfassende Risikodeckung (80 Zeilen)

Seite

7

AMERIKANISCHE KOLLEKTIVSCHAU AUF DER IKOFA
(28 Zeilen)

Seite

10

AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
WIDERSTANDSFÄHIGE VERSANDBEHÄLTER AUS ZUCKERROHRBACASSE
(16 Zeilen)
Seite 11;
UNSINK3ARES BOOT AUS EINEM GUMMI- UND KUNSTSTOFFQEMISCH
(18 Zeilen)
Seite 12
WELT DER ARBEIT
UNFALLVERHÜTUNGSMASSNAHMEN MIT GEWERKSCHAFTLICHER
UNTERSTÜTZUNG FÜHREN ZUM ERFOLG
Eigene Sicherheitsausschüsat; der Gewerkschaften Sicherheitsbestimmungen in den Tarifverträgen
(72 Zeilen, 2 Bilder)

* * * * *

Seite

13

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26. September 1958

X. Jahrgang. Nr. 38/c
INHALTSVERZEICHNIS

WIRTSCHAFTSREPORTAGE
ANTIBIOTIKA ALS HELFER DER LANDWIRTSCHAFT
Schnellere und wirtschaftlichere Tieraufzucht Wirksame Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten Große Erfolge auf dem Gebiet der Nahrungsmittelkonservierung
(98 Zeilen)

Seite 1

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
WIRTSCHAFTLICHER AUFTRIEB SETZT SICH VERSTÄRKT FORT
Produktionsindex bereits wieder um 11 Punkte
gestiegen - Stahlindustrie weist höhere Auftragseingänge auf
(78 Zeilen)
Seite
REKORDWEIZENERNTE TROTZ*VERMINDERUNG DER ANBAUFLÄCHE
Gesamtertrag 1,4 Mrd. Bushel - Gesamtvorrat an
Weizen 2,3 Mrd. Bushel - Eigenverbrauch nur 610
Mio Bushel - Auch andere Getreidearten im Überfluß
(50 Zeilen)
Seite
AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
ARMBANDUHRGROSSE. AUFLADBARE TROCKENZELLENBATTERIE
Große Unempfindlichkeit - Lebensdauer von zehn Jahren
(30 Zeilen, 1 Bild)
Seite

10

WELT DER ARBEIT
TROTZ WIRTSCHAFTLICHER ABSCHWÄCHUNG STIEGEN
DIE LÖHNE WEITER AN
(28 Zeilen)

Seite

12

Seite

13

Seite

14

GERINGFÜGIGER ANSTIEG DER UNFALLRATE IM II.QUARTAL
(23 Zeilen)
GÜNSTIGE ENTWICKLUNG DER BESCHAFTIGUNGSLAGE
IM AUGUST
(14 Zeilen)

* * * * *

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39/C

3. Oktober

1958

INHALTSVERZEICHNIS
WIRTSCHAFTSREPORTAGE
PRAKTISCHE ANWENDUNGSMÖGLICHKEITEN FÜR
SONNENENERGIE
Verschiedene Geräte werden bereits auf kommerzieller
Basis hergestellt - "Sonnenuhr", Radios und Warnlampen - Viele neuen Anwendungsmöglichkeiten
(76 Zeilen, 2 Bilder)
STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
EINE VIEL BEACHTETE ENTSCHEIDUNG
Präsident Eisenhower verfügte Importquoten für
Blei und Zink
(62 Zeilen)
SELBST AUF DEM INVESTITIONSSEKTOR IST SCHON
EINE BELEBUNG FESTZUSTELLEN
Schnellere Erholung als erwartet - Investitionen
folgen diesmal nicht dem "klassischen" Trend
(78 Zeilen)
.
AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
"KQDEL" - EINE NEUE CHEMIEFASER
(20 Zeilen)
NEUES LEICHTES MILITÄRFAHRZEUG
(16 Zeilen)
WELT DER ARBEIT
MECHANIKER IM AÜT0HANDWERK ERRINGEN ANERKENNUNG
ALS FACHARBEITER
IAM-Gewerkschaft stellte sich hinter die Automechaniker - Verbesserung der Arbeitsbedingungen auch
für unorganisierte Automechaniker erwartet
(53 Zeilen, 2 Bilder)

* * * * *

Seite

Seite

4

Seite

7

Seite

10

Seite

11:

Seite

12

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X. Jahrgang. Nr. 40/C

10. Oktober 1958

INHALTSVERZEICHNIS
WIRTSCHAFTSREPORTAGE
WUNDER AUS MOLEKÜLEN (i)
Von der Schießbaumwolle bis zum Bakelit
(62 Zeilen, 1 Bild)

Seite

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
ÜBERRASCHEND HOHER ANSTIEG DER PRODUKTIVITÄT
IN DEN USA
W a c h s t u m s r a t e im I I . Q a r t a l um s i e b e n P r o z e n t
h ö h e r a l s 1957 - N i c h t u n e r h e b l i c h e Auswirkungen
a u f den A r b e i t s m a r k t
(90 Z e i l e n )

Seite

STEIGENDE TÄTIGKEIT DER EXPORT-IMPORT-BANK
ERWARTET

Gesamtkreditsumme im Rechnungsjahr 1959 a^f
1,1 Mrd. Dollar geschätzt - Ausweitung des
Welthandels im Sog des neuen Konjunkturaufschwungs in den USA
(60 Zeilen)

Seite

AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
"PIPEMOBILE" - EIN NEUARTIGES GERÄT FÜR
DEN KANALISATIONSBAU
(14 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

9

NEUE VERWENDUNGSZWECKE FÜR "PYROCERAM"
(12 Zeilen)

Seite

10

Seite

11

WELT DER ARBEIT
FERNSEHFILME ZEIGEN "AMERIKANER BEI DER ARBEIT"
Gewerkschaften kommen über TV ins Haus - Gewerkschaftliche Öffentlichkeitsarbeit auf neuen Wegen
(44 Zeilen)
* * * * *

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17. Oktober

X. J a h r g a n g . N r . 41/C

1958

IMIIALT SVERZEI CiiNI S

WIRTSCKAFTSREPORTAGE
WUNDER AUS MOLEKILEN (II)
Die Geheimnisse der Riesenmoleküle
(95 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

1

' ERSTES ABSINKEN DER LEBENSHALTUNGSKOSTEN
SEIT ZWEI JAHREN
Stabilisierung des Verbraucherpreisindexes
trotz Konjunkturaufschwung - Aber leichte
Preiserhöhungen bei einigen wichtigen Metallen
(70 Zeilen)

Seite

5

STÜRMISCHE ENTWICKLUNG DER PETROCHEMISCHEN
INDUSTRIE
Weltproduktion bis 1965 verdoppelt - Gesamtinvestitionen in der petrochemischen Industrie
Westeuropas 196O auf 1,2 Mrd. Dollar geschätzt
(55 Zeilen)

Seite

8

NEUARTIGER KLEINER, ABER KOCHLEISTUNGSFÄHIGER
GASTURBINENMOTOR
(16 Zeilen)

Seite

10

SPSZIALBINDEMITIEL FÜR METALLTEILE
(13 Zeilen)

Seite

11

BRACHTE TARIFABKOMMEN MIT DEN
"GROSSEN DREI" UNTER DACH
|
(26 Zeilen)

Seite

12

EINNAHMERÜCKGANG DER "APL-CIO" IM LETZTEN
FINANZJAHR
(19 Zeilen)

Seite

13

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT

AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK

WELT DER ARBEIT
UAW-GEV/ERKSCHAFT

* * * * #

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X. Jahrgang. Nr. 42/c

24. Oktober

1958

INHALTSVERZEICHNIS
WIRTSCHAFTSREPORTAGE
WUNDER AUS MOLEKÜLEN (ill)
Die Invasion der Kunstharze und Silikone
(95 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
EIN NEUER ABSCHNITT IN DER INTERNATIONALEN
ZUSAMMENARBEIT
Verstärkte Bemühungen des Westens zur Förderung
des wirtschaftlichen Aufbaues in den Entwicklungsländern
(62 Zeilen)

Seite

WIRTSCHAFTLICHE EXPANSION, ERHÖHTE SOZIALE
SICHERHEIT UND BEVÖLKERUNGSZUWACHS
Bevölkerungszahl der USA stieg in den vergangenen
neun Jahren um 25 Millionen an - Folge der
NachkriegsProsperität
(85 Zeilen)
AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
"AUTO-ABSTRACT,, - SCHREIBT KURZFASSUNGEN VON
ARTIKELN AUTOMATISCH
(15 Zeilen)

Seite

Seite

11

Seite

11

WELT DER ARBEIT
NEUE TARIFVERTRÄGE IN DER US-AUTOMOBILINDUSTRIE
MIT BEDEUTENDEN VERBESSERUNGEN
"Jährlicher Verbesserungsfaktor" und "Steigerungsbonus"
gewährleisten regelmäßige Lohnaufbesserungen - Vorteile
für Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Verbraucher
(82 Zeilen)
Seite

12

NEUER INDUSTRIE-RÖNTGENFILM
(8 Zeilen)

* * * * *

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X. Jahrgang, Nr. 45/c

31. Oktober
INHALTSVERZEICHNIS

WIRTSCHAFTSREPORTAGE
WUNDER AUS MOLEKÜLEN (IV)
Von der Kunstseide zu den Chemiefasern
(98 Zeilen, 3 Bilder)

Seite

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
DIE VEREINIGTEN STAATEN UND DAS GATT
USA auf neue Zollsenkungsrunde vorbereitet
(74 Zeilen)
'

Seite

BUDGETDEFIZIT UND WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG
Geringeres Defizit auf Grund der günstigen
Einnahaeentwicklung möglich
(64 Zeilen)

• Seite

AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
FERNSEHTELESKOP FÜR HIMMELSAUFNAHMEN
(16 Zeilen)

Seite

NEUES ANTIBIOTIKUM GEGEN PFLANZENKRANKHEITEN
(10 Zeilen)

Seite

SOJABOHNE "SHELBY" VERSPRICHT PRODUKTIONSREKORDE
(5 Zeilen)

Seite

WELT DER ARBEIT
DIE ENTWICKLUNG VON LOHN, PRODUKTIVITÄT
UND BEZAHLTEM URLAUB IN DEN USA
Zwei Studien des Bundesamts für Arbeitsstatistik
- Lohnanstieg 2,9 Prozent, Produktivitätszuwachs
2,5 Prozent pro Jahr
(52 Zeilen)

Seite

*

* * * *

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X. J a h r g a n g , H r . 44/C

7 . November 1958
INHALTSVERZEICHNIS

WIRTSCHAFTSREPORTAGE
STROM AUS RADIOISOTOPEN
Reaktor-Rückstände a l s Kraftquelle
(86 Z e i l e n , 2 S c h a u b i l d e r )

Seite

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
ENTWICKLUNGS-ANLEIHEFONDS HAT SICH BEWAHRT
Seit Januar Anleihen in Höhe von 464 Mio
Dollar an Entwicklungsländer vergeben
(60 Zeilen)

Seite

BINNENKONJUNKTUR HAUPTANTRIEBSFEDER FÜR
WIRTSCHAFTLICHE ERHOLUNG IN DEN USA
Exporte hatten bisher keinen Einfluß Rückgang gegenüber 1957 um 18 Prozent
(80 Zeilen)

Seite

AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
ERWEITERTE ISOTOPENANWENDUNG IN DER INDUSTRIE
Gemeinschaftsprogramm von US-Regierung und
Privatwirtschaft'
(JO Zeilen)

Seite

WELT DER ARBEIT
FRAUENARBEIT IN DEN USA GE.VINNT AN BEDEUTUNG
22 Mio weibliche Arbeitskräfte - Die meisten
gut bezahlten Stellen von 45-54jährigen bekleidet
(52 Zeilen)
Seite 11
* * * * *

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14. November 1958
INHALTSVERZEICHNIS

WIRTSCHAFTSREPORTAGE
MEHR AKTIONÄRE ALS ARBEITNEHMER
Die 100 größten US-Unternehmen demonstrieren
Wesen und Wirken des "Jedermannskapitalismus"
(120 Zeilen)

Seite

1

US-ANTITRUSTGESETZGEBUNG ZEITIGTE GÜNSTIGE
AUSWIRKUNGEN
Ergebnisse einer Studie - Sicherung der Gleichheit der Chancen und fairer Geschäftsbedingungen
(86 Zeilen)

Seite

6

AUSSICHTEN FÜR DAS JAHR 1959 SIND GUT
Allgemein stetige Aufwärtsentwicklung vorausgesagt Preise und Lebenshaltungskosten dürften weiterhin
stabil bleiben (70 Zeilen)

Seite

9

Seite

12

AUTOMATISCHE BLINDLANDUNG MIT 10OPR0ZENTIGER SICHERHEIT
(16 Zeilen)
" Seite

13

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT

AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
NEUES VERFAHREN ZUR GASGEWINNUNG AUS ÖLSCHIEFER
(16 Zeilen)

WELT DER ARBEIT
JÄHRLICH 26 MILLIARDEN DOLLAR FÜR FREIWILLIGE
SOZIALLEISTUNGEN
(24 Zeilen)

Seite

14

DIE STREIKGELDER DER US-GEWERKSCHAFTEN
(18 Zeilen)

Seite

15

FAST 210 000 PERSONEN ERHIELTEN 1957/58 ZUWENDUNGEN
AUS DEM PEKSIONSFQNDS DER UMW-GEWERKSCHAFT
(18 Zeilen)

Seite

15

* * x * *

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21 . November 1958
INHALTSVERZEICHNIS

WIRTSCHAFTSREPORTAGE
WASHINGTON ERHÄLT EINEN NEUEN DÜSENFLUGPLATZ
Vollkommen neuer Platz - Baukosten 100 Millionen
Dollar - Inbetriebnahme 1961
(48 Zeilen, 1 Schaubild)

Seite

1;

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
FÜNF-PUNKTE- PROGRAMM FÜR EINE INTERNATIONALE
WIRTSCHAFTLICHE ZUSAMMENARBEIT
Die Vorschläge Präsident Eisenhowers auf der
Ministerratstagung der Colomboplanstaaten
(76 Zeilen)

Seite

EIGEN-ERSATZKAPITAL FÜR KLEIN- UND MITTELBETRIEBE
Gedanken zum "Small Business Investment Act"
(84 Zeilen)

Seite

AUS WISSENSCHAFT -UND TECHNIK
NEUE ALUMINIUMLEGIERUNG ALS SCHUTZHÜLSE FÜR
BRENNSTOFFELEMENTE
(24 Zeilen)

Seite

WELT DER ARBEIT
16 MILLIONEN DOLLAR FÜR VERBESSERUNGSVORSCHLÄGE
(20 Zeilen)

Seite

10

GEWERKSCHAFTS- UND ARBEITGEBERVERTRETER
FORDERN LEHRLINGSWOCHE
(14 Zeilen)

Seite

11

ERSTES HALBJAHR 1958: NIEDRIGSTER STREIKSTAND
DER NACHKRIEGSZEIT
(9 Zeilen)

Seite

11,

* * * * *

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28. November

1958

INHALTSVERZEICHNIS

WIRTSCHAFTSREPORTAGE
DER VERBRAUCHERSCHUTZ IN DEN VEREINIGTEN STAATEN (i)
Die Nahrungsmittel- und Drogenschutzgesetze
(120 Zeilen)
Seite

1

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
DIE ANSTRENGUNGEN DER USA AUF DEM GEBIET DER
INTERNATIONALEN WIRTSCHAFT
Dulles1 Konzept einer internationalen Wirtschaftspolitik - Schaffung einer Weltgemeinschaft
unerläßlich
(72 Zeilen)

Seite

6

Seite

9

Seite

11

Seite

12

Seite

15

Seite

14

US-AUSSENWIRTSCHAFTSPOLITIK AUS DER PERSPEKTIVE
DER PRIVATWIRTSCHAFT
Meinungen und Ansichten auf der 45» Jahrestagung
des "National Foreign Trade Council"
(62 Zeilen)
AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
NEUE METHODE ZUR FRÜHZEITIGEN LOKALISIERUNG
EINES HURRIKANS
(24 Zeilen)
1500 ASBESTFASERN DÜNNER ALS EIN MENSCHENHAAR
(14 Zeilen)
WELT DER ARBEIT
NEUES EINSTELLUNGSSYSTEM FÜR HAFENARBEITER
($2 Zeilen)
ZWEI NEU-ERNENNUNGEN IM US-ARBEITSMINISTERIUM
(18 Zeilen)

* * * * *

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5. Dezember

1958

INHALTSVERZEICHNIS

WIRTSCHAFTSREPORTAGE
DER YERBRAUCHERSCHUTZ IN DEN VEREINIGTEN STAATEN (il)
Die Antitrustgesetzgebung und ihr Einfluß auf die
Wirtschaftsstruktur
(120 Zeilen)
Seite
STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
AMERIKAS WIRTSCHAFTLICHE VORMACHTSTELLUNG
NICHT BEDROHT
US-Bericht über die Sowjetwirtschaft - Unterschied
zwischen Verbrauchs- und investitionsorientiertem
Wirtschaftssystem (90 Zeilen)
NUN AUCH AUFSCHWUNG IN DEN US-INVESTITIONSGÜTERINDUSTRIEN
25prozentige Auftragszunahme im Maschinenbau Kontinuierlicher Aufwärtstrend vorausgesagt
(75 Zeilen)
AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
NEUES INSTRUMENT ZUR ERFORSCHUNG DER ERDSTRUKTUR
(22 Zeilen)
WASSER-ENTSALZUNGSANLAGE HILFT KOSTEN SPAREN
(18 Zeilen)
WELT DER ARBEIT
STÄNDIG STEIGENDER LEBENSSTANDARD
Ergebnisse einer Untersuchung in US-Unternehmen
Mehr materieller Wohlstand, aber auch größeres
Interesse an öffentlichen und ku-lturellen Angelegenheiten (64 Zeilen)

* *- * * *

Seite

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11

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12 . Dezember 1958
INHALTSVERZEICHNIS

WIRTSCHAFTSREPORTAGE
DER VERBRAUCHERSCHUTZ IN DEN VEREINIGTEN
STAATEN (III)
Die Gesetze zur Verhinderung des Mißbrauchs
von Rauschgiften - Die Aufgaben des USBundesamtes für Normen
(98 Zeilen)

Seite

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
LETZTE REZESSION VERMITTELTE NEUE WIRTSCHAFTSWISSENSCHAFTLICHE ERKENNTNISSE
Amerikas Wirtschaftswissenschaftler analysierten
Ablauf der konjunkturellen Entwicklung im
vergangenen Jahr
(78 Zeilen)
Seite
MIT ZUNEHMENDEN VERBRAUCHERAUSGABEN ZU RECHNEN
Jüngste Verbraucheranalyse deutet auf höhere
Ausgaben, aber nicht auf Ausgabenboom hin
(68 Zeilen)

Seite

AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
ELEKTRONENHIRN FÜR SEENOTDIENST EINGESETZT
(15 Zeilen)

Seite

10

ZELLULOSEBILDUNG MIT RADIOAKTIVEM KOHLENSTOFF
UNTERSUCHT
(14 Zeilen)

Seite

10

Seite

11.

Seite

12

WELT DER ARBEIT
GEWERKSCHAFT MUSS ANDERE ARBEITNEHMER ÜBER
STREIKGRÜNDE INFORMIEREN
(24 Zeilen)
10 000-DOLLAR-PRÄMIE FÜR VERBESSERUNGSVORSCHLAG
(22 Zeilen)
WAHL VON SPITZENFUNKTIONÄREN UND GEHÄLTER
VON GEWERKSCHAFTSFÜHRERN

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50/C

19. Dezember 1958
INHALTSVERZEICHNIS

WIRTSCHAFTSREPORTAGE
DER VERBRAUCHERSCHUTZ IN DEN VEREINIGTEN STAATEN (IV)
Schutz von Spareinlagen und Hypotheken
(130 Zeilen)

Seite

STREIFLICHTER AUS DER US-WIRTSCHAFT
AUSSENHANDELSBILANZ 1958
Starker Rückgang der Exporte bei behaupteten
Importen - Erhöhung der Gold- und Dollarreserven
der anderen Länder um rund 3»5 Mrd. Dollar
(88 Zeilen)

Seite

INVESTITIONEN FOLGEN DEFINITIV DEM'AUFWARTSTREND
Jahresrate im IV. Quartal 1958 rund 29,9 Mrd.
Dollar - Anstieg im I. Vierteljahr 1959 a u f
30,5 Mrd. Dollar erwartet
(46 Zeilen)
AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK
NEUES FRISCHHALTEVERFAHREN FÜR SEEFISCHE
(19 Zeilen)
"THERMALINE"
EINZELRAUM
(14 Zeilen)

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11

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14

Seite

15

DIE KLIMAANLAGE FÜR DEN

WELT DER ARBEIT
MITCHELL WILL "FAIR LABOR STANDARDS ACT"
VERBESSERN
(32 Zeilen)
"UMW"-GEWERKSCHAFT SCHLOSS NEUEN TARIFVERTRAG
(20 Zeilen)
AUCH "STUDEBAKER-PACKARD" SCHLOSS NUN NEUEN
VERTRAG MIT "UAW"-GEWERKSCHAFT
(30 Zeilen)
ZUR BEACHTUNG:

Seite

Unsere nächste Ausgabe WIRTSCHAFT
UND ARBEIT erscheint am 9. Januar 1959
* * * # *

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IX. Jahrgang, Nr. 1/Y

Für die Jugend
Januar

1958

INHALTSVERZEICHNIS

ARTIKEL
AUS SEM KULTURELLEN LEBEN AMERIKAS (l)
Emily Dickinson, die dichtende Jungfer mit
dem strengen, wilden Herzen wurde zum Vorläufer der modernen Lyrik
(90 Zeilen, 1 Bild)

Seite

BABYSITTER STARK GEFRAGT
Ein Nebenberuf wird zum Milliardengeschäft
(45 Zeilen, 1 Bild)

Seite

DER AMERIKANISCHE TEENAGER
Der amerikanische Jugendliche unter
20 Jahren und was ihn beschäftigt
(54 Zeilen, 4 Bilder)

Seite

DAS SCHWARZE BRETT
NOTIZEN VON DRÜBEN UND HÜBEN
(45 Zeilen)

* * * * *

Seite

1

10

�AM K K I K A D I L N S T
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IX. Jahrgang. Nr. 2/Y

F Ü T CÜC J u S C I l C t

Februar

1958

INHALTSVERZEICHNIS
MEILENSTEINE IN DER GESCHICHTE DER USA
Abraham Lincoln (zum Geburtstag des 16. Präsidenten
der USA am 12. Februar)
George Washington (zum Geburtstag des 1. Präsidenten
der USA am 22. Februar, der in
Amerika als Nationalfeiertag
begangen wird)
(128 Zeilen, 2 Bilder)
Seite

1

ÜBER DEN STUFEN DES KAPITOLS
Wo die amerikanischen Gesetze entstehen
(80 Zeilen, 3 Bilder)

Seite

6

TEILE DEINE GEBURTSTAGSGESCHENKE
Die Freundschaft unserer Kinder sichert
den Frieden von Morgen
(30 Zeilen, 1 Bild)

Seite

9

Seite

11

IMMER EINE FREUDE

Seite

12

FÜNFZIG JAHRE HOLLYWOOD

Seite

12

"GULLIVERS REISEN" WERDEN VERFILMT

Seite

13

EINE FRAU AM RADIOTELESKOP

Seite

13

DIEBSTAHL VON STAATSEIGENTUM EIN
KAPITALVERBRECHEN
(69 Zeilen)

Seite

13

DAS SCHWARZE BRETT
WIE ENTSTEHEN SCHNEEFLOCKEN?
KÜNSTLICHE NIEDERSCHLÄGE - NICHT

* * * * *

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Für die Jugend

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IX. Jahrgang, Nr.

3/Y

März 1958

INHALTSVERZEICHNIS

ARTIKEL

AUS DEM KULTURELLEN LEBEN AMERIKAS (il)
Der Mensch in Auflehnung gegen ein blindes
Schicksal - Das Tragische in Herman Melvilles
Werk und Leben
(86 Zeilen, 3 Bilder)

Seite

DIE
Die
Von
(60

Seite

BESTEN AMERIKANISCHEN FILME VON 1957
Filmindustrie umwirbt das Publikum
Norman Smith
Zeilen)

ERDSATELLITEN ENTHÜLLEN GEHEIMNISSE DER IONOSPHÄRE
Wissenschaftliche "Überraschungen" durch EXPLORER
(94 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

DAS SCHWARZE BRETT
WUSSTEIT IHR DAS.
(24 Z e i l e n )

Seite

#

*

*

*

*

1.0

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IX. J a h r g a n g . N r . 4/Y

Für die Jugend
April 1958

INHALTSVERZEICHNIS
AUS DEM KULTURELLEN LEBEN AMERIKAS (ill)
Robert Frost - ein Dichter des Alltags
Zum 84- Geburtstag des Nestors der
amerikanischen Lyriker
(98 Zeilen, 1 Bild)

Seite

LAND UND LEUTE
Osterbräuche in den Vereinigten Staaten
(65 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

DIE BRÜSSELER WELTAUSSTELLUNG
Ein Gang durch den Pavillon der Vereinigten Staaten
(90 Zeilen, 1 Bild)

Seite

DAS INTERNATIONALE JUGENDFORUM IN NEW YORK
"Die Welt, die wir erstreben"
(38 Zeilen)

Seite

»
11

DAS SCHWARZE BRETT
Kinder
adoptieren Großeltern
Kinder aflopl
(15 Zeilen)

Seite

12

Seite

13

Hundert Millionen selbstgeschneiderte
Kleidungss tücke
(10 Zeilen)
* * * * * * *

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IX. J a h r g a n g . Nr. 5/Y

Für die Jugend
Mai 1958

INHALTSVERZEICHNIS

AUS DEM KULTURELLEN LEBEN AMERIKAS (IV)
über den Jordan und ins Paradies
Die Spirituals der amerikanischen Neger
(64 Zeilen, 3 Bilder)

Seite

1

Seite

4

Seite

6

DIE WELT. DIE WIR ERSTREBEN
Das 12. Jugendforum der "New York
Herald Tribüne"
(60 Zeilen, 1 Bild)
VIEHZUCHT UND FUTTERKUNDE
I

I

!

I

Die Lieblingsfächer der Cecilia Marks
aus Louisiana
(36 Zeilen, 1 Bild)

DAS SCHWARZE BRETT
Amerikanische Filme auf der Weltausstellung
(14 Zeilen)

Seite

Unser Freund, das Atom - ein neuer
Dokumentarfilm
(4 Zeilen)

Seite

8

Was lesen die Amerikaner zur Zeit?
(15 Zeilen)

Seite

9

Amerikanische Geschichte in Wachs
(7 Zeilen)

Seite

9

Neuer Schallplattenjockei für "Music USA"
(9 Zeilen, 1 Bild)

Seite

10

*

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IX. J a h r g a n g , N r . 6/Y

Für die Jugend
Juni 1958

INHALTSVERZEICHNIS

DAS INTERNATIONALE GEOPHYSIKALISCHE JAHR
WINTER AM SÜDPOL
Wissenschaftliche Arbeit unter Strapazen
und Entbehrungen
(120 Zeilen, 3 Bilder)

Seite

1,

Seite

6

Seite

8

Der Büchermarkt Amerikas im Jahre 1957
(10 Zeilen)

Seite

10

Mehr Museumsbesuche als Baseballbegeisterte
(11, Zeilen)

Seite

U

Welturaufführung einer Menottioper in Brüssel
(6 Zeilen)

Seite

11

Erfolgreiches "Sonnenaufgangs"-Semester
(9 Zeilen)

Seite

12

ASTRONOMIE
ZEHN JAHRE RIESENAUGE AUF DEM MOUNT PALOMAR
Die Erfindung eines deutschen Optikers ermöglicht die Konstruktion des größten Teleskops der Welt
(65 Zeilen, 2 Bilder)
FARMJUGEND
JUGEND ZWISCHEN FARM UND FELDERN - DIE
A-E CLUBS
(46 Zeilen, 1 Bild)
DAS SCHWARZE BRETT

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IX. J a h r g a n g . Nr.

Für die Jugend
Juli

7/Y

1958

INHALTSVERZEICHNIS

MEILENSTEINE IN DER GESCHICKTE DER USA
STATIONEN AUF DEM 7/EGE ZUR DEMOKRATIE
Zum amerikanischen Unabhängigkeitstag
am 4« Juli
(85 Zeilen, 5 Bilder)

Seite 1

ZUM INTERNATIONALEN GEOPHYSIKALISCHEN JAHR
UTOPIE '.VIRD '.7IRKLICHKEIT
Flug zum Mond technisch bereits möglich
(98 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

5

DAS PORTRAT
IRVING BERLIN - EIN AMERIKANISCHES EPOS
Er komponiert nur in Fis-Dur und kann nicht
Noten lesen
(58 Zeilen, 1 Bild)

Seite

9

DAS SCHWÄRZE BRETT
MIT 82 JAHREN AUF DER SCHULBANK
(16 Zeilen)

Seite

11

Seite

12

WUSSTET IHR SCHON?
(26 Zeilen)

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D I E N ST
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IX. Jahrgang. Nr. 8/Y

Für die Jugend
August 1958

INHALTSVERZEICHNIS

ARTIKEL
ALASKA - DER 49. STERN IN DER AMERIKANISCHEN
FLAGGE
Das "Große Land" im Norden der Vereinigten
Staaten
(156 Zeilen, 5 Bilder)

Seite

1

WUNDER DER WISSENSCHAFT AUF DER BRÜSSELER
WELTAUSSTELLUNG
Bunte Schneeflocken, künstliche Diamanten
und ein gummiweiches Metall
(120 Zeilen)

Seite

5

TEENAGER BRAUCHEN IMMER GELD
Nebenbeschäftigung für Jugendliche
(82 Zeilen)

Seite

10

Seite

13

DAS SCHWARZE BRETT
Europäer wählen Lincoln
(6 Zeilen)
Verständnis für zeitgenössische Kunst
(9 Zeilen)
Lateinisch-amerikanischer Plautus
(9 Zeilen)

Seite

13

Seite

1

Orientalistik gefragt
(9 Zeilen)

Seite

14

Hausfrauen springen für Lehrer ein
(10 Zeilen)

Seite

14

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Für die Jugend
September 1958

IX. Jahrgang, Nr. 9/Y
INHALTSVERZEICHNIS
ARTIKEL
KONZERTE, DISKUSSIONSFCREN UND EINE
INTERNATIONALE BAND
Rückblick auf das Newport Jazz Festival 1958
Von Norman Smith
(60 Zeilen, 1 Bilc.

Seite

1

GRANDMA MOSES
Eine Sonntagsmalerin von 98 Jahren
(64 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

3

JUNGE FORSCHERTALENTE STELLEN SICH VOR
"Science Shows" als wirksames Mittel der
Begabtenförderung
(66 Zeilen, 3 Bilder)

Seite

6

DAS SCHWARZE BRETT
165 Jahre Kapitol in Washington
(16 Zeilen, 1 Bild)

Seite

Vor hundert Jahren« Erste Postkutschenverbindung
Kutschenvorbindung St. Louis-San Francisco
(6 Zeilen, 1 Bild)

Seite

10

Gershwin wäre sechzig Jahre alt
(15 Zeilen, 1 Bild)

Seite

10

Universität von Südkalifornien vergibt
Doktortitel für Filmkunst
(20 Zeilen)

Seite

11

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Für die Jugend

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Oktober 1958

IX. Jahrgang. Nr. 1 Q/Y
INHALTSVERZEICHNIS

AUS DEM KULTURELLEN LEBEN AMERIKAS (v)
• 75 JAHRE "MET"
Glorreiche Operntradition zwischen Wolkenkratzern
(60 Zeilen, 1 Bild)

Seite 1

1850 MEILEN TAUCHFAHRT UNTER DEM POLAREIS
Die große Pionierfahrt der USS Nautilus
(120 Zeilen, 5 Bilder)

Seite

4

VIER MILLIONEN ALIERIKANIS CHE MÄDCHEN SCHNEIDERN SELBST
(12 Zeilen)

Seite

9

DAS SCHWARZE BRETT
DENKWÜRDIGE DATEN
TT)Germantown
(20 Zeilen)

Seite 10

(2) Fragen Sie Herrn Webster
(16 Zeilen, 1 Bild)

Seite 11

(3) Theodore-Roosevelt-Gedenkjähr
(16 Zeilen)

Seite 12

(4) 51. Oktober, Halloween - Nacht der
Hexen und Geister
(35 Zeilen)

Seite 12

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Für die Jugend
November

IX. Jahrgang. Nr. 11/Y

1958

INHALTSVERZEICHNIS
MEILENSTEINE IN DER ALIERIKANISCHEN GESCHICHTE
THANKSGIVING - DER AN TRADITION REICHSTE
FESTTAG AMERIKAS
Zum 27« November 1958
(78 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

1

KREUZ UND QUER DURCH DIE USA
MASSACHUSETTS - KEIMZELLE DER USA
Glückliche Synthese von Vergangenheit
und Gegenwart
(100 Zeilen, 4 Bilder)

Seite

4

ZUM INTERNATIONALEN GEOPHYSIKALISCHEN JAHR
DAVID MORRISON - EIN JUNIOR DER WISSENSCHAFT
Beobachtung der Sonnenfinsternis im Pazifik
(75 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

8

DAS SCHWARZE BRETT
KINDER ILLUSTRIEREN "ANDERSONS MÄRCHEN1
(5 Zeilen)

Seite

11

DISNEY STÖSST IN "WEISSE WILDNIS" VOR
(5 Zeilen)

Seite

11

UNICEF-BUCH ÜBER KINDER IN ALLER WELT
(12 Zeilen)

Seite

11

DER COWBOY BEKOMMT EIN DENKMAL
(7 Zeilen)

Seite

12

KATHOLISCHE KNABENSCHULE IN DER
JÜDISCHEN GEMEINDE
(9 Zeilen)

Seite , 12

* * * * *

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IX. Jahrgang. Nr. 12/Y

Für die Jugend
Dezember

1958

INHALTSVERZEICHNIS
ARTIKEL
"PUTZ" HEISST "KRIPPE"
Weihnachten im amerikanischen Bethlehem
(60 Zeilen, 2 Bilder)

Seite

1

AUS DER ARBEIT EINES AMERIKANISCHEN
JUGKND-ROT-KREUZ-KLUBS
Weihnachtsfest für Ungarnflüchtlinge
(40 Zeilen, 1 Bild)

Seite

4

SCHULE AM RANDE DER WÜSTE
Das Leben auf einer Ranchschule in Arizona
(54 Zeilen, 1 Bild)

Seite

6

DAS SCHWARZE BRETT
Eine Schule reist um die Welt
(9 Zeilen)

Seite

Weihnachtssingen mit Bing Crosby
(8 Zeilen)

Seite

Flugschüler der Brüder Wright gründet
Luftfahrthistorisches Museum auf Long Island
(8 Zeilen)

Seite

Alte Indianersiedlungen in Colorado werden
freigelegt
(8 Zeilen)

Seite

Kinder senden für Kinder
(12 Zeilen)

Seite

*

* * *

*

10

�</text>
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amcrika
dienet

Herausgeber. U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

Z12462 C

04

26.Januar 1995

LAGE DER NATION

CLINTON: SICHERHEIT DER USA ABHÄNGIG
VON FÜHRUNGSROLLE IN DER WELT
Bericht zur Lage der Nation

AUSSENPOLITIK

GRUNDSÄTZE UND TAGESORDNUNG DER
AMERIKANISCHEN AUSSENPOLITIK
Rede von Außenminister Christopher

AUSLANDSHILFE

FORTGESETZTES ENGAGEMENT FÜR
ENTWICKLUNG
Rede von AI D-Direktor Atwood

HOLOCAUST-MUSEUM

50. JAHRESTAG DES TODESMARSCHES
VON AUSCHWITZ
Feierliche Zeremonie im Holocaust
Memorial Museum

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Deichmanns Aue 29
D 53170 Bonn

Tel.:0228-339 23 72
Fax:0228-33 41 02

�LAGE

DER

NATION
25.Januar 1995

CLINTON: SICHERHEIT DER USA ABHÄNGIG
VON FÜHRUNGSROLLE IN DER WELT
Bericht zur Lage der Nation
WASHINGTON - (AD) - Mit der erneuten Feststellung, die Vereinigten Staaten könnten "nicht stark im Inland
sein, wenn wir nicht im Ausland stark sind", erklärte Präsident Clinton in seinem Bericht zur Lage der Nation
am 24. Januar 1995, die nationale Sicherheit Amerikas sei "abhängig von unserer weiteren Führungsrolle in
der Welt beim Streben nach Frieden, Freiheit und Demokratie".
In der jährlichen Regierungserklärung, die sich im wesentlichen auf innenpolitische Themen konzentrierte,
forderte der Präsident den Kongreß auf, "unverzüglich" ein Paket von Kreditbürgschaften für Mexiko zu
verabschieden, da ein solches Gesetz "richtig für Amerika" sei und "im Interesse der Millionen von
Amerikanern, deren Lebensunterhalt an das wirtschaftliche Wohlergehen Mexikos geknüpft ist".
Nachfolgend veröffentlichen wir den vorbereiteten Redetext des Berichts zur Lage der Nation von Präsident
Clinton.

Herr Präsident, Mr. Speaker, verehrte Mitglieder des
104. Kongresses der Vereinigten Staaten, liebe
Mitbürger,
wiederum sind wir hier an dieser Freistatt der
Demokratie versammelt, und wiederum hat die
Demokratie gesprochen. Allen Mitgliedern des 104.
Kongresses und Ihnen, Mr. Speaker, herzlichen
Glückwunsch!
Auch wenn wir sonst vielleicht nie einer Meinung
sind, müssen wir doch zugeben, daß das amerikanische Volk 1992 und 1994 für Wandel gestimmt hat.
Wir haben Amerika nicht singen gehört - wir haben
Amerika rufen gehört. Und jetzt müssen wir sagen:
Wir haben Euch gehört. Wir werden zusammenarbeiten, damit wir Euer Vertrauen verdienen.
Denn wir sind alle die Hüter eines geheiligten
Vertrauens, und wir müssen es in diesem neuen
Zeitalter bewahren. Vor über 200 Jahren veränderten unsere Gründerväter den Lauf der Geschichte,
indem sie gemeinsam ein neues Land gründeten,
das von einer mächtigen Idee geleitet war: Wir
erachten die Wahrheit als selbstverständlich, daß
alle Menschen gleich geschaffen sind und von ihrem
Schöpfer mit bestimmten unveräußerlichen Rechten
ausgestattet wurden, darunter Leben, Freiheit und
das Streben nach Glück.

AMERIKA DIENST 04

Seither obliegt es jeder Generation, diese Idee - die
amerikanische Idee - zu bewahren und ihre Bedeutung in neuen und veränderten Zeiten voranzubringen. An Lincoln und seinen Kongreß gerichtet: Die
Union zu erhalten und die Sklaverei abzuschaffen.
An Theodore Roosevelt und Woodrow Wilson gerichtet: Die Mißstände und Exzesse der Industriellen
Revolution zu beheben und die amerikanische
Führungsrolle in der Welt zu bekräftigen. An Franklin
Roosevelt gerichtet: Die Weltwirtschaftskrise zu
bekämpfen und den großen Kampf unseres Jahrhunderts gegen den Faschismus zu führen. An alle
Präsidenten seitdem gerichtet: Den Kalten Krieg zu
führen. Und insbesondere an zwei Präsidenten
gerichtet, die in Partnerschaft mit Kongressen der
Oppositionspartei arbeiteten: An Harry Truman, der
uns zu beispiellosem Wohlstand im Inland führte und
die Architektur des Kalten Krieges entwarf. Und an
Ronald Reagan, der uns ermahnte, weiterzumachen,
bis der Kampf gegen den Kommunismus gewonnen
war.
In einer anderen Zeit des Wandels und der Herausforderungen war ich der erste Präsident, der in der
Ära nach dem Kalten Krieg gewählt wurde - einer von
der Weltwirtschaft, der Informationsrevolution, beispiellosen Veränderungen und Chancen sowie von
Unsicherheit für den Durchschnittsamerikaner gekennzeichneten Ära. Ich kam vor zwei Jahren mit

Seite 1

�einer Mission in diese ehrwürdige Kammer: Den
Amerikanischen Traum für uns alle wiederherzustellen und zu gewährleisten, daß wir immer noch als
die stärkste Kraft der Welt für Freiheit und Demokratie ins 21. Jahrhundert gehen.
Ich war entschlossen, schwierige Probleme in Angriff
zu nehmen, die zu lange vernachlässigt worden
waren. Dabei habe ich Fehler gemacht und wieder
die Demut gelernt, die jedem menschlichen Unterfangen eigen ist. Aber ich bin stolz, heute abend
sagen zu können, unser Land ist stärker, als es vor
zwei Jahren war.
Ein Rekordzahl von Amerikanern hat in der neuen
Weltwirtschaft Erfolg. Wir leben im Frieden und sind
eine Kraft für Frieden und Freiheit auf der ganzen
Welt. Seit meinem Amtsantritt haben wir fast 6
Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen. Wir haben
die niedrigste Arbeitslosen- und Inflationsrate seit
über 25 Jahren. Der Handel ist expandiert, wir
haben mehr Polizisten auf unseren Straßen eingesetzt, unseren Bürgern mehr Instrumente an die
Hand gegeben, um ihre Bildung und Ausbildung zu
verbessern und ihre Gemeinden wiederaufzubauen.
Aber die steigende Flut trägt nicht alle Boote nach
oben.
Obwohl unsere Nation sich des Friedens und Wohlstands erfreut, arbeiten noch immer zu viele unserer
Mitbürger härter für weniger Geld. Obwohl unsere
Unternehmen umstrukturiert und konkurrenzfähiger
werden, können zu viele unserer Mitbürger nicht
sicher sein, ob sie nächstes Jahr oder sogar nächsten Monat noch einen Arbeitsplatz haben. Und
sehr viel mehr als unsere materiellen Güter ist in
Gefahr - sehr viel wertvollere Dinge: Unsere Kinder,
unsere Familien, unsere Werte.
Unser bürgerliches Leben leidet. Die Bürger arbeiten weniger zusammen, sind aggressiver.
Die
Bande der Gemeinschaft, die von Anbeginn an die
große Stärke dieses Landes waren, sind stark
verschlissen.
Was können wir dagegen unternehmen? Vor über
60 Jahren, beim Anbruch eines anderen neuen
Zeitalters, erklärte Franklin Roosevelt der Nation:
"Neue Umstände erlegen der Regierung und den
Regierenden neue Anforderungen auf." Von dieser
einfachen Prämisse ausgehend schuf er den New
Deal, der den Wohlstand unserer Nation wiederherstellte und die Beziehungen zwischen den Amerikanern und ihrer Regierung ein halbes Jahrhundert
lang definierte.
Dieser Ansatz funktionierte zu seiner Zeit. Aber
heute sehen wir uns mit einer anderen Zeit und

Seite 2

anderen Gegebenheiten konfrontiert. Wir bewegen
uns vom industriellen Zeitalter der Maschinen und
des Schweißes zum Informationszeitalter, das mehr
Qualifikation und Lernen erfordert. Unsere Regierung, einstmals der Verfechter der nationalen Zielsetzung, wird jetzt als Bewahrer kleinlicher Interessen
angesehen, der unseren Bürgern mehr Lasten
auferlegt, statt sie so auszurüsten, daß sie weiterkommen. Die Werte, die uns zusammenhielten,
brechen auseinander.
Deshalb müssen wir heute abend ein neues soziales
Gefüge schmieden, um den Herausforderungen
unserer Zeit zu begegnen. An der Schwelle zu
einem neuen Zeitalter benötigen wir ein neues
Verständnis, nicht nur unserer Regierung, sondern vor allem - besseres gegenseitiges Verständnis.
Darüber möchte ich heute abend mit Ihnen sprechen.
Ich bezeichne dieses Verständnis als neuen Bund,
der sich jedoch auf eine sehr alte Idee gründet: Alle
Amerikaner haben nicht nur das Recht, sondern auch
die Pflicht, so weit voranzukommen, wie ihre von Gott
gegebenen Talente und ihre Entschlossenheit sie
bringen und ihren Gemeinden und ihrem Land im
Gegenzug etwas zurückzugeben.
Chancen und Pflichten gehen Hand in Hand. Wir
können das eine nicht ohne das andere haben. Und
unsere Nation hat keinen Zusammenhalt ohne
beides.
Unser neuer Bund enthält ein neues Verständnis
dessen, wie wir unser Volk für die Herausforderungen
der neuen Volkswirtschaft ausrüsten, wie wir unsere
Regierungsarbeit an eine neue Zeit anpassen, und
vor allem, wie wir die beschädigten Bande unserer
Gesellschaft reparieren und uns hinter unsere gemeinsame Sache stellen können. Wir müssen bei
unserer Wirtschaft, unserer Regierung und bei uns
selbst dramatische Veränderungen vornehmen.
Wir wollen uns der Aufgabe stellen. Wir wollen
Parteipolitik, Kleinmut und Stolz beiseite lassen.
Während wir einen neuen Kurs einschlagen, wollen
wir unser Land an die erste Stelle setzen und uns vor
Augen führen, daß wir unabhängig von unserem
Parteibuch alle Amerikaner sind. Alle unsere Aktionen sollten von der einfachen Frage geleitet sein: Ist
dies gut für das amerikanische Volk?
Wir können von den Amerikanern nicht verlangen,
bessere Bürger zu sein, wenn wir nicht bessere
Staatsdiener sind. Wir haben in dieser Woche mit
der Verabschiedung eines Gesetzes den Anfang
gemacht, das für den Kongreß dieselben Gesetze
vorschreibt wie für den Privatsektor. Aber wir müssen noch sehr viel mehr tun.

AMERIKA DIENST 04

�Auf den Straßen und in den Gängen von Washington sieht man dreimal soviele Lobbyisten wie vor 20
Jahren. Das amerikanische Volk blickt auf die
Hauptstadt des Landes und sieht eine Stadt, in der
diejenigen mit den guten Verbindungen das System
melken und die Interessen des Durchschnittsbürgers
zu häufig mißachtet werden.
Als dieser neue Kongreß seine Türen öffnete, waren
die Lobbyisten noch an der Arbeit. Bezahlte Reisen,
teure Geschenke ... business as usual. Zweimal in
diesem Monat haben Sie gegen die Abschaffung
dieser Geschenke gestimmt. Nun, man braucht
nicht für alles ein Gesetz. Heute abend fordere ich
Sie auf, diese Geschenke einfach nicht anzunehmen
- jetzt, ohne auf die Verabschiedung des Gesetzes
zu warten. Legen Sie mir dann das strengste
Gesetz zur Reform des Lobbyismus vor, und ich
werde es unterzeichnen.
Die Lobbyisten sollten gezwungen werden, den
Menschen zu sagen, für wen sie arbeiten, was sie
ausgeben und was sie wollen. Und wir wollen den
Einfluß des großen Geldes bei unseren Wahlkampagnen beschneiden, indem wir die Kosten des Wahlkampfs senken, den Einfluß der politischen Aktionskomitees begrenzen und die Fernsehsender zu
einem Instrument der Demokratie machen, indem wir
den Kandidaten kostenlose Sendezeit zur Verfügung
stellen.
Als der Kongreß im letzten Jahr die politischen
Reformen vereitelte, standen die Lobbyisten tatsächlich in den heiligen Hallen dieses Gebäudes und
freuten sich. In diesem Jahr wollen wir den Menschen zu Hause etwas geben, über das sie sich
freuen können.
Noch wichtiger ist, wir wollen die Regierung ändern sie kleiner, kostengünstiger und klüger machen schlanker, nicht schlechter.
Der neue Bund ist ein Ansatz zur Regierungsführung, der sich so sehr von dem alten bürokratischen
Weg unterscheidet wie der Computer von einer
Schreibmaschine.
Der alte bürokratische Weg
schützte die Interessengruppen. Der neue Bund
blickt auf die Interessen der Durchschnittsbürger.
Der alte Weg teilte uns nach Interessen, Wahlkreis
oder Klasse - der neue Bund vereint uns hinter einer
gemeinsamen Vision dessen, was am besten für
unser Land ist.
Der alte Weg bot Dienstleistungen über große,
hierarchische, inflexible Bürokratien an. Der neue
Bund verlagert die Ressourcen und den Entscheidungsprozeß von den Bürokraten zu den Bürgern
und bewirkt Entscheidungsfreiheit, Wettbewerb und

AMERIKA DIENST 04

Verantwortung des einzelnen bei der nationalen
Politik.
Der alte Weg schien Fehlschläge zu belohnen. Der
neue Bund birgt Anreize zur Belohnung des Erfolgs.
Der alte Weg war in Washington zentralisiert. Der
neue Bund muß in den Gemeinden im ganzen Land
Fuß fassen.
Unsere Aufgabe hier besteht in der Verbesserung der
Chancen, nicht der Erweiterung von Bürokratie, damit
die Menschen das Beste aus ihrem Leben machen
können und um unsere Sicherheit im In- und Ausland
zu verbessern.
Wir müssen die Illusion aufgeben, daß es ein Programm für jedes Problem gibt und die Fehleinschätzung, daß die Regierung die Quelle allen Übels ist.
Unsere Aufgabe ist es, die Regierung von gestern
abzuschaffen, damit die Menschen die Erfordernisse
von heute und morgen bewältigen können.
Bevor ich Präsident wurde, haben andere jahrelang
gesagt, sie würden die Regierung abspecken, aber
es ist nicht viel geschehen. Wir haben etwas getan.
Wir haben allein in den letzten beiden Jahren die
Ausgaben um mehr als eine Viertel Billion Dollar
gekürzt, über 300 innenpolitische Programme eingestellt, über 100.000 Positionen in der Bundesbürokratie abgeschafft. Aufgrund der von uns bereits getroffenen Entscheidungen werden wir insgesamt mehr
als eine Viertelmillion Positionen abgeschafft und
damit die Bundesregierung zur schlanksten seit John
F. Kennedys Präsidentschaft gemacht haben.
Unter der Führung von Vizepräsident Gore haben
unsere Initiativen bereits Einsparungen in Höhe von
63 Milliarden Dollar für den Steuerzahler bewirkt.
Das Zeitalter des 500-Dollar-Hammers ist vorbei.
Nutzlose Programme wie Mohair-Subventionen
wurden abgeschafft. Wir haben das Landwirtschaftsministerium um über 1.200 Büros verkleinert. Wir
haben das Formular für Kredite für mittelständische
Unternehmen von einem zentimeterdicken Wälzer auf
eine Seite gekürzt und das 10.000 Seiten starke
Personalhandbuch der Regierung weggeworfen.
FEMA - das Bundesamt für Katastrophenschutz - ist
nicht länger eine Katastrophe, sondern hilft den
Menschen. Regierungsangestellte haben Hand in
Hand mit Privatunternehmen in Rekordzeit und bei
Unterschreitung des Budgets die zerstörten Autobahnen in Südkalifornien wiederaufgebaut. Und weil die
Bundesregierung rasch gehandelt hat, findet in allen
bis auf einer der bei dem Erdbeben beschädigten 650
Schulen wieder Unterricht statt.
Die Universitätsverwaltungen sagen mir, daß sie
Wochen an Arbeitszeit bei der Bearbeitung von

Seite 3

�t

Kreditanträgen für den Collegebesuch aufgrund
unseres College-Kreditprogramms einsparen, das
die Kosten für den Steuerzahler und die Studenten
senkt, ihnen die Rückzahlung ihrer Kredite für den
Collegebesuch erleichtert und den bürokratischen
Aufwand verringert.

bestimmte grundlegende nationale Erfordernisse in
jedem Bundesstaat angesprochen werden müssen.
Schutzimpfungen gegen Kinderkrankheiten, Schulspeisung, Head Start, medizinische Versorgung sowie
die Ernährung von schwangeren Müttern und Kindern
- dies liegt im nationalen Interesse.

Frühere Berichte über Regierungsreformen verstaubten in den Regalen. Wir erzielen Resultate.
Aber wir sind noch nicht fertig. Es wird eine zweite
Runde der Umstrukturierung der Regierung geben.
Wir schlagen eine Kürzung der Ausgaben in Höhe
von 130 Milliarden Dollar vor, indem wir die Ministerien verkleinern, die Inlandsausgaben weiter einfrieren und die 60 Programme für den sozialen
Wohnungsbau auf drei reduzieren. Wir werden über
100 unnötige Programme abschaffen - wie die
zwischenstaatliche Handelskommission und das
Programm für Heliumreserven.

Ich teile Ihren Wunsch, kostenintensive, unnötige
Bestimmungen abzuschaffen. Aber wenn wir deregulieren, dürfen wir nicht vergessen, welche nationalen
Aktionen im nationalen Interesse uns etwas gegeben
haben: Gesündere Nahrungsmittel für unsere Familien, sichereres Spielzeug für unsere Kinder,
sicherere Pflegeheime für unsere Eltern. Sicherere
Autos und Autobahnen. Und sicherere Arbeitsplätze.
Sauberes Wasser und saubere Luft.

Diese Programme sind überholt. Wir müssen die
Regierung von gestern abspecken, um die Probleme
von morgen zu lösen.
Und wir müssen die Regierung den Menschen näher
bringen, denen sie dienen soll. Wo die Bundesstaaten und Gemeinden, die Privatleute und der Privatsektor bessere Arbeit leisten können, sollten wir aus
dem Weg gehen. Wir entziehen den staatlichen
Bürokratien Macht und geben sie den Gemeinden
und Einzelpersonen zurück. Und es ist an der Zeit,
daß der Kongreß aufhört, den Bundesstaaten die
Kosten für Entscheidungen aufzuerlegen, die wir hier
in Washington treffen.
Seit Jahren hat der Kongreß die Kosten für nichtige
Ausgabenprojekte verschleiert - und das letzte Jahr
war nicht anders: Eine Million Dollar für eine Studie
über die Belastung von Pflanzen, 12 Millionen Dollar
für ein Programm zur Beseitigung von Zecken, das
nicht einmal funktionierte. Gewähren Sie mir das
selektive Veto, und ich werde dem Steuerzahler
Geld sparen.
Aber wenn wir Kürzungen vornehmen, sollten wir
uns vor Augen halten, daß die Regierung noch
immer wichtige Pflichten hat: Die jungen Menschen
halten unsere Zukunft in Händen; wir schulden
unseren Veteranen etwas, die bereit waren, ihr
Leben für uns aufs Spiel zu setzen und den Älteren,
die uns zu dem gemacht haben, was wir sind. Mein
Haushalt nimmt einschneidende Kürzungen vor, aber
er schützt das Bildungswesen, die Veteranen, das
Sozialwesen und Medicare, und das sollten Sie auch
tun.
Wenn wir den Bundesstaaten größere Flexibilität
einräumen, sollten wir uns daran erinnern, daß

Seite 4

Benötigen wir mehr gesunden Menschenverstand und
Fairness für unsere Bestimmungen? Natürlich. Aber
wir können gesunden Menschenverstand haben und
trotzdem unverschmutztes Trinkwasser bereitstellen.
Wir können Fairness zeigen und trotzdem Giftmülldeponien beseitigen. Und wir sollten es tun.
Sollten wir das Defizit weiter abbauen? Natürlich
sollten wir das. Wir müssen die Ausgaben so senken, daß die wirtschaftliche Gesundung nicht gefährdet ist und die Mittelschicht oder Senioren nicht
bestraft werden.
Ich weiß, viele von Ihnen in dieser Kammer unterstützen einen Zusatzartikel über einen ausgewogenen
Haushalt. Wir alle wollen einen ausgeglichenen
Haushalt. Unsere Administration hat mehr getan, um
den Haushalt auszugleichen, als jede andere Regierung seit langer Zeit. Aber wenn Sie diesen Zusatzartikel verabschieden, müssen Sie dem amerikanischen Volk gegenüber ehrlich sein. Die Amerikaner
haben das Recht zu wissen, wo Sie Kürzungen
vornehmen, und wie diese Kürzungen sie betreffen.
Und Sie sollten es ihnen sagen, bevor Sie die Verfassung ändern.
Der neue Bund enthält Probleme, und es ist unsere
Pflicht, uns damit zu befassen.
Nichts hat unser Verantwortungsbewußtsein stärker
untergraben als unser gescheitertes Sozialsystem.
Es belohnt Sozialhilfe statt Arbeit. Es höhlt Familienwerte aus. Es gestattet Millionen von Eltern, sich
ihrer Unterhaltspflichten zu entziehen.
Aus diesem Grund habe ich so lange auf die Reform
des Sozialsystems hingearbeitet. Wir haben einen
guten Anfang gemacht. In den vergangenen beiden
Jahren hat meine Administration mehr Bundesstaaten
die Chance für eigene Wege zur Sozialreform geboten als die beiden letzten Administrationen zusam-

AMERIKA DIENST 04

�mengenommen. Im vergangenen Jahr habe ich
einen Plan zur einschneidendsten Sozialreform
vorgelegt, der je von einer Administration eingebracht wurde.
Wir müssen das Sozialsystem zu dem machen, was
es sein soll: Eine zweite Chance, nicht ein Lebensstil. Wir werden den Sozialhilfeempfängern behilflich
sein, so schnell wie möglich wieder zu arbeiten,
Kinderbetreuung zur Verfügung stellen und gegebenenfalls bis zu zwei Jahre lang Unterricht in den
erforderlichen Qualifikationen anbieten. Aber danach gilt eine einfache Regel: Jeder, der arbeiten
kann, muß arbeiten.
Wenn ein Elternteil seinen Unterhaltspflichten nicht
nachkommt, werden wir ihn dazu verpflichten. Wir
werden seinen Führerschein einziehen, ihn über die
Grenzen der Bundesstaaten hinaus verfolgen und
ihn das Geschuldete abarbeiten lassen. Regierungen erziehen keine Kinder. Die Eltern tun das.
Ich möchte mit Ihnen bei der Verabschiedung der
Sozialreform zusammenarbeiten. Unser Ziel muß es
jedoch sein, die Menschen zu befreien und ihnen
einen Aufstieg zu ermöglichen - von der Abhängigkeit in die Unabhängigkeit, von der Sozialhilfe zur
Arbeit, vom bloßen Kinderkriegen zu verantwortungsbewußter Elternschaft - und sie nicht bestrafen,
nur weil sie arm sind. Wir sollten Arbeit und gegenseitiges Verantwortungsbewußtsein fördern, aberwir
sollten keinen ausschließen, nur weil er arm, jung
oder unverheiratet ist. Wir sollten Verantwortungsbewußtsein fördern, indem wir von jungen Müttern
verlangen, daß sie bei ihren Eltern oder in einer
geordneten Umgebung leben und die Schule beenden, nicht indem wir sie und ihre Kinder auf die
Straße setzen. Wir sollten nicht arme Kinder für die
Fehler ihrer Eltern bestrafen.
Dies sollte das Jahr sein, in dem wir das bisherige
Sozialsystem abschaffen. Es sollte aber auch das
Jahr sein, in dem wir nicht länger zulassen, daß
dieses Thema Amerika spaltet. Niemand möchte
das Sozialsystem lieber abschaffen als die Menschen, die in ihm gefangen sind. Wir wollen Bildung, Arbeit und gute Elternschaft fördern. Wir
wollen schlechtes Verhalten und die Weigerung
bestrafen, ein Schüler, ein Arbeitnehmer, ein verantwortungsbewußter Elternteil zu sein. Wir wollen
nicht Armut und Fehler der Vergangenheit bestrafen.
Wir alle haben Fehler gemacht. Keiner von uns
kann seine Fehler von gestern ungeschehen machen, aber wir alle können die Fehler von morgen
vermeiden. Fragen Sie nur Lynn Woolsey, die sich
von der Sozialhilfe hochgearbeitet hat und jetzt
Kongreßabgeordnete von Kalifornien ist.

AMERIKA DIENST 04

Ich weiß, es ist Mode geworden, Franklin D. Roosevelt zu zitieren. Wir wollen uns an seine genauen
Worte erinnern: "Menschliche Güte hat noch nie die
Widerstandskraft geschwächt oder den Charakter
eines freien Volkes geschädigt. Eine Nation muß
nicht grausam sein, um hart zu sein."
Ich weiß, daß die Kongreßabgeordneten über die
Kriminalität besorgt sind. Aber ich möchte Sie daran
erinnern, daß wir im vergangenen Jahr ein sehr
strenges Verbrechensbekämpfungsgesetz verabschiedet haben - längere Strafen, lebenslängliche
Strafen für dreimal verurteilte Schwerverbrecher,
mehr Vorbeugung, mehr Gefängnisse und zusätzliche
100.000 Polizisten. Und wir haben dies finanziert,
indem wir die Regierungsbürokratie abgebaut und
den Gemeinden Mittel zugewiesen haben, um die
Kriminalitätsrate zu senken. Vielleicht gibt es noch
andere Mittel, um härter bei der Verbrechensbekämpfung vorzugehen und die Kriminalitätsrate zu senken,
und wir wollen sie anwenden. Aber wir wollen die
guten Dinge nicht zurücknehmen, die wir bereits
vollbracht haben. Das ist es, was die Gemeindevertreter denken. Und das ist es, was die Polizisten
denken, die jeden Tag ihr Leben aufs Spiel setzen.
Zweitens hat der letzte Kongreß das Brady-Gesetz
und das Verbot von 19 halbautomatischen Waffen
erlassen. Ich glaube, jeder in diesem Raum weiß,
daß mehrere Mitglieder des letzten Kongresses, die
für das Verbot bestimmter halbautomatischer Waffen
und die Brady Gesetzesvorlage stimmten, deswegen
ihren Sitz verloren haben. Weder die Anhänger des
Gesetzes noch ich sind der Ansicht, daß etwas
unternommen werden sollte, um die legitimen Rechte
unserer Bürger zum Tragen von Waffen zur Jagd
oder für den Sport einzuschränken. Diese Abgeordneten gaben ihren Sitz im Kongreß auf, damit nicht
mehr Kinder und Polizisten im Kugelhagel auf unseren Straßen ihr Leben verlieren. Und ich möchte
nicht, daß dieses Verbot aufgehoben wird.
Wir sollten nicht die staatlichen Programme kürzen,
die uns auf unsere neue Wirtschaft vorbereiten, Verantwortungsbewußtsein fördern und von der Basis
aufwärts organisiert - nicht von Regierungsbürokratien vorgeschrieben - sind. Das beste Beipiel dafür
ist das Programm für einen nationalen Sozialdienst AmeriCorps - , an dem bis heute 20.000 Amerikaner
teilgenommen haben - mehr als je in einem Jahr im
Peace Corps gedient haben. Sie arbeiten in ganz
Amerika, helfen Menschen - von Mensch zu Mensch
- in örtlichen Freiwilligenverbänden, lösen Probleme
und verdienen Geld für ihre Ausbildung. Das ist die
beste Art von Staatsbürgerschaft. Sie ist gut für die
Mitglieder des AmeriCorps und gut für uns alle. Sie
ist das Wesen des neuen Bundes. Und wir sollten
dies nicht aufgeben.

Seite 5

�Alle Amerikaner sind zu Recht beunruhigt über die
hohe Zahl illegaler Einwanderer, die in dieses Land
kommen. Die Arbeit, die sie verrichten, könnte von
unseren Bürgern oder legalen Einwanderern geleistet werden, und die von ihnen genutzten öffentlichen Dienstleistungen belasten unsere Steuerzahler.
Aus diesem Grund ist unsere Administration aggressiv bei der Sicherung unserer Grenzen vorgegangen, indem wir eine Rekordzahl von neuen
Grenzschutzbeamten eingestellt, doppelt so viele
straffällig gewordene Einwanderer als je zuvor
ausgewiesen und illegale Einwanderer aufgespürt
haben, die Amerikanern den Arbeitsplatz wegzunehmen versuchen, und indem wir illegalen Einwanderern Sozialleistungen verweigern.
In dem Haushalt, den ich Ihnen vorlegen werde,
sehen wir weitere Maßnahmen vor, um die Ausweisung von für Verbrechen verurteilten illegalen
Einwanderern zu beschleunigen und illegale Einwanderer am Arbeitsplatz besser ausmachen zu
können, wie es von der Kommission unter Leitung
der ehemaligen Kongreßabgeordneten Barbara
Jordan empfohlen wurde.
Dies ist eine Nation von Einwanderern. Es ist aber
auch eine Nation der Gesetze. Und es ist falsch und
wäre letzten Endes kontraproduktiv, wenn eine
Nation von Einwanderern den Mißbrauch ihrer
Einwanderungsgesetze zuläßt, der in den letzten
Jahren stattfand.
Die wichtigste Aufgabe der Regierung besteht darin,
den Menschen so viele Befugnisse zu verleihen, daß
sie in der neuen Weltwirtschaft erfolgreich sein
können. Amerika war schon immer das Land der
Möglichkeiten, ein Land, in dem man durch harte
Arbeit vorankommen konnte. Wir sind ein Land der
Mittelschicht. Wir stützen uns auf die Werte der
Mittelschicht. Wir müssen die Mittelschicht vergrößern, die Unterschicht verkleinern und gleichzeitig
die Millionen Menschen unterstützten, die bereits in
der neuen Wirtschaft Erfolg haben.
Amerika ist erneut die stärkste Volkswirtschaft der
Welt. Nahezu sechs Millionen Arbeitsplätze in zwei
Jahren. Ein Exportboom. Eine niedrige Inflationsrate. Rückkehr hochbezahlter Arbeitsplätze. Eine
Rekordzahl amerikanischer Unternehmer, die den
Amerikanischen Traum verwirklichen. Wenn wir so
weitermachen wollen, müssen diejenigen, die arbeiten und unsere Nation voranbringen, mehr Vorteile
genießen.
Heute werden zu viele dieser Menschen vergessen.
Sie arbeiten härter für weniger Sicherheit, weniger
Einkommen, weniger Gewißheit, daß sie sich auch
nur einen Urlaub leisten können, viel weniger Geld

Seite 6

für einen Collegebesuch ihrer Kinder und kleinere
Renten für sie selbst. Wir dürfen nicht zulassen, daß
das so weitergeht.
Wenn wir nicht handeln, wird in unserer Wirtschaft
wahrscheinlich weiterhin das geschehen, was seit
1978 der Fall ist: Starke Einkommenserhöhungen
der Oberschicht, wenige Vorteile für die Angehörigen
der Mittelschicht und ein weiteres Zurückfallen der
Unterschicht, ungeachtet dessen, wie hart sie arbeitet.
Wir brauchen eine Regierung, die partnerschaftlich
daran arbeitet, diese neue Wirtschaft zum Nutzen
aller Amerikaner funktionieren zu lassen - eine
Regierung, die jedem einzelnen von uns Bildung und
Ausbildung sowie die Möglichkeit zur Erneuerung
unserer Fähigkeiten bietet.
Aus diesem Grund haben wir so hart daran gearbeitet, die Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten zu
verbessern - von Head Start über staatliche Schulen,
Lehren, Ausbildung am Arbeitsplatz bis zu leichter
finanzierbaren Darlehen zur Collegeausbildung für
mehr als 20 Millionen Amerikaner. Das ist unsere
erste Aufgabe.
Zweitens können wir zur Erhöhung der Einkommen
die Steuern senken. 1993 machten wir den ersten
Schritt mit Steuersenkungen für 15 Millionen Arbeitnehmerfamilien mit Einkommen unter 27.000 Dollar
pro Jahr sowie Steuererleichterungen für die Mehrzahl kleiner und neugegründeter Unternehmen.
Bevor wir noch mehr in dieser Richtung unternehmen
konnten, mußten wir zunächst einmal das ererbte
Haushaltsdefizit senken. Und wir mußten die Wirtschaft ankurbeln. Wir haben beides getan.
Jetzt können wir umfassendere Steuersenkungen
vornehmen.
Steuersenkungen müssen unsere
oberste Pflicht unterstützen und bekräftigen: Den
Bürgern durch Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten bessere Chancen geben, mehr aus ihrem Leben
zu machen. Im Brennpunkt der Steuererleichterungen müssen diejenigen stehen, die für ihre Familien
und Gemeinden die richtigen Entscheidungen treffen.
Ich habe den Vorschlag einer Bill of Rights der
Mittelschicht unterbreitet, die als Bill of Rights and
Responsibilities - mit Rechten und Pflichten - bezeichnet werden sollte, weil ihre Bestimmungen nur
diejenigen begünstigen, die dafür arbeiten, ihre
Kinder auszubilden und zu erziehen oder ihr eigenes
Leben zu verbessern. Die Bill wird daher die erforderlichen Steuererleichterungen vorsehen und zu
kurz- und langfristigen Einkommenserhöhungen
führen, was zum Nutzen aller ist.

AMERIKA DIENST 04

�Die Bill enthält vier Bestimmungen: Erstens Steuererleichterungen für sämtliche Bildungs- und Ausbildungsbestrebungen nach der High School.
Bildung und Ausbildung sind für das wirtschaftliche
Wohlergehen Amerikas heute wichtiger als je zuvor,
und wir sollten sie mit allen uns zur Verfügung
stehenden Mitteln ermutigen. Wenn Unternehmen
Steuererleichterungen für Investitionen in ihre
Fabriken erhalten, warum sollten Familien sie dann
nicht für Investitionen in ihre Zukunft bekommen?
Zweitens ein Steuerfreibetrag in Höhe von 500
Dollar für alle Kinder unter 13 Jahren in Familien der
Mittelschicht.
Drittens ein persönliches Rentenkonto, von dem
gebührenfrei Beträge zur Finanzierung von Bildung
und Ausbildung, Gesundheitsfürsorge, Bau eines
Eigenheims oder Pflege von Angehörigen abgehoben werden können.
Viertens eine G.l. Bill für amerikanische Arbeitnehmer. Wir schlagen vor, 70 Regierungsprogramme
zu streichen und anspruchsberechtigten amerikanischen Arbeitnehmern direkt Gutscheine anzubieten.
Wenn jemand entlassen wird oder nur einen niedrigen Lohn erhält, bekommt er ein oder zwei Jahre
lang einen Gutschein im Wert von jährlich 2.600
Dollar für den Collegenbesuch oder um mit Hilfe
privater oder öffentlicher Ausbildung seine beruflichen Fähigkeiten zu verbessern.
Jeder kann Steuersenkungen fordern. Ich werde sie
aber nicht akzeptieren, wenn dadurch das Haushaltsdefizit erhöht oder unsere wirtschaftliche Erholung gefährdet wird. Wir müssen umfassend und
ehrlich für alle Steuersenkungen bezahlen. Vor zwei
Jahren war es eine offene Frage, ob wir die Kraft
zum Abbau des Defizits haben würden. Dank des
Muts vieler hier Anwesender - sowie derjenigen, die
jetzt kein Abgeordnetenmandat mehr haben begannen wir das zu tun, was andere schon seit
Jahren zugesagt hatten.
Wir Demokraten haben das Haushaltsdefizit um
mehr als 600 Milliarden Dollar gesenkt - das sind
nahezu 10.000 Dollar für jede vierköpfige Familie in
unserem Land. Erstmals seit der Amtszeit Präsident
Trumans wird das Haushaltsdefizit in drei aufeinanderfolgenden Jahren abgebaut.
In meinem Haushaltsentwurf wird die Bill of Rights
der Mittelschicht vollständig durch Kürzungen im
Etat, bei der Verwaltung, bei Programmen und
Subventionen für bestimmte Interessengruppen
finanziert. Und die Ausgabenkürzungen werden
mehr als doppelt so hoch sein wie die Steuersenkungen. In meinem Haushalt wird die Bill of Rights

AMERIKA DIENST 04

der Mittelschicht ohne jede Kürzung bei Medicare
finanziert. Und ich werde mich jeglichem Versuch
widersetzen, Steuersenkungen durch Kürzungen bei
Medicare zu finanzieren.
Ich weiß, daß viele von Ihnen ihre eigenen Ideen zu
Steuererleichterungen haben. Ich möchte mit Ihnen
zusammenarbeiten. Ich beurteile jeden Vorschlag
nach folgenden Kriterien: Führt er zur Schaffung von
Arbeitsplätzen und zu Einkommenserhöhungen?
Unterstützt er Familien und Kinder? Führt er zur
Vergrößerung der Mittelschicht und Verkleinerung der
Unterschicht? Ist er finanzierbar? Wenn das der Fall
ist, unterstützte ich diesen Vorschlag, andernfalls
werde ich ihn ablehnen.
Aus diesem Grund werde ich Sie um Unterstützung
für eine Erhöhung des Mindestlohns bitten. Dadurch
wird Arbeit belohnt. Zweieinhalb Millionen Amerikaner, oftmals Frauen mit Kindern, arbeiten für einen
Stundenlohn von 4,25 Dollar. Gemessen an der
realen Kaufkraft wird dieser Mindestlohn sich nächstes Jahr im Vergleich zu den letzten vierzig Jahren
auf einem Tiefstand befinden.
Ich habe die Argumente und Beweismaterialien für
und gegen Mindestlohnerhöhungen geprüft. Die
Beweise sprechen dafür, daß eine bescheidene
Erhöhung nicht auf Kosten von Arbeitsplätzen geht,
sondern vielleicht sogar mehr Menschen auf den
Arbeitsmarkt lockt. Tatsache ist jedoch, daß man von

einem Stundenlohn von 4,25 Dollar nicht leben kann,
vor allem, wenn man Kinder hat.
Früher waren Mindestlöhne eine Frage, mit der sich
beide Parteien befaßten. Das sollte wieder der Fall
sein. Ich fordere Sie auf, sich zusammenzusetzen
und nach Wegen zu suchen, um den Mindestlohn zu
einem Lohn zu machen, von dem man leben kann.
Der neue Kongreß ist vor weniger als einem Monat
zusammengetreten. Ende dieser Woche, 28 Tage
nach Beginn des neuen Jahres, hat jeder Kongreßabgeordnete bereits soviel an Diäten bekommen, wie
Mindestlohnempfänger im ganzen Jahr verdienen.
Und jeder Abgeordnete dieser Kammern genießt
etwas anderes, das vielen Amerikanern nicht zur
Verfügung steht: Gesundheitsfürsorge. Im letzten
Jahr führten wir erbitterte Auseinandersetzungen über
die Gesundheitsfürsorge, aber es wurde nichts
unternommen. Nüchterne, harte Tatsache ist, daß
seit Beginn dieser Debatte unseres Wissens über 1,1
Millionen Mitglieder von Arbeitnehmerfamilien ihren
Krankenversicherungsschutz verloren haben. Nüchterne, harte Tatsache ist, daß Millionen weiterer
Amerikaner, vorwiegend Landwirte, Selbständige und
Kleinunternehmer angesichts höherer Versicherungs-

Seite 7

�prämien, höherer steuerlicher Abzüge und höherer
Mitgliedsbeiträge eine Untergrabung ihres Versicherungsschutzes beobachten mußten.
Ich bin immer noch der Ansicht, daß unsere Nation
für jede amerikanische Familie Gesundheitsfürsorge
bereitstellen muß. Im vergangenen Jahr haben wir
uns zuviel vorgenommen. Dieses Jahr wollen wir
Schritt für Schritt zusammenarbeiten, um etwas zu
bewirken.
Wir wollen zumindest eine vernünftige Versicherungsreform durchführen, damit kein Amerikaner
Gefahr läuft, seinen Versicherungsschutz zu verlieren oder einen enormen Preis zu zahlen, wenn er
seinen Arbeitsplatz wechselt, verliert oder wenn ein
Mitglied seiner Familie krank wird. Ich möchte mit
den führenden Demokraten und mit Republikanern
wie Bob Dole zusammenarbeiten, die sich schon
immer für eine Reform des Gesundheitswesens
eingesetzt haben. Wir wollen sicherstellen, daß
Selbständige und Kleinunternehmer zu vernünftigeren Beiträgen auf freiwilliger Basis Versicherungsschutz erlangen können. Wir wollen die Familien bei
der Pflege kranker Eltern oder behinderter Kinder
unterstützen. Wir wollen Arbeitnehmern, die ihren
Arbeitsplatz verloren haben, dabei helfen, ihren
Versicherungsschutz ein Jahr lang zu behalten,
während sie einen neuen Arbeitsplatz suchen. Und
wir wollen einen Weg finden, um Gesundheitsfürsorge für unsere Kinder zu gewährleisten. Wir wollen
zusammenarbeiten. Diese Fragen sind zu wichtig,
um in der Alltagspolitik unterzugehen.
Unsere Bürger beschäftigen sich viel mit internen
Sicherheitsbelangen - der Sicherheit unserer Arbeitsplätze und Einkommen, unserer Kinder, unserer
Straßen, unserer Gesundheit, unserer Grenzen.
Das Ende des Kalten Krieges verführt zu der Annahme, alle Sicherheitsbelange, möglicherweise mit
Ausnahme des Handels, lägen innerhalb unserer
Grenzen. Das ist nicht der Fall.
Unsere Sicherheit ist abhängig von unserer weiteren
Führungsrolle in der Welt beim Streben nach Frieden, Freiheit und Demokratie. Wir können nicht
stark im Inland sein, wenn wir nicht im Ausland stark
sind.
Die Finanzkrise in Mexiko ist hierfür ein gutes Beispiel. Wir müssen handeln - im Interesse der Millionen von Amerikanern, deren Lebensunterhalt an das
wirtschaftliche Wohlergehen Mexikos geknüpft ist.
Wenn wir die Arbeitplätze, Exporte und Grenzen der
Vereinigten Staaten sichern wollen, müssen wir
unser Stabilisierungsprogramm umsetzen und dazu
beitragen, Mexiko wieder auf den richtigen Weg zu
bringen. Ich wiederhole nochmals: Dies ist kein

Seite 8

Darlehen, dies ist keine Auslandshilfe, dies ist keine
Kaution. Uns wird eine Bürgschaft gegeben, vergleichbar mit der Gegenzeichnung einer Note zur
Deckung unseres Risikos. Dieses Gesetz ist richtig
für Amerika, und gemeinsam mit den Führern beider
Parteien rufe ich den Kongreß dazu auf, es unverzüglich anzunehmen.
Heute ist keine einzige russische Rakete mehr auf
unsere Häuser oder unsere Kinder gerichtet. Und wir
zerstören gemeinsam mit ihnen die Raketen und
Bomber, die mit 9.000 nuklearen Gefechtsköpfen
bestückt sind.
Wir haben in der Welt nach dem Kalten Krieg so
schnell so große Fortschritte gemacht, daß es leicht
ist, die Verringerung der atomaren Bedrohung für
selbstverständlich zu halten. Sie besteht aber noch,
und unsere Arbeit ist noch nicht beendet.
Dieses Jahr ersuche ich den Senat um die Annahme
des START Il-Vertrags - und die Zerlegung von
Waffen mit über 5.000 weiteren Gefechtsköpfen. Die
Vereinigten Staaten werden die Führung bei der
unbegrenzten Verlängerung des Nichtverbreitungsvertrags, beim Erlaß eines umfassenden Atomtestverbots und der Beseitigung von Chemiewaffen übernehmen. Um Nordkoreas möglicherweise todbringendem Nuklearprogramm Einhalt zu gebieten und es
rückgängig zu machen, werden wir weiterhin das mit
dieser Nation abgeschlossene Abkommen umsetzen.
Es ist eine kluge, strenge Übereinkunft auf der
Grundlage kontinuierlicher Inspektionen, mit Sicherheitsklauseln für unsere Verbündeten und uns selbst.
Dieses Jahr werde ich dem Kongreß umfassende
Gesetze zur Terrorismusbekämpfung vorlegen, sei es
im In- oder im Ausland. Wie die Feiglinge, die den
Sprengstoffanschlag auf das World Trade Center
verübten, bezeugen können, werden Terroristen von
den Vereinigten Staaten aufgespürt und vor Gericht
gestellt.
Gerade diese Woche wurden durch einen anderen,
entsetzlichen Terroranschlag in Israel 19 Menschen

getötet und Dutzende verletzt.
Im Namen des
amerikanischen Volkes spreche ich den Familien der
Opfer unser tiefempfundenes Mitgefühl aus. Ich
weiß, das es angesichts von so viel Bösem schwer
ist, weiterzumachen. Aber die Terroristen gehören
der Vergangenheit an, nicht der Zukunft. Wir müssen
- und werden - unser Streben nach einem umfassenden Frieden zwischen Israel und all seinen Nachbarn
im Nahen Osten fortsetzen. Demgemäß habe ich
gestern abend einen Präsidialerlaß unterzeichnet, der
das Vermögen von Terrororganisationen in den
Vereinigten Staaten einfriert, die den Friedensprozeß
im Nahen Osten zu stören drohen und der Finanz-

AMERIKA DIENST 04

�transaktionen mit diesen Gruppen untersagt. Heute
fordere ich unsere Verbündeten und die friedliebenden Nationen der Welt dazu auf, gemeinsam mit uns
mit erneutem Eifer an den globalen Bestrebungen
zur Bekämpfung des Terrorismus teilzunehmen.
Seit dem ersten Tag meiner Amtszeit habe ich
versprochen, daß unsere Nation das Militär mit der
besten Ausrüstung, der besten Ausbildung und der
höchsten Einsatzbereitschaft der Welt behalten
würde. Das ist geschehen. Seit dem Kalten Krieg
haben wir mit bemerkenswertem Können und
Erfindungsgeist eine dramatische Verringerung
unserer Streitkräfte vorgenommen. Um die Einsatzbereitschaft unseres Militärs zu gewährleisten - und
um ihm das Einkommen und die Lebensqualität zu
bieten, die unsere Soldaten und ihre Familien
verdienen - bitte ich diesen Kongreß um eine Erhöhung der Verteidungsausgaben in den nächsten
sechs Jahren um 25 Milliarden Dollar.
Heute
wiederhole ich dieses Ersuchen. Wir erwarten viel
von unseren Streitkräften. Sie müssen auf vielerlei
Art und Weise ihren Dienst tun - und wir müssen
ihnen und ihren Familien das geben, was die Zeiten
erfordern und ihnen zusteht.
Im vergangenen Jahr haben unsere Truppen immer
wieder Amerika von seiner besten Seite gezeigt: In
Ruanda retteten sie Hunderttausende von Menschenleben. Sie handelten blitzschnell, um eine
weitere Bedrohung Kuwaits durch den Irak zu
verhindern. Und sie gaben dem haitianischen Volk
Freiheit und Demokratie zurück.
Die Vereinigten Staaten haben Frieden, Wohlstand,
Freiheit und Demokratie stolz unterstützt - von
Südafrika bis Nordirland, von Mittel- und Osteuropa
bis Asien, von Lateinamerika bis zum Nahen Osten.
All diese Bestrebungen geben Amerika mehr Vertrauen und Sicherheit für seine Zukunft.
Dies, liebe Mitbürger, ist unsere Tagesordnung:
Erweiterung der Chancen, nicht der Bürokratie,
Erhöhung der Sicherheit im In- und Ausland, Verbesserung der Entscheidungsbefungnisse der Menschen, damit sie das Beste aus ihrem Leben machen können.
Das ist ehrgeizig und machbar, aber es ist nicht
genug. Wir brauchen mehr als neue, die Welt
verändernde Ideen oder die Befähigung aller Amerikaner, in der neuen Wirtschaft zu konkurrieren. Wir
brauchen mehr als eine abgespeckte und klügere
Regierung. Mehr als alle Veränderungen, die wir
von außen herbeiführen können. Unser Schicksal
und das nachfolgender Generationen hängt auch
von unserer Fähigkeit ab, Fragen von innen her zu
beantworten, mit den Werten und Stimmen in unse-

AMERIKA DIENST 04

rem Herzen - Stimmen, die uns sagen, daß wir die
Verantwortung für uns selbst, unsere Familien,
unsere Gemeinden und unsere Mitbürger übernehmen müssen.
Wir sind Zeuge des Zerfalls unserer Familien und
Gemeinden. Uns allen wird der Boden unter den
Füßen weggezogen. Der Elternabend in der Schule,
das Treffen im Rathaus, das Fest im Park - es fällt
vielen überarbeiteten Amerikanern schwer, Zeit für
die Dinge zu finden, die die Bande des Vertrauens
und der Zusammenarbeit unter den Bürgern stärken.
Und allzuviele unserer Kinder haben keine Eltern
oder Großeltern, die ihnen das Wissen vermitteln
können, das sie zur Formung ihres Charakters und
Stärkung ihrer Identität benötigen.
Wir sind uns alle bewußt, daß wir in dieser Kammer
zwar etwas bewirken können, die wirkliche Arbeit
aber von unseren Mitbürgern an ihrem Arbeitsplatz
und Wohnort geleistet werden muß. Am Vorabend
des 21. Jahrhunderts ist jeder einzelne wichtiger als
je zuvor, und wir können auf niemanden verzichten.
Das bedeutet, daß der neue Bund für jeden gilt. An
unsere Unternehmer und Wirtschaftsvertreter gerichtet: Wir setzen uns für den Abbau des Haushaltsdefizits, die Erweiterung der Märkte und Förderung
Ihres Erfolgs auf jede erdenkliche Weise ein. Wenn
sie erfolgreich sind, haben Sie jedoch die Pflicht,
Arbeitsplätze in unseren Gemeinden zu erhalten und
den amerikanischen Arbeitnehmern einen gerechten
Anteil am von ihnen geschaffenen Wohlstand zu
geben.
An die Adresse der Vertreter der Unterhaltungsindustrie gerichtet: Wir begrüßen Ihre Kreativität und
ihren weltweiten Erfolg, und wir befürworten ihre
Meinungsfreiheit. Sie sind jedoch verpflichtet, die
Konsequenzen ihrer Arbeit einzuschätzen und sich
bewußt zu machen, welcher Schaden aus ständig
wiederholter, sinnloser Gewalt und unverantwortlichem Verhalten entsteht, die in unseren Medien
allgegenwärtig sind. Sie haben diese Pflicht nicht,
weil wir sie Ihnen auferlegen, sondern weil sie sie
verspüren sollten.
Den führenden Gemeindevertretern sage ich: Wir
müssen der Epidemie von Schwangerschaften unter
Teenagern und unehelichen Kindern Einhalt gebieten.
Ich habe dem Kongreß einen Plan übermittelt, um
landesweit in Schulen funktionierende Programme zur
Verhinderung von Schwangerschaften durchzuführen.
Die Regierung kann jedoch nicht alles tun. Heute
rufe ich Eltern und Politiker im ganzen Land dazu auf,
sich der nationalen Kampagne zur Verhinderung von
Schwangerschaften unterTeenagern anzuschließen um etwas zu bewirken.

Seite 9

�An unsere Religionsvertreter gerichtet: Sie können
Ihre Gemeinden inspirieren, ihren Glauben zu leben,
unsere Kinder einzubeziehen sowie die Notleidenden, die unter dem Zerfall all dessen leiden, was uns
lieb und teuer ist. Denn so vieles, das getan werden
muß, muß von innen kommen. Sie können so viel
bewirken.
Alle Bürger müssen Verantwortung übernehmen.
Wir brauchen viele Menschen, um den notleidenden
Kindern zu helfen, damit sie von der Straße und in
der Schule bleiben, um Heime für Obdachlose zu
bauen, den Menschen Macht in allen bürgerlichen
Vereinigungen zu verleihen, die zum Wachsen
unserer Gemeinden beitragen. Wir brauchen alle
Eltern, damit sie ihren Kindern den Unterschied
zwischen Recht und Unrecht beibringen und sie
ermutigen, zu lernen und zu wachsen, Unrecht
abzulehnen und Selbstvertrauen zu entwickeln.
Ich weiß, wie schwer es ist, daß Sie für weniger
Geld härter arbeiten und unter großem Druck
stehen. Ich weiß auch, wie schwer es fällt, seinen
Pflichten als Bürger nachzukommen, wenn Politiker
beider Parteien Sie jahrelang als Verbraucher und
Zuschauer behandelt haben, ihnen falsche Verpachtungen machten und mit ihren Ängsten und
Frustrationen spielten. Und sie erhalten immer mehr
Informationen negativer Art, die wirklichen Gesprächen nicht förderlich sind. Die Wahrheit ist jedoch,
daß wir einander nicht mehr als Feinde sehen
dürfen, selbst wenn wir unterschiedliche Meinungen
vertreten. Wenn man an die Anfänge dieses Landes
denkt, lag die große Stärke Amerikas immer in
unserer Fähigkeit, uns mit Menschen zusammenzuschließen, die anders als wir selbst waren sowie
in unserem gemeinsamen Bemühen um Einigung.
Und in der heutigen Zeit trägt jeder einzelne eine
Verantwortung, weiterhin so zu handeln.
Das ist das erste Gesetz der Demokratie, die älteste
Lektion unserer Überzeugungen: Gemeinsam sind
wir stärker. Wir alle gewinnen etwas, wenn wir
etwas geben. Deshalb müssen wir unseren Rechten
und Pflichten als Bürger wieder mehr Bedeutung
einräumen. Ich möchte fünf herausragende Beispiele für staatsbürgerliches Verhalten nennen:
Cindy Perry bringt im Rahmen von AmeriCorps
Zweitklässlern im ländlichen Kentucky das Lesen
bei. Im Gegenzug gewinnt sie etwas. Die Mutter
von vier Kindern erklärte, ihr Dienst "inspirierte" sie,
im vergangenen Jahr ein dem High School-Abschluß
gleichwertiges Examen zu machen. Jetzt wird sie
wie Tausende anderer Mitglieder mit dem Stipendium von AmeriCorps das College besuchen, um sich
für den Wettbewerb und Erfolg in der neuen Wirtschaft zu rüsten.

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Während uns so viele Kräfte auseinanderreißen,
dürfen wir keiner Kraft Einhalt gebieten, die uns, wie
AmeriCorps, zusammenbringt.
Polizeiinspektor Stephen Bishop gewinnt durch
Geben: Er hat mit AmeriCorps in Kansas City am
Aufbau einer Bürgerwehr gearbeitet - und beobachtete als Folge davon einen Rückgang der Verbrechensrate. Er setzte sich für unser Gesetz zur
Verbrechensbekämpfung und ein Verbot halbautomatischer Waffen ein und weiß, daß die Menschen,
denen er dient und denen er vorsteht dadurch
allesamt in größerer Sicherheit leben.
Unteroffizier Gregory Depestre gewinnt durch Geben:
Er ging als Mitglied der Streitkräfte seiner Wahlheimat
nach Haiti, um dort zur Sicherung der Demokratie
beizutragen. Und er sah, wie die Menschen seines
Mutterlandes - Haiti - die Demokratie wiederherstellten.
Und Jack Lucas gewann durch Geben: Vor 50
Jahren lehrte und lernte er im Sand von lo To die
Lektionen des Staatsbürgertums. Der 20. Februar
1945 war kein gewöhnlicher Tag für den Jungen aus
einer Kleinstadt. Er und seine drei Kameraden liefen
einen Abhang hinunter und trafen auf den Feind und zwei Granaten zu ihren Füßen. Jack Lucas warf
sich auf sie und rettete damit das Leben seiner
beiden Kameraden. Was gewann er dadurch? Kurz
darauf rettete ihm ein Sanitäter das Leben. Er
gewann eine Ausgangsbasis für die Freiheit. Und er
erreichte folgendes: Jack Lucas wurde mit 17 Jahren
- nur ein Jahr älter als heute sein Enkel - der jüngste
Marineinfanterist in unserer Geschichte und der
jüngste Mann in diesem Jahrhundert, dem die Congressional Medal of Honor verliehen wurde.
Viele Jahre später äußerte er folgendes über diesen
Tag: "Es war unwichtig, woher man kam und wer
man war. Man verließ sich aufeinander. Man tat es
für sein Land."
Wir alle bekommen etwas, wenn wir geben. Wir
ernten, was wir säen. Das ist der Kern unseres
neuen Bundes: Verantwortung. Staatsbürgertum.
Chancen. Dies sind mehr als bloße Überschriften
irgendeines Staatsbürgerkundelehrbuchs. Es sind die
Tugenden, durch die wir uns und die uns von Gott
gegebenen Fähigkeiten verwirklichen können - die
Werte, durch die wir das immerwährende Versprechen Amerikas leben können, den andauernden
Traum von dieser ersten und heiligsten aller Zusicherungen:
Wir erachten die Wahrheit als selbstverständlich, daß alle Menschen gleich geschaffen sind
und von ihrem Schöpfer mit bestimmten,

AMERIKA DIENST 04

�unveräußerlichen Rechten ausgestattet wurden, darunter Leben, Freiheit und das Streben
nach Glück...

Dies ist ein großartiges Land. Und unsere besten
Tage liegen noch vor uns. Gott schütze Sie, und
Gott schütze die Vereinigten Staaten von Amerika.

* * * * *

AMERIKA DIENST 04

Seite 11

�AUSSENPOLITIK
25. Januar 1995

GRUNDSÄTZE UND TAGESORDNUNG DER
AMERIKANISCHEN AUSSENPOLITIK
Rede von Außenminister Christopher
CAMBRIDGE - (AD) - "Amerika muß weiterhin Engagement und Führung zeigen", erklärte US-Außenminister
Warren Christopher am 20. Januar 1995, und "den Erhalt und die Stärkung der Zusammenarbeit mit den
mächtigsten Nationen der Welt anstreben".
In einer Rede vor der John F. Kennedy School of Government in Cambridge (Massachusetts) erläuterte
Christopher die Grundsätze der amerikanischen Außenpolitik und äußerte, es sei für die Vereinigten Staaten
von essentieller Bedeutung, Demokratie und Menschenrechte zu unterstützen sowie Institutionen zur Förderung
wirtschaftlicher und sicherheitspolitischer Zusammenarbeit aufzubauen.
Zur Umsetzung dieser Prinzipien werde er sich 1995 auf fünf Schlüsselgebiete der Außenpolitik konzentrieren:
Förderung des offensten Handelssystems der Geschichte,
Entwicklung einer neuen europäischen Sicherheitsordnung,
Schaffung eines umfassenden Friedens im Nahen Osten,
Bekämpfung der Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen sowie
Kampf gegen das internationale Verbrechen, Drogenhandel und Terrorismus.
Christopher hob ferner hervor, die amerikanische Außenpolitik werde weiterhin das gesamte Themenspektrum
ansprechen, "das für unsere Interessen von Bedeutung ist, wie die Förderung von Stabilität und Demokratie
in Asien, Lateinamerika und Afrika; die Erfüllung dringender humanitärer Bedürfnisse auf der ganzen Welt; die
Bekämpfung der Umweltzerstörung und der Bevölkerungsexplosion".
Nachfolgend veröffentlichen wir den vorbereiteten Text der Rede des Außenministers.
Amerika steht an der Schwelle zu einem neuen
Jahrhundert und ist mit einer Herausforderung
konfrontiert, die an die Chancen und Gefahren
erinnert, denen wir uns am Ende des Ersten und des
Zweiten Weltkriegs gegenübersahen. Damals wie
heute liegen zwei Wege vor uns: Den Sieg für uns
in Anspruch zu nehmen und uns zurückzuziehen
oder eine Führungsrolle zu übernehmen, um eine
Welt mit mehr Frieden, Freiheit und Wohlstand zu
schaffen. Nach dem Ersten Weltkrieg entschieden
sich unsere führenden Politiker für den ersten Weg,
und wir zahlten einen schrecklichen Preis. Niemand
wird bestreiten, daß Harry Truman, George Marshall,
Dean Acheson und Arthur Vandenberg - und das
amerikanische Volk - sich nach dem Zweiten Weltkrieg für den klügeren Weg entschieden.

AMERIKA DIENST 04

Dieselbe weitblickende Verpflichtung zu Führungsrolle
und Engagement Amerikas muß unsere heutige
Außenpolitik leiten.
Das sowjetische Imperium
existiert nicht mehr. Keine Großmacht sieht in der
anderen eine unmittelbare militärische Bedrohung.
Und der Triumph von Demokratie und freien Märkten
verändert die Länder von Europa bis Lateinamerika
und von Asien bis Afrika. Wir haben jetzt die bemerkenswerte Chance zur Gestaltung einer Welt, die den
amerikanischen Interessen dient und im Einklang mit
amerikanischen Werten steht - einer Welt mit offenen
Gesellschaften und offenen Märkten.
Im vergangenen Jahr haben wir dazu beigetragen,
die Ukraine, Kasachstan und Belarus zu atomwaffenfreien Staaten zu machen. Nukleare Gefechtsköpfe
und Raketen aus diesen Staaten und aus Rußland

Seite 1

�werden zerlegt. Die russischen Truppen wurden aus
den baltischen Staaten und aus Deutschland abgezogen. Wir haben mit dem Entwurf einer neuen
europäischen Sicherheitsarchitektur begonnen. Wir
haben in Asien zum Beginn eines Dialogs über
regionale Sicherheit beigetragen. Wir haben mit
Nordkorea ein Rahmenabkommen ausgehandelt, um
das Atomprogramm des Landes einzufrieren und
schließlich zu beseitigen. Wir haben mit China ein
Abkommen erzielt, das die Raketenexporte des
Landes stark begrenzt. Und wir haben die irakische
Aggression gegen Kuwait an der Wurzel bekämpft.
Wir leisteten einen Beitrag zu den historischen
Fortschritten bei der Lösung von Konflikten sowie
der Unterstützung von Demokratie und Entwicklung
auf der ganzen Welt. Wir förderten Abkommen
zwischen Israel und der PLO sowie den Friedensvertrag zwischen Israel und Jordanien. Wir setzten die
demokratisch gewählte Regierung Haitis wieder ein
und werden das Unsere tun, damit diese Leistung
Bestand hat. In seit langer Zeit von Krisen geschüttelten Regionen wie Nordirland, Südafrika und
Kambodscha trugen wir zur Erzielung außerordentlicher Fortschritte für Frieden und Wiedervereinigung
bei. Und bei der historischen Kairoer Konferenz
stellten wir die amerikanische Führungsrolle bei den
entscheidenden Fragen Bevölkerung und Entwicklung wieder her.
Schließlich unternahmen wir gigantische Schritte
zum Aufbau eines offenen Handelssystems für das
nächste Jahrhundert, mit Amerika als Mittelpunkt.
Wir gewannen die Unterstützung beider Parteien für
das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen GATT
und waren führend bei seiner weltweiten Annahme.
Wir wirkten auf eine Abschaffung von Handelshemmissen in der asiatisch-pazifischen Region bis
zum Jahr 2020 sowie auf die Aushandlung von
Freihandelsabkommen in unserer Hemisphäre bis
2005 hin. Und wir erzielten bedeutende Fortschritte
bei der Erweiterung des Zugangs zum japanischen
Markt.
Wir dürfen uns jedoch nicht auf dem Erreichten
ausruhen. Aggression, Tyrannei und Intoleranz
unterminieren immer noch die politische Stabilität
und wirtschaftliche Entwicklung in bedeutenden
Regionen der Welt. Die Amerikaner sehen sich
einer wachsenden Bedrohung durch die Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen, Terrorismus und internationalem Verbrechen gegenüber.
Einst entfernt erscheinende Probleme wie Umweltzerstörung, untragbares Bevölkerungswachstum und
Massenbewegungen von Flüchtlingen stellen jetzt für
die entstehenden Demokratien und den weltweiten
Wohlstand unmittelbare Bedrohungen dar.

Seite 2

Beim Umgang mit diesen Chancen und Gefahren
wird unsere Außenpolitik von mehreren Prinzipien
geleitet. Erstens muß Amerika weiterhin Engagement
und Führung zeigen. Zweitens müssen wir den
Erhalt und die Stärkung der Zusammenarbeit mit den
mächtigsten Nationen der Welt anstreben. Drittens
ist es von essentieller Bedeutung, daß wir Institutionen zur Förderung wirtschaftlicher und sicherheitspolitischer Zusammenarbeit anpassen und aufbauen.
Viertens fördern wir Demokratie und Menschenrechte,
weil das unseren Idealen und Interessen dient.
Das Gebot der amerikanischen Führungsrolle - das
erste Prinzip unserer Strategie - ist die wichtigste
Lektion dieses Jahrhunderts. Es ist ernüchternd, sich
vorzustellen, wie die Welt allein in den vergangenen
beiden Jahren ohne eine Führungsrolle Amerikas
ausgesehen hätte: In der ehemaligen Sowjetunion
vielleicht vier Atommächte statt einer, ein in vollem
Gang befindliches Atomprogramm in Nordkorea, kein
GATT oder NAFTA, brutale Diktatoren in Haiti und
sehr wahrscheinlich irakische Truppen in Kuwait.
Als Weltmacht mit weltweiten Interessen dürfen sich
die Vereinigten Staaten nicht ihrer Führungsrolle
entziehen. Es ist unsere Pflicht zu gewährleisten,
daß die nach dem Kalten Krieg entstandene Dynamik
für mehr Freiheit und Wohlstand nicht durch Vernachlässigung oder kurzsichtige Indifferenz ins
Gegenteil verkehrt wird. Nur die Vereinigten Staaten
verfügen über die Vision und Fähigkeiten zur Konsolidierung dieser Errungenschaften.
Unsere jüngsten Leistungen zeigen, daß eine amerikanische Führungsrolle die Bereitschaft voraussetzt,
Diplomatie durch den glaubwürdigen Einsatz von
Gewalt zu untermauern. Aus diesem Grund ist
Präsident Clinton entschlossen, das amerikanische
Militär als mächtigste und leistungsfähigste Streitmacht der Welt beizubehalten.
Wenn unsere vitalen Interessen auf dem Spiel
stehen, müssen wir zum Alleingang bereit sein.
Unsere Bereitschaft dazu ist oft der Schlüssel für
effektive gemeinsame Aktionen. Die jüngste Debatte

zwischen den Befürwortern unilateraler und multilateraler Aktionen geht von einer falschen Alternative
aus. Multilateralismus ist ein Mittel, kein Zweck.
Bisweilen erzielen wir bessere Ergebnisse zu einem
geringeren Preis an Menschenleben und nationalen
Finanzen, wenn wir die Unterstützung anderer
Nationen mobilisieren, unsere Macht als Druckmittel
benutzen und in Bündnissen und Institutionen eine
Führungsrolle übernehmen. Das ist eine vernünftige
Vorgehensweise, und ich weiß, daß das amerikanische Volk sie befürwortet.

AMERIKA DIENST 04

�Eine Führungsrolle beinhaltet auch, die internationale Aufmerksamkeit auf entstehende globale Probleme zu lenken. Aus diesem Grund haben wir weltweiten Anliegen wie Umwelt, Bevölkerung und
tragfähiger Entwicklung den herausragenden Platz
auf unserer außenpolitischen Tagesordnung eingeräumt, den sie verdienen.
Ebenso wie unsere Nation ihre militärische Einsatzbereitschaft erhalten muß, müssen wir zur Förderung
unserer politischen und wirtschaftlichen Interessen
auf der ganzen Welt bereit sein. Das erfordert gut
ausgebildete Männer und Frauen, moderne Kommunikationstechnologie und entsprechende Ressourcen.
Das zweite Element unserer Strategie ist die zentrale
Bedeutung konstruktiver Beziehungen zu den mächtigsten Nationen der Welt: unseren westeuropäischen Verbündeten, Japan, China und Rußland.
Diese Nationen verfügen über die politischen, ökonomischen oder militärischen Fähigkeiten, das Wohlergehen jedes Amerikaners zu beeinflussen. Die
von relativer Zusammenarbeit charakterisierten
Beziehungen zwischen diesen Ländern sind in
diesem Jahrhundert einzigartig, jedoch nicht irreversibel.
Unsere Strategie gegenüber den Großmächten
beginnt mit Westeuropa und Japan. Wir müssen
unsere Bündnisse mit diesem Kern demokratischer
Länder neu beleben. Ferner müssen wir die jetzt
bestehenden Chancen zum Aufbau konstruktiver
Beziehungen zu China und Rußland ergreifen Länder, die einst unsere erbitterten Gegner waren.
Beide durchlaufen bedeutende, wenn auch sehr
schwierige Umgestaltungsprozesse, die direkte
Auswirkungen auf die Interessen Amerikas haben.
Unsere Partnerschaft mit Japan ist die Stütze
unserer Politik gegenüber Asien, der dynamischsten
Region der Welt. Die Administration hat Asien zum
Mittelpunkt unseres langfristigen außenpolitischen
Ansatzes gemacht. Die Umsetzung der Vision
Präsident Clintons von einer stabilen und prosperierenden pazifischen Gemeinschaft ist weiterhin
unsere oberste Priorität. Asien steht bei unseren
zahlreichen Schwerpunktgebieten für 1995 an
führender Stelle.
Es ist unabdingbar, unsere politischen und sicherheitspolitischen Beziehungen zu Japan zu verstärken. Dasselbe gilt für Südkorea und unsere anderen
Verbündeten. Ebenso wichtig ist, daß die Stärke
unserer Wirtschaftsbeziehungen zu Japan der Stärke
unserer gesamten Beziehungen entspricht.
In
diesem Jahr, in dem wir den 50. Jahrestag des
Endes des Zweiten Weltkrieges begehen, werden wir

AMERIKA DIENST 04

unsere enge Zusammenarbeit bei regionalen und
globalen Fragen hervorheben und gleichzeitig auf
verbesserten Zugang zum japanischen Markt drängen.
Unser Erfolg in Asien erfordert auch fortgesetztes
Streben nach konstruktiven Beziehungen zu China im
Einklang mit unseren allgemeinen Interessen. Wir
begrüßen die Mitgliedschaft Chinas in Organisationen
für regionale Sicherheit und wirtschaftliche Zusammenarbeit. Wir unterstützen den Beitritt des Landes
zur Welthandelsorganisation zu angemessenen
Bedingungen. Und wir werden hart daran arbeiten,
die Kooperationsbereitschaft dieses Landes bei
globalen Nichtverbreitungsregimen zu gewinnen. In
Chinas eigenem Interesse und im Einklang mit seiner
zunehmenden Rolle in der internationalen Staatengemeinschaft muß das Land größeren Respekt für
Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit zeigen.
Chinas jüngstes scharfes Vorgehen gegen Dissidenten ist beunruhigend und nicht mit der Realisierung
des vollen Potentials unserer bilateralen Beziehungen
vereinbar.
Die Beziehungen zu Rußland sind für die Sicherheit
Amerikas von zentraler Bedeutung. Sie sind für
diese Administration eine Schlüsselfrage ihrer Außenpolitik. Ihre Bedeutung zeigt sich an den Treffen, die
ich in dieser Woche in Genf mit Andrej Kosyrew
abgehalten habe. Wir erörterten acht Stunden lang
eine breite Palette gemeinsamer Herausforderungen
und Anliegen. Die Vereinigten Staaten haben ein
enormes Interesse am Ergebnis der weiteren Umgestaltung Rußlands. Ein stabiles, demokratisches
Rußland ist für den Aufbau eines sicheren Europas,
die Lösung regionaler Konflikte und die Bekämpfung
der Weiterverbreitung von unerläßlicher Bedeutung.
Ein instabiles Rußland, das in Autoritarismus zurückfällt oder ins Chaos abgleitet, wäre eine Katastrophe eine direkte Gefahr für seine Nachbarn und mit
seinem riesigen Atomwaffenarsenal erneut eine
strategische Bedrohung für die Vereinigten Staaten.
Aus diesem Grund hat die Clinton-Administration die
russischen Reformen unerschütterlich unterstützt.
Obwohl wir wissen, daß Rußland während dieser
historischen und schwierigen Übergangszeit Rückschläge erleiden könnte, hat sich unsere kontinuierliche Politik des Engagements und der Zusammenarbeit für jeden Amerikaner bezahlt gemacht - von
der Verringerung der atomaren Bedrohung bis zur
Förderung des Friedensprozesses im Nahen Osten.
Aus diesem Grund hat Präsident Clinton vergangene
Woche in Cleveland seine Entschlossenheit zur
Aufrechterhaltung unseres substantiellen Beistands
für die demokratischen und wirtschaftlichen Reformen
in Rußland bekräftigt.

Seite 3

�Wir sind äußerst besorgt über den Krieg in Tschetschenien. Er ist eine schreckliche menschliche
Tragödie. Die Art und Weise, in der Rußland
militärische Gewalt einsetzt, ist übertrieben und
droht, die Zukunft des Landes zu unterminieren. Ich
habe Außenminister Kosyrew gesagt, der Krieg
müsse beendet und ein Versöhnungsprozeß aufgenommen werden. Wir wollen kein Rußland, das in
einem militärischen Morast versinkt, der die Reformen untergräbt und zu einer weltweiten Isolierung
des Landes führt.
Der dritte Grundsatz unserer Strategie ist die Erfordernis, die Institutionen globaler und regionaler
Zusammenarbeit anzupassen und neu zu beleben,
wenn die historische Bewegung zu offenen Gesellschaften und offenen Märkten von Dauer sein soll.
Nach dem Zweiten Weltkrieg baute die Generation
von Truman, Marshall und Acheson die großartigen
Institutionen auf, die dem gemeinsamen Unterfangen
westlicher Demokratien Struktur und Stärke verliehen
- der Förderung von Frieden und Wirtschaftswachstum. Jetzt besteht unsere Herausforderung in der
erneuten Belebung dieser Institutionen - der NATO,
der Vereinten Nationen, des IWF und der Weltbank,
der OECD und anderen. Und wir müssen ihre
Vorteile und Pflichten auf die neuen Demokratien
und Marktwirtschaften ausweiten.
Auf Initiative des Präsidenten einigten sich unsere
Partner in der G-7, im Juli in Halifax eine Strategie
zu entwerfen, um die Wirtschaftsinstitutionen der
Nachkriegszeit an die integriertere Zeit nach dem
Ende des Karten Krieges anzupasssen. Ferner
unterstützen wir regionale Institutionen und Strukturen wie die Organisation Amerikanischer Staaten,
den Verband Südostasiatischer Nationen ASEAN
sowie die Organisation für Afrikanische Einheit bei
der Förderung von Frieden und demokratischer
Entwicklung.

Förderung des offensten Handelssystems der Geschichte, Entwicklung einer neuen europäischen
Sicherheitsordnung, Schaffung eines umfassenden
Friedens im Nahen Osten, Bekämpfung der Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen sowie
Kampf gegen das internationale Verbrechen, Drogenhandel und Terrorismus.
Erstens müssen wir die Dynamik bewahren, die wir
für offeneren globalen und regionalen Handel erzeugt
haben, der für amerikanische Exporte und Arbeitsplätze so lebensnotwendig ist.
Eine Prämisse
unserer Innen- und Außenpolitik ist, daß unsere
Wirtschaftskraft im In- und Ausland sich gegenseitig
verstärkt. Meines Erachtens werden diese Fakten als
entscheidendes Merkmal und dauerhaftes Vermächtnis der Clinton-Administration in die Geschichte
eingehen.
Wir werden die Uruguay-Runde umsetzen und
sicherstellen, daß die neue Welthandelsorganisation
unerläßliche Handelsvorschriften und Disziplinen
aufrechterhält. Wir werden mit Japan und unseren
anderen APEC-Partnern beim Entwurf einer Blaupause zusammenarbeiten, um offenen Handel und
Investitionen in der asiatisch-pazifischen Region
herbeizuführen. Wir werden mit der Verwirklichung
des beim Amerika-Gipfel erarbeiteten Aktionsplans
beginnen. Und wir werden Verhandlungen über den
Beitritt Chiles zum NAFTA aufnehmen.
Ich möchte kurz auf Mexiko und unsere Bestrebungen eingehen, die wirtschaftliche Vertrauenskrise des
Landes zu bewältigen. Der Präsident hat Vision und
Führungskraft bei der Zusammenstellung des erforderlichen Hilfspakets bewiesen, um Mexiko wieder
auf die Beine zu helfen. Die Kreditbürgschaften für
Mexiko haben nicht nur die Unterstützung der Administration, sondern auch der überparteilichen Führung
im Kongreß und des Präsidenten des amerikanischen
Zentralbankrats. Das Paket enthält harte aber faire
Konditionen zum Schutz der amerikanischen Interessen und zur Gewährleistung, daß die Bürgschaften
auch klug verwendet werden.

Als vierten Grundsatz erkennt diese Administration
die Bedeutung von Demokratie und Menschenrechten als grundlegenden Bestandteil unserer
Außenpolitik an.
Unser Engagement steht im
Einklang mit amerikanischen Idealen. Zudem beruht
es auf einer nüchternen Einschätzung unserer
langfristigen Interessen in einer Welt, in der Stabilität
durch Rechenschaftspflicht bekräftigt und Streitigkeiten durch Dialog beigelegt werden, einer Welt mit
freiem Informationsfluß, in der die Rechtsstaatlichkeit
nicht nur politische Rechte, sondern auch die wesentlichen Elemente freier Marktwirtschaften schützt.

Wie der Präsident erklärt hat, sollten wir der Versuchung widerstehen, dieses Paket mit Bedingungen
zu befrachten, die mit dem wirtschaftlichen Gewicht
unserer Bemühungen nichts zu tun haben. Ich
möchte dem Kongreß und dem amerikanischen Volk
folgendes sagen: Dieses Paket liegt im Interesse der
Vereinigten Staaten. Man sollte unverzüglich und
positiv auf dieser Grundlage handeln.

Im neuen Jahr - 1995 - werden wir uns an diese
grundlegenden Prinzipien harten, und ich habe die
Absicht, mich auf fünf Schlüsselbereiche zu konzentrieren, die besondere Möglichkeiten bieten: Die

Im zweiten Bereich der sich bietenden Chancen
werden wir konkrete Schritte zum Aufbau einer neuen
europäischen Sicherheitsarchitektur unternehmen.
Wir sind uns bewußt, daß enge politische, militäri-

Seite 4

AMERIKA DIENST 04

�sehe, wirtschaftliche und kulturelle Bande die Sicherheit und den Wohlstand Europas unerläßlich für
unsere Sicherheit und unseren Wohlstand machen.
Unsere Bestrebungen werden sich auf die Aufrechterhaltung starker Beziehungen zu Westeuropa
konzentrieren, die neuen Demokratien in Zentraleuropa und der ehemaligen Sowjetunion konsolidieren sowie Rußland als verantwortungsbewußten
Partner einbeziehen.

cherheitsrats unterminieren, einschließlich der Sanktionen gegen den Irak und Libyen.

Die NATO ist nach wie vor der Anker des amerikanischen Engagements in Europa sowie der Dreh- und
Angelpunkt der transatlantischen Sicherheit. Die
NATO war stets sehr viel mehr als eine zwischenzeitliche Antwort auf eine zeitweilige Bedrohung. Sie
war ein Garant der europäischen Demokratie und
eine Kraft für europäische Stabilität. Aus diesem
Grund hat ihre Mission Bestand, und aus diesem
Grund sind ihre Vorteile so attraktiv für die neuen
Demokratien Europas.

Trotz der verbleibenden Schwierigkeiten dürfen wir
diese bemerkenswerte Chance nicht vergeuden. Auf
der israelisch-palästinensischen Verhandlungsschiene
müssen wir weiterhin Fortschritte bei der Umsetzung
der Grundsatzerklärung erzielen. Wir sind durch das
gestrige Treffen zwischen Ministerpräsident Rabin
und dem PLO-Vorsitzenden Arafat sowie die ernsthaften Bemühungen beider Seiten bei der Ausarbeitung der komplexen Themen für die nächste Phase
ermutigt. Jede Seite muß die Vorteile des Friedens
erkennen. Die Israelis müssen Sicherheit erlangen.
Die Palästinenser müssen echte Kontrolle über die
politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen
erhalten, die ihr Leben betreffen. Jede Seite muß
Vertrauen in die andere Seite aufbauen - insbesondere zu einer Zeit, in der die Gegner des Friedens
versuchen, das gegenseitige Vertrauen zu zerstören.

In früheren Jahren hat die NATO neue Mitglieder
willkommen geheißen, die ihre Zielsetzung teilten
und zu ihrer Stärke beitragen konnten. Unter der
amerikanischen Führung vereinbarte das Bündnis im
Dezember den Beginn eines stetigen und sorgfältigen Prozesses, der zu seiner Erweiterung führen
wird. Wir prüfen bereits gemeinsam mit unseren
Verbündeten den Prozeß und die Ziele der Erweiterung, und wir werden den Mitgliedern der Partnerschaft für den Frieden vor Ende des Jahres unsere
Schlußfolgerung mitteilen.
Während wir auf die NATO-Erweiterung hinarbeiten,
werden wir auch andere Schlüsselelemente der
neuen europäischen Sicherheitsarchitektur unterstützen: Ein aktives Programm für die Partnerschaft
für den Frieden, eine gestärkte Organisation für
Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa und einen
systematischen Prozeß zur Erweiterung der Beziehungen zwischen der NATO und Rußland.
Der tragische Krieg in Bosnien unterstreicht die
Bedeutung des Aufbaus einer effektiven neuen
Architektur zur Konfliktverhütung und -lösung.
Zusammen mit unseren Partnern in der Kontaktgruppe streben wir eine Verhandlungslösung an, weil
einzig eine Verhandlungslösung eine dauerhafte
Chance birgt und die Ausweitung des Krieges
verhindern kann. Wir dürfen die Situation durch die
einseitige Aufhebung des Waffenembargos nicht verschärfen. Wir waren stets der Ansicht, daß das
Embargo unfair ist. Es im Alleingang aufzuheben,
würde jedoch zum Abzug der UNPROFOR und einer
Eskalation der Gewalt führen. Dies würde den
Konflikt amerikanisieren und andere dazu verleiten,
die Sanktionen gegen Serbien aufzuheben. Es
würde die Autorität aller Resolutionen des UN-Si-

AMERIKA DIENST 04

Der dritte Bereich, in dem sich uns Chancen bieten,
ist die Förderung von Frieden und Sicherheit im
Nahen Osten. Wir wurden Zeuge eines tiefgreifenden Umbruchs im arabisch-israelischen Konflikt, der
vor wenigen Jahren noch nicht denkbar gewesen
wäre.

Die Verhandlungen zwischen Israel und Syrien treten
in eine entscheidende Phase ein. Die Parteien sind
ernsthaft, und bei der Überbrückung der Kluft wurden
Fortschritte erzielt. Wenn in den kommenden Monaten ein Durchbruch erzielt werden soll, müssen
wichtige Entscheidungen getroffen und der Prozeß
beschleunigt werden.
Präsident Clinton und ich werden weiterhin alles in
unserer Macht Stehende zur Unterstützung dieser
Bestrebungen tun.
Während wir den Frieden fördern, müssen wir uns
auch mit den Feinden des Friedens befassen. Die
Massierung irakischer Truppen an der kuwaitischen
Grenze im Oktober vergangenen Jahres unterstrich
die Gefahr, die der Irak für die regionale Sicherheit
darstellt. Saddam Husseins Regime kann man nicht
vertrauen. Die uneingeschränkte Einhaltung aller
relevanten UN-Verpflichtungen ist die einzig mögliche
Grundlage, auf der wir eine Lockerung der Sanktionen in Erwägung ziehen können.
Ein anderer verbrecherischer Staat - Iran - ist jetzt
der Anführer revisionistischer Bestrebungen, die
Chancen für Frieden im Keim zu ersticken. Der Iran
dirigiert und unterstützt finanziell die Operationen der
Hisbollah, Hamas und anderer, die Greueltaten in Tel
Aviv und Buenos Aires verüben. Dieses Land sät
Terror und Subversion in der gesamten arabischen

Seite 5

�Welt. Die Industrienationen, die dem Iran weiterhin
konzessionierte Kredite gewähren, können sich den
Konsequenzen ihres Handelns nicht entziehen: Sie
erleichtern es dem Iran, seine Ressourcen zur
Unterstützung des Terrorismus einzusetzen und die
Aussichten für Frieden auszuhöhlen.
Der Iran konzentriert heute seine gesamten Anstrengungen auf die Entwicklung von Nuklearwaffen.
Wir sind zutiefst besorgt, daß einige Nationen zur
Zusammenarbeit mit dem Iran im Nuklearbereich
bereit sind. Ich möchte nichts beschönigen: Diese
Bestrebungen setzen die Sicherheit des gesamten
Nahen Ostens aufs Spiel. Die Vereinigten Staaten
messen der Verweigerung einer Nuklearwaffenfähigkeit für den Iran höchste Priorität bei. Wir erwarten,
daß die Mitglieder des Sicherheitsrats, denen auf
diesem Gebiet besondere Verantwortung zukommt,
gemeinsam mit uns vorgehen.
Der vierte Bereich, auf den wir 1995 unser Augenmerk lenken, sind spezifische Schritte zur Eindämmung der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und ihren Trägersystemen. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion stellt die Verbreitung
dieser Waffen die gravierendste direkte Bedrohung
des Überlebens der Vereinigten Staaten und ihrer
wichtigsten Verbündeten dar. Unsere globalen und
regionalen Strategien für 1995 umfassen die ehrgeizigste Tagesordnung zur Nichtverbreitung der
Geschichte.
Das Kernstück unserer globalen Strategie ist die
unbegrenzte und bedingungslose Verlängerung des
Nichtverbreitungsvertrags (NW). Die größte Leistung des Vertrags ist unsichtbar: Nicht gebaute
Warfen und nicht umgeleitetes Material. Aber die
Auswirkungen sind klar: Der Alptraum einer Vielzahl
von Nuklearwaffenstaaten wurde nicht wahr.

gung der Nuklearwaffen der ehemaligen Sowjetunion
behilflich sein soll und die Bestrebungen von Möchtegern-Schmugglern vereitelt, indem es die Sicherheit
sensitiver Einrichtungen verbessert.
Bei der Amtsübernahme dieser Administration unterhielt Nordkorea ein aktives Atomwaffenprogramm.
Unkontrolliert hätte es Hunderte Kilos Plutonium zur
Verwendung in Nuklearwaffen produzieren können.
Eine Krise stand unmittelbar bevor, die die Sicherheit
ganz Nordostasiens bedroht und unsere gesamten
Nichtverbreitungsbestrebungen unterminiert hätte.
Im Herbst vergangenen Jahres schlössen die Vereinigten Staaten ein Rahmenabkommen mit Nordkorea, mit dem das Nuklearprogramm des Landes
eingefroren wird, das die Beseitigung des Programms
vorsieht und eine Lösung des gesamten Themenkomplexes vorbereitet. Das Rahmenabkommen hat die
uneingeschränkte Unterstützung von Japan und
Südkorea - wichtigen Verbündeten, deren Sicherheit
es schützen wird und die einen Großteil seiner
Umsetzung finanzieren werden. Wir geben uns
bezüglich Nordkorea keinen Illusionen hin. Die
Verwirklichung des Rahmenabkommens wird sich auf
die Verifizierung, nicht auf Vertrauen gründen. Wir
sind entschlossen sicherzustellen, daß Nordkorea
seine Verpflichtungen auf jedem Stück des Weges
erfüllt.
Die Gegner des Rahmenabkommens mit Nordkorea
tragen die Verantwortung, eine effektive Alternative
vorzuschlagen, die unsere Interessen schützt. Bisher
haben sie diese Pflicht nicht erfüllt.

Unsere globale Strategie beinhaltet ein Moratorium
für Atomtestversuche während der Verhandlungen
über den Vertrag über ein umfassendes Atomtestverbot, ein globales Verbot der Herstellung von
spaltbarem Material für den Bau von Atomwaffen,

Auch im Hinblick auf konventionelle Waffen und
Raketen verfolgen wir eine aggressive Strategie. Wir
werden das Raketentechnologie-Kontrollsystem
erweitem. Wir werden auf ein globales Abkommen
über ein Verbot von gegen lebende Ziele gerichteten
Landminen drängen und auf bilateraler Ebene auf die
Räumung der Millionen noch verlegten Minen hinarbeiten. Darüber hinaus wollen wir ein Nachfolgeregime für den COCOM erarbeiten, das den
Handel mit Waffen und sicherheitsempfindlichen

die Ratifizierung der Chemiewaffenkonvention und

Technologien mit den Paria-Staaten eindämmt.

die Verbesserung der Konvention über biologische
Waffen.
Mit den von Präsident Clinton im Dezember letzten
Jahres in Budapest unterzeichneten Abkommen
können wir jetzt mit der Umsetzung des START IVertrags über den Abbau von Nuklearwaffen beginnen. Ende dieses Monats werde ich als Hauptverantwortlicher der Administration auf die unverzügliche Ratifizierung des START Il-Vertrags durch den
Senat drängen. Wir werden weiterhin das NunnLugar-Programm unterstützen, das bei der Zerle-

Seite 6

Der fünfte Bereich von Bedeutung sind internationale
Terroristen, Verbrecher und Drogenhändler, die eine
direkte Bedrohung unserer Menschen und der
Interessen unserer Nation darstellen. Sie vernichten
unzählige Menschenleben, zerstören Eigentum und
ziehen produktive Ressourcen ab. Sie schwächen
Industriegesellschaften und bedrohen das Überleben
aufstrebender Demokratien.
Aus diesem Grund beabsichtigen wir 1995 die
Umsetzung einer umfassenden Strategie zur Be-

AMERIKA DIENST 04

�kämpfung dieser Bedrohungen. Das Außenministerium ist in enger und vordringlicher Zusammenarbeit
mit dem Justiz- und Finanzministerium sowie mit
anderen Strafverfolgungsbehörden mit diesem Plan
befaßt. Die Strategie zur Bekämpfung von internationalem Verbrechen und Terrorismus umfaßt
mehrere unerläßliche Schritte:
Erstens werden wir darauf bestehen, daß andere
Länder ihren Verpflichtungen nachkommen,
internationale Rechtsbrecher entweder auszuliefern oder vor Gericht zu bringen und sicherzustellen, daß verurteilte Verbrecher eine harte Strafe
erhalten.
Zweitens werden wir mit anderen Regierungen
an der Formulierung und Umsetzung strenger
Gesetze über die Beschlagnahme von Vermögen
und Geldwäsche zusammenarbeiten, um internationale Verbrecher an einem empfindlichen
Punkt zu treffen - ihrem Geldbeutel.
Drittens werden wir die Vorschriften für die
Erteilung von Visa für die Vereinigten Staaten
verschärfen, um internationalen Verbrechern die
Einreise in unser Land zu erschweren.
Viertens werden wir eine Gesetzesvorlage unterbreiten, um das Einschmuggeln von Ausländern
und Betrug bei der Einwanderung zu bekämpfen,
indem wir härtere Strafen verhängen und effektivere Ermittlungsverfahren einführen.
Fünftens beabsichtigt die Clinton-Administration
neue Schritte zur verschärften Anwendung der
amerikanischen Gesetze gegen Terroristen und
die Finanzierung ihrer Aktivitäten.
Ich habe fünf Schlüsselbereiche der Chancen für die
amerikanische Außenpolitik im Jahr 1995 erörtert.
Ich möchte auch unterstreichen, daß unsere Außenpolitik weiterhin das gesamte Themenspektrum
ansprechen wird, das für unsere Interessen von
Bedeutung ist, wie die Förderung von Stabilität und

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AMERIKA DIENST 04

Demokratie in Asien, Lateinamerika und Afrika; die
Erfüllung dringender humanitärer Bedürfnisse auf der
ganzen Welt; die Bekämpfung der Umweltzerstörung
und der Bevölkerungsexplosion.
Seit meiner ersten Woche im Amt habe ich enge
Konsultationen mit beiden Parteien im Kongreß über
jedes wichtige Thema unserer Tagesordnung geführt.
Wir haben die überparteiliche Unterstützung für die
entscheidenden Ziele unserer Außenpolitik erhalten,
darunter der Nahostfriedensprozeß, unsere bahnbrechenden Handelsabkommen und die Entnuklearisierung der ehemaligen Sowjetunion.
Die jüngsten Wahlen haben das Kräftegleichgewicht
zwischen den Parteien geändert. Sie haben jedoch
unsere Verantwortung zur überparteilichen Zusammenarbeit in außenpolitischen Belangen nicht geschmälert, sondern vielmehr erweitert. Die Wahl war
kein Freibrief, die globalen Interessen unserer Nation
aus dem Auge zu verlieren oder sich unseren Verpflichtungen in der Welt zu entziehen. Die Vorsitzenden beider Parteien verstehen das sehr wohl.
Die überparteiliche Zusammenarbeit gründete sich
stets auf die Überzeugung, daß die dauerhaften
Interessen unserer Nation sich nicht mit den Zeiten
ändern. Präsident Harry Truman hat es vor 40
Jahren klar formuliert: "Die Umstände mögen sich
ändern, aber die wichtigen Themen bleiben gleich Wohlstand, Sozialwesen, Menschenrechte, effektive

Demokratie und vor allem Frieden."
Nach dem Ende des Kalten Krieges haben die
Vereinigten Staaten die Chance zum Aufbau einer
sichereren und integrierteren Welt mit offenen Gesellschaften und offenen Märkten. Wir sind die größte
Militär- und Wirtschaftsmacht der Welt. Die Gründungsprinzipien unserer Nation inspirieren noch
immer Menschen auf der ganzen Welt. Wir sind mit
enormen Ressourcen und Entschlußkraft gesegnet.
Wir werden sie weiterhin mit Klugheit, Stärke und mit
der Unterstützung des amerikanischen Volkes einsetzen.

* * *

*

Seite 7

�AUSLANDSHILFE
25.Januar 1995

FORTGESETZTES ENGAGEMENT FÜR ENTWICKLUNG
Rede von AID-Direktor Atwood
WASHINGTON - (AD) - J. Brian Atwood, der Direktor des U.S. Amts für internationale Entwicklung (U.S.
Agency for International Development- USAID), erklärte am 17. Januar 1995 bei einem von der internationalen
Entwicklungskonferenz (International Development Conference - IDC) veranstalteten Treffen über die Zukunft
amerikanischer Auslandshilfe vor 1.500 Zuhörern, die Clinton-Administration habe kein Interesse an einer
Verringerung des Engagements der Vereinigten Staaten für tragfähige Entwicklung.
Atwood hielt seine Rede am zweiten Tag der dreitägigen Konferenz, deren Hauptthema die Erzielung
weltweiter Sicherheit für den Menschen durch internationale Zusammenarbeit im Bereich der Entwicklungshilfe
darstellt.
Zu einer Zeit, in der die Konservativen im Kongreß eine Kürzung der amerikanischen Auslandshilfe fordern,
äußerte Atwood, USAID habe bereits vor den Kongreßwahlen vom letzten November, bei denen die
Republikaner die Mehrheit in beiden Kammern gewannen, Reformen zur Kostenersparnis durchgeführt.
Atwood äußerte, er sei "zuversichtlich, daß eine neue überparteiliche Partnerschaft entsteht, durch die das
Engagement Amerikas für seine Zukunft - eine internationale Führungsrolle - erneuert wird".
Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede des AID-Direktors.

Ich bin dankbar für diese Gelegenheit, heute zu
Ihnen sprechen zu dürfen. Ihre Konferenz findet
inmitten einer historischen Debatte statt - über die
Bundesregierung im allgemeinen und Auslandshilfe
im besonderen. Seit den Wahlen vom vergangenen
November haben wir harte Kritik vernommen. Ein
ehemaliger Außenminister behauptete sogar, es sei
nicht länger notwendig, daß unsere Regierung
Entwicklungshilfe leiste. "Handel, nicht Hilfe" ist der
neue Slogan - als ob Hilfe nichts damit zu tun hätte,
die für Handel notwendigen Voraussetzungen zu
schaffen.
Die Demagogie und Wortwahl ist manchmal
schmerzlich. Man denke beispielsweise an den
Ausspruch "Gelder in ausländische Rattenlöcher
werfen". Wir führten jedoch großenteils eine vernünftige Debatte über das Thema, das für unser
Verständnis der Welt nach dem Kalten Krieg von
entscheidender Bedeutung ist. Obwohl wir stärker
gefährdet sind als je zuvor, sollten die im Bereich
der Entwicklungshilfe Beschäftigten diese Chance
begrüßen, der amerikanischen Öffentlichkeit mehr

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Informationen zu vermitteln. Wir sollten eine informierte nationale Debatte über die Bedeutung unserer
Entwicklungshilfe für unsere nationalen Interessen
befürworten.
An die Adresse derjenigen unter Ihnen gerichtet, die
sich über die Zukunft des Amts für internationale
Entwicklung Sorgen machen, möchte ich sagen, daß
diese Administration nicht an einer Verringerung des
Engagements der Nation für tragfähige Entwicklung
interessiert ist. Niemand sollte die Einsatzbereitschaft
des Präsidenten der Vereinigten Staaten, des Vizepräsidenten und des Außenministers für diesen
essentiellen Aspekt unserer Außenpolitik in Zweifel
ziehen.
Die derzeit stattfindende grundlegende
Überprüfung unserer auf dem Gebiet der Außenpolitik
tätigen nationalen Behörden und Ämter im Bereich
der Exekutive verfolgt nur ein Ziel: Die Stärkung
unserer Fähigkeiten zur Durchführung dieser Mission
durch die Umgestaltung und Verbesserung der
Regierungsführung.

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�Genau das haben wir im Amt für internationale
Entwicklung in den vergangenen 20 Monaten getan.
Und wir hatten so großen Erfolg, daß ein republikanisches Mitglied der von Präsident Bush gegründeten Kommission zur Überprüfung von USAID im Jahr
1993 vergangene Woche erklärte: "Dies ist die
bemerkenswerteste Umgestaltung einer staatlichen
Behörde, die ich je gesehen habe."
Es steht hier jedoch sehr viel mehr auf dem Spiel,
als das Überleben einer Washingtoner Behörde. Als
Ergebnis dieser nationalen Debatte streben wir ein
erneutes Mandat für die Entwicklungshilfemission an.
Wenn diese Frage entschieden ist, werden der
Kongreß und die Exekutive sich darauf konzentrieren, wie diese Mission am besten durchgeführt
werden kann - wie sie am besten organisiert wird,
um optimale Ergebnisse zu erzielen.
Diese Fragen wurden durch Medienberichte verschleiert, die sich mehr auf angebliche Schlammschlachten und persönliche Konflikte konzentrierten.
Ich möchte denjenigen, die an solchen Geschichten
interessiert sind, versichern: Wir haben vielleicht
einige Differenzen, aber niemand in dieser Administration hegt den geringsten Wunsch, die Aufgabe
tragfähiger Entwicklung herabzuwürdigen.
Wir haben in den vergangenen 20 Monaten mit
einem Gefühl für Dringlichkeit daran gearbeitet, die
Integrität von AID und die mit Ihnen eingegangenen
Partnerschaften wiederherzustellen und das Vertrauen unserer Mitarbeiter, des Kongresses und des
amerikanischen Volkes wiederzugewinnen.
Wir
haben umorganisiert, reformiert, umstrukturiert und
umgebildet und sind zum Modell für andere staatliche Behörden geworden. Wir ändern unsere Arbeitsweise, weil wir eine vorbildliche Institution
werden wollen, deren Ergebnisse den amerikanischen Steuerzahler davon überzeugen, daß sie den
Interessen unserer Nation dienen.
Wir haben das Management von AID verbessert,
weil unsere Mission in der Welt nach dem Kalten
Krieg doppelt wichtig ist. Als Regierung haben wir
die Pflicht, eine Führungsrolle zu übernehmen - im
Bereich der Entwicklung ebenso wie bei Sicherheit,
Wirtschaft und Politik. Und wir haben eine Führungsrolle übernommen:
Wir haben die Welt zu dem Verständnis geführt,
daß Entwicklung nicht erfolgreich sein kann,
wenn sie die Bedürfnisse der Frau ignoriert.
Wir haben die Welt zu einem erneuten Einsatz
für die Stabilisierung des Bevölkerungswachstums und die Entwicklung neuer Familienplanungsmethoden geführt.

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Wir haben eine Führungsrolle in der Welt bei dem
Bestreben übernommen, die Artenvielfalt zu
erhalten und dem Treibhauseffekt Einhalt zu
gebieten.
Wir waren führend in der Welt bei der Bereitstellung technischer Hilfe, um freie Volkswirtschaften, Privatsektoren und neue Märkte zu
schaffen.
Wir haben die Welt zu der Erkenntnis geführt, daß
Wirtschaftswachstum nicht ohne die Einbeziehung
der Menschen in den Entwicklungsprozeß aufrechterhalten werden kann und starke Gesellschaften sowie demokratische Institutionen erfordert.
Und wir haben in der Welt eine Führungsrolle bei
der Förderung eines integrierten Konzepts tragfähiger Entwicklung und eines strategischen Ansatzes zur Erzielung meßbarer Ergebnisse übernommen.
Diese Verantwortung, eine Führungsrolle zu übernehmen, ist für unsere nationalen Interessen von
lebenswichtiger Bedeutung, während wir die Schaffung einer friedlicheren, stabileren Umwelt für alle
anstreben - und neue Chancen für die amerikanische
Wirtschaft eröffnen. Wenn wir präventive Diplomatie
praktizieren wollen, müssen wir uns mit den zu
Instabilität führenden Gegebenheiten befassen. Wir
müssen Investitionen zur Erschließung neuer Märkte
tätigen, wenn wir die Vorteile des GATT-Vertrags
optimal nutzen wollen. Diese Dinge können wir nicht
im Alleingang tun - ungeachtet des Umfangs unseres
Entwicklungshilfebudgets.
Meine Sorge ist, daß die Debatte über die Zukunft
unserer Behörde unserem Führungspotential ebenso
schaden könnte wie die haushaltspolitischen Kürzungen, unter denen wir bereits leiden. Das Problem
sind nicht die informierten Kritiker, die wirklich davon
überzeugt sind, es gebe einen besseren Weg zur
Erreichung unserer Ziele. Das Problem entsteht
durch diejenigen, die mit der Abschaffung unserer
Institution den Sieg davontragen wollen. Nachdem
sie unwahre Behauptungen über die Ineffizienz des
Amts für internationale Entwicklung aufstellten,
bemühen sie sich jetzt verzweifelt um eine Rechtfertigung für ihre Anschuldigungen.
Erst vergangene Woche gab eine Gruppe eine
Presseerklärung heraus, in der - natürlich selektiv aus mehreren Berichten des Generalinspekteurs von
AID zitiert wurde. Es wurde nicht darauf hingewiesen, daß eine in der Überprüfung des Generalinspekteurs aufgedeckte Schwäche Teil einer gutgeführten Institution ist, sei es einer staatlichen Behörde

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�oder eines privaten Unternehmens. Es wurde nicht
darauf hingewiesen, daß die vom Generalinspekteur
aufgedeckten Mängel behoben wurden.
Wenn Sie mehr dieser Berichte hören, sollten sie
sich daran erinnern, daß der Generalinspekteur von
AID Teil unseres Managementteams ist. Er hilft uns
herauszufinden, was funktioniert und was nicht
funktioniert. Und denken Sie daran, daß die Bestrebungen, seine Berichte zu mißbrauchen, meiner
Meinung nach nicht darauf aufzielen, das Management von AID zu verbessern. Vielmehr soll damit
eine Institution herabgewürdigt werden, die den
Interessen Amerikas dient.
Wir stehen an einem kritischen Punkt, während wir
unsere staatlichen Strukturen und die Mission
unserer außenpolitischen Behörden überprüfen. Wir
sind mit einer internationalen Herausforderung
konfrontiert, weil das Bevölkerungswachstum und
seine Begleiterscheinungen in den kommenden 30
Jahren nur noch zu mehr Schwierigkeiten führen
können. Krankheiten, Nahrungsmittelknappheit und
Armut werden zu größeren Wanderbewegungen und
mehr Instabilität führen. Mehr als je zuvor brauchen
wir eine starke Institution, die diese Gefahren
angehen kann. Wenn einige auf dem Kapitol ihren
Kopf durchsetzen und wir diese Fähigkeit jetzt
verlieren, dann müssen wir sie später wieder neu
entdecken - machen Sie sich da nichts vor.
In einigen Talk-Shows im Radio wird gesagt, das
amerikanische Volk sei bereit, sich von der übrigen
Welt loszulösen. Aber obwohl das Wort "Auslandshilfe" unpopulär ist, sprechen sich mehr Amerikaner
dafür (47 Prozent) als dagegen (44 Prozent) aus.
Die Zahlen täuschen jedoch. Fragen Sie den Mann
auf der Straße, ob er befürwortet, "mehr Geld in
ausländische Rattenlöcher zu werfen", und die
Antwort wird sie nicht überraschen. 80 Prozent der
Befragten waren jedoch der Ansicht, mit zunehmender Wirtschaftskraft der Entwicklungsländer würden
die amerikanischen Geschäftsmöglichkeiten steigen.
73 Prozent zufolge würden die Exporte ansteigen,
72 Prozent gaben an, es wäre zum Vorteil der
amerikanischen Volkswirtschaft, zwei Drittel waren
der Ansicht, dies sei im Interesse von Arbeitsplätzen,
nationaler Sicherheit und der Gemeinden. Schlüsselt man Auslandshilfe nach einzelnen Themen auf,
sprechen sich die Menschen dafür aus: Bevölkerung. Demokratie. Umwelt. Und 90 Prozent
befürworten humanitäre Hilfsleistungen für die Opfer
von Hungersnöten oder Naturkatastrophen wie dem
Erdbeben, das große Gebiete Japans zerstörte.
Unser Problem ist, daß die meisten Amerikaner der
Auffassung sind, 20 Prozent ihrer Steuergelder

AMERIKA DIENST 04

würden für Auslandshilfe verwendet, während die
Zahl in Wahrheit unter einem halben Prozent liegt.
Auf die Frage, wieviel für Auslandshilfe vorgesehen
werden sollte, geben die meisten Amerikaner 5
Prozent an. Das wäre eine dramatische Erhöhung
unseres kleinen Budgets.
Man hört, wir sollten im Ausland keinen Dollar für
Dinge aufwenden, für die wir im eigenen Land kein
Geld ausgeben. Ich habe keine Probleme mit dieser
Formulierung. Ich möchte jedoch im Ausland kein
Geld investieren, das für die Menschen hier im Land
keinen Nutzen bringt. Ich möchte, daß das amerikanische Volk die Vorteile von Krisenverhütung erkennt.
Ich möchte, daß es sieht, wie durch die entstehenden
neuen Märkte Arbeitsplätze geschaffen werden. Ich
möchte, daß es sieht, wie wir ihm helfen, die neuen
Bedrohungen durch Krankheiten sowie Verschmutzung von Luft und Wasser zu vermeiden.
Unsere Entwicklungshilfe im Ausland unterscheidet
sich nicht von den Investitionen, durch die wir Amerika zur Größe verhalfen. Zusammen mit vielen
anderen Geberländern, die unser Hilfsprogramm beim
Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg unterstützten, investieren wir in die Grundlagen einer
erfolgreichen Gesellschaft: Bildung und Ausbildung,
Gesundheitsfürsorge, den privaten und öffentlichen
Sektor und bürgerliche Gesellschaften.
Wir streben ein tragfähiges Wirtschaftswachstum
dieser Länder an, damit wir unsere Hilfe an sie
einstellen können, wie wir es dieses Jahr mit Costa
Rica, Botswana, Tunesien und Thailand taten - mit
begründeter Zuversicht, daß weitere Fortschritte
erzielt werden. Diejenigen, die der Ansicht sind,
Wirtschaftswachstum könne allein durch politische
Reformen erzielt werden, weise ich darauf hin, daß
die Zerstörung der natürlichen Ressourcen auch das
Wirtschaftswachstum zunichte macht. Dasselbe gilt
für das Bevölkerungswachstum. Und ich möchte
betonen, daß abgeschottete, undurchsichtige oder
schwache Regierungen in den meisten Fällen zu
korrupten Regierungen werden.
Wirtschaftliche Freiheit kann nicht von einem wohltätigen Herrscher verordnet werden, sondern muß
von unten wachsen. Nur ein umfassender Ansatz zur
Entwicklung kann zu tragfähigem Wirtschaftswachstum führen.
Die heutigen Herausforderungen ähneln den Herausforderungen nach dem Zweiten Weltkrieg. Jene Ära
war ebenso wie die heutige eine Nachkriegszeit, ein
Zeitraum am Ende eines enormen, kollektiven Einsatzes gegen einen bösen Gegner. Die Amerikaner
waren es müde, Opfer für Menschen in weit entfernten Ländern zu bringen, des Verzichts müde, bange

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�um ihre Zukunft und besorgt wegen der Probleme im
eigenen Land. Aber wir engagierten uns für den
Marshallplan, der anfänglich von weniger als einem
Fünftel der amerikanischen Bevölkerung unterstützt
wurde, weil wir wußten, daß wir durch Investitionen
in die Zukunft anderer in unsere eigene Zukunft investierten.
Nur wenige erinnern sich, daß die von Außenminister Marshall in Harvard gehaltene Rede, durch die
sein Plan ins Leben gerufen wurde, bereits einen
Monat zuvor in einer Ansprache des damaligen
Staatssekretärs im Außenministerium, Dean Acheson, vor dem Delta Coucil in Cleveland (Mississippi)
angekündigt wurde. Im Mai 1947 sprach Minister
Acheson die Worte, die heute ebensolche Gültigkeit
besitzen wie damals:

Bei der jetzt geführten Debatte müssen wir daran
denken, daß der Marshallplan mit überparteilicher jedoch keinesfalls einmütiger- Unterstützung entwikkelt wurde, was eine kluge und korrekte Vorgehensweise darstellte. Republikaner wie Senator Arthur
Vandenberg ließen ihre isolationistische Vergangenheit hinter sich und erkannten, daß der Preis der

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Wer der Meinung ist, wir könnten uns der Last
unserer Führungsrolle entledigen, sollte sich bewußt
machen, daß unser Rückzug in der gesamten internationalen Staatengemeinschaft widerhallen wird zum Nachteil der von uns geschätzten Werte. Moral
ist nicht nur für den inländischen Konsum bestimmt.
Es ist bemerkenswert, daß manche Befürworter einer
Rückkehr zu traditionellen Maßstäben in Amerika sich
gleichzeitig für moralische Gleichgültigkeit bei der
Handhabung internationaler Angelegenheiten aussprechen. Das ist jedoch nicht, was andere Nationen
von uns erwarten und was das amerikanische Volk
wünscht.
Ebenso wie 1947 werden wir von den Skeptikern, von
den Isolationisten herausgefordert. Wir werden von
denjenigen herausgefordert, die der Ansicht sind,
Handel könnte ein Ersatz für Entwicklung sein,
während Handel tatsächlich von Entwicklung abhängig ist - Handel ist die natürliche Folge erfolgreicher Entwicklung. Wir werden in den meisten Fällen
von Menschen guten Willens herausgefordert, die
sich ihr Urteil über diese komplexen Fragen noch
bilden. Und das ist unsere Herausforderung - Ihre
und meine.

"Nicht nur Menschen und Nationen existieren
innerhalb enger wirtschaftlicher Grenzen,
dasselbe ... gilt auch für die Menschenwürde,
Freiheit des Menschen und demokratische
Institutionen. Es ist eines der wichtigsten
Ziele unserer heutigen Außenpolitik, unsere
wirtschaftlichen und finanziellen Ressourcen
zur Erweiterung dieser Grenzen einzusetzen.
Das ist erforderlich, wenn wir unsere Freiheiten und demokratischen Institutionen bewahren wollen. Das ist erforderlich für unsere
nationale Sicherheit. Und es ist unsere Pflicht
und unser Privileg als menschliche Wesen."

*

Untätigkeit sehr viel höher wäre als die anfänglich
durch sie erzielten Einsparungen.

Meines Erachtens werden wir ebenso wie 1947, als
führende Politiker wie Harry Truman, Arthur Vandenberg, George Marshall und Dean Acheson vortraten,
auch die heutigen Herausforderungen meistern. Ich
bin zuversichtlich, daß eine neue überparteiliche
Partnerschaft entsteht, durch die das Engagement
Amerikas für seine Zukunft - eine internationale
Führungsrolle - erneuert wird.
Ich danke Ihnen.

* * *

*

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�HOLOCAUST-MUSEUM
25.Januar 1995

50. JAHRESTAG DES TODESMARSCHES
VON AUSCHWITZ
Feierliche Zeremonie im Holocaust Memorial Museum
WASHINGTON - (AD) - Auschwitz - nur dieses eine
Wort - erinnert uns alle an allen Orten der Welt
daran, zu was Menschen im schlimmsten Falle fähig
sind.
Der 18. Januar 1995 ist der 50. Jahrestag des
Todesmarsches von Auschwitz. Nur neun Tage
bevor Auschwitz von aus dem Osten vordringenden
sowjetischen Streitkräften befreit wurde, trieben die
für das Lager verantwortlichen Nazis diejenigen, die
noch stehen und gehen konnten - schätzungsweise
60.000 Menschen - nach Westen, damit sie nicht
befreit werden konnten. Viele wurden erschossen

nis geblieben, daß "die Toten von den fahrenden
Zügen geworfen wurden". Und mit versagender
Stimme erinnert er sich an die deutschen Zivilisten,
die den Gefangenen auf den fahrenden Zügen
Brotstücke zuwarfen und dafür von ihren eigenen
Soldaten erschossen wurden.
"Aber kein Erinnerungsvermögen reicht aus, um das
tatsächliche Geschehen wiedereinzufangen", stellt
Buergenthal fest. "Ich erinnere es sachlich, aber
inzwischen ohne Emotionen und nicht im Detail", fügt
er hinzu.

oder starben vor dem Ende der weit in deutsches

Während der Menschenstrom weiterzog, stießen die

Territorium gehenden Reise.

Sowjets rasch nach Auschwitz vor und kamen am 27.
Januar 1945 in das Lager. Einige der Soldaten
waren Ukrainer, die meisten Russen, erläutert Mandel
und verweist darauf, daß der Kommandeur ein
russischer Jude war, der anordnete, Filmaufzeichnungen dessen zu machen, was die Sowjets in Auschwitz sahen, um der Welt gegenüber zu belegen,
was dort geschehen war.

Bei einer feierlichen Zeremonie im amerikanischen
Holocaust Memorial Museum kamen die Überlebenden der nationalsozialistischen Konzentrationslager
und ihre Verwandten zusammen - nicht um dessen
zu gedenken, was vor 50 Jahren geschah. Wie
könnten sie je vergessen? Sie kamen, wie ein
Verwandter der Überlebenden, Menachem Rosensaft, es formulierte, "um Zeuge des himmlischen
Lichtstrahls zu werden".
"Heute gedenken wir des Todesmarsches, der
erzwungenen Evakuierung aller tauglichen Lagerinsassen" von Auschwitz, erklärte Ruth Mandel,
stellvertretende Vorsitzende des amerikanischen
Holocaust Memorial Council.
Thomas Buergenthal, heute 60jähriger Geschichtsprofessor an der George Washington University in
der Bundeshauptstadt, war an jenem Tag vor 50
Jahren ein verängstigter 10 Jahre alter Junge, der
sich zu dem Marsch aufstellen mußte. Selbst als
Zehnjähriger wurde er als tauglich eingestuft. Er
erinnert sich an "diejenigen, die am Straßenrand
erschossen wurden, wenn sie nicht mehr weiterlaufen konnten". Von dem Teil der Reise, den sie in
Eisenbahnwaggons zurücklegten, ist ihm in Gedächt-

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Auszüge aus dem Film wurden bei der Feierstunde
gezeigt, darunter Bilder der kranken, ausgemergelten
Insassen, die zurückgelassen wurden - viele halbtot und auch der Massengräber von schätzungsweise
eineinhalb Millionen Menschen. Auch das Eingangstor mit einem großen Schild - Arbeit macht frei wurde vorgeführt.
Eine andere Überlebende, Rosalie Lerman, die heute
in Vineland (New Jersey) lebt, beschrieb einen Tag in
einer der Frauenbaracken. Am lebhaftesten sind ihr
die Brutalität und die stille Indifferenz gegenüber dem
Leiden sowie der Tod im Gedächtnis geblieben.
Jeden Abend und jeden Morgen wurden sie aufgerufen, erinnert sie sich. "Die Körper derjenigen, die
während der Nacht gestorben waren, wurden für den
Aufruf am morgen neben die Lebenden gelegt - als
nüchterne Tatsache."

Seite 1

�Miles Lerman, Vorsitzender des Holocaust Memorial
Council, stellte fest, ungefähr 90 Prozent der Opfer
von Auschwitz seien Juden gewesen. Die übrigen
waren Kriegsgefangene, Zigeuner, Homosexuelle,
politische Gegner der Nazis und sogar Gewerkschaftsfunktionäre.
Hunderttausende starben in Auschwitz. Aber es gab
auch andere, weniger greifbare Opfer, so Mandel.
"Über 1.000 Jahre jüdischer Kultur in Europa wurden
ebenfalls dort verbrannt - so viele Gemeinden zerstört, so viel Geschichte nur noch in den Träumen
derer lebendig, die überlebten."
Lerman erinnerte das Publikum daran, daß es außer
Auschwitz noch zahlreiche andere Konzentrationsund Zwangsarbeitslager gab. Aber Auschwitz war
das größte - "das Epizentrum der Greueltaten der
Nazis". Es ist nach wie vor das "mächtigste Symbol
der Welt für Genozid und grausamen Massenmord",
fügte er hinzu.
Mehrere Redner riefen die Bilder der jüngsten
Konfliktherde ins Gedächtnis - Kambodscha, Ruanda, Bosnien. Lerman erklärte: "Die Menschheit
muß stets auf der Hut vor ersten Anzeichen von
Genozid sein. Wir alle sollten stets an vorderster
Front des Kampfes gegen Rassismus und Antisemitismus stehen."

*

Seite 2

Der Gesandte der Russischen Botschaft äußerte, in
Auschwitz seien jeden Tag über tausend Menschen
mit 27 Nationalitäten ermordet worden. Als die
sowjetischen Streitkräfte ins Lager kamen, waren nur
noch 2.819 Menschen am Leben. Den später von
den Sowjets freigegebenen Unterlagen zufolge
fanden sie außer den Lebenden und Toten mehr als
eine Million Anzüge, Mäntel und Kleider, sieben
Tonnen Menschenhaar sowie Berge von Schuhen
und Brillen. Ein Großteil der Beweise wurde jedoch
von den sich zurückziehenden Nazis vernichtet.
Der Gesandte stellte fest, die Russen und alle
anderen Menschen müßten auf der Hut vor "extremem Nationalismus, Antisemitismus und Rassismus" unserer Zeit sein.
Marek Pernal, Generaldirektor der polnischen Regierungsbehörde für religiöse Angelegenheiten, erläuterte, vor dem Zweiten Weltkrieg "war der Ausdruck
Konzentrationslager in keiner Sprache bekannt". Er
fragte: "Was können wir tun, um Auschwitz zu einer
wirksamen Warnung für nachfolgende Generationen
zu machen?"
Nach den Gedenkansprachen wurden in der Halle
der Erinnerung des Museums Kerzen angezündet
und vor der Flamme der Erinnerung Blumen niedergelegt.

* * * *

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�</text>
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                    <text>W.ERIKA DIENST

-

SONDERBEILAGE 1966

XIX - 3

PRESIDENT JOHNSON UNTERBEITET BOTSCHAFT UEBER DIE
LAGE DER NATION (Wortlaut)

XIX - 3

WISSENSCHAFT, STAAT UND WELTRAUMFORSCHUNG
Ansprache Sr. Exzellenz, des Botschafters der Vereinigten
Staaten in der Bundesrepublik Deutschland,
GEORGE C. MCGHEE, gehalten am 14. Januar 1966 vor der
Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universitaet zu Bonn

XIX - 4

DER AMERIKANISCHE STAATSHAUSHALT 1966/67
Zusammenfassung und Auszuege der Haushaltshotschaft, die
Praesident Johnson dem amerikanischen Kongress am 24. Jan.
1966 vorgelegt hat.

XIX - 4

DIE AMERIKANISCHEN FRIEDENSBEMUSHUNGEN IN VIETNAM
Eine Chronologie.

XIX - 5

DIE AMERIKANISCHEN FRIEDENSBEMÜHUNGEN IN VIETNAM
Eine Chronologie.
Berichtigung und Ergaenzung zur Sonderbeilage XIX-4.

XIX - 5

DER WIRTSCHAFT3''ERICHT PRAESIDENT JOHNSONS
Auszuege aus dem Wirtschaftsbericht, den Praesident Johnson
dem amerikanischen Kongress am 27. Januar 1966 unterbreitete.

XIX - 8

DER VIETNAM-KONFLIKT
NICHT INNERER AUFRUHR SONDERN BEWAFFNETER ANGRIFF VON AUSSEN
Erklaerung die der amerikanische Aussenminister, Dean Rusk,
am 18. Februar 1966 vor dem Aussenpolitischen Ausschuss des
Senats abgegeben hat.

XIX -11

WELTHANDELSPOLITIK UND DEUTSCH-AMERIKANISCHE BEZIEHUNGEN
Ansprache Sr. Exzellenz, des Stellv. Sonderbeauftragten
des US-Praesidenten fuer Handelsverhandlungen,
Botschafer W. Michael Blumenthal

XIX -13

EIN LAISTUNGSFAEHIGE3 VERKEHRS- UND TRANSPORTSYSTEM ALS
VORAUSSETZUNG FUER PROSPERITÄT UND WC
TEN
Eine Botschaft Praesident Johnsons an den US-Kongress
2. Maerz 1966.

XIX -21

SICHERHEIT BERUHT NICHT AUF WAFFEN ALLEIN
von Robert S. McNamara
US-Verteidigungsminister
(Wortlaut)

XIX *26

ERKLAERUNG MCNAMARAS ZUR ATLANTISCHEN ALLIANZ
21. Juni 1966 "Hearings" ueber die amerikanische NATOPolitik und die damit im Zusammenhang stehenden Themenkreise.

�XIX - 27

DIE DINGE BEIM NAMEN NENNEN
Wortlaut einer Erklaerung, die Staatssekretaer
Georg W. Ball, am 30. Juni 1966 im Rahmen der "Hearings"
ueber die NATO-Politik abgegeben hat.

XIX * 31

VERHANDLUNGEN SIND KEIN EINGESTÄNDNIS DES VERS AGENS
Wortlaut einer Ansprache Praesident Johnsons am 26. Aug.66,
vor der Universitaet Denver anlaesslich der üeberreichung
der Ehrendoktorwuerde und der Grundsteinlegung zum Bau
eines neuen Raumfahrtinstituts.

XIX - 32

USA WAEREN JEDERZEIT ZUM ABZUG AUS VIETNAM BEREIT
Lyndon B. Johnson
(Wortlaut)

XIX - 33

SUEDVIETNAM PROTESTIERTE BEI DER INTERNATIONALEN KONTROLLKOMMISSION GEGEN DIE INFILTRVTION DER ENTMILITARISIERTEN
ZONE DURCH BEWAFFNETE ELEMENTS DER REGULAEREN N0RDVIETNAMESISCHEN ARMEE
(Wortlaut)

XIX - 35

ABBAU DER HANDESSCHRANKEN WEITERHIN US-ZIEL IN DER
KENNEDY-RUNDE
Zehnter Jahresbericht des US-Praesidenten ueber das
Programm fuer den Abschluss von Handelvereinbarungen
(Mehrere Auszuege im vollen Wortlaut und das Begleitschreiben des Praesidenten)

XIX - 37

DIE EUROPA-POLITIK DER VEREINIGTEN STAATEN
Wortlaut einer Rede des amerikanischen Praesidenten,
vor dem Verband der amerikanischen Leitartikler und
Kommentatoren, f. Oktober 1966.

XIX - 39

I. GIPFELKONFERENZ IN MANILA
II. DIE DEKLARATIONEN VON MANILA
Wortlaut des gemeinsamen Schlusskommuniques,
und gleichzeitig unterzeichneten Deklarationen.

XIX - 42

NICHT-KOMMUNISTISCHER KONSENSUS IM PAZIFIK
Aus "The Economist", London, 29. Oktober 1966.

XIX - 43

DIE NATO, DIE VEREINIGTEN STAATEN UND EUROPA
Ansprache des Generalsekretaers der NATO, Manlio Brosio,
18.November 1966.
VERTRAG UEBER DIE FRIEDLICHE NUTZUNG DES WELTRAUMS
Wortlaut des Vertragsentwurfs, 8. Dezember 1966.

XIX - 46

�AMERIKA DIENST
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Tel:

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Beilage

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XIX - 3

PRÄSIDENT JOHNSON UNTERBREITET BOTSCHAFT ÜBER
DIE LAGE DER NATION
(Wortlaut)

�PRÄSIDENT JOHNSON UNTERBREITET BOTSCHAFT ÜBER
DIE LAGE DER NATION

WASHINGTON - (AD) - Nachstehend übermitteln
wir Ihnen den Wortlaut der Botschaft über
die Lage der Nation (State of the Union
Message), die Präsident Lyndon B. Johnson
am 12. Januar 1966 auf einer gemeinsamen
Sitzung des amerikanischen Kongresses verlesen hat.

"Ich trete heute vor Sie, um zum drittenmal über die Lage der
Nation zu berichten.
Ich komme, um Ihnen zu danken und um Ihnen erneut über den Dank
der Nation hinaus meinen eigenen Tribut zu zollen. Denn dieser Kongreß
hat sich bereits ein ehrenvolles Kapitel in der Geschichte Amerikas
gesichert.
Unser Land steht gegenwärtig in einem brutalen und bitteren Konflikt in Vietnam. Ich möchte diese Auseinandersetzung etwas später
heute abend mit Ihnen erörtern. Sie muß im Mittelpunkt unseres Sorgens
und Trachtens stehen.
Aber wir werden es nicht zulassen, daß jene, die in Vietnam auf
uns schießen, einen Sieg über Wunsch und Wollen des amerikanischen
Volkes erringen. Unsere Nation ist mächtig genug - unsere Gesellschaft
ist gesund genug - unser Volk ist stark genug -, um unsere Ziele in
der übrigen Welt zu verfolgen, während wir hier im eigenen Lande eine
Große Gesellschaft aufbauen.
Und dies sind die Dinge, um die ich Sie heute abend ersuchen
möchte:
1. Die Mittel bereitzustellen, um die im vergangenen Jahr verabschiedeten großen Gesundheits- und Erziehungsprogramme mit voller Kraft

�Kraft fortzuführen.
2. Die Mittel bereitzustellen, um unseren Krieg gegen die Armut
mit Kraft und Entschlossenheit fortzusetzen.
3. Unserem Auslandshilfeprogramm, das Hunger, Seuchen und den
Mangel an Wissen in den Ländern, die zur Selbsthilfe entschlossen
sind, auf wirksamste Weise bekämpfen soll, eine neue und kühne Richtung zu weisen - und solchen Ländern zu helfen, die ihr Bevölkerungswachstum kontrollieren wollen.
4. Eine Ausweitung des Handels zwischen den Vereinigten Staaten
und Osteuropa sowie der Sowjetunion zu ermöglichen.
5. Gesamte Stadtkerne und Slums in verschiedenen unserer Städte
völlig und in nie zuvor versuchtem Umfang neu aufzubauen.
6. Die kostspielige und nicht mehr zumutbare Verschmutzung unserer Flüsse zu bekämpfen und als Krönung grose Ströme mit ihren gesamten
Einzugsgebieten völlig zu säubern.
7. Der wachsenden Gefahr der Kriminalität in den Städten zu begegnen - durch Ausbau der örtlichen Rechtsvollzugsorgane - und durch Stärkung des gesamten Bundessystems von der Vorbeugung bis zur Bewährung.
8. Weitere Maßnahmen zu treffen, um unserem ganzen Volk Gleichheit
vor dem Gesetz zu gewährleisten - und zwar durch wirksame Ausschaltung
jeder Diskriminierung bei der Auswahl der Geschworenen in einzelstaatlichen und Bundesgerichtshöfen - durch Erklärung jeder Obstruktion
öffentlicher und privater Bemühungen zur Sicherung der Bürgerrechte zu
einem schweren, auf Bundesebene zu ahndenden Verbrechen und durch Ächtung jeder Diskriminierung bei Verkauf und Vermietung von Wohnraum.
9. Mir bei der Modernisierung und Straffung der Bundesregierung
durch Schaffung eines neuen Verkehrsministeriums und durch Reorganisation verschiedener bereits bestehender Dienststellen zu helfen. Ich
meinerseits werde unser Bundesbedienstetensystem in den Spitzengruppen
umstrukturieren, damit Männer und Frauen ohne Schwierigkeit auf jene
Plätze gestellt werden können, wo sie am dringendsten benötigt werden
und wo Fähigkeit sowohl verlangt wie auch belohnt wird.

�10. Es den Mitgliedern des Repräsentantenhauses zu ermöglichen,
wirksamer im Dienste der Nation zu arbeiten, indem durch einen Verfassungszusatz die Amtszeit eines Abgeordneten auf vier Jahre verlängert wird, und zwar gleichlaufend mit der des Präsidenten.
Wegen Vietnam können wir nicht alles tun, was wir tun sollten oder
gern tun würden.
Wir werden Verschwendung und Unfähigkeit erbarmungslos verfolgen.
Wir werden sicherstellen, daß bei der Verausgabung jedes einzelnen
Dollar so sparsam und so vernünftig verfahren wird, daß daraus zu erkennen ist, daß wir wissen, wie schwer der Steuerzahler dafür arbeiten
mußte.
Und wir werden weiterhin die Bedürfnisse unseres Volkes erfüllen.
Allein im letzten Jahr erhöhte sich der von uns erzeugte Wohlstand um
47 Milliarden Dollar; und er wird sich in diesem Jahr wiederum auf
insgesamt 720 Milliarden Dollar steigern.
Weil unsere Wirtschaftspolitik höhere Steuereinkünfte erbrachte,
wird - wenn Sie alle Programme billigen, die ich vorschlage - unser
gesamtes Defizit eines der niedrigsten seit vielen Jahren sein - nur
1,8 Milliarden Dollar. Die Gesamtausgaben im Regierungsbudget werden
112,8 Milliarden Dollar betragen. Die Einkünfte werden 111 Milliarden
Dollar betragen.
Auf Bargrundlage - also so, wie Sie und ich unser Familienbudget
führen - wird der Bundeshaushalt in diesem Jahr einen Überschuß ergeben.
Das heißt, wenn wir sämtliches Geld, das unsere Regierung einnimmt und
ausgibt, rechnen, so wird unsere Regierung im Finanzjahr 1967 eine halbe
Milliarde Dollar mehr einnehmen als ausgeben.
Ich bin heute abend nicht hierhergekommen, um für angenehmes Wohlleben und müßiges Vergnügen zu plädieren. Ich bin hierhergekommen, um
zu empfehlen, daß Sie - die Vertreter der reichsten Nation der Erde,
die gewählten Diener eines Volkes, das in einem auf dieser Welt unübertroffenen Überfluß lebt - allen Amerikanern die Grundvoraussetzungen anständiger Lebenshaltung verschaffen.
Es

- 3 -

�Es gibt Menschen, die ausrufen: Wir müssen Opfer bringen. Fragen
wir sie lieber: Wen wollen sie opfern? Wollen sie die Kinder opfern,
die lernen wollen - die Kranken, die Betreuung verlangen - die Familien,
die noch im Elend leben, aber auf eine Heimstatt hoffen? Wollen sie die
Chance der Notleidenden opfern - die Schönheit unseres Landes - die Hoffnung unserer Armen?
Die Zukunft mag weitere Opfer fordern. Wenn, dann werden wir sie
bringen.
Aber wir werden nicht auf jene hören, die diese Opfer auf Kosten
der Hoffnungen der Unglücklichen in einem Lande der Fülle bringen wollen.
Ich bin überzeugt, wir können die Große Gesellschaft weiter aufbauen
und in Vietnam kämpfen. Wenn jedoch einige dies nicht glauben, dann, im
Namen der Gerechtigkeit, sollen sie den Beitrag jener verlangen, die unserer Segnungen voll teilhaftig sind, nicht aber es den Händen jener entreißen, die in Not sind.
Und niemand soll glauben, daß die Unglücklichen und Bedrängten in
diesem Lande in ihrer Hoffnung verlassen und allein sind. Hunderte ihrer
Diener und Beschützer sitzen jetzt vor mir hier in diesem großen Raum.
Drei Wege führen zur Großen Gesellschaft:
- Ausweitung der gesunden Wirtschaft und Vermehrung des Überflusses
unseres Landes.
- Gerechtigkeit, die es unserem gesamten Volk gestattet, an der Freiheit und den unbegrenzten Möglichkeiten Amerikas teilzuhaben.
- Ausschöpfen unserer geistigen Kräfte und unseres Überflusses, um
unser Leben zu bereichern.
An erster Stelle steht das Wachstum der Wirtschaft - der Wohlstand
des Landes, der das Wohlergehen unserer Menschen begründet und die Voraussetzungen für den Fortschritt schafft.
Ich kann Ihnen berichten, was Sie selbst in fast jeder Stadt und auf
dem Lande gesehen haben werden. Dieses Land steht mitten in der Prosperität. Die Arbeiter verdienen mehr Geld denn je zuvor. Das Einkommen nach

�nach Abzug der Steuern ist in den letzten fünf Jahren um 33 Prozent und
im vergangenen Jahr allein um 5 Prozent gestiegen.
Heute stehen mehr Menschen in Arbeit als je zuvor - die Zahl der
Arbeitsplätze hat sich im vergangenen Jahr um 2,5 Millionen erhöht.
Die Unternehmergewinne nach Abzug der Steuern sind größer denn je
zuvor - sie sind in den letzten fünf Jahren um 65 Prozent und mehr gestiegen und haben allein im vergangenen Jahr eine Zunahme um 20 Prozent
zu verzeichnen gehabt.
Und das durchschnittliche Einkommen in der Landwirtschaft ist höher
als je zuvor - in den letzten fünf Jahren betrug der Anstieg 40 Prozent
und im vergangenen Jahr allein 22 Prozent.
Ich bin heute nachmittag vom Finanzminister unterrichtet worden,
daß unser Zahlungsbilanzdefizit nach seinen vorläufigen Schätzungen von
2,8 Milliarden Dollar im Jahre 1964 auf 1,3 Milliarden Dollar oder noch
weniger im Jahre 1965 abgebaut worden ist. Dieser Erfolg wurde durch die
patriotische und freiwillige Zusammenarbeit von Wirtschaft und Banken mit
unserer Regierung erzielt.
Wir müssen jetzt noch stärker zusammenarbeiten, um das Zahlungsbilanzdefizit völlig zu beseitigen.
Während unsere Wirtschaft immer neuen Höchstständen entgegengeht,
müssen wir unsere Wachsamkeit gegenüber der Geldentwertung verstärken,
die die Lebenshaltungskosten anschwellen läßt und am Wert der Ersparnisse
jeder einzelnen Familie zehrt. Um eine Geldentwertung zu verhindern, ist
es unerläßlich, daß Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf dem Preis- und Lohnsektor Zurückhaltung üben.
Ich erachte es angesichts der erhöhten Militärausgaben für wünschenswert, daß Sie die erst vor zwölf Tagen in Kraft getretene Senkung der Verbrauchssteuern bei Kraftfahrzeugen sowie bestimmter Telefonsteuern vorübergehend wieder rückgängig machen.
Wir sollten ohne Erhöhung der Steuersätze oder auch nur eine Erhöhung
der insgesamt zu entrichtenden Steuersumme
- unser

- 5 -

�- unser System des Steuerabzuges so verbessern, daß die Amerikaner
ihre Steuern mehr den laufenden Einnahmen entsprechend entrichten können;
- die Einziehung der Körperschaftssteuern beschleunigen;
- wir sollten ferner weitere Vereinfachungen des Steuersystems vornehmen.
Ich hoffe, daß diese Maßnahmen ausreichen werden. Falls jedoch die
Erfordernisse des Vietnam-Krieges dies notwendig machen sollten, werde
ich nicht zögern, mich mit dem Ersuchen um zusätzliche Bewilligungen und
zusätzliche Einnahmen erneut an den Kongreß zu wenden.

Der zweite Weg ist die Gerechtigkeit.
Auf einen einfachen Nenner gebracht, bedeutet Gerechtigkeit, daß die
Hoffnungen des Menschen nicht durch seine Hautfarbe begrenzt werden dürfen.
Ich schlage daher vor:
- Gesetze, die unumgehbare Bestimmungen schaffen, welche jegliche
Diskriminierung bei der Auswahl von Geschworenen bei bundes- und einzelstaatlichen Gerichten ausschließen und den Justizminister ermächtigen,
für die Beachtung dieser Bestimmungen zu sorgen.
- Gesetze, die die Befugnisse der Bundesgerichte auf die Strafverfolgung jener ausweiten, die Bürgerrechtshelfer oder andere, die ihre
verfassungsmäßigen Rechte ausüben, entweder ermorden, tätlich angreifen
oder einschüchtern, und die die Strafen dafür auf ein Maß festsetzen,
das der Schwere des Verbrechens entspricht.
- Sich auf die vollste verfassungsmäßige Autorität der Bundesregierung stützende Gesetze, die beim Verkauf oder der Vermietung von Wohnraum jede rassische Diskriminierung verbieten.
Um jener anderen Nation innerhalb der Nation - nämlich den Armen zu helfen, deren Nöte das Gewissen Amerikas jetzt aufgerüttelt haben,
werde ich den Kongreß ersuchen, den Kampf gegen die Armut nicht nur fortzusetzen, sondern ihn noch zu intensivieren.
Für

- 6 -

�Für jene, die auf den Farmen und in den ländlichen Gebieten Amerikas leben, müssen wir für die Zukunft planen, indem wir verschiedene
neue Raumordnungsbezirke schaffen, das Erziehungswesen durch den Einsatz
eines Lehrerkorps verbessern, bessere Gesundheitsprogramme aufstellen,
körperliche Untersuchungen durchführen und angemessene und verfügbare
medizinische Hilfsquellen erschließen.
Für unsere Arbeitnehmer schlage ich vor, die Arbeitslosenversicherung zu verbessern, die Bestimmungen über die Mindestlöhne auszudehnen,
und - durch Aufhebung von Absatz 14 (B) des Taft-Hartley-Gesetzes - die
Arbeitsgesetze in allen unseren Einzelstaaten den Gesetzen jener 31 Bundesstaaten anzugleichen, die keine Bestimmungen über das 'Recht auf den
Arbeitsplatz* haben.
Und ich beabsichtige ferner, den Kongreß zu ersuchen, Maßnahmen in
Betracht zu ziehen, die uns - ohne daß wir uns unstatthaft in die einzelstaatlichen und örtlichen Belange einmischen - in die Lage versetzen,
Streiks zu begegnen, die den nationalen Interessen nicht wiedergutzumachenden Schaden zuzufügen drohen.
Der dritte Weg ist der Weg der Freisetzung vorhandener Kräfte. Es
gilt unseren Erfolg für die Erfüllung unseres Daseins zu nutzen. Eine
Nation ist nur groß, wenn aus ihr ein großes Volk erwächst. Ein großes
Volk aber erwächst nicht aus Reichtum und Macht, sondern aus einer Gesellschaft, die ihre Mitglieder zur vollen Entfaltung ihrer schöpferischen Kräfte anspornt. Nur das ist eine Große Gesellschaft.
Poch langsam und mühselig - an der Schwelle des Durchbruchs - ist
I

die Erkenntnis gekommen, daß Wohlstand für alle an sich noch nicht genug
ist. Inmitten aller Fülle lebt der moderne Mensch bedrückt von Kräften,
die den Inhalt seines Lebens bedrohen und einengen und die durch materiellen Überfluß des einzelnen allein nicht zu bewältigen sind.
Wir können diese Kräfte bändigen und meistern - unserem Leben größeren Inhalt geben -, wenn wir alle - Regierung und Bürger - kühn genug
sind, alte Wege zu verlassen, und wagemutig genug, neue Gefahren auf
uns zu nehmen, und wenn unser Traum- und Zukunftsbild uns wert genug erscheint, die unbegrenzten Fähigkeiten unseres großen Volkes auf den Plan
zu rufen.
Wir
- 7 -

�Wir müssen in diesem Jahr weiter daran arbeiten, den Inhalt des
Lebens eines jeden Amerikaners zu bereichern.
Lassen Sie uns die großangelegten Gesundheits- und Erziehungsprogramme des vergangenen Jahres verwirklichen und verbessern, wobei wir
allen denen, die ihr Leben in unseren Streitkräften einsetzen, besondere
Chancen einräumen wollen.
Ich fordere das Repräsentantenhaus auf, die bereits vom Senat gebilligten drei Programme - für das Lehrerkorps, die Mietbeihilfen und
die Selbstverwaltung des Distrikts Columbia - zu verabschieden.
Wir müssen in einigen unserer Großstadtgebiete am Neuaufbau ganzer
Stadtteile und Viertel, in denen in einigen Fällen bis zu 100 000 Menschen
leben, mithelfen. Privatwirtschaft und Staat müssen gemeinsam an die Aufgabe herangehen, Wohnhäuser und Fabriken, Parks und Krankenhäuser und all
die anderen notwendigen Elemente eines blühenden Gemeinwesens zu schaffen,
in dem unsere Menschen ein erfülltes Leben führen können.
Ich werde weiter Vorschläge unterbreiten, durch die die Planung des
Wachstums ganzer Großstadtgebiete Anreiz und Belohnung erfahren soll.
Von all den achtlosen Verwüstungen unseres natürlichen Erbes ist
keine schändlicher als die fortgesetzte Verseuchung und Vergiftung unserer
Flüsse und der Luft.
Wir müssen gemeinschaftliche Anstrengungen unternehmen, um die Verseuchung mehrerer großer Flüsse und ihrer Einzugsgebiete zu unterbinden indem wir zusätzliche Bundesmittel für die Planung und den Bau jener Einrichtungen bereitstellen, die erforderlich sind, um die Gewässer ganzer
Einzugsgebiete sauber zu halten und sie zu einer Quelle der Freude und
Schönheit für unser Volk zu machen.
Um die zunehmende Kriminalität und Gesetzlosigkeit anzupacken und zu
überwinden, müssen wir ein umfassenderes Programm zur Modernisierung und
Stärkung der örtlichen Polizeiorgane schaffen.
Unser Volk hat ein Recht darauf, sich zu Hause und auf der Straße
sicher zu fühlen. Dieses Recht muß gesichert werden.
Ebenso

- 8 -

�Ebenso wenig dürfen wir versäumen, der Vernichtung von Leben und
Eigentum auf unseren Autostraßen Einhalt zu gebieten.
Ich werde ein Straßensicherheitsgesetz (Highway Safety Act of 1966)
vorschlagen, um den Zuständen auf unseren Autostraßen ein Ende zu bereiten,
durch die bereits heute täglich 135 Amerikaner getötet und jährlich drei
Millionen verkrüppelt oder verletzt werden und durch die die Vernichtung
von Eigentum im Wert von 80 bis 90 Milliarden Dollar in den nächsten zehn
Jahren droht.
Wir müssen auch der Irreführung des amerikanischen Verbrauchers vorbeugen - indem wir verlangen, daß auf sämtlichen Verpackungen klar und
wahrheitsgemäß ihr Inhalt angegeben ist, daß sämtliche Zinsen und Kreditgebühren unmißverständlich dargelegt werden und daß schädliche Drogen
und Kosmetika aus unseren Geschäften ferngehalten werden.
Es ist der Geist unserer Verfassung, daß unter ihrem Schutz fortdauernder Institutionen und verwurzelter Prinzipien weiter Raum für die
reiche Fruchtbarkeit amerikanischer politischer Schöpfergabe vorhanden
ist.
Wir müssen uns wandeln, um dem Wandel gerecht zu werden.
Ich schlage Schritte zur Modernisierung und Straffung der Exekutive
sowie zur Modernisierung des Verhältnisses zwischen Stadt, Einzelstaat
und Nation vor.
Ein neues Verkehrsministerium ist zur Zusammenfassung unserer Zuständigkeiten im Verkehrswesen erforderlich. Der gegenwärtige Aufbau 35 Regierungsbehörden mit jährlichen Ausgaben von 5 Milliarden Dollar verhindert, den wachsenden Anforderungen der Nation, den Bedürfhissen
der Wirtschaft, dem Anspruch des Steuerzahlers auf höchste Leistungsfähigkeit und Sparsamkeit gerecht zu werden.
Ich werde ein Programm zum Bau und zur Erprobung eines neuen Überschal ltransportflugzeuges vorschlagen, das mit dreifacher Schallgeschwindigkeit - mehr als 3200 Kilometer in der Stunde - fliegen kann.
Zu einer Überprüfung unseres bundesstaatlichen Systems - des Verhältnisses zwischen Stadt, Einzelstaat, Nation und ihren Bürgern- bedürfen

- 9-

�bedürfen wir einer aus den hervorragendsten Gelehrten und Vertretern der
Öffentlichkeit bestehenden Konmission. Ich werde sie bitten, damit zu
beginnen, einen schöpferischen Föderalismus zu entwickeln, der die großartige Mannigfaltigkeit unserer Einrichtungen und unserer Menschen am
besten zum Tragen bringt, um die Probleme zu lösen, die Träume des amerikanischen Volkes in Erfüllung gehen zu lassen.
In dem Maße, wie der Wahlvorgang komplizierter und kostspieliger wird,
müssen wir es jenen, die nicht über persönlichen Reichtum verfügen, ermöglichen, sich um öffentliche Ämter zu bewerben, ohne in Abhängigkeit von
wenigen großen Geldgebern zu geraten. Ich werde Vorlagen unterbreiten, um
die gegenwärtig bestehenden unrealistischen Einschränkungen der Spenden
zu revidieren - um das endlose Überhandnehmen von Ausschüssen durch Erweiterung des Gesetzes auch auf lokale und einzelstaatliche Komitees zu unterbinden - um die Bestimmung, daß Spenden in vollem Umfang öffenzulegen
seien, mit scharfer

Strafandrohung zu verbinden - und um die Beteiligung

der Bevölkerung dadurch anzuregen, daß auch kleinere Spenden an die Partei
oder den Kandidaten steuerlich begünstigt werden.
Um den Kongreß in seiner Arbeit zu stärken, ersuche ich mit Nachdruck
um eine Verfassungsänderung in dem Sinne, daß die Amtszeit der Mitglieder
des Repräsentantenhauses auf vier Jahre verlängert wird. Diese Änderung
sollte frühestens 1972 in Kraft treten.
Die gegenwärtig geltende zweijährige Amtszeit zwingt die meisten Abgeordneten dazu, enorme Energie auf den nahezu ununterbrochenen Wahlkampf
zu verwenden, und beraubt so das Land des vollen Maßes ihrer Fähigkeiten
und Kenntnisse. Darüber hinaus ist heute die Regierungsarbeit weitaus
komplizierter als in unseren Anfängen und erfordert mehr Zeit zur Erlernung
und Beherrschung der technischen Aspekte der Gesetzgebungsarbeit. Und eine
längere Amtszeit wird mehr hochqualifizierte Männer für das politische
Leben gewinnen. Der Nation, dem Prinzip der Demokratie und jedem einzelnen
Wahlbezirk ist mit Wahlen nur alle vier Jahre besser gedient. Und ich
ersuche Sie um schnelles Handeln.

Das

- 10 -

�Das Maß der Gefahr
Heute ist das Haß der Gefahr in Vietnam voll.
Dieser Konflikt ist keine Episode für sich, sondern ein weiteres
großes Ereignis im Rahmen der Politik, die wir mit aller Konsequenz seit
dem zweiten Weltkrieg verfolgen.
Prüfstein dieser Politik sind die Interessen der Vereinigten Staaten das Wohlergehen und die Freiheit unseres Volkes. Aber eine Nation geht
unter, wenn sie diese Interessen aus enger Sicht betrachtet.
In einer klein und gefährlich gewordenen Welt könnte das Streben
nach engherzigen Zielen Zerfall oder sogar Verderben bringen.
Ein Amerika von unbeschreiblicher Macht - jedoch von einer feindseligen oder verzweifelten Welt umgeben - wäre weder sicher, noch könnte
es eine Zivilisation schaffen, die den Menschengeist befreit.
Um dieses Zieles willen halfen wir beim Wiederaufbau Europas, gewährten wir Griechenland und der Türkei Hilfe und verteidigten wir die Freiheit Berlins.
Um dieses Zieles willen haben wir den jungen, neuentstandenen Staaten
zur Erlangung der Unabhängigkeit verholfen, haben wir ihnen durch das
Friedenskorps eine helfende Hand geboten und haben wir das gewaltigste
Wirtschaftshilfeprogramm der Welt vorangetrieben.
Um dieses Zieles willen arbeiten wir am Aufbau einer Hemisphäre, in
der Demokratie und soziale Gerechtigkeit herrschen.
Um dieses Zieles willen haben wir die Verteidigung gegen die kommunistische Aggression übernommen - in Korea unter Präsident Truman - in der
Straße von Formosa unter Präsident Eisenhower - in Kuba unter Präsident
Kennedy - und wiederum in Vietnam.
Heute muß Vietnam im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit stehen, aber
aus der gesamten Welt dringen Probleme und Möglichkeiten auf die amerikanische Nation ein. Ich werde sie in den kommenden Monaten in umfassender
Welse erörtern und werde den fünf kontinuierlichen Linien der Politik
folgen, die Amerika unter vier Präsidenten verfolgt hat.
Richtlinien
- 11 -

�Richtlinien der Politik
Der erste Grundsatz ist Stärke.
Wir sind heute stark genug, alle unsere Verpflichtungen zu erfüllen.
Wir werden für das nächste Finanzjahr Ausgaben in Höhe von 58,3 Milliarden Dollar benötigen, um diese notwendige Macht aufrechtzuerhalten.
Während die besonderen Ausgaben für Vietnam im nächsten Finanzjahr
um schätzungsweise 5,8 Milliarden Dollar ansteigen dürften, werden alle
anderen Ausgaben im gesamten Bundeshaushalt nur um 0,6 Milliarden Dollar
anwachsen. Dies ist aufgrund der strengen, kostenbewußten Sparmaßnahmen
möglich, die vom Verteidigungsministerium und der Regierung schlechthin
eingeleitet worden sind.
Ein zweiter Grundsatz der Politik ist das Bemühen, die modernen
Massenvernichtungsmittel zu kontrollieren, abzubauen und schließlich
völlig zu beseitigen.
Wir werden mit allem Nachdruck die vorliegenden Vorschläge weiterverfolgen und nach neuen suchen, um die Rüstungen zu kontrollieren und
der weiteren Verbreitung von Kernwaffen Einhalt zu gebieten.
Ein dritter Hauptgrundsatz unserer Außenpolitik ist es, am Aufbau
jener Zusammenschlüsse mitzuarbeiten, die die großen Möglichkeiten und
die Erfordernisse der Welt von heute reflektieren.
Durch Stärkung der gemeinsamen Verteidigung, durch Anregung des Welthandels, durch Erfüllung neuer Hoffnungen dienen diese Staatenverbände
der Sache einer prosperierenden Welt.
Wir werden in diesem Jahre neue Maßnahmen treffen, um die Allianz
für den Fortschritt, die Einheit Europas, die atlantische Gemeinschaft,
die regionalen Organisationen der Entwicklungskontinente und jenen überragenden Verband - die Vereinten Nationen - stärken zu helfen.
Wir werden uns bemühen, die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu
stärken, Zollschranken abzubauen, und das internationale Finanzwesen
zu verbessern.
Ein

- 12 -

�Ein vierter Grundzug der Politik ist das Bemühen, das menschliche
Dasein verbessern zu helfen.
Vom Marshallplan an bis jetzt hat diese Politik ihre Grundlagen in
den Forderungen des Mitgefühls und in dem sicheren Wissen gehabt, daß
nur ein Volk, dessen Zukunft Ansporn und Hoffnung bietet, einen sicheren
und friedlichen Staat aufbauen wird.
Ich schlage in diesem Jahr bedeutsame neue Richtlinien für unser
Programm der Auslandshilfe vor, um jenen Ländern zu helfen, die sich
selbst helfen.
Wir werden:
- einen weltumfassenden Angriff gegen die aus Hunger, Krankheit und
Unwissenheit entstehenden Probleme führen;
- das einzigartige Können und Geschick sowie die Hilfsquellen Amerikas - auf dem Gebiet der Landwirtschaft und der Düngung - jenen Ländern
zugänglich machen, die sich um die Entwicklung einer modernen Landwirtschaft bemühen;
- all jenen helfen, die die jungen Menschen in anderen Ländern erziehen, und den Kindern auf anderen Kontinenten die gleichen Erziehungsund Ausbildungsmöglichkeiten bieten, die wir unseren eigenen Kindern zu
geben versuchen. Zur Förderung dieser Ziele werde ich ein Internationales
Erziehungsgesetz (International Education Act of 1966) vorschlagen.
Ich werde weiterhin ein Internationales Gesundheitsgesetz (Internalional Health Act of 1966) vorschlagen,
- um Krankheiten durch ein erneutes Bemühen entgegenzutreten, den
von niemand betreuten Leidenden in der Welt die modernen Methoden und
Erkenntnisse der Heilkunde zukommen zu lassen - und Pocken und das Gelbe
Fieber auszurotten sowie noch in diesem Jahrzehnt die Malaria in den
meisten Gebieten unserer Erde unter Kontrolle zu bringen;
- um Ländern, die sich um eine Kontrolle ihres Bevölkerungswachstums
bemühen, durch Intensivierung unserer eigenen Forschungen und Bereitstellung von Mitteln für ihre Bemühungen zu helfen.
Für

- 13 -

�Für das nächste Jahr schlagen wir die Aufwendung von einer Milliarde
Dollar für alle diese Aufgaben Vor - und wir fordern alle, die die Mittel
dazu besitzen, auf, sich uns bei diesen Bemühungen anzuschließen.

Das unaufhaltsame Streben
Das fünfte und wohl wichtigste Prinzip unserer Außenpolitik ist die
Unterstützung der nationalen Unabhängigkeit - des Rechtes eines jeden
Volkes, sich selbst zu regieren und seine eigenen Institutionen zu gestalten.
Denn eine friedliche Weltordnung wird nur dann möglich sein, wenn
jedes Land den Weg geht, den es selbst gewählt hat.
Wir entsprechen diesem Prinzip, indem wir die Beendigung der Kolonialherrschaft unterstützen.
Wir entsprechen diesem Prinzip,im Ausland wie auch im eigenen Lande,
indem wir weiterhin die Beherrschung der Mehrheit durch eine Minderheit
oder die Unterdrückung einer Rasse durch eine andere ablehnen.
Wir entsprechen diesem Prinzip, indem wir Brücken nach Osteuropa
schlagen. Ich werde den Kongreß um Ermächtigung zur Aufhebung der besonderen Zollrestriktionen ersuchen, die eine Ausweitung des Handels zwischen
Ost und West behindern.
Das unaufhaltsame Streben nach nationaler Unabhängigkeit ist die
stärkste Kraft auf der heutigen Welt.
In Afrika, in Asien und in Lateinamerika macht sie die Absichten
derer zunichte, die andere ihren Ideen oder ihrem Willen Untertan machen
wollen.
Sie höhlt die Einigkeit des einstigen stalinistischen Imperiums aus.
In den letzten Monaten haben eine Reihe von Staaten diejenigen ausgestoßen, die diese Länder den ehrgeizigen Zielen des kommunistischen
China dienstbar machen wollten.
Die Gesichchte ist auf der Seite der Freiheit. Sie ist auf der Seite
der Staatswesen, die durch die schöpferische Kraft jedes einzelnen Volkes

- 14 -

�Volkes geschaffen wurden. Die Geschichte begünstigt kein bestimmtes
System und keinen bestimmten Glauben - es sei denn, daß Gewalt angewendet wird.
Das ist der Grund, warum wir dieses grundlegende Prinzip unserer
Politik verteidigen müssen - in Berlin, in Korea, in Kuba und jetzt
in Vietnam.

Ein fernes Land
Denn heute - wie schon an vielen anderen Tagen - kämpfen und sterben junge Amerikaner in einem fernen Land.
Heute - wie schon an vielen anderen Tagen - ist die amerikanische
Nation aufgerufen, das Blut ihrer Söhne und die Früchte ihrer Arbeit
für die Freiheitsliebe zu opfern.
Wie viele Male - zu meinen und zu Ihren Lebzeiten - hat sich das
amerikanische Volk zusammengefunden, um wie jetzt seinen Präsidenten
von Konflikten und Gefahren sprechen zu hören.
Und jedes Mal hat es mit all den Anstrengungen geantwortet, die
für die Sicherheit und die Freiheit der Nation erforderlich waren.
Dies ist auch heute in Vietnam wieder der Fall.
Vor noch nicht allzu vielen Jahren war Vietnam ein friedliches,
wenn auch mit Schwierigkeiten kämpfendes Land. Im Norden gab es eine
unabhängige kommunistische Regierung. Im Süden bemühte sich ein Volk um
den Aufbau einer Nation, wobei es die freundschaftliche Unterstützung
der USA fand.
Es gab Kreise in Südvietnam, die dem eigenen Volk die kommunistische Herrschaft aufzwingen wollten. Aber sie erzielten nur geringe Fortschritte. Ihre Hoffnung auf Erfolg war schwach. Dann - vor wenig mehr
als sechs Jahren - entschloß sich Nordvietnam zur Eroberung. Von da bis
auf den heutigen Tag schwoll der Strom von Soldaten und Nachschub aus
dem Norden nach dem Süden immer mehr an, wobei die Überbleibsel der Revolution in der Aggression untergingen.
Mit

- 15 -

�Mit dem wachsenden Ansturm

kristallisierte sich unsere Entschei-

dung heraus. Wir konnten gehen, Südvietnam seinen Angreifern und sicherer Eroberung überlassen. Oder wir konnten bleiben und an der Seite des
südvietnamesischen Volkes kämpfen.
Wir blieben.
Und wir werden bleiben, bis die Aggression aufgehört hat.
Wir bleiben, weil eine redliche Nation ein Volk, das sein Leben und
seine Unabhängigkeit auf unser feierliches Versprechen gesetzt hat, nicht
der Grausamkeit seiner Feinde überlassen kann. Und das ist ein Versprechen, das von drei amerikanischen Präsidenten erhärtet wurde.
Wir bleiben, weil es in Asien - und auf der ganzen Welt - Länder
gibt, deren Unabhängigkeit zum großen Teil auf ihrem Vertrauen auf amerikanischen Schutz beruht. Der Gewalt in Vietnam zu weichen, würde dieses
Vertrauen schwächen, die Unabhängigkeit vieler Länder untergraben und
den Appetit der Aggressoren anregen. Wir müßten in einem Land nach dem
anderen kämpfen oder einen großen Teil Asiens der kommunistischen Herrschaft überlassen.
Und wir haben nicht die Absicht, Asien der Unterwerfung preiszugeben.

Die Wandlung des Krieges
Im vergangenen Jahr wandelte sich die Natur des Krieges in Vietnam
erneut. In schnell anwachsender Zahl überschritten Bewaffnete aus dem
Norden die Grenze, um sich mit bereits im Süden befindlichen Kräften zu
vereinigen. Angriffe und Terror nahmen zu, angespornt und ermutigt durch
den Glauben, den Vereinigten Staaten ermangele es des Willens zum Weiterkämpfen und der Sieg sei in greifbarer Nähe.
Trotz unseres Wunsches, den Konflikt zu begrenzen, war es nötig,
zu handeln: um die wachsende Aggression abzuwehren - um den Menschen im
Süden Mut einzuflößen - und um dem Norden unsere Entschlossenheit klarzumachen. Deshalb begannen wir mit begrenzten Luftangriffen gegen militärische Ziele in Nordvietnam und brachten unsere Kampftruppen auf ihre
gegenwärtige Stärke von 190 000 Mann.
Diese
- 16 -

�Diese Schritte haben nicht das Ende der Aggression gezeitigt, aber
sie haben deren Erfolg vereitelt. Der Einsatz und die Tapferkeit der
Amerikaner und ihrer Verbündeten - und der ausdauernde Mut der Südvietnamesen, deren Ausfälle im vergangenen Jahr das Achtfache der unseren
betrugen - machten es dem Feind unmöglich, seine Ziele zu erreichen.
Der Feind steht nicht mehr dicht vor dem Sieg. Die Zeit steht nicht
mehr auf seiner Seite. Es gibt keinen Grund, die amerikanische Verpflichtung in Zweifel zu ziehen.
Unser Entschluß, standzuhalten, ist ebenso stark wie unser Wunsch
nach Frieden.
Die Suche nach Frieden
i

Im Jahre 1965 führten wir mit unseren Freunden und Gegnern in aller
Welt 300 private Gespräche über den Frieden in Vietnam.
Seit Weihnachten ist die amerikanische Regierung mit Einfallsreichtum und Ausdauer erneut darum bemüht, alle Hindernisse einer friedlichen
Lösung zu beseitigen. Seit nunmehr zwanzig Tagen haben wir und unsere
vietnamesischen Verbündeten keine Bomben mehr auf Nordvietnam abgeworfen.
Fähige und erfahrene Vertreter unserer Sache haben im Namen Amerikas
über vierzig Länder besucht. Wir haben mit mehr als hundert Regierungen mit allen 113 Regierungen, zu denen wir Beziehungen unterhalten, und mit
einigen, zu denen wir keine Beziehungen unterhalten - Gespräche geführt.
Wir haben die Vereinten Nationen informiert und an alle UN-Mitgliedstaaten
appelliert, auf jede nur mögliche Weise zur Erreichung des Friedens beizutragen.
In öffentlichen Erklärungen und in privaten Mitteilungen - gegenüber
Gegnern und Freunden, in Rom und Warschau, in Paris und Tokio, in Afrika
und in der ganzen westlichen Hemisphäre - haben wir unseren Standpunkt
klargestellt.
Wir wollen weder Gebiet noch Stützpunkte, weder wirtschaftliche
Herrschaft noch ein militärisches Bündnis in Vietnam. Wir kämpfen für den
Grundsatz der Selbstbestimmung - daß das südvietnamesische Volk durch

- 17 _

�durch freie Wahlen, ohne Gewaltanwendung, Terror und Furcht, selbst über
seinen eigenen Kurs entscheiden kann. Wir sind der Meinung, daß das ganze
vietnamesische Volk eine freie Entscheidung über die große Frage der Wiedervereinigung treffen sollte.
Das ist alles, was wir für Südvietnam wollen. Und wenn es auf dieser
Erde eine einzige Nation gibt, die weniger als dies für ihr Volk verlangt,
dann möge sie sich zu Wort melden.
Wir haben ebenfalls klar zu verstehen gegeben - von Hanoi bis New
York -, daß unsere Suche nach Frieden keiner willkürlichen Beschränkung
unterliegt. Wir stehen zu den Genfer Abkommen von 1954 und 1962. Wir werden uns an jedem Konferenztisch einfinden, über jeden Vorschlag sprechen
- seien es vier Punkte oder vierzehn Punkte oder vierzig Punkte - und die
Ansichten jeder Gruppe in Erwägung ziehen. Wir werden auf eine Feuereinstellung hinarbeiten - sofort oder wenn es zu Gesprächen gekommen ist.
Wir werden entsprechend handeln, wenn andere ihre Gewaltanwendung verringern; und wir werden unsere Soldaten zurückholen, sobald sichere Garantien
vorhanden sind, daß Südvietnam seine Zukunft selber gestalten kann.
Wir haben das alles gesagt, und wir haben zur Antwort aufgefordert auf sie gehofft und auf sie gewartet.
Bis jetzt haben wir keine Antwort erhalten, aus der sich Erfolg oder
Fehlschlag herauslesen ließe.
Wir haben unseren Wunsch nach Frieden vielen Nationen und Völkern
vorgetragen, weil wir diesen Planeten zusammen mit anderen bewohnen, deren
Zukunft weitgehend von unserem Handeln abhängt und deren Rat wir für unsere
eigenen Hoffnungen brauchen.
Wir fanden Verständnis und Unterstützung. Und wir wissen, daß sie
heute abend mit uns auf eine Antwort warten, die zum Frieden führen kann.

Die nächste Zukunft
Ich wünschte, ich könnte Ihnen heute abend genau sagen, wie der Konflikt in den kommenden Monaten verlaufen wird. Aber wir können nicht wissen,
was die Zukunft erfordern mag. Vielleicht werden wir uns einem langen und

, 18 -

�und harten Kampf oder einer langen und harten Konferenz oder sogar
beidem gleichzeitig gegenübersehen.
Bis der Friede kommt - aber auch wenn er nicht kommt -, ist unser
Kurs klar. Wir werden handeln, wie wir es müssen, um die Unabhängigkeit
des tapferen südvietnamesischen Volkes zu schützen. Wir werden uns bemühen, den Konflikt zu begrenzen, denn wir wollen weder mehr Zerstörung
noch mehr Gefahren.
Aber wir werden unseren Soldaten geben, was sie brauchen: jedes
Geschütz, jeden Dollar und jede Entscheidung - was immer dies kostet
und wie groß auch immer die Aufgabe sein mag.
Und wir werden dem südvietnamesischen Volk weiterhin dabei helfen,
für die vom Krieg Heimgesuchten zu sorgen, den Fortschritt auf dem Lande
zu fördern und inmitten der Unsicherheit und der Schrecken des Krieges
die heilende Hoffnung auf den Frieden nach besten Kräften zu wecken.
Lassen Sie mich absolute Klarheit schaffen: Aus den Tagen können
Monate und aus den Monaten können Jahre werden, aber wir werden bleiben,
solange uns die Aggression zum Kämpfen zwingt.
Es mag Leute geben, die keinen Frieden wollen, deren Ambitionen so
weit reichen, daß der Krieg in Vietnam für sie nur ein willkommenes und
geeignetes Zwischenspiel in einem gewaltigen Plan bedeutet, sich die
Gesahichte gefügig zu machen. Aber anderen muß es jetzt klar sein, daß
die Wahl nicht zwischen Frieden und Sieg liegt. Sie liegt zwischen Frieden und den Verheerungen eines Konflikts, bei dem sie nur verlieren können.
Die Menschen in Vietnam, im Norden und im Süden, suchen das gleiche:
die Erfüllung der Bedürfnisse aller Menschen, Nahrung, Obdach und Erziehung - die Möglichkeit, zu bauen und zu arbeiten und den Boden zu bestellen ohne den willkürlichen Schrecken des Krieges. Sie haben den Wunsch,
mit der Würde eines Menschen zu leben, der sein eigenes Geschick bestimmt.
Lange schmerzvolle Jahre hindurch, in Krieg, Revolution und selten in Frieden, haben sie sich um die Erfüllung dieser Bedürfnisse bemüht.
Verbrechen

- 19 -

�Verbrechen an der Menschheit
Es ist ein Verbrechen an der Menschheit, daß so viel Mut und so
viel Willenskraft und so viele Träume in den Flammen von Krieg und Tod
untergehen müssen.
Wir rufen daher all denen, die in den Konflikt verwickelt sind,
erneut zu: Laßt uns den Frieden wählen und mit ihm die wunderbaren
Werke des Friedens und darüber hinaus die Zeit, zu der die Hoffnung,
der Ketten ledig, nach Vollendung strebt und das Leben dem Leben dient.

Die Lage der Nation
Dies ist die Lage der Nation.
Aber über all dem - Reichtum, Verheißung und Erwartung - sind wir
uns voller Bedrückung der amerikanischen Männer im Krieg bewußt.
Wie viele Männer, die mich heute abend hören, haben ihrer Nation in
anderen Kriegen gedient, und wie viele - wie gar so viele - können mich
nicht mehr hören.
Der Krieg in Vietnam ist nicht wie diese anderen Kriege. Und doch:
Krieg bleibt immer Krieg. Krieg bedeutet, daß junge Menschen in der
Blüte ihres Lebens sterben. Krieg bedeutet, daß man einen Menschen zu
töten trachtet, den man nicht einmal so weit kennt, daß man ihn hassen
könnte.
Wer also den Krieg kennt, der weiß, daß der Wahnsinn in der Welt
noch nicht ausgestorben ist.
Viele Von Ihnen tragen mit mir an der Last, die dieses Wissen bedeutet. Und doch besteht ein Unterschied, denn letztlich muß ich den
Befehl geben, zu schießen, obwohl sich alles in mir dagegen sträubt.
Denn wir haben Kinder, die eine Ausbildung erhalten sollen, und Kranke,
die geheilt werden sollen, und Menschen, die befreit werden sollen. Wir
haben Arme, deren Lebensstandard gehoben werden soll, und Städte, die
gebaut werden sollen, und eine Welt, der geholfen werden soll.
Doch

- 20 -

�Doch wir tun, was wir tun müssen.
Ich bin hoffnungsvoll, und ich werde mich dafür einsetzen, daß
dieser Krieg ein Ende findet und daß unsere Söhne wieder ein Leben
führen können, wie sie es sich wünschen.
Wenn aber andere unsere Sicherheit in Frage und die Ernsthaftigkeit unserer Überzeugung mit Feuer und Schwert auf die Probe stellen,
dann dürfen wir nicht zurückweichen - oder wir werden die Verheißung
zweier Jahrhunderte erschüttert sehen. Ich glaube, Sie wollen nicht,
daß ich ein solches Risiko eingehe. Und aus diesem Glauben schöpfe
ich als Ihr Präsident Kraft für die bevorstehenden Prüfungen.
Das Werk muß nun unser Werk sein. Mit den Narben der Schwäche
des Menschen, so wie Gott uns lenken und leiten mag, müssen wir trotz
allem - und allein im Gedanken an unsere Sterblichkeit - strebend uns
bemühen um das Edle im irdischen Leben.

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- 21 -

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XIX - 3

WISSENSCHAFT, STAAT UND WELTRAUMFORSCHUNG

Ansprache
Sr. Exzellenz, des Botschafters der Vereinigten Staaten
in der Bundesrepublik Deutschland,

GEORGE C. MCGHEE

gehalten am 14. Januar 1966
vor der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn

�WISSENSCHAFT, STAAT UND WELTRAUMFORSCHUNG

Am 20. Dezember 1965 erhob Präsident Johnson während des Staatsdiners im Weißen Haus für Bundeskanzler Erhard, der zu Besuch in Washington weilte, sein Glas zu einem Toast auf den Ehrengast. Der Präsident zitierte die Mahnung Goethes, daß jeder Mensch sich jeden Tag
darum bemühen sollte, etwas Vernünftiges zu sagen. Er kam dann auf einige wichtige aktuelle Themen zu sprechen; von größtem Interesse für
uns heute abend ist jedoch sein Vorschlag über ein neues gemeinsames
Programm der Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Weltraumforschung.
"Wir haben", erklärte der Präsident, "bereits ein gemeinsames
Weltraum-Unternehmen in Angriff genommen. Im Sommer vereinbarten unsere
beiden Regierungen, daß die Vereinigten Staaten einen in Deutschland
gebauten Satelliten starten, der Meßdaten aus den unteren Zonen des
Strahlungsgürtels der Erde liefert. Nunmehr wollen wir mit Ihnen - und
mit anderen - einen noch viel kühneren Plan erörtern, um etwas gemeinsam zu unternehmen, was jeder für sich allein nicht so leicht bewältigen könnte. Modellfälle wären zwei Projekte, die im Programm der Weltraumforschung einen hervorragenden Platz einnehmen. Beide stellen hohe
Anforderungen und beide sind sehr kompliziert. Im einen Fall geht es
um die Entsendung einer Sonde zur Sonne, im anderen zum Planeten Jupiter. Die Zusammenarbeit bei der Vorbereitung und Durchführung so großartiger Projekte würde unser Wissen und technisches Können beträchtlich mehren."
Auch Bundeskanzler Erhard war - und dies keineswegs aus reinem
Zufall - mit einem Vorschlag zu engerer Zusammenarbeit in der Weltraum-

�Weltraumforschung nach Washington gekommen. In seiner Erwiderung begrüßte der Kanzler die Anregung des Präsidenten und sagte u.a.: "Ich
habe in meinem Leben die Erfahrung gemacht, daß große Pläne von jener
Faszination erfüllt sind, die auch die Menschen anrührt und die schon
ein Teil des Gelingens ausmacht."
Ich kann Ihnen darüber hinaus versichern, daß diese Worte mehr
als Höflichkeitsfloskeln waren. Die Ansprachen kennzeichneten zum
einen das Ausmaß, in dem die Erforschung des Weltraums - ursprünglich
eine vornehmlich nationale Angelegenheit - Teil der internationalen
Beziehungen geworden ist. Zum anderen erhielt mit diesem Austausch von
Plänen auch die wissenschaftliche und technische Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland wie auch zwischen den
Vereinigten Staaten und Europa eine neue Dimension. Ich möchte die
Gelegenheit, hier in der großen, berühmten Bonner Universität sprechen
zu können, dazu benutzen, einige Aspekte der weitreichenden Möglichkeiten für die Menschheit und die Völker zu behandeln, die sich heute
aus der Weltraumforschung ergeben.
Historiker haben viele Seiten gefüllt, um den Einfluß des Unbekannten, Neuen auf die Entwicklung des menschlichen Charakters zu
schildern. Früher einmal, als nur ein Bruchteil der Erdoberfläche erforscht und in die Zivilisation einbezogen war, lockten Länder und
Meere den Menschen. Die "Front" bei uns in Amerika war bis gegen Ende des
19. Jahrhunderts der "Wilde Westen". Wenn man den Westen in Liedern
und Filmen auch oftmals übertrieben dargestellt hat, so war er doch
in jedem Fall ein Ventil für den Tatendrang wissensdurstiger, rastloser und ehrgeiziger Mitbürger.
Während die Weltbevölkerung immer stärker zunahm, moderne Transport- und Nachrichtenmittel den Globus zu nachgerade Nadelkissengröße
zusammenschrumpfen ließen, verschwand auch weitgehend das "Neuland"
oder die "Front" im geographischen Sinn. Manche behaupten, in Wirklichkeit gäbe es gar nichts mehr zu entdecken. Meines Erachtens liegen aber die Dinge anders. Es gibt sehr wohl noch Neues zu finden und dieses Neue stellt an uns mitunter weit größere Anforderungen als

- 2-

�als das von einst. Lediglich die Natur des Unerforschten hat sich
gewandelt.
In den letzten 75 Jahren wurde die Welt Zeuge einer nach Art
und Umfang bisher einmaligen wissenschaftlichen und technischen
Revolution. In den zahlreichen Phasen dieser Revolution vollzogen
sich in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg zwei besonders bedeutsame Entwicklungen: einmal die Nutzbarmachung der Kernenergie, die
sich nunmehr - rund 27 Jahre nach der grundlegenden Entdeckung Professor Otto Hahns hier in Deutschland im Jahre 1938 - zu einer der
wichtigsten Quellen für die Erzeugung elektrischer Energie entwickelt, zum andern die Erforschung des Weltraums.
Wir haben die stürmische erste Entwicklungsperiode des Zeitalters der Raumfahrt seit 1960 miterlebt. Vielleicht in noch größerem Maße als der Kernreaktorbau oder die Isotopentrennung mit ihren
diffizilen

Problemkomplexen stellt heute der Weltraum faszinieren-

des Neuland für das Denken und, in gewissem Sinne, auch für die geistige Haltung dar - das gilt mehr oder weniger für die ganze Menschheit. Seit der Mensch zum Bewußtsein erwacht ist, weiß er um die beherrschende Rolle der Sonne in seinem Leben. Die Sonne war die Quelle
von Licht und Wärme. Nach der Sonne benannte er seine Götter - sie
war das Ordnungsprinzip im täglichen Leben. Auch unser nächster Nachbar im Raum, der Mond, übt seit eh und je einen besonderen Zauber auf
den Menschen aus. Und kaum weniger stark ist der Reiz der übrigen
Planeten unseres Sonnensystems und der anderer Gestirne. Der unendliche Weltraum ist noch immer Neuland, das der Erforschung harrt. Der
Mensch hat jetzt jedoch erstmals das notwendigste Instrumentarium entwickelt, um diese Erforschung voranzutreiben - in einem Ausmaß, das er
nie für möglich gehalten hätte.
Viele Nationen haben Anteil an diesem Fortschritt. Zwei jedoch
überragen alle übrigen schon auf Grund ihrer reichen Hilfsquellen und wegen der Tatsache, daß sie entschlossen waren, diese Hilfsquellen
für die Weltraumforschung einzusetzen: die Vereinigten Staaten und die
Sowjetunion. Der wichtigste Faktor für den inzwischen erreichten Leistungsstand Amerikas in der Raumfahrt war eine von unserer Regierung

- 3 -

�Regierung organisierte und finanzierte große gemeinsame Anstrengung an ihr waren unsere Universitäten, unsere Wissenschaft und unsere Industrie gleichermaßen beteiligt. Auf die komplexe Struktur unserer
wissenschaftlichen Forschung und technologischen Entwicklung kann ich
hier nicht im einzelnen eingehen. Einige der Grundfakten möchte ich
aber doch ausführlicher behandeln.
Im vergangenen Jahr betrugen in den USA die laufenden Ausgaben
für Forschung und Entwicklung ungefähr 20 Milliarden Dollar; das entspricht etwa drei Prozent des amerikanischen Bruttosozialprodukts.
Davon trug die Bundesregierung 14,8 Milliarden, während der Rest in
der Hauptsache von der Privatwirtschaft aufgebracht wurde. Fast sieben Milliarden Dollar, oder knapp die Hälfte der Gesamtaufwendungen
der Bundesregierung, flössen der Weltraumforschung zu. 70 Prozent
dieser Summe entfielen auf zivile Weltraumprojekte. Wiederum ein Zehntel davon war für Grundlagenforschung bestimmt, während technologische
Aufgaben neun Zehntel verschlangen - die Entwicklung der kostspieligen
und komplizierten Geräte, die für die praktische Weltraumforschung benötigt werden. Die Maschinen und Apparaturen für die Raumfahrt kosten
viel Geld.
Die Bereitstellung dieser Mittel bedeutet ein erhebliches und auch
in Zukunft weiterbestehendes Engagement der Regierung der Vereinigten
Staaten auf dem Gebiet der Weltraumforschung. Diese Verpflichtung einzugehen war übrigens keine leichte Sache. Sie aufrechtzuerhalten erfordert in jedem Jahr Rechenschaftsberichte vor dem amerikanischen Kongreß mit nicht weniger als 4000 Druckseiten im Protokoll. Rundfunk und
Fernsehen berichten umfassend über amerikanische Weltraumunternehmen.
Die gesamte amerikanische Öffentlichkeit beteiligt sich lebhaft an der
fortgesetzten Debatte über unser Raumfahrtprogramm. Der Kongreß wie
auch der amerikanische Steuerzahler sind jedoch nach wie vor davon überzeugt, daß unser wagemutiger Vorstoß in den Weltraum den täglichen Aufwand von 10 Cent pro Kopf der Bevölkerung lohnt, der zu seiner Finanzierung erforderlich ist. Es geht, wie Präsident Johnson sagte, '•nicht
um die Frage, ob wir es uns leisten können, auf dem Mond zu landen. Die

- 4 -

�Die Frage ist, ob wir es uns leisten können, nicht zum Mond zu fliegen. Denn ein derartiges Versäumnis wäre ebenso katastrophal, als
hätten wir die Erforschung des Atoms versäumt".
Schenken Sie mir nun für einige Minuten Ihre Aufmerksamkeit
bei einer Betrachtung der Geschichte des amerikanischen Weltraumprogramms und des bisher Erreichten. Das amerikanische Weltraumprogramm
begann mit den Vorbereitungen zum Internationalen Geophysikalischen
Jahr, einem breit angelegten Programm informeller Zusammenarbeit von
Wissenschaftlern vieler Länder mit dem Ziel, Untersuchungen auf
allen nur erdenklichen Gebieten der Erdforschung auszuweiten und zu
koordinieren. Das IGJ, wie es meist nur genannt wird, war für die
Jahre 1957 und 1958 angesetzt. Während der ersten vorbereitenden internationalen Wissenschaftlerkonferenz in Rom im Jahr 1954 wurden jedoch
auch die ersten konkreten Vorschläge für den Start künstlicher Satelliten gemacht. Sowohl die Vereinigten Staaten als auch die Sowjetunion
akzeptierten die Empfehlungen. Im Juli 1955 gab das Weiße Haus bekannt,
Präsident Eisenhower habe Pläne für den Abschuß eines kleinen Satelliten als Teil des amerikanischen Beitrags zum IGJ genehmigt. Das Weltraumzeitalter wurde somit aus internationaler Zusammenarbeit heraus
geboren. Als Wissenschaft gewann es jedoch erst Bedeutung, nachdem es
der Sowjetunion im Oktober 1957 gelungen war, SPUTNIK I in eine Erdumlaufbahn zu bringen. Die Herausforderung, die der SPUTNIK für Amerika
darstellte, war eindeutig. Ein neues Zeitalter war angebrochen, und
Amerika durfte nicht abseits stehen.
Die Reaktion der Vereinigten Staaten bestand in der Gründung der
US-Behörde für Luft- und Raumfahrt - der berühmten NASA - und in einer
zunehmenden Aktivität auf allen Gebieten der Raumfahrt. Seitdem sind
acht Jahre vergangen. Die Zahl der bei der NASA Beschäftigten beläuft
sich jetzt auf 34 000. Das Budget der NASA für das Haushaltsjahr 1966
beträgt 5,2 Milliarden Dollar. Allerdings werden 90 Prozent der NASAAufgaben außerhalb regierungseigener Institutionen ausgeführt.
Fast 10 000 Wissenschaftler, Forscher, Studenten und Techniker an
rund 150 Universitäten befassen sich zur Zeit mit Raumfahrtprojekten und

- 5 -

�und damit verwandten Aufgaben. Ihre Arbeit fördert Forschung und Lehre
in nahezu allen Wissensbereichen, insbesondere auf Gebieten, die jeweils mehrere wissenschaftliche Disziplinen vereinigen - WerkstoffForschung, Biotechnik, Energiequellen, Nachrichtenwesen und Datenverarbeitung, Gebiete also, auf denen jetzt viele der erregendsten grundlegenden Erfindungen gemacht werden.
Etwa 400 000 Männer und Frauen sind in den Laboratorien und Betrieben von fast 20 000 amerikanischen Firmen beschäftigt, die mit
Raumfahrt- und verwandten Projekten befaßt sind. Die neuen Techniken,
die sie begründen, finden in zahllosen Anwendungsmöglichkeiten außerhalb der Raumfahrt ihren Niederschlag - durch neue Materialien, neue
Konstruktionen und die Fähigkeit, ungewöhnliche, neuartige Ifaweltbedingungen herzustellen. Sie erarbeiten neue Möglichkeiten für mathematische Berechnungen und neue Erkenntnisse über die Funktionen des
menschlichen Organismus. Darüber hinaus werden neue Vorrichtungen zum Orten,
Messen, Senden, Empfangen, Fotografieren und Aufzeichnen entwickelt.
Die vielseitige technische Entwicklung, die sich aus allen Einzelschritten auf den Gebieten Luftfahrt, Atomenergie und Raumfahrt ergibt,
ist der Gegenwert für unsere Investition in Höhe von rund 100 Milliarden Dollar seit dem zweiten Weltkrieg. Eine detaillierte Analyse des
unmittelbaren Nutzens von Luftfahrt- und Weltraumforschung für andere
Gebiete, auch "spin-off* genannt, ist schwierig. Gemessen an einzelnen
Erfindungen ist er nicht groß. Gemessen an dem allgemeinen, die Gesellschaft als Ganzes erfassenden technologischen und wissenschaftlichen
Stimulus jedoch ist der Impuls enorm. Er schließt viele sensationelle
Entwicklungen ein, die schon im Grenzbereich des allgemeinen technischen Fortschritts liegen. Die Leistungsfähigkeit der Industrie eines
Landes stellt eine ungeheuer wichtige nationale Kraftreserve für die
Zukunft dar. Ohne das Stimulans des Raumfahrtprogramms hätte sich diese
Leistungsfähigkeit nicht in einem solchen Maße entfaltet.
Von Anfang an hat sich die NASA bewußt auf ein umfassendes, "totales" Weltraumprogramm konzentriert. Jede nur denkbare Anwendungsmöglichkeit für Erdsatelliten und Raumflugkörper wurde in Erwägung gezogen.
Viele

- 6 -

�Viele der NASA-Programme sind bereits mit Erfolg durchgeführt und bringen jetzt unmittelbar Dividende. Auf der Basis der von der NASA geleisteten Pionierarbeit hat die amerikanische Gesellschaft für Fernmeldesatelliten (COMSAT) eine sehr zweckmäßige Nachrichtenverbindung zwischen
Europa und Amerika über den Satelliten EARLY BIRD hergestellt. COMSAT
ist jetzt dabei, mit Hilfe wesentlich verbesserter künstlicher Satelliten ein weltweites Fernsprech- und Fernsehnetz aufzubauen.
Erst vor vier Jahren unterbreitete Präsident Kennedy den Vereinten
Nationen den Vorschlag, ein globales Netz zur Wetterbeobachtung und
Wettervorhersage zu schaffen. Die jüngsten Serien von Wetterbeobachtungssatelliten der NASA, T1R0S und NIMBUS, bildeten einen wichtigen
Schritt zur Verwirklichung dieses Planes. Dreizehn Länder verfügen bereits über Einrichtungen, mit denen sie Wolkenfeldbilder empfangen können - und zwar direkt von NASA-Satelliten, die die Erde umkreisen. Die
geringen Kosten der dafür benötigten Ausrüstung machen die Benutzung
von Wettersatelliten auch für ein Land mit einem sehr bescheidenen Budget erschwinglich. Das ist für Entwicklungsländer mit einer vielfach
landwirtschaftlich orientierten Wirtschaftsstruktur von besonderer Bedeutung.
Zur Zeit wird auch eine Reihe von geodätischen Satelliten gestartet, die eine äußerst präzise geopraphische Kartographie ermöglichen.
Wir werden in der Lage sein, geographische Örter auf der Erdoberfläche
sowohl in horizontaler als in vertikaler Ebene bis auf wenige Meter
genau zu bestimmen. Eine Anzahl von Satelliten mit speziellen Meßgeräten sind bereits in Umlauf, um Kernexplosionen im Weltraum zu orten
und die Erdoberfläche zu beobachten. Immer mehr Satelliten und Raumflugkörper verschiedenster Typen erforschen die Hochatmosphäre und die
Ionosphäre, die Strahlengürtel und Magnetfelder der Erde und den mysteriösen Sonnenwind.
Die Mondsonden vom Typ RANGER brachten insgesamt 17 000 brauchbare
Bilder von der Mondoberfläche, aus Höhen von ca. 1600 km bis unmittelbar vor dem Aufschlag auf dem Mond aufgenommen. Die interplanetaren
MARINER-Sonden ermöglichten neuartige Beobachtungen an Venus und Mars

- 7-

�Mars aus großer Nähe - sie gaben Meßdaten über Magnetfelder der Planeten,
die dort herrschenden Temperaturen und die Dichte und Zusammensetzung
ihrer Atmosphäre.
MARINER IV brachte den größten wissenschaftlichen Fortschritt für
die Weltraumforschung seit der Entdeckung der die Erde umgebenden Van
Allenschen Strahlenzonen im Jahr 1958. Sie werden sich sicherlich erinnern, im Fernsehen und in der Zeitung im Juli vergangenen Jahres einige
der 22 Aufnahmen von der Marsoberfläche gesehen zu haben, die über eine
Entfernung von 216 Millionen km zur Erde übertragen wurden. MARINER IV
war eine großartige technische Leistung. Die erfolgreiche Durchführung
des Experiments setzte voraus, daß 138 000 Baukomponenten der Sonde
funktionierten. Die Aufnahmen machte MARINER IV nach einem siebeneinhalb Monate langen, gefahrenvollen Anflug durch den Weltraum. Die Bilder, die er aufnahm, zeigten uns den Nachbarplaneten Mars aus bisher
größter Nähe.
Die umfangreichsten finanziellen Verpflichtungen in bezug auf die
Raumfahrt erwuchsen aus dem Entschluß der amerikanischen Regierung, die
Erforschung des Weltraums mit bemannten Flugkörpern zu fördern. Mit der
für seine Amtsführung so charakteristischen Weitsicht und Begeisterungsfähigkeit unterbreitete Präsident Kennedy im Mai 1961 dem Kongreß einen
Vorschlag zur Intensivierung des amerikanischen Weltraumprögramms. Projekt APOLLO - das amerikanische Vorhaben, bis zum Jahr 1970 zwei Astronauten auf dem Mond zu landen - war geboren. Gegenwärtig verschlingt das
Programm für die bemannte Raumfahrt mehr als die Hälfte ades amerikanischen Raumfahrt-Etats. Dann und wann wird auch die Frage gestellt, ob
dies die Sache überhaupt wert sei.
Dr. Hugh Dryden, der berühmte Wissenschaftler und stellvertretende
Direktor der NASA, hielt wenige Wochen vor seinem Tod im Dezember 1965
in Hawaii eine Rede über bemannte Rammfahrt. Er sagte damals u.a.:
"Hauptziel des APOLLO-Programms ist die Schaffung einer nationalen Kompetenz für den bemannten Raumflug bis hin zum Mond, die das industrielle
Potential, das Potential an Fachkräften, Bodenanlagen, Flugkörpern
und betriebstechnischen Erfahrungen gleichermaßen umfaßt. Der Einsatz

- 8 -

�Einsatz dieses gesamten

Potentials für den bemannten Flug zum Mond

und zurück zur Erde sowie für künftige Projekte der Weltraumforschung
ist darauf abgestellt, den Vereinigten Staaten die führende Stellung
im Weltraum zu bringen. Dann werden wir auch in der Lage sein, entsprechend unseren nationalen Interessen alles Erforderliche in bezug
auf künftige Untersuchungen und die künftige Nutzbarmachung dieser
neuen Umwelt zu tun."

,

Der Direktor der NASA, James Webb, hat unser Ziel eindeutig umrissen, als er erklärte: "Es ist unser nationales Ziel, die Ausrüstungen zu schaffen und sie so zu gebrauchen, daß jedes wichtige Weltraumunternehmen neue Erkenntnisse einbringt, und dann Systeme zu bauen, die
unter Anwendung dieser Erkenntnisse nützliche Arbeit leisten - in Satelliten, Observatorien auf Umlaufbahnen, im Nachrichtenwesen und auf
anderen Gebieten. Mit dem APOLLO-Programm, auf das sich gegenwärtig
unser nationales Raumfahrtprogramm konzentriert, führen wir der ganzen
Welt diese unsere Fähigkeit vor Augen." Ich freue mich, Ihnen hier berichten zu können, daß der amerikanische Zeitplan für das APOLLO-Programm eingehalten wird. Die so erfolgreichen jüngsten GEMINI-Flüge
haben uns in unserem Vertrauen noch mehr bestärkt, unser Ziel, die
Landung auf dem Mond, termingerecht zu verwirklichen.
Mitunter wurde behauptet, mit dem APOLLO-Programm sollten die
Sowjets im Wettlauf zum Mond um jeden Preis geschlagen werden. Meines
Erachtens kann man das von uns verfolgte Ziel besser darstellen.
Amerika ist entschlossen, sein Weltraumprogramm unbeirrt weiterzuverfolgen. Der Raumflug mit bemannten Geräten ist ein wesentlicher Bestandteil dieses Programms. Für die erste bemannte Weltraumexpedition
kommt nur ein Ziel in Frage - der Mond, mit einer mittleren Entfernung
von 384 000 km. Er ist das "Sprungbrett" zu den Planeten. Auf dem Mond
finden wir alle die Probleme, an denen wir im Hinblick auf die Raumfahrt
besonders interessiert sind - die nahezu unbekannte Beschaffenheit der
Oberfläche, das Fehlen der Atmosphäre, die extremen Temperaturschwankungen, die intensive Strahlung und eine nach unseren Begriffen lebensfeindliche Umwelt. Die ganze bemannte Raumfahrt der Zukunft wird auf den
Ergebnissen basieren, die die Expedition zum Mond einbringt.

�Bitte verstehen Sie mich richtig. Jeder Amerikaner hofft, daß
amerikanische Astronauten als erste den Mond betreten. Die Sowjetunion macht geltend, ihr Ziel sei, die Vereinigten Staaten auf allen
Gebieten menschlichen Strebens zu überflügeln. Wir sind jedoch fest
davon überzeugt, daß eine freie Gesellschaftsordnung nicht nur die
besten Möglichkeiten für die Entfaltung des einzelnen bietet, sondern
auch in Wissenschaft und Technik erfolgreich konkurrieren kann. Wir
begrüßen diese Gelegenheit zu einem friedlichen Wettbewerb mit der
UdSSR.
Da sie jedoch nie sicher sein können, ob die Sowjets diesen Wettbewerb immer auf einer rein friedlichen Basis führen werden, haben die
Vereinigten Staaten auch ein militärisches Weltraumprogramm aufgebaut.
NASA befaßt sich ausschließlich mit der Erforschung des Weltraums zu
friedlichen Zwecken. Die Vereinigten Staaten vertreten die Ansicht,
daß der Weltraum der gemeinsamen, friedlichen Nutzung durch alle Nationen offenstehen sollte. Dies ist auch in der von den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion gemeinsam befürworteten Resolution ausdrücklich
hervorgehoben, die 1961 in der Vollversammlung der Vereinten Nationen
eingebracht wurde. Und doch darf ein Punkt nicht übersehen werden. Die
Fähigkeit, den Weltraum zu beherrschen, könnte mit der Fähigkeit gleichbedeutend sein, auch die Erde zu beherrschen.
Die Regierung der Vereinigten Staaten hofft, daß die Atmosphäre des
Kalten Krieges, durch Verdächtigungen und Mißtrauen gekennzeichnet, eines
Tages verschwindet. Aber bis dies erreicht werden kann, müssen die Länder
der freien Welt, wie die Bundesrepublik klar erkannt hat, stark und einig
bleiben. Wir müssen über die Kenntnisse und die Fähigkeiten verfügen, die
es uns ermöglichen, mit jeder Art von Aggression fertig zu werden, auch
der aus dem Weltraum. Und dies ist der Grund, weshalb das Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten ein eigenes und unabhängiges Weltraumprogramm durchführt.
Ich komme jetzt auf das derzeitige NASA-Programm der internationalen
Zusammenarbeit im Weltraum zu sprechen. Die NASA wurde bei ihrer Gründung
vom amerikanischen Kongreß ausdrücklich angewiesen, ihre Aufgaben in

- 10 -

�in Zusammenarbeit mit anderen Staaten durchzuführen. Daraufhin entwickelte die NASA ein wichtiges Programm zur internationalen Zusammenarbeit, in das gegenwärtig 69 Staaten auf allen Kontinenten einbezogen
sind. Diese Zusammenarbeit ist außerordentlich vielfältig.
Die NASA hat Satelliten gestartet, die von Großbritannien, Kanada,
Italien und Frankreich entwickelt, finanziert und gebaut wurden. Im
Rahmen eines ähnlichen Vorhabens bereitet die Bundesrepublik den Start
eines Satelliten vor. Darüber hinaus wird ausländischen Wissenschaftlern
Gelegenheit gegeben, eigene Experimente in das Aufgabenprogramm einzelner NASA-Satelliten aufnehmen zu lassen. Bei fast allen NASA-Raumflugkörpern, einschließlich der bemannten Raumschiffe, besteht auf dieser
Basis die Möglichkeit einer Beteiligung des Auslands.
Ein umfassendes internationales Forschungsprogramm mit Raketensonden ist bereits angelaufen. Eine Raketensonde transportiert wissenschaftliche Instrumente beispielsweise bis in 160 km Höhe und fällt
dann wieder zur Erde zurück, ohne in eine Umlaufbahn einzutreten. Solche
Sonden sind wesentlich billiger als Satelliten und geben vielen Ländern
Gelegenheit, selbst mit sehr begrenzten Mitteln sinnvolle Raumforschungsvorhaben auszuführen. Bis heute sind über 150 Raketensonden, bei angemessener Kostenteilung, in Zusammenarbeit mit 17 Staaten abgeschossen
worden. Vielfach entwickelten sich aus den Raketensonden-Projekten umfassende regionale Forschungsprogramme. Allen interessierten Wissenschaftlern sind die Ergebnisse der dabei vorgenommenen Untersuchungen
uneingeschränkt zugänglich.
Weitere gemeinsame Projekte sehen die Beobachtung von NASA-Satelliten durch ausländische Wissenschaftler vor. Im Rahmen des transozeanischen Fernmeldeverkehrs über Satelliten der Typen TELSTAR, RELAY und
SYNCOM wurden auf Grund vertraglicher Vereinbarungen mit der NASA von
anderen Staaten besondere Bodenstationen errichtet. Die NASA hat ein
umfassendes Austauschprogramm für Wissenschaftler ins Leben gerufen,
unter dem bisher 151 Wissenschaftlern aus 30 Ländern ein Studienaufenthalt in den USA ermöglicht wurde; außerdem wurden an 113 junge Wissenschaftler mit abgeschlossenem Hochschulstudium aus 17 Staaten Stipendien

- 11 -

�Stipendien vergeben und 234 Techniker aus 19 Ländern in den Vereinigten
Staaten ausgebildet. Die verschiedenen Institute und Einrichtungen der
NASA zählten bisher rund 15 000 Wissenschaftler aus 121 Ländern und
Territorien zu ihren Besuchern.
Ungeachtet des Wettbewerbs zwischen uns und der UdSSR im Weltraum
haben wir mit der Sowjetunion eine begrenzte Zusammenarbeit auf diesem
Gebiet vereinbart. Zugegeben, es ist in dieser Hinsicht bisher wenig
geschehen; das Programm geht jedoch weiter. Trotz der vielen Spannungen
zwischen den USA und der UdSSR sind wir fortgesetzt - soweit dies mit
unserer Sicherheit und der unserer Verbündeten vereinbar ist - um Mittel
und Wege bemüht, die Verbindung zwischen unseren beiden Ländern nicht
abreißen zu lassen. Die Weltraumforschung könnte eine Brücke zwischen
unseren Völkern schlagen. Wir glauben, allen Nationen die Hand zur friedlichen Zusammenarbeit in der Weltraumforschung reichen zu können, ohne
dadurch die Interessen unserer freien Welt zu gefährden.
Was aber können wir künftig von der Weltraumforschung erwarten? Ein
Raumfahrtprojekt erfordert Spezialisten, bestimmte Techniken und Zeit.
Ein wesentlicher Teil des NASA-Programms besteht in der Planung. Die unmittelbare Zukunft des bemannten Raumfahrtprogramms der USA ist durch
den Zeitplan für das Projekt APOLLO klar vorgezeichnet. Es sind fünf weitere GEMINI-Flüge vorgesehen, bei denen die Technik des Rendezvous und
des Ankoppeins an einen anderen Flugkörper in der Satellitenbahn verbessert und verfeinert wird. Das Manöver des sogenannten Andockens ist in
jedem Fall bei einer Expedition zum Mond unerläßlich. Während eines der
nächsten GEMINI-Flüge wird sich ein Astronaut längere Zeit außerhalb des
Raumschiffs aufhalten - ein weiterer Test der Fähigkeit des Menschen,
bestimmte Aufgaben im Weltraum durchzuführen.
Das Projekt APOLLO bedeutet Weltraumforschung in einem Umfang, der
alles bisher Dagewesene weit übertrifft. Es verlangt die Entwicklung der
gigantischen Trägerrakete SATURN V, die etwa das 15fache der Schubkraft
der modifizierten TITAN II erreicht, mit der die GEMINI-Raumschiffe gestartet werden. Darüber hinaus muß das aus drei Hauptsegmenten bestehende
APOLLO-Raumschiff durchkonstruiert und seine Erprobung in Erdumlaufbahnen

- 12 -

�Erdumlaufbahnen abgeschlossen sein.
Ebenfalls als Vorbereitung der APOLLO-Expedition zum Mond sind
zwei weitere Mondforschungsprogramme mit unbemannten Sonden geplant,
die zusätzliche Informationen über die Mondoberfläche liefern sollen.
Das eine ist das Projekt SURVEYOR, das die weiche Landung eines unbemannten Geräts auf dem Mond vorsieht. SURVEYOR führt automatisch
Bodenuntersuchungen durch und übermittelt Fernsehaufnahmen von seiner
unmittelbaren Umgebung auf der Mondoberfläche. Das zweite ist das
Projekt LUNAR ORBITER, die Entsendung einer Photosonde, die in nur
35 km Abstand den Mond umkreist, um fortlaufend Fernsehaufnahmen von
einem breiten Streifen seiner Oberfläche zu machen.
Nach dem Abschluß der ersten APOLLO-Expedition werden die Vereinigten Staaten in der Lage sein, pro Jahr acht APOLLO-Raumschiffe
zu starten. Die Grundtypen der APOLLO-Raumschiffe sind später so zu
modifizieren, daß sie für bemannte Raumflüge mit einer Dauer bis zu
45 Tagen eingesetzt werden können.
Ein Spezialgebiet für die bemannte Raumfahrt wäre die Montage und
regelmäßige Wartung großer und komplizierter Geräte in Erdsatellitenbahnen. So könnten beispielsweise große optische und Radioteleskope in
Positionen jenseits der Erdatmosphäre eine Fülle neuer wissenschaftlicher Daten bringen. Um solche kostspieligen Systeme über große Zeiträume hinweg funktionsfähig zu erhalten, dürften wir in bezug auf ihre
Bedienung und Wartung auf Techniker, Ingenieure und Wissenschaftler
angewiesen sein, die gleichzeitig als Astronauten ausgebildet sind und
sich mit Hilfe des Rendezvous-Manövers von einem Raumschiff aus zu
ihnen begeben. Die im Rahmen der Projekte GEMINI und APOLLO erarbeitete
Technik des Andockens wäre eine Voraussetzung für solche Unternehmen.
Voraussagen darüber, was in zehn Jahren sein wird, sind auf einem
Gebiet schwierig, das es vor zehn Jahren noch gar nicht gab. Aber es
ist anzunehmen, daß Änderungen und Verbesserungen der grundlegenden
Technik für die Expedition zum Mond das bemannte Raumfahrtprogramm bis
weit in die siebziger Jahre hinein beherrschen werden. Die Planung für
den Aufbau von bemannten Mondbasen scheint heute noch verfrüht.
Auf

- 13 -

�Auf dem Gebiet der Erforschung des Weltraums mit unbemannten
Geräten wird man sich in den nächsten Jahren auf den Komplex ErdeSonne konzentrieren. Hier sind vor allem interplanetare Sonden von
großem Nutzen. In seinen Gesprächen mit Bundeskanzler Erhard in Washington hob Präsident Johnson als ein mögliches Projekt der Zusammenarbeit die Entsendung von Sonden zur Sonne und zum Planeten Jupiter
besonders hervor. Sie sind erstrangige wissenschaftliche Projekte
für die nächste Zukunft.
In der Anwendung der Kernenergie als Antriebskraft für ein Raumfluggerät wurden Fortschritte erzielt. Auch an der Entwicklung von
Plasma-Antriebssystemen wird intensiv gearbeitet, besonders hier in
Deutschland. Auf den Gebieten Nachrichtentechnik, Wettervorhersage
und Kartographie sind, unter weitgehender Anwendung bereits vorhandener Systeme, vielversprechende Entwicklungen - zum Nutzen aller im Gang.
Deshalb dürften in der Erforschung des Weltraums sowohl mit unbemannten als auch mit bemannten Geräten in den nächsten zehn Jahren
nur wenige Projekte notwendig werden, die nicht unter Verwendung der
bereits verfügbaren oder noch in der Entwicklung stehenden Systeme
durchgeführt werden könnten. Wahrscheinlich werden die Fortschritte in
diesem Zeitraum in erster Linie in der Verbesserung der Bodenanlagen,
der wichtigsten Gerätekomponenten oder der Flugerprobung der heute bzw.
in Kürze verfügbaren neuen Grundausrüstungen bestehen.
Das bedeutet alles in allem, daß für die nahe Zukunft der Weltraumforschung eine entsprechende Raumflugtechnik bereits existiert
oder in Kürze vorhanden sein wird. Präsident Johnson erklärte, Amerika
sei bereit, diese fortgeschrittene technische Kapazität mit anderen zu
teilen. Amerika ist sich darüber klar, daß mancherorts behauptet wird,
die USA und die Sowjetunion wollten die Weltraumforschung allein beherrschen - daß für Länder mit weniger reichen Hilfsquellen wenig Aussicht bestehe, sich wirksam zu beteiligen. Aber die Vereinigten Staaten
sind weit davon entfernt, den Weltraum zu ihrer Domäne zu machen - dies
beweist schon allein ihre beispiellose Bereitwilligkeit, ihre Programme

- 14 -

�Programme offenzulegen und mit anderen zusammenzuarbeiten. Wir glauben
sogar, daß viele Länder eine bedeutsame Rolle übernehmen können.
Die Möglichkeiten für wissenschaftliche Forschung im Weltraum sind
unbegrenzt. Die Untersuchung der höheren Schichten der Atmosphäre mit
ihren rätselhaften elektromagnetischen Phänomenen, des ganzen Komplexes
der solaren Strahlung und der magnetischen Eigenschaften der Erde selbst
bilden nur die ersten Phasen einer umfassenden Erforschung des Weltraums. Spezielle Techniken von praktisch unbegrenzter Vielfalt werden
erforderlich sein. Die Wissenschaftler und Ingenieure jeder Nation werden in der Lage sein, mitzuarbeiten. Jedes Land wird fachliche Kompetenzen auf diesem oder jenem Gebiet entwickeln, so daß jedes auf seine
Weise führend in der Weltraumforschung sein kann - und zwar mit allen
Konsequenzen, insbesondere dem Auftrieb für Wissenschaft, Technik und
Industrie.
Ich möchte an dieser Stelle zwei internationale Weltraumprogramme
hervorheben, die für Deutschland und ein technisch hochstehendes und
vereintes Europa von großer Bedeutung sind. Ich meine die europäische
Organisation für die Entwicklung von Satellitenträgern (ELDO) und die
europäische Organisation für Weltraumforschung (ESRO). Diese Körperschaften wurden in der Überzeugung geschaffen, daß sie den europäischen
Ländern die Möglichkeit geben würden, ihre Raumfahrtprojekte in Programmen von gemeinsamem Interesse zusammenzufassen und somit ihre nationalen Hilfsquellen optimal zu nutzen.
Ziel von ELDO ist die Entwicklung europäischer Trägerraketen; die
Pläne für den Start einer dreistufigen ELDO-Rakete im Jahr 1968 sind
fertiggestellt. ESRO, deren Aufgabe die Förderung der europäischen Zusammenarbeit in der friedlichen Erforschung des Weltraums ist, wurde
nach dem Muster des so erfolgreichen europäischen Kernforschungszentrums
(CERN) aufgebaut. Im Mittelpunkt des Arbeitsprogramms dieser Institution
stehen Entwurf und Bau von Nutzlasten für Raketensonden und Erdsatelliten und der Abschuß von interplanetaren Sonden. Die enge Zusammenarbeit
zwischen ESRO und den nationalen Institutionen der europäischen Länder
wie auch der Vereinigten Staaten bedeutet einen wichtigen gemeinschaftlichen Beitrag zu echter und schöpferischer Forschung. Ich stelle mit

- 15 -

�mit Freude fest, daß ESRO I (ein Ionosphärenforschungssatellit auf polarer Umlaufbahn) und ESRO II (ein Meßsatellit für sonnenphysikalische
Forschungen und zur Untersuchung der kosmischen Strahlung) auf Grund einer Vereinbarung mit ESRO durch die NASA gestartet werden.
Wir in den Vereinigten Staaten unterstützen diese wissenschaftliche
Integration Europas im Streben nach der Eroberung des Weltraums. Es ist
dies eine bedeutsame Entwicklung - nicht nur im Hinblick auf die Zukunft
Europas, sondern auch die der gesamten freien Welt. Wir werden diese
Entwicklungen weiterhin fördern und unseren vollen Beitrag dazu leisten.
Auf diesen Punkt möchte ich gleich etwas näher eingehen.
Es wurde damit argumentiert, daß der Aufbau von Organisationen wie
ESRO Anstrengungen der einzelnen Länder überflüssig mache. Das trifft
unseres Erachtens nicht zu. Wie der im Mai 1965 von der deutschen Weltraumkommission veröffentlichte Bericht betont, können die Vorteile internationaler Zusammenarbeit im Weltraum nur von einer Nation voll genutzt werden, deren Investitionen für eigene Projekte in Weltraumforschung und Raumfahrttechnik eine entsprechende Größenordnung aufweisen.
So können sich deutsche Firmen nur dann erfolgreich um ESRO-Aufträge
bemühen, wenn in Deutschland eine entsprechend große Kapazität in bezug
auf den Entwurf und den Bau von Raumflugkörpern vorhanden ist. Diese
Kapazität kann nur entwickelt werden, wenn ein eindeutiges Engagement
mit dem Ziel der Schaffung eines eigenen Weltraumprogramms besteht.
Wenden wir uns nun dem deutschen Weltraumprogramm zu, und betrachten wir kurz seine Beziehungen zu dem der Vereinigten Staaten. Im August 1965 wurden die Verhandlungen zwischen der NASA und dem Bundesministerium für wissenschaftliche Forschung über das erste gemeinsame Satellitenprojekt abgeschlossen. Demnach baut die deutsche Industrie auf
Grund vertraglicher Vereinbarungen mit dem Ministerium einen von deutschen Wissenschaftlern entworfenen Satelliten (den Satelliten 625-A),
mit dem die Spektren und Ströme energiereicher Teilchen im inneren
Strahlengürtel der Erde erforscht werden sollen. Die NASA wird den für
1968 vorgesehenen Start des Satelliten durchführen und Einrichtungen
für seine Beobachtung und den Empfang der Meßdaten zur Verfügung stellen.
Dem
- 16 -

�Dem zwischen uns geschlossenen Vertrag liegt der Gedanke zugrunde,
daß jedes Land in eigener Verantwortung seinen Anteil - auf finanziellem
und wissenschaftlichem Gebiet - übernimmt. Jedoch bestehen schon seit
längerer Zeit verschiedene gemeinsame Forschungsprojekte unter Verwendung von Raketensonden. Die Station Raisting der Deutschen Bundespost
ist bereits Teil des Bodenstellennetzes für die Nachrichtenverbindung
mit Amerika über EARLY BIRD. An vier Orten in Deutschland sind bereits
bzw. werden Stationen zum Empfang der von den NASA-Satelliten TIROS und
NIMBUS übermittelten Wolkenbilder eingerichtet. Deutschland arbeitet
außerdem in der Ionosphärenforschung mit der NASA in der Weise zusammen,
daß die Ergebnisse der Beobachtungen vom Boden aus mit Satellitenmessungen koordiniert werden.
Die vielleicht umfassendste Zusammenarbeit zwischen uns auf dem
Gebiet der Weltraumforschung liegt jedoch in den vielen persönlichen
Kontakten zwischen deutschen und amerikanischen Luft- und Raumfahrtforschern. Der größte Teil der deutschen Spezialisten auf diesen Gebieten hat bereits mehr oder weniger lange in den Vereinigten Staaten gearbeitet. Ein besonderes Beispiel hierfür ist Professor Priester von
der Universität Bonn, der abwechselnd für das Bonner Institut für Astrophysik und Extraterrestrische Forschung und das "Goddard Institute for
Space Studies" in den Vereinigten Staaten tätig ist. Eines der bisherigen Ergebnisse dieser Zusammenarbeit ist eine Reihe wertvoller, gemeinsam erarbeiteter wissenschaftlicher Berichte. Der Rektor Ihrer Universität, Professor Groth, hielt anläßlich seiner Amtsübernahme im November vergangenen Jahres eine äußerst bemerkenswerte Vorlesung über photochemische Reaktionen in der Hochatmosphäre. Untersuchungen dieser Art
wären für gemeinsame Experimente mit Raketensonden und Satelliten besonders geeignet.
Ich habe im Vorangegangenen die Geschichte, die laufenden Vorhaben
und die künftigen Ziele unseres Weltraumprogramms ausführlich behandelt.
Nun möchte ich auf Präsident Johnsons Trinkspruch für Bundeskanzler
Erhard zurückkommen. Als Möglichkeiten für eine erweiterte Zusammenarbeit
zwischen Europa und den Vereinigten Staaten auf dem Gebiet der Weltraum-

- 17 -

�Weltraumforschung hat der Präsident, wie bereits erwähnt, die Entsendung von Sonden zum Jupiter und zur Sonne vorgeschlagen. Diese Projekte
sind nicht als ausschließliche Objekte einer möglichen Zusammenarbeit
zwischen unseren Ländern zu betrachten. Sie umfassen jedoch zwei wichtige Gebiete, auf denen Europa und Amerika gemeinsame Anstrengungen
machen können, um Antworten auf Fragen von grundlegender wissenschaftlicher Bedeutung zu finden.
Ein deutsch-amerikanisches und europäisch-amerikanisches Übereinkommen, diese Projekte gemeinsam in Angriff zu nehmen, würde unserer
gegenwärtigen Zusammenarbeit einen wesentlich größeren umfang geben. Es
würde eine erhebliche Ausweitung der Weltraumprogramme in Deutschland
und in anderen daran beteiligten europäischen Staaten erforderlich machen. Um Verhandlungen mit Deutschland und Vertretern anderer interessierter Regierungen in Europa über eine verstärkte Zusammenarbeit in
die Wege zu leiten, werde, wie der Präsident bekanntgab, in Kürze eine
Delegation unter der Leitung des Direktors der NASA, James Webb, nach
Europa entsandt.
Über die organisatorische Grundlage einer internationalen Zusammenarbeit im Weltraum haben wir noch keine festen Vorstellungen.
Das einzigartige Ziel, die riesigen damit verbundenen Kosten und
die Notwendigkeit enger Zusammenarbeit vieler wissenschaftlicher Disziplinen verlangen von uns jedoch, lebensfähige und angemessene Mechanismen für die praktische internationale Zusammenarbeit zu schaffen. Die
Größenordnung der Aufgabe fordert eher eine umfassende Organisation denn
kleine, unabhängige Programme.
Auf Grund der bisherigen Erfahrungen bei der Durchführung von Raumfahrtprogrammen sind an die Organisationsnormen höchste Ansprüche zu
stellen, damit Verluste, Verzögerungen und unzureichende Koordinierung
vermieden werden. Mit dem Begriff "Systems Management1* wurde ein neuer
Terminus eingeführt, der die wichtigsten Aufgabenkomplexe umreißt, die
für eine optimale Kontrolle unserer umfangreichen Raumfahrtprogramme erforderlich sind. Das Hauptproblem, das mit den bestehenden Organisationen
schwer zu lösen ist, liegt darin, die Qualitätskontrolle bei großen Systemen auf der Basis extrem kleiner Toleranzen durchzuführen.

- 18 -

In

�In unseren Bemühungen, die internationale Zusammenarbeit in der
Raumfahrt zu fördern, kommt den westeuropäischen Ländern, und der
Bundesrepublik im besonderen, größte Bedeutung zu. Diese Länder mit
einer überaus hochentwickelten Technik und Industrie vermögen, wie
sie bereits überzeugend demonstriert haben, die Verantwortung für die
Durchführung wichtiger Raumfahrtprojekte zu übernehmen. Umgekehrt profitiert ihre Industrie in hohem Maße von den engen politischen Bindungen, die zwischen Amerika und Europa bestehen. Eine erweiterte Zusammenarbeit im Weltraum würde die Idee der atlantischen Partnerschaft
stärken - im Rahmen der atlantischen Gemeinschaft.
Nach dem erfolgreichen Abschluß des Testflugs GEMINI 5 im August
vergangenen Jahres forderte Präsident Johnson die Welt zur Mitarbeit
auf. Dies gilt heute, nach den Flügen von GEMINI 6 und 7, in noch stärkerem Maße. Er sagte damals: "Die Fähigkeit unseres Landes, in der Raumfahrt zu führen, wird heute nirgends mehr in Frage gestellt. Freimütig
und stolz verfolgen wir unseren Weg, stets bereit, unser Wissen und
unsere Errungenschaften mit der ganzen Menschheit zu teilen. Und somit
möchte ich die an alle Staaten gerichtete Einladung Amerikas erneuern,
um diese Pioniertat eine Pioniertat aller werden zu lassen." In seinem
Trinkspruch auf Bundeskanzler Erhard richtete er diese Einladung noch
einmal unmittelbar an Deutschland und Europa.
Amerika hofft, daß sich die Bundesrepublik nun, da sie Präsident
Johnsons Einladung angenommen hat, mit Energie einem neuen Programm der
Zusammenarbeit im Weltraum mit uns und anderen Staaten widmen wird. In
welchem Ausmaß sich Deutschland und Europa auf den neuen Gebieten von
Wissenschaft und Technik, die

dlt*We ltraumforschung

heute verkörpert,

engagieren wollen, müssen sie selbst entscheiden. Aber es ist eine Entscheidung von eminenter Bedeutung - nicht nur für sie, sondern für die
technische Zukunft und die Stärke der freien Welt.

+ ++++

- 19 -

�AMERIKA DIENST
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5 3 2 0
Tal:

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Beilage

3 0 0

0 8 - 8 5 4 3 2

XIX - 4

DER AMERIKANISCHE STAATSHAUSHALT 1966/67

Zusammenfassung und Auszüge
der Haushaltsbotschaft, die Präsident Johnson
dem amerikanischen Kongreß am 24. Januar 1966 vorgelegt hat

�PRÄSIDENT JOHNSON LEGT NEUEN US-HAUSHALT VOR
Zusammenfassung der wesentlichen Punkte der
Haushaltsbotschaft mit Auszügen

WASHINGTON - Präsident Lyndon B. Johnson hat am 24. Januar 1966
dem amerikanischen Kongreß seinen Haushaltsvoranschlag für das am 1.
Juli beginnende Finanzjahr 1966/67 vorgelegt, der mit Einnahmen von
111 Milliarden Dollar und Ausgaben von 112,8 Milliarden Dollar ein
Defizit im ordentlichen Regierungshaushalt von 1,8 Milliarden Dollar
ausweist. Der Gesamtzahlungsplan der Regierung, der die treuhänderisch
verwalteten Fonds einschließt, weist dagegen Einnahmen von 145,5 Milliarden Dollar und Ausgaben von 145 Milliarden Dollar aus, so daß sich
ein Überschuß von 500 Millionen Dollar ergibt.
Das neue Budget 1967 steht im Zeichen der anhaltenden wirtschaftlichen Expansion der Vereinigten Staaten und spiegelt einmal die steigenden Verteidigungsanforderungen der USA sowie die Entschlossenheit
des Präsidenten wider, seine Konzeption der "Großen Gesellschaft" weiter voranzutreiben. Während die Anforderungen auf militärischem Gebiet,
vor allem für den Kampf gegen die kommunistische Aggression in Südvietnam, als dringend notwendige Vorsorge angesehen werden, sind die erhöhten Voranschläge auf sozialpolitischem Gebiet der Ausdruck der Entschlossenheit des Präsidenten, diese Aufgaben auf keinen Fall hintanzustellen.
Der Präsident stellt in seiner Haushaltsbotschaft an den Kongreß
der Vereinigten Staaten zu Beginn fest:
'•Mit

�"Mit dieser Botschaft übermittle ich Ihnen heute das Budget der
Vereinigten Staaten von Amerika für das Haushaltsjahr 1967.
Ein Budget ist nicht einfach eine Kontenaufstellung. Es ist vielmehr ein Aktionsprogramm.
Das Programm der Bundesregierung, das dieses Budget empfiehlt,
gründet sich auf folgenden fundamentalen Prämissen:
- In internationalen Angelegenheiten sind wir entschlossen, mit
allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln Frieden zu suchen;
- aber wir sind voll und ganz bereit, die Kosten für die Zurückweisung der Aggression zu tragen.
- Auf innenpolitischem Gebiet sind wir entschlossen, voll Vertrauen
den Aufbau der Großen Gesellschaft voranzutreiben;
- aber wir werden dies methodisch und verantwortungsbewußt und in
einem Tempo tun, das den Anforderungen aufgrund unserer Verpflichtungen
in Südostasien an die Hilfsquellen der Nation entspricht.
Das Budget 1967 trägt den Stempel der unruhigen Welt, in der wir
leben.
Es erstellt die Mittel, die wir nach unserer jetzigen Voraussicht
zur Erfüllung unserer Verpflichtungen in Südostasien benötigen. Wenn
unsere Bemühungen um die Sicherstellung eines ehrenhaften Friedens
Früchte tragen, brauchen wir diese Mittel nicht auszugeben. Es wäre
jedoch eine Torheit, ein Budget vorzulegen, das hinsichtlich der Dekkung der militärischen und wirtschaftlichen Kosten für die Aufrechterhaltung unserer Streitkräfte in Vietnam unzureichend wäre. Und diese
Kosten sind beträchtlich.
In diesem Rahmen habe ich versucht, ein ausgeglichenes Programm
auszuarbeiten.
- Wir sind eine reiche Nation und können es uns leisten, im eigenen Lande Fortschritte zu machen und gleichzeitig unsere Verpflichtungen draußen zu erfüllen - ja wir können uns gar keinen anderen Kurs
erlauben, wenn wir stark bleiben wollen. Aus diesem Grunde brauche ich
den Fortschritt in den Programmen der neuen und lebenswichtigen Großen

- 2-

�Großen Gesellschaft nicht zu bremsen, um so die Kosten unserer Anstrengungen in Südostasien zu decken.
- Aber selbst eine wohlhabende Nation kann nicht all ihre
Wünsche auf einmal erfüllen. Aus diesem Grunde ist die Rate des
Fortschritts in den neuen Programmen etwas kleiner gehalten worden,
als dies vielleicht in weniger unruhigen Zeiten vorgeschlagen worden wäre; viele ältere und weniger dringliche Aufgaben sind reduziert
oder zurückgestellt und bei allen Aspekten der Regierungsarbeit ist
auf Sparsamkeit geachtet worden.
- Gleichzeitig möchte ich sicherstellen, daß die notwendige Erhöhung der Regierungsausgaben so finanziert wird, daß die wirtschaftliche Stabilität erhalten bleibt.
Aus diesem Grunde schlage ich verschiedene steuerliche Maßnahmen
vor, um die Regierungseinnahmen zu erhöhen. Mit diesem ausgeglichenen
Programm können wir:
- unseren internationalen Verpflichtungen mit Festigkeit nachkommen;
- die weitere Prosperität und wirtschaftliche Stabilität im eigenen Lande aufrechterhalten;
- die Produktivität, das Einkommen und den Lebensstandard unserer
ärmeren Mitbürger steigern;
- all unseren Bürgern ein erfüllteres Leben sichern;
- unsere nationalen Hilfsquellen für die kommenden Generationen
schützen und erhalten.
Und wir können diese Ziele erreichen, ohne unsere wirtschaftlichen Hilfsquellen in ungerechtfertigter Weise zu überfordern oder
unsere stetige wirtschaftliche Expansion in Frage zu stellen.'•
Eine Gegenüberstellung des Gesamtzahlungsplanes mit dem der beiden letzten Jahre ergibt folgendes Bild:

Finanzjahr

- 3

�Finanzjahr
1966
1967
(Voranschlag)
in Milliarden Dollar
1965

Haushaltseinnahmen

93,1

100,0

111,0

Einnahmen aus Treuhandfonds

31,0

33,5

41,6

Abzüglich interne Transaktionen

-4,4

-5,3

-7,1

119,7

128,2

145,5

96.5

106,4

112,8

Gesamteinnahmen
Haushaltsausgaben
(ohne zusätzliche Aufwendungen für
Vietnam)
Ausgaben aus Treuhandfonds
Abzüglich interne Transaktionen
Gesamtausgaben
(ohne zusätzliche Aufwendungen für
Vietnam)
Defizit/Überschuß im Gesamtzahlungsplan

(96,4) (101,7) (102,3)
29.6
33,8
37,9
-3,7
-5,2
-5,7
122,4

135,0

145,0

(122,3) (130,3) (134,5)
-2,7

-6,8

40,5

Der Präsident unterstreicht in seiner Botschaft nachdrücklich die
von den Vereinigten Staaten feierlich eingegangene Verpflichtung, bei
der Verteidigung Süd-Vietnams gegen die Aggression zu helfen. "Und wir
sind entschlossen", so erklärt er wörtlich, "diese Verpflichtung einzuhalten." In gleicher Weise, so betont der Präsident, bestehe aber auch
die Verpflichtung, allen Amerikanern bessere wirtschaftliche, soziale
und kulturelle Möglichkeiten zu geben, "und wir sind genauso entschlossen,
auch diese Verpflichtung einzuhalten". Diese beiden Verpflichtungen, so
hebt der Präsident hervor, erforderten große Kosten, "aber diese Kosten
können und werden wir auf uns nehmen".
Wörtlich fährt der Präsident fort: "Die von uns angestrebten Ziele
können nicht eines ohne das andere verwirklicht werden. Wir können nicht
für Frieden und Freiheit in Vietnam kämpfen, während wir im eigenen Lande
die Menschenwürde und die Chancen für den einzelnen opfern. Denn es würde
ein Scheinsieg sein, wenn unsere Bemühungen um den Weltfrieden auf Kosten

�Kosten des Fortschritts im eigenen Lande erfolgten. Wir müssen uns
ferner darüber im klaren sein, daß eine echte Große Gesellschaft auch
über ihre eigenen Grenzen hinausblickt. Freiheit, Gesundheit und Wohlergehen der gesamten Menschheit sind ihr ein echtes Anliegen. Der Kampf
in Vietnam muß unterstützt werden. Der Fortschritt in Richtung auf eine
Große Gesellschaft im eigenen Lande muß unverändert bestehenbleiben.
Dieser Haushalt weist die Mittel zur Erreichung beider Ziele aus. Ich
ersuche den Kongreß und alle Amerikaner, die in ihm aufgestellten Prinzipien und Programme zu unterstützen.H

Wirtschaftliches Wachstum
Die beispiellose ununterbrochene Wirtschaftsexpansion der vergangenen fünf Jahre, so betont Johnson, habe eindeutig gezeigt, wie sehr
ausgewogene fiskalische Maßnahmen zur Prosperität des Landes beitragen
können. Durch eine kluge Steuer- und Ausgabenpolitik sei es gelungen,
für den bisher längsten Zeitraum seit Ende des letzten Krieges ein stetiges Wirtschaftswachstum zu gewährleisten. Bei Fortsetzung dieser Politik werde die Wirtschaftsexpansion auch im laufenden Kalenderjahr und
darüber hinaus fortdauern. Das Bruttosozialprodukt werde bei einem voraussichtlichen Zuwachs von 46 Milliarden Dollar bis Ende 1966 auf 722
Milliarden Dollar - plus/minus 5 Milliarden Dollar - ansteigen.
Der Präsident weist in diesem Zusammenhang darauf hin, daß das
Bruttosozialprodukt der USA im vergangenen Kalenderjahr um 5,5 Prozent
zugenommen hat, daß 1965 fast 2,5 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze
geschaffen wurden, daß das Verbrauchereinkommen und die Gewinne der
Wirtschaft neue Höchststände erreichten und daß die Arbeitslosenquote
Ende 1965 mit 4,1 Prozent ihren niedrigsten Stand seit über acht Jahren
aufwies.
Eine expandierende Wirtschaft, so führt Johnson aus, bedeute aberauch höhere Einnahmen für den Staat sowie größere wirtschaftliche Hilfsquellen zur Erfüllung der militärischen und der internationalen Verpflichtungen der USA sowie für den Fortschritt in Richtung auf die Große Gesellschaft. Trotzdem müsse die Regierung die einzelnen Programme sorgfältig

- 5-

�sorgfältig gegeneinander abwägen und ihre wirksame Durchführung sicherstellen. Der Preis für den sozialen Fortschritt oder für die Verteidigung der Freiheit dürfe nicht eine Geldentwertung sein. Die Steuer- und
Währungspolitik der Regierung müsse darüber hinaus darauf abgestellt
sein, das Zahlungsbilanzdefizit weiter einzuengen, das im vergangenen
Jahr auf über die Hälfte des Standes von 1964 reduziert werden konnte.
Dies sei durch das freiwillige Programm der Wirtschaft wie auch durch
Maßnahmen der Regierung zur Einschränkung der Auslandsausgaben, wo
immer möglich, erreicht worden. Doch müßten alle diese Anstrengungen
weiter fortgesetzt werden.
Fiskalische Maßnahmen
Johnson unterstreicht in seiner Botschaft, daß sich die Ausgabenerhöhungen im neuen Haushalt - abgesehen von den zusätzlichen Aufwendungen für Vietnam - lediglich auf 0,6 Milliarden Dollar stellen. So
seien die erhöhten Aufwendungen für die Programme der Großen Gesellschaft durch Kürzungen bei anderen, weniger dringlichen Programmen sowie anderweitige Einsparungen nahezu aufgefangen worden. Die aufgrund
der Wirtschaftsexpansion zu erwartenden höheren Steuereinnahmen reichten
jedoch angesichts der Entwicklungen in Vietnam nicht zur Deckung aller
Ausgaben aus. Er habe daher vorgeschlagen, die Einbehaltungsrate bei der
Einkommensteuer der voraussichtlichen Steuerschuld anzupassen, die Abführung der Körperschaftssteuer zu beschleunigen sowie die mit dem 1.
Januar in Kraft getretenen Verbrauchssteuersenkungen bei Kraftfahrzeugen
und im Telefonverkehr vorübergehend rückgängig zu machen. Auf diese Weise
könne mit Gesamteinnahmen von 111 Milliarden Dollar gerechnet werden, so
daß das Defizit im ordentlichen Regierungshaushalt lediglich 1,8 Milliarden Dollar betragen werde. Dies sei - trotz der erhöhten Kosten in Südostasien - ein wesentlich niedrigeres Defizit, als für das laufende Haushaltsjahr zu erwarten stehe, und das niedrigste seit sieben Jahren überhaupt. Unter Zugrundelegung des Gesamtzahlungsplans ergebe sich sogar
ein Überschuß von 500 Millionen Dollar. Allerdings, so fügt der Präsident einschränkend hinzu, könne niemand den Lauf der Entwicklungen in
Südostasien genau voraussagen, und dies bedeute, daß die tatsächlichen

- 6-

�tatsächlichen Ausgaben sowohl über wie auch unter den derzeitigen Anforderungen liegen könnten. Doch trage der neue Haushalt den Unsicherheitsfaktoren durch entsprechende Flexibilität, die eine Anpassung an
die sich ändernden Bedingungen ermöglichen solle, weitgehend Rechnung.
Sollten die Bemühungen um einen Frieden in Vietnam Erfolg haben, so
könnten die freiwerdenden Mittel zur Lösung inneramerikanischer Aufgaben verwandt werden. Auf der anderen Seite werde er jedoch nicht
zögern,falls die Entwicklungen in Südostasien dies erforderten, zusätzliche Mittel anzufordern.

Ausgabeermächtigungen
An Ausgabeermäciitigungen für den Ordentlichen Regierungshaushalt
- um die einzelnen Programme durchführen zu können - fordert der Präsident insgesamt 121,9 Milliarden Dollar. Hierbei handelt es sich um
106,3 Milliarden Dollar an neuen Ausgabeermächtigungen und 15,6 Milliarden Dollar an ständigen Ausgabeermächtigungen, die vom Kongreß nicht
erneut bewilligt werden müssen. Der größte dieser Posten ist der Zinsendienst für die Staatsschuld.
Die Ausgabeermächtigungen für den Ordentlichen Regierungshaushalt bleiben um 4,1 Milliarden Dollar hinter den Voranschlägen für das
laufende Haushaltsjahr zurück. Ein großer Teil dieses Rückgangs entfällt auf das Verteidigungsministerium und die von diesem verwaltete
Militärhilfe. Diese Entwicklung ist auf die dem Kongreß im Finanzjahr
1966 vorgelegten zusätzlichen Bewilligungsanträge zur Finanzierung
der besonderen Aufwendungen in Südostasien zurückzuführen.
Die Ausgabeermächtigungen im Rahmen der Treuhandfonds werden mit
42,6 Milliarden Dollar - plus 7,5 Milliarden Dollar - ausgewiesen.

Die

- 7-

�Die Gesamtausgaben der Regierung schlüsseln sich wie folgt auf:
Finanzjahr
1966
1967
(Voranschlag)
in Milliarden Dollar

1965

Haushaltsausgaben:
Nationale Verteidigung
(ohne zusätzliche Aufwendungen für
Vietnam)
Internationale Angelegenheiten
(ohne zusätzliche Aufwendungen für
Vietnam)
Weltraumforschung und Technik

50,2
(50,1)
4.3

( 4,3)

56,6

60,5

(51,9) (50,2)
3,9

4,2

( 3,9) ( 4,0)

5,1

5,6

5,3

Landwirtschaft

4,9

4,3

3,4

Nationale Hilfsquellen

2,8

2,9

Handel und Transportwesen

3,5

3,2

3,1
2,7

Wohnungsbau und Städteentwicklung

-0,1

-0,1

Gesundheits- und Sozialprogramme

5,9

8,4

-0,1
10,0

Erziehungswesen

1,5

2,3

2,8

Kriegsteilnehmerversorgung

5,5

5,1

5,7

11,4

12,1

12,9

2,4

2,5
0,1

2,6
0,4

-0,9

-0,5

-0,7

96,5

106,4

112,8

Zinsendienst
Allgemeine Regierungsausgaben
Sonstiges
Abzüglich Posten der Rechnungsangleichung
Gesamtsumme Haushaltsausgaben
(ohne zusätzliche Aufwendungen für
Vietnam)

- «•

(96,4) (101,7)(102,3)

Treuhandfonds:

23,2

26,6

31,1

Handel und Transportwesen

3,9

3,8

3,9

Wohnungsbau und Städteentwicklung

2,0

1,2

Nationale Verteidigung

1,1
0,8

0,9

0,9

Kriegsteilnehmerversorgung

0,6

0,6

0,7

Sonstiges

0,6

0,7

0,9

Gesamtsumme Treuhandfonds

-0,6
29,6

-0.8
33,8

-0.8
37,9

Abzüglich interne Transaktionen

-3,7

-5.2

-5,7

122,4

135,0

145,0

Gesundheits- und Sozialprogramme

Abzüglich Posten der Rechnungsangleichung

Gesamtsumme der Ausgaben
(ohne zusätzliche Aufwendungen für
Vietnam)
- 8 -

(122,3) (130,3)(134,5)

�Regierungsprograrame und Ausgaben
"Die in diesem Haushalt vorgeschlagenen Programme", so heißt es
in der Botschaft, "sind darauf abgestellt, den nationalen Interessen,
soweit dies im derzeitigen Augenblick im Rahmen der Gesamtausgaben
möglich ist, weitestgehend gerecht zu werden.
Die an uns gestellten militärischen Anforderungen sind groß. Aber
sie haben uns nicht zu einer kurzsichtigen Politik bewegen können, den
Krieg gegen Armut, Unwissenheit und Krankheit aufzugeben. Wir werden
in Richtung auf unser Ziel - eine Große Gesellschaft - weiter voranschreiten. Der gegenwärtige Haushalt sieht eine beträchtliche Auswei'ng der Programme zur Lösung unserer inneramerikanischen Probleme vor.
Um das Geld des Steuerzahlers besser anzulegen, sind der gesamten
Regierungsarbeit, was Notwendigkeit und Dringlichkeit anbetrifft, bestimmte Normen zugrunde gelegt worden. Einige Programme sind überarbeitet worden, um ihre Wirksamkeit zu erhöhen, einige sind eingeschränkt
und andere sind gestrichen worden. Die Einsparungen aufgrund dieser
Maßnahmen ermöglichen uns erhöhte Ausgaben bei Programmen von größerer
Dringlichkeit.
In den drei Jahren - vom Finanzjahr 1964 bis zum Finanzjahr 1967 wird sich die Struktur unseres Bundeshaushaltes wesentlich wandeln.
Ohne die zusätzlichen Aufwendungen in Vietnam werden die Haushaltsausgaben für die normalen Regierungsprogramme um 4,6 Milliarden Dollar das ist ein Zuwachs von nur 1,5 Prozent pro Jahr - ansteigen. Innerhalb des Gesamtrahmens verläuft die Tendenz bei den verschiedenen Programmen sehr unterschiedlich. Von 1964 bis 1967 werden sich die Gesamtausgaben bei den wichtigen Programmen zur Verwirklichung des Zieles
einer Großen Gesellschaft
- auf dem Gebiet des Gesundheitswesens,
- auf dem Gebiet des Erziehungswesens,
- für den Krieg gegen die Armut,
- für die Ausbildung von Fachkräften,
- für den Wohnungsbau und die Städteplanung
um 6,2 Milliarden Dollar erhöhen. Die nicht vermeidbaren Kosten für den

�den Zinsendienst werden um 2,1 Milliarden Dollar ansteigen. Aber die
Ausgaben bei allen übrigen Programmen werden um 3,7 Milliarden Dollar
zurückgehen."
Nationale Verteidigung
Für die Ausgaben des Verteidigungsministeriums werden im neuen
Haushalt 57,2 Milliarden Dollar eingesetzt. Das sind 4,2 Milliarden
Dollar mehr, als gegenwärtig für das laufende Haushaltsjahr veranschlagt werden. Hierin sind nicht enthalten die Ausgaben anderer Regierungsstellen auf diesem Gebiet. An neuen Ausgabeermächtigungen zur Durchführung der erforderlichen Programme - fordert der Präsident
insgesamt 58,9 Milliarden Dollar an,gegenüber 48,6 Milliarden Dollar
im Finanzjahr 1966. Allerdings hatte die US-Regierung während des
laufenden Haushaltsjahres um mehr als 5 Milliarden Dollar an zusätzlichen Mitteln nachgesucht, um den verstärkten Einsatz amerikanischer
Streitkräfte zur Abwehr der Aggression in Vietnam finanzieren zu können. Im neuen Haushaltsjahr sollen die US-Streitkräfte um über 105 700
Mann verstärkt werden, wodurch sich die Gesamtstärke auf 3 093 109
Mann erhöhen wird.
"Aggressive Kräfte stellen gegenwärtig unseren Willen und unsere
feierliche Zusage, einem tapferen, angegriffenen Verbündeten zu helfen,
auf die Probe", so heißt es in der Botschaft Johnsons wörtlich. "Die
USA werden sich weiterhin um eine gerechte Lösung in Vietnam bemühen.
Gleichzeitig müssen wir die für unser Fortbestehen erforderlichen Mittel
und Kräfte bereitstellen, bis dieses Ziel erreicht ist. Der Haushalt für
1967 entspricht diesen Erfordernissen, so wie wir sie jetzt sehen.
Die Kosten werden groß sein. Die Verteidigungsausgaben, die notwendig sind, damit wir den besonderen Anforderungen in Südostasien gerecht
werden können, werden sich auf 4,6 Milliarden Dollar für 1966 und auf
10,3 Milliarden Dollar für 1967 bei aufen. Sollte es früher zu einer
Lösung kommen, dann werden viele dieser Ausgaben nicht nötig sein. Die
Vorsicht erfordert jedoch, daß wir sie bereits jetzt in unseren Haushalt einplanen.
Wir

- 10 -

�Wir müssen ferner Verteidigungsstreitkräfte aufrechterhalten, die
eventuellen Aufgaben in anderen Teilen der Welt gerecht werden. Die in
diesem Haushalt empfohlenen Mittel gewährleisten die Aufrechterhaltung
und Verbesserung des breiten Rahmens der Streitkräfte, die wir für die
Erfüllung all unserer Verteidigungserfordernisse benötigen...'•
Im einzelnen teilen sich die neuen Ausgabeerraächtigungen, um die
Präsident Johnson nachsucht, wie folgt auf:
18,7 Milliarden Dollar für Personalkosten;
15,7 Milliarden Dollar für Betriebskosten;
16,4 Milliarden Dollar für Beschaffungsprogramme;
6,9 Milliarden Dollar für Forschung, Entwicklung und Erprobung;
0,6 Milliarden Dollar für den Bau militärischer Anlagen;
0,5 Milliarden Dollar für Wohnbauprogramme für Soldatenfamilien;
0,1 Milliarden Dollar für Aufgaben der Zivilverteidigung.
Aus der Haushaltsbotschaft geht weiter hervor, daß die US-Armee,
die US-Marine und die US-Luftstreitkräfte im neuen Finanzjahr Aufträge
für den Bau von 1673 Hubschraubern und 1078 Flugzeugen vergeben werden.
Zu diesen Flugzeugen gehören besonders konstruierte Maschinen für die
Partisanenbekämpfung, Riesendüsentransporter vom Typ G-141, Düsenjagdbomber des Typs FB-111, der neue gigantische Düsentransporter C-5A sowie Schlachtflugzeuge. Die FB-111 soll an die Stelle der B-52-Düsenbomber sowie anderer veralteter Flugzeugtypen treten.
Ferner sollen im neuen Haushaltsjahr insgesamt 51 Kriegsschiffe
neu gebaut oder umgebaut werden. Hierunter befinden sich ein neuer mit
Atomkraft angetriebener Flugzeugträger, zwei Lenkwaffenzerstörer, fünf
Atom-Jagdunterseeboote und zehn Begleitzerstörer.
Das neue Budget sieht ferner den Bau weiterer Minuteman-II-Interkontinentalraketen vor, bis der Bestand von insgeamt

1000 dieser Ge-

schosse erreicht ist, wobei an 20 Einheiten zu je 50 Raketen gedacht
ist. Dieser Typ soll schließlich durch die neue Minuteman-III-Interkontinentalrakete mit verbesserter Armierung ersetzt werden. Der Bau
von Polaris-U-Booten soll ebenfalls fortgesetzt werden, bis die USA

- 11 -

�USA über insgesamt 41 dieser Boote verfügen, die mit jeweils 16 PolarisRaketen ausgerüstet sind. Gleichzeitig werden die Forschungsarbeiten für
die Poseidon-Interkontinentalrakete fortgesetzt, die einmal die PolarisA-3 ersetzen soll. Ferner wollen die USA eine neue Boden-Luft-Rakete zur
Flugzeug- und Raketenabwehr entwickeln sowie die Forschung zur Entwicklung der Nike-X-Raketenabwehrrakete und einer Luft-Boden-Rakete fortsetzen, mit der die neue FB-111 ausgerüstet werden soll. Für die USArmee soll die Lance-Rakete mit einer Reichweite von 70 Kilometern entwickelt werden, die als Ersatz für die Typen Honest John und Little John
gedacht ist.
Präsident Johnson verweist in dem Abschnitt über die nationale Verteidigung wiederholt auf die Hilfe der USA für Süd-Vietnam. "Unsere
nationalen Verteidigungsbemühungen", so heißt es in der Botschaft wörtlich, "werden in diesem und im kommenden Jahr schwerwiegend von zwei
wesentlichen Zielen beeinflußt. Das erste Ziel ist die Bereitstellung
der Streitkräfte und Ausrüstungen, die benötigt werden, um Süd-Vietnam
bei der Wahrung seiner Unabhängigkeit zu unterstützen. Das zweite Ziel
ist die Aufrechterhaltung und Verbesserung unserer ausgewogenen strategischen und konventionellen Streitkräfte. Diese Streitkräfte, die jeder
Form einer Bedrohung unserer lebenswichtigen Interessen begegnen sollen,
sind mit einem großen Kostenaufwand aufgebaut worden. Solange die Spannungen des Kalten Krieges andauern, werden weiterhin große Summen nötig
sein, um die Überlegenheit unserer Streitkräfte gegenüber den Streitkräften eines jeden potentiellen Aggressors zu wahren. Keines dieser
beiden Ziele darf außer acht gelassen werden. Der Haushalt 1967 sowie
die für das gegenwärtige Finanzjahr angeforderten zusätzlichen Mittel
werden beiden Zielen gerecht...
Die erhöhten Ausgaben für 1966 und 1967 spiegeln in erster Linie
den verstärkten Konflikt in Vietnam wider, der zu der Entsendung weiterer US-Streitkräfte sowie zu einem verstärkten Einsatz und Verbrauch
von Kampfausrüstungen, Nachschubgütern und Munition geführt hat. Gewisse andere Faktoren, wie die wesentliche Erhöhung der Bezüge unserer
Soldaten, ...tragen ebenfalls zu einem Teil dieser Auigabenerhöhungen
bei.
Das

- 12 -

�Das Budget für das Finanzjahr 1967 setzt uns ferner in den Stand,
jenen finanziellen Erfordernissen in Vietnam zu entsprechen, die wir
zum gegenwärtigen Zeitpunkt voraussehen können, und zwar, ohne daß dadurch unsere für andere Aufgaben eingesetzten Streitkräfte geschwächt
werden...
1967 werden wir erstens die Wirksamkeit und die Überlebensfähigkeit unserer strategischen Streitkräfte verbessern, zweitens unsere
konventionellen Streitkräfte durch die Verbesserung ihrer Feuerkraft,
ihrer Beweglichkeit und ihres Durchhaltevermögens stärken und drittens
mit allem Nachdruck die Forschungs- und Entwicklungsprogramme vorantreiben, die zur Bereitstellung der Waffen und zur Gewährleistung der
Verteidigung in der Zukunft erforderlich sind..."
Johnson weist in seiner Botschaft weiter darauf hin, daß die
Militärhilfe der USA in erster Linie jenen Ländern zugute kommen soll,
die in der Nachbarschaft des kommunistischen China und der Sowjetunion
liegen. Von Süd-Vietnam abgesehen, sollen im Haushaltsjahr 1967 rund
drei Viertel der gesamten Militärhilfe der USA solchen Ländern zufließen.
In dem Abschnitt über die Militärhilfe heißt es wörtlich: "Die
Sicherheit der freien Welt kann nicht von einer Nation allein gehütet
werden. Der Verlust der Freiheit irgendwo auf der Welt ist eine Angelegenheit von lebenswichtiger Bedeutung für alle freien Völker. Die
Vereinigten Staaten gewähren deshalb jenen freien Nationen Unterstützung, die nicht selbst in der

Lage sind, angemessene militärische

Streitkräfte zu unterhalten. Diese Hilfe zeitigt gegenseitige Vorteile:
sie verbessert die Fähigkeit der Empfängerländer, mit einer Subversion
und Aggression fertig zu werden, und reduziert die Anforderungen an
unsere Streitkräfte.
Unsere Hilfe ist in erster Linie für jene verwundbaren Länder gedacht, die nahe dem kommunistischen China und der Sowjetunion liegen.
Süd-Vietnam ausgenommen, werden 1967 etwa drei Viertel des gesamten
militärischen Hilfeprogramms jenen Ländern zugute kommen. Mit unserer
Unterstützung werden sie in der Lage sein, etwa drei Millionen Mann
unter Waffen zu halten..."

Inter-

- 13 -

�Internationale Aufgaben
In seiner Botschaft fordert der Präsident 3,386 Milliarden Dollar
für die wirtschaftliche und militärische Auslandshilfe, wobei zum erstenmal in diesem Budget die Militärhilfe für Süd-Vietnam nicht unter
den Tätigkeiten des amerikanischen Amtes für Internationale Entwicklung (AID) aufgeführt wird. Die Vietnam-Militärhilfe ist dem amerikanischen Verteidigungsministerium übertragen worden.
Ferner sind in der Auslandshilfe verschiedene Aufgaben anderer
amerikanischer Regierungsstellen im Ausland nicht eingeschlossen.
Die AID soll für das kommende Haushaltsjahr 2,469 Milliarden Dollar
für die Wirtschaftshilfe und 917 Millionen Dollar für die Militärhilfe
erhalten.
'•So wie wir der direkten militärischen Bedrohung der Freiheit und
Sicherheit begegnen", so schreibt der Präsident in seiner Haushaltsbotschaft, "so müssen wir auch weiterhin an eine friedliche Welt denken,
in der:
- die Freiheit gedeihen kannj
- Hunger und Krankheit nicht mehr länger zu den Gegebenheiten des
Lebens gehören;
- jedem Ausbildungsmöglichkeiten offenstehen; und
- alle Völker und Nationen blühen und gedeihen können.
Die Sicherheit auf lange Sicht und das dem amerikanischen Volke
angeborene Mitgefühl für andere fordern eine Politik, die uns der Verwirklichung einer solchen Welt näher bringt.
Der Kongreß und die Öffentlichkeit fordern zu Recht, daß unsere
Hilfeprogramme so wirksam gestaltet sind, daß sie ihren Zweck erfüllen.
Während der letzten Monate habe ich diese Programme sorgfältig überprüft, und ich schlage aufgrund meiner Feststellungen folgende Schritte
vor:
Erstens werde ich dem Kongreß eine Sonderbotschaft übermitteln,
in der große Initiativen auf dem Gebiet des internationalen Gesundheitsund Erziehungswesens vorgeschlagen werden...
Zweitens

- 14 -

�Zweitens schlage ich vor, unsere Lebensmittel- und Landwirtschaftshilfe für die hungernden Völker in den Entwicklungsländern auszuweiten
und neu zu orientieren. Wir werden unsere Hilfe darauf abstellen, daß
die Empfängerländer ihre eigene landwirtschaftliche Erzeugung steigern
und so mit der Zeit immer unabhängiger von der amerikanischen Lebensmittel-Hilfe werden. Dabei wird die zunehmende Wirtschaftshilfe für die
landwirtschaftliche Entwicklung eng auf ein neues Lebensmittel-für-denFrieden-Programm abgestimmt werden...
Drittens werden wir unsere Anstrengungen, Empfängerländer zu nachhaltigen Maßnahmen der Selbsthilfe zu ermutigen, verstärken. Unsere
Wirtschaftshilfe wird den Ländern zukommen, die entschlossene Schritte
tun, um sich selbst zu helfen.
Viertens werden wir unsere wirtschaftliche Unterstützung noch mehr
auf Schwerpunkte konzentrieren. Im Haushaltsjahr 1967 werden sich die
Ausgaben des US-Amtes für Internationale Entwicklung (AID) außerhalb
Süd-Vietnams zu fast zwei Dritteln auf neun Entwicklungsländer erstrekken (Indien, Pakistan, die Türkei, die Republik Korea, Brasilien, Chile,
Kolumbien, Nigerien und Tunesien).
Fünftens schlage ich vor - um unsere Programme noch wirksamer zu
gestalten -, die Mittel für einen Zeitraum von fünf Jahren zu bewilligen.
Meine Empfehlungen werden in näheren Einzelheiten in weiteren Botschaften dargelegt werden..."
Im Rahmen der Wirtschaftshilfe sind 665 Millionen Dollar für Entwicklungskredite, 231 Millionen Dollar für das Programm der technischen
Zusammenarbeit, 543 Millionen Dollar für die Allianz für den Fortschritt,
747 Millionen Dol lar für Wirtschaftshilfe zur Stärkung der Verteidigungsbereitschaft und 282 Millionen Dollar für Not- und Sonderfälle vorgesehen.

Weltraumprogramm
Der von Präsident Johnson in seiner Haushaltsbotschaft für die
amerikanische Weltraumbehörde (NASA) angeforderte Betrag beläuft sich

- 15 -

�sich für das am 1. Juli beginnende neue Haushaltsjahr auf 5,012 Milliarden Dollar und liegt damit geringfügig

unter den 5,183 Milliarden

Dollar des auslaufenden Jahres.
Wie der Präsident betont, wird diese reduzierte Summe ausreichen,
um die im Rahmen des Apollo-Raumflugprogramms für Ende 1969 vorgesehene
Landung einer bemannten Raumflugkapsel auf dem Mond durchführen zu können.
Über zwei Drittel der vom Präsidenten angeforderten Summe werden
für bemannte Raumflüge aufgewandt werden. Drei Testflüge einer ApolloRaumflugkapsel, in der später drei amerikanische Astronauten zum Mond
fliegen werden, sollen im Verlauf des Jahres 1966 stattfinden.
Außerdem sind fünf weitere Flüge einer Zwei-Mann-Raumflugkapsel
vorgesehen, mit denen das Gemini-Projekt seinen Abschluß finden wird.
Nach Schätzung des amerikanischen Präsidenten werden die tatsächlichen Ausgaben der NASA im neuen Finanzjahr bei 5,3 Milliarden Dollar
und damit um 300 Millionen Dollar unter denen des vorausgegangenen
Jahres liegen.
Dieser Ausgabenrückgang - der erste seit Gründung der NASA im
Jahre 1958 - wird möglich, weil die im Rahmen des Saturn-Apollo-Programms notwendigen wichtigsten Bauten und Testeinrichtungen bereits
erstellt worden sind.
Der neue riesige Mond-Flughafen in Kap Kennedy,.von dem die amerikanischen Astronauten zu ihrem Mondflug starten werden, ist zu 90
Prozent fertiggestellt. Die gewaltige Fabrikationsstätte für die
Saturn-Rakete in Michoud bei New Orleans und die Raketentestanlagen
im Staate Mississippi sind betriebsfertig. Die Arbeiten an der Saturn1-B-Rakete und der Saturn-5 schreiten zügig voran.
Der Präsident weist in seiner Botschaft darauf hin, daß die Saturn-5 im Jahre 1967 zum ersten Mal starten und eine unbemannte ApollbFlugkapsel hochtragen wird. Die Saturn-5 ist 16mal so stark wie die
beim Gemini-Programm verwendete Titan-Rakete.

Atom-

- 16 -

�Atomprogramm
Der Präsident ersucht den US-Kongreß um die Bereitstellung von
insgesamt 2,263 Milliarden Dollar für die amerikanische Atomenergiekommission (AEC). Der Betrag liegt um 103 Millionen Dollar unter dem
Voranschlag für das am 30. Juni zu Ende gehende laufende Haushaltsjahr.
Nach den Voranschlägen des Präsidenten werden die tatsächlichen
Ausgaben der AEG im Jahre 1967 bei 2,3 Milliarden Dollar und damit um
rund 90 Millionen Dollar unter denen des alten Haushaltsjahres liegen.
Die Ausgabensummen liegen etwas höher als die angeforderten Beträge, weil gewisse Überhanggelder, für deren Ausgabe vom Kongreß
bereits in früheren Jahren die Ermächtigung erteilt worden ist, im
Haushaltsjahr 1967 herangezogen werden sollen.
Für die Programme zur Nutzbarmachung der Atomenergie für friedliche Zwecke hat Präsident Johnson in seiner Haushaltsbotschaft einen
Betrag eingesetzt, der um 40 Millionen Dollar über der Summe des vergangenen Haushaltsjahres liegt.
Von diesen 40 Millionen Dollar ist der größte Teil für folgende
Projekte vorgesehen:
Arbeiten an "BrutM-Leistungsreaktoren, die zugleich für die Stromerzeugung und die Produktion von Kernbrennstoff verwendet werden können;
Studien im Zusammenhang mit der geplanten Atom-Wasserentsalzungsanlage, die bei einer Kapazität von rund 600 Millionen Liter Frischwasser
pro Tag auch eine beträchtliche Elektrizitätsmenge liefern wird;
Arbeiten zur Weiterentwicklung kleiner Generatoren, die, mit Radioisotopen als Energiequelle, als Stromerzeuger für Raumflugkörper dienen
sollen;
Verbesserungen an der riesigen Teilchenbeschleunigeranlage bei
Brookhaven (New York)
sowie Grundlagenforschung in der Medizin und Radiologie.
Für die Forschungs- und Entwicklungsprogramme bei Leistungsreakto
ren für den zivilen Sektor ist im Budget der AEC die Erhöhung der im

- 17 -

�im vorausgegangenen Haushaltsjahr mit 81,8 Millionen Dollar eingesetzten Summe auf 94,48 Millionen Dollar vorgesehen.
Für die Tätigkeit der AEC im militärischen Bereich fordert
Präsident Johnson unter anderem:
813,528 Millionen Dollar für Waffenprogramme;
3 54,228 Millionen Dollar für die Produktion von Kernsprengstoff
und
163,015 Millionen Dollar für die Beschaffung von Uranerzen in
den Vereinigten Staaten und im Ausland.
Ferner fordert der Präsident 639 Millionen Dollar für die Durchführung der unterirdischen Kernwaffenversuche und weitere Arbeiten zur
Entwicklung eines Feststellungs- und Ortungssystems seismischer Vorkommnisse.

Sonstige Programme und Aufgaben
Auf die inneramerikanischen Programme eingehend, unterstreicht
der Präsident die große Bedeutung der amerikanischen Landwirtschaft,
die nicht nur den Inlandsmarkt mit qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln versorge, sondern auch große Mengen Agrarerzeugnisse für den
Export bereitstelle. Darüber hinaus versetze sie die USA in die Lage,
die wirtschaftliche Entwicklung anderer Länder zu fördern. Der Präsident kündigt neben der Fortführung bestehender Programme zur Steigerung der Produktivität der Landwirtschaft auch eine Reihe neuer Maßnahmen an.
Im Rahmen des Lebensmittel- und Landwirtschaftsgesetzes von 1965
soll in Zukunft verstärkter Nachdruck auf Direktzahlungen an die Farmer gelegt wenden. Ferner soll das Landwirtschaftsministerium größere
Vollmachten erhalten, um die Agrarprogramme neuen Gegebenheiten anzupassen. Das Landwirtschaftsministerium soll in Zukunft verstärkt beratend auf die Landwirtschaft einwirken. Darüber hinaus, so betont
der Präsident, sollen neue Wege zur Steigerung der Rentabilität beschritten und die bestehenden Programme für die Landbevölkerung weiter
verbessert werden.

ner

- 18 -

�Der Präsident weist weiter auf die Notwendigkeit der Erhaltung
der natürlichen Hilfsquellen hin und betont im besonderen, wie dringlich es sei, der Verschmutzung der Gewässer und der Luft Einhalt zu
gebieten. Auf dem Gebiet des Verkehrswesens schlägt der Präsident ein
gemeinsames Programm von Regierung und Industrie zur Entwicklung eines
sicheren Überschall-Passagierflugzeuges vor.
Weiter fordert Johnson den Ausbau des Verkehrsnetzes und kündigt
an, daß die Regierung im Hinblick auf die ständig wachsende Bevölkerungszahl den Verkehrsproblemen besondere Aufmerksamkeit schenken wird.
Weitere Abschnitte der Botschaft befassen sich mit Sozialmaßnahmen,
dem Gesundheitswesen, dem Erziehungswesen, dem Wohnungsbau und der
Städteplanung. Der Präsident hebt ferner die Notwendigkeit ständiger
Bemühungen um eine Straffung des Regierungsapparates hervor und kündigt
an, daß er dem Kongreß bereits in Kürze eine Reihe von Vorschlägen hierzu unterbreiten wird.
Johnson weist ferner darauf hin, daß sich das Ausmaß der öffentlichen Verschuldung angesichts der Haushaltsdefizite der letzten Jahre
ständig erhöht habe. Nach den derzeitigen Schätzungen werde die Staatsschuld mit dem 30. Juni dieses Jahres 320 Milliarden Dollar betragen und
bis zum 30. Juni 1967 auf 321,7 Milliarden Dollar ansteigen.
Das derzeitige Limit, das bis zum 30. Juni dieses Jahres gelte,
gebe der Regierung mit einem Kreditplafond von 328 Milliarden Dollar
ausreichenden Spielraum. Da nach diesem Zeitpunkt der alte Kreditplafond
von 285 Milliarden Dollar wieder gelte, sei es jedoch notwendig, daß der
Kongreß rechtzeitig entsprechende Maßnahmen beschließe.

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- 19 -

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Beilage

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0 8 - 8 5 4 3 2

XIX - 4

DIE AMERIKANISCHEN FRIEDENSBEMÜHUNGEN IN VIETNAM

Eine Chronologie

�DIE AMERIKANISCHEN FRIEDENSBEMÜHUNGEN IN VIETNAM

Eine Chronologie

22. Dezember 1965

Die alliierten Befehlshaber in Südvietnam weisen ihre Truppen an,
anläßlich des Weihnachtsfestes eine 30stündige Waffenruhe beginnend am
24. Dezember um 181 Uhr und endend am 25. Dezember 24 Uhr (Saigoner
Ortszeit) zu wahren. Die Vietcong hatten zuvor einen 12stündigen Waffenstillstand zu Weihnachten angeboten.

23. Dezember 1965

Ein Sprecher des US-Außenministeriums erklärt, das Interesse der
Vereinigten Staaten an einer friedlichen Regelung in Südostasien bestehe uneingeschränkt fort. Er stellt fest, daß der 30stündige Waffenstillstand zum Weihnachtsfest "für sich selbst spricht".
Ein Sprecher der Vereinten Nationen erklärt: "Generalsekretär U
Thant begrüßt die Ankündigung eines Waffenstillstands in Vietnam von
ganzem Herzen und hofft, daß auf ihn eine Zeit des Überlegens, des
Verhandeins und schließlich des Friedens folgen werde."

26. Dezember 1965

Papst Faul VI. läßt in einem Brief eines Apostolischen Delegaten
an einen Mitarbeiter des Weißen Hauses seine "große Freude über den
Waffenstillstand anläßlich des Weihnachtsfestes" zum Ausdruck bringen.
In dem Brief heißt es, der Papst habe eine Sonderbotschaft an führende
Regierungsmitglieder in Süd- und Nordvietnam gerichtet, in der er diese
ersucht, alles zu tun, was in ihren Kräften steht, um eine gerechte und
friedliche Lösung herbeizuführen.
Die
- 1 -

�Die alliierten Befehlshaber in Saigon ordnen die Wiederaufnahme
der Operationen in der Luft und zu Lande in Südvietnam an und beschuldigen die Vietcong, den 30stündigen Waffenstillstand zu Weihnachten
über 60mal verletzt zu haben, der von den alliierten Truppen strikt
eingehalten worden »ei. Die Luftangriffe auf Nordvietnam werden nicht
wiederaufgenommen.

27. Dezember 1965

Vizepräsident Humphrey verläßt Washington, um nach Tokio, Manila,
Taipeh und Seoul zu reisen.

28. Dezember 1965

Ein Sprecher des US-Außenministeriums berichtet, es liegen keinerlei Anzeichen für eine Verhandlungsbereitschaft Hanois vor.
Ho Chi Minh behauptet gegenüber Papst Paul VI., "die führenden
amerikanischen Politiker wollen den Krieg, nicht den Frieden", und
fordert die Annahme der vier Punkte Hanois durch die Vereinigten Staaten.
Von amerikanischer Seite wird der dritte dieser Punkte - dem zufolge die inneren Angelegenheiten Vietnams im Einklang mit dem Programm
der kommunistischen Nationalen Befreiungsfront geregelt werden müssen als unannehmbar bezeichnet, da er Hanoi am Konferenztisch das einbringen würde, was es durch militärische Maßnahmen nicht zu erreichen vermochte. Dennoch wird von amerikanischer Seite die Bereitschaft bekundet,
in Gespräche über die vier Punkte Hanois einzutreten.

29. Dezember 1965

Botschafter Arthur J. Goldberg, der US-Chefdelegierte bei den Vereinten Nationen, sucht Papst Paul VI. im Vatikan auf, um ihm im Namen
Präsident Johnsons für seine Bemühungen um Waffenruhe in Vietnam anläß-

- 2 -

�anläßlich des Weihnachtsfestes und um den Weltfrieden zu danken. Goldberg trifft mit dem italienischen Staatspräsidenten Guiseppe Saragat
und Ministerpräsident

Aldo Moro zusammen.

In Warschau konferiert der amerikanische Sonderbotschafter W.
Averell Harriman mit führenden polnischen Staatsmännern. In einer Verlautbarung der amerikanischen Botschaft heißt es, Polen in seiner Eigenschaft als Mitglied der Internationalen Kontrollkommission in Vietnam sei durch Harriman über die Ansichten der US-Regierung bezüglich
Vietnams unterrichtet worden.
In Tokio führt Vizepräsident Humphrey Gespräche mit dem japanischen Ministerpräsidenten Eisaku Sato und übergibt ihm ein Memorandum,
das die amerikanischen Schritte zur Herbeiführung des Friedens in Vietnam zusammenfassend darstellt. Er fliegt anschließend nach Manila weiter, um dort als Leiter der amerikanischen Delegation bei der Amtseinführung des philippinischen Staatspräsidenten Ferdinand E. Marcos zu
fungieren.
McGeorge Bundy, der Referent Präsident Johnsons für Fragen der
nationalen Sicherheit, erörtert die Lage in Vietnam in Ottawa mit dem
kanadischen Ministerpräsidenten Lester Pearson.(Kanada ist ebenso wie
Polen und Indien Mitglied der Internationalen Kontrollkommission in
Vietnam).
Am Sitz der Vereinten Nationen verlautet, die Vereinigten Staaten
halten Generalsekretär U Thant über ihre fortgesetzten Friedensbemühungen in Vietnam ständig auf dem laufenden und der Generalsekretär sei im
voraus von der Mission Harrimans und Goldbergs unterrichtet worden.

30. Dezember 1965

Der Pressereferent des Weißen Hauses, Bill Moyers, erklärt, Präsident Johnson tue alles, was in seinen Kräften steht, um die Welt einschließlich der kommunistischen Staaten davon zu überzeugen, daß ••wir
aufrichtig bereit sind, mit allen zusammenzuarbeiten, die unsere Friedenssehnsucht teilen". Der Präsident halte es für wünschenswert, eine
'••

- 3 -

�eine möglichst große Zahl von führenden Staatsmännern in aller Welt
noch einmal über die amerikanischen Ansichten bezüglich Südostasiens
zu unterrichten. Diese Ansichten seien nach wie vor die gleichen, die
der Präsident in seiner Rede vor der Johns-Hopkins-Universität im
April vergangenen Jahres dargelegt habe.
(In jener Rede erklärte der Präsident, der Friede setze ein Südvietnam voraus, das "über sichere Garantien verfügt und in der Lage
ist, seine eigenen Beziehungen zu allen anderen selbst zu gestalten,
ohne jede Einmischung von außen, ohne Bindungen an eine Allianz, ohne
Stützpunkt

für ein anderes Land zu sein". Um einen solchen Frieden

zu erreichen, führte der Präsident damals aus, halten sich die Vereinigten Staaten zu "Gesprächen ohne Vorbedingungen" bereit).
Außenminister Rusk betont in einem in Kanada ausgestrahlten Fernsehinterview, die Vereinigten Staaten würden es den Südvietnamesen
überlassen, darüber zu entscheiden, ob sie Dinge wie die Wiedervereinigung mit dem Norden oder eine bündnisfreie Außenpolitik wünschen oder
nicht.

31. Dezember 1965

Präsident Johnson entsendet den Unterstaatssekretär und Leiter der
Afrika-Abteilung im US-Außenministerium, G. Mennen Williams, zu Besprechungen mit führenden Staatsmännern afrikanischer Länder nach Afrika.
Williams reist aus Washington nach Marokko ab.
In Paris erörtert Botschafter Goldberg die Vietnam-Frage mit dem
französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle und Außenminister Maurice Couve de Murville.

1. Januar 1966
Der Staatssekretär im US-Außenministerium, Thomas Mann, trifft auf
der Ranch Präsident Johnsons in Texas ein und erstattet dem Präsidenten
Bericht über seine Reise nach Mexiko. Dort war er auf Wunsch Johnsons mit

�mit Staatspräsident Gustavo Diaz Ordaz zusammengetroffen, um ihn über
die amerikanischen Friedensbemühungen zu unterrichten.
Vizepräsident Humphrey sucht nach Beendigung seines 58stündigen
Besuchs der Philippinen in Taipeh den Präsidenten der Republik China,
Chiang Kai-shek, auf.
Der Pressesekretär des Weißen Hauses, Moyers, teilt mit, Präsident Johnson habe noch einmal alle amerikanischen Botschafter aufgefordert, die Regierungen, bei denen sie akkreditiert sind, über die
amerikanische Haltung in der Vietnam-Frage zu informieren.
In London trifft Botschafter Goldberg mit dem britischen Premierminister Harold Wilson und Außenminister Michael Stewart zusammen.
In Jugoslawien führt Sonderbotschafter Harriman Gespräche mit
Staatspräsident Josip Tito und überbringt ihm eine persönliche Botschaft Präsident Johnsons zur Vietnam-Frage.

2. Januar 1966
Vizepräsident Humphrey kehrt von Seoul aus nach Beendigung
seines Besuchs in vier asiatischen Ländern nach Washington zurück.
Während seines 24stündigen Aufenthalts in der Republik Korea hatte
er Besprechungen mit Staatspräsident Park Chung Hee und Ministerpräsident Chung II Kwon.
Unterstaatsekretär Williams trifft in Algier ein. Er erläutert
dem algerischen Ministerpräsidenten Houari Boumedienne die amerikanische Vietnampolitik und reist nach Tunis weiter.

3. Januar 1966
Die Abgesandten Präsident Johnsons fahren anläßlich ihrer Besuche
in weiteren Hauptstädten Asiens und Afrikas in ihren Bemühungen fort,
Amerikas Wunsch zu erläutern, daß der Friede in Vietnam wiederhergestellt werde.
Botschafter

�Botschafter Harriman trifft in Peschawar mit dem pakistanischen
Staatspräsidenten Ajub Khan zusammen, nachdem er in New Delhi Besprechungen mit dem indischen Ministerpräsidenten Shastri geführt hatte.
Er reist anschließend nach Teheran weiter, um mit dem Schah von Persien zusammenzutreffen.
In Afrika sucht Unterstaatssekretär Williams den äthiopischen
Kaiser, Halle Selassie, in Addis Abeba auf und reist anschließend
nach Nairobi, der Hauptstadt Kenias, weiter.
Vizepräsident Humphrey berichtet Präsident Johnson über seine
Asienreise und teilt anschließend mit, er habe den asiatischen Staatsmännern Kopien des amerikanischen Memorandums über Vietnam-Initiativen
der USA übergeben. In dem Memorandum, das unmittelbar danach vom Weißen Haus veröffentlicht wird, sind 14 Punkte bezüglich der Möglichkeiten
zur Wiederherstellung des Friedens in Vietnam aufgeführt. Das Memorandum
schließt mit den Worten: '"Wir haben alles für den Frieden angeboten
außer der Preisgabe von Vietnam."

4. Januar 1966

Das Weiße Haus veröffentlicht den Wortlaut einer Botschaft Papst
Pauls an Präsident Johnson, in der der Papst die Hoffnung zum Ausdruck
bringt, die amerikanische Vietnam-Initiative werde den Frieden in Südostasien herbeiführen.
Unterstaatssekretär Williams erörtert die Vietnam-Frage mit führenden Staatsmännern Tansanias und Ugandas.

5. Januar 1966

Botschafter Goldberg erneuert in einem Schreiben an UN-Generalsekretär U Thant den amerikanischen Appell an die Vereinten Nationen
und ihre Mitgliedstaaten, an der Wiederherstellung des Friedens in
Südostasien mitzuarbeiten. Das Schreiben, das als Dokument des Sicherheitsrates allen UN-Mitgliedstaaten zugeleitet wurde, faßt sämtliche

�sämtliche Punkte zusammen, die die Abgesandten Präsident Johnsons
führenden Politikern in aller Welt in Diskussionen über die Vietnam-Frage vorgetragen haben.
Unterstaatssekretär Williams trifft in der ghanaischen Hauptstadt Accra ein, nachdem er in Lagos, der Hauptstadt Nigeriens, die
Vietnam-Frage mit Premierminister Abubakar Tafawa Balewa

erörtert

hatte.
Nach Besprechungen mit dem Staatspräsidenten der Vereinigten
Arabischen Republik, Abdel Gamal Nasser, in Kairo reist Botschafter
Harriman nach Bangkok zu Vietnam-Gesprächen mit Regierungsvertretern
Thailands weiter.
Außenminister Rusk unterrichtet die Botschafter der lateinamerikanischen Staaten in Washington von den Friedensbemühungen der USA
in Vietnam.

6. Januar 1966

Sonderbotschafter Harriman trifft in Tokio zu diplomatischen
Besprechungen über die Vietnam-Frage ein.
In Afrika konferiert Unterstaatssekretär Williams mit Regierungsvertretern der Republik Elfenbeinküste und dem liberianischen Staatspräsidenten William Tubman in Monrovia über die Vietnam-Frage. Williams reist zu weiteren Vietnam-Gesprächen nach Guinea weiter.
In Washington veröffentlicht das Außenministerium abermals die
Liste der 14 Punkte, die die offizielle Haltung der Vereinigten Staaten bezüglich Vietnams zusammenfassen.

7. Januar 1966

In Tokio versichert Ministerpräsident Eisaku Sato Botschafter
Harriman, Japan werde die Vereinigten Staaten bei ihren Bestrebungen
unterstützen, eine Konferenz über den Vietnamkonflikt zustande zu bringen.
Balewa wurde am 15. Januar im Verlauf eines Militärputsches seines
Amtes enthoben.

�Unterstaatssekretär Williams beendet seine Mission in Afrika mit
•inen Besuch bei dem Staatspräsidenten von Mali, Modibo Keita, in
Bamako. Davor hatte Williams noch in Dakar eine Aussprache mit dem
senegalesischen Präsidenten Leopold Senghor.
Der demokratische Fraktionsvorsitzende im US-Senat, Michael Mansfleld, erklärt nach einer Zusammenkunft mit Präsident Johnson, die
Aussetzung der Bombenangriffe auf Nordvietnam sei zeitlich nicht begrenzt und er rechne nicht mit ihrer baldigen Wiederaufnahme.
Das US-Verteidigungsministerium gibt bekannt, es seien seit dem
24. Dezember 1965 keine Bombenangriffe auf Nordvietnam mehr durchgeführt worden. Das Ministerium trat mit dieser Erklärung einer Meldung
des rotchinesischen Rundfunks entgegen, amerikanische Flugzeuge hätten
am 5. Januar einen Angriff auf nordvietnamesisches Gebiet unternommen.

9. Januar 1966

Papst Paul VI. schaltet sich erneut in die Kampagne zur Wiederherstellung des Friedens in Vietnam ein. Er bittet die beim Vatikan
akkreditierten Botschafter von 55 Ländern, ihre Regierungen dringlich
aufzufordern, auf eine Beendigung des Konflikts in Vietnam hinzuwirken.
In Washington berichtet Unterstaatssekretär Williams Präsident
Johnson über seine Besuche in 14 afrikanischen Staaten. Im Anschluß
an die Zusammenkunft mit dem Präsidenten erklärte er vor Journalisten,
fast die Hälfte aller besuchten afrikanischen Staaten hätten ihm zugesichert, daß sie die Kommunisten zur Einwilligung in Verhandlungen
auffordern werden.
Sonderbotschafter Harriman trifft in der australischen Hauptstadt Canberra zu dreitägigen Besprechungen mit Premierminister Sir
Robert Menzies und anderen hohen Regierungsvertretern ein.

10. Januar 1966

�10. Januar 1966

Der Pressesekretär des Weißen Hauses, Moyers, teilt mit, Sonderbotschafter Harriman werde sich am 12. Januar von Canberra aus nach
Saigon begeben, um mit Vertretern der südvietnamesischen Regierung
und dem amerikanischen Botschafter Henry Cabot Lodge zu konferieren.
Moyers erklärt vor Journalisten, es bestehe "berechtigter Anlaß
zu dem Schluß", daß die Vereinigten Staaten im Zusammenhang mit den
Bemühungen um die Beendigung des Kriegs in Vietnam direkten Kontakt
mit Hanoi aufgenommen haben.
Aus informierten Kreisen in Washington verlautet, das Regime in
Hanoi habe anläßlich einer Zusammenkunft zwischen einem seiner Vertreter und einem amerikanischen höheren Beamten eine Mitteilung der
amerikanischen Regierung entgegengenommen. Nach Mitteilung dieser
Kreise stehe ein Antwort Hanois noch aus.
Amerikanische Regierungssprecher wiederholen die Versicherung,
die sogenannte Nationale Befreiungsfront werde keine Schwierigkeiten
haben, ihre Ansichten auf einer Friedenskonferenz über Vietnam zu
Gehör zu bringen. Berichte aus Hanoi, denen zufolge Alexander N.
Schelepin, Mitglied des Präsidiums des Zentralkomitees der KPdSU,
dort erklärt habe, die Vereinigten Staaten müßten sich wegen einer
Beilegung des Vietnamkonflikts direkt an die Nationale Befreiungsfront wenden, werden amerikanischerseits mit einer erneuten Darlegung
der Haltung der USA, wie sie Präsident Johnson, Außenminister Rusk
und andere wiederholt aufgezeigt hatten, beantwortet.
Am Sitz der Vereinten Nationen gibt Botschafter Goldberg Generalsekretär U Thant einen detaillierten Überblick über die amerikanischen
Bemühungen zur Beendigung des Vietnamkonflikts auf friedlichem Wege
und durch Verhandlungen.

11. Januar 1966

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11. Januar 1966

Ein Sprecher das amerikanischen Außemninisteriums teilt vor
Pressevertretern mit, er könne keine "weiteren Einzelheiten" bezüglich der amerikanischen Mitteilung an Nordvietnam bekanntgeben.
Der Pressesekretär des Weißen Hauses, Moyers, erklärt, die amerikanische Friedensinitiative hinsichtlich Vietnams sei "eine Angelegenheit der Auswertung, des Hörens, des Wartens, des fortgesetzten
Tuns all dessen, was getan werden kann, und des Hoffens".
Die Aussetzung der amerikanischen Luftangriffe gegen militärische
Ziele in Nordvietnam dauert an.

12. Januar 1966

Präsident Johnson erklärt in seiner Botschaft über die Lage der
Nation, Amerikas Friedenssuche seien keine willkürlichen Grenzen gesetzt. Er führte wörtlich aus: "Wir stehen zu den Genfer Abkommen von
1954 und 1962. Wir werden uns ah jedem Konferenztisch einfinden, über
jeden Vorschlag sprechen - seien es vier Punkte oder 14 Punkte oder
40 Punkte - und die Ansichten jeder Gruppe in Erwägung ziehen. Wir werden auf eine Feuereinstellung hinarbeiten - sofort oder wenn es zu Gesprächen gekommen ist. Wir werden entsprechend handeln, wenn andere
ihre Gewaltanwendung verringern; und wir werden unsere Soldaten zurückholen, sobald sichere Garantien vorhanden sind, daß Vietnam seine Zukunft selber gestalten kann. Wir haben das alles gesagt und wir haben
zur Antwort aufgefordert - auf sie gehofft und auf sie gewartet.*
Der Präsident erklärt, er habe bei seiner Friedenskampagne bisher
"keine Antwort erhal.ten, aus der sich Erfolg oder Fehlschlag herauslesen ließe".
Botschafter Harriman trifft auf dem Weg nach der laotischen Hauptstadt Vientiane zu einem kurzen Besuch in Bangkok ein. In Saigon erklären Vertreter der US-Botschaft, Harriman werde nicht wie beabsichtigt

- 10 -

�beabsichtigt am 12. Januar in Vietnam eintreffen, sondern erst zu einem
späteren Zeitpunkt.

13. Januar 1966
Vizepräsident Humphrey und Außenminister Rusk sprechen in New Delhi
mit dem sowjetischen Ministerpräsidenten Alexej Kossygin. Die Gesprächspartner waren zur Teilnahme an den Beisetzungsfeierlichkeiten für den
verstorbenen indischen Ministerpräsidenten Lal Bahadur Shastri am 12.
Januar nach der indischen Hauptstadt gekommen.
Vizepräsident Humphrey und Außenminister Rusk konferieren ferner
mit dem amtierenden indischen Ministerpräsidenten Gulzarilal Nanda und
anderen indischen Regierungsbeamten. Humphrey sucht den Vizepräsidenten
der Vereinigten Arabischen Republik, Husayn Mahmud Al-Shafei, auf, und
Rusk hat Besprechungen mit dem iranischen Außenminister Abbas Aram und
dem japanischen Vertreter bei den Beisetzungsfeierlichkeiten, Naka
Funada.
Nach diesen Besprechungen begibt sich Vizepräsident Humphrey nach
Washington, um Präsident Johnson Bericht zu erstatten.
In Vientiane führt Harriman Gespräche mit dem laotischen Ministerpräsidenten Souvanna Phouma. Er verweist erneut auf Präsident Johnsons
Entschlossenheit, "Südvietnam Gelegenheit zu geben, über seine eigene Zukunft selbst zu bestimmen". Der Sonderbotschafter reist anschließend
nach Bangkok weiter.
In Saigon erklärt die US-Botschaft, die amerikanischen Truppen
werden gemeinsam mit ihren südvietnamesischen Verbündeten den informellen
Waffenstillstand anläßlich des vietnamesischen Neujahrsfestes einhalten.
Der dreitägige Waffenstillstand soll am 21. Januar beginnen.
Die Aussetzung der US-Luftangriffe gegen Nordvietnam dauert an.

14. Januar 1966

- 11 -

�14. Januar 1966

Außenminister Rusk reist von New Delhi nach Bangkok weiter, wo er
mit Sonderbotschafter Harriman zusammentrifft.

15. Januar 1966

Außenminister Rusk und Sonderbotschafter Harriman treffen in Saigon au Besprechungen mit der südvietnamesischen Regierung und US-Botschafter Lodge ein.

16. Januar 1966
Im Abschlußkommunique über ihre Besprechungen in Saigon weisen
Außenminister Rusk und der südvietnamesische Premierminister Ky darauf
hin, daß "gegenwärtig keine Anzeichen für die Bereitschaft Nordvietnams
vorliegen, positive Schritte in Richtung auf den Frieden zu unternehmen".
Vietnam und seine Verbündeten müssen jedoch, so heißt es in dem Kommunique weiter, alle Vorschläge und Initiativen, die zum Frieden führen könnten, weiterhin aufmerksam verfolgen.
Außenminister Rusk und Sonderbotschafter Harriman treffen aus Saigon kommend in Manila ein und erörtern die Vietnam-Frage mit dem philippinischen Staatspräsidenten Ferdinand E. Marcos und Außenminister Narciso
Ramos.

17. Januar 1966

Außenminister Rusk und Sonderbotschafter Harriman fliegen über Guam
nach Washington zurück, um Präsident Johnson Bericht zu erstatten.
Der amerikanische Chefdelegierte bei den Vereinten Nationen, Botschafter Goldberg, erklärt in einer Rede in New York, daß nunmehr jedes
denkbare Mißverständnis hinsichtlich des Wunsches der Vereinigten Staaten,
den Vietnamkonflikt zum Verhandlungsgegenstand einer Konferenz zu machen,

- 12 -

�machen, ausgeräumt sei.

18. Januar 1966

Botschafter Goldberg weist in einem Fernsehinterview darauf hin,
daß die Aussetzung der Bombenangriffe auf Nordvietnam nicht befristet
sei und daß sich die Vereinigten Staaten "mitten in einer Friedensoffensive" befinden.

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Beilage

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XIX - 5

DIE AMERIKANISCHEN FRIEDENSBEMÜHUNGEN IN VIETNAM

Eine Chronologie

(Berichtigung und Ergänzung zu unserer
Sonderbeilage XIX - 4 vom 28.1.1966)

�14. Januar 1966
Außenminister Rusk und Sonderbotschafter Harriman erörtern in
Bangkok die Vietnam-Frage mit dem thailändischen Ministerpräsidenten
Thanom Kittikachorn und Außenminister Thanat Khoman.
In Washington erklärt ein Sprecher des US-Außenministeriums, es
bestehen keinerlei grundlegende Meinungsverschiedenheiten zwischen den
Vereinigten Staaten und der Republik Vietnam in bezug auf Friedensverhandlungen.

15. Januar 1966
Außenminister Rusk und Sonderbotschafter Harriman treffen in
Saigon mit dem südvietnamesischen Ministerpräsidenten Nguyen Cao Ky
zusammen.

16. Januar 1966
Im Abschlußkommunique über die Besprechungen zwischen Außenminister
Rusk und Ministerpräsident Ky heißt es, Südvietnam und seine Verbündeten
"müssen weiterhin alle notwendigen militärischen Maßnahmen ergreifen und
alle Vorschläge und Initiativen, die zum Frieden führen könnten, aufmerksam verfolgen". In dem Kommunique wird ferner darauf hingewiesen,
daß die Auffassungen der Regierungen Südvietnams und der Vereinigten
Staaten "in allen wesentlichen Punkten"übereinstimmen.
Außenminister Rusk und Sonderbotschafter Harriman treffen aus Saigon
kommend in Manila ein und erörtern die Vietnam-Frage mit dem philippinischen Staatspräsidenten Ferdinand £. Marcos und Außenminister Narciso
Ramos.
In Washington berichten Vizepräsident Humphrey und der Sicherheitsreferent des Präsidenten, Bundy, in getrennten Fernsehsendungen, die
Vereinigten Staaten warten noch immer auf ein positives Echo Hanois auf
ihre Bemühungen, den Vietnamkonflikt zum Gegenstand von Verhandlungen zu
machen.
17. Januar 1966

- 12 -

�17. Januar 1966
Dar Pressereferent des Weißen Hauses, Moyers, erklärt, die Vereinigten Staaten haben, was die Wiederaufnahme der Bombardierung militärischer Ziele in Nordvietnam

angeht, weder einen Termin gesetzt noch

eine diesbezügliche Entscheidung getroffen. Er fügt hinzu: "Dies ist
eine Angelegenheit, die tagein, tagaus eine äußerst sorgfältige Analyse
erfordert."
In New York erklärt der amerikanische Chefdelegierte bei den Vereinten Nationen, Botschafter Goldberg, daß nunmehr jedes denkbare Mißverständnis hinsichtlich des Wunsches der Vereinigten Staaten ausgeräumt
sei, den Vietnamkonflikt durch Verhandlungen zu bereinigen.

18. Januar 1966
Botschafter Goldberg weist in einem Fernsehinterview darauf hin,
daß die Aussetzung der Bombenangriffe auf Nordvietnam nicht befristet
sei, und daß sich die Vereinigten Staaten "mitten in einer Friedensoffensive" befinden.

19. Januar 1966
Der Pressereferent des Weißen Hauses, Moyers, bezeichnet die Aussetzung der Bombenangriffe auf Nordvietnam als "Gegenstand fortgesetzter
Überprüfungen und Analysen" und betont, daß bisher diesbezüglich keine
Frist gesetzt worden sei.

20. Januar 1966
Präsident Johnson empfängt Außenminister Rusk und Botschafter
Harriman zur Berichterstattung über ihre Gespräche mit den ausländischen
Staatsmännern, die sie im Zusammenhang mit der amerikanischen Friedensinitiative besucht hatten.
Der Präsident begibt sich anschließend nach Independence, Missouri,
und erklärt dort, der Weg zum Frieden könne beschritten werden, sobald
sich "andere entscheiden, die Vernunft an die Stelle des Terrors zu setzen".
21. Januar 1966
- 13 -

�t

21. Januar 1966
Außenminister Rusk unterstreicht auf einer Pressekonferenz in
Washington die Entschlossenheit der Vereinigten Staaten, weiterhin
"mit Geduld und Ausdauer" nach Wiederherstellung des Friedens in Vietnam
zu streben, gleichzeitig'aber auch "zu tun, was nötig ist, um die kommunistische Aggression gegen dieses Land abzuwehren". Er erklärt ferner,
die einzige Antwort der Kommunisten auf die amerikanische Friedensiniati ve bestehe bisher in Schmähungen, Bomben und Granatwerferfeuer.
In einer Rede in Boston, Massachusetts, versichert der Stellvertretende Staatssekretär für politische Angelegenheiten im USrAußenministerium, U. Alexis Johnson, die Wahl zwischen einem baldigen Frieden
und einem härteren Krieg in Vietnam liege bei dem nordvietnamesischen
kommunistischen Regime. Er weist Hanoi darauf hin, daß die überwältigende Mehrheit des amerikanischen Volkes die von Präsident Johnson bekundete Entschlossenheit der USA teile, solange in Südvietnam zu verbleiben,
wie die kommunistische Aggression dies erforderlich mache.
In Saigon teilt ein amerikanischer Sprecher mit, die kommunistischen
Vietcong hätten die von ihnen angekündigte Waffenruhe vom 19. Januar
Mitternacht bis zum 23. Januar Mitternacht anläßlich des vietnamesischen
Neujahrsfestes in der Anfangsphase durch 15 Angriffe oder Störaktionen
gegen südvietnamesische Truppen mehrfach verletzt. Der Sprecher beschuldigt die Vietcong ferner, sie hätten im gleichen Zeitraum 34 Angriffe
gegen die alliierten Streitkräfte unternommen, weist aber gleichzeitig
darauf hin, daß diese Aktionen die Einhaltung der für die Zeit vom
20. Januar mittags bis 23. Januar 6 Uhr morgens angekündigten Waffenruhe
durch die südvietnamesischen und alliierten Truppen nicht beeinflussen
werden.

22. Januar 1966
Präsident Johnson stellt erneut fest, "die Friedensbemühungen werden
nicht eingestellt", obwohl die Aggression in Vietnam andauert. Diese
Erklärung des Präsidenten ist in einem Brief enthalten, den er an eine

- 14 -

�eine Gruppe amerikanischer Kongreßmitglieder richtete, die ihn zuvor in
einem Schreiben ihrer Unterstützung in der Frage der Friedensinitiative
versichert hatten.
Vizepräsident Humphrey erklärt in einem über die "Stimme Amerikas"
verbreiteten Fernsehinterview, die Vereinigten Staaten hätten sowohl den
Willen als auch die Macht, der Aggression in Vietnam zu begegnen und dort
einen "gerechten und dauerhaften Frieden" herbeizuführen.

23. Januar 1966
In einem transatlantischen Fernsehinterview führt Außenminister Rusk
aus, die Vereinigten Staaten vermißten bisher jedes direkte oder indirekte
Echo auf die Aussetzung der Bombenangriffe und ihr Angebot von Friedensgesprächen. Barsche Erklärungen, die fortgesetzte Einschleusung weiterer
nordvietnamesischer Soldaten nach Südvietnam und die mehrfache Verletzung
der Waffenruhe anläßlich des vietnamesischen Neujahrsfestes durch die
Vietcong seien die bisher einzige Reaktion. Der Außenminister versichert
aber dennoch, die "Vereinigten Staaten werden weiterhin alle nur denkbaren
Möglichkeiten für eine friedliche Regelung in Südostasien prüfen".
Sonderbotschafter Harriman erklärt in einem über ein anderes Fernsehnetz ausgestrahlten Interview, Hanoi und Peking stünden mit ihrem
Desinteresse an einem Frieden in Südostasien "isoliert von der Weltmeinung"
da. Er führt aus, es lägen keine Beweise vor,'daß die Nordvietnamesen den
Krieg beenden wollen. Unter Hinweis auf die Tatsache, daß Bombenangriffe
seit dem 24. Dezember ruhen, erklärt der Sonderbotschafter: "Sie haben seit
nunmehr 31 Tagen eine Chance, und sie haben das Tempo des Krieges nicht
verlangsamt."
Die alliierten Streitkräfte nehmen nach Ablauf der Waffenruhe anläßlich des vietnamesischen Neujahrsfestes die Operationen wieder auf.

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DER WIRTSCHAFTSBERICHT PRÄSIDENT JOHNSONS

Auszüge aus dem Wirtschaftsbericht, den
Präsident Johnson

Beilage

dem amerikanischen Kongreß

am 27. Januar 1966

unterbreitete

XIX - 5

�PRÄSIDENT JOHNSON LEGT WIRTSGHAFTSBERICHT VOR
(Auszüge)

WASHINGTON - (AD) - Präsident Johnson hat dem amerikanischen Kongreß am 27. Januar 1966 seinen Wirtschaftsbericht unterbreitet, der
einen Überblick über die wirtschaftliche Lage der Vereinigten Staaten
gibt und die wirtschaftspolitischen Empfehlungen des Präsidenten darlegt.
In dem mit zahlreichen Tabellen und Statistiken angereicherten,
306 Seiten umfassenden Bericht, den der Präsident aufgrund des Beschäftigungsgesetzes (Employment Act) von 1946 dem Kongreß im Januar eines
jeden Jahres vorzulegen hat, unterstreicht Johnson, daß sich die amerikanische Wirtschaft gegenwärtig inmitten des größten Wirtschaftsaufschwunges in der Geschichte der USA befindet. Dieser Aufschwung, so betont der Präsident, trete nunmehr in sein sechstes Jahr ein, ohne daß
Zeichen eines Nachlassens festzustellen seien.
Der Wirtschaftsbericht umfaßt den eigentlichen Bericht des Präsidenten sowie den von seinem Wirtschaftsbeirat zusammengestellten Jahresbericht, der aus einem Begleitschreiben und den nachstehend aufgeführten sieben Abschnitten besteht:
1. Auf dem Wege zur Vollbeschäftigung,
2.

Aussicht auf Stabilität von Kosten und Preisen,

3.

Stärkung des Arbeitskräftepotentials,

4.

Gebiete, auf denen 1966 auf gesetzgeberischem Wege weiterer

Fortschritt erzielt werden kann,
5.

Fortschritt und Probleme der Landwirtschaft,
6.

- 1-

�6.

Die Weltwirtschaft,

7.

Das Beschäftigungsgesetz: 20 Jahre politischer Erfahrungen.

Die wesentlichen Auszüge des Wirtschaftsberichtes des Präsidenten
haben folgenden Wortlaut:
"An den Kongreß der Vereinigten Staaten:
Vor einem Jahr

habe ich berichtet, daß wir 'inmitten des größten

Wirtschaftsaufschwunges in der Geschichte irgendeines Landes* stehen.
Dieser Aufschwung, der nunmehr in sein sechstes Jahr eintritt, dauert
unvermindert an.
- Der Wert der in unserem Land jährlich produzierten Güter und
Dienstleistungen erhöhte sich von 1960 bis 1965 um über ein Drittel.
Allein im vergangenen Jahr verzeichnete unser Bruttosozialprodukt einen
Rekordzuwachs von 47 Milliarden Dollar.
- Die ständig steigende Produktion führte zu einer noch nie dagewesenen Zunahme der Einkommen der amerikanischen Bevölkerung. Das Persona leinkommen erreichte im Dezember eine Jahresrate von insgesamt 550
Milliarden Dollar und ist damit in den letzten fünf Jahren um 37 Prozent
und in den vergangenen zwölf Monaten um 7,5 Prozent gestiegen.
- In den vergangenen fünf Jahren nahm die Zahl der Beschäftigten
in Amerika um fast 7 Millionen zuj 1965 allein um etwa 2,5 Millionen.
Die Arbeitslosenrate ging von 6,6 Prozent im Dezember 1960 - und einem
Höchststand von 7,1 Prozent im Mai 1961 - auf 4,1 Prozent im Dezember
1965 zurück.
- Die Bezahlung der Arbeitskräfte ist besser denn je zuvor. Der
durchschnittliche Nettowochenlohn eines Industriearbeiters mit drei
Familienangehörigen erhöhte sich in den vergangenen fünf Jahren um 26
Prozent und in den vergangenen zwölf Monaten allein um vier Prozent.
- Die Gesellschaftsgewinne lagen im vergangenen Jahr nach Abzug
der Steuern um 67 Prozent höher als vor fünf Jahren und um 20 Prozent
höher als 1964.
- Und das Durchschnittseinkommen in der Landwirtschaft stieg im
vergangenen Jahr um 23 Prozent und hat damit alle Rekorde übertroffen.
Industrie
- 2 -

�Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft - unsere Arbeiter, Gewerbetreibenden und freiberuflich tätigen Männer und Frauen - kommen heute
in den Genuß einer Prosperität, die weit über das hinausgeht, was sich
je ein Volk zu irgendeiner Zeit irgendwo auf der Welt erträumt hat.
Ein neues Wirtschaftsklima
Angesichts dieses noch nie dagewesenen und anhaltenden Wachstums
tauchen Fragen auf, wie sie seit fast einem Jahrzehnt nicht mehr zu
hören waren:
- Wird die Produktionskapazität ausreichen, um den Bedarf an Gütern
und Dienstleistungen voll decken zu können?
- Werden unsere Unternehmer genügend Arbeitskräfte zur Aufrechterhaltung ihrer Produktion finden?
- Können wir in wichtigen Industrien oder bei wichtigen Fachkräften
Engpässe vermeiden, die unsere Expansion beeinträchtigen würden?
- Können wir einer destruktiven Lohn-Preis-Spirale entgehen?
- Können wir die Programme der Großen Gesellschaft fortsetzen und
gleichzeitig unseren Verteidigungserfordernissen nachkommen?
Ich kann Jede dieser Fragen zuversichtlich mit Ja beantworten.
Aber die Tatsache, daß diese Fragen ernsthaft gestellt werden und
ernsthaft beantwortet werden müssen, zeigt bereits zur Genüge, daß wir
uns in einem neuen Wirtschaftsklima befinden. Wir nähern uns der vollen
Ausnutzung unserer Hilfsquellen, und dies wirft neue Probleme auf.
Denen, die diese neuen Probleme fürchten, möchte ich folgendes entgegenhalten:
- Dies sind genau die Probleme, auf die wir fast zehn Jahre lang
gewartet haben.
- Diese Probleme sind der Preis unseres Erfolges.
- Dies sind begrüßenswerte Probleme der Prosperität.
Während der vergangenen fünf Jahre haben wir sehr unterschiedlichen
wirtschaftlichen Problemen gegenübergestanden. Bei der Bewältigung dieser

- 3 -

�dieser Probleme haben wir gelernt, daß
- Rezessionen nicht unvermeidbar sind;
- eine hohe Produktion nicht zwangsläufig Überproduktion bedeutet;
- eine Expansion nicht zwangsläufig zu Geldentwertung oder Störungen des Gleichgewichts der Wirtschaft führen muß, die eine weitere Expansion unterbinden;
- der Wohlstand die der amerikanischen Wirtschaft innewohnende
Stärke und Dynamik nicht beeinträchtigt;
- die Automation nicht zu Massenarbeitslosigkeit führen muß;
- die Millionen Arbeitslosen nicht arbeitslos bleiben müssen;
- durch klug angewandte und die Expansion begünstigende fiskalische
Maßnahmen ein hoher Beschäftigungsstand wiederhergestellt werden kann;
und
- die Expansion in den Vereinigten Staaten Hand in Hand mit einer
Stärkung der Zahlungsbilanz und einer gesunden Währung gehen kann.
Wir haben gelernt, wie wir die Prosperität erreichen können. Nun
müssen wir sie erhalten, uns mit ihren Problemen befassen und das Beste
aus den Möglichkeiten machen, die sie bietet.

Vietnam und unsere Wirtschaft
Wir sehen uns den großen Aufgaben gegenüber, die der Wohlstand mit
sich bringt, während wir gleichzeitig rund 200 000 unserer Mitbürger
und unsere Hilfsquellen und Milliarden Dollar für die schwere Aufgabe
der Verteidigung der Freiheit in Vietnam aufbieten müssen. Die wahren
Kosten dieses Konflikts sind Tod, Schmerzen und Kummer, Unterbrechung
des beruflichen Werdeganges und Trennung von der Familie. Diese Kosten
sind nicht meßbar. Aber die wirtschaftlichen Kosten des Vietnamkonfliktes
bürden uns keine untragbaren Lasten auf.
Allerdings vergrößert der Vietnamkonflikt die normalen Probleme der
Aufrechterhaltung einer ausgewogenen Prosperität. Er erlegt bestimmten
Industrien besondere Laßten auf und erhöht in gleicher Weise die Unsicherheit, sowohl was die fiskalische Planung der Regierung als auch was
die private Planung der Wirtschaft angeht. Diese Unsicherheit unterstreicht

- 4 -

�unterstreicht die Notwendigkeit einer flexiblen Regierungspolitik und
verantwortungsbewußter privatwirtschaftlicher Entscheidungen.
Auf die für Vietnam eingesetzte Produktion entfallen weniger als
eineinhalb Prozent unseres Bruttosozialproduktes. Die hierfür erforderlichen Aufwendungen sind Teil der Gesamtnachfrage nach Arbeitskräften
und Gütern. Die private Nachfrage der Verbraucher und der Wirtschaft
sowie die zivilen Vorrangprogramme der Regierung könnten und würden jedoch diese Produktion auch ohne Krieg in Vietnam aufnehmen - und das
wäre uns wesentlich lieber. Unsere Prosperität ist nicht von unseren
militärischen Anstrengungen abhängig.

Prinzipien der Wirtschaftspolitik
In einer Zeit hoher Prosperität sieht sich die Wirtschaftspolitik
neuen Problemen gegenüber. Sie wird jedoch auch weiterhin von den
grundlegenden Prinzipien bestimmt, die uns in der Vergangenheit so gute
Dienste geleistet haben.
Im kommenden Monat werden es zwanzig Jahre her sein, daß das Beschäftigungsgesetz (Employment Act) von 1946 - das diesen Bericht vorschreibt - Gesetzeskraft erlangte. Die Prinzipien unserer Wirtschaftspolitik gehen auf dieses Gesetz sowie auf die Erfahrungen zurück, die
wir in zwei Jahrzehnten mit diesem Gesetz gewonnen haben.
Das Grundlegende und Revolutionierende an diesem Beschäftigungsgesetz ist, daß es der Bundesregierung eine Mitverantwortung für die
Tätigkeit der amerikanischen Wirtschaft auferlegt. Die Form dieser
Mitverantwortung wurde im Laufe der Jahre durch die Empfehlungen von
vier Präsidenten und die Gesetze von zehn Kongressen immer deutlicher
umrissen.
Als Hauptaufgaben der von der Bundesregierung verfolgten Wirtschaftspolitik erachte ich heute:
1. Die Vollbeschäftigung ohne Geldentwertung zu erreichen; die
Steuer- und Währungspolitik so zu gestalten, daß die Gesamtnachfrage
mit unserem wachsenden Produktionspotential Schritt hält, während

- 5-

�während gleichzeitig die Ausweitung dieses Potentials durch Maßnahmen
auf dem Gebiet der Ausbildung, der Forschung und Entwicklung sowie der
Arbeitsmarktpolitik und durch verstärkte private und öffentliche Investitionen gefördert wird;
2. dazu beizutragen, durch Stärkung des Arbeitspotentials und Beseitigung von Diskriminierung, Unwissenheit und Krankheit allen neue
Möglichkeiten zu eröffnen;
3. bei der Lösung sozialer und wirtschaftlicher Probleme mitzuhelfen, die weder von privater Seite noch von einzelstaatlichen und
kommunalen Behörden allein bewältigt werden können - wie der Ausbau
des Transportwesens, die Erhaltung gesunder Umweltbedingungen, die
Sanierung der Landwirtschaft oder die Neugestaltung unserer Städte;
4. einen Ausgleich der Zahlungsbilanz unseres Landes zu erreichen
und zu erhalten sowie auf Verbesserungen in der internationalen Wirtschaftsordnung hinzuarbeiten;
5. einen gesunden Wettbewerb zu erhalten und zu fördern;
6. nationale Ziele so weit wie möglich durch freiwillige Mitarbeit
von Wirtschaft, Gewerkschaften und anderen Gruppen zu verwirklichen.
Die Anerkennung dieser Verantwortung der Bundesregierung verringert weder die Verantwortung des einzelnen oder privater Wirtschaftsgruppen, noch schränkt sie ihre Freiheit ein; ebensowenig wird die
Autorität der einzelstaatlichen und kommunalen Behörden in Frage gestellt.
Es geht hier um neue und immer schwierigere Probleme einer immer
komplizierteren und in gegenseitiger Abhängigkeit stehenden Wirtschaft
und Gesellschaft. Nur die Bundesregierung kann die hieraus erwachsenden
Aufgaben auf sich nehmen. Die Bundesregierung kann jedoch nicht von
sich aus Wohlstand schaffen, die Arbeitslosigkeit verringern, eine Geldentwertung vermeiden, die Zahlungsbilanz ausgleichen, unsere Städte neu
aufbauen, die Landwirtschaft stärken, die Armut beseitigen oder die
Volksgesundheit heben.
Nur

- 6-

�Nur durch eine schöpferische und kooperative Partnerschaft aller
privaten Interessen und aller Regierungsstellen - einen schöpferischen
Föderalismus - können unsere wirtschaftlichen und sozialen Ziele verwirklicht werden. Die Erfolgsgeschichte Amerikas wurde von einer solchen Partnerschaft geschrieben. Und die außergewöhnlichen wirtschaftlichen und sozialen Erfolge in den letzten Jahren wurden dadurch erzielt, daß diese Partnerschaft noch dynamischer gestaltet und das Vertrauen in ihre Wirksamkeit neu begründet wurde.

Unsere wirtschaftlichen Erfolge
Unsere Wirtschaft ist so gewaltig und unsere Fortschritte waren
so schnell, daß es schwerfällt, unsere Erfolge in der richtigen Perspektive zu sehen. Hier einige Beispiele:
- In nur sieben anderen Ländern der Welt ist die Gesamtproduktion
eines Jahres so groß wie unser Produktionszuwachs im vergangenen Jahr.
- Der Wert des Anlagevermögens unserer Privatunternehmen - gemessen
in konstanten Preisen - hat sich allein 1965 in dem gleichen Maße erhöht wie in den vier Jahren von 1957 bis 1960 zusammen.
- Allein die Zunahme der Bareinnahmen des Bundes in den Finanzjahren von 1961 bis 1967 wird - trotz Steuersenkungen um 20 Milliarden
Dollar - die gesamten Bareinnahmen des Bundes in jedem einzelnen Finanzjahr in Friedenszeiten vor 1951 übersteigen.

Arbeitsplätze, Einkommen und Produktion
Die Liste unserer wirtschaftlichen Erfolge im Jahre 1965 beginnt
bei der Ausweitung der Beschäftigungsmöglichkeiten durch Schaffung von:
- 2,4 Millionen mehr Arbeitsplätzen insgesamt;
- 1 Million mehr Arbeitsplätzen für Jugendliche;
- 350 000 mehr Arbeitsplätzen für Farbige;
- 900 000 mehr Arbeitsplätzen für Frauen;
- 1,2 Millionen

- 7-

�- 1,2 Millionen mehr Arbeitsplätzen für Fabrikarbeiter;
- 900 000 mehr Arbeitsplätzen in der Fertigung;
- 450 000 mehr Arbeitsplätzen bei einzelstaatlichen und Kommunalbehörden;
- 1 Million mehr Arbeitsplätzen im Handel und im Dienstleistungsgewerbe.
Sie setzt sich bei den Löhnen fort:
- Die Durchschnittsstundenlöhne nahmen in der Industrie um 3 Prozent, im Einzelhandel um 4,5 Prozent zu.
- Die Durchschnittswochenlöhne nahmen in der Industrie um 3,5 Prozent, im Handel um 3,3 Prozent zu.
Die übrigen Einkommen stiegen wie folgt:
- das landwirtschaftliche Einkommen um 22 Prozent;
- das Durchschnittseinkommen der selbständigen Gewerbetreibenden
und der freiberuflich Tätigen um 7,5 Prozent;
- die Dividenden um insgesamt 12 Prozent.
Die Kapitalgesellschaften hatten einen ebensolchen Aufschwung zu
verzeichnen, stiegen doch
- die Gewinne vor Abzug der Steuern um 15 Prozent;
- die Gewinne nach Abzug der Steuern um 20 Prozent;
- die nicht ausgeschütteten Gewinne um 29 Prozent.
Nachdem mehr Menschen in Arbeit standen und mehr verdienten,
- stieg das Personaleinkommen um insgesamt 39 Milliarden Dollar
oder 7,5 Prozent;
- erhöhte sich das Verbrauchereinkommen nach Abzug der Steuern um
34 Milliarden Dollar oder ebenfalls 7,5 Prozent.
Regierung und Verwaltungen profitierten von dieser Einkommensausweitung in folgender Weise:
- Die

- 8 -

�- Die Bareinnahmen der Regierung erhöhten sich um 8,5 Milliarden
Dollar;
- die Einzelstaaten und Gemeinden nahmen 4,3 Milliarden mehr ein,
wodurch sich die Notwendigkeit von Steuererhöhungen zur Bestreitung
ihrer Ausgaben verringerte.
- die höheren Einkünfte von Einzelpersonen, Gesellschaften und Regierung resultierten aus der Ausweitung der Produktion:
(Veränderung 1965 gegenüber 1964 in Milliarden Dollar)
Produktion von Gütern und Dienstleistungen für den Verbraucher

+29,5

Produktion neuer Anlagen und Ausrüstungen

+

Produktion für den Bedarf der Bundesregierung

+ . 1,5

Produktion für den Bedarf der einzelstaatlichen und Kommunalbehörden
Produktion zur Erhöhung der Lagerbestände

+
+

9,5

5,0
2,5

unverändert

Wohnungsbau
Produktion für den Export
(abzüglich Import)

M

Bruttosozialprodukt (Gesamtproduktion)

+ 47

1,5

Wir konnten unsere Gesamtproduktion im vergangenen Jahr um weitere
47 Milliarden Dollar steigern, weil:
- unser Arbeitskräftepotential einen Nettozugang von 1,4 Millionen
Menschen zu verzeichnen hatte;
- für diese zusätzlichen Arbeitskräfte und 400 000 Arbeitslose
Arbeitsplätze geschaffen wurden;
- jeder Beschäftigte während des Jahres im Durchschnitt einige
Stunden länger arbeitete; und
- jede in der Privatwirtschaft geleistete Arbeitsstunde im Durchschnitt einen Produktivitätszuwachs von 2,8 Prozent gegenüber 1964 erbrachte.
Der erhöhte Beschäftigtenstand und die höhere Produktivität wurden
ermöglicht, weil durch die Investitionen der Wirtschaft eine wesentliche

- 9-

�wesentliche Ausweitung der Produktionskapazität erreicht wurde; weil
die neuen und die vorhandenen Kapazitäten besser genutzt wurden als
in den vorangegangenen Jahren; und weil unsere Arbeitskräfte eine
bessere Ausbildung und Schulung hatten als früher. Unsere Bemühungen,
die ungelernten Arbeitskräfte an den sich schnell verbessernden Aufstiegschancen teilhaben zu lassen, waren eine Investition in unsere
Produktionskapazität und sie werden es auch künftig sein.
Die verstärkte Marktnachfrage, die diese höhere Erzeugung auslöste, kam von allen Sektoren. Die beiden dominierenden Kräfte waren
jedoch die starke Zunahme der Aufwendungen der Wirtschaft für neue
Anlagen und Ausrüstungen sowie der weitere Verlaß auf die Verbraucherausgaben, die mit den Verbrauchereinkommen Schritt hielten. Verbrauchssteuersenkungen und erhöhte Zuwendungen der Sozialversicherung trugen
1965 ebenfalls dazu bei, die Einkünfte und Ausgaben der Haushaltungen
ansteigen zu lassen. Die im Steuergesetz von 1964 vorgesehenen Steuersenkungen bildeten das ganze Jahr hindurch eine Stütze für die private
Nachfrage. Bis Ende des Jahres hatten sie auf diese Weise mit 30 Milliarden Dollar zur Erhöhung des Bruttosozialproduktes beigetragen.

Fortschritte für die Benachteiligten
Die benachteiligten und weniger begüterten Mitglieder unserer
Gesellschaft hatten ebenfalls an den wirtschaftlichen Gewinnen des Jahres 1965 teil:
- Für die Armen, die arbeiten konnten, machte sich der Rückgang
der Arbeitslosigkeit, die Zunahme der Arbeitszeit und die Erhöhung der
Löhne bemerkbar.
- Für die Armen, die mehr leisten konnten, wurden bessere Ausbildungsmöglichkeiten am Arbeitsplatz geschaffen; sie erhielten Unterstützung bei der Arbeltssuche und bessere Bildungsmöglichkeiten; diskriminierende Schranken wurden abgebaut.
- Für die Armen, die nicht verdienen konnten, gab es höhere Unterstützungen, neue Programme der ärztlichen Betreuung und bessere Sozialleistungen.
- Für
- 10 -

�- Für die Armen, die noch zu jung zum Verdienen waren, gab es
bessere Erziehungs- und Bildungsmöglichkeiten, Beihilfen, durch die
ein längerer Schulbesuch ermöglicht wurde, sowie eine bessere gesundheitliche Betreuung...
Der Kampf gegen Armut, Unwissenheit, Krankheit, Diskriminierung
und unzulängliche Aufstiegsmöglichkeiten muß fortgesetzt werden.

Verbesserung der Zahlungsbilanz
Im Jahre 1965 konnten wir unser Zahlungsbilanzdefizit auf weniger
als die Hälfte des Betrages von 1964 und 1963 reduzieren. Wir haben
einer skeptischen Welt bewiesen, daß ein freiwilliges Programm, das
sich auf die patriotische Mitarbeit der Wirtschaft und der Banken
stützt, Erfolge zeitigen kann.
Wir erzielten 1965 beträchtliche Fortschritte
- trotz der Tatsache, daß unser neues Programm erst zu Ende des
ersten Quartals anlief;
- trotz größerer Verantwortungen und Pflichten in Vietnam;
- trotz eines zeitweiligen Rückgangs unseres Außenhandelsüberschusses;
- trotz der Tatsache, daß die britische Regierung amerikanische
Wertpapiere und andere Guthaben im Werte von mehr als einer halben
Milliarde Dollar flüssig machte.
Die Entwicklung von Kosten und Preisen
Bis vor einem Jahr waren die Kosten und Preise in den USA gegenüber 1958 im wesentlichen unverändert geblieben. Im vergangenen Jahr
wurde diese Entwicklung, vor allem durch ein Ansteigen der Preise für
landwirtschaftliche Erzeugnisse und Lebensmittel, gestört. Aber trotzdem haben wir gegenüber unseren Hauptkonkurrenten in Übersee nicht an
Boden verloren, deren Preise und Kosten im allgemeinen noch stärker
gestiegen sind als unsere.
Einige
- 11 -

�I

Einige international gehandelte Rohstoffe - insbesondere Metalle
und Häute - kosten uns heute mehr. Und höhere Preise für Erdölerzeugnisse und bestimmte Maschinen haben unsere Preis-Indizes ebenfalls
etwas nach oben getrieben.
Aber die Arbeitskosten - das wesentlichste Element in der Kostenstruktur - sind kaum gestiegen, da der Produktivitätszuwachs größtenteils die mäßigen Steigerungen der Arbeitskosten pro Stunde wettmachte.
Auf zahlreichen Sektoren unserer Wirtschaft ist Preisstabilität
immer noch die Regel, und einige wichtige Preise bewegen sich den sinkenden Kosten folgend immer noch nach unten...
Wirtschaftliche Aussichten für 1966
Die Nachfrage wird 1966 weiterhin rasch ansteigen, und die Produktion wird dieser Entwicklung Rechnung tragen. Die Höhe der Investitionsaufwendungen zeigt das starke Vertrauen der Wirtschaft in steigende
Umsätze, zunehmende Gewinne und einen hohen Betriebsstand, die zur weiteren Expansion und Modernisierung anspornen. Die wachsenden Verteidigungsausgaben der Bundesregierung bilden einen gewichtigen neuen Faktor
im Wirtschaftsbild. Aufgrund wachsender Bundesbeihilfen werden die Ausgaben der einzelstaatlichen und Kommunalbehörden weiter zunehmen. Das
steigende Verbrauchereinkommen aus Löhnen, Dividenden, Zinsen, freiberuflicher Arbeit sowie aus der Landwirtschaft wird erneut weitgehend
für Ausgaben zur Verbesserung des Lebensstandards aufgewandt werden.
Diese Faktoren werden 1966 unser Bruttosozialprodukt fast ebenso
stark anwachsen lassen wie im vergangenen Jahr, das einen Rekordzuwachs
von 47 Milliarden Dollar brachte. Für 1966 wird das Bruttosozialprodukt
- mit einem Spielraum von 5 Milliarden Dollar nach oben und nach unten auf 722 Milliarden Dollar veranschlagt. Unter Zugrundelegung dieses Betrages rechnen wir:
- mit zusätzlichen 40 Milliarden Dollar an Ausgaben und Produktion
für den privaten und öffentlichen zivilen Bedarf;
- mit

- 12 -

�- mit einem Absinken der Arbeitslosigkeit unter 4 Prozent und damit unter die Jahresdurchschnitte seit 1953;
- mit einer wesentlichen Ausweitung der Produktionskapazität unserer Industrie;
- mit einer weiteren guten Zunahme der Produktivität; und
- mit einer vollen Ausnutzung unserer Produktionskapazität ohne
irgendwelche Überbeanspruchung oder Anspannung.

Steuer- und Finanzpolitik
Das von mir für 1966 empfohlene Programm des Fiskus zielt auf eine
Vollbeschäftigung ohne Geldentwertung ab. Es ist ein verantwortungsbewußtes Programm. Es trägt der Tatsache Rechnung, daß eine dynamische
private Nachfrage und die erforderlich werdenden Verteidigungsausgaben
das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage aus den Angeln heben
könnten, das unsere Steuer- und Finanzpolitik in den vergangenen Jahren
beharrlich angestrebt und jetzt so wirksam erreicht hat.
Bis zu diesem Jahr verlangte die Wahrung dieses Gleichgewichtes
fiskalische Maßnahmen zur Steigerung der Nachfrage. Jetzt ist ein solcher Anreiz nicht mehr länger angebracht.
Ich habe jedes einzelne Regierungsprogramm überprüft, um Raum für
die Verteidigungserfordernisse zu schaffen. Ich habe weniger dringliche
zivile Programme stark reduziert oder völlig eingestellt. Aber ich bin
nicht gewillt, wie ich dies in meiner Botschaft über die Lage der
Nation angedeutet habe, für unseren Fortschritt in Richtung auf die
Große Gesellschaft ein Moratorium zu erklären. In meinem Haushalt werden 3,2 Milliarden Dollar zusätzlich für unseren Krieg gegen Armut, Unwissenheit und Krankheit bereitgestellt. Einsparungen in anderen Bereichen werden die Ausweitung des Regierungshaushaltes - abgesehen von den
zusätzlichen Aufwendungen für Vietnam - auf lediglich 600 Millionen
Dollar begrenzen...

Unsicherheitsfaktoren

- 13 -

�Unsicherheitsfaktoren
Wir haben die Wirtschaftslage nach bestem Wissen zu ergründen versucht. Dieses Jahr war die Beurteilung ungewöhnlich schwierig. Wenn die
jetzt von mir vorgeschlagenen steuerlichen Maßnahmen im Zusammenwirken
mit dem mäßigenden Einfluß der Währungspolitik die Gesamtnachfrage
nicht in den Grenzen der Produktionskapazität des Landes halten sollten, werde ich nicht zögern, weitere fiskalische Maßnahmen zu beantragen, um die privaten Ausgaben zu bremsen. Genauso wenig werde ich zögern,
um weitere derartige fiskalische Maßnahmen nachzusuchen, wenn zusätzliche Verteidigungserfordernisse dies im Laufe des Jahres notwendig machen sollten. Und ich werde die Gelegenheit zu einer Änderung meines
Budgets begrüßen, falls ein Nachlassen der internationalen Spannungen
geringere Verteidigungsausgaben ermöglichen sollten, als jetzt vorgesehen sind.
Unsere Verteidigungserfordernisse sind groß; aber unser Wirtschaftswachstum ist noch weit stärker. Die an unsere Wirtschaft gestellten Anforderungen sind hoch, aber ihre Produktionskapazität ist enorm. Sicherlich stehen uns Überraschungen bevor, aber unsere Fähigkeit, mit veränderten Umständen fertig zu werden, ist groß und wird immer größer.

Wahrung der Kosten- und Preisstabilität im Jahre 1966
Eines der Probleme der Prosperität, denen wir uns 1966 gegenübersehen, ist die Wahrung der Stabilität von Kosten und Preisen bei Vollbeschäftigung. Die Grundvoraussetzung für eine Stabilität der Preise
ist eine Finanzpolitik der öffentlichen Hand, die verhindert, daß die
Gesamtnachfrage nach Gütern und Dienstleistungen das mögliche Angebot
übersteigt. Aber die Geschichte lehrt, daß noch mehr notwendig ist:
Verantwortungsbewußtsein seitens der Sozialpartner gegenüber den Interessen der Öffentlichkeit bei der Festsetzung von Löhnen und Preisen.
Die kräftige Wirtschaftsentwicklung, die wir für 1966 voraussehen,
wird die Gewerkschaften dazu verlocken, kostensteigende Lohnerhöhungen

- 14 -

�Lohnerhöhungen zu fordern, und die Wirtschaft anreizen, die Preise zu
erhöhen, selbst wenn die Gewinnspannen völlig ausreichend sind. Die
Gewerkschaften müssen sich vor Augen halten, daß zunehmende Beschäftigung und Produktivität die Grundlage für höhere Löhne sind, und die
Unternehmer müssen sich darüber im klaren sein, daß eine expandierende
Wirtschaft die Hauptquelle für einen Gewinnzuwachs bildet. Diese Grundlagen dürfen nicht gefährdet werden.
Die Bundesregierung hat nicht die Vollmacht, Höchstgrenzen für
Löhne und Preise festzusetzen. Aber wenn 200 000 unserer Mitbürger
ihr Leben bei der Verteidigung der Freiheit in Übersee einsetzen, dann
ist es die Pflicht der Regierung, diejenigen, die sich hier in den USA
in Sicherheit der Prosperität erfreuen, dazu aufzufordern, daß sie von
ihrer Freiheit in der Preis- und Lohngestaltung in verantwortungsbewußter Weise Gebrauch machen...

Internationale Wirtschaftspolitik für 1966
Die Zielsetzungen unserer internationalen Wirtschaftspolitik für
1966 sind:
- Unser noch verbliebenes Zahlungsbilanzdefizit zu korrigieren,
damit der Dollar weiterhin stark bleibt;
- auf einen Abbau der Handelsschranken hinzuarbeiten, damit alle
Nationen in den Genuß eines freieren Handels kommen;
- das internationale WährungsSystem zu verbessern, damit dieses
weiterhin eine gesunde und stetige Expansion der Weltwirtschaft zu
fördern vermag;
- gemeinsam mit den übrigen vom Glück begünstigten Nationen an
der Lösung der großen internationalen Aufgabe unseres Zeitalters zu
arbeiten: den Entwicklungsländern, die zur Selbsthilfe bereit sind,
dabei zu helfen, schnellere Fortschritte in Richtung auf ein besseres
Leben in Freiheit zu erzielen.

Zahlungsbilanz

- 15 -

�Zahlungsbilanz
Im Jahre 1965 wurden entscheidende Fortschritte in Richtung auf
einen Abbau unseres Zahlungsbilanzdefizits erzielt. Wenn auch die
1965 erreichten Ergebnisse befriedigend sind, so können wir es uns
nicht leisten, in unseren Anstrengungen nachzulassen. Wir haben noch
keinen Ausgleich unserer Zahlungsbilanz erreicht.
Das Ziel für 1966 ist ein Ausgleich der Zahlungsbilanz. Das setzt
voraus, daß
- die Wirtschaft weiterhin voll und ganz im Rahmen der verbesserten Richtlinien über den Kapitalfluß mitarbeitet, die im Dezember bekanntgegeben wurden;
- die Banken und Finanzinstitute weiterhin so ausgezeichnet mitarbeiten wie im vergangenen Jahr;
- die Wirtschaft in diesem Jahr trotz der hohen Inlandsaufträge
noch mehr Erzeugnisse im Ausland absetzt;
- Wirtschaft und Gewerkschaften Kosten und Preise stabil halten,
damit die Wettbewerbsfähigkeit unserer Güter und Dienstleistungen auf
dem Weltmarkt erhalten bleibt;
- die Regierung mit Nachdruck darauf hinarbeitet, den DollarAbfluß nach dem Ausland im Rahmen ihrer Hilfs- und Verteidigungsprogramme sowie all ihrer sonstigen Tätigkeiten auf ein Minimum einzuschränken;
- der Kongreß das von mir im vergangenen Jahr empfohlene Steuergesetz verabschiedet, um die Investitionsmöglichkeiten für Ausländer
in den Vereinigten Staaten zu verbessern;
- wir unsere Anstrengungen verstärken, unseren eigenen Staatsbürgern wie auch den Ausländern einen Anreiz zu Reisen in den Vereinigten Staaten zu geben.
Ich erteile hiermit Weisung, daß diese Anstrengungen Vorrang erhalten sollen.
Welthandel

- 16 -

�Welthandel

Das Jahr 1966 ist das Jahr, in dem die Welt bei der Liberalisierung
des internationalen Handels einen gewaltigen Schritt vorankommen kann,
wenn

die Kennedy-Runde der Verhandlungen über den Abbau der Handels-

schranken für alle Warenkategorien erfolgreich abgeschlossen wird. Das
daraus resultierende Wachstum des Welthandels und des Welteinkommens
würde allen Ländern, den Entwicklungsländern wie den Industriestaaten,
zugute kommen. Die Vereinigten Staaten werden alles tun, was in ihren
Kräften steht, um wieder sinnvolle Verhandlungen in Gang zu bringen.
Dieses große Projekt der internationalen Zusammenarbeit darf nicht fehlschlagen.
Wir werden unsere Bemühungen zur Verbesserung der Handelschancen
der Entwicklungsländer fortsetzen, indem wir zur Stabilisierung des Rohstoff handeis beitragen, die regionale Integration, wo immer möglich,
fördern, ihnen Zugang zu Märkten bieten und die Exportförderung aktiv
unterstützen.

Reform des internationalen Währungssystems
In dem Maße, in dem wir einen Ausgleich unserer Zahlungsbilanz
erreichen und aufrechterhalten, wird der Dollar nicht mehr länger die
internationalen Währungsreserven erhöhen, wie dies in der Vergangenheit
der Fall war. Wir haben bereits vor langer Zelt gelernt, daß wir uns
nicht allein auf Gold stützen können. Die freie Welt muß nach neuen Liquiditätsquellen zur Unterstützung des ständig zunehmenden internationalen
Handels- und Zahlungsverkehrs suchen, statt immer nur auf Defizite in der
amerikanischen Zahlungsbilanz zu rechnen.
Wir drängen daher gemeinsam mit anderen Nationen darauf, daß
- ein ausreichendes und ordnungsgemäßes Wachstum der internationalen
Währungsreserven sichergestellt,
- der Ausgleich von Überhängen bzw. Fehlbeträgen in Zusammenarbeit
von Überschuß- und Defizitländern verbessert und
- das
- 17 -

�- das Währungssystem, das der Welt in der Vergangenheit so gute
Dienste geleistet hat, gestärkt wird.
Ich hoffe, daß die großen Industriestaaten - und danach die gesamte
Gemeinschaft der freien Nationen - eine Übereinkunft erreichen werden,
die durch einen wohl erwogenen Beschluß der Völkergemeinschaft neue
Reserven schafft, die dem wirtschaftlichen Wohl aller dienen...

Wirtschaftshilfe
Wir haben unsere Auslandshilfepolitik zu einem wirksameren Instrument gemacht, mit dem wir einer der größten Aufgaben in der Geschichte
gegenübertreten können: der Entwicklung der Verarmten, aber erwachenden
und unruhigen zwei Drittel der Welt.
Die Vereinigten Staaten sind bereit, weiterhin jene Länder zu unterstützen, die bewiesen haben, daß sie sich für die Aufgabe einsetzen, ihre
Volkswirtschaften unter freiheitlichen Bedingungen auszuweiten und zu
stärken.
In den vergangenen Jahren habe ich bewußt jede weitere Erhöhung
unserer Auslandshilfe-Anforderung vermieden, während wir gleichzeitig
ein sparsames, aber wirkungsvolles Programm ausarbeiteten, um jedem ausgegebenen Dollar die maximale Wirkung zu verleihen.
Heute sind wir bereit, mit besonderem Nachdruck auf drei Gebieten
vorzugehen, auf denen zu helfen die USA besonders qualifiziert sind:
- auf dem Gebiet der Landwirtschaft, um die Nahrungsmittelproduktion
dort zu fördern, wo sie mit der stark ansteigenden Bevölkerungszahl nicht
Schritt hält;
- auf dem Gebiet des Gesundheitswesens, um Millionen von Menschen
zu helfen, die umfassender zum eigenen wirtschaftlichen Fortschritt beitragen könnten;
- auf dem Gebiet der Erziehung und Ausbildung, um did modernen Erfahrungen zur Verfügung zu stellen, die für die Entwicklung notwendig

- 18 -

�Nach einem kurzen Überblick über die Bemühungen auf dem Gebiet der
städtischen Neuordnung mit ihren sozialpolitischen Auswirkungen und den
Anstrengungen zur Bekämpfung der Verschmutzung von Luft und Gewässern
kommt der Präsident zum Verkehrswesen.

Verkehrswesen
"Den revolutionierenden technischen Neuerungen auf dem Gebiet des
Verkehrswesens während des vergangenen halben Jahrhunderts standen keinerlei entsprechende Fortschritte in unserer einschlägigen Politik oder
im Aufbau unserer Bundesdienststellen gegenüber.
Ich empfehle daher die Schaffung eines Verkehrsministeriums, das
- die umfassenden Bundesförderungsprogramme für Fernverkehrsstraßen, Wasserwege, Flugverkehr und Schiffahrt verwaltet und
- künftig federführend ist für die Ausarbeitung einer neuen, den
heutigen Gegebenheiten entsprechenden Verkehrspolitik...

Sozialpartner - Sicherung der Stellung der Gewerkschaften
Ein starkes und von Verantwortungsbewußtsein getragenes Kollektivverhandlungswesen bildet ein wichtiges Werkzeug einer freien und gesunden Wirtschaft. Um seine Wirksamkeit zu erhöhen und die Politik in Arbeitsfragen gegenüber den Gewerkschaften innerhalb des gesamten Landes
einheitlich zu gestalten, ersuche ich den Kongreß erneut, den Abschnitt
14 (B) des Taft-Hartley-Gesetzes aufzuheben.

Notstände durch Streik
Der jüngste Verkehrsstreik in New York demonstrierte eindeutig unseren Mangel an Handhaben, extreme Störungen des Lebens in einer Stadt
von acht Millionen Menschen auszuschließen.
Ich beabsichtige, den Kongreß darum zu ersuchen, Maßnahmen zu erwägen, die es uns gestatten, ohne die Zuständigkeit der einzelnen Bundesstaaten und der Kommunalbehörden zu sehr zu beeinträchtigen, Streiks

- 19 -

�Streiks wirksam entgegenzutreten, die dem nationalen Interesse nicht
wiedergutzumachenden Schaden zufügen könnten.

Arbeitslosenversicherung
Unser Arbeitslosenversicherungssystem hat mit den Fortschritten
der Wirtschaft nicht Schritt gehalten. Es ist jetzt an der Zeit, es zu
modernisieren, solange die Arbeitslosigkeit niedrig ist und die Kosten
eines verbesserten Versicherungsschutzes leicht aufgefangen werden können. Wir brauchen ein Programm, das für einen größeren Kreis von Arbeitnehmern sowie bei längerer Arbeitslosigkeit realistischere Zuwendungen
vorsieht, das Mißbräuche beseitigt und eine wirksame und verantwortungsbewußte Verwaltung gewährleistet, und das die steuerliche Grundlage
dieses Systems erweitert und seine Finanzierung verbessert. Ich ersuche
den Kongreß um die Verabschiedung eines solchen Programmes.

Faire Arbeitsnormen
Millionen von Arbeitnehmern auf der untersten Stufe unserer Lohnskala genießen noch immer nicht den Schutz der Bundesmindestlohnbestimmungen. Zudem sollten wir diesen Schutz selbst durch Erhöhung der
Mindestlöhne verbessern.
Ich empfehle die Ausdehnung des Gesetzes über faire Arbeitsnormen
auf eine große Zahl weiterer Arbeitnehmer. Bei der Verabschiedung eines
Gesetzes über höhere Mindestlöhne sollte der Kongreß sorgfältig dessen
Auswirkungen auf die unter der Norm liegenden Einkommen, auf die Stabilität von Kosten und Preisen und auf die Verfügbarkeit von Arbeitsmöglichkeiten für solche Arbeitskräfte prüfen.

Reform und Vereinfachung des Steuersystems
Im Hinblick darauf, daß auf fiskalischem Gebiet Zurückhaltung geboten erscheint, kann ich dieses Jahr keine spezifischen - wenn auch
noch so wünschenswerten - gesetzlichen Maßnahmen, wie etwa eine

wesent-

liche Senkung der Nettosteuersätze, empfehlen. Die Gefahr einer Geld-

- 20 -

�Geldentwertung aufgrund der gesteigerten Nachfrage wäre zu groß, und
jede spezifische Steuersenkung zum gegenwärtigen Zeitpunkt würde den
Zeitpunkt hinausschieben, da wir eine wirkliche, allgemeine Senkung
der Steuern vornehmen können.
Obwohl eine Steuersenkung in diesem Jahr nicht möglich ist, besteht doch die Notwendigkeit für die Verbesserung unseres Steuersystems,
der die Aufmerksamkeit der Regierung gilt und die von allen Amerikanern
unterstützt werden sollte.
Unser Hauptziel sollte die Vereinfachung der Steuergesetze sein.
Ein weiteres Ziel wäre eine gerechtere Verteilung der Steuerlast. Die
großen Unterschiede in der Besteuerung von Personen mit etwa gleichen
Einkommen müssen verringert werden. Ferner sollte, sobald eine Steuersenkung erneut möglich wird, der Entlastung jener besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, die mit ihrem Einkommen nahezu am Rande der Armut leben. Und schließlich müssen wir die besonderen Steuervergünstigungen überprüfen..."
Nach Empfehlungen zum Schutz der Spareinlagen kommt der Präsident
zu Maßnahmen zum Schutz des Verbrauchers.

Verbraucherschütz
"Ich habe bereits Wirtschaft und Gewerkschaften aufgerufen, bei
der Erhaltung der Stabilität von Kosten und Preisen zusammenzuarbeiten.
Aber auch der Verbraucher hat die Pflicht, sich preisbewußt zu verhalten.
Um dieser Pflicht nachkommen zu können, muß der Verbraucher Zugang
zu eindeutigen, unverfälschten Informationen über die zum Verkauf angebotenen Erzeugnisse und Dienstleistungen haben. Dadurch wird er in die
Lage versetzt, die am rationellsten arbeitenden Erzeuger und Händler zu
bevorzugen, die ihm den höchsten Gegenwert oder den niedrigsten Preis
bieten.
Wir sollten nicht länger mit der Beseitigung irreführender und
täuschender Verpackungs- und Etikettierungspraktiken warten, die unter

- 21 -

�unter den Verbrauchern nur Verwirrung schaffen. So sollte ein Gesetz
über faire Verpackung und Etikettierung verabschiedet werden...
Schlußfolgerungen
Vor einigen Jahren war viel von dem 'europäischen Wirtschaftswunder' die Rede. Heute spricht man jenseits des Ozeans und überall
in der Welt wieder vom 'amerikanischen Wirtschaftswunder'.
Denn die amerikanische Wirtschaft hat in den vergangenen fünf
Jahren erneut die zuversichtliche Lebenskraft, die innere Dynamik
und die gewaltige Produktivität unter Beweis gestellt, die sie lange
Jahre gekennzeichnet hatten. Wir hatten uns eine Zeitlang auf einem,
wie es uns schien, Plateau des Wohlstandes ausgeruht. Heute können
wir erneut den starken Schwung des Fortschritts verzeichnen - aber
eines neuen, stetigen und ausgewogenen Fortschritts.
Wir haben der Welt erneut bewiesen, was freie Menschen und eine
freie Wirtschaft erreichen können. Die Völker, die um wirtschaftliche
Entwicklung bemüht sind, sehen mit erneutem Interesse, daß freie
Märkte und wirtschaftliche Entscheidungsfreiheit ein gewaltiger Motor
des Fortschritts sein können.
Darüber hinaus erwirbt sich in der Welt ein Amerika neuen Respekt,
das damit befaßt ist, seinen Überfluß zur Verbesserung menschlicher
Lebensumstände einzusetzen - Respekt für ein Volk,
- das gleichzeitig mit der Verteidigung der Freiheit einen Feldzug gegen die Axnut unternimmt;
- das sich darum bemüht, seine Städte großartiger zu gestalten
und die Schönheiten seiner Landschaft zu erhalten;
- das entschlossen ist, jahrhundertealte Schranken des Vorurteils
und der Ungerechtigkeit niederzureißen;
- das entschlossen ist, das Erziehungs- und Bildungsniveau auf
allen Ebenen zu verbessern;
- das

- 22 -

�- das entschlossen ist, bei jedem Vorhaben hervorragende Leistungen zu fördern und zu belohnen;
- das seinen älteren Mitbürgern neue gesundheitliche Betreuungsprogramme und größere soziale Sicherheit bietet;
- das sich erbietet, seinen Überfluß und seine technischen Erfahrungen mit einer bedürftigen Welt zu teilen.
Der neue Elan und Fortschritt Amerikas kann eine Quelle der Befriedigung sein. Und dennoch können wir uns nicht auf den Leistnngen
der Vergangenheit ausruhen. Anhaltende Probleme fordern unsere Entschlossenheit und unseren Einfallsreichtum heraus.
Wahrscheinlich wird unsere ernsthafteste wirtschaftliche Aufgabe
im Jahre 1966 darin bestehen, im wesentlichen die Stabilität der Kosten
und Preise zu wahren, die so entscheidend zu unserem ausgewogenen Fortschritt beigetragen hat.
Ich weiß nicht, welche zusätzlichen Verteidigungslasten die amerikanische

Wirtschaft im Jahre 1966 zu tragen haben wird. Was für Bürden

es auch immer sein mögen, sie werden getragen werden und sie werden
gering sein im Verhältnis zum Wachstum unseres Wohlstandes. Aber in
einer Wirtschaft, die sich der vollen Ausnutzung ihrer Hilfsquellen
nähert, erschweren die neuen Erfordernisse in Vietnam unsere Aufgabe,
die Preisstabilität zu wahren.
Um Sicherungsmaßnahmen gegen die Gefahr eines inflationistischen
Drucks zu treffen, habe ich die amerikanische Bevölkerung aufgefordert, ihre Steuern schneller zu entrichten, und darum ersucht, eine geplante Steuersenkung zu verschieben. Stellt sich heraus, daß weitere
Sicherungen nötig sind, dann sollten wir meiner Überzeugung nach höhere
Steuern erheben, statt eine Geldentwertung zu akzeptieren, die die ungerechteste und unberechenbarste Form der Besteuerung ist.
Wir wissen, daß wir unsere wachsende Wirtschaft weder in eine
Zwangsjacke zu stecken noch auf Gegentouren laufen zu lassen brauchen.
Aber das Ausmaß der fiskalischen oder monetären Zurückhaltung, das zur

- 23 -

�zur Vermeidung inflationistischen Druckes nötig sein wird, wird direkt
von der Zurückhaltung und Mäßigung abhängen, die jene üben, die über
Löhne und Preise bestimmen können.
Ich ersuche erneut jeden Gewerkschaftsführer und jeden Unternehmer,
der im Jahre 1966 Preis- oder Lohnentscheidungen zu treffen hat, sich
immer vor Augen zu halten, daß seine Entscheidungen nicht nur die Löhne
seiner Mitglieder oder die Erträge für seine Aktionäre berühren. Eine
kurzsichtige Verfolgung kurzfristiger Interessen wird, auf längere
Sicht gesehen, weder die Interessen der Gewerkschaften noch die der
Unternehmer fördern, und ganz gewiß nicht die Interessen der Nation.
Ich bin davon überzeugt, daß die überwältigende Mehrheit der privaten Entscheidungen im Jahre 1966 vernünftig und verantwortungsbewußt
sein wird - genauso, wie ich entschlossen bin, dafür zu sorgen, daß die
öffentlichen Entscheidungen in jeder Weise verantwortungsbewußt sein
werden.
Ist dies der Fall, dann wird das amerikanische Wirtschaftswunder
im Jahre 1966 die wichtigste Einzelkraft im wirtschaftlichen Fortschritt
der Menschheit bleiben."

+++++

- 24 -

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I,

S e r v i c e

P o s t f a c h

T• I • x i

Beilage

3 0 0

0 8 - 8 5 4 3 2

XIX - 8

DER VIETNAM-KONFLIKT
NICHT INNERER AUFRUHR SONDERN BEWAFFNETER ANGRIFF VON AUSSEN

Erklärung

die der amerikanische Außenminister, Dean Rusk, am 18. Februar 1966
vor dem Außenpolitischen Ausschuß des Senats abgegeben hat

WASHINGTON - (AD) - Die Erklärung Außenminister Rusks vor dem Außenpolitischen
Senatsausschuß gibt einen zusammenfassenden Überblick über die Hintergründe des
Vietnam-Konflikts und die amerikanischen
Bemühungen um eine politische Lösung.
AMERIKA DIENST übermittelt den Redaktionen
den vollen Text der Erklärung des Außenministers zur Kenntnisnahme und eventuellen
Veröffentlichung im Wortlaut oder in Auszügen.

�DER VIETNAM-KONFLIKT
NICHT INNERER AUFRUHR SONDERN BEWAFFNETER ANGRIFF VON AUSSEN

Der unmittelbare Anlaß zu dieser Informationssitzung ist der Antrag des Präsidenten, für das Amt für Internationale Entwicklung (AID)
einen zusätzlichen Betrag von 415 Millionen Dollar zu bewilligen, von
denen 275 Millionen Dollar für Südvietnam bestimmt sein sollen. Der
Leiter dieses Amtes, David Bell, und ich haben beide bereits zu dem genannten Zusatzantrag ausgesagt. Der Themenkreis dieser Informationssitzung wurde, wie der Vorsitzende dieses Ausschusses betont hat, auf
die sehr umfassenden und weitreichenden Aspekte unserer Interessen und
unseres Engagements in Südostasien ausgedehnt. Ich für meinen

Teil be-

grüße die Gelegenheit, diese wichtigen Fragen hier vor diesem Ausschuß
erörtern zu können.
Nach dem zweiten Weltkrieg, der die Vereinigten Staaten in die
Rolle einer Weltgroßmacht drängte, sahen wir Amerikaner uns vor eine
Reihe von schwierigen Aufgaben und Proben gestellt. Alles in allem haben
wir sie recht gut bestanden. Heute sehen wir uns in Südostasien einer
weiteren Bewährungsprobe gegenüber, die uns erneut Blut und Gut kostet.
Südvietnam liegt weit von den Vereinigten Staaten entfernt, und die
Fragen, die es aufwirft, scheinen weitab von unserem Alltag und unseren
unmittelbaren Interessen zu liegen. Es ist deshalb wichtig, daß wir unsere Mission und unsere Zielsetzungen in jenem weit entfernten Land voll
verstehen - und uns über sie, soweit möglich, einig sind.
Warum sind wir in Vietnam? Sicherlich nicht, nur weil wir über Macht
verfügen und es uns Spaß macht, sie zu gebrauchen. Wir betrachten uns
nicht als Weltpolizisten. Wir streifen nicht in aller Welt umher auf der
Suche nach einem Streit, in den wir eingreifen könnten. Ganz im Gegenteil. Ebensowenig, wie wir der Weltgendarm sind, sind wir der Weltrichter;
das wissen wir selbst. Sollten andere Staaten, Institutionen oder regional«

- 1-

�regionale Organisationen Lösungen für die Streitigkeiten finden können,
die gegenwärtig die Lage beeinträchtigen, so kann uns das nur recht sein.
Wir sind jedoch in Vietnam, weil die dort aufgeworfenen Probleme eng mit
unserer eigenen Sicherheit verflochten sind und weil der Ausgang dieser
Auseinandersetzung den Charakter der Welt, in der wir und unsere Kinder
leben werden, weitgehend beeinflussen kann. Die Lage, der wir uns in Südostasien gegenübersehen, ist offensichtlich vielschichtig; die ihr zugrunde liegenden strittigen Fragen aber sind relativ einfach und tatsächlich grundlegend. Ich bin sicher, daß die Amerikaner, die ein tiefes und
reifes Verständnis für ihre Verantwortung in der Welt besitzen, durchaus
in der Lage sind, das Unterholz dieser Vielschichtigkeit zu durchdringen
und zu den einfachen Grundfragen vorzustoßen, die unsere Interessen im
weitesten Sinne und unsere grundlegenden Zielsetzungen berühren. Ich betrachte es daher als einen Vorzug, diese Probleme heute morgen hier mit
diesem Ausschuß diskutieren, Ihren Rat einholen und gleichzeitig die
Streitfragen, mit denen wir konfrontiert sind, dem Verständnis des amerikanischen Volkes nahebringen zu können.
Ich gehe an diese Aufgabe nicht in der Annahme heran, daß irgend
jemand, wo auch immer, alle Antworten parat habe oder daß alle Weisheit
der Regierung oder dem Staat zuzusprechen sei. Die hier in Rede stehenden
Fragen berühren das Wohl aller Amerikaner, und ich bin überzeugt, daß
sich alle Amerikaner gemäß der Tradition eines freien und unabhängigen
Volkes selbst ihre Meinung bilden werden. Alle diejenigen unter uns, die
im Zusammenhang mit der Führung unserer Außenpolitik besondere Verantwortung tragen, mußten sich schon seit langem ernste und tiefe Gedanken über
diese Probleme machen. Der Präsident, seine Kollegen im Kabinett und der
Kongreß, die unter unserem Verfassungssystem die größte Verantwortung zu
tragen haben, sind zu gewissen Schlußfolgerungen gelangt, die die Grundlage unserer gegenwärtigen Politik abgeben. Hier scheint mir der Hinweis
angebracht, daß diejenigen, die offiziell für die Führung unserer Staatsgeschäfte verantwortlich sind, Entscheidungen zu treffen haben, und daß
sie die Entscheidungen anhand gewisser Alternativen fällen müssen. Niemand
unter uns, die wir der Exekutive und Legislative angehören, wird seiner
Verantwortung nur dadurch genügen, daß er einer Meinung Ausdruck gibt - es

- 2 -

�es wird von uns vielmehr verlangt, darüber zu befinden, was diese Nation
tun und lassen muß, und es wird ferner von uns verlangt, die Konsequenzen
aus diesen unseren Entscheidungen auf uns zu nehmen.
Was sind unsere Weltsicherheitsinteressen, die von dem Kampf in Vietnam berührt werden?
Sie können nicht einfach nur im Zusammenhang mit Südostasien oder
nur im Zusammenhang mit den Ereignissen der letzten Monate gesehen werden.
Wir müssen das Problem in der richtigen Perspektive betrachten. Wir müssen
erkennen, daß das, was wir in Südvietnam zu erreichen trachten, Teil eines
Prozesses ist,der seit langem andauert - eines Prozesses der Verhinderung
der Expansion und Ausweitung der kommunistischen Herrschaft durch die Anwendung von Gewalt gegen die schwächeren Nationen am Rande des kommunistischen Machtbereichs.
So sieht das Problem für uns aus. Auch die Kommunisten selbst sehen
nicht das Problem für sich allein. Sie betrachten den Kampf in Südvietnam
als Teil eines größeren Plans zur ständigen Ausweitung der kommunistischen
Macht durch Gewalt und Bedrohung.
Ich habe im Verlaufe der Befragungen bemerkt, daß Einwände gegen die
Benutzung des Begriffs "kommunistische Aggression" erhoben werden. Es
scheint mir, daß wir uns selbst oder unsere Bevölkerung nicht verwirren
sollten, indem wir unsere Augen vor dem verschließen, was dieser Begriff
wirklich bedeutet. Die Krise, die den Hintergrund der Nachkriegszeit abgibt, hat ihren Angelpunkt in einer großen Auseinandersetzung gerade über
die politische Gestalt der Welt. Noch bevor die Kanonen im zweiten Weltkrieg schwiegen, fanden sich viele Staaten zusammen und berieten lange
und eingehend, wie die Struktur des internationalen Lebens aussehen,
welcher Art die Welt sein sollte, die aufzubauen wir versuchen wollten;
und sie arbeiteten diese Ideen in die Charta der Vereinten Nationen ein.
Diese Charta schafft eine internationale Gesellschaft unabhängiger Staaten,
kleiner und großer, die das Recht auf eine eigene nationale Existenz haben,
die das Recht haben, frei zu sein von Aggression,die frei über ihre Landesgrenzen hinweg im gemeinsamen Interesse zusammenarbeiten und ihre Streitfragen durch friedliche Mittel lösen. Aber die kommunistische Welt ist zu

3 -

�zu ihrer Forderung nach dem zurückgekehrt, was sie als '•Weltrevolution'*
bezeichnet, - einer Welt des Zwanges in direktem Widerspruch zur Charta
der Vereinten Nationen. Es mag innerhalb der kommunistischen Welt Meinungsverschiedenheiten über Methoden und Praktiken und über die Führung
innerhalb der kommunistischen Welt selbst geben, aber allen gemeinsam ist
das Festhalten an der "Weltrevolution" und deren Förderung durch das, was
jene als "Befreiungskriege1* bezeichnen.
Wir stehen also in Vietnam vor etwas, vor dem wir schon bei vielen
Gelegenheiten standen - vor der Notwendigkeit, der Ausweitung der kommunistischen Macht Einhalt zu gebieten, um in einer gefährdeten Welt ein
vernünftiges Maß an Stabilität aufrechtzuerhalten. Diese Stabilität wurde
in den Nachkriegsjahren durch den Mut und die Tapferkeit freier Nationen
bei der Verteidigung der Unantastbarkeit der nach dem Kriege geschlossenen
territorialen Abkommen geschaffen. Und wir haben während der letzten 15
Jahre eine gewisse Stabilität erreicht. Sie darf jetzt nicht aus den
Angeln gehoben werden.
Wie so viele unserer heutigen Probleme, rührt der Kampf in Südvietnam
von den Zusammenbrüchen zweier Weltkriege her. Der zweite Weltkrieg vollendete einen im ersten begonnenen Prozeß. Er zerstörte ein Machtgefüge,
das seit 100 Jahren bestanden hatte. Er setzte neue Kräfte und Energien
frei, die die Landkarten der Welt neu gestaltet haben. Er schwächte nicht
nur die aktiv im Kampf stehenden Nationen, sondern hatte auch weitreichende
Nebenwirkungen. Er unterminierte die Grundlagen der Kolonialsysteme, durch
die eine Handvoll Mächte ein Drittel der Weltbevölkerung kontrollierte.
Und die Stürme des Wandels und des Fortschritts, die während der letzten
20 Jahre so heftig wehten, haben diese Gebilde fast gänzlich beseite gefegt.
In der Zwischenzeit nutzten die kommunistischen Staaten das Durcheinander einer Übergangszeit in dem Bemühen aus, die kommunistische Kontrolle
auf andere Gebiete der Welt auszudehnen.
Die Vereinigten Staaten sahen sich erstmalig den Drohungen und dem
Ehrgeiz der Kommunisten in Europa gegenüber, als eine Nation an den Grenzen
der Sowjetunion nach der anderen aufgrund der Anwesenheit der Roten Armee
unter die Herrschaft Moskaus fiel.
Um

- 4-

�Um dieser Woge Einhalt zu gebieten, schufen die Vereinigten Staaten
den Marshall-Plan mit dem Ziel, die Nationen Westeuropas zu stärken, und
gingen dann daran, mit diesen Nationen über die NATO ein kollektives
Sicherheitssystem aufzubauen. Dank diesem System wurde dem Vordringen der
sowjetischen kommunistischen Macht Einhalt geboten, und die Sowjetunion
paßte ihre Politik dieser Situation immer mehr an.
Aber innerhalb eines Jahres nach der Gründung der NATO übernahmen
die Kommunisten in China die Macht. Dies brachte eine neue und schwere
Bedrohung, insbesondere jener schwachen und jungen Staaten des Fernen
Ostens, die aus Kolonialreichen hervorgegangen waren. Die Probleme in
Asien lagen natürlich anders als Jene in Europa. Aber das Ergebnis war
mehr oder weniger das gleiche: Instabilität, Unsicherheit, und Verwundbarkeit gegenüber dem Stärkeren und dem Aggressor. Westeuropa mit seinen
fest begründeten Staatsformen und traditionellen sozialen Institutionen
erholte sich rasch. Aber einige der jungen Nationen Asiens - insbesondere
jene, die seit einem Jahrhundert oder länger keine Selbstregierung gekannt hatten - standen und stehen noch heute vor einem viel gewaltigeren
Problem.
Die erste Bewährungsprobe in Asien kam in Korea, als die Streitkräfte
der Vereinten Nationen - vor allem Amerikaner - den Vorstoß des kommunistischen Nordkorea zum Stillstand brachten, der durch materielle Hilfe seitens
der Sowjetunion unterstützt wurde. Sie hielten auch die nachfolgende chinesische Armee auf. Sie geboten den kommunistischen Anstrengungen Einhalt,
die gezogene Linie zu verschieben und die kommunistische Kontrolle schließlich auf die gesamte koreanische Halbinsel auszudehnen.
Wir führten den Koreakrieg - der, wie der Kampf in Vietnam, in einem
Tausende von Meilen entfernten Gebiet ausgetragen wurde -, um einen Grundsatz aufrechtzuerhalten, der von entscheidender Bedeutung für die Freiheit und Sicherheit Amerikas ist - den Grundsatz nämlich, daß es der kommunistischen Welt nicht erlaubt werden darf, sich auszudehnen, indem sie die
in und nach dem Kriege getroffenen Arrangements eines nach dem anderen
überrennt - Vorkehrungen, die getroffen worden sind, um die äußersten Grenzen der gewaltsamen kommunistischen Expansion zu markieren.
Noch

5 -

�Noch vor Beendigung des Koreakrieges machten sich die Vereinigten
Staaten unter Präsident Truman daran, die Lage im Pazifik durch einen
Friedensvertrag mit Japan und durch bilaterale Sicherheitsverträge mit
Japan und den Philippinen sowie durch den ANZUS-Pakt mit Australien und
Neuseeland zu festigen und zu konsolidieren. Kaum war der Koreakrieg zu
Ende, da entschloß sich Frankreich, das einen langwierigen Kampf in
Indochina geführt hatte, seine politische Präsenz in Südostasien aufzugeben. Nach kurzen Verhandlungen kam eine Einigung mit den kommunistischen Streitkräften zustande, die die nationalistische Bewegung in ihre
Gewalt bekommen hatten. Das Ergebnis war die Teilung Indochinas in vier
Teile: ein Königreich Kambodscha, ein Königreich Laos und Vietnam, das am
17. Breitengrad zwischen den kommunistischen Kräften im Norden und einer
nichtkommunistischen vietnamesischen Regierung im Süden aufgeteilt wurde.
In der Erkenntnis, daß die Kommunisten ihre Ambitionen nicht aufgegeben hatten, unternahm die amerikanische Regierung unter Präsident Eisenhower Schritte, um die Lage durch weitere Bündnisse zu sichern. Es wurden
zweiseitige Verträge mit der Republik Korea und der Republik China auf
Formosa abgeschlossen. Im Mittleren Osten schloß sich die sogenannte
"nördliche Kette" von Ländern südlich der Sowjetunion im Bagdad-Pakt zusammen, der die heute als CENTO - Zentralpakt-Organisation - bekannte
Einrichtung begründete. Die Vereinigten Staaten traten diesem Bündnis, dem
Großbritannien, die Türkei, Persien und Pakistan angehören, nicht formell
bei. Aber wir sind mit der CENTO eng assoziiert und haben zweiseitige
Militärhilfeabkommen mit ihren regionalen Mitgliedern, die von der Regierung Eisenhower geschlossen wurden.
Um die Nationen Südostasiens zu unterstützen, übernahmen die Vereinigten Staaten die Führung bei der Schaffung einer Allianz, die in einem
Vertrag niedergelegt und durch ein kollektives Sicherheitssystem verstärkt
ist, das als SEATO - Südostasienpakt-Organisation - bekannt ist. In diesem
Bündnis schlössen sich die Vereinigten Staaten mit Großbritannien, Frankreich, Australien, Neuseeland, Thailand, Pakistan und den Philippinen

zu-

sammen, um nicht nur die Sicherheit der Mitgliedstaaten zu garantieren,
sondern auch bestimmten Protokollstaaten und -territorien zu Hilfe zu kommen, wenn diese es wünschten.
Südvietnam
- 6-

�Südvietnam wurde in das Protokoll aufgenommen. Die Vereinigten
Staaten gehören nicht zu den Signataren der Genfer Vereinbarungen von
1954, die Frankreich mit den kommunistischen vietnamesischen Streitkräften, als Vietminh bekannt, getroffen hat. Aber Staatssekretär Walter Bedell Smith erklärte auf Anweisung, daß die Vereinigten Staaten
die Abmachungen nicht antasten und "Jede Erneuerung der Aggression
unter Verletzung der ... Abmachungen mit ernster Besorgnis und als
ernsthafte Bedrohung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit betrachten würden".
Die Erklärung von Staatssekretär Smith war nur eine einseitige
Erklärung; die Vereinigten Staaten gingen jedoch durch ihren Beitritt
zur SEATO eine feierliche vertragliche Verpflichtung von weitreichender
Wirkung ein. Artikel IV Absatz 1 besagt: "Jeder Vertragschließende anerkennt, daß eine Aggression in Form eines bewaffneten Angriffs ... seinen
eigenen Frieden und seine eigene Sicherheit gefährden würde, und verpflichtet sich in diesem Fall zu handeln, um in Übereinstimmung mit seinen verfassungsmäßig vorgeschriebenen Verfahren der gemeinsamen Gefahr
zu begegnen."
Diese fundamentale Verpflichtung im Rahmen der SEATO hat von Anfang
an unsere Handlungen in Südvietnam bestimmt.
Die Sprache dieses Vertrags verdient sorgfältige Beachtung. Er erlegt den Signataren nicht nur für alle gleichermaßen bindende, sondern
auch getrennte Verpflichtungen auf. Die Feststellung, daß ein bewaffneter
Angriff vorliegt, bedarf keiner Kollektiventscheidung, damit die Verpflichtung jedes einzelnen Mitglieds wirksam wird. Der Vertrag verlangt ferner
keine kollektive Entscheidung über die Maßnahmen, die zu ergreifen sind,
um einer gemeinsamen Gefahr zu begegnen. Wenn die Vereinigten Staaten zu
dem Schluß gelangen, es sei ein bewaffneter Angriff gegen irgendeinen
Staat erfolgt, auf den sich der Schutz gemäß diesem Vertrag erstreckt,
dann sind sie verpflichtet "zu handeln, um der gemeinsamen Gefahr zu begegnen", ohne Rücksicht darauf, welcher Ansicht die übrigen Vertragspartner sind oder welche Maßnahmen sie ergreifen.
Die weitreichenden Implikationen dieser Verpflichtung waren auch
diesem Ausschuß klar, als er bei lediglich einer Gegenstimme, der des

- 7-

�des inzwischen verstorbenen Senators Langer, empfahl, der Senat möge der
Ratifizierung dieses Vertrags zustimmen. In dem betreffenden Ausschußbericht heißt es:
"Der Ausschuß verschließt sich nicht den Risiken, die dieser Vertrag
birgt. Er ist sich völlig darüber im klaren, daß die Übernahme dieser zusätzlichen Verpflichtungen die Vereinigten Staaten in weiten Teilen des
Pazifischen Ozeans auf einen Kurs des Handelns festlegt. Diese Risiken
stehen jedoch im Einklang mit unseren Hauptinteressen. Weit größere Gefahren liegen darin, einen möglichen Gegner nicht von vornherein auf das
hinzuweisen, was er von uns zu erwarten hat, und ihn nicht vor irrigen
Auffassungen zu bewahren, die ihn zu einer Fehleinschätzung unserer Absichten verleiten könnten.1*
Aufgrund der Empfehlung des Ausschusses billigte der Senat den Vertrag mit 82:1 Stimmen, wobei die Gegenstimme wiederum von dem verstorbenen Senator Langer abgegeben wurde. Alle Mitglieder dieses hohen Ausschusses, die damals dem Senat angehörten, haben für diesen Vertrag gestimmt.
Unser multilaterales Engagement unter dem SEATO-Pakt wurde durch
eine Reihe bilateraler Verpflichtungen und unmittelbarer Zusicherungen
gegenüber der Regierung Südvietnams erhärtet und erweitert. Am 1. Oktober
1954 richtete Präsident Eisenhower ein Schreiben an Präsident Diem, in
dem er ihm anbot, "die Regierung von Vietnam beim Aufbau und bei der Erhaltung eines starken, lebensfähigen Staatswesens zu unterstützen, das
Versuchen der Subversion oder Aggression mit militärischen Mitteln entgegenzutreten vermag". Im Jahre 1957 gaben Präsident Eisenhower und Präsident Diem eine gemeinsame Erklärung ab, in der sie auf "den umfassenden
Aufbau vietnamesischer kommunistischer Streitkräfte in Nordvietnam*» hinwiesen und in der es hieß:
"Nach Feststellung der Tatsache, daß die Republik Vietnam den Schutz
des Artikels IV des kollektiven Südostasien-Verteidigungsvertrags genießt,
kamen Präsident Eisenhower und Präsident Ngo Dinh Diem überein, daß eine
Aggression oder Subversion, die die politische Unabhängigkeit der Republik Vietnam bedroht, als eine Gefahr für Frieden und Stabilität anzusehen
wäre.**
Am
- 8 -

�Am 2. August 1961 erklärte Präsident Kennedy: "Die Vereinigten Staaten sind entschlossen, dafür Sorge zu tragen, daß die Republik Vietnam
nicht wegen des Fehlens von Unterstützung, die die Vereinigten Staaten zu
leisten vermögen, an die Kommunisten verlorengeht.**
Am 14. Dezember 1961 verwies Präsident Kennedy in einem Schreiben an
Staatspräsident Diem auf die Erklärung, die die Vereinigten Staaten zum
Abschluß der Genfer Konferenz von 1954 abgegeben hatten. Der Präsident
brachte noch einmal zum Ausdruck, daß die Vereinigten Staaten "bereit
sind, der Republik Vietnam zu helfen, ihr Volk zu schützen und ihre Unabhängigkeit zu wahren". Diese Verpflichtung wurde seit jener Zeit mehrfach bekräftigt.
Das also sind die Verpflichtungen, die wir bezüglich des Schutzes
von Südvietnam als Teil des Schutzes unseres "eigenen Friedens und unserer eigenen Sicherheit" übernommen haben. Wir haben amerikanische Streitkräfte zum Kampf in die Dschungel jenes mit Krieg überzogenen Landes gesandt, weil Südvietnam nach dem Wortlaut des SEATO-Paktes Opfer einer
"Aggression in Form eines bewaffneten Angriffs" geworden ist.
Was das Vorliegen und den Charakter dieser Aggression angeht, können
wohl kaum ernsthafte Zweifel bestehen. Dieser Krieg ist ganz eindeutig
ein "bewaffneter Angriff", der von dem Regime in Hanoi zynisch und systematisch gegen das Volk Südvietnams geführt wird.
Das nordvietnamesische Regime ist bewußt darauf aus, die tatsächliche
Problemstellung zu verwirren, indem es seine Aggression als einen inneren
Aufruhr darzustellen sucht. Wir dürfen uns durch dieses Ablenkungsmanöver
nicht täuschen lassen. Wir haben es mit einer vertrauten kommunistischen
Praxis zu tun. Da den Bemühungen der Kommunisten, ihre Macht durch klassische Formen der Gewalt auszudehnen, wie im Fall der Invasion in Korea,
Einhalt geboten wurde, haben sie im Laufe der Jahre die komplizierte
Theorie der sogenannten "nationalen Befreiungskriege" entwickelt, um ihre
Aggressionen zu tarnen.
Ein "nationaler Befreiungskrieg" beruht nach dem kommunistischen
Glossarium auf der Taktik des Terrors und der Sabotage, der Tarnung und
der Subversion. Er erweist sich für sie insofern als nützlich, als er

- 9-

�er einer organisierten und skrupellosen Minderheit vor allem in jenen
Ländern einen Vorteil verschafft, in denen geographische Gegebenheiten
eine

Infiltration im verborgenen begünstigen.
Gleichzeitig haben die Kommunisten noch einen subtileren Grund,

dieser Art der Aggression den Vorzug zu geben. Sie schafft in praktisch
jeder Situation Verwirrung, die sie zu ihrem eigenen Vorteil ausnützen
können.
Dennoch ist das Wesen des Konflikts in Vietnam trotz aller Versuche
der Kommunisten, den Sachverhalt zu verwirren, sehr klar.
Lassen Sie mich kurz die Sachlage darstellen.
Rückblickend kann wohl niemand bezweifeln, daß das Regime in Hanoi
bei der Zustimmung zu den Vereinbarungen von 1954 eindeutig von der Annahme ausging, die Südvietnamesen würden innerhalb relativ kurzer Zeit
unter seine Herrschaft geraten. Der Süden schien mit Schwierigkeiten
überlastet. Seine schier unüberwindlichen Probleme wurden durch die Notwendigkeit erschwert, fast eine Million Nordvietnamesen aufzunehmen, die
nach Abschluß der Vereinbarungen von 1954 das wahre Gesicht des Kommunismus kennengelernt hatten und nach dem Süden geflohen waren. Hinzu kam,
daß der Norden im Süden noch über verborgene Hilfsquellen verfügte. Zur
Zeit des Abschlusses der Vereinbarungen von 1954 erhielten zahlreiche
Kommunisten, die in den Reihen der Vietminh gekämpft hatten, von der LaoDong-Partei in Hanoi die Anweisung, im Süden zu bleiben, ihre Waffen zu
verbergen und sich zu bemühen, den südvietnamesischen Staat auszuhöhlen.
Die diesbezüglichen Anstrengungen waren in den ersten Jahren ziemlich erfolglos. Zum Kummer des Regimes in Hanoi machte Südvietnam trotz der
außerordentlichen Probleme, denen es sich gegenüber sah, erhebliche Fortschritte, während Nordvietnam immer mehr ins Hintertreffen geriet. Infolgedessen mußten die kommunistischen Machthaber in Nordvietnam zu dem Schluß
kommen, es seien noch größere Anstrengungen nötig, sollte die Subversion
in Südvietnam erfolgreich sein.
Während der ersten fünf Jahre nach der Genfer Konferenz schuf Hanoi
eine geheime, politisch-militärische Organisation in Südvietnam, die sich
auf die Kader stützte, die zum Verbleib in Südvietnam aufgefordert worden

- 10 -

�worden waren. Ein Großteil der Tätigkeit dieser Organisation bestand in
der Durchführung von Anschlägen auf ausgewählte führende Zivilpersönlichkeiten in Südvietnam. Von 1957 bis 1959 wurden mehr als tausend Zivilisten
ermordet oder entführt. Allein im Jahre 1960 ermordeten Terroristen.1400
Angehörige örtlicher Behörden und entführten weitere 700, während bewaffnete Guerillakämpfer 2200 Angehörige der Streitkräfte und der Polizei
töteten.
Im September 1960 hielt die Lao-Dong-Partei - die kommunistische
Partei in Nordvietnam - in Hanoi ihren 3. Parteitag ab. Auf diesem Kongreß wurde die Schaffung einer besonderen Gliederung zur Durchführung
subversiver Aktionen in Südvietnam gefordert. Drei Monate später wurde
die Nationale Befreiungsfront als eine politische Fassade für die aktive
Guerillakriegführung geschaffen. Im Jahr 1960 begann das Regime in Hanoi
vollausgebildete Parteiangehörige nach Südvietnam einzuschleusen, die die
Partei zur Zeit der Regelung von 1954 nach Nordvietnam beordert hatte. In
der Zeit nach 1954 hatte man diese Männer in der Kunst der Sabotage und
Subversion unterwiesen. Nunmehr erhielten sie Order, in den Dörfern junge
Menschen mit Gewalt oder durch Überredung zu rekrutieren und Kader zu
bilden, die den Kern für den Aufbau von Guerillaeinheiten abgeben konnten.
Dies alles wurde durch den Rechtsausschuß der Internationalen Überwachungs- und Kontrollkommission dokumentarisch belegt. Jene Körperschaft,
die zur Überwachung der Einhaltung des Waffenstillstands in Vietnam geschaffen worden ist, besteht aus Vertretern Indiens, Polens und Kanadas.
Der Rechtsausschuß berichtete 1962 mit der Gegenstimme der polnischen
Vertretung:
"Es ist erwiesen, daß Munition und andere Nachschubgüter aus der Nordzone in die Südzone in der Absicht verbracht worden sind, feindselige
Aktionen einschließlich bewaffneter Angriffe gegen die Streitkräfte und
die Behörden der Südzone zu unterstützen, zu organisieren und durchzuführen.
Es ist erwiesen, daß die PAVN (d.h. die nordvietnamesische Armee)
gestattet, daß die Nordzone dazu benutzt wird, zu feindseligen Aktionen
in der Südzone, die auf einen Sturz der Behörden im Süden gerichtet sind,
aufzustacheln, diese zu begünstigen und zu unterstützen."

- 11 -

�In dem Dreijahreszeitraum von 1959 bis 1961 hat das nordvietnamesische Regime 10 000 Mann in den Süden eingeschleust. Im Jahre 1962 wurden
weitere 13 000 Personen eingeschleust, und bis Ende 1964 dürften von den
Nordvietnamesen insgesamt über 40 000 bewaffnete und unbewaffnete
Querillakämpfer nach Südvietnam entsandt worden sein.
Vor über einem Jahr begann das Reservoir der Kommunisten an Südvietnamesen, die nach dem Norden gegangen waren, zu versiegen. Seitdem
stellen geborene Nordvietnamesen die Mehrheit der in den Süden eingeschleusten Personen. In jüngerer Zeit begann Hanoi damit, Elemente der
nordvietnamesischen Armee in ständig wachsender Stärke und Zahl einzuschleusen. Heute liegen Beweise dafür vor, daß neun Regimenter der regulären nordvietnamesischen Armee in geschlossenen Verbänden im Süden
kämpfen.
Ich habe diese Fakten - mit denen die meisten von ihnen hinreichend
vertraut sind - noch einmal dargelegt, weil sie mir über jeden Zweifel
hinaus zu beweisen scheinen, daß der Krieg in Vietnam ein Akt äußerer
Aggression ist, genau als hätte das Regime in Hanoi eine Armee über den
17. Breitengrad entsandt, statt bewaffnete Kräfte im verborgenen einzuschleusen. Dieser Punkt ist wichtig, denn er berührt den Kern unseres
eigenen Engagements. Ein erheblicher Teil der bezüglich des Ringens in
Südvietnam herrschenden Verwirrung resultiert aus dem Unvermögen, die
Natur des Konflikts zu begreifen.
Denn wäre der Krieg in Südvietnam - wie es die Kommunisten hinzustellen versuchen - lediglich ein innerer Aufruhr, dann hätten die Vereinigten Staaten keine eigenen Kampftruppen in Südvietnam stehen. Das
vorliegende Beweismaterial führt jedoch eindeutig zu dem Schluß, daß es
sich tatsächlich um etwas gänzlich anderes handelt: um eine systematische Aggression Hanois gegen das Volk von Südvietnam. Es handelt sich
wiederum um das Bestreben eines in der einen Hälfte eines geteilten
Landes bestehenden kommunistischen Regimes, die Bevölkerung der anderen
Hälfte des Landes gegen ihren Willen mit Waffengewalt unter seine Botmäßigkeit zu bringen.
Bis-

- 12 -

�Bisher habe ich das Wesen unserer Verpflichtungen in Südvietnam
und die Gründe, warum wir sie eingegangen sind, darzustellen versucht.
Ich war bemüht, diese Verpflichtungen in den Rahmen unserer umfassenderen Anstrengungen zu stellen, welche darauf gerichtet sind, die Kommunisten an der Zerstörung jener Arrangements zu hindern, die die Grundlage
unserer Sicherheit bilden. Diese Politik wurde gelegentlich als statisch
und steril angegriffen. Man hat behauptet, sie trage den ungeheuren Wandlungsvorgängen in der Welt nicht genügend Rechnung.
Behauptungen dieser Art scheinen mir an dem entscheidenden Punkt
vorbeizugehen. Die von uns verfolgte Politik erstreckt sich auf weit
mehr als nur die Verteidigung des Status quo. Sie zielt darauf ab,
jenen Grad von Sicherheit zu gewährleisten, der notwendig ist, damit sich
Wandel und Fortschritt bei gegenseitigem Einvernehmen und nicht unter
Zwang vollziehen können. Gewiß - und das wird häufig hervorgehoben -,
die Welt steht in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts nicht still. Auf
beiden Seiten des Eisernen Vorhanges sind die Dinge im Fluß. Der Kommunismus ist heute nicht mehr monolithisch; er hat nicht mehr nur ein Gesicht, sondern viele, und das tiefe Schisma zwischen den beiden großen
Machtzentren der kommunistischen Welt - Moskau und Peking - gehört eindeutig zu den bedeutendsten politischen Tatsachen unserer Zeit.
Auch in der Sowjetunion sind bedeutende Wandlungen und Veränderungen
im Gange - und für die Staaten Osteuropas trifft das in vielleicht noch
höherem Maße zu. Diese Wandlungsvorgänge wurden durch unsere Bemühungen
um die Aufrechterhaltung unserer in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg
in Gestalt der Gründung der westlichen Allianz getroffenen Vorkehrungen
nicht beeinträchtigt. Sie wurden durch Entwicklungen im Inneren ausgelöst,
sie finden statt, weil das kommunistische Regime in Moskau erkannt hat,
daß die westliche Allianz die Ausdehnung seines Herrschaftsbereichs durch
Anwendung von Gewalt nicht zulassen kann.
Im Laufe der Zeit wird es vielleicht auch im Fernen Osten zu solchen
Entwicklungen kommen. Peking - und die kommunistischen Länder, die in
seinem Schatten leben - werden einsehen müssen, daß sie die in der Welt
bestehenden Grenzen nicht gewaltsam neu ziehen können.
Es

- 13 -

�Es ist mithin kein statisches Konzept, das wir verfolgen.
Denn im Gegensata zu den Kommunisten glauben wir wirklich an die
soziale Revolution und nicht wie sie an die als Revolution getarnte
Gewalt. Wir glauben an den konstruktiven Wandel und wir ermutigen ihn.
Dies war der Sinn der von Präsident Johnson anläßlich der Honolulu-Konferenz eingeleiteten Initiativen: die südvietnamesische Regierung in
ihren Reformbestrebungen zu unterstützen, damit alte Ungerechtigkeiten
beseitigt werden und alle Menschen ein besseres Leben führen können.
Bei der Erfüllung unserer Verpflichtungen in Südvietnam setzen wir
in erheblichem Umfang militärische Macht ein. Zugleich machen wir Nordvietnam und der Welt klar, daß unsere Streitkräfte für einen begrenzten
und klar definierten Zweck eingesetzt werden.
Was wir in Südvietnam zu erreichen suchen, ist die Schaffung von
Verhältnissen, wie sie die Genfer Vereinbarungen des Jahres 1954 herbeiführen sollten. Mit anderen Worten, wir erstreben die Wiederherstellung
der Integrität des zwischen der französischen Regierung und den unter der
Führung Ho Chi Minh stehenden kommunistischen Kräften getroffenen Übereinkommens - eines Übereinkommens, dem sich außerdem Großbritannien, das
kommunistische China, die Sowjetunion, Laos und Kambodscha angeschlossen
haben. Diese Regelung ist Teil jenes Gefüges von Vereinbarungen, das den
Schlü ssel für die Stabilität in der Welt von heute darstellt.
Unglücklicherweise sind Begrenzung und Charakter unserer Zielsetzungen dem Denken der kommunistischen Welt fremd.
Die Kommunisten können daher vielleicht nur schwer einsehen, daß die
Vereinigten Staaten keinen Gebietszuwachs erstreben; weder in Südvietnam,
noch irgendwo anders in Südostasien. Wir wollen unsere Truppen nicht länger in diesem Gebiet belassen, als dies für die Sicherung der Freiheit des
südvietnamesischen Volkes notwendig ist. Wir wollen keine ständigen Militärstützpunkte und keine Handelsvorteile. Wir verlangen nicht, daß sich
die Regierung von Südvietnam mit uns verbündet oder sich in irgendeiner
Weise an uns gebunden fühlt. Wir wollen nur, daß das südvietnamesische
Volk das Recht und die Möglichkeit hat, seine Zukunft in Freiheit und ohne
Zwang oder Bedrohung selbst zu bestimmen.
Seit

- 14 -

�Seit Monaten tun wir alles, was nur möglich ist, um dem Regime in
Hanoi klarzumachen, daß eine politische Lösung der beste Weg ist. Wäre
dieses Regime bereit, die Aggression gegen den Süden einzustellen, könnte
ein Friedensschluß fast eine Sache von Stunden sein. Käme es dazu, könnten sich die Menschen in Nordvietnam unbehelligt um ihre eigenen Probleme
kümmern. Denn wir wollen nicht das Regime in Hanoi zerschlagen oder das
nordvietnamesische Volk zwingen, eine andere Regierungsform anzunehmen.
Und wir wären - unter friedlichen Verhältnissen - durchaus bereit, das
nordvietnamesische Volk wie andere Völker Südostasiens an der technischen
und wirtschaftlichen Hilfe teilhaben zu lassen, die wir und andere Staaten
diesem Gebiet gewähren.
Das ist die einfache Botschaft, die wir Hanoi durch viele Kanäle zu
übermitteln suchten. Wir haben auf jede mögliche Art versucht, der kommunistischen Welt klarzumachen,wie leicht der Frieden herbeigeführt werden
könnte, wenn Hanoi nur wollte.
Wir haben alle Mittel der Diplomatie ausgeschöpft. Noch niemals*in
der Geschichte

hat man, so viel ich weiß, soviel Mühe - nicht nur seitens

der Vereinigten Staaten, sondern auch auf Seiten vieler anderer Staaten aufgewendet, um einen kostspieligen und gefährlichen Krieg einer politischen Lösung näher zu bringen. Ich weiß, Sie sind generell mit den einschlägigen Tatsachen vertraut.
Aber bisher waren die Stimmen der anderen Seite scharf und negativ.
Das Regime in Hanoi ist nicht willens, auch nur irgendeine der gebotenen
Möglichkeiten zu Verhandlungen wahrzunehmen. Alles, was wir zu hören bekamen, erschöpfte sich in dem andauernden Beharren darauf, nicht zu verhandeln, es sei denn, wir akzeptieren ihre vier Punkte im voraus. Die
vier Punkte in der von Hanoi vorgeschlagenen Form laufen jedoch darauf
hinaus, eben jene Grundsätze preiszugeben, für die wir kämpfen, und die
Bevölkerung Südvietnams gegen ihren Willen der Herrschaft eines kommunistischen Regimes zu überantworten.
Wollen wir die Situation realistisch beurteilen, dürfen wir weder
die Härte der kommunistischen Seite unterschätzen noch die Aussicht auf
eine leichte politische Lösung überschätzen.
Von

- 15 -

�Von Zeit zu Zeit wurde uns vorgeschlagen, eine Konferenz in Genf
anzuregen, die Vermittlerdienste der gemeinsamen Vorsitzenden der damaligen Konferenz in Anspruch zu nehmen, das Problem vor die Vereinten
Nationen zu bringen oder eine Schlichtung durch neutrale Staaten anzustreben.
Wir haben all diese Schritte, in den meisten Fällen wiederholt,
unternommen - ohne Ergebnis.
Es wurde ferner von Regierungen und Einzelpersonen auf beiden
Seiten des Eisernen Vorhangs angedeutet, ein Frieden sei unmöglich, solange amerikanische Flugzeuge Bombenflüge über Nordvietnam ausführen,
Verhandlungen aber wären möglich, wenn die Bombardierung eingestellt
würde.
Auch letzteres taten wir - sogar zweimal. Die jüngste Pause dauerte
- wie man sich in diesem Ausschuß erinnern wird - länger als 37 Tage.
Eine Reaktion blieb auch in diesem Falle aus.
Wir werden natürlich alles tun, was mit unseren nationalen Zielen
vereinbar ist, um eine Lösung auf diplomatischem Wege zu finden. Hinsichtlich der Bedingungen eines ehrenhaften Friedens, wie wir ihn sehen,
gibt es keine Zweifel. Wir haben sie wiederholt erläutert. Erst vor kurzem haben wir sie in Form von 14 Punkten zusammengefaßt:
1. Die Genfer Verträge von 1954 und 1962 sind eine ausreichende Grundlage für den Frieden in Südostasien.
2. Wir würden eine Konferenz über Südostasien oder über einen Teil
davon begrüßen.
3. Wir würden "Verhandlungen ohne Vorbedingungen", wie die 17 Staaten
es definierten, begrüßen.
4. Wir würden bedingungslose Verhandlungen, wie Präsident Johnson es
formulierte, begrüßen.
5. Ein Waffenstillstand könnte der erste Punkt der Tagungsordnung
einer Konferenz oder Gegenstand von Vorverhandlungen sein.
6. Hanois vier Punkte könnten zusammen mit anderen Punkten, die andere Staaten vorzuschlagen wünschen, diskutiert werden.

- 16 -

�7. Wir wollen keine US-Stützpunkte in Südostasien.
8. Wir haben nicht die Absicht, US-Truppen in Südvietnam zu belassen, wenn der Friede gesichert ist.
9. Wir unterstützen freie Wahlen in Südvietnam, die den Südvietnamesen eine Regierung nach eigener Wahl geben können.
10. Die Frage der Wiedervereinigung Vietnams soll Gegenstand der
eigenen freien Entscheidung der Vietnamesen sein.
11. Die Länder Südostasiens können bündnisfrei oder neutral bleiben, wenn sie dies wünschen.
12. Wir würden unsere Hilfsquellen viel lieber für den wirtschaftlichen Aufbau in Südostasien als für den Krieg verwenden. Wenn der Friede
erreicht ist, könnte sich Nordvietnam an einem regionalen Aufbauprogramm
beteiligen, zu dem wir mindestens eine Milliarde Dollar beisteuern wollen.
13. Der Präsident hat erklärt: "Die Vietcong werden keine Schwierigkeiten bezüglich ihrer Vertretung und der Darlegung ihrer Ansichten haben,
sobald und sofern sich Hanoi nur entschließt, die Aggression einzustellen.
Ich halte dies für kein unüberwindliches Problem."
14. Wir haben in aller Öffentlichkeit und in geheimen Gesprächen erklärt, wir könnten als eine Friedensgeste die Bombardierung Nordvietnams
einstellen, obgleich von der Gegenseite keinerlei Hinweis oder Andeutung
vorlag, wie sie darauf reagieren würde.
Diese 14 Punkte wurden öffentlich bekannt gemacht. Unsere Regierung
hat unmißverständlich klargestellt, welche Art Frieden wir zu akzeptieren
bereit sind - einen Frieden, der die Sicherheit Südvietnams garantiert,
einen Frieden, der der bewaffneten Aggression ein Ende setzt, die eine
Verletzung internationaler Abkommen und des Völkerrechts darstellt.
Wir haben diesen unseren Standpunkt der anderen Seite direkt und
durch Vermittler unterbreitet. Welche Haltung nimmt demgegenüber das
Hanoi-Regime ein?
Sowohl Hanoi als auch Peking haben die von uns vorgeschlagenen bedingungslosen Verhandlungen wiederholt abgelehnt. Statt dessen bestehen

- 17 -

�bestehen sie darauf, wir sollten uns noch vor dem Eintritt in irgendwelche Diskussionen mit dem Vier-Punkte-Programm einverstanden erklären.
Die Formulierungen, die sie dabei benutzen, variieren von Mal zu Mal.
Einmal bezeichnen sie die vier Punkte als die "einzige Grundlage", ein
andermal als "die korrekteste Grundlage" für Verhandlungen. Im Endeffekt
läuft es jedoch auf das gleiche hinaus. Sie bestehen darauf, wir sollten
ihre Generallinie akzeptieren und dann mit ihnen lediglich darüber verhandeln, wie diese zu verwirklichen sei. Die Forderung nach einer vorherigen
grundsätzlichen Übereinstimmung ist eine bekannte kommunistische Verhandlungstaktik. Das bedeutet nicht, daß man über die grundlegenden Punkte
frei diskutieren oder sie großzügig interpretieren könnte. Es bedeutet
genau das, was es besagt.
Wir haben diese vier Punkte einer gründlichen Prüfung unterzogen.
Was zeigte sich hierbei?
Der erste Punkt fordert "Anerkennung der fundamentalen nationalen
Rechte des vietnamesischen Volkes: Souveränität, Unabhängigkeit, Einheit
und territoriale Unantastbarkeit". Dieser Punkt fordert ferner den Abzug
der US-Streitkräfte, die Schleifung unserer Militärstützpunkte und die
Lösung unseres Militärbündnisses mit der Regierung von Südvietnam "in
voller Übereinstimmung mit den Genfer Vereinbarungen".
Die Vereinigten Staaten erklären sich bereit, eine Rückkehr zu den
Bestimmungen der Genfer Vereinbarungen zu unterstützen und ihre Truppen
abzuziehen und ihre Militärstützpunkte aufzulösen, sobald die Vereinbarungen von allen Beteiligten eingehalten werden. Wir haben außerdem
erklärt, daß wir ein Militärbündnis mit einem freien Südvietnam weder
erwarten noch fordern werden.
Der zweite Punkt bezieht sich auf die Militärklauseln der Genfer
Vereinbarungen; auch damit könnten wir uns unter den vorgenannten Bedingungen einverstanden erklären.
Der vierte Punkt besagt, die Frage der friedlichen Wiedervereinigung
solle vom vietnamesischen Volk selbst und ohne fremde Einmischung geregelt werden. Auch damit wären wir einverstanden, wenn Einigkeit darüber
bestünde, daß im Norden und im Süden zuerst Bedingungen geschaffen werden
müssen, die die Durchführung wirklich freier Wahlen ermöglichen.

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�Es ist Punkt drei, der die kommunistische Haltung in ihrem Kern enthüllt. Dieser Punkt fordert, daß "die inneren Angelegenheiten Südvietnams
durch das südvietnamesische Volk selbst in Übereinstimmung mit dem Programm
der Nationalen Befreiungsfront geregelt werden müssen".
Um die Bedeutung dieses Punktes zu verstehen, muß man nicht nur prüfen,
was mit dem "Programm der Nationalen Befreiungsfront" gemeint ist, sondern
sich etwas mehr mit dem Charakter der Befreiungsfront selbst sowie mit dem
Zweck befassen, dem sie innerhalb der taktischen Konzeption des nordvietnamesischen Regimes dient.
Wenden wir uns zunächst der Befreiungsfront zu. Sowohl Hanoi als auch
Peking haben immer wieder klargemacht - und andere kommunistische Mächte
haben sich ihnen dabei angeschlossen -, daß Verhandlungen nur möglich sind,
wenn die Vereinigten Staaten die Nationale Befreiungsfront als den "einzigen echten Vertreter des gesamten südvietnamesischen Volkes" anerkennen.
Welche Auswirkungen würde ein Eingehen auf diesen Vorschlag haben,
und warum bestehen die Kommunisten so hartnäckig auf ihn?
Es liegt ganz klar auf der Hand, daß die Nationale Befreiungsfront
genau das ist, was ihr Name impliziert: eine kommunistische Frontorganisation, eine Gliederung, die bewußt die Fiktion stützen soll, daß der
Krieg in Vietnam ein innerer Aufruhr sei. Die Befreiungsfront ist, wie
die Fakten deutlich zeigen, eine Erfindung der kommunistischen Partei
Nordvietnams, die der politischen Verschleierung ihrer Aktivität im Süden
des Landes dient.
Wie ich bereits vorher festgestellt habe, wurde die Befreiungsfront
im Jahre 1960 von der kommunistischen Partei Nordvietnams - der Lao-DongPartei - ins Leben gerufen, und zwar bald nachdem der führende Militär
Nordvietnams, General Giap, verkündet hatte: "Der Norden ist die revolutionäre Basis für das gesamte Land." Die Personen, die zu Führern der
Befreiungsfront ernannt wurden, sind dem vietnamesischen Volk im Norden
wie im Süden weitgehend unbekannt. Zu behaupten, daß sie die Hoffnungen
und Bestrebungen des vietnamesischen Volkes repräsentieren, ist einfach
absurd. Das wesentliche Faktum ist, daß zu keiner Zeit irgendeine Einzelperson von politischer Bedeutung in Südvietnam der Befreiungsfront ange-

- 19 -

�angehört oder sich mit ihren politischen Zielen identifiziert hat. Wenn
es auch unter einigen führenden vietnamesischen Politikern oder Gruppen
verschiedene Ansichten bezüglich der Frage geben mag, wie das Land geführt werden soll, so herrscht unter ihnen doch Einmütigkeit hinsichtlich
der Tatsache, daß die Befreiungsfront nicht für sie spricht.
Im Jahre 1961 suchte Hanoi die Fiktion des lokalen Ursprungs der Befreiungsfront durch Gründung einer scheinbar unabhängigen kommunistischen
Partei als Hauptelement der Befreiungsfront zu stützen. Hanoi schuf aus
dieser Erwägung die Revolutionäre Volkspartei. In einem in Umlauf gebrachten geheimen Schriftstück, das vom 7. Dezember 1961 datiert, wurde
den Parteimitgliedern mitgeteilt: "Die Revolutionäre Volkspartei besitzt
nur den Anschein einer unabhängigen Existenz. Praktisch ist unsere Partei
nichts anderes als die Lao-Dong-Partei Vietnams, geeint vom Norden bis
zum Süden unter dem zentralen Exekutivkomitee der Partei, dessen Chef Präsident Ho ist ... In allen diesbezüglichen Erläuterungen muß dies - vor
allem in Südvietnam - streng geheimgehalten werden,damit der Feind nicht
Kenntnis von unseren Zielen erlangt."
Die Revolutionäre Volkspartei hat die Rolle, die sie innerhalb der
Befreiungsfront spielt, nicht verschleiert. Sie hat sich offen als das
dominierende Element bezeichnet. Am 15. Februar 1961 ging

der Vietcong-

Ausschuß für den Süden sogar noch weiter, als er erklärte, die kommunistische Partei werde zu gegebener Zeit "in aller Öffentlichkeit Schritte
unternehmen, um die Revolution in Südvietnam anzuführen". Mit anderen
Worten, die Kommunisten erklärten ihren Anhängern, daß sie im richtigen
Augenblick die Maske fallenlassen und aus der Tarnung der Nationalen Befreiungsfront heraustreten werden.
Somit verfolgen die Kommunisten ein klares Ziel,wenn sie darauf bestehen, wir sollen die Nationale Befreiungsfront als den einzigen Repräsentanten des südvietnamesischen Volkes anerkennen. Für sie ist das keine
Verfahrensfrage, sondern eine Frage von lebenswichtiger Bedeutung. Sie
beharren auf der Anerkennung der Befreiungsfront als alleinigen Sprecher
für die Bevölkerung Südvietnams durch uns, da die Anerkennung der Befreiungsfront in dieser Eigenschaft praktisch bedeuten würde, daß wir den

- 20 -

�den kommunistischen Standpunkt, der Konflikt sei eine innere Angelegenheit, und damit eine Lösung zu den Bedingungen Hanois akzeptieren - was
wiederum bedeuten würde, daß wir Südvietnam der Kontrolle des kommunistischen Nordens ausliefern.
Trotz dieser klaren Realitäten haben wir hinsichtlich der Befreiungsfront in der Vergangenheit keinen Vernunftsgründen unzugänglichen Standpunkt
eingenommen, und wir tun dies auch heute nicht. Der Präsident hat in seiner Botschaft über die Lage der Nation erklärt, daß 'Vir uns an jedem Konferenztisch einfinden, über jeden Vorschlag sprechen - seien- es vier
Punkte oder vierzehn Punkte oder vierzig Punkte - und die Ansichten jeder
Gruppe in Erwägung ziehen" werden, und das schließt natürlich neben anderen Gruppen auch die Befreiungsfront ein.
Insoweit also, wie die Befreiungsfront als Vertreter einer Gruppe
gelten kann, können die Ansichten dieser Gruppe gehört werden. Die Frage
der Befreiungsfront sollte sich daher, wie Präsident Johnson gesagt hat,
nicht als ein "unüberwindliches Problem" erweisen.
Sie bleibt nur ein Problem, weil Hanoi die Befreiungsfront weiterhin
hartnäckig dazu benutzt, seine eigene Grundkonzeption zu untermauern, daß
die Befreiungsfront die Hoffnungen und Bestrebungen des südvietnamesischen
Volkes repräsentiere - und es daher kontrollieren sollte.
Die Bedeutung dieses Problems tritt klar zutage, wenn man das sogenannte "Programm der Nationalen Befreiungsfront" näher betrachtet, wie es
am 29. Januar 1961 verkündet und mit einer zweiten Veröffentlichung vom
11. Februar des gleichen Jahres revidiert und erweitert wurde. Der erste
Punkt dieses Programms enthüllt die ganze Absicht der Kommunisten. Er
fordert den Sturz der südvietnamesischen Regierung in Saigon und die Errichtung einer Koalitionsregierung, aus der die (jetzige) Regierung in
Saigon gänzlich ausgeschlossen wäre.
Mit anderen Worten, das Regime in Hanoi stellt die folgenden Vorbedingungen auf, denen die Vereinigten Staaten zustimmen müßten, bevor die
Kommunisten an Verhandlungen auch nur dächten:
Erstens, daß die südvietnamesische Regierung gestürzt wird.
Zweitens

- 21 -

�Zweitens, daß die Befreiungsfront, die Kreatur und der Handlanger
Hanois, bei Verhandlungen als einziger Vertreter des südvietnamesischen
Volkes akzeptiert wird.
Drittens, daß Südvietnam der Gewalt einer von den Kommunisten gebildeten Koalitionsregierung unterstellt wird, aus der die südvietnamesische
Regierung ausgeschlossen wäre.
Ich möchte daher mit der Aufzählung bestimmter einfacher Feststellungen schließen, die den Kern des Problems und der amerikanischen Politik in
Südvietnam bilden:
1. Grundtatsache ist, daß eine Aggression in Form eines bewaffneten
Angriffs Nordvietnams auf Südvietnam stattfindet.
2. Die Vereinigten Staaten sind verpflichtet, Südvietnam bei der Abwehr dieser Aggression zu helfen.
3. Unsere Verpflichtungen in Südvietnam wurden nicht isoliert von anderen übernommen, sondern sind Teil unserer systematischen Bestrebungen
der Nachkriegszeit, einen stabilen Frieden zu gewährleisten.
4. Die Südostf»sierürihra^t hat weltweite Auswirkungen, müssen wir doch
klarstellen, daß die Vereinigten Staaten ihr Wort halten, wo immer sie es
gegeben haben.
5. Kein Land ist am Frieden in Südostasien oder sonstwo mehr interessiert als die Vereinigten Staaten. Wenn der bewaffnete Angriff gegen
Südvietnam eingestellt wird, kann es rasch Frieden geben. Jede Verbindung
und jede Möglichkeit zu Kontakten, Gesprächen oder Verhandlungen wird
offengehalten werden, damit wir keine Friedenschance übersehen.

+ ++++

- 22 -

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WELTHANDELSPOLITIK UND DEUTSCH-AMERIKANISCHE BEZIEHUNGEN

Ansprache
Sr. Exzellenz, des Stellv. Sonderbeauftragten des
US-Präsidenten für Handelsverhandlungen,

BOTSCHAFTER

Beilage

W. MICHAEL BLUMENTHAL

gehalten am 16. März 1966 zu Bonn
vor der Carl Schurz Gesellschaft in Deutschland e.V.

A

�WELTHANDELSPOLITIK UND DEUTSCH-AMERIKANISCHE BEZIEHUNGEN
Von Botschafter W. Michael Blumenthal
Der Welthandel hringt nicht nur wirtschaftliche Vorteile mit sich,
er trägt auch zu besserem gegenseitigen Verstehen und besserer Zusammenarbeit bei. Diese Feststellung gilt ebenso für den Austausch von
Menschen wie von Gütern. Die Carl Schurz Gesellschaft ist Ausdruck dieses gegenseitigen Verständnisses und der gegenseitigen Annäherung, die
ein Mann zwischen zwei großen Nationen zu schaffen in der Lage war. Carl
Schurz hat dazu beigetragen, ein andauerndes Interesse an deutscher
Sprache und Literatur im Mittelwesten der Vereinigten Staaten zu entfachen; seine liberalen Grundsätze haben auch unseren öffentlichen Dienst
mitgeprägt; sein Mut und seine Tapferkeit kamen der amerikanischen Demokratie genauso zugute, wie sie der Sache der Demokratie in Deutschland
zum Vorteil gereicht hatten.
Sowohl als Führer von Menschen als auch als Vorkämpfer eines freien
Gedankenaustausches hat Carl Schurz das geistige Klima seiner Zeit beeinflußt. Deutsche und Amerikaner haben gleichermaßen von seiner Arbeit
profitiert. Heute nun sind wir gemeinsam um die Vollendung eines anderen
großen Werkes bemüht, das nicht nur unseren beiden Ländern zum Vorteil
gereichen kann, sondern allen Völkern. Es geht hierbei mehr um den Austausch von Gütern als Ideen. Aber aus diesem Güteraustausch resultiert
letztlich auch ein besseres gegenseitiges Verständnis für die Interessen
und Bedürfnisse des anderen. Ich meine damit natürlich unsere gemeinsamen Bemühungen, die laufenden Handelsverhandlungen in Genf erfolgreich
zu Ende zu führen.
Für die Vorteile, die sich aus einem lebhaften und wachsenden Güteraustausch ergeben, liefert der deutsch-amerikanische Handel ein gutes
Beispiel. Seit 1950 hat sich der bilaterale Güteraustausch verfünffacht,
und der jährliche Handel in beiden Richtungen beläuft sich gegenwärtig,

- 1 -

�gegenwärtig, bei einem fast ausgeglichenen Verhältnis, auf 1,3 Milliarden Dollar. Im Jahre 1965 erhöhten sich allein die deutschen Einfuhren
aus den Vereinigten Staaten um vierzehn Prozent, während die Ausfuhren
nach den USA im gleichen Zeitraum um zwanzig Prozent anstiegen. Unser
Handel umfaßt praktisch das gesamte Warenspektrum: Fleisch, Getreide,
Chemikalien, Automobile, Eisen und Stahl, Maschinen, Textilien, Papier.
Die Bundesrepublik Deutschland profitiert von den niedrigen Produktionskosten im amerikanischen Maisgürtel, und etwa 350 000 Amerikaner erwerben jährlich jenes Symbol deutscher Wertarbeit und Zuverlässigkeit: den
Volkswagen.
Man kann den Handel jedoch nicht allein unter bilateralen Gesichtspunkten betrachten. Ein Dichter sagte einmal: "Wie das Blut, so muß auch
der Handel den ganzen Kreislauf durchfließen." Weniger poetisch, dafür
aber praxisnah ausgedrückt, heißt das, daß nur der multilaterale, alle
Länder und alle Produkte umschließende Güteraustausch optimal die Vorteile ausschöpfen kann, die der Welthandel bietet. Die Bundesrepublik
Deutschland zum Beispiel importiert aus den Partnerländern des Gemeinsamen Marktes für rund eine halbe Milliarde Dollar Waren mehr, als sie
dorthin exportiert. Das hier entstehende Außenhandelsdefizit wird durch
den Handel mit anderen Ländern ausgeglichen - so durch den Güteraustausch
mit den EFTA-Ländern, der der Bundesrepublik Deutschland einen Überschuß
von 1,5 Milliarden Dollar erbringt. Die Vereinigten Staaten weisen im
Handel mit der EWG bei den Fertigwaren einen geringen Passivsaldo auf,
erzielen aber im Agrarexport einen gesunden Überschuß. Die beiden größten
Exportmärkte der USA sind Kanada und Japan. Für die Bundesrepublik
Deutschland sind es die EFTA-Länder, in die 43 Prozent der deutschen Exporte in Drittländer gehen, was wertmäßig etwa dem Vierfachen der deutschen USA-Exporte entspricht.
Handelsstruktur und Absatzmöglichkeiten sind in allen Ländern verschieden. Alte Handelsbeziehungen sind nicht nur einer steten Wandlung
unterworfen, aus ihnen entwickeln sich auch ständig neue. Es ist diese
wechselseitige Abhängigkeit im Handel der Länder untereinander, die
Nutzen und Möglichkeiten des freien Welthandelssystems begründen.
Zur

- 2 -

�Zur Zeit unternehmen wir die bedeutendste Anstrengung, die je zum
Abbau von Handelsschranken gemacht wurde: die Kennedy-Runde, die im
Rahmen des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens - GATT - durchgeführt
wird. In ihrem Umfang weltweit, umschließt sie eine breite Skala von
Handelsinteressen - einige davon zueinander in Widerspruch stehend, die
meisten jedoch einander ergänzend. Die einzige praktikable Basis für
den Abschluß eines Abkommens ist in Anbetracht solch verschiedenartiger
Verhältnisse ein genereller, sich auf alle Erzeugnisse erstreckender
Abbau von Handelsschranken durch alle bedeutenden handeltreibenden Länder. Es geht uns in der Kennedy-Runde in der Tat darum, alle bestehenden Zollschranken um die Hälfte zu reduzieren und eine ganze Anzahl anderer Hindernisse für Welthandelsgüter teilweise oder ganz aus dem Wege
zu räumen. Dies ist ein ehrgeiziges Ziel, aber die sich für den Welthandel daraus ergebenden Vorteile allein schon rechtfertigen diese Anstrengung.
Es steht in der Kennedy-Runde jedoch mehr auf dem Spiel als vermehrte Exportmöglichkeiten. Der Erfolg oder Mißerfolg dieser Verhandlungen wird ohne Zweifel den künftigen Verlauf der Handelsbeziehungen bestimmen. Der Ausgang wird mit Sicherheit auch die Einstellung der USA
zur Frage der multilateralen Liberalisierung des Handels beeinflussen.
Ebenso wird der Ausgang allen Ländern die Bedeutung des Artikels 110 der
Römischen Verträge vor Augen führen, in dem die Absicht der Gemeinschaft
bekundet wurde, auf eine harmonische Entwicklung des Welthandels und auf
einen Abbau der Zollschranken hinzuarbeiten. Desgleichen wird der Ausgang
entweder zu einer Harmonisierung der Handelspolitik hinsichtlich landwirtschaftlicher Rohprodukte führen oder aber auf dem Weltmarkt eine
neue Welle engstirniger und auf Kosten anderer verfochtener Selbstinteressen hervorbringen. Und schließlich wird der Ausgang entweder die Entwicklungsländer von unseren Absichten, ihre Exporte zu fördern, wirklich
überzeugen oder aber große Enttäuschungen und Verzweiflung hervorrufen.
Die Kennedy-Runde tritt jetzt aus einer Phase der Ungewißheit und
der Skepsis heraus. Die Verhandlungsflaute, die zu einem guten Teil aus
den inneren Problemen des Gemeinsamen Marktes resultierte, läßt sich mit
den Worten eines frühen amerikanischen Patrioten umschreiben, der von

- 3-

�von den Zeiten sprach, "in denen die menschliche Seele auf eine Probe
gestellt wird".
Diese Zeiten sind vorüber. Das entscheidungsbefugte Gremium der
Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft ist wieder arbeitsfähig. Für die
Kennedy-Runde bedeutet das erneute Aktivität mit dem Ziel einer baldigen und für alle Beteiligten erfolgreichen Beendigung der Verhandlungen. Und daher erscheint eine Bestandsaufnahme in der derzeitigen
Situation angebracht. Wir sitzen bereits drei Jahre am Verhandlungstisch. Was haben wir bisher erreicht? Welche Problemkomplexe liegen
noch vor uns?
Was wir vor allem erreicht haben, ist eine klare Kenntnis der
diesbezüglichen Tatsachen - das Wissen um die Handelsinteressen und
Schutzsysteme in allen an den Verhandlungen teilnehmenden Ländern.
Wir haben alle Aspekte der tarifären und nichttarifären Handelsschranken sorgfältig überprüft. Keiner kann behaupten, wir würden überhastet
und schlecht vorbereitet in die entscheidende Phase der Kennedy-Runde
gehen. Die technische Arbeit ist abgeschlossen, und wir sind jetzt
darauf vorbereitet, die notwendigen Entscheidungen, die zum Abschluß
der Verhandlungen erforderlich sind, zu treffen.
Ganz konkret gesprochen: Wir haben weitreichende Angebote für
Industriegüter gemacht, und zwar auf der Basis einer generellen 50prozentigen Senkung der Zölle. Die Ausnahmen von dieser Regelung wurden
auf ein absolutes Minimum beschränkt. Wir hoffen, diese Ausnahmen im
Laufe der restlichen Verhandlungen zahlenmäßig noch weiter zu reduzieren.
Auf der anderen Seite haben wir auf dem Agrarsektor bislang nur
wenig erreicht. Die Arbeit ist hier weit hinter den allgemeinen Fortschritten der Verhandlungen zurückgeblieben. Vieles bleibt noch zu tun.
Konzentrierte Anstrengungen in der Absicht, rechtzeitige Entscheidungen
auf dem Agrarsektor zu erreichen, sind von großer Bedeutung, wenn ein
einigermaßen ausgewogenes Rahmenabkommen erzielt werden soll.
Schließlich waren die Verhandlungen mit den Entwicklungsländern
besonders lohnend. Diesen Ländern geht es in der Kennedy-Runde um lebens-

- 4 -

�lebenswichtige Einsätze. Die Ausweitung der Exporte ist für jene
freien, aber unterentwickelten Länder von entscheidender Bedeutung,
die nach den Worten des verstorbenen Präsidenten Kennedy ständig
"zwischen anhaltendem wirtschaftlichem Wachstum und wirtschaftlichem
Chaos schweben".
Die Vereinigten Staaten haben mit mehr als zwanzig teilnehmenden
Entwicklungsländern ausgiebige Verhandlungen geführt. Unsere Importe
aus diesen Ländern belaufen sich auf 2,1 Milliarden Dollar. Hiervon
werden bereits Waren im Wert von 1,3 Milliarden Dollar zollfrei in
die Vereinigten Staaten eingeführt. Bei den zollpflichtigen Einfuhren
in Höhe von 800 Millionen Dollar haben wir bisher eine generelle 50prozentige Senkung der Zölle auf rund 600 Millionen Dollar oder 75 Prozent
der Gesamtstimme angeboten. Dazu gehört auch das Angebot, die Zölle für
bestimmte, hauptsächlich aus tropischen Ländern importierte Produkte
ganz zu beseitigen. Wir hoffen, unser Angebot in den nächsten Monaten
noch verbessern zu können. Dies ist ein wesentlicher Erfolg, der große
handelspolitische Bedeutung für den Export dieser Länder besitzt. Er
kann als konkreter Beweis dafür angesehen werden, daß die Kennedy-Runde
diesen um ihre Existenz kämpfenden Nationen Afrikas, Asiens und Lateinamerikas etwas zu bieten hat.
Aber unsere Erfolge hängen weiter von der Lösung der noch vor uns
liegenden Probleme ab. Es gibt sicherlich noch viele Probleme, die gelöst werden müssen, wenn auch einige Grundfragen weiterhin den Kern
unserer Gespräche bilden. Ein klares Verständnis dieser Probleme und
der Wille, sich objektiv mit ihnen auseinanderzusetzen, können den Ausschlag über Erfolg oder Mißerfolg dieser Verhandlungen geben. Daher
möchte ich heute abend einigen dieser Kernfragen besondere Aufmerksamkeit schenken.

II

- 5 -

�II
Auf dem industriellen Sektor sieht die Kennedy-Runde eine 50prozentige Senkung der Zölle für alle Produkte vor. Dieses lineare Zollsenkungsverfahren ist logisch und in sich ausgewogen. Es wird innerhalb des Gemeinsamen Marktes angewendet und wurde früher von der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft als Verfahren für multilaterale Zollsenkungen vorgeschlagen. Wie hoch der gegenwärtige Schutz auch sein mag, durch die
Kennedy-Runde wird er halbiert. Gleichgültig, wie hoch das Durchschnittsniveau in einem einzelnen Land ist. Je höher der Durchschnittszoll, desto
größer die voraussichtliche Senkung des Importpreises.
Es ist daher störend, daß die Durchschnittszollsätze gelegentlich
in die Diskussion über die Erreichung eines Ausgleichs der Handelsvorteile gebracht wurden. Dies ist deshalb besonders störend, weil - von den
ungewöhnlich niedrigen Zollsätzen in einigen kleineren EFTA-Ländern abgesehen - kein bedeutender Unterschied im durchschnittlichen Schutzzollniveau zwischen den wichtigsten westlichen Handelsnationen besteht.
Eine prominente deutsche Autorität in Handelsfragen wies mich kürzlich auf eine statistische Untersuchung über Durchschnittszölle hin, aus
der hervorging, daß die amerikanischen Zölle etwas höher sind als die
Gemeinsamen Außenzölle der EWG. Er fragte sich, ob sich auf Grund des
Verfahrens einer generellen 50prozentigen Senkung hieraus nicht ungleiche
Konzessionen ergäben. Als wir dieser Frage nachgingen, stellten wir, je
nach der Berechnungsmethode, zumindest fünf verschiedene durchschnittliche Zollsätze fest. Ich möchte Ihnen dafür einige Beispiele geben: Der
einfache Durchschnitt aller Zolltarife stellt sich sowohl für die Vereinigten Staaten als auch für die EWG auf rund vierzehn Prozent. Bei
Industrieprodukten liegen die Vereinigten Staaten um zwei Punkte höher,
bei den landwirtschaftlichen Produkten die EWG um rund neun Punkte.
Gemessen an den Gesamtimporten belaufen sich die durchschnittlichen EWGTarife auf 8,3 Prozent, die der USA auf 7,6 Prozent; klammert man aber
die landwirtschaftlichen Importe aus, so liegt der amerikanische Zollsatz wieder um zwei Punkte höher. Das Mittel der Zollsätze liegt noch

- 6 -

�noch näher beieinander, nämlich bei etwa dreizehn Prozent, wobei der
mittlere Satz der Vereinigten Staaten in allen Fällen geringfügig
unter dem der EWG liegt.
Welches ist nun die beste oder gerechteste Bemessungsgrundlage?
Es gibt weder eine "beste11 Methode, noch gibt es eine schlüssige Antwort auf die Frage der relativen Zollsätze. Der vielleicht umfassendste
Versuch, die relativen Zollsätze der EWG und der USA zu ermitteln, ist
von dem unabhängigen "Ausschuß für Wirtschaftliche Entwicklung" in einer
Studie unternommen worden, die den Titel trägt "HandelsvertragsVerhandlungen für eine bessere freie Weltwirtschaft". Die wichtigste Feststellung
dieser Untersuchung, der ich gern zustimme, ist, daß eine weitgehende
Übereinstimmung der beiden Zollsysteme besteht und daß'Wen Differenzen in
den errechneten durchschnittlichen Zollsätzen der USA und der EWG relativ
geringe Bedeutung beigemessen werden sollte".
Ich glaube, daß mein deutscher Freund und ich letztlich zu der gleichen Ansicht kamen. Die Diskussion über die durchschnittlichen Zollsätze
kann zwangsläufig keine allgemeingültigen Schlußfolgerungen erbringen.
Sie kann nur dazu beitragen, das eigentliche Ziel der Kennedy-Runde zu
verschleiern: den umfassenden und gleichmäßigen Abbau aller dem Handel
im Wege stehenden Hindernisse.
Obwohl im Grunde ganz anders geartet, steht auch die Frage der Zolldisparitäten für einzelne Waren in Beziehung zu den durchschnittlichen
Zollsätzen. In dem einstimmig gefaßten Ministeratsbeschluß vom Mai 1963
ist anerkannt worden, daß in solchen Fällen, wo große Diskrepanzen in
den Zollsätzen für eine spezielle Ware den Handel erheblich beeinflussen,
Sonderbestimmungen generell und automatisch für Zollsenkungen in Anwendung gebracht werden sollen.
Leider ist bisher noch keine Übereinstimmung über das Verfahren zur
Feststellung von Disparitäten erreicht worden. Die Schwierigkeit besteht
häufig darin, daß die Handelsauswirkungen einer Disparitätsklausel in
erster Linie von Drittländern verspürt werden. Zwischen den Zollsätzen
der Vereinigten Staaten und der EWG mag eine größere Spanne bestehen,
aber wenn es um den Handel hauptsächlich zwischen der EWG und der EFTA

�EFTA geht, so wirkt sich eine Disparitätsregel eher hemmend auf den
intereuropäischen als auf den amerikanischen Handel aus.
Zur Begründung einer nach der Disparitätenregelung wird die

An-

nahme angeführt, daß in hohen Zollsätzen ein übermäßiger Schutz enthalten ist, und daß die 50prozentige Senkung eines hohen Zollsatzes
weniger bedeutungsvoll sein würde als die 50prozentige Senkung eines
niedrigen. Aber dies ist nicht unbedingt der Fall. Für Erzeugnisse wie
Automobile, landwirtschaftliche Maschinen und für einige Spezial-Papiererzeugnisse sind die Zölle des Gemeinsamen Marktes wesentlich höher
als die der USA; aber dies bedeutet nicht, daß eine 50prozentige Senkung
der EWG-Zölle nicht von handelspolitischer Bedeutung wäre. In ähnlicher
Weise lassen viele der hohen amerikanischen Zölle bereits jetzt wesentliche Importe zu, und eine 50prozentige Senkung könnte von gleichem,
wenn nicht noch größerem Handelswert sein, als entsprechende Senkungen
bei niedrigen Zöllen im Ausland.
Bisher ist die EWG der einzige Teilnehmer, der seine Absicht bekanntgegeben hat, sich der Disparitäten zu bedienen, obwohl alle Länder
begreiflicherweise das gleiche tun könnten. Einige EFTA-Länder, deren
Zölle allgemein recht niedrig sind, könnten tatsächlich den überwiegenden Teil ihrer Importe, deren größter Teil aus den EWG-Ländern stammt,
der Disparitätenregelung unterwerfen.
Die Vereinigten Staaten haben die Gefahr einer Ausweitung der Disparitätenregelung erkannt und sich erneut zu ihrer Einstellung bekannt,
sie auf solche Fälle zu begrenzen, die eindeutig einen bedeutenden
Handelseffekt haben. Wir haben ebenso immer wieder auf die Grundtatsache verwiesen, daß eine generelle 50prozentige Zollsenkung alle Disparitäten automatisch um die Hälfte vermindert.
Die Disparitätenfrage bleibt ein Problemkreis der Verhandlungen.
Sie kann zu einer gefährlichen Aufweichung der grundlegenden Reziprozitätsbasis führen, die in der 50-Prozent Linearregel enthalten ist. Wenn
diese Frage doch in einer vernünftigen Art angegangen wird und man sich
auf solche Fälle beschränkt, die einen bedeutenden Handelseffekt haben,
kann und wird sie hoffentlich erfolgreich gelöst werden.
Aus

- 8 -

�Aus all den eben angeführten Gründen bietet sich die lineare Zollsenkung als die beste Grundregel für ein umfassendes und bedeutendes
Abkommen im Rahmen der Kennedy-Runde an. Wegen der weitgehenden Übereinstimmungen im Gesamtzollniveau können wir die Durchschnittstarife als
zusätzliche Komplikation ignorieren. Zolldisparitäten müssen andererseits
auf Fälle mit konkreter handelspolitischer Bedeutung beschränkt werden.
Innerhalb dieses Rahmenwerkes wird eine allgemeine 50prozentige Senkung
aller Zölle wesentliche und ausgewogene Exportmöglichkeiten für jeden
Verhandlungsteilnehmer schaffen.
Ein anderes kritisches Problem der Kennedy-Runde bildet der ChemieSektor. Einige unserer Verhandlungspartner - insbesondere die wichtigen
europäischen Exportländer von Chemikalien - bestehen darauf, daß die
Vereinigten Staaten etwas bezüglich des sogenannten American Selling
Price System - der Zollfestsetzung - kurz ASP genannt - unternehmen. Die
Frage des amerikanischen Verkaufspreises steht insbesondere in Beziehung
zum Umfang des Einfuhrschutzes, den es gewissen Sektoren der amerikanischen chemischen Industrie gewährt. Ich möchte zwei allgemeine Feststellungen zu dieser Frage treffen, die, wie wir wissen, für eine Anzahl
Länder von erheblichem Interesse ist.
Erstens: Handelsvertragsverhandlungen sind Prozesse des Aushandelns,
in denen die Teilnehmer vergleichbare Konzessionen machen müssen; das heißt,
sie haben gleiche Anstrengungen zu unternehmen und gleichwertige Konzessionen zu bieten, die in ihrer Gesamtheit letztlich das Abkommen ausmachen. Das ist das, was wir im weitesten Sinne des Wortes unter Reziprozität verstehen. Damit die Vereinigten Staaten in der Lage sind, Konzessionen beim American Selling Price zu machen, müßten wir Konzessionen
vergleichbaren Wertes von den anderen interessierten Ländern erhalten.
Weder von den Vereinigten Staaten noch von der EWG, noch von irgendeinem
anderen Teilnehmer werden oder können einseitige Konzessionen verlangt
werden.
Die Vereinigten Staaten sind bereit, im Rahmen der Kennedy-Runde über
den ASP zu verhandeln. Aber Konzessionen in dieser Hinsicht können nur in
die Schlußvereinbarungen eingearbeitet werden, wenn die Vereinigten Staaten

- 9-

�Staaten dafür den vollen Gegenwert erhalten. Zum Teil muß diese Gegenleistung auf dem Chemie-Sektor liegen. Die amerikanische chemische
Industrie kann mit unbestreitbarem Recht verlangen, daß sie, wenn sie
um Konzessionen auf dem Gebiet des ASP ersucht wird, im Austausch dafür
verbesserte Exportmöglichkeiten erhält. Zum Teil könnten die Gegenleistungen auf dem Gebiet des American Selling Price Systems auch durch
Konzessionen auf dem Sektor der nichttarifären Handelsschranken kompensiert werden. In der Kennedy-Runde führen wir tatsächlich Besprechungen
über eine Anzahl sogenannter nichttarifärer Handelsschranken, deren
Abbau oder Aufhebung auf der Basis der Gegenseitigkeit - ich betone
Gegenseitigkeit - wir in diesen Verhandlungen zu bewerkstelligen hoffen.
Wir diskutieren auch über eine einheitliche Kodifizierung des Begriffs
internationales Dumping. Die Vereinigten Staaten haben speziell Forderungen nach größeren Exportmöglichkeiten für amerikanische Kohle angemeldet sowie die Beseitigung der diskriminierenden Auswirkungen der
europäischen Automobilsteuer auf in Amerika hergestellte Kraftwagen verlangt. In diesem Verhandlungsrahmen könnten und sollten die Schwierigkeiten des ASP-Systems - auch soweit sie über den direkten Zollschutz
hinausgehen, den es bietet - besprochen werden.
Meine zweite Feststellung zum ASP ist, daß die Bedeutung des amerikanischen Verkaufspreissystems nur an Hand von Tatsachen voll ermessen
werden kann. Was sind nun aber diese Tatsachen? Ein sehr wesentliches
Faktum besteht darin, daß nur ein Teil der amerikanischen chemischen
Industrie - kein großer Teil - durch das ASP-System geschützt wird. Betroffen sind im wesentlichen die Importe von Benzolverbindungen und gewissen daraus hergestellten Produkten. Ich sehe ein, daß das ASP-System
für die Hersteller dieser speziellen Erzeugnisse von Bedeutung sein kann.
Aber wir wissen auch, daß der größte Teil der chemischen Produktion und
auch des Handels mit chemischen Stoffen in den USA und in anderen Ländern
Erzeugnisse umfaßt, die nicht vom ASP-System berührt werden. Hinzu kommt
noch, daß der durch das ASP-System gewährte Schutz in seinem Umfang sorgfältig und objektiv ermittelt werden muß. Die amerikanische Zcllkommissiou
hat eine solche Erhebung durchgeführt, und wir hoffen, noch im Laufe J ä r
Genfer Verhandlungen unseren Verhandlungspartnern ein viel klareres Bild

- 10 -

�Bild über die tatsächlichen Auswirkungen des ASP-Systems geben zu
können.
Wenn ich mich jetzt dem landwirtschaftlichen Sektor der Verhandlungen
zuwende, möchte ich noch einmal meine besondere Besorgnis über die bisherigen Versäumnisse zum Ausdruck bringen und auf den großen Berg von
Arbeit hinweisen, der noch vor uns liegt. Die bisherigen geringen Fortschritte auf diesem Gebiet sind besonders enttäuschend, vor allem deshalb, weil die Handelsmöglichkeiten für Agrarprodukte ganz erheblich sind.
Billige importierte Nahrungsmittel sind eine wichtige Hilfe zur Stabilisierung der Lebenshaltungskosten und zur Erreichung einer maximalen wirtschaftlichen Wachstumsrate auf anderen Sektoren der Wirtschaft. Die hohen
finanziellen Belastungen, die durch die Förderung der Produktion von teuren
einheimischen Nahrungsmitteln entstehen, können andererseits sowohl die
Preisstabilität als auch das Wirtschaftswachstum beeinträchtigen.
Wir haben nicht die Absicht, in der Kennedy-Runde die Struktur der
Landwirtschaft anderer Staaten zu zerstören. Unter gar keinen Umständen
ist eine Regierung bereit, ihre Landwirtschaft zu opfern. Wir sind vielmehr
bemüht, in zwei Richtungen vorzustoßen. Erstens wollen wir die bestehenden
Handelsströme auf dem Agrarsektor erhalten und die gefährlichen Tendenzen
in Richtung auf eine unwirtschaftliche Ausdehnung neuer Produktion verhindern, insbesondere in den Industrieländern, denen sich viel vorteilhaftere
Alternativlösungen für den Einsatz ihrer Mittel bieten. Und zweitens möchten wir die eine stete Verbrauchssteigerung bei Agrarerzeugnissen behindernden Handelsschranken abbauen, um dadurch zu einer leistungsfähigeren Weltproduktion und zu einem leistungsfähigeren Welthandel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen zu kommen.
Eine bedeutende Gruppe von Agrarerzeugnissen stellt in den Verhandlungen das Getreide dar. Wir haben bereits vorbereitende Gespräche für ein Internationales Getreideabkommen geführt. Ein derartiges Abkommen hätte sich
im wesentlichen mit den oberen und unteren Grenzen der Weltmarktpreise zu
befassen, mit der Versorgungslage sowie mit der Verfügbarkeit von Überschußprodukten für die bedürftigen und unter Nahrungsmittelmangel leidenden Gebiete in der Welt. Es ist im Interesse aller Teilnehmer an der Kennedy-Runde, ein
solches Abkommen auszuhandeln, aber die Hauptentscheidungen müssen noch getroffen
werden, wenn ein annehmbares Abkommen erzielt werden soll.

- 11 -

_ .

�Bei einer großen Anzahl anderer landwirtschaftlicher Erzeugnisse sind
die Verhältnisse recht unterschiedlich. Für einige erscheint eine Zoll•enkung der einzig vernünftige und gangbare Weg zu sein, um eine geordnete
Handelsausweitung sicherzustellen. Bei anderen dagegen - wie etwa bei
Fleisch und Milchprodukten - wird nach umfassenderen Lösungen geforscht
werden müssen.
Als bedeutender Exporteur von preisgünstigen landwirtschaftlichen
Produkten haben die Vereinigten Staaten von Anfang an Fortschritte auf
dem Agrar-Sektor als ein notwendiges Ausgleichselement in den Gesamtverhandlungen im Rahmen der Kennedy-Runde betrachtet. Sie tun es auch heute
noch. Nach einstimmigem Beschluß der Minister aller Teilnehmerstaaten
sollte es ein Ziel der Kennedy-Runde sein, "annehmbare Voraussetzungen
für den Zugang landwirtschaftlicher Erzeugnisse zu den Weltmärkten zu
schaffen, um dadurch eine bedeutende Entwicklung und Ausweitung des Welthandels mit solchen Erzeugnissen zu erreichen". Besondere Anstrengungen
müssen in der kurzen noch verbleibenden Zeit unternommen werden, um die
notwendigen Entscheidungen zu treffen, damit das angestrebte Ziel erreicht
wird.

III

Ich habe einige der speziellen Fragen umrissen, die in der KennedyRunde noch vor uns liegen. Die Zeit ist jetzt gekommen, sich ernsthaft
und endgültig mit ihnen zu befassen. Die Zeit selbst ist zu einem entscheidenden Faktor beim Abschluß der Verhandlungen geworden. Das Jahr 1966
ist das entscheidende Jahr für die Kennedy-Runde.
Es gibt eine Reihe von Gründen, die die Festlegung des zeitlichen Ablaufs der Beratungen von zunehmender Bedeutung erscheinen lassen. Seit
die Minister aller Teilnehmerstaaten sich zu einer Liberalisierung des
Handels bekannten, sind drei Jahre vergangen. Wir haben jetzt den Punkt
erreicht, wo wir uns entscheiden müssen, ob wir diese ehrgeizige Aufgabe
vollenden wollen oder nicht. Sicherlich umschließen HandelsvertragsVerhandlungen eine Unzahl technischer Einzelheiten; aber gerade das macht
stete Fortschritte um so notwendiger und erhöht die Gefahr, daß zu Ver-

- 12 -

�Verzögerungstaktiken Zuflucht genommen wird.
Für Europa ist es von besonderer Dringlichkeit, daß die KennedyRunde bald zum Abschluß gebracht wird. Mit jedem Jahr vergrößert sich
die Kluft zwischen den beiden Hälften Europas - dem Gemeinsamen Harkt
und der Kleinen Freihandelszone. Ende dieses Jahres werden die Binnenzölle der EFTA auf Null herabgesetzt, und alles spricht dafür, daß die
der EWG Mitte 1967 ebenfalls auf Null herabgesetzt werden. Je größer
die Zolldiskriminierung ist und je länger sie wirksam bleibt, um so
größer wird die wirtschaftliche Kluft und das zwangsläufig damit verbundene Interesse an einem permanent gespaltenen Europa. Vor einem
Monat hat sich die Internationale Handelskammer für eine schnelle Beendigung der Kennedy-Runde mit allem Nachdruck eingesetzt und erklärt,
daß "diese Verhandlungen das geeignetste Mittel seien... ein Wiederaufleben des Protektionismus zu verhindern und die Schwierigkeiten zu umgehen, die - wie einige Länder fürchten - aus der Existenz regionaler
Wirtschaftsblöcke in Europa erwachsen könnten".
Ein anderes brennendes Welthandelsproblem resultiert aus der Notwendigkeit, die Exporterträge der Entwicklungsländer zu vermehren. Diese
Länder haben ihre Ungeduld über das langsame Verhandlungstempo bereits
lautstark geäußert. Und wenn im Laufe eines Jahres keine konkreten und
wesentlichen Ergebnisse erzielt werden, wird sich der Druck, Alternativlösungen zu finden, in fragwürdige Richtungen verstärken. Die KennedyRunde ist in den Augen vieler dieser Länder der Säuretest für unsere Absichten, und in diesem Stadium wird selbst eine Verzögerung um drei oder
fünf Jahre herbe Enttäuschungen in ihren schwer ringenden und exporthungrigen Volkswirtschaften hervorrufen.
Das Auslaufen der amerikanischen Verhandlungsvollmacht ist ein anderer Faktor, der den Zeitdruck in der Kennedy-Runde mit verstärkt. Der
Kongreß hat dem Präsidenten eine FünfJahresfrist für den Abschluß der
Verhandlungen eingeräumt, und man kann nur zu gut verstehen, daß jene,
die sich für die Gewährung dieser Vollmacht eingesetzt haben, auch Ergebnisse sehen wollen. Sind für Länder, die sich so einstimmig für dieses
Ziel ausgesprochen haben, fünf Jahre wirklich kein ausreichender Zeitraum,

- 13 -

�Zeitraum, um ein Abkommen zu erzielen? Es wäre geradezu peinlich und
nicht überzeugend, das bejahen zu wollen.
Wir haben in der Kennedy-Runde in der Tat den Scheideweg der Entscheidung erreicht. Unsere Fähigkeit, schwierige Entscheidungen noch in
diesem Jahr zu treffen, wird den Ausschlag geben über Erfolg oder Mißerfolg. Keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung - eine Entscheidung für das Scheitern.
Ein fester Zeitplan für 1966 ist dann nicht unvernünftig, wenn
alle Teilnehmerstaaten sich verpflichten, ihn einzuhalten. Auf jeden
Fall werden sich die Auswirkungen von Zollsenkungen über einen Zeitraum
von mindestens fünf Jahren erstrecken, das heißt bis 1971, und es gibt
Sicherheitsklauseln, um in besonders dringlichen Fällen Produkte von den
vollen Zollsenkungen oder von der Mindestlaufzeit auszunehmen. Die einzige wirkliche Voraussetzung ist der Wille, sich aktiv für ein faires und
ausgewogenes Abkommen zwischen allen Teilnehmern einzusetzen.
Wir haben gerade ein beängstigendes Zwischenspiel hinter uns. Das
lange Warten hat einige der ersten Förderer der Kennedy-Runde entmutigt
und verhärtet. Lange und schwierige Verhandlungen neigen dazu, die Ideale
zu trüben und die schwachen Seiten eines jeden Zieles sichtbarer werden
zu lassen. Aber wir sollten nicht das eigentliche Ziel aus den Augen verlieren, zu dem uns die Tagesentscheidungen hinführen. Die Kennedy-Runde
kann ein neues Zeitalter der Prosperität und der Zusammenarbeit im Welthandel einleiten; sie kann aber auch zu einem Wendepunkt werden, der zu
einer nach innen gerichteten Wirtschaftspolitik der Verdächtigungen und
des Mißtrauens zurückführt.

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�AMERIKA DIENST
U n i t e d
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Beilage

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EIN LEISTUNGSFÄHIGES VERKEHRS- UND TRANSPORTSYSTEM ALS
VORAUSSETZUNG FÜR PROSPERITÄT UND WOHLERGEHEN

Eine Botschaft Präsident Johnsons an den US-Kongreß

Einen Überblick über die bisherige Entwicklung des amerikanischen Verkehrsund Transportwesens und die Aufgaben,
die der öffentlichen Hand und der privaten Wirtschaft auf diesem Gebiet für die
Zukunft erwachsen, gab Präsident Johnson
in einer Botschaft an den US-Kongreß vom
2. März 1966.
AMERIKA DIENST übermittelt den Redaktionen den Text dieser wichtigen Verkehrsanalyse zur Kenntnisnahme und eventuellen
Veröffentlichung im Wortlaut oder in Auszügen.

�INHALTSÜBERSICHT

Straßen- und Schienenverkehr
Aufsicht (S. 2, 12), Beschäftigte (S. 2), Straßendichte (S. 3), Tote (S. 3, 13), Landschaftsschutz
(S. 3), Sicherheit (S. 8-9, 11-17), Massenverkehr
(S. 11), Unfallziffem (S. 13), künftige Planung
(S. 23)
Luftfahrt
Aufsicht (S. 2, 12), Beschäftigte (S. 2), FlugplatzZubringerdienst (S. 3, 24), Sicherheit (S. 8-9, 20),
Tote (S. 13), Schadensregelung (S. 19), ÜberschallLuftverkehr (S. 20-21), Flugzeuglärm (S. 21-22)
Schiffahrt
Aufsicht (S. 2, 12), Beschäftigte (S. 2), Schnellfrachter (S. 3, 22), Tote (S. 13), Sicherheit
(S. 18-19), Schiffbau (S. 22-23)
Verkehrssicherheit
Straßen- und Schienenverkehr (S. 8-9, 11-17), Luftverkehr (S. 8-9, 20), Schiffsverkehr (S. 18-19)
Verkehrsministerium
Schaffung (S. 6-7), Zuständigkeit und Aufgaben
(S. 7-12), Zusammenarbeit mit anderen Behörden
(S. 9-11)

�An den Kongreß der Vereinigten Staaten:

Die amerikanische Nation wurde vor zwei Jahrhunderten geschaffen.
Dreizehn spärlich besiedelte Kolonien, die sich über rund 2000 km entlang der Atlantikküste erstreckten, vereinigten ihr getrenntes Streben
in einem gemeinsamen Staatswesen.
Drei Bande einten sie: das kulturelle Band einer gemeinsamen
Sprache; das moralische Band der Sehnsucht nach Freiheit und Demokratie;
und das physische Band einiger weniger Straßen und Gewässer, die dem
friedlichen Handel unter den Bürgern der Kolonien dienten.
Zwei Jahrhunderte später ist die Sprache noch die gleiche, und auch
das Verlangen nach Freiheit und Demokratie besteht fort. Das physische
Band aber - jenes dünne Geflecht beschwerlicher Pfade und primitiver
Straßen - entwickelte sich zu einem leistungsfähigen Verkehrsnetz, von
dem Prosperität und Wohlergehen unserer gesamten Gesellschaft abhängen.
In einem Land, das einen ganzen Kontinent überspannt, bildet das
Verkehrssystem das einende Band.

Die Entwicklung unseres Verkehrssystems
Um das erstaunliche Wachstum des amerikanischen Verkehrswesens aufzuzeigen, braucht man den Blick nicht zurück auf die sechziger Jahre des
18. Jahrhunderts zu wenden.
Vor zwanzig Jahren gab es in den Vereinigren Staaten 31 Millionen
Kraftfahrzeuge; heute sind es 90 Millionen und bis 1975 werden es knapp
120 Millionen sein.
Vor zwanzig Jahren gab es rund 2,4 Millionen km befestigter Landund Stadtstraßen in den Vereinigten Staaten; bis heute hat sich diese
Zahl fast verdoppelt.
Vor zwanzig Jahren gab es 38 000 Privat- und Verkehrsflugzeuge;
heute sind es über 97 000.
Vor

- 1 -

�Vor zwanzig Jahren legten die Maschinen der kommerziellen Fluggesellschaften rund 335 Millionen Flugkilometer zurück, im vergangenen
Jahr 1,6 Milliarden.
Vor fünfundzwanzig Jahren wurden im amerikanischen Güterverkehr
rund 900 Milliarden Tonnenkilometer geleistet, im Jahr 1964 2,2 Billionen.
Die Produktion von Transportmitteln hielt mit dieser Entwicklung
Schritt: sie hat sich seit 1947 verdreifacht. Im vergangenen Jahr wurden auf dem Transport- und Verkehrssektor 4,5 Milliarden Dollar für
neue Anlagen und Betriebsmittel aufgewandt.
Transport und Verkehr gehören in den Vereinigten Staaten zu den
wichtigsten Beschäftigungszweigen. Es gibt
737 000 Eisenbahnbedienstete,
270 000 Beschäftigte im Städte- und Nahverkehr,
230 000 Beschäftigte im Flugverkehr, und fast
1 Million beschäftigte Männer und Frauen im Bereich
des Kraftverkehrs und Güterumschlagwesens.
Zusammen mit den Beschäftigten der Binnen- und Seeschiffahrt sowie der Pipeline-Betriebsgesellschaften beträgt die Gesamtzahl der
Männer und Frauen, die ihren Lebensunterhalt durch eine Tätigkeit im
Zusammenhang mit der Beförderung von Menschen und Gütern verdienen,
weit über 2,5 Millionen.
Die Bundesregierung unterstützt oder beaufsichtigt so gut wie alle
Verkehrsträger. Im vergangenen Jahr allein wurden über 5 Milliarden
Dollar aus Bundesmitteln in das Transport- und Verkehrswesen investiert:
in den Bau von Fernstraßen, in den Ausbau von Binnenwasserstraßen und
Hafenanlagen und -einrichtungen, in den Betrieb von Fluglinien und in
den Bau von Flugplätzen sowie durch Gewährung von Subsidien für die
Schiffahrt. Die Bundesregierung ist Eigner von 1500 der insgesamt 2500
seegängigen Frachtschiffe der amerikanischen Handelsflotte.
Auf das Transport- und Verkehrswesen - Nachfolger der Pferdebahnen
und Segelschiffe aus der Kolonialzeit - entfällt Jeder sechste Dollar,
den

- 2-

�den die amerikanische Wirtschaft ausgibt. Im Jahr 1965 bezifferte sich
dieser Betrag auf 120 Milliarden Dollar - eine Summe, die das Bruttosozialprodukt unseres Landes von 1940 übersteigt.

Mängel unseres Transportsystems
So sehr das amerikanische Transportsystem von pulsierendem Leben
erfüllt ist und so mannigfaltig es sich darbietet - es ist dennoch nicht
gut genug.
Es ist nicht gut genug - auch wenn auf 1 km

2

Land ungefähr 0,6 km

Straße entfallen -, solange es nicht zeitraubende, entnervende und
kostspielige

Verkehrsstauungen zu verhindern vermag.

Es ist nicht gut genug - auch wenn es uns elegante und leistungsfähige Düsenflugzeuge zur Verfügung stellt -, solange die Fluggäste von
und zu den Flughäfen ebenso lange Zeit unterwegs sind wie in eben diesen
Flugzeugen auf Strecken von Hunderten von Kilometern.
Es ist nicht gut genug - auch wenn es Autobahnen für schnelle Kraftfahrzeuge bereitstellt -, solange es den Tod von 50 000 Menschen auf
unseren Straßen allein in diesem Jahr nicht zu verhindern vermag.
Es ist nicht gut genug, wenn die öffentliche Hand oder Privatunternehmer 15 Millionen Dollar in ein riesiges Schneilfrachtschiff investieren und wir dann erleben, daß es tagelang im Hafen liegen muß, ehe es
beladen werden kann.
Es ist nicht gut genug, wenn es neue kreuzungsfreie Straßen zur Verbindung der Stadtzentren mit den Vororten schafft, dabei aber die Landschaft rücksichtslos

und irreparabel verschandelt.

Es ist nicht gut genug, wenn es am Althergebrachten um seiner selbst
willen festhält und darüber die Chance vertut, dem ganzen Volk auf wirtschaftlichere und wirksamere Weise zu dienen.
Und es ist nicht gut genug, wenn es den Erfordernissen des Amerikas
von gestern zu entsprechen sucht, statt mitzuhelfen, unseren Handel auszuweiten und die Produkte unseres Landes in aller Welt abzusetzen.
Woher

- 3-

�Woher diese Mängel rühren
Unser Transport- und Verkehrswesen entstand nicht auf einem Reißbrett und unter Berücksichtigung aller Erfordernisse und Möglichkeiten
unserer Wirtschaft. Das war auch gar nicht möglich, denn es wuchs mit
dem Land selbst - bald kräftig expandierend, bald sich konsolidierend,
ganz wie sich die Aussichten besserten oder verschlechterten.
Die Investitionen und die Verbesserungen der gebotenen Dienstleistungen entsprachen somit jeweils den besonderen Erfordernissen
ihrer Zeit. Forschung und Entwicklung, die gewissermaßen sporadisch
und mitunter auch planlos betrieben wurden, waren zumeist auf ein ganz
bestimmtes Transportmittel zugeschnitten.
Infolgedessen fehlt heute in Amerika ein koordiniertes Transportund Verkehrssystem, das Passagieren und Gütern den mühelosen und raschen
Übergang von einem Transportmittel auf das andere und damit die Wahl des
für den jeweiligen Zweck bestgeeigneten gestattet.
Menschen und Güter haben sich somit dem Verkehrs- und Transportsystem in seiner jeweiligen Gestalt anzupassen trotz der Unannehmlichkeiten und Kosten, die verursacht werden durch
alternde und oftmals überalterte Transporteinrichtungen und -mittel;
Verkehrswege, die in erster Linie auf die Bedürfnisse einer landwirtschaftlich orientierten Gesellschaft ausgerichtet sind;
einen Service, der angesichts der Wirtschaftsexpansion, der Bevölkerungszunahme, der Veränderungen in der Bodennutzung und der neuen Vorstellungen hinsichtlich der Standortwahl für Industriebetriebe, der Lagerhaltung und des Absatzes längst überholt ist;
die ungenügende Nutzung neuer technischer Methoden, die in anderen
Sektoren der Wirtschaft entwickelt worden sind; und
Programme und Richtlinien, die die private Initiative behindern und
den Anreiz für Neuerungen dämpfen.
Die Folge hiervon ist die Vergeudung von menschlicher Energie,
Material und Steuergeldern der Bürger. Wir haben uns zu lange mit dieser

�dieser Verschwendung abgefunden. Wir dürfen es nicht dulden, daß sie
weiter getrieben wird.
Zu viel hängt von der Güte und Wirtschaftlichkeit unseres Transport- und VerkehrsSystems ab. Selbst wenn das Wachstum der Verkehrswirtschaft lediglich mit dem derzeitigen Wachstum der Gesamtwirtschaft
Schritt hält, wird sich die Beförderungsleistung in den nächsten zwanzig Jahren verdoppeln. Aber das dürfte eine allzu vorsichtige Einschätzung der Entwicklung sein. Der Personenverkehr wächst weit schneller
als unser Bruttosozialprodukt - eine Folge der zunehmenden Mobilität
eines Volkes, das in materiellem Wohlstand lebt und sich steigender
Einkommen erfreut.

Die Verantwortung von Wirtschaft und Staat
Die Vereinigten Staaten sind das einzige große Land der Erde, das
sich vornehmlich auf ein im Privatbesitz befindliches und von der Privatwirtschaft betriebenes Verkehrs- und Transportwesen stützt. Dieses
Verfahren hat sich bewährt und muß deshalb beibehalten werden.
Aber der Privatbesitz wurde nur ermöglicht durch
die Erteilung staatlicher Konzessionen und die Investierung öffentlicher Mittel;
den Bau von Schleusen, Dämmen und Kanälen entlang unserer Ströme
und Binnenwasserstraßen;
die Schaffung eines riesigen Straßennetzes;
den Bau und den Betrieb von Flugplätzen und Fluglinien;
I

den Ausbau von natürlichen und den Bau von künstlichen Häfen;
direkte Zuschüsse für die Handelsschiffahrt;
die Ausübung des Enteignungsrechtes;
Zuschüsse für die Beschaffung von Transporteinrichtungen und -mittein
und für Modell projekte im Bereich des Massentransports; und
die Landschenkungen zur Förderung des Eisenbahnbaus, in der Vergangenheit.
Ein
- 5 -

�Ein weitblickender Staat hat sich als ein gleichwertiger Partner
des privaten Unternehmertums erwiesen, als es darum ging, das Bedürfnis der Amerikaner nach größerer Mobilität zu befriedigen.
Diese Partnerschaft gilt es nunmehr mit allen Mitteln eines
schöpferischen Föderalismus weiter auszubauen. Der Preis einer Paralysierung des Transportwesens in der Zukunft wäre untragbar hoch. Die
Segnungen eines leistungsfähigen VerkehrsSystems aber sind nicht minder
groß. Wir können uns weder den Luxus der Untätigkeit leisten noch einfach in dem alten Trott fortfahren.
Wir müssen allen Reisenden und Absendern die Gewähr bieten, daß
sie voll in den Genuß der Ergebnisse der modernen Wissenschaft und Technik gelangen.
Wir müssen verläßliche Unterlagen erarbeiten, wie wir sie für vernünftige Entscheidungen benötigen.
Wir müssen die institutionellen und politischen Schranken beseitigen, die die Anpassung an die jeweiligen Verhältnisse und den Wandel
behindern.
Wir müssen die Bemühungen der privaten Wirtschaft unterstützen, dem
amerikanischen Verbraucher einen umfassenderen und besseren Service für
jeden Dollar zu bieten, den er für Transportzwecke ausgibt.
Wir müssen die verwaltungsmäßigen Befugnisse unserer Transportbehörden in einem einzigen, einheitlichen Regierungsorgan zusammenfassen.
Auf diese Weise werden sich die verkehrspolitischen Richtlinien und die
Unterstützung für die einzelnen Transportmittel günstig auf die gesamte
Volkswirtschaft auswirken.
Schaffung eines Verkehrsministeriums
Ich ersuche den Kongreß dringend, ein Verkehrsministerium mit Kabinettsrang für den Minister zu schaffen.
Ich empfehle, diesem Ministerium rund 100 000 Arbeiter und Angestellte zu unterstellen und ihm die Verwaltung von fast 6 Milliarden
Dollar an Bundesmitteln zu übertragen, die wir gegenwärtig für Verkehr

- 6-

�Verkehr und Transport ausgeben.
Ich ersuche dringend um die Schaffung eines solchen Ministeriums,
um auf diese Weise den wachsenden Bedürfnissen dieses großen Volkes zu
dienen, die Erfordernisse unserer expandierenden Industrie zu befriedigen und dem Anspruch des Steuerzahlers auf größtmögliche Leistung bei
größter Sparsamkeit seitens des Staates gerecht zu werden.
Wenn ich dies tue, so komme ich damit den Empfehlungen zahlreicher
prominenter Amerikaner nach:
Im Jahr 1936 empfahl ein Sonderausschuß des US-Senats die Schaffung
eines Verkehrsministeriums oder, als Alternativlösung, die Zusammenfassung
aller Befugnisse im Bereich des Verkehrs- und Transportwesens im Handelsministerium.
Im Jahr 1949 empfahl der Transportausschuß der Hoover-Kommission die
Schaffung eines Verkehrsministeriums.
Im Jahr 1961 empfahl Präsident Eisenhower in seiner Haushaltsbotschaft ein solches Ministerium.
Im Jahr 1961 empfahl eine Studiengruppe des Binnen- und Außenhandelsausschusses des Senats, alle Förderungs- und Sicherheitsprogramme der Bundesregierung auf dem Transportsektor einem Verkehrsministerium zu übertragen.
Zahlreiche Kongreßmitglieder haben Gesetzesvorlagen zur Schaffung
eines solchen Ministeriums eingebracht. Private Bürger, die führenden
Fachleute unseres Landes auf diesem Gebiet, haben mir das gleiche empfohlen. Es ist an der Zeit, diesen Empfehlungen nachzukommen.

Der Zuständigkeitsbereich des Verkehrsministeriums
Ich schlage vor, die folgenden Behörden und Funktionen im Verkehrsministerium zusammenzufassen:
1. Das derzeitige Amt des Staatssekretärs für Verkehr im Handelsministerium mit seinem gesamten technischen und wissenschaftlichen Stab
sowie die ihm obliegende Transportplanung im Falle eines Notstands.

- 7-

�2. Die Hauptabteilung Straßenbau im Handelsministerium (Bureau of
Public Roads) und das von ihr verwaltete Programm zum Bau von Bundesfernstraßen.
3. Das Bundesaufsichtsamt für die Luftfahrt (Federal Aviation Agency
- FAA). Dieser Schlüsselbehörde, die mit Fragen der Flugsicherheit und der
Förderung und der Finanzierung des Flugverkehrs befaßt ist, soll in ihrer
Gesamtheit in das neue Ministerium eingegliedert werden und ihre bisherigen Aufgaben dort fortführen.
•

•'

4. Die Küstenwache (Coast Guard), deren Aufgaben in Friedenszeiten
in erster Linie im Bereich des Verkehrs und der Sicherheit der Schiffahrt
liegen. Die Küstenwache ist als Ganzes aus dem Finanzministerium in das
neue Ministerium überzuführen. Wie in der Vergangenheit wird sie in Kriegszeiten als Teil der US-Marine fungieren.
5. Das Bundesamt für die Seeschiffahrt (Maritime Administration) samt
seinen Befugnissen zur Gewährung von Bau- und Betriebszuschüssen.
6. Die Sicherheitsfunktionen des Bundesamtes für die Zivilluftfahrt
(Civil Aeronautics Board - GAB),seine Aufgabe, Flugzeugunfälle zu untersuchen und die wahrscheinlichen Ursachen festzustellen, und seine Befugnisse als Rechtsmittelinstanz in allen einschlägigen Sicherheitsfragen.
7. Die Sicherheitsfunktionen und die Aufgaben der Abteilung Wagenparkaufsicht des Bundesamtes für den Binnenverkehr (Interstate Commerce
Commission - ICC), insbesondere die Überwachung und Durchsetzung der
Sicherheitsbestimmungen bei den Eisenbahnen, im Güterkraftverkehr, im
Betrieb von Pipelines, sowie die Zuteilung von rollendem Material in Zeiten der Verknappung.
8. Der Lotsendienst für die Schiffahrt auf den Großen Seen, die Entwicklungsgesellschaft für den St. Lorenz-Seeweg, die Alaskische Eisenbahn,
und bestimmte weniger bedeutsame Funktionen anderer Behörden im Bereich
von Transport und Verkehr.
Wie sich aus dieser Liste ersehen läßt, empfehle ich die Zusammenfassung all jener Funktionen und Bundesbehörden im Verkehrsministerium,
die vornehmlich der Förderung und Sicherheit des Verkehrs dienen.
Eine

- 8-

�Eine Verkehrssicherheitskommission
Keine Funktion des neuen Ministeriums und keine Verantwortung des
Ministers wird schwerer wiegen als die für die Sicherheit. Wir müssen
die Sicherheit unserer Bürger auf Reisen zu Lande, zu Wasser und in der
Luft gewährleisten. Ich schlage deshalb vor, im Rahmen des Verkehrsministeriuras eine Nationale Verkehrssicherheitskommission zu schaffen,
die unabhängig von den übrigen Organen des Ministeriums arbeiten soll.
Einzige Aufgabe dieser Kommission wird die Gewährleistung der
Sicherheit der Benutzer aller Verkehrsmittel sein. Es wird die Berichte
von Verkehrsunfällen auswerten und die Ursachen erforschen, die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften überwachen, darüber befinden, ob
diese Sicherheitsvorschriften selbst ausreichend sind, und die Sicherheitsaufgaben erfüllen, die ihm vom Bundesamt für den Binnenverkehr
und vom Bundesamt für die Zivilluftfahrt übertragen werden.
Ich erachte die Funktionen di eser Kommiss ion für so wichtig, daß
ich den Kongreß ersuche, dem Präsidenten die Vollmacht zur Benennung
ihrer fünf Mitglieder zu erteilen.

Die Relationen des neuen Ministeriums zu anderen Bundesbehörden
Fragen der Verkehrsentwicklung und -Sicherheit fallen in den Zuständigkeitsbereich verschiedener Ministerien und Bundesämter. Eine vernünftige Verwaltung setzt voraus, daß zwischen dem neuen Verkehrsministerium
und den betreffenden Stellen und Kompetenzen eine zweckmäßige und enge
Beziehung hergestellt wird.
1. Die Bezuschussung durch das Bundesamt für die Zivilluftfahrt
Zuschüsse für die Luftfahrt, die gegenwärtig nur für Flugdienste im
Nahbereich gewährt werden, fördern die Entwicklung unseres heimischen
Transportsystems ganz eindeutig. Die Vergabe von Zuschüssen - die entsprechende

Weisungsbefugnisse voraussetzt - ist unabdingbarer Bestand-

teil des Lizenzierungsverfahrens für die Flugverkehrsträger.
Aus diesem Grund wird die Bezuschussung von Fluglinien auch weiterhin im Zuständigkeitsbereich des Bundesamtes für die Zivilluftfahrt

- 9-

�Zivilluftfahrt belassen werden. Der Verkehrsminister wird jedoch Richtlinien und Kriterien ausarbeiten, die das Bundesamt in seiner Tätigkeit
berücksichtigt. Auf diese Weise wird das Zuschußprogramm auf die gesamte
nationale Verkehrspolitik abgestellt.
2. Das Wasserstraßenbauprogramm des Fionierkorps
Das Pionierkorps der US-Armee (Corps of Engineers) leistet mit dem
Bau von Schleusen und Hafenanlagen, der Vertiefung von Schiffahrtswegen
und der Befestigung der Ufer von Binnenwasserstraßen einen erheblichen
Beitrag zur Förderung des Schiffsverkehrs. Das Verkehrsministerium wird
die Verantwortung für solche Bauvorhaben nichtübernehmen, der Minister
jedoch bei der Planung von Wasserbauvorhaben mitwirken.
Mit Billigung des Präsidenten wird der Verkehrsminister auch Normen
und Kriterien für die wirtschaftliche Bewertung von Investitionen des
Bundes im Bereich des Verkehrs und Transports herausgeben. Im Falle von
Mehrzweckeprojekten im Bereich des Wasserbaus ist er dabei gehalten, die
Empfehlungen des Wasserwirtschaftsrates (Water Resource Council) zu berücksichtigen.
3. Internationaler Flugverkehr
Der Verkehrsminister wird innerhalb der Exekutive maßgebend für die
Formulierung der langfristigen Politik in Fragen der internationalen Luftfahrt sein. Während die außenpolitischen Aspekte des internationalen Flugverkehrs in den Zuständigkeitsbereich des Außenministers fallen, wird der
Verkehrsminister sicherstellen, daß unsere diesbezügliche Politik im Einklang mit der allgemeinen Verkehrspolitik des Landes steht.
Das Bundesamt für die Zivilluftfahrt, das der politischen Weisungsbefugnis des Präsidenten unterliegt, beaufsichtigt die internationalen
Fluglinien und -tarife, soweit die Vereinigten Staaten hiervon berührt
werden. Seine Befugnisse haben weitreichende Auswirkungen auf unsere
Außenpolitik, unsere Zahlungsbilanz und die Entwicklung der amerikanischen
Luftfahrt. Der Verkehrsminister wirkt an den Maßnahmen des Bundesamtes
für die Zivilluftfahrt mit, die die internationale Luftfahrtpolitik betreffen.
4.

- 10 -

�4. Massenverkehrsmittel in den Großstädten
Das Verkehrsministerium und das Ministerium für Wohnungsbau und
Städteplanung müssen bei allen Entscheidungen zusammenwirken, die den
innerstädtischen Verkehr betreffen.
Die Zukunft der Massenverkehrsmittel in den Städten, Sicherheit,
Bequemlichkeit, ja sogar die Existenz ihrer Benutzer, hängen von einer
großzügigen und rationellen Planung ab. Soll die Bundesregierung zu
dieser Planung beitragen, dann muß sie mit einer Stimme sprechen.
Das Ministerium für Wohnungsbau und Städteplanung trägt die Hauptverantwortung für ein koordiniertes Vorgehen der Bundesbehörden in allen
Fragen der städtischen Entwicklung. Es kann seine Aufgabe jedoch nicht
ohne den Rat, die Unterstützung und die Mitarbeit des Verkehrsministeriums
erfüllen.
Ich werde die beiden Minister auffordern, mir innerhalb eines Jahres
nach Errichtung des neuen Ministeriums Mittel und Wege zu empfehlen,
durch die sich diese Zusammenarbeit am ehesten verwirklichen läßt - nicht
nur im Grundsätzlichen, sondern in der Praxis.
Aufgaben des Verkehrsministeriurus
Das Verkehrsministerium wird
die wichtigsten bereits bestehenden Programme zur Förderung von Verkehr und Transport in Amerika koordinieren;
dafür Sorge tragen, daß im gesamten Verkehrswesen die neuesten technischen Erkenntnisse Eingang finden, indem es Forschungs- und Entwicklungsvorhaben in Zusammenarbeit mit der privaten Wirtschaft fördert;
die Sicherheit sämtlicher Transportmittel erhöhen;
die private Wirtschaft ermutigen, sich der neuen technischen Möglichkeiten uneingeschränkt und rasch zu bedienen;
dafür Sorge tragen, daß der breiten Öffentlichkeit der bestmögliche
Service zum niedrigstmöglichen Preis geboten wird;
den jeweiligen Stand und die Planung der einzelnen Verkehrsträger
analysieren, um rMe schwächsten Elemente des heutigen Verkehrssystems zu

- 11 -

�zu stärken;
Normen und Kriterien für Investitionen erarbeiten wie auch
Bemessungsverfahren, die Behörden und Industrie bei Investitionen im
Bereich von Verkehr und Transport als Richtschnur dienen können.
Das Bundesamt für den Binnenverkehr
Das neue Ministerium, das ich empfehle, wird die wirtschaftlichen
Weisungsbefugnisse des Bundesamtes für den Binnenverkehr, des Bundesamtes für die Zivilluftfahrt und des Bundesamtes für die Seeschiffahrt
nicht ändern.
Ich empfehle jedoch eine Änderung des Modus zur Benennung des
Leiters des Bundesamtes für den Binnenverkehr (ICC). Heute wird der
Leiter dieser wichtigen Behörde - als einziger unter allen Chefs weisungsbefugter Bundesämter - nicht vom Präsidenten ernannt, sondern im
jährlichen Turnus unter den elf Mitgliedern des Aufsichtsgremiums bestimmt. Das ist kein vernünftiges Verfahren für eine Behörde, deren Einfluß im Bereich des Schienen-, Straßen-, Wasserstraßen- und PipelineTransports so weit reicht.
Das Bundesamt für den Binnenverkehr trägt die schwere und mit hohen
Anforderungen verbundene Verantwortung, die einschlägigen Bestimmungen
des Bundes den jeweiligen Erfordernissen und Möglichkeiten einer dynamischen Wirtschaft anzupassen. Es baufsichtigt etwa 18 000 Verkehrsbetriebe und hat im Jahrrund 7000 Fälle zu bearbeiten. Es ist undenkbar,
daß ein Privatbetrieb vergleichbarer Größe und Bedeutung alle Jahre den
Direktor wechselt.
Ich werde dem Kongreß in Kürze einen Reorganisierungsplan für die
ICC zuleiten, dem zufolge der Präsident die Vollmacht erhalten soll,
aus den elf Mitgliedern des Aufsichtsgremiums den Leiter der ICC auszuwählen und dessen Entscheidungsbefugnisse zu erweitern.
Verkehrssicherheit
Im vergangenen Jahr starben 105 000 Amerikaner den Unfalltod. Über
die Hälfte von ihnen wurden bei Verkehrsunfällen oder bei Freizeit und
Erholung getötet, die in engem Zusammenhang mit dem Verkehr stehen. Es

- 12 -

�Es forderte
der Kraftverkehr

49 000,

der Flugverkehr

1300,

die Schiff- und Bootsfahrt 1500, und
der Schienenverkehr 2300 Opfer.
Millionen Amerikaner wurden bei Verkehrs- und Transportunfällen
verletzt - die überwiegende*Mehrheit im Straßenverkehr.
Die Verkehrsträger haben jeweils eigene Verkehrssicherheitsprogramme unterschiedlicher Wirksamkeit entwickelt. Was fehlt, ist ein
umfassendes, auf das gesamte Verkehrs- und Transportwesen zugeschnittenes Programm. Bewährte Sicherheitsmaßnahmen für ein Verkehrsmittel werden vielfach nicht von anderen übernommen.
Im vergangenen Jahr erreichte die Ziffer der Straßenverkehrstoten
einen neuen Höchststand. Nach den Voraussagen werden dieses Jahr auf
unseren Stadt- und Landstraßen über 50 000 Menschen sterben, d.h., wir
werden über 50 000 nützliche und vielversprechende Menschenleben einbüßen, und ebenso viele Familien werden von schwerem Kummer heimgesucht
werden.
Der Blutzoll, den wir Amerikaner seit der Erfindung des Automobils
dem Straßenverkehr entrichtet haben, ist wahrlich unglaublich hoch. Es
starben 1,5 Millionen Menschen - eine Ziffer, die höher ist als die Gesamtzahl der Gefallenen sämtlicher unserer Kriege. Kein anderes Attribut des modernen Lebens hat dem amerikanischen Volk mehr Bequemlichkeit
und mehr Unheil gebracht

als das Automobil.

Die Gründe des Versagens
Das Gemetzel auf unseren Straßen muß aufhören. Wie ich schon vor
einigen Wochen erklärte, müssen Vernunft an die Stelle selbstmörderischen Wahns und Sicherheit an die Stelle von Anarchie treten. Wie müssen
die Schwächen unseres Verkehrssicherheitsprogramms ausmerzen:
Unser Wissen über die Unfallursachen ist denkbar unzureichend.
Die Ansichten der Fachleute widersprechen sich häufig und verwirren
deshalb.
Die

- 13 -

�Die laufenden Sicherheitsprogramme sind zu uneinheitlich. Behörden
und private Einrichtungen gehen getrennt und ohne wirksame Koordinierung
vor.
Es fehlt eine klar definierte Verantwortlichkeit des Bundes.
Die Mittel zur Erhöhung der Sicherheit im Straßenverkehr sind unzulänglich.
Weder die private Wirtschaft noch die mit dem Kraftverkehr befaßten
Regierungsstellen behandeln die Probleme der Verkehrssicherheit gemäß
ihrer Dringlichkeit. Dabei wissen wir, daß aufwendige Autobahnen, leistungsfähige Motoren und hübsche Karosserien das Massaker nicht beenden
können.
Was geschehen kann
Die Mittel der Einzelstaaten und Gemeinden reichen nicht aus, um
die Voraussetzungen für eine rasche Senkung der Ziffer der Verkehrstoten
zu schaffen. Die Bundesregierung muß deshalb zusätzliche Mittel für diesen Zweck zur Verfügung stellen. Es gilt, laufende Programme zu erweitern und auf bisher vernachlässigten Gebieten Pionierarbeit zu leisten.
Die Verantwortung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Verkehrssicherheit muß in einem umfassenden Verkehrssicherheitsprogramm zusammengefaßt und dem Verkehrsministerium übertragen werden.
Ich habe bereits unter der derzeitig bestehenden Gesetzgebung eine
Reihe von Maßnahmen eingeleitet:
1. Um die Verantwortlichkeit des Bundes auszuweiten, wird dem Handelsminister die Verantwortung für die Koordinierung der Maßnahmen des
Bundes zur Erhöheng der Sicherheit auf den bundeseigenen Fernstraßen
übertragen. Der Minister ist angewiesen, innerhalb seines Ministeriums
eine eigene Hauptabteilung Verkehrssicherheit einzurichten, die später
in das Verkehrsministerium übergeführt werden soll. Der Präsidialausschuß für Fragen der Verkehrssicherheit wird reorganisiert, gestärkt
und ausschließlich aus Bundesmitteln finanziert werden. Der interministerielle Straßenverkehrssicherheitsausschuß wird rekonstituiert und
die ihm angehörenden Minister werden weiter gehende Befugnisse erhalten.
2.
- 14 -

�2. Um unsere Sicherheitsprogramme mit größerem Nachdruck abwickeln
zu können, ersuche ich um Erhöhung der Mittel für die Forschung, die Auswertung von Unfallunterlagen, die Verbesserung der ärztlichen Unfallhilfe, die Aufklärung und Prüfung von Kraftfahrern und die Verbesserung
der technischen Einrichtungen zur Verkehrsüberwachung.
Ich habe den Handelsminister auch aufgefordert, sich eine genaue
Übersicht über sämtliche Mittel zu verschaffen, die für die Förderung
der Verkehrssicherheit zur Verfügung stehen, um sicherzustellen, daß
sie so wirkungsvoll wie möglich eingesetzt werden.
3. Um die Fahrbedingungen im Kraftverkehr zu verbessern, habe ich
angeordnet, die Sicherheitseinrichtungen entlang den Bundesfernstraßen
mit größtem Nachdruck auszubauen.
4. Um Verletzte vor dem Tod zu bewahren, habe ich den Minister für
das Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialwesen angewiesen, in Zusammenarbeit mit dem Handelsminister unverzüglich Aufklärungsaktionen einzuleiten mit dem Ziel, Möglichkeiten für eine wirksame Unfallhilfe an Ort
und Stelle und den raschen Transport in ein Krankenhaus aufzuzeigen. Er
wird dabei mit einzelstaatlichen und örtlichen Behörden sowie mit einschlägigen privaten Organisationen zusammenarbeiten.
5. Um zu einem besseren Verständnis der Ursachen von Straßenverkehrsunfällen zu gelangen, habe ich den Handelsminister gebeten, zur Untersuchung von Unfällen Teams aufzustellen, die uns neue Erkenntnisse über
Straßenverkehrsunfälle und ihre Ursachen vermitteln sollen.
6. Um die Regierungsfahrzeuge sicherer zu machen, habe ich den
Leiter des Bundesamtes für Allgemeine Verwaltungsdienste und den Handelsminister gebeten, gemeinsam eine detaillierte Studie über zusätzliche
Sicherheitsvorrichtungen, die an Regierungsfahrzeugen angebracht werden
sollen, zu erstellen.

Das Verkehrssicherheitsgesetz von 1966
Mehr - viel mehr - bleibt noch zu tun. Das amerikanische Volk verdient ein wirkungsvolles Straßenverkehrssicherheitsprogramm.
Ich

- 15 -

�Ich bin

überzeugt, daß sich der Kongreß - derselbe Kongreß, der

im vorigen Jahr dem Handelsminister weitreichende Vollmachten für die
Vereinheitlichung der Sicherheitsmaßnahmen auf den einzelstaatlichen
Fernstraßen gab - unseren Bemühungen um die Schaffung eines solchen
Programms anschließen wird.
Ich ersuche den Kongreß dringend, das Verkehrssicherheitsgesetz
von 1966 zu verabschieden.
Ich ersuche darum, die Straßenverkehrssicherheitsprogramme der
Einzelstaaten mehr als bisher zu unterstützen.
Ich ersuche darum, eine Bundesstraßenforschungs- und Testanstalt
zu errichten.
Als ersten Schritt empfehle ich ein SechsJahresprogramm mit einem
Aufwand von 700 Millionen Dollar. Die drei Bestandteile dieses Programms sind nicht weniger wichtig als die Probleme, die es einer Lösung
zuführen soll.
Erstens werden die Bundesbeihilfen an die Einzelstaaten für Maßnahmen zur Erhöhung der Straßenverkehrssicherheit erhöht. Mit diesen
mittein kann jeder Staat unter den vom Handelsminister gebilligten
Normen ein umfassendes Sicherheitsprogramm für seine Fernstraßen entwickeln, das sich auf die Fahrerausbildung, die Führerscheinprüfung,
fortschrittliche Verkehrsregelungsmethoden, regelmäßige technische Fahrzeugüberprüfungen und den Polizei- und Rettungsdienst erstrecken soll.
Zweitens muß die Verkehrssicherheit der Fahrzeuge verbessert werden.
Bei Entwicklung und Bau neuer Automobile ist größerer Nachdruck auf
Sicherheit zu legen. Fahrzeuge, die auf dem (vom Bund regulierten) Binnenmarkt angeboten werden, müssen so konstruiert und ausgestattet sein, daß
sie maximalen Sicherheitsanforderungen genügen. Die Autos von morgen
müssen hinsichtlich ihrer Betriebssicherheit den zu setzenden Normen
genügen.
Ich empfehle, den Handelsminister zu ermächtigen, die erforderlichen
Sicherheitskriterien für Fahrzeuge und Fahrzeugteile festzusetzen. Gelangt
der Handelsminister nach Ablauf von zwei Jahren zu dem Schluß, daß die

- 16 -

�die freiwillig akzeptierten Sicherheitsnormen unzulänglich sind, kann er
für das gesamte Gebiet den Vereinigten Staaten verbindliche Sicherheitsvorschriften erlassen. Er wäre d.-s weiteren berechtigt, den Verkauf von
Fahrzeugen und Fahrzeugteilen, die diesen Normen nicht genügen, im gesamten Binnenhandel zu untersagen.
Drittens werden die Forschungsanstrengungen der Bundesregierung zur
Erhöhung der Sicherheit auf den Fernstraßen verstärkt.
Ich empfehle die Errichtung eines Bundesforschungs- und Testinstituts
für Fragen der Straßenverkehrssicherheit. Es werden Mittel für Forschungsarbeiten und Tests auf vielen Teilgebieten benötigt. Ein besseres Verständnis der menschlichen und - was Straße und Fahrzeug angeht - technischen
Faktoren, die die Ursachen für Tod und Verletzung bilden, liegt im öffentlichen Interesse. Wir müssen wirksamere Gegenmaßnahmen und objektive Normen als Richtschnur für unsere Programme entwickeln. Wir benötigen besondere Sachverständigenteams zur Untersuchung von Verkehrsunfällen; die
Auswertung exakter Unfalldaten muß auf das ganze Land ausgedehnt werden.
Wir müssen Stipendien und Forschungsmittel bereitstellen, um die besten
Köpfe und Talente unseres Landes für diese dringende Aufgabe zu gewinnen.
Dieses neue Straßenverkehrssicherheitsprogramm soll nach Schaffung
des Verkehrsministeriums in die Regie des Verkehrsministers übergehen.
Der Kongreß zögerte nicht, wenn die Umstände es verlangten, rigorose
Sicherheitsnormen für andere Transportmittel festzusetzen. Die gegenwärtig
hohe yuote tödlicher Verkehrsunfälle auf unseren Straßen zwingt zu ähnlichen
energischen und wirkungsvollen Maßnahmen zum Schutz von Millionen Familien,
die Autos besitzen. Wenn wir diesem Gemetzel nicht Einhalt gebieten, wird
eines Tages jeder zweite Amerikaner auf unseren Straßen getötet oder schwer
verletzt werden.

Sicherheitsnormen für Kraftfahrzeugreifen
Ich ersuche den Kongreß dringend, die Senatsdrucksache 2669 mit Vorrang zu verabschieden, die Sicherheitsnormen für im Binnenhandel beförderte
oder gehandelte Kraftfahrzeugreifen vorsieht.
Die

- 17 -

�Die meisten der den amerikanischen Fahrzeughaltern angebotenen
Autoreifen stammen aus der Fertigung angesehener Firmen und sind gründlich geprüft. Manches deutet jedoch darauf hin, daß überall im Lande in
steigendem Maße Reifen minderer Qualität an ahnungslose Kunden verkauft
werden. Die für die Insassen schneller Automobile mit der Benutzung
solcher Reifen verbundenen Gefahren sind evident.
Senatsdrucksache 2669 würde den Handelsminister ermächtigen, vorläufige Sicherheitsnormen festzusetzen und im Bundesanzeiger zu veröffentlichen. Der Minister wäre gehalten, diese Normen zwei Jahre nach
Verabschiedung des Gesetzes zu überprüfen und nötigenfalls zu modifizieren. Im Rahmen eines seiner Weisungsbefugnis unterliegenden Forschungs- und Entwicklungsprogramms wären die Mindestnormen für neue
Reifen zu verbessern und entsprechende Normen für runderneuerte Reifen
aufzustellen.
Im Interesse unserer Fahrzeughalter sollte die Senatsvorlage unverzüglich verabschiedet werden, damit die Gefahr von Unfällen, die durch
Reifendefekte verursacht werden, gebannt wird.

Sicherheit auf See
Im vergangenen Jahr kamen 90 Männer und Frauen ums Leben, als der
Erholungsdampfer "Yarmouth Castle" in Brand geriet und in den ruhigen
Gewässern des Karibischen Meer

unterging. Die "Yarmouth Castle" unter-

lag nicht den Sicherheitsnormen - zum Teil aufgrund des Prinzips der
"wohlerworbenen Rechte", da sie 1937 gebaut worden war, noch ehe diese
Bestimmungen erlassen wurden

Wir dürfen aber nicht zulassen, daß das

Leben unserer Mitbürger von dem Baujahr eines Schiffes abhängt.
Die Küstenwache ist gegenwärtig dabei, die Untersuchung des Untergangs der "Yarmouth Castle" abzuschließen. Die Abteilung Seeschiffahrt
im US-Handelsministerium hat ihre Untersuchungen über die finanzielle
Haftung bereits beendet.
Im weiteren Verlauf dieser Sitzungsperiode - sobald unsere Untersuchungen abgeschlossen und ihre Ergebnisse ausgewertet sind - werden
wir dem Kongreß Gesetzentwürfe zur Verbesserung der Sicherheitsmaßnahmen

- 18 -

�Sicherheitsmaßnahmen und der Haftungsbestimmungen bezüglich der Eigner und
Führer der Fahrgastschiffe unterbreiten, die aus unseren Häfen auslaufen.

Schadensregelung bei Flugzeugunfällen
Die Vereinigten Staaten haben ihre Absicht bekundet, die Warschauer
Konvention aufzukündigen. Unter den Bestimmungen dieser Vereinbarung ist
die Haftung der Luftverkehrsgesellschaften der Mitgliedstaaten je Fluggast im Todesfall auf 8300 Dollar beschränkt. Gegenwärtig werden im Rahmen der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation Gespräche über die
Erhöhung der Haftung je Fluggast auf allen Flugrouten der Welt geführt.
Wir vertreten den Standpunkt, daß die obere Grenze der Haftung auf 100 000
Dollar festgesetzt werden solle.

Forschung und Entwicklung
Auf technischem Gebiet nehmen die Vereinigten Staaten heute die
führende Stellung in der Welt ein. Trotz dieser Tatsache - und trotz der
Bedeutung, die dem Transport und Verkehr für den Wettbewerb auf den internationalen Märkten zukommt - gibt die Bundesregierung, wenn man von
den Ausgaben für die nationale Sicherheit und die Raumfahrt absieht, weniger als ein Prozent ihres gesamten Forschungs- und Entwicklungsetats für
Zwecke der Verkehrs- und Transportforschung aus.
Nach unserer Auffassung vom Staat fällt dem privaten Unternehmertum
die Hauptlast und -Verantwortung für Forschung und Entwicklung auf dem
Transport- und Verkehrssektor zu. Der Staat kann jedoch helfen. Er kann
die Forschung und Entwicklung auf ein umfassendes Transportsystem ausrichten und entsprechende Planungen .durchführen - bei Aufgaben, die außerhalb des Verantwortungsbereichs der Privatwirtschaft liegen und deren
Kräfte übersteigen.
Durch staatlich geförderte Forschungs- und Entwicklungsvorhaben
können wir:
einen Beitrag zur Erhellung der vielschichtigen Beziehungen unter den
Komponenten eines umfassenden Transportsystems leisten;
umfassendes

- 19 -

�umfassendes und zuverlässiges Datenmaterial für Entscheidungen
sowohl im privaten wie auch im öffentlichen Bereich erarbeiten;
Bereiche des Transport- und Verkehrswesens ermitteln, in denen
die Privatwirtschaft mit Erfolg sicherere und leistungsfähigere Dienste
für die Öffentlichkeit bereitzustellen vermag;
Vorkehrungen für eine intensivere Nutzung aller verfügbaren öffentlichen Mittel treffen;
die technischen Voraussetzungen schaffen, die zur Gewährleistung
angemessener inneramerikanischer und internationaler Transport- und
Verkehrsdienste in Zeiten des Notstandes unerläßlich sind; und
zum rascheren Fortschritt in allen Bereichen des Transports und
Verkehrs - Luftfahrt, Seetransport, Schienenschnellverkehr und Fahrzeugsicherheit - beitragen.
Das Verkehrsministerium wird - in Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft sowie verschiedenen Bundesbehörden und im Einklang mit der
nationalen Verkehrspolitik - ein koordiniertes Forschungs- und Entwicklungsprogramm durchführen. Das Ministerium kann Hilfestellung bei der
Übertragung der Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung in die
Wirtschaftspraxis leisten.

Überschall-Luftverkehr
Die Vere inigten Staaten nehmen auf dem Gebiet des Flugzeugbaus die
führende Stellung ein. Wir beabsichtigen, diese Stellung zu behaupten.
Wie ich schon in meiner Botschaft über die Lage der Nation angekündigt habe, schlage ich den Bau und die Flugerprobung eines auf eine
Geschwindigkeit von 3200 km/st ausgelegten Überschallflugzeuges vor.
Unser Überschallflugzeug muß dem Fluggast ein Höchstmaß an Zuverlässigkeit und Sicherheit bieten.
Es muß den Fluggesellschaften wie auch dem Hersteller einen angemessenen Gewinn garantieren.
Seine

- 20 -

�Seine Betriebseigenschaften müssen denen jedes anderen vergleichbaren Fluggeräts überlegen sein.
Es muß zum günstigst möglichen Zeitpunkt auf den Markt gebracht
werden.
Ein intensives Forschungs- und Entwicklungsprogramm, das den Bau eines
Überschallflugzeuges zum Ziel hat, ist bereits angelaufen. Bisher wurden hierfür 231 Millionen Dollar bewilligt.
Im Zusammenhang mit der Entwicklung dieses Fluggeräts und seiner
Triebwerke ist ein scharfer Konstruktionswettbewerb im Gange, der eine
Fülle von Ergebnissen zeitigen wird.
Für das HaushaltJahr 1967 ersuche ich um die Bewilligung von 200
Millionen Dollar für die Einleitung der Prototyp-Phase des Überschallflugzeuges. Mein Antrag schließt Mittel für den Abschluß des Konstruktionswettbewerbs, für die Erweiterung der wirtschaftlichen Kostenanalysen,
die Untersuchung des sogenannten Lärmteppichs sowie für das Anlaufen der
Prototyp-Fertigung ein.
Wir hoffen, 1970 mit der Flugerprobung des Überschallflugzeuges beginnen und die ersten Maschinen bis 1974 in Dienst stellen zu können.

Flugzeuglärm
Das Zeitalter des Düsenverkehrs hat unserem Luftverkehrswesen Fortschritt und Prosperität beschert. Moderne Düsenflugzeuge sind in der
Lage, Passagiere und Frachten über einen Kontinent hinweg mit Geschwindigkeiten zu befördern, die nahe an der Schallgrenze liegen.
Der Fortschritt brachte jedoch auch ganz neue Probleme eigener Art
mit sich. Der von den Flugzeugen erzeugte Lärm wird nach und nach zu
einer Quelle des Ärgernisses und der Sorge für Tausende von Mitbürgern,
die in der Nähe unserer großen Flughäfen wohnen. Dieses Problem verschärft
sich zunehmend, je mehr Flughäfen von Düsenflugzeugen angeflogen werden
und je mehr das Luftverkehrsaufkommen wächst. Seine Lösung ist weder einfach noch ist sie kurzfristig möglich. Dennoch müssen wir nunmehr unverzüglich gemeinsame Anstrengungen zur Minderung der Lärmbelästigung durch

- 21 -

�durch Flugzeuge unternehmen« Ich weise daher heute den Sonderberater
des Präsidenten für Wissenschaftsfragen an, in Zusammenarbeit mit den
Leitern des Bundesaufsichtsamtes für die Luftfahrt und des Bundesamtes
für Luft- und Raumfahrt sowie den Ministern für Handel und für Wohnungsbau und Städteplanung ein Aktionsprogramm zur Bewältigung dieses Problems zu erarbeiten. Ich fordere diese Gruppe auf,
die Entwicklung des Lärmpegels zu untersuchen und mögliche
Nutzungsformen für Land in Flugplatznähe zu ermitteln;
Fühlung mit den betroffenen Gemeinden und der örtlichen Wirtschaft aufzunehmen; und
Empfehlungen für Initiativen auf Regierungsebene auszuarbeiten,
die die Voraussetzung für weitere Fortschritte auf diesem Gebiet sind.

Neue Konzeptionen im Schiffbau
Nachdem die führende Stellung der Vereinigten Staaten auf marinetechnischem Gebiet lange Zeit unangefochten war, haben andere Länder
nunmehr stark aufgeholt und die Vereinigten Staaten in einigen Fällen
sogar überflügelt.
Die amerikanische Handelsschiffahrt hat wegen ihrer im Vergleich
zu den übrigen Wettbewerbspartnern erheblich höheren Kostenbelastung
im Welt-Frachtgeschäft Einbußen erlitten, die nur bis zu einem gewissen
Grade durch technische Verbesserungen ausgeglichen werden können.
Das Verteidigungsministerium hat jüngst ein Programm für die Entwicklung von Schnelltransportschiffen für die Beförderung von militärischem Nachschub eingeleitet. Diese Konzeption sieht die Übertragung
der in anderen Verteidigungs- und Raumfahrtprogrammen bereits erprobten
Konstruktionsprinzipien auf die Schiffahrt vor.
Zur Erzielung ähnlicher Ergebnisse im kommerziellen Schiffbau
weise ich die Minister für Handel und für Verteidigung, den Sonderberater
des Präsidenten für Wissenschaftsfragen sowie die Atomenergiekommission
an, eine Studie über die neue fortschrittliche Konzeption im Schiffbau
zu erstellen.
Zum
- 22 -

�Zu den Aufgaben dieser Gruppe gehören:
Intensivierung der Forschung, Entwicklung und Planung auf dem Gebiet schneller Großraumschiffe, die speziell für den Behälter- und
Falettenverkehr zwischen den wichtigsten Häfen der Welt bestimmt sind;
Forschung auf dem Gebiet seetüchtiger Tragflügelschiffe mit einer
Geschwindigkeit von mehr als 100 Knoten; und
weitere Untersuchungen der Anwendungsmöglichkeiten der Atomkraft
für den Antrieb von Handelsschiffen.
Unsere privaten Werften müssen auch künftig den Erfordernissen
unseres Landes genügen. Durch Forschung und Entwicklung sowie durch
Standardisierung im Schiffbau können sie produktiver und wettbewerbsfähiger werden. Wir beabsichtigen, unsere Anstrengungen auf dem Gebiet
der Handelsschiffahrt über das geplante Verkehrsministerium wesentlich
zu intensivieren.

Modernisierung des Schienen- und Straßenverkehrs
Im vergangenen Jahr ergriff der Kongreß wirksame Maßnahmen zur Verbesserung des Schienen- und Straßenverkehrs, als er ein Gesetz über das
Forschungs- und Entwicklungsprogramm für schnelle Landtransportmittel
verabschiedete. Dieses Programm wird in kürzester Zeit im Rahmen der
bestehenden Forschungsmöglichkeiten verwirklicht werden.
Die Verbesserung des Fernstraßenwesens sollten wir mit ähnlichem
Weitblick und Einfallsreichtum in Angriff nehmen. Bestimmte Abschnitte
des Bundesfernstraßensystems stellen heute schon die besten und leistungsfähigsten Straßen der Welt dar. Auf ihnen können die Kraftfahrzeuge
schneller, sicherer und in größerer Dichte fahren als auf den herkömmlichen Straßen. Die Transportkosten sind geringer und für die Abwicklung des Verkehrs geht in Relation zu seiner Dichte weniger Land verloren.
Da das Schnellstraßennetz nach rund zehn Jahren Bauzeit nunmehr etwa
zur Hälfte fertiggestellt ist, können jetzt auch die einzelstaatlichen
Fernstraßen sowie die Straßen geringerer Ordnung noch verbessert und dem

- 23 -

�dem verstärkten Verkehr angepaßt werden.
Ich habe demgemäß den Handelsminister angewiesen,
Mittel und Wege zur Schaffung von Mechanismen zur Lenkung und Überwachung des Verkehrs zu prüfen, um die Kapazität und Sicherheit unseres
Fernstraßennetzes zu erhöhen;
Möglichkeiten zur Verbesserung des Verkehrsflusses - insbesondere
in unseren Städten - erforschen zu lassen, um die bestehenden Straßenverbindungen besser auszunützen;
Möglichkeiten zum Bau eigener Verkehrswege für bestimmte Beförderungsmittel ins Auge zu fassen, wobei das Schwergewicht auf der Verbesserung der Massenverkehrsmittel liegen soll.

Systemforschung
Einige unserer aussichtsreichsten Chancen im Bereich von Forschung
und Entwicklung ergeben sich auf den weniger ins Auge fallenden und
vielfach vernachlässigten Sektoren unseres Transportwesens.
Wir geben Milliarden Dollar für den Bau neuer Straßen, aber vergleichsweise geringe Summen für Einrichtungen der Verkehrsüberwachung
aus.
Die Entwicklung schneller Strahlflugzeuge lassen wir uns Millionen
Dollar kosten - die Lösung des Problems eines schnelleren Zubringerdienstes für Fluggäste, aber nur wenige.
Wir haben ein beachtliches Gemeinschaftsprogramm von Staat und
Wirtschaft zur Ausweitung der Exporte aufgebaut, dulden es aber gleichzeitig, daß eine gewaltige Maschinerie der Bürokratie unsere Anstrengungen teilweise wieder zunichte macht. Für die Abwicklung unseres Außenhandels in aller Welt sind nicht weniger als 810 verschiedene Formulare
für Einfuhren und Ausfuhren erforderlich. Allein in den Vereinigten
Staaten werden bis zu 43 verschiedene Formulare für ein einziges Exportgeschäft benötigt. 80 Formulare können für die Einfuhr bestimmter Waren
erforderlich sein. Das ist einfach zuviel der Bürokratie.
Ich

- 24 -

�Ich weise die Minister für Finanzen, Handel und Justiz an, diese
Probleme unter Anwendung der Methoden der Systemforschung anzugehen.
Ich habe sie auch bereits angewiesen, ab sofort alle unnötigen bürokratischen Maßnahmen zu unterlassen, die unsere Import- und Exportprogramme behindern.

Transportwege und -mittel für Amerika
Die Gründerväter kamen per Kutsche nach Philadelphia, um an der
Verfassunggebenden Versammlung teilzunehmen. Von der schier unvorstellbaren Vielschichtigkeit des Verkehrs- und Transportwesens in unserer
Zeit und seinen Problemen konnten sie nichts ahnen. Dennoch erkannten
auch sie bereits, wie sehr der Handel zwischen den Staaten im nationalen Interesse liegt. In früherer Zeit brachte der amerikanische Kongreß
dieses Interesse sogar unmittelbar zum Ausdruck, indem er Gelder für
den Ausbau von Straßen und Wasserwegen bewilligte.
Noch wichtiger ist jedoch in diesem Zusammenhang, daß uns die
Gründerväter ein elastisches Regierungs- und Verwaltungssystem hinterließen. Die Gemeinden, die Einzelstaaten und die Bundesregierung können
sich zusammenschließen - und in vielen Fällen mit Privatunternehmen
zusammengehen -, um gemeinsam in echtem föderalistischem Geist die bestmögliche Lösung für schwierige Probleme zu finden.
Und gerade die Erfordernisse unseres Verkehrs- und Transportwesens,
die mit dem Anwachsen unserer Bevölkerungszahl und der industriellen
Expansion ständig zunehmen, verlangen, daß wir mit neuen Institutionen,
neuen Forschungsprogrammen und neuen Anstrengungen reagieren, um sichere
und gleichzeitig schnelle Verkehrsmittel bereitstellen zu können.
Das Verkehrs- und Transportwesen unserer Zeit kann das wirtschaftliche Wachstum fördern - oder blockieren.
Es kann den Weg zur Arbeitsstelle, zu den Angehörigen und zu den
Erholungszentren für jeden verkürzen - es kann aber statt dessen auch
plötzlichen und sinnlosen Tod bringen.
Es

- 25 -

�Es kann für jeden einzelnen die Erhöhung seines Lebensstandards
bedeuten - oder aber seine Lebenshaltungskosten um ein Vielfaches erhöhen.
Es kann Bequemlichkeit, Freude und ein Tor zu neuen Horizonten bedeuten - es kann aber auch Bemühungen sinnlos machen, sie beeinträchtigen und hemmen.
Die Entscheidung liegt bei uns.
Wir bauen die Kraftfahrzeuge, die Eisenbahnen, die Flugzeuge, die
Schiffe, die Straßen und die Flughäfen. Wir können, so wir dies wollen,
ihre sichere und wirksame Benutzung auf Jahrzehnte im voraus planen,
um so das Leben für alle Amerikaner angenehmer zu machen.
Das von mir in dieser Botschaft umrissene Programm ist der erste
Schritt in Richtung auf dieses Ziel. Ich ersuche den Kongreß dringend,
es rasch zu verabschieden.

(gez.) Lyndon B. Johnson

- 26 -

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XIX - 21

SICHERHEIT BERUHT NICHT AUF WAFFEN ALLEIN

von Robert S. McNamara
US-Verteidigungsminister

MONTREAL (Kanada) - (AD) - In einer Ansprache vor
dem Amerikanischen Zeitungsverlegerverband (American Society of Newspaper Editors) am 18. Mai 1966
in Montreal verwies der amerikanische Verteidigungsminister auf die Tatsache, daß Ordnung und Sicherheit auf der Welt mehr auf Entwicklung und Wohlstand
als auf Waffen beruhen. Die Beziehungen zu den Ländern des Sowjetblocks einschließlich Rotchinas, so
führte der Minister aus, erforderten heute einen
neuen Realismus.
AMERIKA DIENST übermittelt den Redaktionen den
vollen Text der Rede des Verteidigungsministers zur
Kenntnisnahme und eventuellen Veröffentlichung im
Wortlaut oder in Auszügen.

�SICHERHEIT BERUHT NICHT AUF WAFFEN ALLEIN

Jeder Amerikaner darf sich glücklich schätzen, der Gelegenheit erhält, diese wunderschöne Inselstadt }.n diesem so gastfreundlichen Land
zu besuchen. Mir als Verteidigungsminister aber bereitet es besondere
Genugtuung, diese längste Grenze der Welt zu überschreiten, kommt einem
hier doch erst so recht zu Bewußtsein, daß es gleichzeitig die am wenigsten geschützte Grenze der Welt ist. Man beginnt hier zu begreifen, eine
wie negative und enge Konzeption von der Verteidigung doch unser Jahrhundert überschattet.
Es besteht bei uns noch immer eine fast unausrottbare Tendenz,
unsere Sicherheit als ein ausschließlich militärisches Problem und das
militärische Problem wiederum ausschließlich als ein Problem der Waffensysteme und militärischen Ausrüstungen zu betrachten.
Die einfache, nackte Wahrheit ist, daß der Mensch von heute noch
immer in den gleichen stereotypen Vorstellungen von Krieg und Frieden
denkt, denen seine Vorväter verhaftet waren. Die Tatsache, daß diese
Vorväter sowohl in jüngerer wie in älterer Zeit in ihren Bemühungen um
die Vermeidung von Kriegen und die Verbreitung des Friedens so wenig
erfolgreich waren, scheint unsere Tendenz zu klischeehaftem Denken nicht
zu

dämpfen.
Wir neigen noch immer dazu, die nationale Sicherheit fast gänzlich

einem Status bewaffneter Bereitschaft gleichzusetzen, dem Besitz auch
eines unerschöpflichen und furchterregenden Arsenals von Waffen. Wir
neigen noch immer zu der Annahme, daß es in erster Linie diese rein
militärischen Dinge sind, die die Sicherheit zu gewährleisten vermögen.
Wir werden noch immer von der Vorstellung verfolgt, daß allein Waffen
den Ausschlag geben.
Wie beschränkt diese Vorstellung ist, wird klar, wenn man sich einmal überlegt, welche Art von Frieden zwischen den Vereinigten Staaten
und Kanada herrscht.
Er

- 1 -

�Er bietet ein sehr überzeugendes Beispiel. Dies ist doch die Lage:
Zwei moderne Staaten - beide technisch hoch entwickelt, jeder im Besitz
eines ungeheuer weiten Territoriums, beide ausgestattet mit großem
natürlichen Reichtum und beide auf militärischem Gebiet sehr tüchtig stehen sich gegenüber, lediglich durch eine unbewachte Grenze von
Tausenden Kilometern Länge voneinander getrennt. Und dennoch sind überhaupt keine Umstände in irgendeiner vorstellbaren Zukunft denkbar,
deretwegen unsere beiden Völker Krieg miteinander führen könnten.
Diese unvorstellbare Idee kann man als absurd abtun.
Warum ist das so? Ist es deshalb, weil wir beide bereit sind,
unsere Militärmaschinerien augenblicklich gegeneinander in Gang zu setzen?
Ist es deshalb so, weil der eine seine Waffen auf die lebenswichtigsten
Ziele des anderen gerichtet hat? Ist es deshalb so, weil wir beide nach
dem modernsten Stand der Technik bis an die Zähne bewaffnet sind und nur
dies uns hindert, Krieg

gegeneinander zu führen?

Solche Vorstellungen sind, auf unsere beiden Länder angewandt,
geradezu lächerlich.
Kanada und die Vereinigten Staaten leben miteinander in Frieden
aus Gründen, die mit unserer jeweiligen militärischen Bereitschaft nicht
das geringste zu tun haben. Wir leben in Frieden - in einem echten Frieden - dank einer unendlichen Fülle ähnlicher Ansichten, gleicher Grundsätze und gemeinsamer Ideale.
Auch zwischen uns bestehen Meinungsverschiedenheiten und Unterschiede. Und wir wollen um unserer für beide Seiten so fruchtbringenden
Beziehungen willen hoffen, daß keines unserer beiden Länder je zu einer
sterilen Kopie des anderen werden wird.
Das Entscheidende ist, daß alles andere als militärische Waffen die
Basis unseres gemeinsamen Friedens bilden. Das soll nun keineswegs besagen, daß die Konzeption der militärischen Abschreckung in der Welt von
heute nicht mehr gültig ist. Unglücklicherweise ist sie so gültig wie je
in bezug auf unsere möglichen Gegner. Aber im Verhältnis zwischen den
Vereinigten Staaten und Kanada ist sie gegenstandslos.
Wir

- 2-

�Wir sind keine Gegner, und wir werden auch nie Gegner sein. Es ist
aber nicht die gegenseitige militärische Abschreckung, die uns hindert,
zu Feinden zu werden, sondern die gemeinsame Achtung vor gemeinsamen
Grundsätzen. Ich erwähne dies, so offenkundig es auch ist, einfach als
eine Art reductio ad absurdum der Konzeption, derzufolge in der Mitte
des 20. Jahrhunderts Waffen das ausschließliche oder auch nur primäre
Element eines dauerhaften Friedens darstellen.
Es ist uns in den Vereinigten Staaten in den letzten fünf Jahren
gelungen, ein viel besseres Gleichgewicht auf dem militärischen Sektor
zu erreichen. Das war der Auftrag, den ich von Präsident Kennedy und
Präsident Johnson erhalten hatte. Und mit ihrer Unterstützung und der
des Kongresses waren wir in der Lage, einen noch stärkeren Militärapparat aus Land-, See- und Luftstreitkräften bei gleichzeitiger Erhöhung der Mobilität und Verbesserung der materiellen Ausrüstung aufzubauen - und dabei noch eine eindeutige Überlegenheit hinsichtlich der
nuklearen Abschreckungsmacht über jede mögliche Kombination von Gegnern
zu gewinnen.
Unsere Fähigkeit, sowohl einen Atomkrieg als auch einen Krieg mit
konventionellen Waffen zu führen und Versuchen der Subversion entgegenzutreten, konnte erheblich gesteigert und verbessert werden, und wir
haben dies mit einem Militärhaushalt erreicht, der, am Bruttosozialprodukt gemessen, niedriger war als in der Vergangenheit.
Was die Kampfbereitschaft angeht, waren die Vereinigten Staaten
militärisch nie zuvor stärker als heute. Wir sind entschlossen, diese
Kampfbereitschaft aufrechtzuerhalten.
Denkt man aber tiefer über diese Dinge nach, dann wird einem klar,
daß die militärische Macht für sich allein nicht das wesentlichste
Element unserer Sicherheit ist. Ein Staat kann durchaus den Punkt erreichen, an dem er sich durch den Kauf zusätzlicher Waffen keine zusätzliche militärische Sicherheit mehr erkaufen kann. Wir haben diesen
Punkt erreicht.
Für eine mächtige Nation - eine bereits hinreichend bewaffnete
Nation - wird das Wesen ihrer Beziehungen zur übrigen Welt zum entscheidenden Faktor. So betrachtet gibt es drei große Gruppen von Staaten:

�1. Die Länder, die um ihre wirtschaftliche Entwicklung ringen;
2. diejenigen freien Staaten, die ein Maß an Stärke

und Prosperität

erreicht haben, das es ihnen gestattet, einen Beitrag zur Erhaltung
des Friedens in der Welt zu leisten; und 3. und letztens jene Nationen, die sich versucht fühlen könnten, sich selbst zu unseren Gegnern
zu machen.
Zu jeder dieser Gruppen müssen die Vereinigten Staaten, wollen
sie ihre eigene Sicherheit wahren, eine spezifische Art von Beziehungen unterhalten.
Erstens müssen wir jene Entwicklungsländer schützen helfen, die
unsere Hilfe wirklich benötigen und erbitten

und die - als entschei-

dende Vorbedingung - willens und fähig sind, sich selbst zu helfen.
Zweitens müssen wir eine wirksamere Partnerschaft mit jenen Völkern anregen und verwirklichen, die sich mit uns in die Verantwortung
für die Aufrechterhaltung des Weltfriedens teilen können und sollten.
Drittens müssen wir alles tun, was wir unter realistischen Gesichtspunkten zu tun vermögen, um das Risiko eines Konflikts mit jenen zu verringern, die sich versucht fühlen könnten, die Waffen gegen uns zu erheben.
Lassen Sie mich diese drei besonderen Formen der Beziehungen zu
anderen hier etwas eingehender darstellen.
Erstens: unsere Beziehungen zu den Entwicklungsländern.
Gegenwärtig befinden sich rund hundert Länder im schwierigen Stadium des Übergangs von einer traditionellen zu einer modernen Gesellschaft. Es gibt in diesen Ländern keine einheitliche Rate des Fortschritts, und sie reichen von primitiven, heterogenen Staaten, die durch
Stammesrivalitäten gespalten sind und nur durch äußerst schwache politische Kräfte lose zusammengehalten werden, bis zu

relativ hoch entwickel-

ten Gesellschaften, die sich auf dem besten Wege zum Aufbau einer ertragreichen Landwirtschaft und leistungsfähigen Industrie befinden.
Dieser allgemeine Drang, eine höhere Entwicklungsstufe zu erreichen,
der sich insbesondere auf der ganzen südlichen Erdhälfte Bahn bricht, ist

- 4 -

�ist in der Geschichte ohne Parallele. Er hat von alters her in Teilnahmslosigkeit versunkene Gebiete der Erde zu bewegten Schauplätzen des Wandels
werden lassen.
Dies ist natürlich alles in allem kein sehr friedlicher Prozeß. In den
letzten acht Jahren allein kam es zu nicht weniger als 164 größeren Gewaltausbrüchen von internationaler Bedeutung, von denen sich jeder einzelne als
eine ernste Herausforderung der Autorität und eine Bedrohung selbst des Bestandes des fraglichen Staates erwies.
Insgesamt waren 82 Staaten hiervon betroffen. Es fällt auf, daß nur 15
von diesen 164 Gewaltausbrüchen militärische Konflikte zwischen zwei Staaten
waren, und nicht einer ein offen erklärter Krieg. Ja, es hat seit Ende des
zweiten Weltkriegs überhaupt nirgendwo auf der Welt eine offizielle Kriegserklärung gegeben.
Auf unserer Erde zu leben, wird immer gefährlicher, nicht nur wegen
einer möglichen nuklearen Katastrophe, sondern auch aufgrund der großen Anzahl der de facto-Konflikte und weil die Tendenz zu solchen Konflikten eher
stärker

als

schwächer wird. Zu Beginn des Jahres 1958 waren in der Welt

insgesamt 23 seit längerem andauernde Rebellionen im Gang. Bis zum 1. Februar 1966 war diese Zahl auf insgesamt 40 gestiegen. Des weiteren hat sich die
Gesamtzahl der Gewaltausbrüche Jahr für Jahr erhöht: im Jahre 1958 waren es
34, 1965 schon 58.
Wichtiger als alles andere ist jedoch die Tatsache, daß eine direkte
und permanente Beziehung zwischen dem Auftreten von Gewalt und dem wirtschaftlichen Status des betroffenen Landes besteht. Die Weltbank teilt die
Nationen auf der Basis des Pro-Kopf-Einkommens in vier Kategorien ein: reiche,
wohlsituierte, arme und sehr arme Nationen. Zu den reichen Nationen zählen
Länder mit einem Pro-Kopf-Einkommen von jährlich 750 Dollar und darüber. In
den USA beziffert sich dieser Meßwert gegenwärtig auf mehr als 2700 Dollar.
Es gibt insgesamt 27 dieser reichen Nationen. Sie verfügen über 75 Prozent
der materiellen Güter der Erde; dabei entfallen auf sie nur 25 Prozent der
Weltbevölkerung. Seit 1958 hat nur einer dieser 27 Staaten einen größeren
inneren Aufruhr auf seinem eigenen Territorium erleben müssen.
Wie aber sieht es am anderen Ende der wirtschaftlichen Bewertungsskala aus! Von den 38 sehr armen Nationen - Ländern mit einem Pro-Kopf-

- 5-

�Pro-Kopf-Einkommen von weniger als 100 Dollar im Jahr - hatten nicht
weniger als 32 unter größeren Konflikten zu leiden, Praktisch entfielen
während dieses Zeitraums von acht Jahren durchschnittlich zwei größere
Gewaltausbrüche auf jedes dieser Länder. Dies ist beträchtlich, und was
noch schlimmer ist, es handelte sich vorwiegend um Konflikte von längerer
Dauer.
Diese Tendenz herrscht, wie nicht anders zu erwarten, auch in den
beiden anderen Kategorien - den armen Staaten und den Ländern mit mittlerem Einkommen - in etwa vor. Seit 1958 kam es in 87 Prozent der sehr
armen, in 69 Prozent der armen und in 48 Prozent der wohlsituierten
Länder zu ernsten Gewaltaktionen.
Es kann also keine Frage sein, daß eine unabdingbare Beziehung zwisehen Gewalt und wirtschaftlicher Rückständigkeit besteht und daß der Trend
zur Gewaltanwendung zu- und nicht abnimmt.
Es wäre mithin doch sehr beruhigend, wenn sich die Kluft zwischen
den reichen und den armen Nationen schlösse und der wirtschaftliche Rückstand aufgeholt würde. Dies ist jedoch nicht der Fall. Die wirtschaftliche
Kluft wird vielmehr immer breiter.
Schon 1970 wird über die Hälfte der Gesamtbevölkerung der Erde in
den unabhängigen Ländern der südlichen Halbkugel leben. Aber auf diese
hungernde Hälfte der Menschheit wird dann nur ein Sechstel des Bruttosozialproduktes der Welt entfallen. Im Jahre 1975 etwa wird in diesen
Staaten die Zahl der Kinder unter fünfzehn Jahren so groß sein wie die
Gesamtbevölkerungsziffer der Industrieländer des Nordens.
Selbst in unseren eigenen Wohlstandsgesellschaften haben wir Grund
genug, uns wegen der Spannungen Sorgen zu machen, die sich unter den
minderbemittelten Jugendlichen entwickeln, verstärken und schließlich zu
Jugendkriminalität und Verbrechen ausarten. Was kann man von der Jugend
einer ganzen Hemisphäre erwarten, in der sich wachsende Verzweiflung nur
zu leicht in Ausbrüchen von Gewalt und Extremismus Luft macht?
Das jährliche Einkommen pro Kopf der Bevölkerung steigt in rund der
Hälfte der achtzig Entwicklungsländer, die Mitglieder der Weltbank sind,

- 6-

�sind, um sage und schreibe ein Prozent oder weniger im Jahr. Bis Ende
dieses Jahrhunderts werden diese Länder - bei gleichbleibenden wirtschaftlichen Wachstumsraten - ein Pro-Kopf-Einkommen von knapp 170 Dollar im
Jahr, die USA aber ein solches von 4500 Dollar erreichen.
Die Folgerung, die wir alle daraus ziehen müssen, lautet einfach
und zwangsläufig: Aufgrund des sicheren Zusammenhangs zwischen wirtschaftlicher Stagnation und dem Auftreten von Gewalt werden die künftigen Jahre
für die Nationen der südlichen Halbkugel erfüllt sein von Gewalt. Dies
wäre selbst dann der Fall, wenn die doch so offensichtliche Gefahr einer
kommunistischen Subversion nicht existierte.
Sowohl Moskau als auch Peking betrachten trotz erbitterter interner
Auseinandersetzungen den gesamten Modernisierungsprozeß als einen idealen
Nährboden für den Kommunismus. Sie verfügen auf dem Gebiet der subversiven
Kriegführung im Inneren über reiche Erfahrungen,und sie haben es in der
Kunst der politischen Gewaltanwendung sowohl in der Lehre als auch in der
Praxis sehr weit gebracht. Die Tatsache wird vielfach verkannt, daß die
Kommunisten es verstehen, die völlig berechtigten Beschwerden und Anliegen
einer aufstrebenden Gesellschaft zu usurpieren, zu manipulieren und
schließlich für ihre eigenen Zwecke auszubeuten.
Es wäre jedoch eine grobe Vereinfachung, den Kommunismus bei allen
Konflikten in der Welt der Entwicklungsländer als den zentralen Faktor zu
betrachten. Kommunisten waren nur in 58 von den 149 wichtigsten Fällen des
inneren Aufruhrs während der letzten acht Jahre verwickelt - das sind
38 Prozent unter Einschluß der sieben Fälle, in denen sich der Aufruhr
gegen ein kommunistisches Regime selbst richtete.
Wenn es in einer in Spannung lebenden Welt irgendwo zu Gewalttätigkeit kommt, dann löst dies in dem verzweigten Adernetz der internationalen Beziehungen Schockwellen aus, gleichgültig, ob Kommunisten beteiligt
sind oder nicht; die Sicherheit der Vereinigten Staaten aber hängt auch
von der Sicherheit und Stabilität von Nationen auf der anderen Seite des
Erdballs ab.
Doch weder unser Gewissen noch der gesunde Menschenverstand sagen uns,
daß die Vereinigten Staaten der Weltpolizist sind, sein sollten oder sein

- 7-

�sein könnten. Ganz im Gegenteil, die Erfahrung bestätigt, was die menschliche Natur vermuten läßt: daß nämlich in den meisten Fällen innerer
Gewaltausbrüche die Landesbewohner, gestützt auf ihre Traditionen, am
ehesten die Lage zu meistern vermögen.
Die Vereinigten Staaten haben kein Mandat von oben, auf die Welt
aufzupassen, und sie haben auch keine Neigung, dies zu tun. Es hat
klassische Fälle gegeben, in denen unser bewußter Verzicht auf Handeln
die klügste Art des ^

&lt;* as überhaupt war. Wird unsere Hilfe nicht ge-

wünscht, wäre es in den meisten Fällen unklug, sie von uns aus anzubieten.
Kein Gebot zwingt uns, wankenden Regierungen beizustehen, die die
Gewalttätigkeit selbst heraufbeschworen, indem sie den berechtigten Wünschen der Bürger des Landes vorsätzlich nicht nachkamen.
Darüber hinaus wird die fortschreitende Technik im kommenden Jahrzehnt die Notwendigkeit verringern, Stützpunkte im Ausland zu unterhalten
und Stationierungsrechte in bestimmten Gebieten zu besitzen. Die ganze
Konzeption der Vorwärtsbereitstellung wird sich mit der Zeit ändern.
Aber so einleuchtend solche Vorhaltungen auch klingen mögen - die
eine unabänderliche Tatsache bleibt bestehen, daß unsere Sicherheit
direkt von der Sicherheit der Entwicklungsländer abhängt.
Unsere Aufgabe muß es sein, die Entwicklungsländer, die unsere Hilfe
wirklich brauchen und suchen und sichtlich bereit und fähig sind, sich
selbst zu helfen, bei der Erlangung und Wahrung ihrer Sicherheit zu unterstützen. Die Schwierigkeit liegt darin, daß wir die Bedeutung des Wortes
Sicherheit in diesem Zusammenhang nicht immer ganz begreifen. In einer in
der Phase der Modernisierung stehenden Gesellschaft bedeutet Sicherheit
Entwicklung.
Sicherheit ist nicht mit Waffen gleichzusetzen - wenngleich sie dieser oft nicht entbehren kann. Sicherheit heißt nicht militärische Stärke
- wenngleich auch diese eine Rolle spielen mag. Sicherheit ist nicht militärisches Handeln im traditionellen Sinne - wenngleich sie auch solches
einschließen kann.
Sicherheit

- 8 -

�Sicherheit ist Entwicklung, und ohne Entwicklung kann es keine
Sicherheit geben. Ein Entwicklungsland, das sich nicht tatsächlich entwickelt, wird seine Sicherheit nicht zu wahren vermögen. Es kann aus
dem ganz einfachen Grund seine Sicherheit nicht wahren, weil seine Bürger ihre menschliche Natur nicht abstreifen können. Wenn Sicherheit etwas
voraussetzt, dann ist es ein Minimum an Ordnung und Stabilität.
Ohne innere Entwicklung, möge sie noch so langsam voranschreiten,
sind Ordnung und Stabilität einfach unmöglich. Sie sind deshalb nicht
möglich, weil sich die menschliche Natur nicht über ein bestimmtes Maß
hinaus unterdrücken läßt. Sie bäumt sich auf - aus innerem Antrieb.
Das sehen wir nicht immer ein, und das sehen auch die Regierungen der im
Aufbau begriffenen Länder nicht immer ein.
Wenn ich aber betone, daß die Sicherheit aus der Entwicklung erwächst,
dann will ich damit nicht sagen, daß ein Entwicklungsland nicht von innen
her unterwandert werden kann; daß es nicht einer Aggression von außen zum
Opfer fallen kann; oder nicht zum Opfer einer Kombination beider Umstände
werden kann.
Das kann es durchaus, und um das Auftreten eines der beiden Umstände
oder beider zu verhindern, bedarf eine Nation einer angemessenen militärischen Stärke, weil sie nur dann mit diesem spezifischen Problem fertig zu
werden vermag. Aber das spezifische militärische Problem ist nur ein Teil
des umfassenderen Problems der Sicherheit.
Militärische Macht kann dazu beitragen, Recht und Ordnung aufrechtzuerhalten - aber nur insoweit, als in'einer sich entwickelnden Gesellschaft bereits eine Grundlage für Recht und Ordnung existiert: die grundlegende Bereitschaft der Bevölkerung zur Mitarbeit. Recht und Ordnung sind
der Schild, unter dessen Schutz das zentrale Element der Sicherheit nämlich die Entwicklung - erreicht werden kann.
Wir veranstalten mit diesen Worten kein semantisches Spiel. Es ist
ein Unglück, daß wir allzu lange in einem semantischen Dschungel umhergeirrt sind. Wir sind so weit gekommen, daß wir "Sicherheit'» ausschließlich
mit militärischen Begriffen und ganz besonders mit Waffen assoziieren. In
Wirklichkeit liegen die Dinge ganz anders. Wir müssen uns den tatsächlichen

- 9-

�tatsächlichen Gegebenheiten anpassen, wenn wir dafür sorgen wollen, daß
die Sicherheit auf der südlichen Halbkugel fortbesteht und wächst.
Entwicklung bedeutet wirtschaftlichen, sozialen und politischen
Fortschritt. Sie bedeutet einen befriedigenden Lebensstandard - und das,
was in einem frühen Stadium der Entwicklung als "befriedigend1* gelten
mag, wird man in einem späteren Stadium als "nicht mehr befriedigend"
ansehen.
Die Sicherheit wächst in dem Maße, in dem die Entwicklung voranschreitet. Und hat die Bevölkerung eines Landes erst einmal ihre eigenen menschlichen und natürlichen Hilfsquellen organisiert, um das selbst
hervorbringen zu können, was sie zum Leben braucht und erwartet, und hat
sie gelernt, im höheren nationalen Interesse einen friedlichen Ausgleich
unter konkurrierenden Forderungen zu schaffen - dann wird ihr Widerstand
gegen Aufruhr und Gewalttätigkeit erheblich zunehmen. Umgekehrt wird die
tragische Notwendigkeit entfallen, daß verzweifelte Menschen ihre Zuflucht zu

Gewalt nehmen, um nach den Geboten der Menschenwürde leben zu

können.
Ich habe schon erklärt, daß die Rolle der Vereinigten Staaten darin
besteht, diesen im Aufbau einer modernen Gesellschaft begriffenen Nationen bei der Erreichung und Wahrung der Sicherheit zu helfen - vorausgesetzt, daß sie unsere Hilfe brauchen und suchen und eindeutig willens
und fähig sind, sich selbst zu helfen.
Doch welcher Art soll

unsere Hilfe sein?

Sie sollte auf jeden Fall zur Entwicklung beitragen. Auf militärischem Gebiet umfaßt Hilfe heute zwei große Kategorien. Wir sollten den
Entwicklungsländern in dem Maße Ausbildungs- und Waffenhilfe leisten,
wie dies zur Erhaltung des Schutzschildes notwendig ist, hinter dem die
Entwicklung voranschreiten kann. Die Größe dieses Schildes v. riiert Von
Land zu Land. Von entscheidender Bedeutung ist dabei jedoch, daß dieser
Schild ein Schild bleibt und nicht zum Ausgangspunkt für eine Aggression
gegen andere wird.
Die zweite - und oft nicht richtig eingeschätzte - Kategorie der
militärischen Unterstuetzung für eine aufstrebende Nation ist die Aus-

- 10 -

�Ausbildung der Angehörigen der Streitkräfte für den zivilen Einsatz.
Der Begriff Zivileinsatz ist wieder eines dieser semantischen Puzzlespiele. Viel zu wenig Amerikaner und Regierungsbeamte in den Entwicklungsländern verstehen voll und ganz, was Zivileinsatz der Streitkräfte eigentlich bedeutet.
Im wesentlichen bedeutet er die Heranzieheng der Soldaten eines
Landes zu traditionsgemäß an sich nichtmilitärischen Aufgaben, d.h.
zu Projekten auf Gebieten wie Erziehung, öffentliche Arbeiten, Volksgesundheit und Hygiene, Landwirtschaft etc., die dem Wohl der Bevölkerungdienen - kurzum zu allem, was mit dem wirtschaftlichen und
sozialen Fortschritt zusammenhängt.
Hier wurden bereits eindrucksvolle Ergebnisse erzielt. Während
der letzten vier Jahre wurden in allen Teilen der Welt in von Amerika
unterstützten Zivileinsätzen über 15 000 Kilometer Straßen angelegt
oder instand gesetzt, über 1000 Schulen errichtet, Hunderte von Krankenhäusern und Kliniken gebaut, und schätzungsweise vier Millionen
Menschen ärztlich und zahnärztlich betreut.
Das Bemerkenswerte daran ist, daß all dies von Einheimischen in
Uniform getan wurde. Ganz abgesehen von den eigentlichen Entwicklungsprojekten, wandelt das Programm das negative Bild vom Soldaten als dem
gewaltsamen Wahrer des Status quo von Grund auf.
Aber Hilfe nur auf dem militärischen Sektor reicht nicht aus. Die
Wirtschaftshilfe ist von ebenso entscheidender Bedeutung. Der Präsident
besteht darauf, daß unsere Hilfe gezielt und aufgrund absolut realistischer Überlegungen gewährt wird: daß die Unterentwicklung direkt an den
Wurzeln angegangen und nicht lediglich versucht werden soll, die Symptome abzuschwächen. Seiner grundlegenden Überzeugung nach ist jede amerikanische Wirtschaftshilfe - wie umfangreich sie auch immer sein mag nutzlos, wenn das Empfängerland nicht selbst entschlossen die Hauptlast
auf sich nimmt. Das wird Kriterium und entscheidende Vorbedingung für
unsere gesamte künftige Hilfe sein.
Nur die Entwicklungsländer selbst können die fundamentalen Maßnahmen ergreifen, die erst die Hilfe von außen sinn- und bedeutungsvoll

-.11 -

�bedeutungsvoll werden lassen. Solche Maßnahmen sind oft unangenehm und
erfordern häufig politischen Mut und Entschlossenheit. Versäumt man jedoch, schmerzhafte, aber unbedingt notwendige Reformen durchzuführen,
dann muß das unausweichlich zu noch viel schmerzhafterer revolutionärer
Gewalttätigkeit führen. Unsere Wirtschaftshilfe soll eine vernünftige
Alternative zu solcher Gewalttätigkeit bieten. Sie soll helfen, an die
Stelle des tragischen inneren Konflikts den friedlichen Fortschritt zu
setzen.
Bei ihren Bemühungen wollen die Vereinigten Staaten verständnisvoll und großzügig vorgehen. Dennoch ist dies ein Unterfangen, das sie
nicht allein durchführen können. Und so erwarten sie von jenen Staaten,
die es zu wirtschaftlicher Eigenständigkeit und Prosperität gebracht
haben, daß sie mehr zur Entwicklung - und damit zur Sicherheit - der
sich erneuernden Welt beitragen.
Damit bin ich bei dem zweiten Komplex der Beziehungen angelangt,
den ich eingangs erwähnt habe: die Politik der Vereinigten Staaten, die
eine wirksamere Partnerschaft mit jenen Staaten anregt und anstrebt, die
ihren Teil der Verantwortung im Ringen um die Sicherung des Weltfriedens
übernehmen können und sollten.
Amerika wendet für sein Militär einen höheren Prozentsatz seines
Bruttosozialprodukts auf als jede andere größere Nation der freien Welt.
Dies war schon so, bevor wir mehr Mittel für Südostasien bereitstellen
mußten. Wir hatten in den vergangenen Jahren genau so viele Männer unter
den Waffen wie alle Staaten Westeuropas zusammen - obwohl ihre Bevölkerung eineinhalb mal größer ist als unsere.
Das amerikanische Volk hat nicht die Absicht, sich seinen Verpflichtungen in irgendeinem Teil der Welt zu entziehen. Es kann aber einfach
niemand von ihm erwarten, daß es auf unbestimmte Zeit einen unverhältnismäßig großen Anteil der gemeinsamen Lasten trägt. Wenn zum Beispiel
andere Staaten wirklich glauben - wie sie behaupten -, daß es in unser
aller Interesse liegt, eine Ausdehnung des wirtschaftlichen und politischen Einflusses Rotchinas über seine Grenzen hinaus zu verhindern, dann
müssen sie auch aktiver am Schutz unseres gesamten Verteidigungsbereichs
teilnehmen.

„,

- 12 -

�Ich möchte eines hier ganz klar herausstellen: Es geht nicht
darum, die Neutralität oder die Bündnisfreiheit irgendeines Staates
in Frage zu stellen. Es geht vielmehr ganz entschieden darum, daß
die Unabhängigkeit solcher Staaten letzten Endes nur durch Kollektivabkommen untereinander und mit ihren Nachbarstaaten

voll gewährlei-

stet werden kann.
Die simple Wahrheit ist, daß der Tag kommen wird, an dem kein
noch so mächtiges Land allein auf sich gestellt mehr etwas für die
Erhaltung des Friedens außerhalb seiner Grenzen zu tun vermag. Regionale und internationale Friedensorganisationen sind noch sehr neu. Um
sich entwickeln zu können, müssen sie erst Erfahrungen sammeln und
durch sinnvolle und praktikable gemeinsame Aktionen gestärkt werden.
Kanada könnte in dieser Hinsicht ein Vorbild für alle Staaten
abgeben. Wie Premierminister Pearson vergangene Woche in New York so
beredt dargelegt hat, "ist Kanada nicht minder tief in die Weltpolitik
verstrickt als jedes andere Land gleicher Größe. Wir schicken uns darein, weil wir in 50 Jahren gelernt haben, daß uns ein Fernbleiben von
der Politik, die über Krieg und Frieden entscheidet, im Falle ihres
Scheiterns nicht blutige Oper und andere Folgen erspart. Wir haben es
1914 erfahren und 1939 noch einmal... Darum sind wir stolz darauf, daß
unsere Soldaten bei jeder Friedensmission der Vereinten Nationen dabei
waren - in Korea, in Kaschmir, am Suezkanal, im Kongo und auf Zypern".
Die Organisation der Amerikanischen Staaten und ihr Eingreifen in
der Dominikanischen Republik, die Unterstützung der südvietnamesischen
Regierung mit Truppen und Hilfsmaterial durch mehr als dreißig Nationen,
und selbst die parallellaufenden Vermittlungsbemühungen der Vereinigten
Staaten und der Sowjetunion im pakistanisch-indischen Konflikt - dies
alles, im Verein mit den Bemühungen der Vereinten Nationen, sind erste
Schritte, um einseitige Versuche, der Gewalt entgegenzutreten, durch
ein multinationales Vorgehen zu ersetzen. Sie sind richtungweisend für
künftige Schritte zur Erhaltung des Friedens.
Es genügt nicht, dieser Idee lediglich zuzustimmen; wir müssen
vielmehr all unsere Fähigkeiten, unsere materiellen Hilfsquellen und

- 13 -

�und unser ganzes Sinnen und Trachten auf die Verwirklichung dieses
Gedankens verwenden.
In Westeuropa - einem Gebiet, dessen überschäumende wirtschaftliche Vitalität der Weisheit des Marshallplangedankens ein Denkmal gesetzt hat - sind die Probleme der Sicherheit weder statisch noch völlig
neu. Fundamentale Wandlungen bahnen sich an, dennoch werden gewisse
unumgängliche Realitäten bestehenbleiben.
Die konventionellen Streitkräfte der NATO zum Beispiel bedürfen
nach wie vor eines nuklearen Rückhaltes, den zu bieten weit über die
Möglichkeiten eines jeden westeuropäischen Landes hinausgeht. Die Vereinigten Staaten haben sich verpflichtet, den Hauptanteil der nuklearen
Abschreckung zu bestreiten.
Die europäischen Mitglieder des Bündnisses hegen den ganz natürlichen Wunsch, aktiver an der nuklearen Planung mitzuwirken. Eine der
Hauptaufgaben der Allianz ist es deshalb heute, Partnerschaften und
Institutionen zu schaffen, durch die eine wirksame gemeinsame atomare
Planung möglich wird. Wir haben mit der Errichtung des Sonderausschusses
der NATO-Verteidigungsminister einen praktischen und vielversprechenden
Anfang gemacht. Gemeinsame Planung und Konsultation sind wesentliche
Bestandteile eines jeden vernünftigen Ersatzes für die nicht tragbare
und gefährliche Alternative unabhängiger nationaler Nuklearstreitkräfte
innerhalb der Allianz.
Auch über unsere Allianz hinaus müssen wir Mittel und Wege finden,
die Weitergabe von Kernwaffen zu verhindern. Das ist eine zwingende Notwendigkeit.
Natürlich sind Verträge zur Verhinderung der Weiterverbreitung von
Kernwaffen mit gewissen Risiken verbunden. Sie sind jedoch nicht vergleichbar mit den Gefahren, die eine Vergrößerung der Zahl der Atommächte heraufbeschwören würde. Im Risikokalkül bedeutet eine Vermehrung
der unabhängigen Atommächte nicht lediglich eine Addition der Gefahren.
Wir würden die Risiken nicht einfach summieren, wir würden sie mit wahnsinniger Schnelligkeit vervielfachen.
Wenn

- 14 -

�Wenn wir ernsthaft bemüht sein wollen, unseren Kindern eine Welt
zu hinterlassen, die nicht von der Vernichtung durch Kernwaffen bedroht ist, müssen wir das Problem der Weiterverbreitung lösen. Vernünftige Abmachungen über ein Verbot der Weitergabe sind durchführbar,
denn wir teilen mit allen unseren Gegenspielern das Interesse, eine
gegenseitige Vernichtung, wie sie von einer verantwortungslosen x-ten
Macht ausgelöst werden könnte, zu verhindern.
Das bringt mich

zur dritten und letzten Art von Beziehungen, die

die Vereinigten Staaten pflegen müssen: die Beziehungen zu Ländern, die
versucht sein könnten, die Waffen gegen uns zu erheben.
Diese Beziehungen erfordern Realismus. Aber Realismus drückt sich
nicht in einer verhärteten, unelastischen, einfallslosen Haltung aus.
Realistisches Denken ist rastloses, schöpferisches Denken - frei von
naiven Illusionen und voller praktischer Alternativen.
Es gibt durchführbare Alternativen in unseren gegenwärtigen Beziehungen sowohl zur Sowjetunion als auch zu Rotchina. Ein tiefer ideologischer Abgrund trennt uns von ihnen - und trennt sie bis zu einem
gewissen Grad auch voneinander.
Bemühungen unsererseits um eine ideologische Annäherung sind
zwecklos. Aber eine Bresche in die - wenn auch selbstverschuldete Isolierung eines mächtigen Staates wie Rotchina zu schlagen, verringert
die Gefahr möglicher katastrophaler Mißverständnisse und bietet beiden
Seiten einen größeren Anreiz, Streitigkeiten durch Verhandlungen anstatt
durch Gewaltanwendung beizulegen.
Wir haben manche Möglichkeiten, Brücken zu Staaten zu schlagen, die
bisher vernünftige Beziehungen zu uns ausgeschlagen haben. Wir können
das über wohlausgewogene Handelsbeziehungen, diplomatische Kontakte und
in manchen Fällen sogar durch den Austausch militärischer Beobachter
erreichen. Wir müssen uns darüber klarwerden, wo wir diese Brücken
schlagen wollen, welche Verkehrsströme sie aufnehmen sollen, und auf
welchen gemeinsamen Fundamenten sie errichtet werden können. Keine Brükke ist nur an einem Ufer verankert. Will man einen Abgrund überbrücken,
muß die Brücke auf beiden Ufern ruhen.
Abgründe

- 15 -

�Abgründe sind im allgemeinen gefährlich. Mancher wagt es nicht
einmal, über ihren Rand zu schauen. Aber in einer von thermonuklearen
Waffen überschatteten Welt können wir uns ein politisches Schwindelgefühl nicht leisten.
Präsident Johnson hat diese Dinge klar beim Namen genannt. Indem
wir Brücken zu denen schlagen, die sich zu unseren Widersachern gemacht haben, "können wir dazu beitragen, eine Gemeinschaft der Interessen, eine Gemeinschaft des Vertrauens und eine Gemeinschaft des Strebens zu schaffen".
Lassen Sie mich im Hinblick auf das gemeinsame Streben einen konkreten Vorschlag an die Adresse der heutigen jungen Generation in den
Vereinigten Staaten richten. Es ist dies eine gewissen Idealen verbundene, aktive und hingabefähige Generation. Das hat sie sehr eindrucksvoll bewiesen: durch ihre Arbeit innerhalb des Friedenskorps im Ausland

und durch ihre Bereitwilligkeit, freiwillig an dem Entscheidungs-

kampf gegen Armut und fehlende AufStiegschancen in unserem eigenen Land
teilzunehmen.
Wie die Dinge liegen, wird gegenwärtig nur ein Bruchteil der wehrpflichtigen jungen Männer eingezogen. Das ist eine Ungerechtigkeit.
Es scheint mir, als könnten wir dieser Ungerechtigkeit entgegenwirken, indem wir von jedem jungen Menschen in den Vereinigten Staaten
verlangen, zwei Jahre lang seinem Land zu dienen - sei es bei einer der
Waffengattungen, im Friedenskorps oder durch freiwillige Mitarbeit an
einem anderen Entwicklungsprojekt in Amerika oder im Ausland.
Wir könnten andere Länder ermutigen, das gleiche zu tun, und wir
könnten Austauschprogramme ausarbeiten - ähnlich denen, die das Friedenskorps bereits plant.
Dies ist kein völlig neuer Vorschlag, und er wurde als unpassend
zu einem Zeitpunkt kritisiert, da wir in einen Krieg verwickelt sind.
Aber ich glaube, daß genau das Gegenteil zutrifft. Heute ist dies
mehr angebracht denn je zuvor, würde ein solcher Schritt doch unterstreichen, welchen eigentlichen Zweck wir in Vietnam und darüber hinaus

- 16 -

�hinaus überall in der Welt verfolgen, wo Zwang, Ungerechtigkeit oder
ein Mangel an Aufstiegschancen herrschen.
Er würde der zentralen Konzeption der Sicherheit sinnfälligen Ausdruck geben - der Konzeption, eine Welt der Menschenwürde und Entwicklung zu schaffen, in der jedermann sich ein besseres Dasein erhoffen
kann.
Gemeinsame Interessen - gegenseitiges Vertrauen - gemeinsame Anstrengungen: das sind die Ziele. Können wir diese Ziele in unserem Verhältnis zur Sowjetunion und zum kommunistischen China erreichen? Sind
sie in der Lage, diese Ziele in ihrem gegenseitigen Verhältnis zu erreichen?
Die Antwort auf diese Fragen findet sich in der Antwort auf eine
Frage von noch tieferer Bedeutung: Was ist der Mensch? Ist er ein vernunftbegabtes Wesen? Wenn er es ist, dann können diese Ziele am Ende
doch verwirklicht werden. Ist er es nicht, dann ist alle Mühe vergebens.
Der bisherige Verlauf der Geschichte läßt den Schluß zu, daß der
Mensch tatsächlich ein mit Vernunft begabtes Wesen ist - begabt aber auch
mit einer nahezu unerschöpflichen Fähigkeit, töricht zu handeln. Seine
Entwicklungsgeschichte scheint mir den zwar schleppenden, aber beharrlichen Versuch des Menschen zu dokumentieren, seine Vernunft über seine
Tierhaftigkeit zu stellen.
Er macht Pläne für Utopia, ohne sie je völlig verwirklicht zu sehen.
Und im Endeffekt rackert er sich verbissen mit dem einzigen Stoff ab, der
ihm wirklich jederzeit zu Gebote steht: seine teils komische, teils tragische, teils boshafte und teils bewunderungswürdige Natur.
Ich für meinen Teil möchte jedenfalls die Hoffnung auf eine freie
Weltgemeinschaft der Völker nicht aufgeben. Denn Zwang kann den Menschen
nur in Fesseln schlagen; ihn aber über sich selbst hinaus zu heben, vermag nur das freiheitliche Denken.

- 17 -

�U n i t e d
5 3 2 0
T e l :

S t a t e s
B a d

I n f o r m a t i o n

G o d e s b e r g

6 0 1 - 3 2 4 0

I,

S e r v i c e

P o s t f a c h

T e l e x

3 0 0

0 8 - 8 5 4 3 2

xix: - 26

ERKLÄRUNG MCNAMA.RAS ZUR ATLANTISCHEN ALLIANZ

WASHINGTON - (AD) - Wortlaut einer Erklärung,
die der Verteidigungsminister der Vereinigten
Staaten, Robert S. McNamara, am 21. Juni 1966
im Rahmen der vom 20.-30. Juni 1966 stattfindenden "Hearings" über die amerikanische NAT0Politik und die damit im Zusammenhang stehenden Themenkreise vor dem Senatsunterausschuß
für nationale Sicherheit und internationale
Tätigkeiten abgegeben hat.

�ERKLÄRUNG MCNAMARAS ZUR ATLANTISCHEN ALLIANZ

"Herr Vorsitzender, verehrte Ausschußmitglieder; ich freue mich,
an dieser Stelle Gelegenheit zu haben, zum Thema 'Atlantisches Bündnis'
auszusagen. Ehe wir über unsere Hoffnungen hinsichtlich der Zukunft
der Allianz und über einige unserer aktuellen Probleme sprechen, halte
ich es für angemessen, eine Bestandsaufnahme zur gegenwärtigen Situation
des Bündnisses zu machen.
Einer Ihrer Zeugen hob hervor, daß das atlantische Bündnis Ausdruck,
nicht Ursache der wechselseitigen Abhängigkeit Europas und Nordamerikas
sei. Dem stimme ich durchaus zu. Die grundlegende Erwägung für uns ergibt sich aus dem lebenswichtigen Sicherheitsinteresse der Vereinigten
Staaten, daß keine möglicherweise feindselige Macht Westeuropa

mit sei-

nen riesigen menschlichen und materiellen Reserven beherrschen dürfe. Es
ist ein elementares, jegliche formellen Vertragsvereinbarungen weit überragendes Interesse der Vereinigten Staaten, daß Europa frei bleibt und
seine Sicherheit bewahrt. Unter allen Umständen werden die Vereinigten
Staaten helfen, diese Sicherheit und Freiheit zu schützen.
Das ist jedoch keine einseitige Sache. Für die freien Nationen
Europas ist es gleichermaßen wichtig, daß die Vereinigten Staaten frei und
stark bleiben und in der Lage sind, zur europäischen Sicherheit beizutragen. Die Freiheit und Sicherheit Amerikas und Europas sind voneinander
abhängige Größen. Diese feste Basis unserer gemeinsamen nationalen Interessen veranlaßte die Vereinigten Staaten, in die beiden großen europäischen Kriege dieses Jahrhunderts einzugreifen.

Ohne Frage würden

sie das in Zukunft wieder tun.
In Anbetracht dieser Umstände entspricht es jedoch nicht der Wahrheit, daß der Form und dem Aufbau des atlantischen Bündnisses keine Bedeutung zukämen. Form und Aufbau sind sowohl vom militärischen als auch
vom politischen Standpunkt

aus wichtig. Der militärische Aspekt des

Bündnisses, ein geschichtliches

Novum, ist seine Organisation in Frie-

denszeiten, die ein integriertes Oberkommando für den Krieg vorsieht,
und seine detaillierte militärische und logistische Friedensplanung für

- 1 -

�für gemeinsame Anstrengungen im Kriegsfall. Angesichts der schnellen
Operationen und der Art der modernen Waffen ist überhaupt keine Zeit,
sich mit solchen Dingen noch zu befassen, wenn die Feindseligkeiten
erst einmal begonnen haben. Aus diesem Grunde ist es für verbündete
Nationen eine Angelegenheit von allergrößter Bedeutung, im Frieden
detailliert zu erörtern und sich darüber zu einigen, wie sie ihre
gemeinsamen Streitkräfte koordinieren, einsetzen und befehligen würden, falls sie gezwungen sind, der Aggression einer feindlichen Macht
zu begegnen.
Erscheinungsbild, Form und Aufbau sind wichtig. Ein Bündnis mag
nur Ausdruck einer ihm zugrundeliegenden politischen Übereinstimmung
und Solidarttät sein, aber es ist eine wichtige Manifestation. In den
Augen eines potentiellen Gegners könnte die Manifestation der Institutionen eines Bündnisses als der einzige deutliche Ausdruck der
ihm zugrundeliegenden gemeinsamen Interessen erscheinen. Hierin liegt
die Gefahr einer Fehleinschätzung durch einen potentiellen Gegner.
Hierin liegt auch die Gefahr zu Hader und Zwist unter den Partnern der
atlantischen Allianz und zur Übertreibung unserer Differenzen. Wir sind
eine Allianz freier Nationen. Die Allianz hat niemals völlig gleiche
Ansichten in allen wichtigen Fragen gehabt und wird sie auch niemals
haben. Genau so soll es sein. Wichtig ist, daß wir offen miteinander
reden, daß wir die Ansichten des anderen beachten und respektieren und
daß wir Meinungsverschiedenheiten nicht als ein Zeichen für Böswilligkeit interpretieren.
Nach diesen allgemeinen Bemerkungen möchte ich jetzt einige detailliertere Erklärungen zu der Handlungsweise Frankreichs, die uns zwingt,
unsere Truppen und Einrichtungen aus Frankreich zurückzuziehen, und über
ihre Auswirkungen auf die militärische Stärke der Allianz abgeben. Ferner
möchte ich den allgemeinen Stand des Bündnisses und die wohl wichtigste
Frage von allen behandeln: die Zukunft der NATO und unsere gemeinsamen
Sicherheitsinteressen im europäischen Rahmen.
Notwendige Reaktionen auf die Haltung Frankreichs
Ich halte es für angebracht, auf eine Erörterung der militärischen
Auswirkungen des französischen Vorgehens auf die Allianz zunächst zu

2

�zu

verzichten. Kurz zusammengefaßt wäre zu sagen, daß es die mili-

tärische Stärke des Bündnisses in keiner Weise beeinträchtigen wird.
Eine der Folgen, die allgemein mit der Möglichkeit in Verbindung
gebracht werden, daß sich die Franzosen im Fall eines wirklichen Konflikts an der Verteidigung Europas nicht beteiligen, wäre der Verlust
französischen Bodens als Operationsfeld und als eines sicheren Ports,
von dem aus unser Nachschub die Truppen an der Front erreichen könnte.
Verhandlungen im Anschluß an die Beschlüsse, die kürzlich auf der Tagung in Brüssel gefaßt wurden, werden mehr Licht in die französischen
Absichten bringen. In bezug auf die Rolle, die das französische Territorium spielt, sollte ich jedoch sagen, daß weder die Vereinigten Staaten noch ihre Verbündeten je einen Krieg ins Auge gefaßt haben, in dem
der Rückzug auf französischen Boden durch ein Schlachtfeld Deutschland
als eine für das Bündnis akzeptable Strategie erachtet wird.

m

Unsere militärische Strategie ist und bleibt die Vorwärtsverteidigung Westeuropas, was in Mitteleuropa eine Verteidigung an der Grenze
Westdeutschlands bedeutet. Unsere Verpflichtungen, unsere militärischen
Maßnahmen, unsere Strategie und unsere Truppen sind soweit wie nur irgend möglich an dieser Vorwärtsstrategie orientiert und darauf eingerichtet, jedwede Kräfte und Waffen einzusetzen, die zur Durchführung dieser
Vorwärtsverteidigung notwendig werden könnten.
Somit wird unseres Erachtens die Möglichkeit, daß französisches Gebiet selbst Operationsfeld wird, derart unwahrscheinlich, daß sie heute
außer

acht gelassen werden kann. Das bedeutet nicht, daß wir einer vol-

len französischen Mitarbeit nicht sehr viel mehr den Vorzug gegen würden.
Erwägungen in bezug auf den Nachschub und den garantierten freien Zutritt
7u französischem Territorium und Luftraum sowie zu französischen Gewässern
lassen, zusätzlich zu den bemerkenswerten militärischen Möglichkeiten der
Streitkräfte Frankreichs, klar erkennen, daß es sich hier um wertvolle
Dinge handelt. Im Hinblick auf alle diese Angelegenheiten wie auch auf
andere notwendige gemeinsame Vereinbarungen über eine mögliche Zusammenarbeit im Kriegsfall werden wir und unsere Verbündeten mit den französischen Behörden verhandeln. Zur Zeit sind Gespräche zwischen den Deutschen, den Franzosen und den anderen Mitgliedern der NATO im Gang, um

3

�um

geeignete Bedingungen für Maßnahmen im Frieden zu finden, die

die Zusammenarbeit im Krieg regeln.
Was ist nun, von den allgemeinen strategischen oder militärischen
Auswirkungen auf die Allianz einmal abgesehen, angesichts der französischen Haltung unmittelbar erforderlich? Zunächst müssen wir unsere
Bodentruppen (in erster Linie aktives und Reservepersonal für den
Nachschub und für Depots) sowie unsere Luftwaffenstaffeln und unsere
Kommandostellen aus Frankreich abziehen. Wir werden diese Aufgabe im
Verlauf des nächsten Jahres durchgeführt haben.
Im besonderen treffen wir jetzt folgende Maßnahmen:
A. Zwei Staffeln von Flugzeugen des Typs C-130 werden zur Zeit von
Frankreich nach Mildenhall in Großbritannien verlegt. Sie sind gegenwärtig auf dem Luftstützpunkt Evreux in Frankreich stationiert. Die
Konmandostellen der 322. Luftwaffendivision, die für unsere Luftbrükkenoperationen im gesamten europäischen Befehlsbereich zuständig ist,
wird vom Luftstützpunkt Chateauroux in Frankreich nach High Wycombe in
Großbritannien verlegt, wo früher Einheiten der 7. Luftwaffendivision
des Strategischen Luftkommandos (SAC) stationiert waren. Diese Verlegungen dürften bis zum 1. September beendet sein.
B. Alle amerikanischen Depots in der Bundesrepublik Deutschland
und Italien werden daraufhin überprüft, inwieweit Vorräte entfernt werden können, die den Bedarf des Kommandobereichs überschreiten, wodurch
für die Aufnahme von Depotgütern Platz geschaffen werden soll, die
gegenwärtig in Frankreich lagern. Alle im Zuge dieser Aktion als Überschuß identifizierten

Güter werden nach den Vereinigten Staaten zu-

rückgebracht oder auf andere Gebiete verteilt, wo sie benötigt werden.
C. Bestimmte kriegswichtige Vorräte, die jetzt in Depots in Frankreich lagern, werden in unsere Depots in Deutschland und Italien überführt.
D. Es werden eine Reihe von Pachtvereinbarungen sowie Abkommen
über den Bau neuer Depots in der Bundesrepublik und anderen europäischen
Ländern getroffen, um eine ausreichende Lagerkapazität für die Aufnahme
bestimmter zusätzlicher Vorräte zu gewährleisten, die unseren Kampftruppen

4 -

�Kampftruppen in Deutschland als Reserve zur Verfügung stehen.
E. Daneben befassen wir uns zur Zeit mit folgenden Fragen:
1) Verlegung

der noch verbliebenen Vorräte und der Nachrichten-

einheiten, die zur Zeit in,Frankreich stationiert sind. Das schließt
die Möglichkeit späterer Vereinbarungen mit den Franzosen über die
Lagerung und die Zugangsrechte zu Anlagen in Frankreich im Kriegsfall
nicht aus.
2) Straffung und Zusammenlegung unserer Befehlsstellen für den
europäischen Bereich der US-Armee in Deutschland.
3) Alternativmöglichkeiten für die Verlegung der amerikanischen
Kommandostellen in Europa, die zur Zeit in der Nähe von Paris etabliert
sind. Wir prüfen u.a. die Möglichkeit einer Verlegung dieser Stellen
in bereits vorhandene Komplexe, damit auf Neubauten weitgehend verzichtet werden kann.
4) Die Verlegung der sechs amerikanischen Aufklärungsflugstaffeln,
die jetzt in Frankreich stationiert sind, möglicherweise auf andere europäische Stützpunkte außerhalb Frankreichs und zum Teil auch nach den Vereinigten Staaten im Rahmen einer Doppelstationierung.
In bezug auf Organisation, Nachschubwesen und Beweglichkeit wurden
große Fortschritte erzielt, seitdem sich die ersten amerikanischen militärischen Einheiten in Frankreich etablierten. Wir beabsichtigen, bei der
vorzunehmenden Verlegung diese Vorteile voll und ganz wahrzunehmen. Wir
beabsichtigen ferner, von den in Europa bereits vorhandenen Einrichtungen
voll Gebrauch zu machen, um Neubauten und Kosten auf ein Minimum zu beschränken. Ich halte es nur für fair, wenn ich sage, daß wir mit diesen
Verlegungen und Umorganisationen im Laufe der Jahre eine Situation zu
erreichen hoffen, die im Hinblick auf die amerikanischen Ausgaben und
auf die Zahlungsbilanz wesentlich besser ist als der Status quo.
Alles in allem werden sich diese Umgruppierungen, wenn sie auch
kurzfristig Mißhelligkeiten, Unbequemlichkeiten und Kosten mit sich bringen, nicht wesentlich auf das generelle Kampfpotential der amerikanischen
Streitkräfte in Europa, auf unsere Strategie oder auf die Sicherheit des
Bündnisses als Ganzes auswirken.

Wie

5

-

�Wie Sie wissen, müssen auch die militärischen Hauptquartiere
der NATO Frankreich verlassen. Es gibt deren zwei - SHAPE, dem,
wie wir erwarten, die Benelux-Staaten, vermutlich Belgien, einen
neuen Standort anbieten werden, und AFCENT (Alliierte Streitkräfte
Europa Mitte) mit seinen dazugehörigen Land- und Luftkommandos, die
in einem der Benelux-Staaten oder in Deutschland untergebracht werden sollen. Wir hoffen, daß beide Hauptquartiere im Verlauf der Umsiedlung modernisiert weeden. Wir erwägen auch die Möglichkeit, den
Nordatlantikpakt zu verlegen. Die Kosten dieser Umsiedlungen - sowohl die Ausgaben der NATO, an denen die USA mit etwa 25 Prozent
beteiligt sind, als auch die Ausgaben der USA, soweit sie nicht
aufteilbar sind - sind noch nicht bekannt. Wir werden alles unternehmen, um diese Kosten auf ein Mindestmaß zu beschränken.
Ich möchte ein Wort über unsere Haltung gegenüber der französischen Regierung auf Grund ihrer jüngsten Entscheidungen hinzufügen.
Wir würden natürlich eine andere Haltung von ihrer Seite vorziehen.
Aber wir sehen keinen Nutzen für uns oder unsere Verbündeten darin,
über die Haltung der französischen Regierung zu streiten und die Ausübung ihrer souveränen Vorrechte zu kritisieren oder in Frage zu
stellen. Es gibt innerhalb des Bündnisses viel Konstruktives zu
leisten, und diesen positiven Dingen möchte ich mich vor allem zuwenden .

Die positiven Aufgaben des Bündnisses
Es gibt zwei Kategorien positiver Aufgaben: die eine ist in erster
Linie militärischer und die andere in erster Linie politischer Natur,
jedoch mit weitreichenden Auswirkungen auf die Sicherheit verknüpft.
In der ersten Zeit des Bündnisses begannen viele unserer europäischen Partner gerade damit, sich von den

Verheerungen des zweiten

Weltkrieges zu erholen, und unsere Gedanken wurden beherrscht von der
Notwendigkeit einer Abschreckung und Verteidigung gegen etwas, das uns
als unmittelbare Bedrohung erschien. Heute befinden wir uns in einer
wesentlich anderen Situation. Unsere europäischen Bündnispartner sind
wohlhabend und selbstbewußt geworden. Die Streitkräfte der NATO sind
sehr stark, wenn man die von unseren Verbündeten und uns selbst für

6

�für die Verteidigung Europas aufgewandten Gesamtausgaben oder die
Gesamttruppenstärke unserer Verbündeten und unserer eigenen Streitkräfte mit den Streitkräften und den Ausgaben eines beliebigen potentiellen Gegners oder einer Gruppe von Gegnern vergleicht.
Daher besteht das Hauptproblem nicht in der Gesamttruppenstärke
oder dem Gesamtaufwand an Mitteln für die Verteidigung. Obwohl
ich der Meinung bin, daß einige unserer europäischen Bündnispartner einen größeren Prozentsatz ihres Bruttosozialprodukts für die
Verteidigung aufwenden könnten und sollten, ist meiner Ansicht
nach das, was man das Managementproblem der gemeinsamen Verteidigung
nennen könnte, das Hauptproblem. Es bestehen wesentliche Unterschiede
in unseren jeweiligen Verteidigungsbeiträgen, in der Stärke unserer
Streitkräfte im Verhältnis zu den Bedrohungen und Planungen und in der
Aufteilung der Verteidigungslasten. In allzu vielen Fällen stehen
die Streitkräfte der verschiedenen Länder des Bündnisses, hinsichtlich Truppenstärke, Ausrüstung, Versorgung und räumlicher Gliederung
in einem unzulänglichen logischen Verhältnis zueinander. In allzu
vielen Fällen stehen die Planungen der Militärbehörden in einem
unrealistischen Verhältnis zu Schätzungen der ihnen tatsächlich zur
Verfügung stehenden Mittel und dem stark anzunehmenden Ausmaß der
Ernstfälle, vor die sie gestellt werden könnten.
Allzu oft spielten in der Vergangenheit die Regierungen der
einzelnen Staaten keine ausreichende direkte Rolle in der militärischen Planung des Bündnisses; und sie überließen die Hauptverantwortung bei der Schaffung einer starken und leistungsfähigen Streitmacht Militärstellen, die nicht die politische oder finanzielle Verantwortung trugen. Meiner Ansicht nach besteht bei den Regierungen
vor allem die Tendenz, manche planende und 'denkende' Funktion den
internationalen Befehlshabern der NATO zu überlassen und sich dann
nicht mehr darum zu kümmern. 'Integrierte' Befehlshaber und Stäbe,
die die Dinge von einem Gesamt-NATO-Gesichtspunkt betrachten und nicht
einem Einzelstaat, sondern der NATO als Ganzem verpflichtet sind,
sind natürlich wünschenswert und notwendig. Sie haben sicher ihre
Vorzüge. Aber als unentbehrliches Pendant dazu ist eine dauernde,
intensive Beteiligung ziviler und militärischer führender Vertreter

7

�Vertreter der Nationalregierungen an diesen entscheidend wichtigen
Planungen notwendig. Nur so können wir einen Realismus in unserer
Auffassung und eine energische Unterstützung bei der Durchführung
von NATO-Plänen und -Tätigkeiten durch die Regierungen der Mitgliedstaaten sicherstellen.
Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, daß im letzten
Jahr, oder in den letzten beiden Jahren, ein wesentlicher Wandel
im Geist und in der Substanz des alliierten Managements der Verteidigungsstreitkräfte eingetreten ist. Die Allianz hat damit
begonnen, eine wirkungsvolle Kräfteplanung aufzustellen, bei der
die Länder ihre Verteidigungsausgaben Jahre im voraus festsetzen
und diese Pläne im Rahmen einer gemeinsamen Konzeption der Allianz
auf die zu erwartenden Eventualfälle und auf die wirksamste Streitmacht abstimmen, die mit den vorhandenen Mitteln erworben und unterhalten werden kann. Viele der Unausgeglichenheiten von Land zu Land,
von Streitmacht zu Streitmacht und von Planung zu vorhandenen Mitteln
bleiben bestehen, aber wir haben ernsthaft damit begonnen, uns zusammenzusetzen und eine gemeinsame Konzeption für die Kräfteplanung
zu entwickeln.
Mir scheint, ein wesentlicher Faktor in diesen Bemühungen ist
die zunehmende Bereitschaft der Verteidigungsbehörden der verschiedenen Regierungen, in den militärischen Angelegenheiten des Bündnisses eine aktive Rolle zu übernehmen. Ohne diese Bereitwilligkeit
wäre kaum ein Fortschritt möglich, welche formellen Maßnahmen auch
immer getroffen würden. Die aktive Beteiligung meiner Kollegen an
den Verteidigungsangelegenheiten des Bündnisses haben mich sehr
ermutigt, und ich hoffe, daß diese Beteiligung in naher Zukunft stark
zunehmen wird. Vielleicht

trägt die gegenwärtige Diskussion über die

NATO als willkommener Nebeneffekt zu einem besseren Verständnis
dieser Notwendigkeit zwischen unseren Freunden innerhalb des Bündnisses bei.
Der zweite wesentliche Gesichtspunkt im Management der Verteidigung des Bündnisses ist das vieldiskutierte Problem der Kernwaffen
und der nuklearen Strategie. Auch hier haben mich die jüngsten

-

8

-

�jüngsten Ereignisse ermutigt. Jahrelang führten wir eine mehr oder
weniger abstrakte Debatte, wobei sich unsere Gespräche um generelle
dogmatische Begriffe drehten. Unsere Gespräche schienen weitgehend
auf der Annahme zu beruhen, daß es eine einzige doktrinäre Antwort
oder Lösung für bestimmte Probleme gebe, für die es in Wirklichkeit
vielleicht keine generelle Lösung gibt.
Wir nahmen 1962 die sogenannten 'Athener Richtlinien' an, die
einige generelle Richtlinien für Fälle aufstellten, in denen Kernwaffen angewandt werden könnten, sowie einige generelle Grundsätze
für die Konsultation über die Anwendung von Kernwaffen, aber diese
Grundsätze schienen sich ebenfalls nicht wesentlich auf die Diskussion auszuwirken.
Wir sind jetzt in eine Ära eingetreten, die ich für eine Periode
der größeren Reife in unserer Erörterung der strategischen und verteidigungspolitischen Angelegenheiten halte. Im November 1965 gründete
der Nordatlantikpakt einen besonderen, aus den Verteidigungsministern
von zehn NATO-Staaten bestehenden Ausschuß für die Prüfung der Möglichkeiten einer stärkeren Beteiligung und Konsultation. Seitdem hielten meine Kollegen und ich und unsere Vertreter in den verschiedenen
Arbeitsausschüssen eine Anzahl von Sitzungen ab, in deren Verlauf es
zu einer freimütigen, informellen Erörterung unserer jeweiligen Ansichten zu diesen Fragen kam.
Eine Arbeitsgruppe für Nachrichten- und Datenaustausch befaßte
sich eingehend mit Art und Umfang der Aufklärüngs- und Nachrichtendiensttätigkeit - dem Informationsminimum, wie wir es nennen - das
für eine Mitgliedsregierung für die Konsultation über den möglichen
Einsatz von Kernwaffen notwendig oder nützlich ist. Eine Arbeitsgruppe
für das Fernmeldewesen hat eine Reihe von alternativen Fernmeldesystemen erörtert, die es den Bündnispartnern in wesentlich größerem
Umfang ermöglichen würden, sich im Notfall gegenseitig zu informieren
und zu konsultieren. In der Arbeitsgruppe für nukleare Planung schließlich haben wir die strategische nukleare Kapazität der Allianz, ihre
taktischen Atomwaffen, die möglichen Umstände und Folgen ihres Einsatzes
sowie die organisatorischen Mittel und Wege

-

9

geprüft und erörtert, wie

�wie die Allianz ihre künftigen Erörterungen dieser Themen weiterführen sollte. Wir haben, und das ist das wichtigste, angefangen,
uns mit diesen Dingen pragmatisch, realistisch und detailliert zu
befassen. Ich bin überrascht gewesen, wie fruchtbar diese Erörterungen gewesen sind - und wieviel leichter die Verständigung in einer
kleinen Gruppe ausreichend bis ins einzelne vorbereiteter verantwortlicher nationaler Vertreter ist. Ich glaube, wir sollten diese
Arbeit fortsetzen, und wir sollten eine permanente Form finden, um
das Problem der nuklearen Planung und Konsultation in dieser pragmatischen, realistischen und detaillierten Form anzupacken.
Um nicht mißverstanden zu werden, möchte ich an dieser Stelle
betonen, daß meine Auffassungen über eine richtige Konsultation
über Kernwaffen in keiner Weise etwas mit der Diskussion über mögliche gemeinsame oder kollektive Nuklearstreitkräfte der Allianz
zu tun haben - also etwa mit der Debatte über 'Waffen' oder 'keine
Waffen'. Wenn sich unsere europäischen Verbündeten für irgend eine
kollektive Streitmacht entscheiden sollten, dann wären die Vereinigten Staaten bereit, sich daran zu beteiligen. Eine solche Streitmacht
müßte jedoch für die Europäer akzeptabel sein, die es am direktesten
angeht. Was ich hier hervorheben möchte ist, daß die nukleare Planung
und Konsultation, mit der wir uns gegenwärtig im Sonderausschuß und
in den Arbeitsgruppen befassen, eine Notwendigkeit ist und bleiben
wird - gleichgültig was aus irgendwelchen Vorschlägen für eine
kollektive Streitmacht werden wird.
Soviel zum Management der Verteidigungsprobleme der Allianz.
Ich möchte mich jetzt einer Frage zuwenden, die in meinen Augen die
wichtigste ist, die wir heute erörtern - nämlich der Zukunft des
atlantischen Bündnisses. Das führt uns direkt zu dem zentralen Merkmal der europäischen Sicherheitssituation - dem Deutschlandproblem.
Das Deutschlandproblem
Die Gründe für die Anwesenheit amerikanischer Streitkräfte in
Deutschland sind klar. Sie stehen dort auf Grund fundamentaler Erwägungen der amerikanischen Sicherheit, die ich bereits früher dargelegt
habe. Sie stehen dort, um zu der Abschreckungskraft und der militärischen

10

-

�militärischen Macht der Allianz beizutragen. Sie stehen dort auf
Grund der amerikanischen Verantwortlichkeit für eine endgültige
Beilegung der Folgen des zweiten Weltkrieges und auf Grund der
amerikanischen und alliierten Verantwortlichkeit für die Freiheit
Berlins. Sie stehen dort, weil unsere deutschen Freunde, unsere
anderen Verbündeten und wir selbst das amerikanische Interesse an
und die Verpflichtung gegenüber der europäischen Sicherheit und
Stabilität ganz klar herausstellen wollen. Sie stehen dort, weil
sie dort gewünscht werden.
Es ist sehr viel über die zahlenmäßige Stärke der amerikanischen Streitkräfte in Europa und die Auswirkungen unserer Verpflichtungen in Südostasien auf die amerikanischen Streitkräfte in Europa
geredet und spekuliert worden. Lassen Sie mich einfach und kategorisch
erklären, daß die Vereinigten Staaten in der Lage sind, ihre Kampfkraft in Europa aufrechtzuerhalten und daneben weiterhin wie geplant •
Truppen nach Südostasien zu entsenden.
Die amerikanische Armee in Europa hatte Ende des vergangenen
Jahres eine zahlenmäßige Stärke von etwa 225 000 Mann. Es ist bei einer
Streitmacht dieses Umfangs nicht ungewöhnlich, daß im Zuge routinemäßiger Ablösungen und Versetzungen zeitweise Schwankungen in der festgelegten Stärke bis zu 5000 Mann auftreten. In diesem Frühjahr tritt ein
zeitweiliger, etwas höherer Abzug ein, wobei im zweiten Halbjahr 1966
die Wiederherstellung der ursprünglichen Stärke geplant ist. Ich kann
nach bestem Wissen sagen, daß die zeitweilige Reduzierung der Mannschaftsstärke alles in allem etwa 15 000 betragen wird. Die Wiederauffüllung
mit neu ausgebildetem und qualifiziertem Ersatz beginnt jetzt in einem
Tempo, daß bis Dezember wieder der ursprüngliche Stand von 225 000 Mann
erreicht sein wird. Die Kampfkraft der amerikanischen Streitkräfte in
Europa wird durch diese geringen Schwankungen in den normalen Ersatzund Ablösungsquoten nicht wesentlich beeinträchtigt werden.
Es drängt in der Tat vieles auf eine Verringerung der Zahl dieser
Streitkräfte, - einer Zahl, die vor mehreren Jahren und unter anderen
Voraussetzungen festgesetzt wurde. Inzwischen sind unsere westeuropäischen Freunde wieder zu Wohlstand und Stärke gelangt und können
folglich auch wieder größere Streitkräfte ins Feld schicken als in der

11

�der Vergangenheit. Auch kann die fortgesetzte negative Auswirkung
auf unsere Zahlungsbilanz nicht übersehen werden, wenn wir mehr als
200 000 Mann in Deutschland unterhalten. Ein weiterer Gesichtspunkt
ist die sehne11wachsende Kapazität unserer Luftbrücken- und SeeTransporteinrichtungen innerhalb unseres Verteidigungssystems, die
eine Revision unserer traditionellen Auffassung über Zeit und Anstrengung, die notwendig sind, um größere Kampfeinheiten an verschiedenen Schauplätzen, die über den ganzen Erdball verstreut liegen, zum
Einsatz zu bringen, erforderlich: macht. Unsere potentiellen Gegner
sind sich heute der soliden Stärke des Bündnisses bewußt. All das
Drängen auf Reduzierung der gegenwärtigen Mannschaftsstärke der USStreitkräfte in Europa hat berechtigte Gründe. Sie müssen als eine
Angelegenheit, die sowohl die gemeinsame Verantwortung innerhalb
der Allianz als auch die Politik der Vereinigten Staaten betrifft,
ernsthaft erwogen werden. .Allerdings muß jede solche Forderung auch
auf die damit verbundenen Konsequenzen für die politische und militärische Sicherheit der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten
sorgfältig geprüft werden, und es sollte eindeutig klargestellt werden, daß die Vereinigten Staaten unter den gegenwärtigen Umständen nicht
die Absicht haben, ihre Kampfkraft in Europa zu verringern oder größere
Einheiten der siebten Armee abzuziehen.
Welches sind nun die gegenwärtigen Umstände, welches die Möglichkeiten, und welcher Art sind die Probleme, die wir darin sehen? Welche
Zukunft gibt es für die Allianz und wie könnte diese gestaltet sein?
Wie es seit etwa zwanzig Jahren der Fall war, so steht Deutschland
auch heute im Mittelpunkt der Überlegungen der Allianz und der Sicherheitserwägungen Europas im allgemeinen. Die Existenz der Allianz hat es
möglich gemacht, daß die Bundesrepublik Deutschland frei ist und weitgehend ist es auch das Verdienst der Allianz, daß die Bundesrepublik
heute wieder ein friedliches und harmonisches Verhältnis zu ihren
europäischen Nachbarn hat. Durch die Allianz konnte Deutschland einen
seinen Hilfsmitteln entsprechenden Beitrag zur Verteidigung des Westens
leisten. Es ist die Allianz, die - durch die Stationierung alliierter
Streitkräfte in Deutschland - die Kollektiwerteidigung Westeuropas
und die Manifestation der andauernden Verpflichtung der Alliierten, zu

12

-

�zu einer endgültigen Friedensregelung in Mitteleuropa und zur Wiedervereinigung Deutschlands selbst gleichzeitig möglich macht.
Die Allianz hat die Wunden, die zwei große Kriege dieses Jahrhunderts geschlagen haben, heilen helfen. Die enge Bindung deutscher
und französischer Offiziere wie auch deutscher Offiziere mit Offizieren anderer Länder in den Institutionen der Allianz, hat wesentlich
zur Wiederaussöhnung zwischen Frankreich und Deutschland beigetragen.
Wir hoffen, daß diese Beziehungen bestehen bleiben, so weit dies unter
den veränderten Umständen nur irgend möglich ist.
Wir glauben, daß die Anwesenheit britischer Truppen in Deutschland
nicht nur eine militärische, sondern auch eine sehr wichtige politische
Funktion erfüllt. Unsere europäischen Partner, die Deutschen eingeschlossen, sehen in der weiteren britischen Beteiligung ah den kollektiven
Verteidigungseinrichtungen in Deutschland einen Eckpfeiler im Gesamtgefüge der Allianz.
Es ist jedoch wichtig, darauf hinzuweisen, daß wir nicht einfach
auf dem Status quo verharren. Es gibt deutliche Anzeichen dafür, daß
Europa in Bewegung geraten ist. Unsere europäischen Verbündeten sind dabei, eine Bestandsaufnahme der Situation in Europa vorzunehmen, um
herauszufinden, wie groß die Gefahr ist, die eine potentielle sowjetische
Aggression für sie bedeutet, in welchem Maße die NATO in ihrer gegenwärtigen Form der neuen Situation gerecht oder nicht gerecht wird, die durch
die überall in Europa In Fluß geratene Politik geschaffen wurde, und
welche Möglichkeiten für eine

Friedensregelung in Europa bestehen. Ich

meine, daß ihre Schlußfolgerungen sich von den unseren nicht sehr unterscheiden. Sie glauben wie wir, daß die Allianz notwendig ist, daß sie
aber weder ein Bremsklotz für den politischen Fortschritt auf dem Wege
zur Wiederaussöhnung ganz Kontinentaleuropas, noch ein Hindernis bei
der Überwindung der durch Europa verlaufenden Trennungslinie sein sollte.
Sie sind wie wir der Überzeugung, daß die integrierten Einrichtungen der
Allianz zur Stärkung des Bündnisses beitragen, daß sie aber nicht starr
sind, und auf keinen Fall der vollen Ausschöpfung nützlicher Kontakte
durch einzelne Länder oder Ländergruppen mit ihren östlichen Nachbarn
oder mit der Sowjetunion im Wege stehen sollten.

13

�Sie gehen davon aus, daß,auch wenn das Gleichgewicht der Kräfte
in der Welt wiederhergestellt ist, jede dauerhafte Regelung in Europa,
die allen europäischen Völkern Sicherheit und Freiheit bietet, unausweichlich eine direkte Beteiligung der Vereinigten Staaten und der
Sowjetunion erfordert. Sie wissen wie wir, daß die deutsche Wiedervereinigung nicht durch Gewalt herbeigeführt werden kann und wohl
kaum über Nacht kommen wird. Wir sind aber alle überzeugt, daß sie
eines Tages kommen muß und wir die Pflicht haben, sie so rasch herbeizuführen, wie dies mit friedlichen Verfahren und mit der Selbstbestimmung des deutschen Volkes in beiden Teilen des geteilten Landes vereinbar ist. Wir glauben, wir sollten heute alle nur möglichen Schritte
tun, die uns heute diesem Ziele näherbringen, und morgen alle jene,
die sich dann anbieten werden.
Meiner Meinung nach herrscht unter den meisten Europäern Übereinstimmung darüber, daß diese wesentlichen Erwägungen der Maßstab
sein sollten, nach dem wir einzelne, kleinere Vorschläge beurteilen.
Die NATO kann eine wesentliche Rolle bei der sich anbahnenden politischen Entwicklung in Europa spielen. Sie kann den Rückhalt geben, durch
den ein politisches Sondieren möglich wird. Sie kann den Verbündeten
als Konsultationsform dienen, wenn es um die Kontaktaufnähme einzelner
Mitglieder mit osteuropäischen Ländern geht. Sie kann Forum für Abrüstungskonsultationen der NATO-Mitglieder sein; für Mitgliederkonsultationen, wenn es um Form und Inhalt von Vorschlägen für eine europäische
Friedensregelung geht, die gemeinsam von einer Reihe der meistbetroffenen Staaten ausgearbeitet und den übrigen europäischen Ländern und der
Sowjetunion unterbreitet werden; wenn es um Fortschritte in den großen
Zeitfragen und um die ernste Gefahr geht, die sich aus einer Weitergabe
der Atomwaffen ergibt. Sie entwickelt sich in der Tat rasch zu einem
Forum, in dessen Rahmen einige dieser großen Fragen mit uns und unseren
Verbündeten erörtert werden.
Die NATO ist also keineswegs nur ein militärisches Überbleibsel
aus einer anderen Zeit, ohne eine Chance für weiteres Wachstum und weitere Entwicklung, die den Wandlungen Europas und der Welt Rechnung tragen. Sie ist durchaus in der Lage, auf dem Gebiet der Sicherheit und im
Bereich der politischen Konsultation zu der Festigung der Bindungen,
die unsere Beziehungen in der atlantischen Gemeinschaft zusammenhalten,
ihren Teil beizutragen.

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XIX - 27

DIE DINGE BEIM NAMEN NENNEN

WASHINGTON - (AD) - Wortlaut einer Erklärung,
die der Stellvertretende Außenminister der
Vereinigten Staaten, Staatssekretär Georg W.
Ball, am 30. Juni 1966 im Rahmen der Hearings
über die amerikanische NATO-Politik vor dem
Außenpolitischen Ausschuß des Senats abgegeben
hat.

�DIE DINGE BEIM NAMEN NENNEN

Dieser Ausschuß erweist der Nation mit dieser sehr tiefgehenden
Untersuchung einen ausgezeichneten Dienst, ist doch keine Frage für
den Frieden der Welt wichtiger als die der Beziehungen der europäischen
Staaten untereinander und die der Beziehungen Europas zu Amerika.
Die Geschichte bezeugt: Sämtliche weltweiten Kriege der letzten
drei Jahrhunderte hatten ihren Ursprung in den handelspolitischen
Rivalitäten und im Machtehrgeiz europäischer Staaten. Die Gefahr ist
heute eher größer als geringer, da jede ernsthafte Störung in Westeuropa einen frontalen Zusammenstoß zwischen den Vereinigten Staaten
und der Sowjetunion auszulösen droht. Und dabei leben wir in einem
Kernzeitalter.
Doch ebenso groß wie die Gefahr, sind in Europa auch die Chancen
zu konstruktivem Handeln. Westeuropa und Nordamerika zusammen sind die
Werkstatt der Welt. Auf sie entfallen 90 Prozent der Industriekapazität
der freien Welt, und sie verfügen über ein unermeßliches Reservoir an
Kapital, technischem Wissen und geschulten Arbeitskräften.
Das sind Aktiva von unschätzbarem Wert. Sie bilden die Basis für
Fortschritt und Sicherheit, nicht nur für die atlantischen Staaten,
sondern auch für Männer und Frauen, die in den weiten Entwicklungsgebieten Asiens, Afrikas und Lateinamerikas leben.
Es liegt deshalb entschieden auch in unserem Interesse, wenn sich
Westeuropa so organisiert, daß es diese Aktiva darauf verwendet, den
i Frieden zu gewährleisten und den Zielsetzungen unserer gemeinsamen
Kultur zu dienen.
Wir sollten nicht zögern, die Dinge beim Namen zu nennen. Wir
haben sowohl das Recht als auch die Pflicht, eine klare Haltung zur
Frage des inneren Aufbaus Europas einzunehmen und diese klar auszusprechen. Wir haben uns dieses Recht verdient. Denn zweimal innerhalb
der Lebensspanne vieler unter uns wurden die Vereinigten Staaten

1

�Vereinigten Staaten aufgerufen, Europa vor der Aggression zu retten,
und auch heute schützt unsere militärische Macht Europa vor neuen
Gefahren.
Sicherlich haben sich die Verhältnisse seit der ersten Nachkriegszeit geändert. Die Völker Europas konnten den Wiederaufbau
vollenden und erfreuen sich einer Prosperität, wie sie sie nie zuvor
gekannt haben. Die Europäer leben nicht mehr länger in der beständigen
Furcht vor einem sowjetischen Angriff. Und auch die kommunistische
Welt hat sich verändert: sie hat ihren monolithischen Charakter eingebüßt, sie ist gespalten und gebunden durch den Streit zwischen Moskau
und Peking und das Schwinden der sowjetischen Autorität in Osteuropa.
All dies scheint geeignet, die Konturen der Konfrontation zwischen
den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion zu verwischen und die
bipolare Gesamtstruktur der unmittelbaren Nachkriegszeit aufzulösen.
Diese Entwicklungen üben als Ganzes einen starken Einfluß auf das
Denken der Menschen aus. Mit zunehmendem Wohlstand fühlen sich die
westeuropäischen Völker nicht mehr so stark von den Vereinigten Staaten
abhängig, und sie streben deshalb ganz natürlich danach, in dieser im
Wandel befindlichen Welt eine aktivere und auf das neue Selbstvertrauen
gestützte Rolle zu spielen.
Das ist alles gut und richtig. Diese Dinge sind sämtliche auf der
Habenseite der Freiheit und - wenn wir und unsere europäischen Freunde
uns klug verhalten - auch des Friedens zu verbuchen. Sie sind zum
großen Teil Ergebnis der erfolgreichen Politik, die wir während der
letzten beiden Jahrzehnte gemeinsam verfolgten; sie sind den gemeinsamen von uns errichteten Institutionen zu verdanken. Doch weder Politik
noch Institutionen sind unveränderlich, und es ist durchaus an der
Ordnung, daß wir uns - wie unsere Alliierten - ernsthafte Gedanken
über die sich wandelnden Realitäten und darüber machen, welchen Weg
wir gehen wollen und wie wir unser Ziel am besten erreichen.
Zwei Fragen vor allem erfordern unsere Aufmerksamkeit:
Laufen die Interessen der Vereinigten Staaten und Westeuropas nach
wie vor von Grund auf parallel?
Und

-

2

-

�Und wenn ja, wie können wir diese Interessen verfolgen?
Die Antwort auf die erste Frage scheint mir ganz klar. Wir und
unsere europäischen Verbündeten sitzen in dem selben Boot und werden
miteinander darin fahren oder untergehen.
Die Sicherheit der Vereinigten Staaten hängt von der Sicherheit
Westeuropas ab, und die westeuropäischen Länder zählen, was ihre
Sicherheit angeht, nach wie vor auf,uns. Die Worte des Nordatlantikpaktes haben heute wie einst Gültigkeit: "Ein Angriff auf einen ist
ein Angriff auf alle11.
Auch der wirtschaftliche Wohlstand ist unteilbar. Die Prosperität
hängt auf beiden Seiten des Atlantiks davon ab, was im atlantischen
Raum als Ganzem vorgeht.
Wir haben große Aufgaben, die wir gemeinsam erfüllen müssen.
Die schwierigste davon ist, die aus dem zweiten Weltkrieg herrührenden hartnäckigen Probleme zu lösen - die Streitfrage zwischen Ost
und West. Ohne eine gemeinsame Zielstrebigkeit und ohne gemeinsames
Handeln werden wir kaum Fortschritte auf dem Wege zu ihrer Lösung
erzielen.
Unsere gemeinsame Verantwortung geht weit über unsere Landesgrenzen hinaus, haben die atlantischen Staaten doch auch die gemeinsame
Pflicht, den Völkern in den Entwicklungsgebieten zu Frieden und Fortschritt zu verhelfen.
Auf Grund dieser Überlegungen ist die erste Frage mit einem Ja
zu beantworten. Die Veränderungen der jüngsten Zeit haben unsere gemeinsamen Interessen nicht verringert, sondern vermehrt. Wie können wir
im Lichte dieser Veränderungen diesen Interessen nicht nur heute,
sondern auch in Zukunft am besten dienen?
Die Antwort scheint mir zu lauten, daß wir uns zunächst einmal
eine klare Vorstellung von den Beziehungen der atlantischen Staaten untereinander bilden und dann an ihr festhalten müssen. Nur auf diese Art
und Weise können wir ein Gebäude errichten, das Bestand hat. Und was die
groben Umrisse dieses Gebäudes angeht, sollten wir uns von den geschichtlichen Erfahrungen und dem gesunden Menschenverstand leiten lassen.
Die

3

-

�Die erste Lektion der Geschichte ist klar: Die Welt sollte niemals
wieder unter der Gefahr leben müssen, die ein Europa darstellt, in dem
jeder einzelne Nationalstaat seine eigenen Interessen auf Kosten seiner
Nachbarn durchzusetzen oder mit Hilfe einer Politik der Koalitionsbildung oder des Gleichgewichts der Kxtflt:e ein Obergewicht über sie zu erreichen
sucht. Drei Jahrhunderte hindurch gebar dieses System einen blutigen
und sinnlosen Krieg nach dem anderen. Zu einem Europa von 1914 oder 1939
zurückzukehren, wäre eine geradezu unglaubliche Torheit.
Unsere europäischen Freunde haben dies klar erkannt. Eine der hoffnungsvollsten Entwicklungen der Nachkriegszeit war ihr Entschluß, die
Einigkeit an die Stelle nationaler Rivalität zu setzen und diesbezüglich
ein für allemal »it der Vergangenheit zu brechen.
Sie haben diesen Entschluß durch Handlungen bekräftigt. Durch den
Vertrag von Rom schufen sechs europäische Staaten gemeinsame Institutionen,
die sich gemeinsamer Grundsätze und Praktiken zur Erreichung gemeinsamer
wirtschaftlicher Ziele bedienen. In wenigen Jahren konnte die europäische
Wirtschaftsgemeinschaft bemerkenswerte Fortschritte in Richtung auf die
Integration der Volkswirtschaften der Mitgliedstaaten machen. Die EWG hat
dazu beigetragen, ein prosperierendes Europa zu schaffen und den Lebensstandard der europäischen Völker auf einen nie zuvor gekannten hohen Stand
zu bringen, und die so erreichte Prosperität trug ihrerseits wieder zur
Wohlfahrt der gesamten atlantischen Welt bei.
Der Aufbau eines stabilen Europas aber erfordert mehr als die wirtschaftliche Integration. Er kann nur durch Fortschritte auf dem Weg zur
politischen Einheit verwirklicht werden. Solange sich die westeuropäischen
Völker nicht auf der Basis der Gleichheit unter gemeinsamen Gesetzen und
Institutionen zusammenfinden, besteht keine Gewähr, daß die nationalistischen Auseinandersetzungen der Vergangenheit für alle Zeit aufgehört
haben.
Heute blockieren natürlich ernste Hindernisse den Weg zur politischen
Einigung in Europa. Bei einem so schwierigen Unterfangen aber wie diesem
wäre es ein ernster Fehler, die Zukunft an Hand des Tagesgeschehens beurteilen zu wollen, gehorcht die politische Einigung doch einer Logik, die

- 4-

�die auf die Dauer zwingend ist. In Westeuropa leben über eine Viertelmilliarde Menschen, die zu den höchstgebildeten, bestgeschulten und
tüchtigsten Bewohnern dieser Erde zählen. Europäer spielten seit altersher In der Weltpolitik eine wichtige Rolle. Heute aber sehen sie sich
vor die harte Tatsache gestellt, daß sie eine solche Rolle trotz ihrer
geistigen Fähigkeiten und materiellen Hilfsquellen nicht spielen können,
es sei denn, sie richten ihr gesamtes Sein auf die Notwendigkeiten des
modernen Zeitalters aus.
Die Welt der Nachkriegszeit wurde schließlich von einer neuen und
entscheidenden Realität bestimmt: dem Übergewicht zweier Nationen, der
Vereinigten Staaten und der Sowjetunion. Beide Länder umfassen einen
ganzen Kontinent, und jedes von ihnen verfügt über mindestens ebenso
große wenn nicht größere Menschen- und Materialreserven als alle westeuropäischen Länder zusammen. Das Aufkommen zweier solcher Mächte spiegelt die Erfordernisse und Auswirkungen eines technisierten Zeitalters
wider, und veränderte das gesamte Gefüge der Weltpolitik. Europäische
Nationen, die noch vor einem Viertel Jahrhundert im Mittelpunkt der weltpolitischen Bühne standen, finden sich nun plötzlich in die Nebenrolle
von Staaten mit nur noch begrenzten Möglichkeiten zur Beeinflussung des
Laufs der Dinge in der Welt gedrängt.
Ich bezweifle, daß sich die Völker Europas lange damit zufrieden
geben werden, bei den wichtigen politischen Vorgängen mehr oder weniger
beiseite zu stehen. Solange aber Europa seine heutige, innere Form beibehält, wird seine Beteiligung nur begrenzt sein können. Wenn die Europäer
jedoch die ihnen aufgrund ihres Wirtschaftspotentials und ihrer Fähigkeiten zustehende Rolle spielen wollen, ist ihnen der Weg klar vorgezeichnet:
sie müssen sich eine politische Basis schaffen, die den Erfordernissen der
modernen Welt angemessen ist.
Die Frage der Größenordnung ist für unsere transatlantische Partnerschaft von großer Bedeutung. In den letzten Jahren wurde verschiedentlich
der Gedanke geäußert, ob es nicht besser wäre, das Ziel der Einheit Europas
gänzlich aufzugeben und stattdessen zu versuchen, auf direktem Wege die

- 5 -

�die Schaffung eines atlantischen politischen Gebildes anzustreben. Dieser
Vorschlag scheint mir auf eine falsche Alternative hinauszulaufen, dif&gt;
Wahl zwischen Schritten zur Einigung Europas und der Schaffung einer
engeren Partnerschaft zwischen den Ländern diesseits und jenseits des
Atlantik.. Zwischen diesen beiden Ideen besteht kein Widerspruch, sie
gehen vielmehr Hand in Hand. Ein gesundes Verhältnis zwischen Europa und
Amerika kann nur dann entstehen, wenn das Gleichheitsprinzip auf der
soliden Grundlage des effektiven Kräfteverhältnisses beruht.
Denn solange die Diskrepanz hinsichtlich der Größe und des Umfangs
der Hilfsquellen zwischen Amerika und den getrennt handelnden Ländern
Europas fortbesteht, muß jedes atlantische Bündnis unbefriedigend bleiben.
Manche Europäer sind wegen des, wie sie es nennen, ungebührlichen Übergewichts Amerikas in den gemeinsamen Beratungsgremien besorgt; und manche
europäische Industrielle fürchten sich vor der erdrückenden Macht amerikanischer Unternehmungen.
Aber selbst unter den gegenwärtigen Verhältnissen läßt sich etwas tun,
um diese Befürchtungen zu zerstreuen. So könnte unsere Regierung größere
Anstrengungen unternehmen, die Konsultation zu intensivieren - auch wenn
unsere diesbezüglichen Versuche bisher kein großes Echo gefunden haben.
Auf die Dauer können die Vereinigten Staaten die Gleichheit zwischen Westeuropa und Amerika weder als ein Geschenk vergeben noch dadurch schaffen,
daß sie einseitige Handlungen vermeiden. Die Ungleichheit resultiert aus
der Tatsache, daß wir Amerikaner uns eines einheitlichen Komplexes von
Institutionen bedienen und somit alle Hilfsquellen unseres Kontinents auf
ein einziges Ziel ausrichten können, während die Europäer nicht dazu in
der Lage sind. Denn noch ist Europa nicht so organisiert, daß es, wie
Präsident Kennedy es ausdrückte, "eine gemeinsame Sprache spricht und mit
einem gemeinsamen Willen handelt"".
Die Bemühungen um die Schaffung der Grundlagen für eine atlantische
Partnerschaft können - und brauchen - natürlich nicht bis zum Zeitpunkt
des Entstehens eines vereinten Europa hinausgeschoben werden. Es gibt
schon jetzt vieles, was wir tun können und tun sollten. Seit einigen Jahren
sind die atlantischen Staaten innerhalb der OECD und der NATO darum bemüht,

- 6 -

�bemüht, ihre Einrichtungen für ein gemeinsames Handeln auf dem Verteidigungssektor sowie in der Wirtschafts- und Außenpolitik zu verbessern,
und wir sollten mit dieser Arbeit fortfahren.
Aber wir sollten uns hinsichtlich der Grenzen eines möglichen Fortschritts keinen Illusionen hingeben. Solange Europa nicht vereinigt ist,
bleibt das wesentliche Ziel der Gleichheit mehr Formalität als Realität.
Die Einheit Europas und die atlantische Partnerschaft bedeuten mehr
als nur Stabilität des Westens. Sie sind unentbehrlich für eine endgültige Regelung der großen, offenen Fragen, der Hinterlassenschaft des
Krieges. Dieser Punkt kann nicht stark genug hervorgehoben werden. Eine
dauerhafte Ost-West-Regelung läßt sich weder durch eine fortgesetzte
Zersplitterung Europas noch durch die Auflösung der institutionellen
Bindungen erreichen, die den Westen einen, sondern nur dadurch, daß die
Westmächte ausgehend von ihrer Einigkeit eine Situation herbeiführen,
die eine Lösung ermöglicht.
Vorbedingung für eine solche Regelung ist ganz offenkundig eine
Änderung der Haltung der sowjetischen Regierung. Soweit Veränderungen
dieser Art bereits eingetreten sind, waren sie nie die Folge unabhängiger
Handlungen einzelner westlicher Staaten. Sie resultierten teilweise aus
Verlagerungen und Bewegungen innerhalb des Sowjetsystems. Sie resultierten,
und das ist mindestens ebenso wichtig, aber auch aus der Tatsache, daß die
Westmächte gemeinsam Situationen schufen, denen sich die Sowjetunion anpassen mußte. Gemeinsame Aktionen des Westens haben die Expansionsbestrebungen der Sowjets gedämpft.
Stabilität und Wohlstand, die der wirtschaftlichen Integration Westeuropas folgten, weckten in Osteuropa neue Aspirationen Und regten zu neuen
Gedanken an. Durch Sublimieren nationalistischer Ambitionen hat die Einigkeit des Westens traditionelle Befürchtungen der osteuropäischen Völker
vermindert. Kurz, die Einheit des Westens steht ernsthaften Bemühungen um
eine Ost-West^Regelung nicht entgegen, sondern eröffnet vielmehr den einzig möglichen Weg zu diesem Ziel.
Wir sollten natürlich eine Lösung nicht um ihrer selbst willen anstreben. Wir müssen vielmehr eine Regelung erreichen, die die Voraus-

- 7 -

�Voraussetzung für die Gewährleistung der Stabilität und eines dauerhaften Friedens in ganz Europa schafft - eine Regelung, die Bestand hat.
Das bedeutet, daß sie frei von inhärenten Belastungen und Spannungen sein
muß. Die Hauptbedingung für eine solche Regelung ist, daß sie allen gegenüber fair sein muß. Sie muß auf demselben grundlegenden Prinzip beruhen, das auch für gute dauerhafte Beziehungen innerhalb des Westens
unabdingbar ist: dem Prinzip der Gleichheit.
Das ist die Kernfrage. Keine sichere europäische Regelung kann das
deutsche Volk geteilt lassen. Ebensowenig darf eine endgültige Regelung
das deutsche Volk andauernder Diskriminierung aussetzen. Das hat man
schon einmal versucht und zwar, wie wir wissen, vergeblich. Wir müssen
eine bessere Lösung anstreben und keine Improvisationen, die zwangsläufig einen labilen Zustand schaffen.
Der Westen muß sich bei seinen Bemühungen um eine dauerhafte Regelung von dem Gefühl der Sicherheit und Einigkeit leiten lassen, um den
Prozeß in Gang zu bringen, der die Beendigung der Teilung Europas zu
bewerkstelligen vermag.
Wir spielen bei diesen Bemühungen eine konstruktive Rolle. Wir
wollen Bedingungen schaffen, die eine Wiedervereinigung Europas ermöglichen, ohne daß die Vereinigten Staaten oder die Sowjetunion in diesem
Glücksfall eine Bedrohung für sich selbst sehen.
Darum verfolgen die Vereinigten Staaten gegenüber den Staaten Osteuropas und der Sowjetunion eine Politik friedlicher und enger Beziehungen. Wir versuchen weder die Regierungen dieser Länder zu stürzen
noch sie in Gegensatz zur Sowjetunion zu bringen oder sie gegeneinander
auszuspielen. Niemand würde davon profitieren, wollte man Osteuropa wieder balkanisieren. Wir wollen Brücken nach dem Osten schlagen, damit
die Sowjetunion und die osteuropäischen Staaten zu erkennen beginnen,
daß die Bemühungen zur Beendigung der Teilung Europas und Deutschlands
auch in ihrem eigenen Interesse liegen.
Wir alle - Amerikaner, Russen, Europäer - können aus einem Näherrücken Nutzen ziehen. Auf diese Weise können wir das Risiko eines
Krieges reduzieren, das bittere Vermächtnis nationaler Konflikte auf

- 8-

�auf ein Mindestmaß beschränken und die greifbaren Erfolge wirtschaftlicher Zusammenarbeit vermehren, damit die materiellen Güter und die
Fähigkeiten, die Europa, die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion
in so reicher Fülle besitzen, fortan der Sache der Menschheit dienen.
Was wir also für Europa anstreben,ist nach unserer festen Überzeugung
das, was auch die meisten Europäer wünschen. Deshalb bleibt Amerika
so wichtig für die Zukunft Europas.
Ein solcher Friede und eine solche Stabilität lassen sich in Europa
nicht durch irgendwelche plötzlichen oder dramatischen Gesten erreichen.
Die Schwierigkeiten sind vielfältig und die Hindernisse groß. Der Weg
zur schließlichen Beendigung der Teilung Europas und Deutschlands Ist
noch lang. Aber ein erster Schritt ist getan.
Es bestehen bereits zahlreiche Kontakte zwischen Ost und West.
Diese Kontakte müssen erweitert werden. Deshalb hat der Präsident den
Kongreß um die Vollmacht ersucht, die Meistbegünstigungsklausel auch auf
die osteuropäischen Staaten auszudehnen. Es müssen ferner die kulturellen
Kontakte verstärkt werden, und es scheint mir hier die Feststellung angebracht, daß es amerikanische Stiftungen waren, die die erste größere
Initiative zur Entwicklung eines solchen Kulturaustausches zwischen Ost
und West ergriffen haben.
Wichtig ist auch, die multilateralen Bindungen zu erweitern. Die
bestehenden multilateralen Institutionen wie die OECD, können auf die
sich hier abzeichnenden Möglichkeiten eingehen - und sie werden dies
zweifellos auch tun.
Wenn wir auf diese Weise dazu beitragen können, die vorhandenen
Unterschiede im Lebensstandard der europäischen Länder zu verringern, die
Ost-West-Verbindungen zu entwickeln und den Handel zu erleichtern, dann
können wir einige der Voraussetzungen für die Lösung grundlegender politischer und Sicherheitsfragen schaffen. Die Vereinigten Staaten sind
bereit, sich an diesem Bemühen zu beteiligen, denn nach unserer Ansicht
stellt es ein ernsthaftes und konstruktives Mittel dar, um auf die Beendigung der Teilung Europas hinzuarbeiten.
Genau

- 9-

�Genau wie der Friede und die Stabilität in Westeuropa durch die
Aussöhnung zwischen den Deutschen und ihren westlichen Nachbarn gefördert wurden, so liegt unserer Überzeugung nach auch im Osten eine Aussöhnung zwischen dem deutschen

Volk und insbesondere den Polen, den

Tschechen und den Russen im Interesse aller. Die Bundesrepublik
Deutschland bekräftigte vor kurzem ihren Wunsch nach Herstellung
freundschaftlicher Beziehungen zum Osten, und die Vereinigten Staaten
werden tun, was in Ihrer Macht steht, diese wünschenswerten Bestrebungen zu unterstützen. Das Beharren in altem Haß - so wahr und bitter
seine Ursachen auch sein mögen - liegt nicht im Interesse Europas und
bedeutet in unserem Atomzeitalter für uns alle eine Gefahr;
Dies also sind die Grundprinzipien, die unsere Politik bestimmen.
Die veränderten Bedingungen beeinträchtigen ihre grundsätzliche Gültigkeit nicht. Dies besagt jedoch nicht, daß es sich erübrigt, ihre Anwendung im Lichte der veränderten Umstände neu zu überprüfen oder daß
alle seit dem Kriege geschaffenen institutionellen Arrangements vollkommen sind und keiner Korrektur bedürfen.
Gewiß werden aufgrund der jüngsten Schritte der französischen Regierung einige Korrekturen im Aufbau der Nordatlantikpaktorganisation notwendig werden. Die Allianz konnte diesen Schritten jedoch begegnen und
ihren Kurs mit bemerkenswerter Festigkeit halten.
Unsere erste gemeinsame Aufgabe war es, für eine massive Verteidigung und wirkungsvolle Abschreckung zu sorgen. Wir haben kürzlich auf
der Tagung in Brüssel gute Fortschritte in dieser Richtung erzielen können. Die vierzehn NATO-Partner Frankreichs einigten sich darauf, das
militärische Hauptquartier der NATO zu verlegen und werden voraussichtlich in einigen Monaten auch über die Verlegung des Nordatlantikrates
entscheiden. Sie schufen ferner die Grundlagen für Verhandlungen mit
Frankreich bezüglich der französischen Streitkräfte in Deutschland.
Verteidigung und Abschreckung sind indessen nicht die einzigen
Zielsetzungen der NATO. Sie muß auch jene Einigkeit in den Zielsetzungen
schaffen, die eine dauerhafte Ost-West-Regelung zu erleichtern vermag.

Damit

- 10 -

�Damit will ich natürlich nicht sagen, wir sollten in der NATO
ein Instrument für Verhandlungen sehen. Sie kann aber dazu dienen,
daß Verhandlungen einzelner westlicher Staaten mit dem Osten einem
gemeinsamen Ziele dienen und nicht Gegenstand eines Wettstreits um
nationale Vorteile werden. Nur auf dieser Basis haben wir Aussicht
auf Erfolgs
Ich habe versucht, Ihnen in dieser kurzen Erklärung die wesentlichen Elemente der Europapolitik der Vereinigten Staaten darzulegen.
Es handelt sich vornehmlich um die folgenden:
Erstens, die Staaten Westeuropas zu ermutigen, ihre alten nationalen Rivalitäten bei der Schaffung einer neuen, auf dem Prinzip der
Gleichberechtigung beruhenden politischen Einheit hintanzusetzen;
zweitens, gleichzeitig am Aufbau der institutionellen Arrangements weiter zu arbeiten, die zu einer wirksameren Partnerschaft zwischen den Vereinigten Staaten und einem nach Einheit strebenden Europa
führen können; und
drittens, weiterhin alles zu tun, was in ihren Kräften steht, um
die Voraussetzungen zu schaffen, die eine sichere und dauerhafte Regelung der Frage der Teilung Europas möglich machen.
Diese Prinzipien bilden den weitgespannten Rahmen der amerikanischen Politik. Offensichtlich kann keine dieser Aufgaben von den Vereinigten Staaten allein bewältigt werden. Amerikanische Bemühungen
allein können die Einigung Europas nicht herbeiführen - dies ist in
erster Linie Sache der Europäer. Wir können für uns allein kein wirksames Verhältnis zu den westeuropäischen Völkern herstellen, gehört
doch mehr als einer dazu, eine Partnerschaft zu bilden.
Schließlich können wir allein für. uns auch die grundsätzliche
Frage der Teilung Europas nicht lösen. Dies wird nur möglich sein,
sobald Bedingungen geschaffen sind, die die Sowjetunion zu den hierzu
notwendigen Entscheidungen veranlassen können.
Aber eines können wir: durch treues Festhalten an diesen Prinzipien
ihre Preisgabe verhindern und ihre Verwirklichung fördern. Wir stehen
nicht allein. Der gesunde Menschenverstand, die Logik, die Lehren der
Geschichte und der Wunsch der Völker, ihr Teil zur Befriedung der Welt
beizutragen, stehen uns bei.
Dies, Herr Vorsitzender, sind starke Bataillone an unserer S&amp;ita.

+ ++++
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XIX - 31

VERHANDLUNGEN SIND KEIN EINGESTÄNDNIS DES VERSAGENS

WASHINGTON - (AD) - Wortlaut einer Ansprache,
die der amerikanische Präsident Lyndon B.
Johnson am 26. August 1966 vor der Universität
Denver anläßlich der Überreichung der Ehrendoktorwürde und der Grundsteinlegung zum Bau
eines neuen Raumfahrtinstituts gehalten hat.
AMERIKA DIENST übermittelt den Redaktionen
den vollen Text dieser Ansprache zur Kenntnisnahme und eventuellen Veröffentlichung im
Wortlaut oder in Auszügen.

�VERHANDLUNGEN SIND KEIN EINGESTÄNDNIS DES VERSAGENS

In den nahezu drei Jahren, die ich nunmehr Präsident bin, habe ich
bei zahlreichen Anlässen über die Außenpolitik der Vereinigten Staaten
gesprochen. Ich hoffe natürlich, daß meine Mitbürger diese Reden gelesen
haben und ihrer eingedenk sind. Als ehemaliger Schullehrer aber weiß ich,
daß selbst große Literatur nicht immer weltweiten Beifall findet. Mein
Optimismus ist demnach nicht allzu groß.
Die Vereinigten Staaten sind, wie wir uns selbst oft gerne ins Gedächtnis zurückrufen, eine starke und wichtige Kraft in der Welt. Unser
Umgang mit anderen Staaten ist für uns von großer Bedeutung, er hat tiefgreifende und wichtige Rückwirkungen auf das Leben von Menschen in anderen Ländern, und er drückt der größten aller Aufgaben des Menschen in
unserer Zeit - dem Streben nach Frieden - seinen Stempel auf.
Der Begriff Demokratie bleibt bedeutungslos, wenn die führenden
Staatsmänner das Verständnis für die ihnen gestellten Aufgaben nicht
auch in dem Volk zu wecken vermögen, dem sie dienen. Nur dann kann ein
Volk richtig reagieren - sei es in Form einer wohlinformierten Unterstützung oder Opposition.
Ich möchte heute nicht auf einzelne Länder, einzelne Bereiche unserer Politik oder besondere Probleme von Konflikten oder Verhandlungen eingehen, die gegenwärtig unsere Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen. Ich werde
statt dessen einige der Regeln und Grundsätze herausstellen, die nach meinem Dafürhalten als Präsident für die Führung unserer Außenpolitik maßgebend sein sollen. Das wird uns, wie ich hoffe, besser verstehen lehren,
wie wir auf die endlöse Folge von Problemen reagieren und reagieren sollten, die aus allen sechs Kontinenten und über sämtliche Meere hinweg auf
Washington zukommen.
Die

- 1 -

�Die dominierende Regel, die ich hier erneut bekräftigen möchte,
besagt, daß unsere Außenpolitik die Fortführung unserer Innenpolitik
sein muß. Die sicherste Richtlinie für unser Handeln gegenüber dem Ausland ist immer das, was wir im eigenen Lande tun.
Die großen schöpferischen Perioden der amerikanischen Außenpolitik
waren die Zeiten großer Leistungen im eigenen Lande. Lincoln, Wilson und
Franklin Roosevelt, um nur drei zu nennen, projizierten ihre Vorstellungen von dem, was Anlaß zur Besorgnis gab wie auch von dem, was zu leisten
sei, auf die gesamte Welt. Ich mißtraue jedem außenpolitischen Experten,
wie wohlinformiert er auch sein mag, wenn er über die Politik der Vereinigten Staaten nicht Bescheid weiß.
Der Grund hierfür ist ganz einfach. Die Politik ist das Mittel, mit
dem Menschen ihren Hoffnungen und Aspirationen kollektiven Ausdruck verleihen. Können wir annehmen, daß sich die der Amerikaner grundlegend von
denen der Angehörigen der Länder unterscheiden, aus denen unsere Vorväter
kamen? Doch sicher nicht. Und wir würden das Vertrauen und die Achtung
anderer Nationen verlieren, wollten wir von der Annahme ausgehen, was für
Amerikaner notwendig sei, wäre zu gut für andere Völker.
Die Regel besagt, um es noch einmal zu wiederholen: eine gesunde
Außenpolitik ist im wesentlichen der verlängerte Arm dessen, was wir zu
Hause tun und erstreben. Lassen Sie mich hierzu einige konkrete Beispiele
anführen.
Ich denke zunächst an die Probleme, die wir in den letzten Jahren in
unseren Städten hatten. Wir können uns nicht mit Gewalt abfinden, und wir
halten diejenigen, die zur Gewalt aufstacheln, nicht für harmlos. Wir
wissen um Menschen, die aus der Not anderer Kapital schlagen wollen und
bestrebt sind, Aufruhr und Protest in eigenen Gewinn umzumünzen. Ih.ien
liegen weder die Interessen unserer Armen noch die Interessen unseres Staates am Herzen, denn sie wollen zerstören und nicht aufbauen.
Wenn es aber zu Gewaltakten kommt, dann ist unsere erste, instinktive
Reaktion zu fragen: "Warum? Was ist die Ursache? Und was können wir tun?"
Wir suchen nach den tieferen Ursachen, die Unmut und Spannung nähren. Wir

- 2 -

�Wir suchen nach den Ursachen der Not und unwürdiger Zustände, wir suchen
nach den Spuren der Unterdrückung und Vernachlässigung vergangener Zeiten.
Das gleiche gilt für alle anderen Länder. Wenn wir klug sind, so
sehen wir nicht in jedem Aufstand gegen die herrschende Autorität die Hand
eines Schurken. Dort, wie auch zu Hause, ist es der gesunde amerikanische
Instinkt, der uns fragen heißt, ob nicht Unterdrückung, Not und Vernachlässigung die tieferen Ursachen sind.
Es kam mir schon manchmal der Gedanke, ob ein Marsmensch, den man
etwa im Zuge eines der größeren Raumforschungsprojekte der Johnson Ära
hierher brächte, nicht zutiefst beeindruckt sein müßte von der Tatsache,
daß die Völker auf diesem Planeten verschiedene Sprachen sprechen, verschiedener Hautfarbe sind und sogar dem ersten Anschein nach unter verschiedenen politischen Systemen leben.
Er würde feststellen, daß es hier ein Gebiet vergleichsweisen wirtschaftlichen Wohlstandes gibt, das sich über den nördlichen Teil dieser
Hemisphäre, ganz Europa und tief hinein in die Sowjetunion erstreckt. Dort
haben die meisten Menschen zumindest genug zu essen, genug anzuziehen,
Schulen, die sie unterrichten, Ärzte, die sie betreuen und warme Wohnungen,
die sie schützen.
Und unser Besucher vom Mars würde ferner feststellen, daß dieses Gebiet im allgemeinen, und von Wahljahren in den Vereinigten Staaten abgesehen, eine Zone politischer Ruhe ist. Die Regierungen sind fest etabliert,
es gibt kaum Revolutionen. Und selbst die Kriege zwischen den Staaten - es
herrscht ja kein völliger Friede - wurden in den letzten zwanzig Jahren
größtenteils in Worten geführt, wie ihm nicht entgehen würde. Worte können
verwunden, aber als ein Veteran im Senat der Vereinigten Staaten mit zwölfjähriger Erfahrung.könnte ich ihm ohne weiteres bestätigen, daß sie nicht
töten.
Unserem Touristen würde aber auch bald auffallen, daß es noch einen
anderen Teil der Welt gibt, wo die Regierungen von Unsicherheit bedroht
sind, wo Menschen auf der Straße demonstrieren, wo Guerillas in den
Dschungeln lauern, wo Armeen einander über unsichere Grenzen hinweg arg-

- 3-

�argwöhnisch beobachten und verschiedentlich sogar das Feuer aufeinander
eröffnen, und wo Bauern ohne Land oder Menschen ohne Arbeit sich häufig
in Protest erheben.
Und dieser Teil der Welt, das würde unserm Marsreisenden klar werden,
ist sehr arm. Er würde seine eigenen Schlußfolgerungen ziehen, was die Ursachen der Ruhe innerhalb eines Landes oder zwischen mehreren Ländern sind.
Und er würde dabei sicher nicht fehlgehen. Ich aber würde diesen Herrn
dann vielleicht bitten, ein hohes Amt in meiner Regierung zu übernehmen.
Lassen Sie mich Ihnen noch eine zweite Nutzanwendung dieser Regel vor
Augen führen. Wir hier in den Vereinigten Staaten halten nicht viel von
Gewalt. Wir wissen jedoch, daß andernfalls friedliebende Menschen zur Anwendung von Gewalt getrieben werden können. Wir sehen in der Gewalt die
Manifestation eines Versagens. Wenn es zur Gewaltanwendung kommt, sei es
in einem städtischen Slumgebiet anläßlich einer Oemonatration oder bei
der Aufstellung von Streikposten, sehen wir in ihr eine Manifestation des
Versagens. Wir bemühen uns dann, die Herrschaft von Recht und Gesetz wieder herzustellen und Verhandlungen in Gang zu bringen. Denn zu verhandeln
ist kein Eingeständnis des Versagens, es beweist vielmehr gesunden Menschenverstand. Wir halten gemeinsame Verhandlungen über politische Fragen für
erfolgversprechend, solange verhandelt wird. Erst wenn solche Verhandlungen
abgebrochen werden, sprechen wir von Versagen.
Das gilt besonders für die Außenpolitik. Auch hier ist Gewalt ein
Aspekt des Versagens. Auch hier sind die Herrschaft des Rechts und die Aufnahme von Verhandlungen Kennzeichen des Erfolgs.
Wer nach Prinzipien verfährt, wird manchmal beschuldigt, zu verallgemeinern. Ich möchte daher einmal mehr sagen, daß diese Regel auch ohne Einschränkung für Vietnam gilt. Wir werden es als ein Zeichen des Erfolges
werten, wenn sich alle an diesem Konflikt beteiligten Parteien am Konferenztisch einfinden. Wir Amerikaner sind in Verhandlungen erfahren. Und wir
haben von Verhandlungen nichts zu fürchten. Wir Amerikaner kennen das Wesen
fairer Verhandlungen, und niemand braucht Verhandlungen mit uns zu fürchten.
Ich

- 4-

�Ich möchte Ihnen noch eine dritte Anwendung dieser Regel vor Augen
führen. Wir hier in den Vereinigten Staaten mögen es nicht, wenn man uns
sagen will, was wir zu tun haben. Und wir können es noch weniger leiden,
wenn man uns sagen will, was wir zu denken hätten. Nicht jeder Schritt,
den die amerikanische Regierung unternommen hat, seit ich Präsident wurde,
fand überall auf der Welt Beifall. Ich zweifle auch daran, daß alle unsere
künftigen Schritte Beifall finden werden.
Aber wir verteidigen - und zwar ganz bewußt - das Recht eines jeden,
gegen das, was wir fordern und tun, zu opponieren. Wir verlangen nur, daß
man in unserer Opposition zur Opposition die Ausübung eben jenes Rechts
erblickt, für das wir eintreten: des Rechts der freien Rede.
Auch wollen wir weder die Freiheit schmälern noch wünschen wir eine
Gleichschaltung des Denkens oder Verhaltens zu erzwingen. Ich stehe nicht
nur in meiner Eigenschaft als Präsident für die Verfassung und den ersten
Verfassungszusatz ein, sondern auch weil ich Amerikaner bin und weiß, was
Freiheit bedeutet.
Wir finden wiederum bestätigt, daß die amerikanische Innenpolitik als
Richtlinie für unsere Außenpolitik dient. Alle Menschen verlangen nach
Jener Würde, die uns die verfassungsmäßigen Bürgerrechte garantieren. Alle
verlangen nach dem Recht, ihre Meinung frei äußern zu können, und alle
Menschen werden durch Diktatur und Meinungskontrolle an ihrer vollen Entfaltung gehindert.
Hier möchte ich mich wiederum nicht damit begnügen, eine Regel aufzustellen, sondern auch ihre Anwendung erläutern. Die Vereinigten Staaten
haben kein Mandat, sich einzuschalten, wo immer eine Regierung unseren
Vorstellungen nicht voll entspricht. Wir werden aber die Achtung anderer
Völker nur dann erringen - und verdienen - wenn sie wissen, auf we1oher
Seite wir stehen.
In den kommunistischen Ländern stehen wir auf selten derjenigen, die
Jahr für Jahr den Kreis der Gespräche zu erweitern suchen. Solange diese
Männer und Frauen nicht aufgeben, wird sich der Kommunismus in einem Zu«
stand des Wändeis befinden, und zwar einer Wandlung zum Guten.
In

- 5 -

�In den lateinamerikanischen Ländern stehen wir auf Seiten derjenigen,
die für verfassungsmäßige Regierungen eintreten, und nicht auf Seiten
derer, die behaupten, Diktaturen seien für eine wirkungsvolle wirtschaftliche Entwicklung oder als Bollwerk gegen den Kommunismus notwendig. Wir
haben bereits unmißverständlich klargemacht, daß wir dort, wo die persönliche Freiheit gefährdet ist, nicht auf seiten der ungezügelten Macht
stehen.
In Afrika stehen wir auf Seiten derjenigen, die auf die volle Gleichberechtigung aller Rassen hinarbeiten, und auf seiten auch derer, die sich
für stabile und ordnungsgemäße Regierungen einsetzen - denn nur solche gewähren dem einzelnen Bürger Schutz.
In Vietnam treten wir für gerechte und ordnungsgemäße Wahlen ein, die
dem Willen des Volkes dieses schwer heimgesuchten Landes größtmöglichen
Ausdruck geben. Wir haben bereits hinreichend klargestellt, daß die Vereinigten Staaten das, was durch diesen Willen frei und gerecht zum Ausdruck gebracht wird, anerkennen werden.
Sie werden feststellen, daß diese Regeln - und das ist so gut wie
sdlbstverständlich - keine Anwendung finden, die wir nicht auch billigten,
wenn es um die Vereinigten Staaten ginge. Sie werden sehen, warum ich
unsere Innenpolitik für eine gute Richtschnur für unser Verhalten gegenüber dem Ausland halte.
Lassen Sie mich ein viertes und letztes Beispiel der Regel anführen,
daß unsere Außenpolitik daheim in Amerika beginnt.
Die Vereinigten Staaten sind - nach den Maßstäben, die die Welt
gemeinhin anwendet - ein erfolgreiches Gemeinwesen. Vieles ist noch zu
tun. Aber in der kurzen Zeitspanne von zweihundert Jahren - einem kürzeren Zeitraum, als ihn die in der Geschichte als Kreuzzüge bekannten kriegerischen Unternehmen in Anspruch nahmen - haben wir eine ganze Menge
erreicht. Auch zögerten wir nicht, über die Ursachen nachzudenken.
Wir wissen, wir sind ein tatkräftiges Volk. Und wir sind intelligent.
Und wir erkannten schon frühzeitig die Bedeutung des öffentlichen Schulwesens. Und wir besaßen einen an Hilfsquellen reichen Kontinent. Und wir

- 6-

�wir hatten einen gesunden Plan für den Aufbau unseres Wirtschaftssystems.
Und unser Schöpfer war uns zweifellos wohlgesinnt.
Aber ich bezweifle, daß dies unsere verhältnismäßig glücklichen
Lebensumstände erklären kann. Auch andere Völker sind tatkräftig. Auch
andere sind intelligent. Es gibt andere Teile der Welt, die von der Natur
nicht weniger begünstigt sind. Andere Völker sind ebenso gebildet. Unser
Wirtschaftssystem ist kein großes Geheimnis und es genießt keinen Patentschutz. Es hieße heute und in dieser Zeit zu weit gehen, annehmen zu
wollen, Gott sei uns allein wohlgesinnt.
Unser Vorteil war, glaube ich, daß wir schon frühzeitig erkannten,
wie außerordentlich wirksam soziale Gerechtigkeit ist. Wir fanden heraus,
daß der Mensch, wenn man ihm die Früchte seiner Arbeit garantiert - und
das eben bedeutet soziale Gerechtigkeit -, zu einer schöpferischen Kraft
von ungeheurer Leistungsfähigkeit wird. Er wurde dem anspruchsvollsten
aller Arbeitgeber unterstellt, nämlich sich selbst. Beraubt man einen
Menschen dieses Gefühls der angemessenen Entlohnung, so reduzieren sich
seine Anstrengungen und Leistungen auf einen Bruchteil.
Es kann keinen Zweifel über die Gründe geben, warum der Süden im
vergangenen Jahrhundert hinter dem Norden zurückblieb. Es war nicht der
Bürgerkrieg; wären Kriegsauswirkungen so nachhaltig, müßten Deutschland
und Rußland noch auf rund achtzig Jahre hinaus darniederliegen. Innerhalb zwanzig Jahren nach dem Bürgerkrieg erreichte der Baumwollanbau, der
durch den Krieg und die Sklavenbefreiung am stärksten in Mitleidenschaft
gezogen worden war, wieder das Vorkriegsvolumen. Auch mangelte es dem
Süden nicht an menschlichen oder natürlichen Hilfsquellen.
Der Süden blieb zurück, weil er im Verband der amerikanischen
Republik nicht allen seinen Bürgern die volle Gleichberechtigung

.nd das

uneingeschränkte Empfinden gab, Teil einer gerechten Gesellschaft zu sein.
Dies ist der Fehler, den wir in den vergangenen paar Jahren entschlossen
wiedergutzumachen suchten. Und hier haben wir es wiederum mit einer Regel
zu tun, deren Anwendbarkeit über unsere Küsten hinausreicht. Sie umreißt
die Theorie, die unseren Anstrengungen in Lateinamerika, in Südasien und
gegebenenfalls auch in anderen Teilen der Welt zugrunde liegt.

- 7-

T

,

�Ich bin in einer Farmgegend aufgewachsen. Ich weiß, wie sich Farmer
verhalten. Ich habe nie einen Farmpächter erlebt, von dem man einen rückhaltlosen Einsatz erwarten konnte, solange er damit rechnen mußte, daß
alles was er tat, nur dem Besitzer zugute kam.
Ich habe in meinem Leben einige ziemlich redegewandte landwirtschaftliche Berater getroffen. Ich bin aber noch nie einem begegnet, der einen
Mann dazu zu überreden vermochte, dort zwei Ballen Baumwolle anzubauen,
wo vorher nur einer geerntet worden war, wenn er nicht sicher sein konnte,
daß zumindest der eine der beiden Ballen ihm gehören werde.
Und soziale Gerechtigkeit ist auch nicht lediglich eine Angelegenheit einer vernünftigen Aufteilung des Bodenbesitzes. Sie bedeutet Arbeit
für einen angemessenen Lohn unter dem Schutz freier Tarifverhandlungen und
eine Regierung, die ehrlich arbeitet, sich um Leistung bemüht und das Geld
der Steuerzahler in angemessener Weise nutzt. Soziale Gerechtigkeit bedeutet auch Bildung, ausreichende Ernährung und Fürsorge für Jene, die wie Kinder - nicht in der Lage sind, ihre Rechte in der Gesellschaft wahrzunehmen. Sie besteht, und das ist vielleicht das allerwichtigste, in dem
einfachen Bewußtsein, daß die Leiter nach oben nicht so überfüllt ist, um
nicht noch Raum für Sie zu bieten.
Unsere Außenpolitik umfaßt wie unsere Innenpolitik alle die wichtigen
Dinge - von Bildung über Arbeit, Gesundheit und Ordnung bis zu Gerechtigkeit für alle.
Von hier, von Denver aus, schien es einst ein weiter Weg bis zu unseren Küsten zu sein, und ein noch weiterer bis zu anderen Ländern. In jener
Zeit schienen zweifellos die Probleme der Außenpolitik weit abgelegen. Und
es heißt ja auch, Mangel an Stolz und Selbstvertrauen sei niemals eine
Schwäche der Männer und Frauen dieser Berglandschaft gewesen. Es gab mithin genug, was ihre Aufmerksamkeit hier in der Heimat beanspruchte.
Aber jetzt sind die Küsten sehr nahe gerückt, und London, Paris,
Moskau und Tokio nur ein paar Flugstunden entfernt. Denver ist zu einem
Zentrum lebhafter Erörterungen außenpolitischer Fragen geworden, zu einem
Ort, wo man ein sehr feines Gespür für ihre Problemstellungen und auch für
die politischen Maßnahmen hat,

die von Ihrer und meiner Generation

- 8 -

�Generation verlangt werden.
Aber Sie werden meinen Ausführungen heute nachmittag auch entnehmen,
daß Sie einen weiteren Vorteil für sich verbuchen können. Sie befinden
sich

innerhalb der Vereinigten Staaten

in einer strategisch sehr wich-

tigen Position. Das ist ein sehr bedeutsamer Grund zur klugen Beurteilung
der Außenpolitik. Unser Land ist eine große, freiheitsliebende und fortschrittliche Demokratie - bis zu seinen äußersten Grenzen und auch über
sie hinaus. Es ist einfach unvorstellbar, daß Amerikaner in Denver und
Des Moines ein anderes Gesicht zur Schau tragen als Amerikaner in Paris,
Mexiko City, Karatschi oder Saigon. Und ich darf wohl sagen, daß wir uns
auch gegenüber Moskau, Peking oder Hanoi nicht anders verhalten.
Ich freue mich sehr, unter Ihnen weilen und die Stätte sehen zu
können, an der Ihr neues Institut für Weltraumforschung entsteht. Ich
hatte zunächst vor, mehr zum Thema Weltraumforschung zu sagen. Aber als
ich erfuhr, daß so viele Studenten an dieser Veranstaltung teilnehmen
würden, entschied ich mich für ein Thema, das je zu einem Drittel Wissenschaft, Kunst und Hoffnung ist - für das Thema Außenpolitik. Auf diesem
Gebiet sind wir alle Studenten, sind wir alle Lernende.

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LYNDON B. JOHNSON:
USA WÄREN JEDERZEIT ZUM ABZUG AUS VIETNAM BEREIT

Wortlaut der Rede des US-Präsidenten Lyndon B.Johnson,
die er anläßlich des amerikanischen "Tag der Arbeit1*
(Labor Day) am 5. September 1966 in Lancaster (Ohio)
gehalten hat.

XIX

-

32

�USA WÄREN JEDERZEIT ZUM ABZUG AUS VIETNAM BEREIT

Während des ganzen Labor-Day-Wochenendes bin ich durch Amerika gereist und habe über Amerika gesprochen. Überall habe ich das eine durchgängig gültige Thema wiederholt:
- daß die Stärke unseres Landes in der Verantwortung seiner Bürger
liegt;
- und daß unser wahrer Reichtum sich aus unserem Sinn für das Allgemeinwohl herleitet.
Hier in Lancaster - als Abschluß eines langen Tages für mich, ist
es an der Zeit, daß ich mich unseren Aufgaben und Verantwortlichkeiten
im Ausland zuwende.
Unsere Zeitungen sind voll von Berichten über Vietnam. Meldungen vom
Schlachtfeld jagen durch den Äther. Und das Fernsehen bringt in nie zuvor
gekannter Weise Bilder sowohl von der Tapferkeit wie der Brutalität der
Kämpfe direkt in unser Heim.
Wir alle verfolgen mit schwerer Sorge und tiefer Anteilnahme die
Geschehnisse dieses Kampfes auf einem eine halbe Welt von uns entfernten
Schauplatz. Denn in diesem Ringen kämpfen und sterben unsere Männer. Und
es ist richtig, daß wir uns grundlegende Fragen über die Aussichten für
den Frieden und über die Welt, in die unsere Kinder hineinwachsen werden,
stellen.
Ich möchte daher mit Ihnen kurz über vier fundamentale

Tatsachen

sprechen, die die Außenpolitik unseres Landes formen.
Warum sind wir in Vietnam?
Keine Eltern und keine Frau möchten ihren Sohn oder ihren Mann hinausziehen und sein Leben einsetzen sehen. Kein amerikanischer Soldat hat
den Wunsch zu töten oder getötet zu werden. Kein Präsident wünscht, unsere

- 1-

�unsere jungen Männer in die Schlacht zu schicken. Tief in unserer Seele
- tief in unserer Geschichte - liegt das leidenschaftliche Verlange",
nach Frieden.
Wir müssen aber mit der Welt - so wie sie ist - fertig werden, und
wir können nicht der simplen Tatsache aus dem Wege gehen, daß Frieden
und Sicherheit vieler Nationen in Gefahr sind, wenn es Aggressoren gestattet wird, in einem strategischen Gebiet der Welt Erfolg zu haben;
wenn Verträge von entscheidender Wichtigkeit gebrochen werden, und wenn
Menschen und Waffen illegal über international anerkannte Grenzen gebracht werden, um kleine Nationen zu erobern.
Die Geschichte bietet uns Beispiele aus jüngster Zeit, um diese
Überzeugung zu untermauern. Wenn Europa sich heute des Friedens erfreut,
so deshalb, weil freie Männer fest und entschlossen in Griechenland und
Berlin standen. Vielleicht wirft es ein schlechtes Licht auf unsere Welt,
daß die Menschen begrenzte Kriege führen müssen, um größere Kriege zu
verhindern, aber dies ist nun einmal der Zustand unserer Welt und wir
können ihn durch bloßes Wünschen nicht ändern.
Wir haben heute in Lateinamerika den Frieden, weil die Völker der
Hemisphäre in einer gemeinsamen schwierigen Lage während der Kuba-Raketenkrise und dann erneut in der Dominikanischen Republik zusammenarbeiteten.
Auch in Asien waren tapfere Männer bereit, der Gefahr ins Auge zu
sehen und die Aggression zurückzuweisen - einst in Korea, jetzt in Vietnam.
Freie Nationen mögen nicht immer die gleichen Bindungen und Verpflichtungen haben. Unsere Standpunkte mögen sich unterscheiden und unsere Interessen voneinander abweichen. Aber wir stehen nicht allein in der Überzeugung, daß Wachsamkeit und Mut und Zusammenarbeit der Preis für die Freiheit und die Säulen einer sicheren Weltordnung sind, in der Menschen die
Gestaltung ihres Lebens ohne Furcht vor Gewaltsamkeiten verbessern können.
Das ist der Grund, warum vierzehn Mitglieder der NATO zusammenwirken,
um das, was von uns in so langer und geduldiger Arbeit aufgebaut wurde, zu
erhalten. Zu gegebener Zeit mag es möglich sein, daß reduzierte sowjetische

- 2 -

�sowjetische Truppen in Ostdeutschland oder eine neue militärische Technologie eine Verlegung einiger unserer für die europäische Verteidigung
zugesicherten Truppen gestattet werden. Aber das ist eine Entscheidung,
zu der wir alle in der NATO zusammen gelangen müssen. Wir werden nicht
unbedacht das bewährte Instrument der Sicherheit für die 500 Millionen
Menschen in der atlantischen Welt schwächen.
Alle unsere Anstrengungen,so weit sie in geographischer Hinsicht
auch auseinander liegen und so unterschiedlich im Ausmaß sie auch sein
mögen - von der NATO über die Organisation der amerikanischen Staaten
(GAS) bis zu Vietnam - erwachsen aus der Verpflichtung, an der Erhaltung des Friedens und der Bewahrung der Ordnung in der Welt mitzuhelfen.
Das ist der Grund, warum unsere Männer heute mit den Soldaten aus
vier anderen Nationen zur Unterstützung Vietnams kämpfen. Sie sind dort,
weil dort die Aggression ist.
Diese Truppen aber werden heimkehren - ihre Stützpunkte werden für
konstruktive Friedensaufgaben zur Verfügung gestellt werden -, sobald
die Aggression aufhört. Wenn irgend jemand mir den Zeitplan zeigt, nach
dem die Aggression zum Stillstand gebracht wird, und die sich illegal in
Südvietnam befindenden Truppen aus dem Norden abgezogen werden - dann
werde auch ich den genauen Plan für einen Rückzug unserer Truppen aus
Vietnam auf den Tisch legen.
Der Aggression Einhalt zu gebieten aber ist der Anfang, jedoch
nicht das Ende unserer Politik.
Wir sehen uns einem zweiten fundamentalen Faktum gegenüber: daß nämlich die Menschen noch andere Feinde haben - Hunger, Krankheit, Unwissenheit und Armut -, denen mit dem gleichen Mut und der gleichen Ausdauer
entgegengetreten werden muß.
Hier auf der westlichen Hemisphäre arbeiten wir nach wohldurchdachten Plänen an der Schaffung eines besseren Lebens für alle. In diesem Jahr - dem dritten aufeinanderfolgenden Jahr - gelingt es unseren
lateinamerikanischen Nachbarn, die großen Allgemeinziele der Allianz für
den Fortschritt zu erreichen.
Vor

- 3 -

�Vor einiger Zeit traf

ich mit Vertretern der neuen Organisation

für afrikanische Einheit zusammen. Wir versprachen, mit ihnen in dem
Bemühen zusammenzuarbeiten, die wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen ihres Landes zu beschleunigen. In Kürze werden wir mit den Afrikanern und anderen, die bereit sind, Afrika zu helfen, spezifische Mittel
und Wege erörtern, um dieses Versprechen in die Tat umzusetzen.
In Asien haben die freien Nationen beachtliche Fortschritte erzielt.
Korea konnte bisher in jedem Jahr eine achtprozentige Steigerung seines
Bruttosozialprodukts verzeichnen. Auch Formosa , Thailand, die Philippinen,
Malaysia und Singapur machen Fortschritte in der Auseinandersetzung mit den
schwierigen Problemen der Entwicklung. Und das Gleiche gilt - trotz des
Krieges - für Vietnam. Selten at ein Volk inmitten eines Konfliktes versucht, seine Gestalt als Nation zu gewinnen und zu festigen, wie es die
Vietnamesen jetzt tun. Ich erhalte fast täglich Kampfberichte von dieser
Front, und ich freue mich, berichten zu können, daß Fortschritte gemacht
werden.
In diesem Sommer trafen wir uns in Washington mit Freunden aus Japan
und Europa zur Erörterung eines universalen Problems: dem Wettlauf zwischen
Bevölkerungszunahme und Nahrungsmittelerzeugung. Westeuropa und die Japaner
haben bereits gezeigt, daß die rapide Bevölkerungszunahme unter Kontrolle
gebracht werden kann. Andere Nationen müssen hiervon lernen, wenn unsere
Investirrungsbemühungen Erfolg haben sollen.
Die Völker unserer Erde aber wollen mehr als nur Sicherheit. Sie
wollen sogar mehr als bloßen wirtschaftlichen Fortschritt. Und dies führt
uns zu dem dritten fundamentalen Faktum unserer Außenpolitik. Die Völker
anderer Staaten wollen in stärkerem Maße an der Gestaltung ihres eigenen
Geschicks teilhaben.
Unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg gab es nur zwei wirkliche Weltmächte. Heute gewinnt eine Welt von Staaten aus vielen Nationen - großen
und kleinen - Gestalt. Sie wollen nicht irgendeines anderen Satelliten
sein.
In der modernen Welt müssen sich die Nationen zusammengruppieren, um
eine wirksame Kraft darzustellen. Das ist der Grund, warum wir unsere aktive

- 4-

�aktive Unterstützung Jenen in Europa zuteilwerden lassen, die weiterhin
am Aufbau der Einheit arbeiten, sowie jenen in Lateinamerika, die auf eine
wirtschaftliche Integration hinarbeiten, und jenen in Afrika, die eine neue
umfassende Struktur regionaler Organisation aufbauen, und schließlich jenen
in Asien, die sich bemühen, einen neuen Geist regionaler Verständigung und
Zielsetzung zu schaffen.
Unser Ziel bei der Förderung dieser Welt regionaler Partnerschaft ist
nicht ohne Eigeninteresse. Denn in dem Maße, wie sie innerhalb eines starken Gebildes vereinter Nationen an Kraft gewinnt, können wir mit einer allmählichen Verringerung der Lasten rechnen, die wir in der letzten Generation
zu tragen hatten. Und wir können mit einem verstärkten Wachstum und einer
verstärkten Stabilität in allen Teilen der Welt rechnen.
Aber selbst das ist noch nicht genug. Denn es gibt ein viertes fundamentales Faktum, sofern wir einer größeren Vision von der Welt, in der wir
leben, treu bleiben wollen. Über den derzeitigen Konflikt hinaus müssen
wir uns für die Aufgabe der Versöhnung vorbereiten, die zu einem Frieden
von Dauer führt.
In Europa hat unsere Partnerschaft das Fundament für den Brückenschlag
nach dem Osten gelegt. Wir und unsere Freunde in Westeuropa sind bereit, so
weit und so schnell an den Bau dieser Brücken zu gehen, wie der Osten seinerseits dazu bereit ist.
In Asien hegen wir eine ähnliche Hoffnung, obwohl heute noch Wolken über
ihm lagern, die von Krieg und Bitterkeit herrühren. Dennoch aber sehen wir
dem Tag entgegen, an dem jene Kräfte auf dem chinesischen Festland bereit
sein werden, uns auf halbem Wege entgegenzukommen - bereit, ihre immense
Begabung und Energie für die Verbesserung des Lebens ihrer Bevölkerung einzu setzen - bereit, friedlich ihren Platz als eine der Großmächte Asiens
und der Welt einzunehmen.
Wir träumen von einer Welt des Friedens, aber wir wissen auch, daß
die Kräfte, die Feindschaft hervorrufen, tiefverwurzelt sind und nicht
leicht nachgeben werden.
Doch

- 5 -

�\

Doch werden auf allen Kontinenten Tag für Tag stille Siege erfochten. Aus der Tiefe wirken Kräfte für einen wahren Frieden; sie
schaffen langsam - fast unmerklich die Bedingungen und Institutionen
für eine unerschütterliche Hoffnung.
Wenn wir ermüden, wenn wir verzweifeln, dann würde viel verloren
sein. Aber wenn wir die Lehren der Vergangenheit beachten, wenn wir
die Rolle des Mitgefühls und der Zusammenarbeit, der besonnenen Voraussicht und des Verstandes, der Selbstdisziplin und des gesunden
Menschenverstandes im internationalen Zusammenleben stärken - dann
kann unsere Hoffnung Wirklichkeit werden und können unsere Triumphe
von Dauer sein.
Das ist meine tiefe Überzeugung: daß wir, das amerikanische Volk,
den Mut und die Geduld und die Ausdauer haben, um in Vietnam zu bestehen; und daß wir auf diese Periode der Bewährung als auf einen der
großen Wendepunkte in der Geschichte zurückblicken werden.
Und ich glaube, daß die Geschichte von uns sagen wird: durch unseren
Mut und unseren Glauben haben wir die Freiheit erhalten und das Tor zum
Frieden geöffnet.

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XIX - 33

SÜDVIETNAM PROTESTIERTE BEI DER INTERNATIONALEN
KONTROLLKOMMISSION GEGEN DIE INFILTRATION DER
ENTMILITARISIERTEN ZONE DURCH BEWAFFNETE ELEMENTE
DER REGULÄREN NORDVIETNAMESISCHEN ARMEE

Die Protestnote wurde von der Verbindungsstelle der Regierung der Republik Vietnam der Internationalen Kontrollkommission zugeleitet und am 6. September 1966 im. Rahmen einer
Pressekonferenz durch den Leiter der Verbindungsstelle, Ton
That Aji, und den südvietnamesischen Außenminister, Tran Van
Do, zur Veröffentlichung freigegeben. Das Dokument hat folgenden Wortlaut:

�REPUBLIK VIETNAM
Außenministerium
Verbindungsstelle zur Internationalen Kontrollkommission
Saigon, den 5.September 1966

Die Verbindungsstelle zur Internationalen Kontrollkommission entbietet dem Generalsekretariat der Internationalen Kontrollkommission
ihre Grüße und gibt sich die Ehre, angesichts der gegenwärtigen Spannung
in der entmilitarisierten Zone auf das Schreiben der Kommission Nr.
0PS/V/(86)/1849 vom 19. August 1966 über die Einhaltung der für die besagte Zone geltenden Bestimmungen zu verweisen.
Die Verbindungsstelle teilt die durchaus berechtigte Sorge der
Kommission in dieser Sache, hält es jedoch für notwendig, darauf aufmerksam zu machen, daß sich seit der Unterzeichnung des Genfer Abkommens über die Einstellung der Feindseligkeiten in Vietnam vom Jahre 1954
die Regierung der Republik Vietnam - obgleich sie nicht zu den Unterzeichnern des Abkommens gehört - der Kommission gegenüber stets einer
ehrlichen und fruchtbaren Zusammenarbeit befleißigte,um ihr bei ihrer
Friedensmission in Vietnam behilflich zu sein.
Bedauerlicherweise hat der in Vietnam heute bestehende Kriegszustand, der ein Ergehnis der von der nordvietnamesischen Regierung gelenkten Aggressionstätigkeit ist, eine Situation geschaffen, die jegliche Kontrollmaßnahmen unmöglich macht und den Frieden in Südviet iam
in hohem Maße gefährdet.
Diese Situation ist dadurch besonders bedrohlich geworden, daß bewaffnete nordvietnamesische Elemente Anfang des Jahres damit begannen,
nicht nur kleine selbständige oder einzelne Gruppen, sondern ganze
Einheiten durch die entmilitarisierte Zone in den Süden einzuschleusen.
Den eklatantesten Fall lieferte die Division 324 B der regulären nord-

- 1-

�nordvietnamesischen Armee, die kürzlich, im April, Mai und Juni 1966,
über Furten des Ben-Hai-Flusses in Südvietnam eingedrungen ist.
Diese Division hat seit dem 15. Juli massierte Angriffe gegen
nationale und alliierte Streitkräfte im Raum von Cam-Lo in der Provinz Quang Tri mehrere Kilometer südlich der entmilitarisierten Zone
geführt. Bei den schweren Kämpfen wurden zahlreiche Gefangene gemacht,
die als Angehörige verschiedener Regimenter der Division 324 B der
nordvietnamesischen Armee (PAVN) identifiziert wurden. Wichtige Dokumente konnten im Kampfgebiet sichergestellt werden.
Um die Glaubwürdigkeit der oben aufgeführten Fakten zu untermauern,
konnte die Verbindungsstelle nach Rücksprache mit den zuständigen Dienststellen der vietnamesischen und alliierten Streitkräfte, die an den
Kämpfen gegen Einheiten der Division 324 B beteiligt waren, nachstehend
verzeichnete Informationen und Dokumente zusammentragen, die sie laut
ihrem Schreiben 0. 2984-PDVN/CT/2 vom 11. August 1966 der Internationalen Kontrollkommission nunmehr zuleitet.

A. Vernehmungsprotokolle:
Die Verbindungsstelle übermittelt der Kommission anbei die Photokopien der Vernehmungsprotokolle von zwölf (12) Angehörigen verschiedener Regimenter der Division 324 B der regulären nordvietnamesischen
Armee, die im Zuge der Operationen "Hastings" und "Lam Son 289" im
Gebiet der Quang-Tri-Provinz in Gefangenschaft gerieten. Sie heißen:
1. Nguyen Thanh Binh, Soldat; 2.Aufklärungskompanie, 90. Regiment,
Division 324 B.
2. Nguyen Van Ha, Unteroffizier; 1.Kompanie, T. 1

803. Regiment.

3. Le Van Hong, Soldat; Kompanie K.l, Bataillon T.l, 883. Regiment.
4. Tran Si Ly, Soldat; 1.Kompanie, 5.Bataillon, 812.Regiment.
5. Hoang Van Que, Soldat; 1.Kompanie, 107.Bataillon, 90.Regiment.
6. Nguyen Ngoc Thanh, Soldat; 1.Kompanie, 6.Bataillon, 812.Regiment.
7.

�7. Dinh Van Tu, Soldat; 3.Kompanie, 7.Bataillon, 90.Regiment.
8. Vo Hong Van, Soldat; Aufklärungskompanie C.18, 803.Regiment.
9. Pham Van Viet, Soldat; 3.Kompanie, 9.Bataillon, 90.Regiment.
10. Nguyen Si Vlnh, Soldat; 4.Kompanie (schwere Artillerie),
6.Bataillon, 812.Regiment.
11. Mai Hong Nhi, Leutnant; 3.Kompanie, 5.Bataillon, 812.Regiment.
12. Bui Thanh Quang, Soldat; 3. topographische Abteilung,
Division 324 B.
Von diesen zwölf (12) Gefangenen wurden vier von einem Untersuchungsausschuß der Kömmission in Saigon vernommen. Außer Leutnant
Mai Hong Nhi, der der Kommission am 4. und 6. August 1966 zur Vernehmung vorgeführt wurde, sind auch die drei Gefangenen Pham Van Viet,
Nguyen Thanh Binh und Tran Si Ly am 17., 18. und 19. August 1966 vor
den Kommissionsausschuß gebracht worden. Die Verbindungsstelle ist
bereit, der Kommission auch die übrigen acht Gefangenen vorzuführen,
falls diese sie zu vernehmen wünscht.
Alle namentlich aufgeführten Gefangenen haben die nachstehenden
formellen Aussagen gemacht:
- daß sie Angehörige verschiedener Regimenter der Division 324 B
der regulären nordvietnamesischen Armee sind;
-• daß sie nach einer vorbereitenden Ausbildung in Nordvietnam
von den kommunistischen Dienststellen im Norden den Befehl erhielten,
in Südvietnam einzudringen;
- daß sie mit modernen Waffen ausgerüstet wurden, die von der
Regierung in Peking und anderen Staaten des kommunistischen Blocks
geliefert worden waren;
- daß sie die entmilitarisierte Zone durchquerten, um in verschiedenen Gebieten der Provinz Quang Tri zu operieren; anderen Angehörigen
der Division 324 B zufolge, die kürzlich gefangengenommen wurden, waren

- 3 -

�waren bestimmte Divisionseinheiten, die bei Luftangriffen schwere
Verluste erlitten hatten, wieder nach Nordvietnam zurückgekehrt, wo
sie neu formiert und nach einer Atempause erneut zur Infiltration
des Südens über die entmilitarisierte Zone eingesetzt werden. Die
Verbindungastelle ist in der Lage, diese Gefangenen der Kommission
vorführen zu lassen, falls die Kommission dies wünscht.
B. Weitere Dokumente
Berichte vom Ort des Geschehens, Gefangenenaussagen und im
Kampfgebiet erbeutete Notizbücher von Angehörigen der eingedrungenen
Division 324 B beweisen, daß bewaffnete nordvietnamesische Elemente
die beiden nachstehend erläuterten Infiltrationsrouten durch die entmilitarisierte Zone benutzen:
Die erste, am westlichsten gelegene Route verläuft zunächst südlich der Landstraße 102 (XD 9875) und dann in westlicher Richtung und
tritt bei Punkt XD B 572 in die entmilitarisierte Zone ein, überquert
den Ben-Hai-Fluß bei Funkt XD 9468 und verläßt die entmilitarisierte
Zone wieder im Bereich von XD 9365.
Die zweite Route tritt bei Punkt YD 1280 in die entmilitarisierte
Zone ein und überquert den Ben-Hai-Fluß bei YD 1076. Dann gabelt sich
die Route: die westliche Teilstrecke verläuft auf etwa 10 Kilometer
Länge parallel zum Ben-Hai-Fluß, dreht dann nach Süden ab und tritt
bei Punkt YD 0066 aus der entmilitarisierten Zone aus. Die östliche
Teilstrecke verläuft nach Überquerung des Flusses in südlicher Richtung und verläßt die entmilitarisierte Zone bei YD 0972.
Als zusätzliches Beweismaterial werden der Kommission 16 Luftaufnahmen

£r.B*eriert von 1 - 16) zugeleitet, auf denen die Orte der

Überquerung der entmilitarisierten Zone, Lastwagenparks, Biwakplätze,
Versorgungsdepots, Geschützstellungen für Schneilfeuerwaffen und
Grabensysteme zu erkennen sind:
Photo Nr. 1 zeigt Furten am Ben-Hai-Fluß sowie Zu- und Abfahrtswege an diesen Stellen, im gleichen Gebiet, in dem nach Aussage von
Hai Hong Nhi dessen Einheit die entmilitarisierte Zone durchquerte.
Photo

�Photo Nr. 2 zeigt eine andere Stelle, an der nach Aussage von
Tran Si Ly dessen Einheit den E*A"Hai~Fluß überschritt.
Photo Nr. 3 läßt einen weiteren Flußüberquerungspunkt und etwas
erkennen, das möglicherweise ein Lastwagenpark und Versorgungsdepots
sind.
Photo Nr. 4 wurde am 15. Juli 1966 aufgenommen und zeigt den
südlichen Teil der Route 102, die von Bui Thanh Quangs Gruppe am 16.
Mai befahren wurde. Eine zweite Aufnahme, die zu einem späteren Zeitpunkt nach Luftangriffen gemacht wurde, läßt eine verstärkte Frequentierung dieses Gebiets durch die nordvietnamesische Armee erkennen.
Photo Nr. 5 zeigt offenbar ein feindliches Biwakgebiet;
Photo Nr. 6 Stellungen für Schnellfeuergeschütze;
Photo Nr. 7 einen Flußübergang;
Photo Nr. 8 einen weiteren Flußübergang;
Photo Nr. 9 drei andere Flußübergangsstellen;
Photo Nr. 10 Grabenbefestigungen und offenbar Mannschaftsunterkünfte;
Photo Nr. 11 zeigt drei Grabensysteme und wahrscheinlich 48
Stellungen für Schnellfeuer- und Luftabwehrgeschütze. Dieses Bild
ist eine Vergrößerung des bezeichneten Gebiets;
Photo Nr. 12 zeigt offenbar einen Lastwagenpark;
Photo Nr. 13 Befestigungen und vermutlich auch Geschützstellungen;
Photo Nr. 14 eine befestigte Ortschaft sowie möglicherweise
Granatwerferstellungen und Grabensysteme;
Photo Nr. 15 weitere Grabensysteme und wahrscheinlich auch Geschützstellungen;
Photo Nr. 16 eine befestigte Ortschaft.
Diese

�Diese Aufnahmen sind nur einige von vielen anderen, die deutlich
zeigen, daß die nordvietnamesische Armee (PAVN) dabei ist, in der entmilitarisierten Zone Bauten und Einrichtungen militärischen Charakters
zu erstellen, die in flagranter Verletzung des 1954 abgeschlossenen
Genfer Abkommens über die Einstellung der Feindseligkeiten in Vietnam
bewaffneten Elementen als Sammelpunkte und Leitstellen und als Stützpunkte und Ausgangsbasen für Angriffe dienen, die auf eine Direktinvasion in Südvietnam tAf*4*A~*.\.
Im Rahmen der durch diese Situation notwendig gewordenen Verteidigungsmaßnahmen haben Streitkräfte der mit der Republik Vietnam verbündeten Länder Luftangriffe auf nordvietnamesische Ziele in der entmilitarisierten Zone durchgeführt.
Seit dem 25. Juli 1966 wurden über 400 sekundäre Explosionen, die
von Munitions- und Waffendepots herrührten, registriert. Darüber hinaus sind Reisvorratslager, Lastwagenparks, Biwakzonen und nicht näher
identifizierte Versorgungseinrichtungen in der entmilitarisierten Zone
ausgemacht worden. Eine große Anzahl dieser militärischen Einrichtungen
wird gegenwärtig durch nordvietnamesische Flakbatterien gesichert.
Angesichts der augenblicklichen ernsten Situation in der entmilitarisierten Zone richtet die Verbindungsstelle an die Kommission den
dringenden Appell und bittet sie, zur Unterstützung ihrer Friedensmission in Vietnam eine Inspektion an Ort und Stelle anzuordnen und
sich selbst von der flagranten Verletzung des Status besagter Zone
durch die kommunistische Führung Nordvietnams zu überzeugen.
Um die Kommission bei dieser wichtigen Aufgabe zu unterstützen
und zum Beweis ihres unablässigen und aufrichtigen Bemühens, mit der
Kommission zusammenzuarbeiten, erklärt sich die Regierung der Repv.olik
Vietnam (Südvietnam) bereit, der Kommission die Lufttransportmittel
und alle Einrichtungen zur Verfügung zu stellen, die erforderlich sind,
um eine Feldinspektion in der südlichen Hälfte der entmilitarisierten
Zone unverzüglich durchzuführen.
Die

- 6 -

�Die Verbindungsstelle weist darauf hin, daß sie die volle Sicherheit der Mitglieder des Inspektionsteams wegen der Präsenz bewaffneter
Elemente der Division 324 B der nordvietnamesischen Armee (PAVN) und
der Existenz von Luftabwehrstellungen innerhalb der entmilitarisierten
Zone nicht garantieren kann.
Die Verbindungsstelle nimmt die Gelegenheit zum Anlaß, das Generalsekretariat der Internationalen Kontrollkommission ihrer Hochachtung zu
versichern.

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ABBAU DER HANDELSSCHRANKEN WEITERHIN US-ZIEL IN DER KENNEDY-RUNDE
Zehnter Jahresbericht des US-Präsidenten über das Programm
für den Abschluß von Handelsvereinbarungen

WASHINGTON - (AD) - Präsident Lyndon B. Johnson leitete
dem US-Kongreß am 20. September 1966 den "Zehnten Jahresbericht über das Programm für den Abschluß von Handelsvereinbarungen" zu, in dem er u.a. einen Überblick über
Verlauf und Zielsetzungen der Kennedy-Runde und die Vorschläge der Vereinigten Staaten zu einer möglichst weitgehenden Liberalisierung des Welthandels nicht nur mit
Industrieerzeugnissen, sondern auch Agrarprodukten gab.
AMERIKA DIENST übermittelt den Redaktionen das Begleitschreiben des Präsidenten zu diesem Bericht und mehrere
Auszüge aus ihm im vollen Wortlaut zur Kenntnisnahme und
eventuellen Veröffentlichung.

�ABBAU DER HANDELSSCHRANKEN WEITERHIN US-ZIEL IN DER KENNEDY-RUNDE
Zehnter Jahresbericht des US-Präsidenten über das Programm
für den Abschluß von Handelsvereinbarungen

Begleitschreiben:

An den Kongreß der Vereinigten Staaten:
Beiliegend der Zehnte Jahresbericht über das Programm für den Abschluß von Handelsvereinbarungen gemäß Absatz 402 (A) des Gesetzes über
die Ausweitung des Handels von 1962. Der Bericht erstreckt sich auf das
Kalenderjahr 1965.
Der Welthandel hat im Jahre 1965 über den bisherigen Umfang hinaus
zugenommen und das Leben der Menschen in allen Teilen der Erde bereichert.
Der amerikanische Außenhandel, der sich auf Rekordhöhe bewegte, trug wesentlich zu dieser Aufwärtsentwicklung bei, und das amerikanische Volk kam
voll in ihren Genuß.
Die Erfolge des Jahres 1965 machten jedoch auch in eindrucksvoller
Weise das gewaltige ungenutzte Potential des Weltmarktes sowie die Wichtigkeit eines Fortschrittes in der Kennedy-Runde der ZollVerhandlungen
deutlich - jener großen multilateralen Anstrengung, ein rascheres Wachstum des Welthandels herbeizuführen. In jüngster Zeit sind diese Verhandlungen wieder intensiviert worden. Die Hauptbeteiligten erneuerten ihre
Entschlossenheit, zu einem Abkommen zu gelangen. Die Vereinigten Staaten
werden in diesen Verhandlungen auch weiterhin nach Kräften bemüht bleiben,
einen weitgehenden Abbau der Handelsschranken für alle Produkte, einschließlich der landwirtschaftlichen Erzeugnisse, sicherzustellen.
Das ständige Wachstum und der unbehinderte Fluß des Welthandels sind
von entscheidender Bedeutung für die uneingeschränkte Prosperität im eigenen Lande, das wirtschaftliche Wachstum und die Stabilität in den Industrieländern und den Fortschritt in den Entwicklungsländern. Wir werden
alles tun, was in unserer Macht steht, um in den vor uns liegenden Jahren
den 1965 erreichten wesentlichen Fortschritt weiterauszubauen.
(gez.) Lyndon B. Johnson
- 1-

�Auszüge:
Die sechste Runde der Handelsverhandlungen unter dem allgemeinen
Zoll- und Handelsabkommen (GATT), die Kennedy-Runde, begann im Mai 1964
in Genf. Die Ziele dieser Verhandlungen wurden damals in einer einstimmig
angenommenen Erklärung des GATT-AusSchusses für Handelsverhandlungen auf
Ministerebene abgesteckt.
Nach der Übereinkunft der Minister sollten die Verhandlungen alle
Warenkategorien umfassen, annehmbare Bedingungen für den Zugang zu den
Weltmärkten auch für Agrarprodukte schaffen und sich sowohl auf Zollwie auch auf andere Handelsschranken erstrecken; ferner sollte man alle
erdenklichen Anstrengungen unternehmen, die Hindernisse für die Ausfuhren
der weniger entwickelten Länder abzubauen, von diesen nicht die volle
Reziprozität ««»arten und eine umfassende, lineare Zollsenkung bei einem
absoluten Mindestmaß an Ausnahmen als Verhandlungsziel ansehen. Als
"Arbeitshypothese" wurde eine 50prozentige lineare Senkung der Zölle
akzeptiert

. Man kam ferner überein, daß Ausnahmen - Positionen, auf

die die Zollsenkung nicht in vollem Umfang anzuwenden sei - auf jenes
Maß beschränkt werden sollten, das mit Rücksicht auf vorrangige nationale Interessen unerläßlich ist.
Die Ausnahmelisten für nicht-landwirtschaftliche Produkte wurden
am 16. November 1964 ausgetauscht. Die Vereinigten Staaten, die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, Großbritannien, Japan und Finnland
unterbreiteten ihre Listen; Dänemark, Norwegen, Österreich, Schweden
und die Schweiz erklärten, daß sie bei voller Reziprozität auf jede
Ausnahmeregelung verzichten wollten. Kanada legte eine positiv zu
bewertende Liste von Zollkonzessionen vor, obgleich es zu den Ländern
gehörte, die Verhandlungen auf der Basis linearer Zollsenkungen nicht

Damals erklärten sich 15 Staaten bereit, die Verhandlungen auf der
Grundlage dieser Hypothese zu führen.

- 2 -

�nicht zugestimmt hatten. Andere Länder versicherten, sie werden ihre
2)
Angebote im Jahre 1965 unterbreiten
Da einer der Teilnehmer, die EWG, nicht zu Verhandlungen über
landwirtschaftliche Produkte bereit war, wurde der Austausch der
Agrarangebote zurückgestellt. Diese Aussetzung war auch deshalb erforderlich, weil keine Übereinstimmung unter den wichtigsten Teilnehmerstaaten bezüglich der Richtlinien und Verfahrensweisen für die
Verhandlungen auf dem Agrarsektor bestand. Wie die Vereinigten Staaten
jedoch klar zu verstehen gaben, bedeutete die Entscheidung, die Verhandlungen auf dem industriellen Sektor ohne eine solche Übereinstimmung
auf dem Agrarsektor voranzutreiben, keinen Wandel in ihrer grundlegenden
Auffassung, daß die Liberalisierung des Handels mit Agrarprodukten Teil
des Schlußabkommens über die Kennedy-Runde bilden müsse.
Mit den Ausnahmewünschen für Industrieprodukte auf dem Verhandlungstisch begann im Januar die Anfangsphase der tatsächlichen Verhandlungen unter jenen Ländern, die Ausnahmelisten vorgelegt hatten. In
gemeinschaftlichen Gruppensitzungen wurden von allen Seiten detaillierte
Begründungen für jede einzelne Position auf den Ausnahmelisten gegeben,
und es fehlte auch nicht an Gelegenheit, Detailfragen zu jedem einzelnen
Punkt vorzubringen.
Als diese Phase abgeschlossen war, wurden die Verhandlungen das
ganze übrige Jahr hindurch auf bilateraler Basis weitergeführt, wobei
jedes Land Gelegenheit zu einer eingehenden technischen Analyse und zur
Darlegung seiner Interessen und seiner Besorgnisse hinsichtlich der
Ausnahmen hatte, die von anderen Teilnehmerstaaten vorgeschlagen worden
waren.
Vor
Nach dem Wortlaut einer Resolution des Ausschusses für Handelsverhandlungen vom 16.Mai 1964 sind Kanada, Australien, Neuseeland und Südafrika
der besonderen Kategorie von Ländern zuzurechnen, deren Außenhandel bzw.
Wirtschaftsstruktur so geartet ist, daß eine gleichmäßige lineare Senkung ihrer Zölle nach dem Prinzip wertmäßig gleicher Konzessionen keine
hinreichende Kompensation für die eingehandelten Vorteile darstelle.
Diese Länder sollten deshalb positive Angebote bezüglich spezifischer
Produkte an Stelle linearer Zollsenkungen mit entsprechenden Ausnahmen
vorlegen. Australien, Neuseeland und Südafrika unterbreiteten ihre dement sprechenden Angebote im Jahre 1965.
- 3 -

�Vor Januar 1965 stand dem Chefdelegierten der Vereinigten Staaten
zu den Verhandlungen in Genf lediglich ein kleiner Stab zur Seite. Bei
Eintritt in die Erörterungen der Ausnahmelisten wurde eine stark vergrößerte amerikanische Delegation von Washington nach Genf entsandt.
Bis Mitte Frühjahr 1965 hatte sich ein Stab von rund 30 US-Vertretern
in Genf in die Arbeit eingeschaltet, darunter höhere Beamte und technische Spezialisten, die vom Außen-, Handels-, Landwirtschafts-, Arbeitsund Innenministerium sowie von der Zollkommission und von der Dienststelle
des Sonderbevollmächtigten des Präsidenten für Handelsverhandlungen abgestellt worden waren.
Die Delegation gliederte sich vor allem in Länderteams, die sich
auf die Verhandlungsprobleme eines Landes bzw. einer Gruppe von Ländern
konzentrierten. Die Teams waren bereits in Washington auf dieser Basis
zusammengestellt worden und hatten dort schon an den Vorbereitungen für
die Verhandlungen teilgenommen. Sie brachten somit nach Genf profunde
Kenntnisse der amerikanischen Handelsinteressen und der Probleme der
Staaten mit, auf die sie sich spezialisiert hatten.
Die Verhandlungsteilnehmer kamen überein, die multilateralen und
bilateralen Erörterungen, die der Klarstellung technischer Aspekte der
Ausnahmelisten der Linear-Staaten und der Angebotslisten der NichtLinear-Staaten dienten, durch Zusammenkünfte begrenzter Teilnehmergruppen
zu ergänzen, uro die Probleme bestimmter Industriezweige zu erörtern. Dies
lief jedoch nicht auf eine Übereinkunft hinaus, sektorweise zu verhandeln.
Die Länder, die besondere Ein- und Ausfuhrinteressen in den Bereichen
Chemie, Holzschliff und Papier, Aluminium, Stahl und Baumwolltextilien
hatten, traten in Beratungen ein, um besondere Probleme des Welthandels
mit diesen Produkten in der Absicht zu diskutieren, eine maximale Einbeziehung dieser Warenkategorien in die Gesamtverhandlungen sicherzustellen.
Die Disparitätenfrage, die man in der Anfangsphase der Kennedy-Runde
eingehend erörterte, ohne eine Einigung zu erzielen, wurde 1965 nicht
wieder aufgegriffen. Die EWG hatte darauf bestanden, daß in Fällen, in
denen die Zölle auf ein und dasselbe Produkt zwischen verschiedenen Ländern stark differierten, das Land mit dem Hochzoll im Zuge der Verhandlungen

- 4 -

�Verhandlungen über Lineare Zollsenkungen größere Nachlässe gewähren
sollte als das Land mit dem Niedrigzoll. Hauptziel dieses Vorschlags
waren bestimmte US-Zollsätze. Man war sich schon bei Verhandlungsbeginn darüber einig, daß eine besondere Disparitätenregelung in den
Fällen getroffen werden müsse, in denen Disparitäten hinsichtlich
ihrer Auswirkungen auf den Außenhandel eines Landes von erheblicher
Bedeutung sein konnten; es gelang jedoch nicht, eine Formel zu entwickeln, die einfach anzuwenden wäre und keinerlei negative Auswirkungen auf Drittländer haben würde.

+ ++
In Vorbereitung der Genfer Erörterungen über die außertariflichen
Handelshindernisse wurden in Washington Untersuchungen angestrengt, um
die Auswirkungen der in anderen Ländern bestehenden Einfuhrhindernisse
auf den US-Außenhandel zu sondieren und Vorschläge bezüglich des amerikanischen Vorgehens in dieser Frage zu entwickeln.
Nach der Schaffung der entsprechenden Arbeitskreise in Genf, wurden die Gespräche über die einer allgemeinen Erörterung zugänglichen
außertariflichen Handelsschranken - beispielsweise die Einkaufspolitik
der Regierungen und die Antidumping-Maßnahmen - aufgenommen. Es begannen auch bilaterale Erörterungen über Maßnahmen, die einer Diskriminierung gegen Waren eines bestimmten Landes gleichkommen - z.B. die
Kraftfahrzeug- und Mineralölsteuern, die sich als gegen amerikanische
Automobile gerichtet erwiesen haben. Es begannen des weiteren im Rahmen der Bereichsstudien Teilerörterungen über die außertariflichen
Handelsschranken in bezug auf bestimmte Warengattungen - darunter Verhandlungen auf dem Chemiesektor, wo das amerikanische System der Verzollung nach dem Verkaufspreis (American Selling Frice System - ASP)
zur Diskussion stand, das auf Chemikalien Anwendung findet.

+ ++

- 5 -

�Die Notwendigkeit, die Hindernisse im Handel mit den Entwicklungsländern abzubauen, wurde auch in der Ministererklärung zu Beginn der
sechsten Verhandlungsrunde im Mai 1964 unterstrichen. Das Prinzip, In
den Handelsverhandlungen mit den Entwicklungsländern auf volle Reziprozität zu verzichten, wurde in den mit Zustimmung der Minister der verhandelnden Länder gefaßten Entschließungen gebilligt und im neuen Teil IV
des GATT-Vertrags im Februar 1965 durch die vertragsschließenden Parteien
als verbindlich auch für künftige Verhandlungen erklärt.
Ein Unterausschuß des Ausschusses für Handelsverhandlungen wurde
errichtet und beauftragt, sich mit der Frage der Einbeziehung der Entwicklungsländer zu befassen. Er einigte sich auf Verfahrensweisen, die
jenen Ländern Gelegenheit geben, ihre besonderen Interessen anzumelden,
jene Produkte zu benennen, deren Ausschluß von den Verhandlungen durch
die industrialisierten Staaten sie empfindlich treffen würde und jene
Produkte namhaft zu machen, bei denen sie eine über 50 Prozent hinausgehende Senkung der Zölle als besonders wünschenswert erachten. Gleichzeitig sollten auch die besonderen Bedürfnisse, die sich für die Katwicklung und den Handel dieser Länder ergeben, unter dem Gesichtspunkt
ihres Beitrags zur Gesamtzielsetzung der Liberalisierung des Handels
überprüft werden.
Der Ausschuß für HandelsVerhandlungen regte an, allen Entwicklungsländern, die ihre Absicht zur Teilnahme an den Verhandlungen offiziell
kundgetan hatten, Einzelheiten über die von den Industriestaaten gewünschten Ausnahmen bei jenen Erzeugnissen mitzuteilen, die von besonderem Interesse für sie sind - und zwar noch ehe jene ihrerseits Mitteilung über den Beitrag machen, den sie anzubieten bereit sind. Zahlreiche Entwicklungsländer haben sich auf dieser Basis in die sechste
Verhandlungsrunde eingeschaltet und im Herbst 1965 Erklärungen betreffend ihrer Angebote abgegeben bzw. angekündigt.
Mit Rücksicht auf die entscheidende Bedeutung bestimmter Erzeugnisse
für die Volkswirtschaften vieler Entwicklungsländer«wurde ein besonderer
Arbeltskreis für tropische Erzeugnisse wie Kakao, Kaffee, Ölsaaten und
pflanzliche Öle und tropische Hölzer geschaffen.

+ ++
- 6 -

�In der Anfangsphase der sechsten Runde der Handelsverhandlungen
bemühten sich die Vereinigten Staaten um eine Übereinkunft unter den
Teilnehmerstaaten bezüglich der Richtlinien für die Führung der Agrarverhandlungen. Während dieser gesamten Gespräche beharrten die Vereinigten Staaten auf dem Standpunkt, Ziel der Agrarverhandlungen müsse eine
ebenso weitgehende Liberalisierung des Handels mit landwirtschaftlichen
Produkten wie mit Industrieprodukten sein. Insbesondere dort, wo feste
Zollsitze das einzige oder hauptsächliche Handelshindernis darstellen,
müsse die generelle lineare Zollsenkung um 50 Prozent bei einem absoluten Minimum an Ausnahmen erreicht werden. Wo andere Formen der Abschirmung verwendet werden, z.B. variable Abgaben, gelte es, eine Liberalisierung des Handels zu erzielen, die einer 50prozentigen Senkung der festen
Zollsätze gleichkommt. Die EWG setzte sich jedoch weiterhin mit Nachdruck
für ein System ein, das die Verhandlungen auf ein Einfrieren des derzeitigen Agrarprotektionismus verschiedener Länder beschränken würde, und
zwar Warengruppe für Warengruppe.
Nachdem die Industrieangebote im November 1964 unterbreitet worden
waren, wurden Anfang 1965 die Bemühungen um eine Übereinkunft bezüglich
der Richtlinien für die Agrarverhandlungen eingestellt; statt dessen
wurde der 16. September als Termin für den Austausch der Agrarangebote
festgesetzt. Man kam überein, daß jedes Teilnehmerland seine Agrarangebote nach den eigenen Möglichkeiten und in Übereinstimmung mit den Anweisungen der Minister unterbreiten werde, die einen verbesserten Zugang zu den Weltmärkten für landwirtschaftliche Erzeugnisse als das
geeignete Mittel zur Entwicklung und Ausweitung des Handels mit solchen
Produkten bezeichnet hatten. Die Verlängerung der Frist für die Abgabe
der Agrarangebote bis September erfolgte auf Antrag der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft, die mehr Zeit für die Fertigstellung ihrer
internen Marktordnungen für landwirtschaftliche Erzeugnisse benötigte.
Die Gemeinschaft vertrat den Standpunkt, sie könne ihre Agrarangebote
in der Kennedy-Runde erst dann formulieren, wenn die wichtigsten internen Entscheidungen bezüglich des Ausmaßes der Preisstützung und der
gemeinsamen Agrarpolitik bezüglich der wichtigsten Erzeugnisse ergangen
sind. Was die Verhandlungen über Getreide anging, gab die Gemeinschaft

- 7 -

�Gemeinschaft im Frühjahr 1965 jedoch zu verstehen, daß sie zur Aufnahme
von Gesprächen bereit sei, da über die Höhe der Getreidepreise innerhalb
der Gemeinschaft bereits im Dezember 1964 entschieden worden war.
Am 17. Mai wurden die Agrarverhandlungen der Kennedy-Runde mit dem
Austausch beschränkter Getreideangebote seitens der wichtigsten Einund Ausfuhrländer eröffnet. Einen Monat später kamen die Teilnehmerstaaten zu zweiwöchentlichen Gesprächen zusammen, um sich um eine Klärung
der Angebote zu bemühen. Die Vereinigten Staaten verfolgten bezüglich
eines Weltgetreideabkommens drei Zielsetzungen: ihren Getreideexporteuren
einen besseren Zugang zu den Weltmärkten zu verschaffen; ein System einer
gerechten Beteiligung der Getreideexport- und Importländer an der Anpassung der Getreideerzeugung an den Bedarf zu entwickeln; und gewisse
Zusagen bezüglich einer multilateralen Beteiligung an der Nahrungsmittelhilfe zu erhalten. Obwohl der Fortschritt auf den ersten Sitzungen gering
war, zeichnete sich doch die Möglichkeit künftiger Erfolge ab.
Wegen innerer Schwierigkeiten waren die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, Euratom und die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl
vom 30. Juni 1965 an das gesamte restliche Jahr hindurch nicht in der
Lage, größere Entscheidungen zu treffen3)
Da die Vertreter der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft in vielen
Bereichen nur ein begrenztes und in anderen überhaupt kein Verhandlungsmandat hatten, konnte in der zweiten Hälfte 1965 von einer wirksamen Teilnahme der EWG an den Verhandlungen immer weniger die Rede sein, so daß
sich das Verhandlungstempo verringerte.
Die Gemeinschaft vermochte deshalb ihre Agrarangebote zu dem vereinbarten Termin, dem 16. September, nicht fertigzustellen. Die Vereinigten
Staaten kamen dennoch zu dem Schluß, daß die Vorlage der übrigen Agrarangebote zu dem genannten Termin insofern nützlich sein könne, als sich
auf diese Weise die allgemeinen Verhandlungen trotz des Fehlens der EWG-

Frankreich begann am 13. Juni mit einem Boykott der entscheidungsbefugten Gremien, den es sieben Monate aufrecht erhielt. In den ersten Monaten
des Jahres 1966 bahnte sich jedoch eine Lösung der Probleme an, die die
Krise ausgelöst hatten, und die Gemeinschaft war Mitte 1966 in der Lage,
wieder an den Verhandlungen der Kennedy-Runde teilzunehmen.

- 8 -

�EWG-Angebote vielleicht ein Stück vorantreiben ließen. Sie stießen
hierbei auch auf Verständnis bei anderen wichtigen Agrarhandelsländern, die mit den Vereinigten Staaten die Überzeugung teilten,daß
die Agrarverhandlungen

ein entscheidender Teil der Kennedy-Runde

seien.
Demgemäß unterbreiteten alle wichtigen Agrarstaaten ihre Angebote,
hielten allerdings jene, die für die EWG von primären Interesse waren,
bis zu dem Zeitpunkt zurück, an dem die EWG ihrerseits in der Lage
sein würde, eigene Vorschläge zu machen. Dieser Schritt brachte uns
in dem Bemühen, die Verhandlungen voll in Gang zu halten, nur geringe
Erfolge, da der Bereich der Agrarangebote der Teilnehmerstaaten angesichts des Fernbleibens der EWG von den Verhandlungen sehr eng begrenzt
war.
Während der letzten Monate des Jahres 1965 beschränkte sich die
Tätigkeit wegen der Krise innerhalb der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft hauptsächlich auf den bilateralen Gedankenaustausch unter den
aktiven Teilnehmern, der einer Abklärung der unterbreiteten Agrarangebote und der Beurteilung der Frage diente, inwieweit diese ausreichend
seien.
Nach weiteren Zusammenkünften auf technischer Ebene wurden auch die
Getreideverhandlungen bis zur Beendigung der inneren Krise der EWG ausgesetzt.

+ ++
Auf die Beschlußfassung über die Angebote, die die Vereinigten
Staaten in der Kennedy-Runde zu machen gedachten, folgte eine ausgedehnte Periode öffentlicher Informationssitzungen und eingehender interministerieller Beratungen. Die Unterbreitung der Ausnahmelisten für Industrieprodukte und der Agrarangebotslisten bedeutete nicht das Ende
dieser Tätigkeit. Der Ausschuß für Außenhandelsinformationen, der sich
aus Vertretern des Landwirtschafts-, Handels-, Verteidigungs-, Innen-,

- 9 -

�Innen-, Arbeits-, Außen- und Finanzministeriums zusammensetzt und von
einem Mitglied des Amtes des Sonderbevollmächtigten des Präsidenten
für HandelsVerhandlungen geleitet wird, nahm auch weiterhin von allen
interessierten Seiten Informationen bezüglich aller für die Verhandlungen relevanten Angelegenheiten entgegen. Hierzu gehörten auch Ergänzungen und Berichtigungen früherer Stellungnahmen zur wirtschaftlichen Situation einzelner Industrien, Darlegungen von Vertretern
verschiedener Industriezweige, die vorher nicht gehört worden waren,
und Erklärungen betreffend die Importrestriktionen anderer Länder.
Der Ausschuß machte diese Informationen den mit der Formulierung der
politischen Richtlinien beauftragten Gremien zugängig, die den Sonderbevollmächtigten bei der Abfassung seiner Instruktionen für die Delegation in Genf beraten.
Darüber hinaus fanden regelmäßige Tagungen des Öffentlichen
Beratungsausschusses für HandelsVerhandlungen statt, einem Gremium
aus 45 vom Präsidenten ernannten Vertretern der Industrie, der Landwirtschaft, der Gewerkschaften, des Erziehungswesens und der Verbrauchergruppen. Dieser Ausschuß aus prominenten Bürgern, dessen Vorsitz
der Sonderbevollmächtigte des Präsidenten führt, berät diesen an Hand
der Ergebnisse der erarbeiteten Informationen bei der Führung der Verhandlungen und steht durch häufige Besuche auch in engem Kontakt mit
der Delegation in Genf.
Eine Gruppe von rund 290 technischen Spezialisten aus den Bereichen
der Industrie, Landwirtschaft und Gewerkschaften erwies sich als eine
Quelle wichtiger fachlicher Informationen, derer sich das Amt des Sonderbevollmächtigten in seinen fortgesetzten Bemühungen bedient, stets
über sämtliche einschlägigen Entwicklungen in der amerikanischen
Gesamtwirtschaft auf dem laufenden zu bleiben.

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DIE EUROPA-POLITIK DER VEREINIGTEN STAATEN

Wortlaut einer Rede, die der amerikanische Präsident,
Lyndon B. Johnson, am 7. Oktober 1966 in New York anläßlich einer Tagung des Verbandes amerikanischer Leitartikler und Kommentatoren (National Conference of
Editorial Writers) gehalten hat.
AMERIKA DIENST übermittelt den Redaktionen die Rede zur
Kenntnisnahme und eventuellen Veröffentlichung.

�DIE EUROPA-POLITIK DER VEREINIGTEN STAATEN

Ich erinnere mich, wie vor Jahren Franklin Roosevelt zu den 'Töchtern
der amerikanischen Revolution* sprach. Er begann seine Rede nicht mit den
Worten 'Meine Freunde' sondern 'Meine Miteinwanderer'. Und er tat recht
daran. Die meisten unserer Vorväter kamen

aus Europa - aus dem Osten oder

dem Westen, dem Norden oder dem Süden. Sie siedelten sich in London im
Staat Kentucky, in Paris in Idaho und in Rome im Staat New York an. Chicago
ist neben Warschau eine der großen polnischen Städte der Welt. Und New York
ist für die Hälfte der europäischen Nationen eine zweite Hauptstadt. Das
ist die Geschichte unseres Landes.
Die Amerikaner und alle Europäer haben Gemeinsamkeiten, die gewichtiger sind als die politischen Unterschiede. Wir haben eine einheitliche Kultur, wir teilen ein gemeinsames Schicksal, unsere Zukunft ist eine gemeinsame Aufgabe.
Heute erinnern uns vor allem zwei Jahrestage an die Interdependenz
zwischen Europa und Amerika:
- der 30. September, an dem vor siebzehn Jahren die Berliner Luftbrücke eingestellt wurde;
- und der 7. Oktober, an dem vor vier Jahren der Atomteststoppvertrag ratifiziert wurde.
Das zeugt von einem gesunden Gleichgewicht, das kein Zufall ist. Es
spiegelt den Ausgleich wider, den die atlantischen Verbündeten zwischen Bestimmtheit und Konzilianz, zwischen Festigkeit und Flexibilität, zwischen
Entschlossenheit und Hoffnung aufrecht zu erhalten versucht haben. Die
Berliner Luftbrücke war ein Akt wohlabgewogener Festigkeit. Ohne diese
Festigkeit wären der Marshallplan und der Wiederaufbau Westeuropas unmöglich gewesen. Jenes hoffnungsvolle, fortschrittliche Werk, die Europäische

- 1 -

�Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, hätte niemals entstehen können. Der
frische Wind des Wandels, der durch Osteuropa weht, wäre heute nicht spürbar.
Das alles sind Früchte unserer Entschlossenheit. Der Atomteststoppvertrag ist das Ergebnis unserer Hoffnung. Zusammen mit über einhundert
anderen Unterzeichnerstaaten haben wir uns verpflichtet,

von einer Ab-

schreckung durch Terror zu einer mehr kooperativen internationalen Ordnung überzugehen. Wir müssen weiter voranschreiten, um alle Kernwaffen und den Krieg selbst - zu ächten.
Ein gerechter Friede ist auch weiterhin unser Ziel. Aber wir wissen,
daß sich die Welt wandelt. Unsere Politik muß den Realitäten von heute nicht von gestern - entsprechen. In allen Teilen der Welt sind neue Kräfte
im Kommen, neue Staaten, neue Hoffnungen, neue Männer. In diesem Geiste
wollen wir den Aufgaben entgegensehen, vor denen die atlantischen Nationen
stehen.
Europa lebt seit 1945 in Frieden. Aber es ist ein unsteter Friede überschattet von der Drohung der Gewalt. Europa ist geteilt. Mitten durch
das Herz einer großen und stolzen Nation verläuft eine unnatürliche Linie.
Die Geschichte lehrt uns, daß der Friede in Europa nicht gesichert sein
wird, solange diese grausame Teilung nicht beseitigt ist.
Wir müssen uns einer der großen, unerledigten Aufgaben unserer Generation zuwenden: Europa zu einen.
Unser Ziel ist es nicht, andere Regierungen zu stürzen, sondern den
Völkern Europas zu helfen:
- einen Kontinent aufzubauen, in dem die Völker Ost- und Westeuropas
zum gemeinsamen Wohl zusammenarbeiten;
- einen Kontinent aufzubauen, in dem die Bündnisse einander nicht in
bitterer Feindseligkeit gegenüberstehen, sondern in dem sie einen Rahmen
bilden, in dem Ost und West zur Gewährleistung der Sicherheit aller zusammenarbeiten können.
In einem wiederhergestellten Europa kann und wird Deutschland vereinigt
sein. Das bleibt weiterhin ein lebenswichtiges Ziel der amerikanischen

- 2 -

�amerikanischen Politik. Es kann nur durch eine zunehmende Aussöhnung erreicht werden. Einen kürzeren Weg gibt es nicht.
Wir müssen auf drei Gebieten vorangehen. Wir müssen:
- erstens die Nato modernisieren und die übrigen atlantischen Institutionen stärken;
- zweitens die Integration der westeuropäischen Gemeinschaft fördern;
und
- drittens den Fortschritt in den Ost-West-Beziehungen beschleunigen.
Lassen sie mich nun der Reihe nach zu jedem dieser Punkte etwas sagen.
1. Unsere erste Sorge ist es, daß die Nato stark bleibt und mit der
Zeit Schritt hält. Die atlantische Allianz hat ihre Lebenskraft unter Beweis gestellt. Gemeinsam haben wir den Bedrohungen des Friedens widerstanden, denen wir uns gegenübersahen, und wir werden auch Bedrohungen zu begegnen wissen, die in der Zukunft auf uns zukommen mögen.
Zweifle niemand an der Verbindlichkeit amerikanischer Zusagen! Wir
werden die Lehren der dreißiger Jahre nicht vergessen, als Isolierung und
Abkehr unser Beitrag zur gemeinsamen Katastrophe waren.
Wir haben uns verpflichtet und wir~werden fest bleiben.
Aber die atlantische Allianz ist ein lebendiger Organismus. Sie muß
sich den sich ändernden Bedingungen anpassen. Es wird bereits vieles getan,
um sie in ihrem Aufbau zu modernisieren:
- Wir straffen die Nato-Befehlseinrichtungen;
- wir unternehmen Schritte, einen ständigen nuklearen Planungsausschuß zu bilden;
- wir erhöhen die Schnelligkeit und die Sicherheit des Nachschubs
über den Atlantik.
Wir müssen jedoch noch mehr tun. Die Allianz muß zu einem Forum für
immer engere Konsultationen werden. Diese sollten den ganzen Bereich der
gemeinsamen Anliegen - von den Ost-West-Beziehungen bis zur Behandlung von
Krisenfällen - umfassen.
Die
- 3 -

�Die atlantische Allianz ist das zentrale Instrument der atlantischen Gemeinschaft, aber nicht das einzige. Die atlantischen Nationen
beteiligen sich auch über andere Institutionen tatkräftig an konstruktiven Projekten.
Im Rahmen der Kennedy-Runde verhandeln wir mit den übrigen Nationen
der Freien Welt über einen allseitigen Abbau der Zölle. Unser Ziel ist
es, den Welthandel von willkürlichen und künstlichen Beschränkungen zu
befreien.
Wir befassen uns ferner mit dem Problem einer internationalen Währungsreform.
Wir prüfen, wie Wissenschaft und Technik am besten als gemeinsame
Hilfsquelle entwickelt werden können. Kürzlich hat die italienische Regierung einen Vorschlag zur Verringerung des technologischen Rückstands
Westeuropas gegenüber den Vereinigten Staaten gemacht. Dieser Vorschlag
verdient es, sorgfältig geprüft zu werden. Die Vereinigten Staaten sind
bereit, mit den europäischen Nationen bezüglich aller Aspekte dieses Problems zusammenzuarbeiten.
Schließlich, und das ist vielleicht am wichtigsten, arbeiten wir
gemeinsam daran, das Wachstum der Entwicklungsländer zu beschleunigen.
Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, den Millionen von Menschen in diesen
Ländern bei der Hebung ihres Lebensstandards zu helfen. Die reichen Nationen können nicht als eine Insel des Überflusses in einem Meer der Armut
leben.
So wie die Institutionen der atlantischen Gemeinschaft wachsen, wachsen
auch die Aufgaben, vor denen wir stehen.
2. Unsere zweite Aufgabe ist es, die weitere Einigung des Westens
nachdrücklich voranzutreiben. Das Streben nach dieser Einheit bedeutet
weder ein Hinauszögern noch ein Vernachlässigen der Suche nach Frieden.
Dafür gibt es gut Gründe:
- Ein geeintes Westeuropa kann als unser gleichberechtigter Partner
am Aufbau einer friedlichen und gerechten Weltordnung mithelfen;
- Ein

- 4 -

�- ein geeintes Westeuropa kann friedliche Initiativen gegenüber dem
Osten mit größerer Zuversicht ergreifen;
- die Einheit kann einen Rahmen abgeben, in dem ein vereinigtes
Deutschland ein voller Partner sein könnte, ohne alte Befürchtungen heraufzubeschwören.
Wir sehen der Ausweitung und weiteren Stärkung der europäischen
Gemeinschaft entgegen. Die Hindernisse sind groß. Aber Beharrlichkeit
hat bereits mehr Früchte gezeitigt als irgendeiner von uns vor zwanzig
Jahren zu hoffen wagte.
Die Umrisse des neuen Europa sind klar zu erkennen. Es ist ein stärkeres, geeinteres, aber offenes Europa - dem auch Großbritannien angehört
- mit engen Bindungen zu Amerika.
3. Ein großes Ziel eines geeinten Westens ist es, den Schnitt durch
Europa zu heilen, der heute den Osten vom Westen und Bruder vom Bruder
trennt. Diese Spaltung muß auf friedlichem Wege geheilt werden. Sie muß
mit der Zustimmung der osteuropäischen Länder und der Sowjetunion geheilt
werden. Das kann nur geschehen, wenn es Ost und West gelingt, eine sichere
Basis für ein gegenseitiges Vertrauen zu schaffen.
Nichts ist wichtiger für den Frieden. Wir müssen das Ost-West-Klima
verbessern, um die Vereinigung Deutschlands im Rahmen eines größeren,
friedlichen und blühenden Europa zu erreichen. Unsere Aufgabe ist es,
eine Aussöhnung mit dem Osten zu erreichen - einen Übergang von der engen
Konzeption der Koexistenz zu der größeren Vision des friedlichen Engagements.
Die Amerikaner sind bereit, ihren Beitrag zu leisten. Unter den
letzten vier Präsidenten war unsere Politik gegenüber der Sowjetunion die
gleiche. Wo erforderlich, werden wir die Freiheit verteidigen; wo möglich,
werden wir mit dem Osten beim Aufbau eines dauerhaften Friedens zusammenarbeiten.
Wir lassen uns durch unsere Meinungsverschiedenheiten über Vietnam
oder sonstwo nicht daran hindern, alle Möglichkeiten zu sondieren. Die
Sowjetunion und die Nationen Osteuropas sollen wissen, daß wir und unsere

- 5 -

�unsere Verbündeten mit ihnen Schritt für Schritt so weit gehen werden,
wie sie zu gehen bereit sind.
Wir - Amerikaner wie Europäer - wollen unsere Anstrengungen verstärken. Wir streben gesunde wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen
zu den kommunistischen Staaten an.
- Ich werde den Kongreß um seine baldige Zustimmung zum amerikanischsowjetischen Konsularabkommen ersuchen.
- Wir werden auf gesetzliche Vollmachten zum Abschluß von Zollabkommen dringen, die es erlauben, die Meistbegünstigungsklausel bei der
Zollbehandlung auf die kommunistischen Länder Europas auszudehnen.
Und ich gebe heute folgende neuen Schritte bekannt:
- Wir werden die Exportkontrollen im Ost-Westhandel für Hunderte von
nicht-strategischen Gütern verringern.
- Ich habe heute eine Direktion unterzeichnet, die es der ExportImportbank gestatten wird, die Garantie für Handelskredite an vier weitere osteuropäische Länder - Polen, Ungarn, Bulgarien und die Tschechoslowakei - zu übernehmen. Das entspricht guten Handelspraktiken, und wird
dazu beitragen, Brücken nach Osteuropa zu schlagen.
- Der Außenminister überprüft die Möglichkeit, die Last der polnischen Verschuldung gegenüber den USA durch Verwendung unserer Guthaben in
polnischer Währung für Zwecke zu verringern, die dem Wohle beider Staaten
dienlich wären.
- Die Export-Importbank ist bereit, amerikanische Exporte für das
sowjetisch-italienische Fiat-Autowerk zu finanzieren.
- Wir verhandeln über ein Zivilluftabkommen mit der Sowjetunion, das
den Reiseverkehr in beiden Richtungen erleichtern wird.
- Die amerikanische Regierung hat in diesem Sommer weitere Maßnahmen
getroffen, um Reisen nach kommunistischen Ländern in Europa und Asien zu
erleichtern. Wir beabsichtigen, die diesbezüglichen Bestimmungen noch
weiter zu lockern.
- In

- 6-

�- In den letzten Wochen haben die Sowjetunion und die Vereinigten
Staaten begonnen, Wolkenaufnahmen von Wettersatelliten auszutauschen.
Auf diesen und vielen anderen Wegen werden die Verbindungen mit
dem Osten durch die Vereinigten Staaten und andere atlantische Nationen
gestärkt. In den bestehenden atlantischen Organisationen sollte man sich
um eine Einigung auf eine generelle diesbezügliche Politik bemühen. Die
Grundsätze, die dLe Ost-West-Beziehungen leiten sollen, werden zur Zeit
im Nordatlantikrat erörtert.
Auch die OECD kann eine wichtige Rolle im Handel und bei der Herstellung von Kontakten mit dem Osten spielen. Die westlichen Nationen
können hier Mittel und Wege erkunden, wie man die Sowjetunion und die
osteuropäischen Staaten zur Mitarbeit an Aufgaben von gemeinsamem Interesse und gemeinsamem Nutzen bewegen kann.
Hand in Hand mit diesem Maßnahmen zur Stärkung der Ost-West-Beziehungen müssen Maßnahmen zur Beseitigung der territorialen und Grenzstreitigkeiten gehen, die eine Quelle von Spannungen und Reibungen in
Europa bilden. Die atlantischen Nationen sind gegen jede Anwendung von
Gewalt zur Änderung der bestehenden Grenzen. Dies ist auch ein fundamentaler Grundsatz unserer amerikanischen Außenpolitik. Wir respektieren
die Integrität der Grenzen einer Nation.

Die Aufrechterhaltung alter

Feindschaften liegt in niemandes Interesse. Unser Ziel besteht in einer
wahren europäischen Versöhnung. Das müssen wir dem Osten klarmachen.
Ferner ist es unsere Politik, die Ausbreitung nationaler Kernwaffenprogramme - in Europa und sonstwo - zu verhindern. Aus diesem Grunde werden wir in unseren Anstrengungen nicht nachlassen, zu einem Abkommen zu
gelangen, das eine Proliferation von Atomwaffen verhindert.
Wir erstreben eine stabile militärische Lage in Europa - eine L g e ,
in der Spannungen verringert werden können. Zu diesem Zweck werden die
Vereinigten Staaten auch weiterhin ihren Beitrag zu einer wirksamen westlichen Abschreckung leisten. Eine Schwächung dieser Abschreckung könnte
andere in Versuchung führen und den Frieden in Gefahr bringen.
Die atlantischen Verbündeten werden weiterhin gemeinsam prüfen, welche
Stärke die NATO angesichts technischer Veränderungen und der jeweiligen

- 7 -

�jeweiligen Bedrohung braucht. Eine Reduzierung der sowjetischen Streitkräfte in Mitteleuropa würde sich natürlich auf das Ausmaß dieser Bedrohung auswirken.
Sollten sich ändernde Umstände zu einer schrittweisen und ausgewogenen Revision der Truppenstärken auf beiden Seiten führen, dann könnte
eine solche Revision - zusammen mit den anderen von mir erwähnten Maßnahmen - dazu beitragen, allmählich ein neues politisches Klima zu
schaffen.
Es wird ein langer Prozeß sein, in Europa zu einem wahren Frieden
und zur Versöhnung zu gelangen.
Die Bindungen zwischen den Vereinigten Staaten und ihren atlantischen Partnern gewähren die Stärke, von der die Sicherheit der Welt abhängt. Unsere Interdependenz ist absolut.
Unser Ziel - in Europa und überall - ist ein gerechter und sicherer
Friede. Er kann am besten durch gemeinsames Handeln erreicht werden. Deshalb gelobe ich, daß Amerika sein Bestes tun wird, um
- der Allianz neuen Schwung zu verleihen;
- die Bewegung in Richtung auf eine westeuropäische Einheit zu
unterstützen; und
- in den Beziehungen zwischen Ost und West zu einer weitreichenden
Verbesserung zu gelangen.
Unser Ziel ist es, mit dem bitteren Erbe des zweiten Weltkrieges
fertig zu werden. Der Erfolg in diesem Bemühen wird uns dem Tag näher
bringen, an dem wir Europa und der Welt den Frieden endgültig gesichert
haben werden.

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I. GIPFELKONFERENZ IN MANILA

Wortlaut des gemeinsamen Schlußkommuniques, das von den
sieben an der Gipfelkonferenz in Manila beteiligten
asiatischen und pazifischen Staaten am 25. Oktober 1966
herausgegeben wurde.
Seite

1-9

II. DIE DEKLARATIONEN VON MANILA

Wortlaut der von der asiatischen Gipfelkonferenz gleichzeitig mit dem Schlußkommunique unterzeichneten beiden
Deklarationen über die "Ziele der Freiheit" und "Frieden
und Fortschritt im asiatischen und pazifischen Raum".
Seite 10 - 12

�GIPFELKONFERENZ IN MANILA

Gemeinsames

Kommunique

Einleitung
1. Auf Einladung des Präsidenten der Philippinischen Republik trafen
nach Konsultationen mit dem Präsidenten der Republik Korea und den Ministerpräsidenten von Thailand und der Republik Vietnam die führenden Männer
von sieben Nationen des asiatischen und pazifischen Raumes am 24. und 25.
Oktober 1966 in Manila zu einer Gipfelkonferenz zusammen, um den Konflikt
in Südvietnam zu erörtern und über ihre größeren Zielsetzungen in Asien
und im Pazifik zu sprechen. Die Teilnehmer waren: Ministerpräsident Harold
Holt von Australien, Präsident Park Chung Hee von der Republik Korea,
Ministerpräsident Keith Holyoake von Neuseeland, Präsident Ferdinand E.
Marcos von den Philippinen, Ministerpräsident Thanom Kittikachorn von
Thailand, Präsident Lyndon B. Johnson von den Vereinigten Staaten von
Amerika und Präsident Nguyen Van Thieu und Ministerpräsident Nguyen Cao Ky
von der Republik Vietnam.
Grundsätzliche Politik
2. Die auf dieser Konferenz vertretenen Nationen sind vereint in
ihrer Entschlossenheit, daß die Freiheit Südvietnams gesichert werden muß,
in ihrem Friedenswillen und in ihrer tiefen Sorge um die Zukunft Asiens
und des Pazifik. Einige von uns sind jetzt in unmittelbarer Nähe der tatsächlichen Gefahr, während andere deren Bedeutung durch bittere Erfahrungen in der Vergangenheit kennengelernt haben. Diese Konferenz symbolisiert
unsere geroeinsamen Zielsetzungen und großen Hoffnungen.
3. Wir sind vereint in unserer Entschlossenheit, daß das südvietnamesische Volk nicht durch aggressive Gewalt erobert werden darf und
sich des angeborenen Rechtes erfreuen soll, seine eigene Lebensform und

- 1 -

�und seine eigene Regierungsform zu wählen. Wir werden in enger Konsultation miteinander unsere militärischen und alle sonstigen Anstrengungen
so nachdrücklich und so lange wie notwendig fortsetzen, bis die Aggression beendet ist.
4. Gleichzeitig ist unsere gemeinsame Zielsetzung der Frieden der Frieden in Südvietnam und im übrigen Asien und Pazifik. Unsere gemeinsame Verpflichtung besteht in der Verteidigung des südvietnamesischen
Volkes. Unsere einzige Forderung an die Führer Nordvietnams ist die Aufgabe ihrer Aggression. Wir sind bereit, jeden Weg zu gehen, der zu einem
gerechten und sicheren Frieden führen könnte, ob über Erörterungen und
Verhandlungen oder über gegenseitige Maßnahmen beider Seiten zur Verringerung der Gewaltanwendung.
5. Wir sind vereint in unserem Ausblick auf eine friedliche und
blühende Zukunft ganz Asiens und des Pazifik. Wir haben daher in einer
besonderen Deklaration eine Grundsatzerklärung abgegeben, die als Richtschnur unserer gemeinsamen Maßnahmen auf diesem weitergesteckten Gebiet
dienen soll.
6. Die in Verfolg der darin niedergelegten politischen Grundsätze
ergriffenen Maßnahmen müssen im Einklang mit unseren jeweiligen verfassungsmäßigen Verfahren stehen.
Die militärische Anstrengung
7. Die vietnamesische Regierung berichtete von dem bedeutenden militärischen Fortschritt im Kampf gegen die Aggression. Sie erwähnte mit besonderer Dankbarkeit den wesentlichen Beitrag der Streitkräfte der freien
Welt.
8. Die vietnamesischen Führer wiesen jedoch darauf hin, daß die
Truppenbewegung aus Nordvietnam weiterhin in großem Umfang anhält, und
daß entschlossenes militärisches Handeln sowie die Unterstützung durch
die freie Welt weiterhin notwendig sind, um der Gefahr zu begegnen. Die
Notwendigkeit zu einem solchen militärischen Handeln und der Unterstützung
muß, was Umfang und Dauer anbetrifft, von der Intensität und Dauer der
kommunistischen Aggression abhängen.

- 2 -

�9. Im Verlauf ihrer Erörterungen besprachen die Staatsmänner auch
das Problem der Kriegsgefangenen. Die Konferenzteilnehmer bemerkten, daß
Hanoi sich stets geweigert habe, mit dem Internationalen Komitee des
Roten Kreuzes hinsichtlich der Anwendung der Genfer Konventionen zusammenzuarbeiten, und forderten Hanoi hierzu auf. Sie bekräftigten erneut
ihre Entschlossenheit, sich voll und ganz an die Genfer Konventionen von
1949 für den Schutz der Kriegsopfer zu halten, und begrüßten die von dem
Exekutivausschuß der Liga der Rotkreuzgesellschaften am 8. Oktober 1966
angenommene Resolution, in der die Beachtung der Genfer Konventionen im
Vietnamkonflikt, die volle Unterstützung des Internationalen Komitees
des Roten Kreuzes und unverzügliche Maßnahmen zur Repatriierung schwerkranker und verwundeter Kriegsgefangener gefordert werden.
Sie kamen überein, in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Komitee
des Roten Kreuzes auf die Erfüllung dieser Resolution hinzuwirken, und
gaben ihre Bereitschaft kund, unter der Schirmherrschaft des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes oder im Rahmen eines anderen geeigneten
Forums zusammenzukommen, um über den sofortigen Kriegsgefangenenaustausch
zu sprechen.
Befriedung und revolutionierende Entwicklung
10. Die vertretenen Regierungen richteten ihre besondere Aufmerksamkeit auf die beschleunigten Bemühungen der vietnamesischen Regierung, eine
soziale Revolution der Hoffnung und des Fortschritts zu gestalten. Noch
während der Konflikt anhält,schreiten die Bemühungen voran, die Zwangsherrschaft der Armut, Krankheit, Unwissenheit und die soziale Ungerechtigkeit
zu überwinden.
11. Die vietnamesischen Führer bekundeten ihre Absicht, einen beträchtlichen Teil der bewaffneten Streitkräfte für Säuberungs- und Sicherungsaufgaben auszubilden und bereitzustellen, um damit einen Schild zu schaffen,
hinter dem eine neue Gesellschaftsform aufgebaut werden kann.
12. Auf dem Gebiet der revolutionierenden Entwicklungen sollen die
Maßnahmen entsprechend den in den vergangenen eineinhalb Jahren konzipierten Richtlinien erweitert und intensiviert werden. Die Ausbildung der diese

- 3

�diese revolutionierende Entwicklung tragenden Kader wird verbessert
werden. Die Elektrizitäts- und Wasserversorgung wird verbessert werden.
Neue und bessere Schulen werden gebaut und mit Lehrkräften besetzt werden. Die Flüchtlinge werden auf neue Berufe umgeschult werden. Das Gesundheitswesen und die medizinische Betreuung werden ausgebaut werden.
13. Die vietnamesische Regierung erklärte, daß sie an einer Reihe
von Maßnahmen arbeitet, die dazu bestimmt sind, die Landwirtschaft zu
modernisieren und dem Bauern die Früchte seiner Arbeit zu sichern. Bestimmungen zur Landreform und Regelung der Pachtverhältnisse werden mit
Vorrang behandelt werden. Kredite für die Landwirtschaft werden erweitert
werden. Der Fruchtanbau wird verbessert und vielfältiger gestaltet werden.
14. Die vietnamesischen Führer betonten, daß zum Aufbau von Vertrauen
und Zusammenarbeit unter der Bevölkerung diese Maßnahmen von der allgemeinen Überzeugung getragen werden müßten, daß Ehrlichkeit, Tüchtigkeit und
soziale Gerechtigkeit die festen Pfeiler sind, auf denen die Programme der
vietnamesischen Regierung ruhen.
15. Dieses Programm kann mit Recht den Beifall aller an der Konferenz
teilnehmenden Regierungen finden, da es der Bevölkerung von Vietnam die
Aussicht auf eine lichtere Zukunft eröffnet. Jede Regierung sicherte die
Fortsetzung ihrer Unterstützung entsprechend ihren Mitteln zu - sei es
in Form von finanziellen Mitteln, qualifizierten Technikern oder Ausrüstungen. Sie verwiesen in diesem Zusammenhang ferner auch auf die Hilfe
auf nichtmilitärischem Gebiet, die von anderen Ländern gewährt wird, und
gaben der Hoffnung Ausdruck, daß diese Hilfe wesentlich verstärkt werden
wird.
Wirtschaftliche Stabilität und Fortschritt
16. Der Konferenz wurde von dem Erfolg der vietnamesischen Regierung
bei der Eindämmung der Inflation berichtet, die - wenn ihr nicht begegnet
würde - alle Anstrengungen zunichtemachen könnte, dem vietnamesischen Volk
ein erfüllteres Leben zu bieten. Die vietnamesischen Führer versicherten
jedoch erneut, daß die Inflation nur durch ständige Anstrengung unter Kontrolle gehalten werden könne. Sie sprachen von ihrer Absicht, nachdrückliche

- 4 -

�nachdrückliche Stabilisierungsprograirane durchzuführen, die Ausgaben in
Grenzen zu halten, die Staatseinkünfte zu erhöhen und die Spartätigkeit
zu fördern, um die inflatorische Lücke im Jahre 1967 auf dem niedrigst
möglichen Stand zu halten. Sie planen ferner, weitere Maßnahmen zu ergreifen, um die maximale Nutzung des Hafens von Saigon sicherzustellen, damit dringend benötigte Einfuhren zur Aufrechterhaltung der militärischen
Anstrengung und zur Stärkung der zivilen Wirtschaft rascher nach Vietnam
fließen können.
17. In einem Ausblick auf die fernere Zukunft ihres reichgesegneten
Landes legten die vietnamesischen Vertreter ihre Auffassungen und Pläne
für den Aufbau einer expandierenden Nachkriegswirtschaft dar.
18. Wo dies möglich ist, werden militärische Anlagen zu diesem
Zweck umgewandelt und entsprechende Planungen einbezogen werden.
19. Die konferierenden Nationen bekräftigten ihre anhaltende Unterstützung der vietnamesischen Anstrengungen, wirtschaftliche Stabilität
und Fortschritt zu erreichen. Thailand gab im besonderen seine Bereitschaft kund, umfangreiche neue Kredithilfe für den Kauf von Reis zu gewähren, und die anderen vertretenen Nationen berichteten über eine Reihe
von Plänen für die Lieferung von Nahrungsmitteln oder anderen mit der
wirtschaftlichen Situation zusammenhängende Maßnahmen. Gleichzeitig kamen
die Teilnehmer überein, an andere Nationen sowie an internationale Organisationen, die sich der vollen und freien Entwicklung einer jeden Nation
verschrieben haben, um weitere Unterstützung für die Republik Vietnam zu
appellieren.
Politische Evolution
20. Die Vertreter Vietnams wiesen darauf hin, daß selbst währ nd der
Tagung der Konferenz Maßnahmen getroffen wurden, um ein neues verfassungsmäßiges System für die Republik Vietnam durch die Tätigkeit der verfassungsgebenden Versammlung zu schaffen, die im vergangenen Monat von einem so
großen Teil der Wählerschaft gewählt worden war.
21. Die Vertreter Vietnams gaben der Erwartung Ausdruck, daß die
Arbeit an der Verfassung rasch voranschreiten werde und noch vor dem für

- 5 -

�für März 1967 festgesetzten Termin abgeschlossen werden könne. Die Verfassung wird sodann verkündet werden, und innerhalb von sechs Monaten
werden Wahlen abgehalten werden, um eine repräsentative Regierung zu
bilden.
22. Die vietnamesische Regierung ist der Ansicht, daß der demokratische Prozeß auf lokaler wie nationaler Ebene gestärkt werden muß. Die
vietnamesische Regierung gab bekannt, daß sie zu diesem Zweck mit der
Durchführung von Dorf- und Gemeindewahlen Anfang 1967 beginnen wird.
23. Die Regierung von Vietnam gab ferner bekannt, daß sie ein Programm für die nationale Aussöhnung vorbereitet. Sie erklärte ihre Entschlossenheit, jenen Vietnamesen, die irregeführt oder auf die Seite des
Vietcong gezwungen worden sind, alle Türen öffnen zu wollen. Die Regierung versucht, sie zurückzuführen, damit sie unter einer Amnestie oder
durch andere Maßnahmen als freie Menschen an dem nationalen Leben teilhaben können. Ehemalige Feinde werden lediglich ersucht, ihre Waffen
niederzulegen und ihre Fähigkeiten in den Dienst des südvietnamesischen
Volkes zu stellen.
24. Die anderen an der Konferenz teilnehmenden Staaten begrüßten
die von den vietnamesischen Vertretern zum Ausdruck gebrachte Erwartung,
daß die Arbeit an der Verfassung planmäßig voranschreiten werde, und
pflichteten der Überzeugung der Regierung der Republik

von Vietnam bei,

daß der Aufbau einer repräsentativen und verfassungsmäßigen Regierung
sowie die Eröffnung eines Weges zur nationalen Versöhnung unerläßlich
für die Zukunft eines freien Vietnam sind.
Die Suche nach Frieden
25. Die Konferenzteilnehmer widmeten einen großen Teil ihrer Beratungen den Friedenszielen und der Suche nach einer friedlichen Regelung in
Südvietnam. Sie erörterten im einzelnen die zahlreichen Bemühungen um den
Frieden, die von ihnen selbst und von anderen unternommen worden sind, sowie die Schritte der Vereinten Nationen und seiner Heiligkeit, des Papstes,
Es herrschte die klare Einsicht, daß die Beilegung des Krieges in Vietnam
von der Bereitschaft und dem Willen der Beteiligten abhängt, zusammen eine

- 6 -

�eine gerechte und vernünftige Lösung zu suchen und zu finden. Sie stellten fest, daß Hanoi noch immer kein Anzeichen erkennen ließ, durch sein
Handeln oder durch seinen Eintritt in Gespräche oder Verhandlungen irgendeinen Schritt in Richtung auf den Frieden zu tun. Die Suche nach Frieden
muß fortgesetzt werden.
26. Die Regierung der Republik Vietnam erklärte, daß sich das vietnamesische Volk nach all den Leiden des Krieges in über zwei Jahrzehnten
mehr als jedes andere Volk nach Frieden sehnt. Es begrüßt jede Initiative,
die zu einer Beendigung der Feindseligkeiten führen, die Unabhängigkeit
Südvietnams bewahren und sein Recht schützen wird, seine eigene Lebensform zu wählen.
27. Damit ihr Standpunkt und ihre Hoffnungen ihren Verbündeten in
Manila und ihren Freunden überall in der Welt klar vor Augen treten, hat
die Regierung der Republik Vietnam ihre Ansichten über- die entscheidend
wichtigen Elemente des Friedens in Vietnam feierlich verkündet:
1) Einstellung der Aggression: In Vietnam geht es um einen Kampf, der
der Erhaltung der Werte dient, die den Völkern überall auf der Welt seit
Anbeginn der Geschichte am Herzen lagen - die Unabhängigkeit der Völker
und die Freiheit des einzelnen. Das südvietnamesische Volk fordert lediglich, daß die Aggression, die seine Unabhängigkeit bedroht, und der von
außen unterstützte Terror, der seine Freiheit bedroht, eingestellt werden.
Kein Volk, das vor sich selbst Achtung hat, kann weniger fordern; kein
friedliebendes Land darf mehr fordern.
2) Erhaltung der territorialen Integrität Südvietnams: Das südvietnamesische Volk verteidigt sein eigenes Territorium gegen diejenigen, die
durch. Gewalt und Terror das zu erreichen suchen, was sie mit friedlichen
Mitteln nicht erreichen können. Wenn das südvietnamesische Volk such
volles Mitgefühl für das Los seiner Brüder im Norden hat und das Regime
im Norden verabscheut, hat es doch nicht den Wunsch, die Bevölkerung des
Nordens zu bedrohen, ihr Schaden zuzufügen oder in ihr Land einzudringen.
3) Wiedervereinigung Vietnams: Die südvietnamesische Regierung und
das südvietnamesische Volk bedauern die Teilung Vietnams in einen nördlichen und in einen südlichen Teil. Diese durch die Genfer Abkommen von

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�von 1954 herbeigeführte Teilung, so unglücklich und bedauerlich sie ist,
wird jedoch respektiert werden, bis eine Wiedervereinigung aufgrund der
freien Entscheidung aller Vietnamesen erreicht ist.
4) Lösung der internen Probleme: Das südvietnamesische Volk will
•eine eigenen, internen Meinungsverschiedenheiten beilegen und ist bereit,
hierzu ein Programm der nationalen Aussöhnung in Angriff zu nehmen. Sobald die Aggression beendet ist, wird das südvietnamesische Volk schneller
in Richtung auf eine Aussöhnung aller Teile der Gemeinschaft voranschreiten und auf demokratischem Wege Fortschritte in Richtung auf Menschenwürde,
Wohlstand und einen dauerhaften Frieden erzielen.
5) Abzug der verbündeten Truppen: Das südvietnamesische Volk wird
seine Verbündeten ersuchen, ihre Truppen abzuziehen und ihre Stützpunkte
und Anlagen zu räumen, sobald die militärischen und subversiven nordvietnamesischen Verbände zurückgezogen sind, die Infiltration aufhört und das
Ausmaß der Gewalttätigkeit damit zurückgeht.
6) Wirksame Garantien: Das südvietnamesische Volk besteht angesichts
seiner seit 1954 gemachten Erfahrungen darauf, daß alle Verhandlungen,
die zu einer Einstellung der Feindseligkeiten führen, wirksame internationale Garantien einschließen. Es ist hinsichtlich der Anwendung und
wirksamen Gestaltung derartiger Garantien aufgeschlossen.
28. Die übrigen teilnehmenden Regierungen überprüften und bekräftigten diese Punkte als unerläßliche Bestandteile des Friedens und vereinbarten, daß sie auf dieser Grundlage in engen gegenseitigen Konsultationen
handeln würden, um den Konflikt beizulegen.
29. Im besonderen erklärten sie, daß die alliierten Truppen in der
Republik Vietnam stehen, weil dieses Land das Opfer einer Aggression ist
und seine Regierung um Unterstützung der Bevölkerung bei der Abwehr der
Aggression nachgesucht hat. Sie werden nach eingehenden Konsultationen
abgezogen werden, sobald die andere Seite ihre Streitkräfte nach dem
Norden zurückzieht, die Infiltration einstellt, und das Ausmaß der Gewalttätigkeit damit zurückgeht. Diese Truppen werden so bald wie möglich und
nicht später als sechs Monate, nachdem die obigen Voraussetzungen erfüllt
sind, zurückgezogen werden.
Weitere
- 8 -

�Weitere Konsultationen zwischen den Teilnehmerstaaten
30. Alle Konferenzteilnehmer stimmten darin überein, daß der Wert
einer Konferenz der sieben Länder durch die offenen und eingehenden
Diskussionen zur Genüge erwiesen worden ist. Man stimmte ferner darin
überein, daß zusätzlich zu den bereits auf diplomatischem Wege geführten eingehenden Konsultationen regelmäßige Zusammenkünfte der Botschafter dieser Länder mit der Regierung der Republik Vietnam in Saigon stattfinden sollten. Konferenzen ihrer Außenminister und ihrer Regierungschefs werden ebenfalls stattfinden, soweit dies notwendig ist.
31. Am Schluß dieser Konferenz brachten alle Teilnehmer Präsident
Marcos und der Regierung der Philippinischen Republik ihren tiefempfundenen Dank dafür, daß sie Manila als Konferenzort vorgeschlagen hat,
sowie ihre Anerkennung für die ausgezeichneten Vorbereitungen zum Ausdruck.

- 9-

�DIE DEKLARATIONEN VON MANILA

ZleLe der Freiheit

Wir, die sieben in Manila versammelten Nationen, bekunden unsere
Einmütigkeit, unsere Entschlossenheit und unsere Absicht, gemeinsam die
Ziele der Freiheit in Vietnam sowie im asiatischen und pazifischen Raum
anzustreben. Diese Ziele sind:
1) Freiheit von Aggression
2) Überwindung von Hunger, Unwissenheit und Krankheiten
3) Aufbau einer Region der Sicherheit, der Ordnung und des
Fortschritts
4) Aussöhnung und Friede in ganz Asien und im gesamten pazifischen
Raum.

Frieden und Fortschritt im asiatischen und pazifischen Raum
Wir, die Führer der sieben in Manila versammelten Nationen, wünschen
Frieden und Fortschritt für den asiatisch-pazifischen Raum;
bauen auf die Zielsetzungen und Prinzipien der Vereinten Nationen,
die die Unterdrückung von Aggressionshandlungen und die Achtung vor dem
Prinzip der gleichen Rechte und der Selbstbestimmung der Völker fordern;
sind entschlossen, daß die Aggression nicht belohnt werden darf;
respektieren das Recht aller Völker, über ihre eigene Regierungsform
zu bestimmen und sich diese zu erhalten;
streben eine Beilegung des Krieges in Vietnam mit friedlichen Mitteln
an;
t sind durch die wachsende regionale Verständigung und die regionale
Zusammenarbeit der freien Nationen in Asien und im Pazifik wesentlich
ermutigt;
und verkünden hiermit diese Grundsatzerklärung, auf der sich unsere
Hoffnungen auf künftigen Frieden und Fortschritt im asiatischen und pazifischen Raum begründen:
1.

- 10 -

�1. Die Aggression darf keinen Erfolg haben:
Der Friede und die Sicherheit Asiens und des Pazifik, ja der ganzen
Welt, sind unteilbar. Die Länder des asiatischen und pazifischen Raumes
sollen sich ihrer Unabhängigkeit und Souveränität frei von jeder Aggression, von ausländischer Einmischung oder der Herrschaft irgendeines
Landes erfreuen. Wir machen uns die hart erkämpften Lehren der Geschichte
zu eigen, daß eine erfolgreiche Aggression in irgendeinem Teil der Welt
den Frieden gefährdet, und sind entschlossen, unseren verschiedenen Verpflichtungen im Rahmen der Charta der Vereinten Nationen sowie der einzelnen gemeinsamen Sicherheitspakte nachzukommen, so daß die Aggression
im asiatischen und pazifischen Raum keinen Erfolg haben wird.
2. Wir müssen die Fesseln der Armut, der Unwissenheit und der Krankheit zerbrechen.
Wir sind uns darüber im klaren, daß es im asiatischen und pazifischen
Raum, der ein reiches Erbe an inneren Werten und Menschenwürde aufweist,
die Pflicht eines jeden Landes ist, sich an einer wachsenden Offensive
gegen Armut, Unwissenheit und Krankheit zu beteiligen. Denn sie fesseln
die Menschen an ein Leben der Hoffnungslosigkeit und der Verzweiflung,
die die Wurzeln für Gewalttaten und Kriege bilden. Wenn die Menschen wissen,
daß ein Fortschritt möglich ist und auch erreicht wird, wenn sie überzeugt
sind, daß ihre Kinder ein besseres, erfüllteres und reicheres Leben führen
werden, dann erheben sie ihre Häupter voll Hoffnung und Stolz. Nur dann
kann es eine dauerhafte nationale Stabilität und eine dauerhafte internationale Ordnung geben.
3. Wir müssen die Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem, sozialem und
kulturellem Gebiet innerhalb des asiatischen und pazifischen Raumes stärken.
Gemeinsam mit unseren übrigen Partnern in Asien und im pazifischen
Raum werden wir die Institutionen und die Praxis für eine regionale Zusammenarbeit entwickeln. Durch ständige Anstrengungen wollen wir in diesem
riesigen Raum, in dem fast zwei Drittel der Menschheit leben, eine Zone
der Sicherheit, der Ordnung und des Fortschritts schaffen, wobei wir uns
des gemeinsamen Schicksals dieses Gebietes angesichts seiner eigenen

- 11 -

�eigenen Traditionen und Bestrebungen gewärtig sind. Die Völker dieses
Gebietes haben ein Recht darauf und tragen auch die Hauptverantwortung
dafür, sich mit ihren eigenen Problemen zu befassen und ihre eigene
Zukunft gemäß ihrem eigenen Wissen und ihren eigenen Erfahrungen zu gestalten. Die Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet
für eine regionale Entwicklung sollte allen Ländern dieses Gebietes,
unabhängig von Glauben oder Ideologie offen stehen, die wirklich eine
Politik des Friedens und der Eintracht unter allen Völkern verfolgen.
Länder außerhalb dieses Gebietes werden als Partner begrüßt werden, die
für das gemeinsame Wohl arbeiten, und ihre Mitarbeit wird in Formen angestrebt werden, die mit der Unabhängigkeit und der Würde der asiatischen und pazifischen Nationen in Einklang stehen.
Ein friedliches und fortschrittliches Asien, in dem die Nationen
für das gemeinsame Wohl zusammenarbeiten können, wird ein wichtiger
Faktor bei der Schaffung von Frieden und Wohlstand auf der ganzen Welt
sowie bei der Verbesserung der Aussichten auf eine internationale Zusammenarbeit und ein besseres Leben für die gesamte Menschheit sein.
4. Wir müssen überall in Asien Aussöhnung und Frieden anstreben.
Wir bedrohen nicht die Souveränität oder die territoriale Integrität
unserer Nachbarn - gleichgültig, welche ideologischen Bindungen sie
haben. Wir verlangen lediglich, daß dies erwidert wird. Die ideologischen Streitigkeiten und Ambitionen und die schmerzlichen Gegensätze,
die die Folge nationaler Befürchtungen und Mißstände sind, sollten der
Vergangenheit angehören. Hieraus resultierende Aggressionen dürfen keinen
Erfolg haben. Wir werden unseren vollen Beitrag zur Schaffung einer Umwelt leisten, in der eine Aussöhnung möglich ist. Denn in der Welt von
heute bleibt dem Menschen und den Völkern keine andere Wahl, als zu
lernen, miteinander als Brüder zusammenzuleben.

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NICHT-KOMMUNISTISCHER KONSENSUS IM PAZIFIK

Aus "The Economist", London, 29.Oktober 1966.
Nachdruck nur mit Quellenangabe und dem Vermerk
Copyright, The Economlst Newspaper Ltd., 1966
gestattet.

�NICHT-KOMMUNISTISCHER KONSENSUS IM PAZIFIK

Die Johnson-Doktrin für Asien beginnt sich bezahlt zu machen. Den
entscheidenden Test, die Bewährungsprobe auf dem Schlachtfeld, hat sie
allerdings noch vor sich: Nordvietnamesen und Vietcong werden voraussichtlich in diesem Winter erneut zu demonstrieren suchen, daß sie in
Südvietnam nicht vor den Amerikanern und ihren Verbündeten kampfesmüde
werden. Es wäre in höchstem Maße überraschend, würden die Kommunisten
auf die ihnen in Manila am 25. Oktober angebotenen Bedingungen eingehen,
ohne noch einmal versucht zu haben, den amerikanischen Kampfeswillen zu
brechen. Die Politik Präsident Johnsons aber zahlt sich in einer anderen
Weise aus und wird letzten Endes auch über den Ausgang des Ringens auf
dem Schlachtfeld entscheiden. Das hat man bisher noch nicht klar genug
erkannt, beginnt es jedoch nunmehr zu begreifen.
Was im Jahr 1966 in und um Südostasien geschieht, ist genau das
gleiche, was sich 1947 in und um Südosteuropa ereignete. Als Präsident
Truman damals die Zusicherung gab, die Vereinigten Staaten werden Griechenland und die Türkei verteidigen, erreichte er damit zwei Dinge. Er
schuf einen Kristallisationskern, um den sich die nicht-kommunistischen
Kräfte jenes Gebietes sammeln konnten; und er löste innerhalb des kommunistischen Lagers einen heftigen Meinungsstreit zwischen denen aus, die
sich angesichts der amerikanischen Zusicherung zurückziehen wollten, und
jenen, die den Bürgerkrieg in Griechenland bis zum Ende durchzukämpfen
wünschten. Es dauerte, von der Verkündung der Truman-Doktrin im Jahre
1947 an gerechnet, zweieinhalb Jahre, bis die griechischen Kommunisten
einsahen, daß sie die Macht in Athen nicht mit Waffengewalt' erringen
konnten; aber einsehen mußten sie es doch.
Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich in der gegenwärtigen Krise
in Asien ab. Auf der nicht-kommunistischen Seite ist Präsident Johnson
dabei, einen Konsensus im pazifischen Raum zustande zu bringen; auf der
kommunistischen Seite weitet sich die Kluft zwischen China und Rußland

- 1 -

�Rußland von Stunde zu Stunde, und Kossygin fällt es auffällig schwer,
selbst seine kleineren kommunistischen Verbündeten zum Festhalten an
einer gemeinsamen Linie zu bewegen.
Die Neun-Mächte-Konferenz in Moskau, die am 21. Oktober zu Ende
ging, sollte - diese Absicht bestand sicherlich - mit der Verurteilung
Chinas in irgendeiner Form ausklingen. Hierin allein ist der Grund für
das Fernbleiben Nordvietnams und Nordkoreas zu sehen. Einer gegen China
gerichteten Erklärung zuzustimmen, hätte ihnen Schwierigkeiten gebracht.
Aber selbst jene neun Länder, die schließlich an der Moskauer Konferenz
teilnahmen, gelangten dann zu dem Schluß, daß sie einer solchen Erklärung
nicht beipflichten konnten; die Rumänen, und vielleicht auch die Kubaner,
beschlossen, Kossygin auf seinem Wege nicht länger zu folgen. So fuhren
denn die Mitglieder dieser Versammlung hoher Würdenträger - Parteivorsitzende, Ministerpräsidenten und Verteidigungsminister von neun der
vierzehn kommunistischen Staaten dieser Erde - unter dem gedämpften
Trommelwirbel eines Kommuniques nach Hause, das lediglich von einem
"Meinungsaustausch" sprach. Kossygin hat demzufolge noch nicht jene Basis
der Einigkeit, die er für beide ihm offenstehende Marschrichtungen in der
Vietnampolitik braucht. Es gelang ihm nicht, die äußerst mißtrauischen
Chinesen zur Annahme eines gemeinsamen umfassenden Militärhilfeprogramms
für Vietnam zu überreden - doch diesen Weg wünscht er wohl ohnehin nicht
zu gehen. Es ist ihm aber - zumindest bisher - auch nicht gelungen, die
anderen großen kommunistischen Parteien zum offenen und endgültigen Bruch
mit China zu bewegen, der unabwendbar ist, sollte er sich für ein Arrangement mit den Amerikanern entscheiden.
Man vergleiche diese Situation mit den Ergebnissen der Pazifikreise
Präsident Johnsons. Das Wichtigste des am 25. Oktober veröffentlichten
Abschlußkommuniques von Manila

sind nicht die Bedingungen für einen

schrittweisen Abzug der alliierten Truppen aus Südvietnam, die darin angeboten werden. Sie werden erst später Gewicht bekommen, falls und wenn
die Nordvietnamesen die Beurteilung ihrer Siegeschancen revidieren. Das
ist noch nicht der Fall. Was heute zählt, sind die Früchte der Bemühungen Johnsons um das Zustandekommen eines nicht-kommunistischen Konsensus

- 2-

�Konsensus im Pazifik. Die sechs asiatischen und südpazifischen Länder,
die in Manila vertreten waren, tragen sämtlich in der einen oder anderen
Form zu den Kriegsanstrengungen in Vietnam bei. Sie sind sämtlich Mitglieder des im Juni dieses Jahres gegründeten Asiatisch-pazifischen Rates
(ASPA), dem auch Japan, Formosa und Malaysia angehören. In den Diskussionen von Manila begann sich eine gemeinsame Politik bezüglich Südostasiens
abzuzeichnen, der sich im Laufe der Zeit voraussichtlich auch die nicht
in Manila vertretenen ASPA-Mitglieder anschließen werden. Präsident Johnson hat etwas fertiggebracht, das weder Acheson mit dem ANZUS-Pakt noch
Dulles mit der SEATO ganz gelang. Begünstigt durch die Angst der meisten
Asiaten vor China, beginnt Johnson ein Sicherheitssystem für den Westpazifik aufzubauen. Die Tagung in Manila deutet auf einen möglichen Zusammenschluß der ANZUS-Pakt- mit den SEATO-Pakt-Staaten und die Schaffung
eines aktionsfähigen politischen Apparates für beide hin.
Beim Aufbau dieser neuen Allianz erhält die amerikanische Diplomatie
kräftige Schützenhilfe durch den Parteivorsitzenden Mao und die Rote Garde.
Es mehren sich die Anzeichen dafür, daß viele der Anliegerstaaten des
Pazifischen und des Indischen Ozeans den amerikanischen Schutzschirm ganz
gern sehen, unter dem sie Zuflucht vor einem - wie sich inzwischen erwiesen hat - gefährlichen und außer Rand und Band geratenen China suchen
können. Die Menschen, die in Australien und Neuseeland zusammenströmten
und Johnson ihre Ovationen darbrachten, wissen, von welcher Seite ihnen
in Zeiten der Bedrängnis Hilfe werden kann. Und selbst Indien, wo Frau
Gandhi öffentlich für die Einstellung der Bombardierung Nordvietnams plädiert, bringt die Furcht vor dem großen Nachbarn jenseits des Himalaja
in geheimen Gesprächen sehr viel anders lautende Kommentare hervor.
Immer mehr Asiaten erhoffen sich von den Amerikanern Schutz vor einer
Gefahr, der sie - weil es sich um eine nukleare Bedrohung handelt - aus
eigener Kraft nicht Herr werden können. Sie fühlen sich andererseits aber
auch durch die Überreste der Ideologie von einem dritten Weltkrieg gehemmt,
das bestehende Schutzbedürfnis offen einzugestehen. Hauptthema der Tagung
von Manila war die Wiederherstellung von Frieden und Sicherheit in Südvietnam und die wirtschaftliche Entwicklung des ganzen südostf. tiatischert

- 3 -

�südostasiatischen Raums. Die Idee eines künftigen asiatischen Sicherheitssystems blieb unausgesprochen, war aber dennoch latent vorhanden. Die Vereinigten Staaten haben aus ihrer Erfahrung mit der SEATO gelernt, die
Dinge nicht zu übereilen und mehr Nachdruck auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit als auf die militärischen Belange zu legen. Für den Erfolg
der amerikanischen Politik ist es wichtig, daß die größeren unter den
asiatischen Mächten - Japan, Indien und später einmal auch Indonesien eines Tages die ihnen zukommende Rolle spielen werden. Sie werden sich
dazu nur bereit finden, wenn ihre öffentliche Meinung auch nicht durch
den leisesten Hinweis auf die Möglichkeit schockiert wird, die Vereinigten
Staaten könnten eine Politik verfolgen, die auf eine permanente amerikanische Präsenz in Asien abzielt. Viele Asiaten sind heute der Auffassung,
eine amerikanische militärische Präsenz sei angesichts der derzeitigen
Politik Chinas und der chinesischen Bombe eine - unangenehme - Notwendigkeit. Die meisten sprechen dies ungern laut aus und wünschen in jedem
Fall, daß diese Präsenz nicht von Dauer sei.
Das ist der Hintergrund, vor dem die Zusicherung von Manila gesehen
werden muß, alle ausländischen Truppen innerhalb sechs Monaten nach dem
Abzug der Nordvietnamesen aus dem Süden aus Südvietnam abzutransportieren.
Es ist dies ein Angebot, das die amerikanischen Friedensbemühungen glaubwürdig macht. Es ist aber auch ein Versprechen, welches bezeugt, daß die
Vereinigten Staaten auf lange Sicht keine Ambitionen in Südostasien haben.
Es gibt den alliierten Staaten einschließlich Japans mit seinem bilateralen Verteidigungspakt mit den USA zu verstehen, daß sie letztlich einmal
auf eigenen Füßen stehen müssen. Auf diese Weise hofft Johnson, die Asiaten
allmählich dahin bringen zu können, die Verantwortung für ihre Sicherheit
schrittweise selbst zu übernehmen. Die Vereinigten Staaten dürften ihre
Stützpunkte in Thailand noch einige Zeit behalten; deren Funktion aber
wäre, sobald Frieden in Vietnam herrscht, in erster Linie als vorgeschobene nukleare Basen für den Ernstfall zu dienen. Nur wenn Japan und Indien
einen wirksamen nuklearen Schutz in irgendeiner Form erhalten - sei es
durch eine gemeinsame Garantie, den Erwerb von Raketen unter einem ZweiSchlüssel-System oder den Aufbau eigener nuklearer Kapazitäten -, werden
die Vereinigten Staaten nicht länger allein für den Atomschutzschirm
sorgen müssen.
Die
- 4 -

�Die amerikanischen Bedingungen für den Abzug aus Vietnam beinhalten
aber auch eine Botschaft, die an Ho Chi Minh gerichtet ist. Sie zeigt
Form und Gestalt eines möglichen Kompromisses auf. Diese Botschaft fordert
ihn auf, die Hoffnung fahren zu lassen, die Kommunisten in Südvietnam an
die Macht zu bringen

(wiewohl diese im politischen Leben des Landes nach

dem Krieg die Rolle einer Minderheitengruppe spielen könnten, wobei allerdings über die Frage, wie sie sich eingliedern lassen,erst noch zu sprechen wäre), und bieten ihm als Gegenleistung die Aussicht an, daß das
nicht-kommunistische Südvietnam zumindest

nicht Stützpunkt amerikani-

scher Truppen sein werde. Vielleicht kann sich Ho Chi Minh nie mit dem
Scheitern seiner ein ganzes Leben lang gehegten ehrgeizigen Pläne abfinden, Vietnam unter kommunistischer Herrschaft wiederzuvereinigen,und entschließt sich zum Weiterkämpfen. Tut er dies aber, läuft er Gefahr, das
Schlimmste heraufzubeschwören. Wenn das Schlachtenglück weiterhin gegen
ihn ist, wird er es schließlich dahin bringen, daß die kommunistischen
Kräfte im Süden auf einige wenige Banden gejagter Guerilla-Kämpfer zusammenschrumpfen, während eine gewaltige amerikanische Armee :vör seinem Tor
zum Süden steht. Ho Chi Minh hat die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten:
Südvietnam zu einem zweiten Griechenland oder zu einem zweiten Südkorea
werden zu lassen. Das ist eine Wahl, die nicht zuletzt die Russen interessiert, denn auch sie sehen eine ständige amerikanische Garnison in
Asien ungern. Hier ist der Punkt, an dem sich der Entschluß Johnsons vom
vergangenen Jahr, eine Expeditionsstreitmacht zu entsenden, bezahlt zu
machen beginnt. Die amerikanische Armee in Vietnam ist, auch für sich
allein genommen, heute bereits ein wichtiges Faustpfand für Verhandlungen
zur Beendigung des Krieges.
Vor fünf Jahren noch schien die Vorstellung von stabilen Verhältnissen
in Südostasien Ausgeburt eines Opiumrausches zu sein. Heute besteht eine
echte Aussicht, jenes schwer heimgesuchte Gebiet zu befrieden. Die Veränderungen in der Regierung Indonesiens haben zum Entstehen neuer Machtverhältnisse im Pazifik beigetragen. Den größten Beitrag aber stellt das
amerikanische Aufgebot in Vietnam dar. Um an der Peripherie Chinas ein
stabiles System aufbauen zu können, mußten die Vereinigten Staaten erst
den Beweis erbringen, daß sie es ernst meinen. Die von ihnen in Vietnam

- 5 -

�Vietnam eingesetzten Machtmittel zeigen, was ein amerikanischer Präsident zu tun vermag, um die Expansion eines so anmaßenden Systems einzudämmen. Er vollbrachte es Ende der vierziger Jahre in Europa, und er
versucht es jetzt in Asien. Wenn sich das Bündnis, in das Johnson gegenwärtig die amerikanische Politik zu kleiden trachtet, in Vietnam zu behaupten vermag, werden sich alle jene, die die Guerilla-Kriegführung
auch in anderen Gebieten Asiens zu erproben wünschen, einen solchen
Versuch zweimal überlegen. Welches Urteil die Geschichte auch immer
über Präsident Johnsons Vietnam-Politik fällen wird, er hat klargestellt,
daß die Vereinigten Staaten willens sind, ihren Einfluß in Asien wie in
Europa geltend zu machen. Eine Verlagerung des Gewichts Amerikas nach
seiner pazifischen Flanke hin macht sich bemerkbar.

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DIE NATO, DIE VEREINIGTEN STAATEN UND EUROPA

WASHINGTON - (AD) - Ansprache des Generalsekretärs der NATO, Manlio Brosio, gehalten
am Freitag, dem 18. November 1966 vor dem
Nationalen Presseklub in Washington.
AMERIKA DIENST übermittelt den Redaktionen
den vollen Text der Rede zur Kenntnisnahme
und Veröffentlichung im Wortlaut oder in
Auszügen.

�DIE NATO, DIE VEREINIGTEN STAATEN UND EUROPA

Ich freue mich, hier bei Ihnen sein zu dürfen. Ich war bereits mehrmals als Botschafter in Begleitung führender italienischer Politiker wie
z.B. Scelba und Fanfani Ihr Gast. Nunmehr stehe ich für mich allein hier
vor Ihnen, nicht mehr als Repräsentant eines Landes sondern eines Bündnisses, das Organisation und Hoffnung zugleich einer Gemeinschaft von
Staaten ist. Als Vertreter einer rein internationalen Organisation bin
ich in einem engeren Sinne nicht für die Handlungen irgend eines Landes
verantwortlich. Angesichts so vieler Auftraggeber sind mir zwar keine
strikten Grenzen gesetzt, es steht mir aber auch nicht an, die spezifische Haltung eines unter den verbündeten Ländern zu vertreten; andererseits ist aber auch der Versuch manchmal sehr mühsam, ihre Politik auf
eine gemeinsame Formel zu bringen. Wie der Papst, habe auch ich keine
eigenen Divisionen hinter mir. Er gebietet immerhin über eine gewaltige
geistige Macht, mir dagegen .stehen lediglich mein persönliches Urteil,
das noch dazu oft wenig bedeuten dürfte,zu Gebote und mein tiefer Glaube
an die Zielsetzung und Notwendigkeit unseres Bündnisses, der vielleicht
etwas mehr bedeuten mag. Sie geben mir den Mut, in ernsten Situationen
meine geringe persönliche Kraft in die Waagschale zu werfen.
Lassen Sie mich nun einige wesentliche Punkte herausstellen. Ich
will es dann Ihnen überlassen, sie mit subtiler und erfahrener, dabei
aber gesitteter und wohlmeinender Könnerschaft noch klarer herauszuarbeiten oder auch zu verwerfen.
Da mein Thema "Die NATO, die Vereinigten Staaten und Europa" heißt,
betrifft der erste Punkt, den ich hier mit vollem Recht herausgreifen
möchte und der Sie meines Erachtens sehr interessieren dürfte, den derzeitigen Zustand unseres Bündnisses. Wie Sie alle wissen, setzte die
französische Regierung ihre Verbündeten im März davon in Kenntnis, daß
sich Frankreich aus der integrierten Verteidigungsstruktur herauslösen
werde. Es wäre müßig und unaufrichtig, den Ernst dieser französischen
Entschlüsse bagatellisieren zu wollen, haben sie doch zweifellos eine

- 1 -

�eine der ernstesten Krisen in der siebzehnjährigen Geschichte der NATO
ausgelöst. Sie alle sind sich dieser Tatsache bewußt, und sämtliche
Zeitungen waren in den letzten acht Monaten voll von Berichten über
Schwierigkeiten innerhalb der NATO. Im Laufe der Zeit, so scheint mir
jedenfalls, konnten jedoch die meisten dieser Schwierigkeiten überwunden
werden. Beherrschende Tatsache ist nicht die Handlungsweise Frankreichs,
sondern die feste Entschlossenheit der 14 Verbündeten Frankreichs, das
NATO-Bündnis in ihrem eigenen nationalen Interesse aufrechtzuerhalten.
Der Rat wird nach Brüssel verlegt, und die militärischen Kommandostellen
werden aus Frankreich abgezogen - das Oberkommando der alliierten Streitkräfte in Europa (SHÄPE) wird nach Belgien, das Hauptquartier des Abschnitts Mitte (AFCENT) nach den Niederlanden und der Militärausschuß von
Washington nach Europa umziehen. Kanada und - in noch größerem Ausmaß die Vereinigten Staaten gruppieren ihre bisher auf französischem Boden
stationierten Truppen um und ziehen sowohl Streitkräfte als auch Vorräte
aus Frankreich ab. Alles in allem sind die 14 Staaten dabei, die NATO
rasch und mit Erfolg umzuorganisieren.
Während sich die NATO so selbst reorganisiert, haben sich in der
Welt eine Reihe von Entwicklungen vollzogen, die noch größere Fragen aufwerfen. Manche Europäer sind angesichts der Möglichkeit besorgt, daß das
Engagement der Vereinigten Staaten in Asien zu einer Schwächung der für
Europa zur Verfügung stehenden amerikanischen Truppenstärken und Hilfsquellen und zu einem Nachlassen Ihres Interesses an den europäischen
Fragen führen könnte. Ich aber stehe auf folgendem Standpunkt:
Obgleich das nordatlantische Bündnis nicht direkt in den VietnamKonflikt verwickelt ist, nimmt es doch starken Anteil an ihm und sein Ausgang kann ihm nicht gleichgültig sein.
Einige meiner hervorragenden amerikanischen Freunde, die mit der derzeitigen Politik der Vereinigten Staaten nicht gerade sympathisieren,
haben mir gegenüber nachdrücklich betont, die europäischen NATO-Verbündeten hätten die Pflicht, der amerikanischen Regierung klarzumachen, daß
der ganze Feldzug dort ein Fehler sei, und daß sie diesen Fehler korrigieren müsse - je eher, umso besser für Europa, das Bündnis und den Frieden

- 2-

�Frieden der Welt. Ich verwahre mich energisch gegen eine solche Auffassung. Meiner Überzeugung nach würde ein militärischer Rückschlag oder
ein schlechter und auf Verzicht und Preisgabe basierender Friede in Vietnam das unbedingt notwendige Vertrauen der Verbündeten der USA in amerikanische Zusicherungen untergraben. Das derzeitige amerikanische Engagement in Vietnam entspringt nicht dem Zufall - es steht vielmehr völlig
im Einklang mit der Haltung, die die Vereinigten Staaten gegenüber dem
Genfer Frieden im Jahr 1954 eingenommen haben. Die USA, die jene Regelungen nicht unterzeichnet haben, erklärten damals, sie würden diese Abmachungen respektieren und "jede Erneuerung der Aggression in Verletzung
(dieser) Vereinbarungen mit schwerer Sorge und als eine ernste Bedrohung
des internationalen Friedens und der internationalen Sicherheit ansehen11.
Wie ich die Dinge beurteile, geht es nicht so sehr darum, ob die eine
oder andere Regierung in Südvietnam nach Auffassung dieser oder jener
unter uns gut oder schlecht ist?, sondern darum, ob dort überhaupt irgendwelche Aussichten auf den Aufbau eines Rechtsstaates bestehen - eines
Staates, der nicht auf totalitärer Gewalt, Unterdrückung und Terror, sondern auf dem echten Ausdruck des freien Willens des Volkes von Südvietnam
beruht. Noch immer glauben einige Leute, die einzig leistungsfähige Regierung wäre dort eine kommunistische Regierung. Sicherlich sind die Kommunisten, was dit Erringung der Macht, die Vernichtung ihrer Feinde und die
Terrorisierung von Menschen bis zu ihrer völligen Unterwerfung angeht, sehr
tüchtig. Ob das Volk aber glücklich lebte, das wäre sehr die Frage. Ich als
Europäer und Angehöriger der atlantischen Gemeinschaft kann in dem Bewußtsein, wie schwierig die ersehnte Friedensregelung tatsächlich zu treffen
ist, der US-Regierung nur vollen Erfolg wünschen und dem amerikanischen
Volk und seinen Soldaten für den Mut und die Entschlossenheit danken, die
sie in diesem schwierigen Ringen um

Freiheit und Frieden beweisen.

Mein zweiter Punkt betrifft die Politik der Sowjetunion. Wie sieht
die weltweite Politik Moskaus aus? Inwieweit haben neuere Entwicklungen
die russische Strategie und Taktik beeinflußt? Bei der Beurteilung ihrer
Politik müssen wir es sorgfältig vermeiden, den Anfang eines langwierigen,
historischen Prozesses mit einem erzielten Endresultat oder eine mögliche
und wünschenswerte Entwicklung mit der Realität zu verwechseln. Es besteht

3

�besteht kein Zweifel darüber, daß sich die Russen - nach Kuba, dem
Schwinden ihrer Hoffnungen in bezug auf Berlin, Chruschtschows Abdankung
und dem Bruch mit China - vorsichtig und relativ gemäßigt geben - jedenfalls in ihren Taten, wenn auch nicht immer in ihren Worten. Doch müssen
wir sie deshalb sogleich als gute, vernünftige und friedliche Neo-Konservative ansehen, die den Versuch unternehmen, die sich so skandalös betragenden "bösen Buben", die Chinesen, zu zügeln? Meine Antwort lautet:
Lassen Sie uns sehr vorsichtig sein! Die Sowjetunion möchte nicht in
einen Krieg verwickelt werden - besonders nicht in einen größeren Krieg.
Das ist keine Frage. Ob sie ihren Einfluß für den Frieden überall geltend
machen wird wie in Taschkent, wo sie einwandfrei ein Interesse daran hatte,
als Friedensstifter aufzutreten und zu gelten - das ist sehr wohl eine Frage.
Was Vietnam betrifft, so nimmt man in gut informierten Kreisen heute
allgemein an, daß die Sowjetunion den Frieden gerne herbeiführen möchte,
aber nicht kann. Ich wage die Richtigkeit dieser Auffassung nicht anzuzweifeln, aber Vorsicht und Vernunft sagen einem, daß die Sowjetunion
einen Frieden vorzieht, der ihre Position im Lager der Kommunisten und der
Neutralen stärkt. Man muß deshalb vernünftigerweise davon ausgehen, daß
die Sowjets in dem - für sie - geeignetsten Augenblick versuchen werden,
die Vereinigten Staaten dazu zu überreden, einen "schlechten" Frieden anzunehmen - d.h. das südvietnamesische Volk zuerst dem Vietkong und später
Hanoi zu überantworten. Vielleicht irre ich mich; aber meiner Meinung nach
haben die Sowjets in Vietnam die Wahl zwischen zwei Alternativen, die
beide ihren Interessen bestens dienen: die unbegrenzte Fortdauer eines
Krieges, der allmählich China und die USA in einen langwierigen, wenngleich
nicht unmittelbaren Konflikt hineinziehen würde, oder ein Friede kommunistischer Prägung.
Das führt mich zu meinem dritten Punkt und damit mehr zu Europa. In
Europa konnten wir - vornehmlich dank den Vereinigten Staaten sowie ihrem
allgemeinen und nuklearen Potential - als erstes wichtiges Ergebnis der
Existenz und Einheit der NATO das Risiko einer tatsächlichen Aggression
auf ein Mindestmaß reduzieren. Jetzt aber hat die Sowjetunion den Schwerpunkt ihrer Politik von der unmittelbaren militärischen Bedrohung auf das
Gebiet diplomatischer und politischer Aktivität verlagert, und dort geht

- 4 -

�geht der Kampf weiter. Da die Russen niemals von ihrem Ziel ablassen
werden, sowohl eine dominierende europäische als auch eine asiatische
Großmacht zu sein, können sie das Bestehen einer natürlichen Bindung
zwischen den Vereinigten Staaten und Europa nicht hinnehmen und werden
aus diesem Grunde versuchen, die atlantische Allianz auszuhöhlen und zu
vernichten. Sie werden keine andere Großmacht in Europa tolerieren, die
ebenso stark oder stärker ist als sie, und sie werden deshalb versuchen,
ein geeintes freies Europa jedweder Gestalt zu zersplittern, zu unterwandern und zu verwässern. Sie kennen die entscheidende Rolle Deutschlands sowohl im atlantischen Bündnis als auch in einem geeinten Europa
und versuchen aus diesem Grunde, die Teilung Deutschlands aufrechtzuerhalten, es zu demoralisieren und zu einem Unsicherheitsfaktor für die
freie Welt zu machen. Noch für keine dieser grundlegenden europäischen
Probleme konnte bisher eine endgültige Lösung gefunden werden. Ein politisch geeintes Europa liegt noch in weiter Ferne, das atlantische Bündnis mußte einen starken Schlag hinnehmen und Deutschland befindet sich
in einem Stadium der Unruhe.
Wir haben wohl die erste Halbzeit der Fußballschlacht mit einem Vorsprung von einem Tor gewonnen, die schwierige zweite Spielhälfte, in der
wir gewissermaßen gegen den Wind spielen müssen, ist noch nicht zu Ende
und der Ausgang noch ungewiß. Der Sieg fällt nicht immer dem zu, der das
erste Tor schießt, sondern eher dem Standhaften, der den richtigen Augenblick erfaßt, um aus der Tiefe des Feldes heraus mit übermächtiger Gewalt
anzugreifen. Wir müssen auf der Hut sein, damit wir auf diplomatischer
Ebene nicht etwa die Chance eines Sieges, oder wenigstens die eines fairen
und ehrenvollen Unentschieden verspielen.
Mein vierter Punkt gilt der Weiterentwicklung und näheren Definition
des dritten Punktes. Heute stellt Deutschland das Hauptproblem dar, und
die Aussicht auf eine Lösung dieses Problems schien zu keinem Zeitpunkt
weniger gewiß. Die Wiedervereinigung Deutschlands läßt sich natürlich
nicht in naher Zukunft verwirklichen. Die Integrierung Deutschlands in
ein politisch geeintes freies Europa scheint unter den gegenwärtigen Umständen ebenfalls recht zweifelhaft. Zweck und Ziel der atlantischen
Allianz laufen im Augenblick Gefahr,durch unkontrollierte Tendenzen in

- 5 -

�in Richtung auf eine einseitige Detente und ein Nachlassen der militärischen Anstrengungen verschleiert zu werden. Niemand wird natürlich etwas
gegen eine Intensivierung der Bemühungen haben, die Beziehungen zwischen
Ost und West auf dem Gebiet des Handels, der Kultur, der Touristik oder
der Wissenschaft zu verbessern. Dies alles mag bis zu einem gewissen
Grad zur Schaffung einer besseren Atmosphäre beitragen, die einem politischen Übereinkommen mit der Sowjetunion in der Berlin- und Deutschlandfrage förderlich ist. Es gibt jedoch Grenzen für die Bemühungen um eine
Wiederaussöhnung jenseits derer sie in die Sanktionierung des Status quo
umschlagen. In diesem Augenblick könnte Deutschland der Versuchung erliegen, direkte Verhandlungen mit den Sowjets zu wagen. Wir dürfen nicht den
Fehler machen und glauben, die Sowjets würden in Europa eine nicht-expansionistische Politik im wahren Sinne des Wortes betreiben. Der Status quo,
den sie befürworten, ist ein mächtiges Instrument in ihrer Hand, um Westdeutschland unter Druck zu setzen, von dem das Kräftegleichgewicht in
Europa weitgehend abhängt.
In dem Bericht eines wichtigen, wenn auch inoffiziellen Treffens, an
dem unlängst Experten aus Ost und West teilnahmen, hieß es abschließend:
"Aus den Ausführungen unserer osteuropäischen Teilnehmer war ihre Auffassung herauszuhören, die USA werden aufgrund ihrer wirtschaftlichen Verpflichtungen oder ihres Engagements in Asien dazu gezwungen sein, hinsichtlich ihrer Interessen und ihres Einflusses in Europa zurückzustecken, die
NATO werde auseinanderbrechen und der Osten könne, wenn er lang genug warte,
bilateral mit einer Anzahl zersplitterter, kleiner und mittlerer westeuropäischer Staaten verhandeln."
Die gegenwärtige Situation ist so unklar, daß für die nächste Zukunft
weder die Möglichkeit einer "schmerzlichen Überprüfung" seitens Deutschlands noch eine Kehrtwendung der Sowjets gegenüber diesem Land - Aufgabe
der unversöhnlichen Feindschaft und Angebot einer Regelung auf Kosten des
Westens - ausgeschlossen werden kann. Um diesen sehr realen Gefahren zu
entgehen, sollten die Westmächte nie das von allen westdeutschen Politikern
dauernd wiederholte wichtige Prinzip vergessen, daß jeder Schritt auf dem
Weg zu einer Detente von einem Fortschritt in der Lösung des Deutschland-

- 6-

�Deutschlandproblems begleitet sein müsse. Wenn wir diese entscheidend
wichtige Forderung nicht vergessen, kann eine aktive Entspannungspolitik positive Ergebnisse zeitigen; lassen wir sie jedoch außer acht,
können wir ungewollt und unerwartet an den gefährlichen Punkt gelangen,
an dem es kein Zurück mehr gibt.
Lassen Sie mich fünftens diese Fragen aus einem engeren europäischen
Blickwinkel betrachten. Es gehört heute schon beinahe zum guten Ton, von
unseren lobenswerten Bemühungen um eine Detente, als Bemühungen um die
Beendigung der Teilung Europas zu sprechen. Das ist nicht nur die französische Formel eines Europas,das vom Atlantik bis zum Ural reicht, es ist
auch die manchmal in den USA und Europa gebrauchte Formel für den Zusammenschluß des geographischen Gebietes Europa vermittels neuer freundschaftlicher Beziehungen zwischen Ost und West. Einige deutsche Parlamentarier
sprachen sogar von einer "Europäischen Gemeinschaft", die auch die osteuropäischen Länder - mit Ausnahme der Sowjetunion, die nur zur Hälfte
europäisch und eigentlich eurasisch ist - umfaßt, als einer Möglichkeit
zur Wiedervereinigung Deutschlands. Diese Dinge könnten sich in der Zukunft als vielversprechende Perspektiven erweisen, vermögen jedoch in der
Gegenwart auch gefährliche Verwirrung stiften. Das freie Westeuropa strebt
seit Kriegsende den trotz einiger Fortschritte weit von seiner Verwirklichung entfernten wirtschaftlichen Zusammenschluß und die politische Einheit an - Bestrebungen, denen bisher sehr wenig Erfolg beschieden war.
Zweifellos sollte jegliches Einheitsstreben auf ein möglichst großes Europa
hinzielen, das auf der Basis politischer und menschlicher Freiheit beruht.
Man kann aber den zweiten Schritt vor dem ersten tun. Heutzutage von einem
vereinten Europa oder einer europäischen Gemeinschaft zu sprechen, der sowohl freie als auch totalitäre Staaten mit unterschiedlichen Regierungsformen unterschiedslos angehören, kann nur Verwirrung hervorrufen und die
unerläßlichen Bemühungen um die politische Vereinigung eines wahrhaft
freien Europas schwächen. Die Prawda begrüßte in ihrer Ausgabe vom 29.
Oktober natürlich die Tendenz zu einer "paneuropäischen" Politik, die nur
zur Beherrschung Europas durch die Sowjetunion führen kann. Eine derartig
eilige Zustimmung seitens der Kommunisten sollte uns die Augen öffnen und
allen freien Staaten des Westens Grenzen und Gefahren eines ungehemmten

- 7-

�ungehemmten Wettlaufs in Richtung auf eine bedingungslose Entspannung
und das verschwommene Ziel einer Wiedervereinigung Europas zeigen. Die
gesunde politische Logik läßt gebieterisch den Zusammenschluß des freien
Westeuropa als die einzige Grundlage für die stufenweise Lösung der
Deutschlandfrage und als den ersten Schritt zu einer echten Aussöhnung
mit Osteuropa und der Sowjetunion erscheinen. Allein dieser Kurs ist
mit der atlantischen Allianz und mit engen Bindungen zwischen den USA
und Europa vereinbar, weil die paneuropäische Idee im Sinne der Russen
unweigerlich zu einem Europa aus schwachen Einzelstaaten führen müßte,
von denen jeder eine andere Politik verfolgen und nach und nach zu neutralistischen und semi-neutralistischen Tendenzen neigen würde.
Um einen letzten Funkt anzuführen: Ich kann die mitunter in den
Vereinigten Staaten geäußerte Ansicht nicht ignorieren, daß der militärische Beitrag der europäischen Mitglieder der NATO nicht den Hilfsquellen angemessen ist, die ihnen ihre neue wirtschaftliche Stärke an
die Hand gab. Als Europäer muß ich zugeben, daß Tatsachen diese Ansicht
einigermaßen berechtigt erscheinen lassen, und es ist nur natürlich,
wenn die Amerikaner meinen, sie hätten die Last und Mühsal lange genug
getragen. Wir müssen - unddas ist für uns alle in der NATO wichtig sicherstellen, daß die militärische Position der Allianz nicht durch unkluge Maßnahmen irgendeines Mitgliedstaats, sei es eines europäischen
oder amerikanischen, gefährdet wird.
Zu modernisieren und zu rationalisieren ist eine Sache; aus finanziellen oder noch dubioseren politischen Gründen Einschränkungen vorzunehmen, ist eine andere Sache. Bestünde die Bedrohung nicht mehr, gäbees
überhaupt keinen Grund für den Unterhalt irgendwelcher Streitkräfte über
Polizei- und Sicherungskräfte hinaus. Schwäche aber wird die Bedrohung
wieder aufleben lassen. Die einzige wirkliche Basis zur Bemessung unserer
Streitkräfte ist nach wie vor die Stärke des Gegners. Angesichts des Ausbleibens einer kontrollierten Abrüstung gibt es keine brauchbarere Alternative zur Sicherung des Friedens, als ein vernünftiges und angemessenes
Gleichgewicht der faktischen militärischen Stärke zu wahren. Läßt die
Bedrohung nach, d.h., verringert sich die Wahrscheinlichkeit einer Aggression, so verringert sich deshalb keineswegs auch die Stärke, die nötig ist

- 8-

�ist, um den gegnerischen Streitkräften gewachsen zu sein, sollte es
dennoch zu einer Aggression kommen.
Strategisch gesehen können uns technische Verbesserungen und eine
größere Mobilität eine längere Vorwarnzeit verschaffen, wie auch mehr
Zeit, zusätzliche Kräfte einsatzbereit zu machen. Sie gestatten vielleicht auch eine andere Verteilung der Streitkräfte. Der verstärkte
Einsatz von Luftstreitkräften kann die konventionelle Stärke insgesamt
vermehren, und den Bedarf an Landstreitkräften vermindern. Aber eine
Verringerung der konventionellen Streitkräfte liefe fast mit Sicherheit
auf einen frühzeitigeren Einsatz nuklearer Waffen und eine entsprechende
Anpassung ihrer strategischen und taktischen Anwendung hinaus. Die umfassendere Frage, die ich damit angeschnitten habe, fordert Zeit und
sorgfältige Prüfung. Ein von vorschnellen finanziellen und politischen
Erwägungen diktiertes Verhalten könnte unsere Feinde nicht täuschen,
wohl aber - das wäre das Risiko - die Moral unserer Freunde untergraben.
Ich bin überzeugt, daß eine gründliche Überprüfung der vorhandenen Verteidigungsmittel der Allianz ein wirksameres, anpassungsfähigeres und
moderneres Abschreckungs- und Verteidigungssystem einbringen kann.
Auf einem speziellen Gebiet hat der Sonderausschuß, das sog.
McNamara-Komitee für nukleare Angelegenheiten, bereits einen vielversprechenden Anfang gemacht. Dieser Ausschuß wird sich, wie ich hoffe,
als ein äußerst nützliches Instrument zur Steigerung der Schlagkraft
und der politischen Solidarität unseres Bündnisses erweisen.
Lassen Sie mich dem hinzufügen, daß der Zeitpunkt noch nicht da ist,
an dem das Bündnis in seiner Wachsamkeit nachlassen kann. Glaubten wir
etwas anderes, befänden wir uns in einem gefährlichen Irrtum. Und noch
einen weiteren Punkt sollte man stets beachten - die überaus wichtige
Rolle der militärischen Stärke in Politik und Diplomatie. Waffen sind
nicht nur für den Kampf und zur Abschreckung einer Aggression da, sie
haben auch Gewicht im Bereich der Diplomatie. Zusammen mit allen übrigen
Faktoren wirtschaftlicher, materieller und politischer Stärke sind sie
die stummen und unsichtbaren, aber oft entscheidenden Partner am Verhandlungstisch.
Abschließend

- 9-

�Abschließend möchte ich bemerken, daß sich die atlantische Allianz
jetzt Problemen anderer Art gegenübersieht. Eines davon ist den Initiativen Frankreichs zuzuschreiben; es darf aber inzwischen als geregelt
gelten. Die NATO hat durch diese Initiativen nicht gerade eine Stärkung
erfahren, liefert jedoch in dieser schwierigen Zeit einen bemerkenswerten
Beweis ihrer Einigkeit, Spannkraft und Entschlossenheit. Das zweite Problem ergibt sich aus finanziellen, politischen und militärischen Erwägungen, die eine Überprüfung der Stärke und Stellung unserer Streitkräfte
angeraten erscheinen lassen. Es muß mit größter Sorgfalt angegangen werden. Es sollte nicht nur in uneingeschränkter und vertrauensvoller Zusammenarbeit aller NATO-Verbündeten geprüft und gelöst werden - dies ist nur
die verfahrensmäßige Seite der Angelegenheit. Es sollte vielmehr vor allem
in der Absicht angepackt werden, Qualität und Schlagkraft der NATO-Streitkräfte zu verbessern und zu stärken, selbst wenn gewisse zahlenmäßige Veränderungen und Umgruppierungen beschlossen werden - und dies ist der
eigentliche Kern der Sache.
Und ein letztes: Der Wind der Entspannung weht auch um unsere Allianz.
Er kann gesund und belebend sein, sofern wir dreier Dinge eingedenk bleiben: daß die Einheit des freien Europa eines der Hauptziele der westlichen
Welt, daß ein freies Deutschland die Grundvoraussetzung für ein freies und
geeintes Europa und daß eine starke NATO mehr denn je der unerläßliche
Schutzschild ist, unter dem allein wir nicht nur diese beiden Ziele zu erreichen, sondern auch die Sicherheit Deutschlands und Europas weit in die
Zukunft hinein zu gewährleisten vermögen. Nur auf dieser Grundlage können
wir gemeinsam die Aussöhnung auf breiterer Basis und die Errichtung noch
größerer Gemeinschaften anstreben, soll unser Werk auf Fels und nicht auf
Sand gegründet sein.

+ ++++

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XIX - 46

VERTRAG ÜBER DIE FRIEDLICHE NUTZUNG DES WELTRAUMS

WASHINGTON - (AD) - Der Ausschuß für Weltraumfragen der
Vereinten Nationen hat den Entwurf zu einem Vertrag
über die friedliche Nutzung des Weltraums fertiggestellt,
der der UN-Vollversammlung zur Beschlußfassung durch
ihre Mitglieder unterbreitet und noch vor Ende der diesjährigen Sitzungsperiode verabschiedet werden soll.
Die Initiative zu einem solchen Vertrag ging von Präsident Johnson aus, der am 7. Mai 1966 den amerikanischen
Chefdelegierten bei den Vereinten Nationen, Arthur J.
Goldberg, beauftragt hatte, eine Erörterung dieses
Fragenkomplexes in den zuständigen UN-Körperschaften in
die Wege zu leiten. Der jetzt vorliegende Entwurf gibt
u.a. der UN-Entschließung vom 17. Oktober 1963 juristisch bindende Form, in der die an Raumfahrt und Weltraumforschung beteiligten Staaten aufgefordert werden,
keine Massenvernichtungswaffen im Weltraum zu stationieren. Das Abkommen soll ferner allen Nationen gleichberechtigten Zugang zu allen Himmelskörpern und den dort
eventuell zu errichtenden Anlagen gewährleisten.
AMERIKA DIENST übermittelt den Redaktionen den Wortlaut
des Vertragsentwurfs, der vom US-Außenministerium am
8. Dezember 1966 veröffentlicht wurde.

�VERTRAG ÜBER DIE FRIEDLICHE NUTZUNG DES WELTRAUMS
Entwurf

Die Signatarstaaten dieses Vertrages,
inspiriert von den großartigen Möglichkeiten, die sich der Menschheit als Folge des Vorstoßes in den Weltraum bieten,
in Anerkennung des gemeinsamen Interesses aller Menschen am Fortschritt in der Erforschung und Nutzung des Weltraums für friedliche Zwecke,
im Vertrauen darauf, daß die Erforschung und Nutzung des Weltraums
zum Wohle aller Völker ohne Ansehen ihres wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Entwicklungsstandes fortgeführt wird,
in dem Wunsch, zu einer umfassenden internationalen Zusammenarbeit
sowohl hinsichtlich der wissenschaftlichen als auch der juristischen
Aspekte der Erforschung und Nutzung des Weltraums für friedliche Zwecke
beizutragen,
im Vertrauen darauf, daß eine solche Zusammenarbeit dem gegenseitigen
Verständnis förderlich ist und die freundschaftlichen Beziehungen zwischen
den Staaten und Völkern stärkt,
unter Hinweis auf die von der Vollversammlung der Vereinten Nationen
am 13. Dezember 1963 einstimmig angenommene Entschließung Nr. 1962 (XVIII),
die die Bezeichnung "Erklärung über die juristischen Prinzipien zur Regelung der Tätigkeit der Staaten auf dem Gebiet der Erforschung und Nutzung
des Weltraums** trägt,
unter Hinweis auf die von der Vollversammlung der Vereinten Nationen
am 17. Oktober 1963 einstimmig angenommene Entschließung Nr. 1884 (XVIII),
in der die Staaten aufgefordert werden, sich der Verbringung von Objekten
mit Kernwaffen oder anderer Massenvernichtungswaffen in Erdumlaufbahnen
oder der Installierung derartiger Waffen auf Himmelskörpern zu enthalten,
unter
- 1-

�unter Berücksichtigung der Entschließung Nr. 110 (II) der Vollversammlung der Vereinten Nationen vom 3. November 1947, mit der jede Propaganda verurteilt wird, die dem Zwecke dient oder geeignet wäre, den
Frieden auf irgendeine Weise zu bedrohen, zu brechen oder einer Aggressionshandlung Vorschub zu leisten, und von der Auffassung ausgehend, daß
die vorgenannte Entschließung auf den Weltraum anzuwenden sei,
in der Überzeugung, daß ein Vertrag über die Prinzipien zur Regelung
der Tätigkeit der Staaten auf dem Gebiet der Erforschung und Nutzung des
Weltraums, einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper, die Zielsetzungen und Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen fördern wird,
kommen wie folgt überein:

ARTIKEL I
Die Erforschung und Nutzung des Weltraums, einschließlich des Mondes
und anderer Himmelskörper, wird zum Vorteil und im Interesse aller Länder
ohne Ansehen ihres wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Entwicklungsstandes durchgeführt und ist eine Domäne der gesamten Menschheit.
Der Weltraum, einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper,
steht bei freiem Zugang zu allen Gebieten von Himmelskörpern allen Staaten
ohne jedwede Diskriminierung auf der Basis der Gleichberechtigung und in
Übereinstimmung mit dem internationalen Recht für Zwecke der Erforschung
und Nutzung offen.
Es besteht Freiheit der wissenschaftlichen Forschung im Weltraum,
einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper; bei dieser Forschung
sollen die Staaten die internationale Zusammenarbeit erleichtern und fördern.

ARTIKEL II
Der Weltraum, einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper,
unterliegt nicht einer nationalen Besitznahme durch Beanspruchung von
Hoheitsrechten, durch Benutzung oder Besetzung oder durch irgendwelche
anderen Mittel.
ARTIKEL

- 2-

�ARTIKEL III
Die Signatarstaaten des Vertrags führen Unternehmungen zur Erforschung und Benutzung des Weltraums, einschließlich des Mondes und anderer
Himmelskörper, in Übereinstimmung mit dem internationalen Recht samt der
Charta der Vereinten Nationen im Interesse der Erhaltung des Weltfriedens
und der internationalen Sicherheit sowie einer Förderung der internationalen Zusammenarbeit und Verständigung durch.

ARTIKEL

IV

Die Signatarstaaten des Vertrags verpflichten sich, keine Objekte
auf eine Umlaufbahn um die Erde zu bringen, die Kernwaffen oder irgendwelche anderen Massenvernichtungswaffen tragen, und keine derartigen
Waffen auf Himmelskörpern oder anderweitig im Weltraum zu stationieren.
Der Mond und andere Himmelskörper werden von allen Signatarstaaten
des Vertrages ausschließlich zu friedlichen Zwecken benutzt. Die Errichtung militärischer Stützpunkte, Anlagen und Befestigungen, das Erproben
von Waffen - gleich welcher Art - und die Durchführung militärischer
Manöver auf Himmelskörpern sind verboten. Die Verwendung von Militärpersonal für die wissenschaftliche Forschung oder andere friedliche
Zwecke wird nicht untersagt. Ebensowenig wird die Benutzung jedweder für
die friedliche Erforschung des Mondes und anderer Himmelskörper notwendigen Ausrüstungen oder Anlagen untersagt.

ARTIKEL

V

Die Signatarstaaten des Vertrages betrachten Astronauten als Repräsentanten der Menschheit im Weltraum und gewähren ihnen bei Unfall, Not
oder einer Notlandung auf dem Territorium eines anderen vertragschließenden Staates oder auf hoher See jede mögliche Hilfe. Wenn Raumschiffbesatzungen eine Notlandung vornehmen, müssen sie sicher und unverzüglich in das Land zurückgeführt werden, in dem ihr Raumfahrzeug registriert
ist.
Bei

- 3 -

�Bei der Durchführung von Unternehmen im Weltraum und auf Himmelskörpern unterstützen die Astronauten eines Partnerstaates die Astronauten
anderer Fartnerstaaten auf jede erdenkliche Weise.
Die Signatarstaaten des Vertrages informieren sofort die anderen
Partnermächte oder

den Generalsekretär der Vereinten Nationen über von

ihnen im Weltraum, einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper,
entdeckte Phänomene jedweder Art, die eine Gefahr für Leben oder Gesundheit von Astronauten darstellen können.

ARTIKEL

VI

Die Signatarstaaten des Vertrages tragen internationale Verantwortung
für nationale Unternehmen im Weltraum, einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper - unabhängig davon, ob solche Unternehmen Sache von
Regierungsbehörden oder nicht-staatlichen Stellen sind - und tragen Sorge
dafür, daß nationale Unternehmen in Übereinstimmung mit den in diesem
Vertrag festgelegten Bestimmungen durchgeführt werden. Die Unternehmungen
nicht-staatlicher Organisationen im Weltraum, einschließlich des Mondes
und anderer Himmelskörper, erfordern die Zustimmung und fortgesetzte
Überwachung durch den zuständigen Staat. Wenn Unternehmungen im Weltraum,
einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper, von einer internationalen Organisation durchgeführt werden, sind sowohl die internationale
Organisation als auch die in einer solchen Organisation vertretenen Partnerländer dafür verantwortlich, daß dies in Übereinstimmung mit dem vorliegenden Vertrag geschieht.

ARTIKEL VII
Jeder Signatarstaat des Vertrages, der den Start eines Objekts in
den Weltraum, zum Mond und auf andere Himmelskörper vornimmt oder organisiert, und jeder Partnerstaat, von dessen Territorium oder Anlagen aus
das Objekt gestartet wird, trägt internationale Verantwortung für den
Schaden, der durch ein solches Objekt oder dessen Bestandteile einem anderen Partnerstaat oder seinen natürlichen oder juristischen Personen

- 4 -

�Personen auf der Erde, im Luftraum oder im Weltraum samt Mond oder
anderen Himmelskörpern zugefügt wird.

ARTIKEL VIII
Ein Signatarstaat des Vertrages, bei dem ein in den Weltraum gestartetes Objekt registriert ist, behält die Jurisdiktion und Kontrolle über
dieses Objekt und über jegliches dazugehörende Personal, während der Zeit,
in der es sich im Weltraum oder auf einem Himmelskörper befindet. Die
Eigentumsrechte an Objekten, die in den Weltraum aufgelassen wurden, einschließlich der auf einem Himmelskörper gelandeten oder zusammengebauten
Objekte, sowie an ihren Bestandteilen werden von der Tatsache ihres
Aufenthalts im Weltraum oder auf einem Himmelskörper oder von ihrer Rückkehr zur Erde nicht berührt. Solche Objekte oder deren Bestandteile, die
außerhalb der Grenzen des Partnerstaats, bei dem sie registriert sind,
aufgefunden werden, müssen dem betreffenden Partnerstaat zurückgegeben
werden, wobei dieser auf Verlangen vor der Rückgabe Erkennungsdaten beizubringen hat.

ARTIKEL IX
Bei der Erforschung und Benutzung des Weltraums, einschließlich des
Mondes und anderer Himmelskörper, sollen sich die Vertragspartner von dem
Prinzip der Zusammenarbeit und gegenseitigen Unterstützung leiten lassen
und ihre gesamte Tätigkeit im Weltraum, einschließlich des Mondes und
anderer Himmelskörper, mit gebührender Rücksichtnahme auf die entsprechenden Interessen aller anderen Partnerstaaten ausüben. Die Partnerländer
führen Untersuchungen im Weltraum, einschließlich des Mondes und anderer
Himmelskörper, sowie Forschungsprojekte in der Weise durch, daß dort
jede schädliche Kontamination vermieden wird. Umgekehrt treffen sie, wo
immer nötig, geeignete Maßnahmen, um schädliche Veränderungen in der
irdischen Umwelt als Folge des Einschleppens extraterrestrischer Materie
zu verhindern.
Wenn ein Partnerland des Vertrages Grund zu der Annahme hat, daß ein
von ihm oder seinen Staatsbürgern geplantes Unternehmen oder Experiment im

- 5-

�im Weltraum, einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper, Tätigkeiten anderer Vertragspartner bei der friedlichen Erforschung und
Nutzung des Weltraums, einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper, ernstlich stören könnte, so muß es entsprechende internationale
Konsultationen abhalten, bevor es ein solches Unternehmen oder Experiment
fortführt. Ein Vertragspartner, der Grund zur Annahme hat, daß ein von
einem anderen Vertragspartner geplantes Unternehmen oder Experiment im
Weltraum, einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper, sich
unter Umständen auf Projekte der friedlichen Erforschung und Nutzung des
Weltraums samt Mond und anderen Himmelskörpern schädlich auswirkt, kann
Konsultationen über das Unternehmen oder Experiment verlangen.

ARTIKEL

X

Um die internationale Zusammenarbeit bei der Erforschung und Benutzung des Weltraums, einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper, in Übereinstimmung mit den Zielsetzungen dieses Vertrages zu fördern,
berücksichtigen die Partnerstaaten des Vertrages auf der Basi: der Gleichberechtigung jegliches Ersuchen anderer Signatarstaaten, Gelegenheit zu
erhalten, den Flug von Objekten im Weltraum zu beobachten, die durch die
betreffenden Staaten gestartet worden sind.
Welcher Art eine solche Gelegenheit zur Beobachtung sein soll und
unter welchen Bedingungen sie gewährt werden könnte, wird durch Übereinkommen zwischen den betreffenden Staaten festgelegt.

ARTIKEL XI
Um die internationale Zusammenarbeit bei der friedlichen Erforschung
und Benutzung des Weltraums zu fördern, erklären sich die Signatarstaaten,
die Unternehmungen im Weltraum, einschließlich des Mondes und anderer
Himmelskörper, durchführen, damit einverstanden, sowohl den Generalsekretär der Vereinten Nationen als auch die Öffentlichkeit und die Wissenschaftler in aller Welt in größtmöglichem und zweckdienlichem Umfang von
der Natur, der Durchführung, den Orten und den Ergebnissen solcher Unternehmungen zu unterrichten. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen ist

- 6 -

�ist gehalten, die betreffenden Informationen unmittelbar nach ihrem Eingang wirksam weiterzuverbreiten.

ARTIKEL XII
Alle Stationen, Einrichtungen, Geräte und Raumfahrzeuge auf dem
Mond und anderen Himmelskörpern sind Vertretern anderer Partnerstaaten
des Vertrages auf der Basis der Gegenseitigkeit zugänglich. Die Beauftragten melden einen geplanten Besuch so rechtzeitig an, daß entsprechende Konsultationen stattfinden und maximale Vorsichtsmaßnahmen getroffen
werden können, um die Sicherheit zu gewährleisten und eine Störung des
normalen Betriebs der zu visitierenden Einrichtung zu vermeiden.

ARTIKEL XIII
Die Bestimmungen dieses Vertrages gelten für die Unternehmungen der
Signatarstaaten des Vertrages bei der Erforschung und Benutzung des Weltraums, einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper, gleichgültig,
ob solche Unternehmungen von einem einzelnen Partnerstaat oder gemeinsam
mit anderen Staaten, beziehungsweise im Rahmen der Programme internationaler zwischenstaatlicher Organisationen, durchgeführt werden.
Treten in Verbindung mit Unternehmungen, die internationale zwischenstaatliche Organisationen bei der Erforschung und Benutzung des Weltraums,
einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper, durchführen, in der
Praxis irgendwelche Fragen auf, so sind diese von den Signatarstaaten des
Vertrages entweder mit der zuständigen internationalen Organisation oder
mit einem oder mehreren Mitgliedstaaten der betreffenden internationalen
Organisation zu klären, die dem Vertrag beigetreten sind.

ARTIKEL XIV
1. Dieser Vertrag steht allen Staaten zur Unterzeichnung offen.
Jeder Staat, der diesen Vertrag vor seinem Inkrafttreten gemäß Paragraph 3
dieses Artikels nicht unterzeichnet, kann ihm zu jedem anderen Zeitpunkt
beitreten.

- 7-

�2. Dieser Vertrag bedarf der Ratifizierung durch die Signatarstaaten. Die Hinterlegung der Ratifikationsurkunden und Beitrittsurkunden erfolgt bei den Regierungen der Union der Sozialistischen
Sowjetrepubliken, des Vereinigten Königreiches von Großbritannien
und Nordirland und der Vereinigten Staaten von Amerika, die hiermit
zu Depositarmächten bestimmt werden.
3. Dieser Vertrag tritt in Kraft, sobald fünf Regierungen, einschließlich der Regierungen der zu Depositarmächten im Rahmen dieses
Vertrags bestimmten Staaten, die Ratifikationsurkunden hinterlegt
haben.
4. Für Staaten, deren Ratifikations- oder Beitrittsurkunden nach
Inkrafttreten des Vertrags hinterlegt werden, tritt der Vertrag mit
dem Tag der Hinterlegung ihrer Ratifikations- oder Beitrittsurkunden
in Kraft.
5. Die Depositarmächte sind angewiesen, alle Signatarstaaten und
die dem Vertrag später beitretenden Staaten über den Zeitpunkt der
Hinterlegung jeder einzelnen Ratifikations- und Beitrittsurkunde, den
Zeitpunkt ihres Inkrafttretens und über andere Bekanntmachungen unverzüglich zu unterrichten.
6. Dieser Vertrag wird von den Depositarmächten gemäß Artikel 102
der Charta der Vereinten Nationen registriert.

ARTIKEL XV
i

Jeder Signatarstaat kann Zusätze zu diesem Vertrag vorschlagen.
Diese Zusätze werden für alle Vertragspartner, die sie akzeptieren,
rechtsverbindlich sobald die Mehrheit der Vertragspartner sie gebilligt
hat; für jeden anderen Vertragspartner treten sie mit dem Zeitpunkt in
Kraft, an dem er ihnen zustimmt.

ARTIKEL

- 8-

�ARTIKEL XVI
Jeder Partnerstaat kann ein Jahr nach Inkrafttreten des Vertrags
durch schriftliche Mitteilung an die Depositarmächte seine Mitgliedschaft kündigen. Der Austritt wird ein Jahr nach Eingang der schriftlichen Kündigung rechtswirksam.

ARTIKEL XVII
Die Hinterlegung dieses Vertrags, dessen in chinesischer, englischer, französischer, russischer und spanischer Sprache ausgefertigten
Texte in gleicher Weise authentisch sind, erfolgt in den Archiven der
Depositarmächte. Ordnungsgemäß beglaubigte Kopien dieses Vertrags werden
den Regierungen der SignatarStaaten und später beitretenden Staaten von
den Depositarmächten zugeleitet.
Zum Zeugnis dessen haben die Unterzeichneten, ordnungsgemäß bevollmächtigt, diesen Vertrag signiert.

(Gegeben am

zu London, Moskau und Washington am

Tage des

Eintausendneunhundert

+++++

- 9-

)

�</text>
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                <text>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;XIX - 3&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Präsidnt Johnson unterbreitet Botschaft über die Lage der Nation&lt;br /&gt;&lt;em&gt;(Wortlaut)&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;XIX - 3&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Wissenschaft, Staat und Weltraumforschung&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Ansprache Sr. Exzellenz, des Botschafters der Vereinigten Staaten in der Bundesrepublik Deutschland,&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;George C. McGhee, gehalten am 14. Januar 1966 vor der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;XIX - 4&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Der amerikanische Staatshaushalt 1966/67&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Zusammenfassung und Auszüge der Haushaltsbotschaft, die Präsident Johnson dem amerikanischen Kongress am 24. Jan. 1966 vorgelegt hat.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;XIX - 4&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die amerikanischen Friedensbemühungen in Vietnam&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Eine Chronologie&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;XIX - 5&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die amerikanischen Friedensbemühungen in Vietnam&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Eine Chronologie&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Berichtigung und Ergänzung zur Sonderbeilage XIX - 4&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;XIX - 5&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Der Wirtschaftsbericht Präsident Johnsons&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Auszüge aus dem Wirtschaftsbericht, den Präsident Johnson dem amerikanischen Kongress am 27. Januar 1966 unterbreitete&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;XIX - 8&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Der Vietnam-Konflikt&lt;br /&gt;Nicht innerer Aufruhr sondern bewaffneter Angriff von Außen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Erklärung die der amerikanische Außenminister, Dean Rusk, am 18. Februar 1966 vor dem Außenpolitischen Ausschuss des Senats abgegeben hat&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;XIX - 11&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Welthandelspolitik und deutsch-amerikanische Beziehungen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Ansprache Sr. Exzellenz, des Stellv. Sonderbeauftragten des US-Präsidenten für Handelsverhandlungen, Botschafter W. Michael Blumenthal&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;XIX - 13&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Ein leistungsfähiges Verkehrs- und Transportsystem als Voraussetzung für Prosperität und Wohlergehen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Eine Botschaft Präsident Johnsons an den US-Kongress 2. März 1966&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;XIX - 21&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Sicherheit beruht nicht auf Waffen allein&lt;br /&gt;&lt;em&gt;von Robert S. McNamara&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;US-Verteidigungsminister&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;(Wortlaut)&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;XIX - 26&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Erklärung McNamaras zur atlantischen Allianz&lt;br /&gt;&lt;em&gt;21. Juni 1966 "Hearings" über die amerikanische NATO-Politik und die damit im Zusammenhang stehenden Themenkreise&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;XIX - 27&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Dinge beim Namen nennen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Wortlaut einer Erklärung, die Staatssekretär Georg W. Ball, am 30. Juni 1966 im Rahmen der "Hearings" über die NATO-Politik abgegeben hat&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;XIX - 31&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Verhandlungen sind kein Eingeständnis des Versagens&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Wortlaut einer Ansprache Präsident Johnson am 26. Aug. 66, vor der Universität Denver anläßlich der Überreichung der Ehrendoktorwürde und der Grundsteinlegung zum Bau eines neuen Raumfahrtinstituts&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;XIX - 32&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;USA wären jederzeit zum Abzug aus Vietnam bereit&lt;br /&gt;Lyndon B. Johnson&lt;br /&gt;&lt;em&gt;(Wortlaut)&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;XIX - 33&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Südvietnam protestierte bei der internationalen Kontrollkommission gegen die Infiltration der entmilitarisierten Zone durch bewaffnete Elemente der regulären nord-vietnamesischen Armee&lt;br /&gt;&lt;em&gt;(Wortlaut)&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;XIX - 35&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Abbau der Handesschranken weiterhin US-Ziel in der Kennedy-Runde&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Zehnter Jahresbericht der US-Präsidenten über das Programm für den Abschluss von Handelvereinbarungen (Mehrere Auszüge im vollen Wortlaut und das Begleitschreiben des Präsidenten)&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;XIX - 37&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Europa-Politik der Vereinigten Staaten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Wortlaut einer Rede des amerikanischen Präsidenten, vor dem Verband der amerikanischen Leitartikler und Kommentatoren 7. Oktober 1966&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;XIX - 39&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;I. Gipfelkonferenz in Manila&lt;br /&gt;II. Die Deklarationen von Manila&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Wortlaut des gemeinsamen Schlusskommuniques, und gleichzeitig unterzeichneten Deklarationen&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;XIX - 42&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Nicht-kommunistischer Konsensus im Pazifik&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Aus "The Economist", London, 29. Oktober 1966&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;XIX - 43&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die NATO, Die Vereinigten Staaten und Europa&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Ansprache des Generalsekretärs der NATO, Manlio Brosio, 18. November 1966&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;XIX - 46&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Vertrag über die friedliche Nutzung des Weltraums&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Wortlaut des Vertragsentwurfs, 8. Dezember 1966&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;</text>
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                    <text>ts\&#13;
&#13;
AMERIKA&#13;
&#13;
DIENST&#13;
&#13;
SCHLÜSSEL&#13;
&#13;
U. S. F e a t u r e Service - Bad Nauheim - Goethestraße 4&#13;
&#13;
1&#13;
&#13;
�AMERIKA DIENST&#13;
&#13;
häufig in amerikanischen&#13;
Veröffentlichungen genannten&#13;
amerikanischen, britischen&#13;
und internationalen&#13;
Abkürzungen&#13;
Dienststellen&#13;
Organisationen&#13;
Einrichtungen&#13;
nach dem Stande vom Mai 1950&#13;
&#13;
U. S. F e a t u r e S e r v i c e , B a d N a u h e i m , G o e t h e s t r a s s e 4&#13;
&#13;
�Academy - Alabama&#13;
&#13;
Academy of Motion Picture&#13;
Art8 and Sciences&#13;
&#13;
Akademie für Filmkunst und&#13;
Filmwissenschaft (priv.Einrichtung, von der Filmindustrie gefördert, gegr.&#13;
1927, Sitz los Angeles,verleiht alljährlich "Oscars"siehe diese)&#13;
&#13;
Administration of Justice&#13;
Division (HICOG)&#13;
&#13;
Just izverwaltungsab t e ilung&#13;
(Leiter:Jonathan B.Rintels;&#13;
untersteht direkt dem&#13;
Justizamt (Office of General Counsel) im Amt des am,&#13;
Hochkommissars für Deutschland (Office of the High&#13;
CommlBsioner)&#13;
&#13;
Administrative and Financial&#13;
Services (UN)&#13;
Adult Education Program&#13;
&#13;
Amt für Verwaltung und Finanzen ( im UN-Sekretariat)&#13;
ErwachsenenbildungsprogrammJ&#13;
(auch Volksbildungaprogramm)&#13;
Beirat für Schüleraustausch&#13;
(im US-Außenministerium)&#13;
&#13;
Advieory Commisslon on&#13;
Educational Exohange,ÜS&#13;
&#13;
Ala&#13;
&#13;
Advisory Committee on International Eduoational&#13;
Collaboration&#13;
&#13;
Am.Beratungsausschuß für&#13;
internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiete des&#13;
Erziehungswesens (priv.Org.)&#13;
&#13;
Agricultural Adjustment&#13;
Administration&#13;
&#13;
Bundesamt für landwirtschaftliche Ausgleichsmaßnahmen&#13;
(ehem.Bundesbehörde im USLandwirtschaft smini st erium,&#13;
erloschen)&#13;
&#13;
Air Mail Service&#13;
&#13;
Luftpostdienst (des US-Postministeriums)&#13;
&#13;
Air Mate"riel Command&#13;
&#13;
Materialbeschaffungskommando der Luftstreitkräfte&#13;
(Außenstelle des Staatssekretariats f^.Luftstreitkräfte im US-Vcrteidigungsmin. in V/right-Patterson,&#13;
Air-Force Base Dayton,Ohio|&#13;
Kommandeur: Lt.Gen.&#13;
Benjamin Y/.Chidlaw)&#13;
&#13;
Air Security Center&#13;
&#13;
Luftsicherheitszentrale&#13;
&#13;
Aircraft Industries Association of America&#13;
&#13;
Verband am.Flugzeugfabrikanten (gegr.1919,Sitz:&#13;
Washington)&#13;
&#13;
Alabama&#13;
&#13;
Bundesstaat Alabama,&#13;
Hauptstadt Birmingham^&#13;
- 1 -&#13;
&#13;
�All.Commission - Aluminium Workers'&#13;
ACA&#13;
&#13;
AOJ&#13;
&#13;
Allied Conmission for&#13;
Austria&#13;
&#13;
Alliierte Kommission für&#13;
Österreich (gesohaffen durch&#13;
Abkommen zwischen England,&#13;
Frankreich, UdSSR und U.S.A.&#13;
am 4.7.45» sämtlich Mitgliedstaaten der Kommission.&#13;
Oberste gesetzgebende Behörde&#13;
in Österreich bis zur Einschränkung ihrer Befugnisse&#13;
am 28.6.46 )&#13;
&#13;
Allied Control Council&#13;
for Germany&#13;
&#13;
Alliierter Kontrollrat für&#13;
Deutschland (Kitglied-utaatem&#13;
England, Frankreich, UdSSR und&#13;
U.S.A.} eingesetzt 5*6.45 Oberste gesetzgebende Körperschaft in den 4 Besatzungszonen. Stellte Arbeit ein,nachdem die UdSSR am 20.3.48 den&#13;
Rat verlassen hatten.)&#13;
&#13;
Allied Council for Japan&#13;
&#13;
Alliierter Rat für Japan (geschaffen duroh Abkommen zwischen England,UdSSR und U.S.A.&#13;
am 27.12.45,Sitz Tokioi Mitglied-ataaten: U.S.A., UdSSR,&#13;
China, sowie-gemeinsam-England,&#13;
Australien,Neuseeland und&#13;
Indien.Berät den Oberbefehlshaber in Japan,der zugleioh&#13;
Vorsitzender des Rates ist.)&#13;
&#13;
Allied High Commission&#13;
for Germany&#13;
&#13;
Alliierte Hoohkommission für&#13;
Deutschland, (löste die Alliierten Militärregierungen in&#13;
Westdeutschland am 21.9.49 ab.&#13;
Sitz der am.(Hochkommissar&#13;
John J.McCloy) u.brit. (Hochkommissar Sir Brian Robertson,&#13;
ab Juni 1950 Sir Ivone&#13;
Kirkpatrick) Hochkommission&#13;
in Frankfurt a/M», der französischen (Hochkommissar&#13;
Andre* Fran$ois-Poncet) Hoohkomission in Baden-Baden.)&#13;
&#13;
All-India Women's&#13;
Conference&#13;
&#13;
Allindischer Frauenverband&#13;
&#13;
Aluminium Workers*Union&#13;
&#13;
Gewerkschaft der Aluminiumindustrie ( der AFL angeschlossen)&#13;
&#13;
- 2 -&#13;
&#13;
�Amalgamated ülothing - Am Association for&#13;
Gifted Children&#13;
Amalgamated Clothing&#13;
Workers of America&#13;
&#13;
Vereinigte Gewerkschaft der&#13;
Bekleidungsindiistriearbeiter&#13;
(siehe unter Clothing Workers)&#13;
&gt;&#13;
&#13;
Amalgamated Union&#13;
&#13;
Misch- und Multigewerkschaft&#13;
(eine Kombination mehrerer&#13;
Facharbeitergewerkscha-ften&#13;
einer Industrie)&#13;
&#13;
Amateur Athletic Union&#13;
of the U.S.&#13;
&#13;
Verband am.Sportamateure&#13;
(gegr. 1888| Sitz New York)&#13;
&#13;
Ambassador&#13;
&#13;
Botschafter ( von Großmächten)&#13;
&#13;
Ambassador at large&#13;
&#13;
Sonderbotschafter&#13;
&#13;
American Academy of Arts&#13;
and Letters&#13;
&#13;
Amerikanische Akademie für&#13;
bildende Kunst u.Literatur&#13;
(gegr. 1904, Sitz N.Y.|&#13;
50 Mitglieder)&#13;
&#13;
American Academy of Arts&#13;
&#13;
Am.Akademie für Kunst u.'Wissenschaft (gegr,1780| 792 aktive,&#13;
42 inaktive, 124 ausld» Ehrenmitgliederj Sitz Boston,Mass.)&#13;
&#13;
AA&#13;
&#13;
American Airways&#13;
&#13;
(Am. Transatlantik-Zivilluftfahrtgesellschaft)&#13;
&#13;
AAA&#13;
&#13;
American Arbitration&#13;
Association&#13;
&#13;
Am« Schiedsgesellschaft (erstrebt die Ersetzung von Gerichtsverfahren durch Schiedsverfahren, bes» im Geschäftsleben; gefördert von Anwaltsverbänden, Behörden,Importund Exportkaufleuten)&#13;
&#13;
AAU&#13;
&#13;
AAp&lt;? American Association&#13;
for Democratic Germany&#13;
&#13;
Am»Gesellschaft für ein demokratisches Deutschland (vertreten im Coordinating Council&#13;
for the Democratization of&#13;
Germany - Arbeitsausschuß&#13;
zur Demokratisierung Deutschlands)&#13;
&#13;
AAAS&#13;
&#13;
American Association for&#13;
the Advancement of&#13;
Science&#13;
&#13;
Am.Gesellschaft zur Förderung&#13;
der Wissenschaften (priv. Gesellschaft. Sitz Washington,&#13;
gegr. 1848)&#13;
&#13;
American Association for&#13;
Gifted Children&#13;
&#13;
Am. Gesellschaft zur Förderung&#13;
begabter Kinder&#13;
&#13;
�Am.Association - Am. Dental Association&#13;
&#13;
AAA&#13;
&#13;
ACIU&#13;
&#13;
American Association of&#13;
International Relation Clubs&#13;
&#13;
Am. Verband der Klubs für&#13;
Internationale Verständigung&#13;
&#13;
Amerioan Association of&#13;
Psychiatric Clinics for&#13;
Children&#13;
&#13;
Am.Verband psychiatrischer&#13;
Kinderkliniken&#13;
&#13;
Amerioan Association for&#13;
Adult Eduoation&#13;
&#13;
Am.Gesellschaft für Erwachsenenbildung (gegr. 1926| Sitz&#13;
New York! 2 650 Mitglieder)&#13;
&#13;
American Association of&#13;
Schools for Social Work&#13;
&#13;
Am.Gesellschaft für Sozialpflegeschulen&#13;
&#13;
American Association of&#13;
Social Workers&#13;
&#13;
Am.Sozialpfleger-Verband&#13;
(gegr. 1921| 12 000 Mitglieder! Sitz New York)&#13;
&#13;
American Association of&#13;
University Women&#13;
&#13;
Am.Akademische Frauenvereinigung (gegr. 1882;&#13;
Sitz Wahingtoni&#13;
100 000 Mitglieder)&#13;
&#13;
American Automobile&#13;
Association&#13;
&#13;
Am.Automobil-Club (priv.Verband, gegr. 1902,Sitz&#13;
Washington)&#13;
&#13;
American Cancer Society&#13;
&#13;
Am.Gesellschaft für Krebsbekämpfung (gegr. 1913,&#13;
Sitz New York)&#13;
&#13;
Amerioan Chemical Society&#13;
&#13;
Am.Gesellschaft für Chemie&#13;
(gegr. 1876j Sitz Washingtonj&#13;
61 000 Mitglieder)&#13;
&#13;
Amerioan Civil Liberties&#13;
Union&#13;
&#13;
Am.Union zum Schutze der&#13;
bürgerlichen Freiheiten&#13;
(gegr. 1920j Sitz New York|&#13;
Direktor: Roger N. Baldwinj&#13;
12 000 Mitglieder)&#13;
&#13;
American College of&#13;
Surgeons&#13;
&#13;
Am.Chirurgenverband (gegr.&#13;
1913, 15 750 Mitglieder|&#13;
Sitz: Chicago,III.)&#13;
&#13;
American Counoil on&#13;
Eduoation&#13;
&#13;
Am.Erziehungsrat •(Dachverband am,ErziehungsOrganisationen! gegr. 1915} Mitgl:&#13;
123 Erziehungsorganisationen,&#13;
924 Colleges u.Universitäten!&#13;
Sitz Washington)&#13;
&#13;
American Dental Association&#13;
&#13;
Am.Zahnärzteverband&#13;
&#13;
4-&#13;
&#13;
�Am. Economic Association - Am. Jewish Committee&#13;
&#13;
American Economic&#13;
Association&#13;
&#13;
Am.Wirtschaftsverband (gegr.&#13;
1885» Sitz:Northwestern&#13;
University, Evans ton, T U ,&#13;
6 365 Mitglieder)&#13;
&#13;
American Pederation of&#13;
Artists&#13;
&#13;
Am. Verband freischaffender&#13;
Künstler&#13;
&#13;
ADA&#13;
&#13;
Americans for Democratio&#13;
Action&#13;
&#13;
Am.Demokratische Aktion (priv.&#13;
Ausschuß)&#13;
&#13;
APL&#13;
&#13;
American Pederation of&#13;
Labor&#13;
&#13;
Am.Gewerkschaftsverband APL&#13;
(gegr. 1881j Sitz Washington!&#13;
Präsident: William Green}&#13;
gegliedert vornehmlich nach&#13;
dem Prinzip der Pachgewerkschafteni 7,5 Mill.Mitglieder| 105 angeschlossene Gewerkschaften)&#13;
&#13;
American Pederation of&#13;
Teachers&#13;
&#13;
Am.Pädagogenbund (gegr.1916}&#13;
Sitz:Chicago; 50 000 Mitglieder)&#13;
&#13;
American Foundation for&#13;
"the ßlind&#13;
&#13;
Am. Blinden-Stiftung&#13;
&#13;
American Priends Service&#13;
Committee&#13;
&#13;
Am»Quäkerhilfskomitee&#13;
&#13;
American Hearing Society&#13;
&#13;
Am.Gehörlosenfürsorgeverband&#13;
(gegr. 1919} Sitz:Washington;&#13;
10 000 Mitglieder)&#13;
&#13;
American Institute of&#13;
Public Opiniös&#13;
&#13;
Am. Institut zur Erforschung&#13;
der öffentlichen Meinung&#13;
&#13;
American Institute of&#13;
Mining and Metallurgical&#13;
Engineers&#13;
&#13;
Am.Vereinigung der Sergbauu. Hütteningenieure (gegr.l871|&#13;
SitztNew Yorkj 18 500 Mitglied&#13;
der)&#13;
&#13;
American Iron and Steel&#13;
Institute&#13;
&#13;
Am. Eisen- u.Stahlinstitut&#13;
(gegr. 1908} SitztNew York|&#13;
Mitglieder: 100 Gesellschaften)&#13;
&#13;
American Jewish Committee&#13;
&#13;
Am.Jüdisches Komitee (gegr.&#13;
1906} Sitz:New York} Vertreten im Coordinating Council&#13;
for the Democratization of&#13;
Germany - Arbeitsausschuß zur&#13;
Demokratisierung Deutschlands)&#13;
&#13;
- 5-&#13;
&#13;
/&#13;
&#13;
�AnwJewish Congress&#13;
&#13;
- Am. Pharmaceutical Association&#13;
&#13;
American Jewish Congress&#13;
&#13;
Am.Jüdischer Kongress(vertreten im Coordinating Council&#13;
for the Democratization of&#13;
Gerraany - Arbeitsausschuß&#13;
zur Demokratisierung Deutschlands)&#13;
&#13;
American Legion&#13;
&#13;
Amerikanische Legion (am.&#13;
Kriegsteilnehmerbundi gegr«&gt;&#13;
1919 J Sitz:Indianapolis!&#13;
3,1 Mill.Mitglieder)&#13;
&#13;
American Management&#13;
Association&#13;
&#13;
Am. Unternehmerverband&#13;
&#13;
American Medioal&#13;
Association&#13;
&#13;
Am. Ärzteverband (gegr. 1847 J&#13;
Sitz: Chicago* ca. 137 000&#13;
Mitglieder J&#13;
&#13;
Amerioan Military&#13;
Government for Berlin&#13;
&#13;
Am.Militärregierung für Berlin&#13;
(abgelöst am 21.9.49 dureh&#13;
das Amt des Am.Hochkommissars&#13;
für Deutschland u.d. Kommandanten des am.Sektors von&#13;
Berlin)&#13;
&#13;
Amerioan Motorcycle&#13;
Association&#13;
&#13;
Verband am.Motorradsportler&#13;
(freiwilliger Sportverbandj&#13;
Sitz: Columbus,Ohio)&#13;
&#13;
American National&#13;
Theater Academy&#13;
&#13;
Am.Theaterverband&#13;
&#13;
American Newspaper&#13;
Publishers Association&#13;
&#13;
Am.Zeitungsverlegerverband&#13;
(gegr. 1887| Sitz: New York)&#13;
&#13;
ANA&#13;
&#13;
American Kurses&#13;
Association&#13;
&#13;
Vereinigung am.Krankenschwestern (gegr.l896j&#13;
164 160 Mitglieder?&#13;
Sitz: New York)&#13;
&#13;
AOA&#13;
&#13;
American Overseas&#13;
Airlines&#13;
&#13;
(Am.Transatlantik-Zivilluftfahrtgesellschaft)&#13;
&#13;
American Pharmaceutical&#13;
Association&#13;
&#13;
AnuPharmazeutenverband (gegr»&#13;
1852j 20 400 Mitglieder»&#13;
Sitz:Washington)&#13;
&#13;
AHA&#13;
&#13;
ANTA&#13;
&#13;
- 6 -&#13;
&#13;
�Anglo-Am.Productivity Council - Am. Womens' Voluntary Services&#13;
&#13;
Anglo-Am.Productivity&#13;
Council&#13;
&#13;
Anglo-Am.Ausschuß zur Hebung&#13;
der Produktivität (priv»Organisation. Beteiligt: staatl.&#13;
Behörden, Gewerkschaften,Arbeitgeberverbände)&#13;
&#13;
American (National)&#13;
Red Cross&#13;
&#13;
Am. Rotes Kreuz (gegr. 1881j&#13;
Sitz: Washington! 37,4 Hill.&#13;
Mitglieder)&#13;
&#13;
American Red Cross Club&#13;
&#13;
Klub des Am. Roten Kreuzes&#13;
&#13;
American (Religious)&#13;
Society of Frietids&#13;
&#13;
Am.Gesellschaft der Freunde&#13;
(Quäker)&#13;
&#13;
American Scandinavian&#13;
Foundation&#13;
&#13;
Am.-Skandinavische Stiftung&#13;
(gegr. 1911| Sitz: New York)&#13;
&#13;
American Society of&#13;
Mechanical Engineers&#13;
&#13;
Gesellschaft am.Maschinenbauingenieure (gegr. 1880j&#13;
28 732 Mitglieder* Sitz:&#13;
New York)&#13;
&#13;
American Society of Newspaper Editors&#13;
&#13;
Am.Verband der Redakteure&#13;
(Sitz: Wilmington, Del.|&#13;
gegr. 1922 )&#13;
&#13;
ASA&#13;
&#13;
American Standards&#13;
Association&#13;
&#13;
Am.Normenverband ( gegr.1918j&#13;
Sitz:New Yorkj angeschlossen:&#13;
104 Verbände, 2 100 Gesellschaften)&#13;
&#13;
AVC&#13;
&#13;
American Veterans&#13;
Committee&#13;
&#13;
Am.Kriegsteilnehmerkomitee&#13;
(gegr. 1944* Sitz:Washington,&#13;
40 000 Mitgl.| vertreten im&#13;
Coordinating Council for the&#13;
Democratization of Germany Arbeitsausschuß zur Demokratisierung Deutschlands)&#13;
&#13;
American Trudean Society&#13;
&#13;
Am.Trudean-Gesellschaft&#13;
(Medizinische Abt.der NTA)&#13;
&#13;
American War Crimes&#13;
Office&#13;
&#13;
Am.Amt für die Verfolgung von&#13;
Kriegsverbrechen&#13;
&#13;
American Women:*:s&#13;
Association&#13;
&#13;
Am.Frauenbund (gegr. 1922}&#13;
Sitz: New York)&#13;
&#13;
American Women's&#13;
Voluntary Services&#13;
&#13;
Am.Frauenwerk (gegr»1941|&#13;
Sitz: New York)&#13;
&#13;
ARO&#13;
&#13;
�Am. Youth for Democracy - Associate Judge&#13;
&#13;
American Youth for&#13;
Democracy&#13;
&#13;
Am.Jugendbund zur Förderung&#13;
der Demokratie&#13;
&#13;
Animal Rescue League&#13;
&#13;
Tierschutzverband&#13;
&#13;
Anti Defamation League&#13;
of B»nai B»rith&#13;
&#13;
Anti-Verleumdungsliga&#13;
der B'nai B^ith-Loge (siehe&#13;
diese).Vertreten im&#13;
Coordinating Council for&#13;
the Democratization of&#13;
Germany- Arbeitsausschuß zur&#13;
Demokratisierung Deutschlands)&#13;
&#13;
Ariz. Arizona&#13;
&#13;
Bundesstaat Arizona,Hauptstadt: Phoenix&#13;
&#13;
Ark.&#13;
&#13;
Arkansas&#13;
&#13;
Bundesstaat Arkansas,Hauptstadt: Little Rock&#13;
&#13;
Armed Forces Policy&#13;
Counoil&#13;
&#13;
Planungsrat der U.S.-Streitkräfte (ständiger Ausschuß&#13;
der Staatssekretäre für Heer,&#13;
Marine und Luftstreitkräfte&#13;
unter VorBitz des Verteidigungsministers)&#13;
&#13;
Armed Forces Division&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
Abteilung Streitkräfte. Untersteht dem Amt Nachrichten u.Abwehr (Office of&#13;
Intelligence) im Amt des am.&#13;
Hochkommissars für Deutschland (Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
Armed Services Committee&#13;
(House or Senate)&#13;
&#13;
Ausschuß für die bewaffneten&#13;
Streitkräfte (des Repräsentantenhauses bezw. Senats)&#13;
&#13;
Assistant High Commissioner Zweiter stellvertretender&#13;
(HICOG)&#13;
Hochkommissar&#13;
(B.J.Buttenwieser)&#13;
Assistant Secretary of&#13;
State for Public&#13;
Affairs&#13;
&#13;
Unterstaatssekretär für öffentl. Angelegenheiten im&#13;
utx. Außenministerium (z.Zt.&#13;
George V.Allen)&#13;
&#13;
Assistant Secretary of&#13;
State ( of Labor etc.)&#13;
&#13;
Unterstaatssekretär im US.&#13;
Außenministerium (Arbeitsministerium usw.)&#13;
&#13;
Associate Judge&#13;
&#13;
Richter( als Mitglied eines&#13;
Richterkollegiums)&#13;
- 8 -&#13;
&#13;
�Associated American Artists Galleries «=» Automobile&#13;
Workers&#13;
&#13;
AP&#13;
&#13;
AEC&#13;
&#13;
UAW&#13;
&#13;
Assooiated American&#13;
Artists Gallery&#13;
&#13;
Ausstellung der Vereinigung&#13;
am« bildender Künstler&#13;
&#13;
Associated Press&#13;
&#13;
AP(grosse am. Nachrichtenagentur)&#13;
&#13;
Association for&#13;
Education by Radio&#13;
&#13;
Gesellschaft für Schulfunk&#13;
(priv. Vereinigung)&#13;
&#13;
Association of&#13;
American Hailroads&#13;
&#13;
Verband am* Eisenbahnen(Vereinigung von 133 am«EisenbahnLinien; gegr. 1934)&#13;
&#13;
Association of Colleges&#13;
and Secondary Schools of&#13;
the South&#13;
&#13;
Verband der Colleges und Oberschulen in den Südstaaten&#13;
&#13;
Atomic Energy&#13;
Commission&#13;
&#13;
siehe: U.S.-Atomic Energy&#13;
Comm.und TB-Atomic Energy&#13;
Commission&#13;
&#13;
Attomey General&#13;
&#13;
Justizminister ( z9Zt, James&#13;
H. McGrath)&#13;
&#13;
Automobile,Aircraft&#13;
and Agrlcultural&#13;
Implement Workers,&#13;
United&#13;
&#13;
Vereinigte Gewerkschaft der&#13;
Automobil-, Plugzeug- und Landwirt schaftsmaschinenindustrie&#13;
(dem CIO angeschlossen)&#13;
921 000 Mitgl., Präsident:&#13;
Walter Reuther, Sitz Milwauke«)&#13;
&#13;
Automobile Manufacturers&#13;
Association&#13;
&#13;
Verband am. Automobilfabrikanten (Vereinigung von 35&#13;
Herstellerfirmen) gegr.1913)&#13;
Sitz: Detroit)&#13;
&#13;
Automobile Workers of&#13;
America,United&#13;
&#13;
Vereinigte Automobilarbeitergewerkschaft ( der APL angeschlossen) 50 000 Mitglieder;&#13;
Sitz: Milwaukee)&#13;
&#13;
- 9-&#13;
&#13;
�Bank for International Settlements,Basle Brethren Service Committee&#13;
&#13;
BIS&#13;
&#13;
Bank für internationalen Zahlungsausgle ich,Basel&#13;
&#13;
Bank for International&#13;
Settlementa,Basle&#13;
&#13;
BIDAC Bids and Acceptances Meetings of ECB (UN-ECOSOC)&#13;
&#13;
Angebot- und Absatztagungen&#13;
der ECB (siehe diese)&#13;
&#13;
BB&#13;
&#13;
Big Board&#13;
&#13;
New Yorker Börse&#13;
&#13;
B'nai B»rith&#13;
&#13;
B»nai B*rith-Loge (gegr.1843t&#13;
Sitzt Washington^ 334 000&#13;
Mitgliedert siehe auoht&#13;
Anti-Defamation Leagua)&#13;
&#13;
Board of Education&#13;
(New York City)&#13;
&#13;
SchulaufSichtskomitee von&#13;
Groß New York&#13;
&#13;
Board of Exehequer&#13;
&#13;
Britisches Finanzministerium&#13;
&#13;
Board of Governora (of the&#13;
Föderal Reserve System,&#13;
z.B.)&#13;
&#13;
Direktorium (des Federal&#13;
Reserve-Bankensystems,&#13;
siehe dieses)&#13;
&#13;
Board of Regents (NY)&#13;
&#13;
Kuratorium für das Hochschulwesen ( im Staate New York )&#13;
&#13;
BT&#13;
&#13;
Board of Trade&#13;
&#13;
Britisches Handelsministerium&#13;
&#13;
BT&#13;
&#13;
Board of Treaaury&#13;
&#13;
Britisches Schatzamt&#13;
&#13;
BT&#13;
&#13;
Board of Trusteee&#13;
&#13;
Treuhänderausschuß&#13;
&#13;
Board of War&#13;
Prieoners* Aid&#13;
Bonneville Power Administration&#13;
&#13;
Kriegsgefangenenfürsorgeauaschuß&#13;
Bonneville-Kraftatromverwaltung (dem U.S.-Innenministerium unterstehende&#13;
Bundesbehörde für den Vertrieb des in dem am ColumbiaRiver gelegenen BonnevillaStaudamm erzeugten Kraft—&#13;
stroma, Leitert Faul J.Raver)&#13;
&#13;
Book Exchange (U.S.)&#13;
&#13;
Am.Büoheraustausohdlenst&#13;
&#13;
Brethren Servloe Committee&#13;
&#13;
Hilfsaussohuß der am.Brüdergemeinden&#13;
&#13;
BE&#13;
&#13;
- 10&#13;
&#13;
�British Occupation Army of the Rhine Bureau of Home EconomioB&#13;
&#13;
BOAR British Occupation Army&#13;
of the Rhine (auch:&#13;
Rhine Army)&#13;
&#13;
Britische Rheinarmee (Besät zungsarmee)&#13;
&#13;
BEA&#13;
&#13;
British European Airways&#13;
&#13;
Britische Zivilluftfahrtgesellschaft BEA&#13;
&#13;
BIS&#13;
&#13;
British Information&#13;
Services&#13;
&#13;
Britischer Informationsdienst&#13;
für Deutschland (Informationsabteilung im Amt des Britischen&#13;
Hochkommissars für Deutschland)&#13;
&#13;
BOAC British Overseas Airways&#13;
Corporation&#13;
&#13;
Britische Zivilluftfahrtgesellschaft BOAC&#13;
&#13;
BTUC British Trade Union&#13;
Congress&#13;
&#13;
Britischer Gewerkschaftsverhand&#13;
&#13;
Budget and Finance Division (HICOG)&#13;
&#13;
Budget- u. Finanzabteilung&#13;
(Leiter: Fletcher D.Mitchell),&#13;
untersteht dem Amt für Verwaltungsangelegenheiten (Office&#13;
of Administration) im Amt des&#13;
am.Hochkommissars für Deutschland (Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
Bulletin of Statistics&#13;
&#13;
Statistische Monatsblätter&#13;
(der UN)&#13;
&#13;
Bureau of Apprentlceship&#13;
&#13;
Bundesamt für Lehrlingsausbildung (im UoS.-Arbeitsministerium)&#13;
&#13;
Bureau of Dairy Industry&#13;
&#13;
Bundesamt für Milchwirtschaft&#13;
(im U.S.-Landwirtschaftsministerium)&#13;
&#13;
Bureau of Employment&#13;
&#13;
Bundesamt für Arbeitslosenunterstützung (im U.S.-Arbeitsministerium)&#13;
&#13;
Bureau of Food andDrugs&#13;
(Department of Health,&#13;
New York)&#13;
&#13;
Amt für Lebensmittel u.chemische Präparate (in der Gesundheit sab t eilung des Staates New York)&#13;
&#13;
Bureau of Home Economics&#13;
(auch:&#13;
&#13;
Bundesamt für Haushaltsforschung (im U.S.-Landwirtschaftsministerium}&#13;
&#13;
Bureau of Human Nutrition&#13;
and Home Economics)&#13;
- 11&#13;
&#13;
�Bureau of Interoultural Relationa Bureau of Narcotics&#13;
&#13;
Bureau of Intereultural&#13;
Relationa&#13;
&#13;
Verein für Toleranz in Glaubens- u.Rasaenfragen (privat)&#13;
&#13;
Bureau of Labor Statiatica&#13;
&#13;
Bundesamt für Arbeitsstatistik (im U.S.-Arbeitaminieterium)&#13;
&#13;
Bureau of Minea&#13;
&#13;
Bundea-Bergbauamt (im U»S.Innenmini sterium)&#13;
&#13;
Bureau of Public Soada&#13;
&#13;
Bundesamt für das Straßen—&#13;
weaen (Behörde im TT»S.-Handel amini aterium, Leiters&#13;
Thomas H« MacBonald)&#13;
&#13;
Bureau of Reolamation&#13;
&#13;
Bundesamt für Urbarmachung&#13;
(im U» S» -Innenmini et er ium)&#13;
&#13;
Bureau of Standard»&#13;
(National)&#13;
&#13;
Bundesamt für Technische&#13;
Normen (im UaS«-Handelsministerium)&#13;
&#13;
Bureau of the Budget&#13;
&#13;
Bundeabudgetamt (Behörde der&#13;
Bunde»exekutive! gegr»1921&#13;
zur Aufatellung und Verwaltung dea Budgeta der Ü.S»-Regierung)&#13;
&#13;
Bureau of the Cenaua&#13;
&#13;
Statistisches Bundesamt (im&#13;
UeSo"Handelsministerium)&#13;
&#13;
Bureau of the Mint&#13;
&#13;
Bundesamt für daa Münzwesen&#13;
(Abt» dea U»S»-Finanzministeriums, Leiter* Nelly Taylor&#13;
Ross)&#13;
&#13;
Bureau of Narcotics&#13;
&#13;
Bundeaamt für Rauaehgiftkontrolle (Abt. dea U«S»-Finansminiaterluma}Leiter&#13;
H.J»Analinger)&#13;
&#13;
- 12 -&#13;
&#13;
�California - Carnegie Hero Fund Commission&#13;
&#13;
Cal&#13;
&#13;
CWG&#13;
&#13;
California&#13;
&#13;
Bundesstaat Kalifornien,,&#13;
Hauptstadt Saeramento&#13;
&#13;
California Föderation&#13;
of Women*s Clubs&#13;
&#13;
Bund Kalifornischer Frauenverbände&#13;
&#13;
Campaign for World&#13;
Government&#13;
&#13;
Feldzug für Weltregierung!&#13;
(priv. am.Organisation mit Sit«&#13;
in Chicago^ besteht seit über&#13;
15 Jahreni.tritt ein für Weltregierung.bei Mitgliedschaft&#13;
aller Nationalstaaten, sowie&#13;
für Weltpolizeitruppe)&#13;
&#13;
Canadian Department of&#13;
National Defense&#13;
&#13;
Kanadisches Verteidigungsministerium&#13;
&#13;
Canning Workers Union&#13;
&#13;
Gewerkschaft der Arbeiter der&#13;
Konservenindustrie&#13;
&#13;
Carnegie Corporation&#13;
of New York&#13;
&#13;
Carnegie-Gesellschaft New York&#13;
(gegr&lt;&gt; 1911 von Andrew Carnegie.&#13;
Stiftung zur Förderung des Verständnisses und Gedankenaustausches zwischen den U.S.A»&#13;
und dem brlt» Weltreich! Sitzt&#13;
New York)&#13;
&#13;
Carnegie Endowmant for&#13;
International Peaee&#13;
&#13;
Carnegie-WeltffiedensStiftung&#13;
(gegr. 1910 zur Finanzierung&#13;
von Publikationen, Vorträgen&#13;
uaTagungen zur Abschaffung&#13;
des Krieges! Sitz Washington)&#13;
&#13;
Carnegie Foundation for&#13;
the Advancement of&#13;
Teaohing&#13;
&#13;
Carnegie-Stiftung zur Förderung&#13;
des Schulwesens (Gewährung von&#13;
Pensionen an Lehrer,Förderung&#13;
des Erziehungswesens u.Lehrerstandes) Sitz: New York!&#13;
gegr. 1905) -&#13;
&#13;
Carnegie Hero Fund&#13;
Commission&#13;
&#13;
Carnegie-Lebensretterfondsj&#13;
(geschaffen 1904 zur Unterstützung von Menschen, die bei&#13;
einem Lebensrettungsversueh&#13;
zu Schaden gekommen sind oder&#13;
deren Hinterbliebenen! Sitz:&#13;
PittsburghjPa)&#13;
&#13;
- 13 -&#13;
&#13;
�Carnegie Institution of Washington Child Weifare League&#13;
&#13;
CTB&#13;
&#13;
Garnegie Institution&#13;
of Washington&#13;
&#13;
Carnegie-Stiftung Washington!&#13;
(gegr. 1902 zur Förderung von&#13;
Wissenschaft u.Porschung,sowie zur Anwendung ihrer Erkenntnisse zum Wohle der Menschheit* SitztWashington)&#13;
&#13;
Catholic War Relief&#13;
Service&#13;
&#13;
Katholischer Kriegs-Nothilfsdienst (priv. Wohltatigkeltsorganisation)&#13;
&#13;
Census Bureau&#13;
(auch: Bureau of the&#13;
Census)&#13;
&#13;
Statistisches Bundesamt&#13;
(im U.S.-Handelsministerium)&#13;
&#13;
Central Intelligence&#13;
Agenoy&#13;
&#13;
Am.Zentralstelle ftfr Nachrichten und Abwehr (Bundesbehörde, untersteht dem&#13;
National Seeurity Council;&#13;
ohne Exekutivgewalt und -Organe; geschaffen 1947)&#13;
&#13;
Central Travel Board&#13;
(siehe: Travel Control&#13;
Division, HICQG,&#13;
sowie: Combined Travel&#13;
Board)&#13;
Chanoellor of the&#13;
Exehequer (br.)&#13;
&#13;
brit. Schatzkanzler&#13;
&#13;
Chief Attorney&#13;
&#13;
Generalstaatsanwalt&#13;
&#13;
Chief Judge&#13;
&#13;
Präsident (eines Richterkollegiums)&#13;
&#13;
Chief of Military Govern- Chef der Gerichtsabteilung der&#13;
ment Qourts Branch&#13;
Militärregierung&#13;
Chief of Naval&#13;
Operations&#13;
&#13;
Stabschef der U.S.-Marine&#13;
&#13;
Child Guidance Clinic&#13;
&#13;
Psychologische Beratungs- und&#13;
Forschungsstelle für Kinder&#13;
&#13;
Child Weifare League&#13;
&#13;
Liga zum Schutz der Kinder&#13;
(gegr. 1920; Sitz: New York?&#13;
privat)&#13;
&#13;
- 14 -&#13;
&#13;
�Childrens's Bureau - Civil Works Administration&#13;
&#13;
Childrens's Bureau&#13;
&#13;
Bundesamt für Kinderfürsorge&#13;
(in der Bundesaufsiehtsbehörde&#13;
für Sozialeinrichtungen PSA)&#13;
&#13;
China Nutritional Aid&#13;
Council&#13;
&#13;
Rat für Nahrungsmittelhilfe&#13;
an China&#13;
&#13;
Christian Rural Qverseas Landwirtschaftliches Hilfs«&#13;
Program&#13;
programm der christlichen&#13;
Kirchen der U.S.A.&#13;
CIB&#13;
&#13;
Chureh Lads Brigade&#13;
&#13;
Jugendorganisation der englischen Staatskirche&#13;
&#13;
Church World Service&#13;
&#13;
Weltkirchendienst&#13;
&#13;
CAA&#13;
&#13;
Civil Aeronautics&#13;
Admin ist rat i on&#13;
&#13;
Bundesverwaltung für Zivilluftfahrt (im U.S.-Handelsministerium)&#13;
&#13;
CAB&#13;
&#13;
Civil Aeronautics&#13;
Board&#13;
&#13;
Bundesamt für die Zivile Luftfahrt (unabhängige Bundesbehördej regelt Zivilluftfahrt&#13;
durch-Bestimmungen wirtschaftlicher Art, Sicherheitsvorschriften, Untersuchung von Unfällen, Abmachungen über den&#13;
internationalen Luftverkehr)&#13;
&#13;
CAP&#13;
&#13;
Civil Air Patrol&#13;
&#13;
Ziviler Plughilfsdienst (Privatorganisation für den Fliege rnachwuchs)&#13;
&#13;
Civil Aviation Division&#13;
(HTCOG)&#13;
&#13;
Abteilung Zivile Luftfahrt&#13;
(Leiter: Thomas D.Johnson},&#13;
untersteht dem Amt für Politische Angelegenheiten (Office&#13;
of Political Affairs) im Amt&#13;
des am.Hochkommissars für&#13;
Deutschland (Office of the&#13;
High Commissioner)&#13;
&#13;
Civil Labor Force&#13;
&#13;
Gesamtheit der Arbeitsfähigen&#13;
&#13;
Civil Service League&#13;
(National)&#13;
&#13;
Am.Beamtenbund (gegr. 1881$&#13;
3 0Q0 Mitglieder} Sitz New York)&#13;
&#13;
Civil Works Administration&#13;
&#13;
Bundesverwaltung für öffentliche Arbeiten (eine Behörde&#13;
für öffentliche Notstandsarbeiten unter dem New Dealjjetzt&#13;
erloschen)&#13;
- 15 -&#13;
&#13;
�Civllian Conservation Corps Combined Coal Control Group&#13;
&#13;
Civilian Conservation&#13;
Corps&#13;
&#13;
Am.freiwilliger Arbeltsdienst&#13;
&#13;
Citizens9 Committee for&#13;
the United Nation Reform&#13;
&#13;
Bürgerkomitee für Reform der&#13;
Vereinten Nationen (priv» am»&#13;
Organisation mit Sitz, in&#13;
New York| fordert Abschaffung&#13;
des unbeschränkten Vetorechts,&#13;
eine lückenlose Atomenergiekontrolle und eine Weitpolizeitruppe)&#13;
&#13;
City Central&#13;
&#13;
Stadtverband einer am»Gewerkschaft&#13;
&#13;
Closed Shop System&#13;
&#13;
Closed Shop-System (wörtl.j&#13;
geschlossener Betrieb} verlangt.&#13;
daß die Belegschaft eines Betriebes geschlossen der gleichen Gewerkschaft angehört und&#13;
nur Mitglieder dieser Gewerkschaft angestellt werden.Gegensatz "Open Shop"«Offener Betrieb,&#13;
In Bnglandt "Union Shop" •&#13;
"Closed Shop?)&#13;
&#13;
Clothing Workera of&#13;
America (Amalgamated)&#13;
&#13;
Vereinigte Gewerkschaft der&#13;
Bekleidungsindustriearbeiter&#13;
(dem CIO angeschlossen»&#13;
325 000 Mitglieder)&#13;
&#13;
Coast Guard&#13;
&#13;
Küsten-Wachdienst (untersteht&#13;
dem U»S»-Finanzministerium)&#13;
&#13;
Colorado&#13;
&#13;
Bundesstaat Kolorado,Hauptstadt Denver&#13;
&#13;
Colorvideo - Color&#13;
Television&#13;
&#13;
Farbfernsehen&#13;
&#13;
Combined Coal Control&#13;
Group (Allied High&#13;
Commission)&#13;
&#13;
Vereinigte Kohlenkontrollgrup—&#13;
pe. (Vorsitzender der am.Vertretungt W.J.German)»Die am»&#13;
Vertretung der Kohlenkontrollgruppe erhält ihre Richtlinien&#13;
vom Leiter des Amtes für Wirtschaft sf ragen (Office of&#13;
Economic Affaire). In Fragen»&#13;
die alle 3 Zonen betreffen»&#13;
untersteht sie dem Wirtschaftskomitee der All»Hochkommission&#13;
(Economics Committee» All»High&#13;
Commission)&#13;
- 16 -&#13;
&#13;
�Combined Steel Control Group -&#13;
&#13;
Committee for the Care&#13;
of European Children&#13;
&#13;
CSCG&#13;
&#13;
Combined Steel Control&#13;
Group (Allied High.&#13;
Commission)&#13;
&#13;
Vereinigte Stahlkontrollgruppe.&#13;
(Vorsitzender der am.Vertretung: Ronald Clark). Die am.&#13;
Vertretung der Stahlkontrollgruppe erhält ihre Richtlinien&#13;
vom Leiter des Amtes für Wirtschaftsfragen (Office of&#13;
Economic Affairs). In Fragen,&#13;
die alle 3 Zonen betreffen,&#13;
untersteht sie dem Wirtschaftskomitee der All.Hochkommission&#13;
(Economic Committee.&#13;
All.High Commission)&#13;
&#13;
CTB&#13;
&#13;
Combined Travel Board&#13;
&#13;
Alliierte Reisebehörde (Paßbehörde der 3 westl. Besatzunga—&#13;
mächte zur Überwachung des&#13;
deutschen Auslandsreiseverkehrs, Sitz: Herford)&#13;
&#13;
CCPA&#13;
&#13;
Commandement en Chef&#13;
Fransais en Allemagne&#13;
&#13;
Oberkommando der französischen&#13;
Streitkräfte in Deutschland&#13;
&#13;
CCA&#13;
&#13;
Commission on&#13;
Conventional Armaments&#13;
( of the Security&#13;
Council)&#13;
&#13;
Ausschuß des UN-Sicherheitsrats für allgemeine Bewaffnungsfragen (mit Ausnahme der&#13;
Atombombe)&#13;
&#13;
Commission for&#13;
International&#13;
Eduoational&#13;
Reconstruction&#13;
&#13;
Kommission für den Wiederaufbau des internationalen Erziehungswesens&#13;
&#13;
Commission on the Status&#13;
of Women (ECOSOC)&#13;
&#13;
Kommission für Prauenrecht in&#13;
der UN&#13;
&#13;
Commissioner (U.S.)&#13;
&#13;
Bundesbevollmächtigter&#13;
&#13;
Commissioners of Customs&#13;
and Excise (brit.)&#13;
&#13;
Ministerialabteilung für Zölle&#13;
und Verbrauchssteuern (England)&#13;
&#13;
Commissioner of Internal&#13;
Revenue&#13;
&#13;
Leiter der am.Bundes-Steuerverwaltung&#13;
&#13;
Committee on Business&#13;
Partieipation in&#13;
Foreign Economic&#13;
Development&#13;
&#13;
Komitee für die Beteiligung&#13;
amerik.Privatkapitals an der&#13;
wirtschaftlichen Entwicklung&#13;
anderer Länder&#13;
&#13;
Committee for the Care&#13;
of European Children&#13;
(U.S.)&#13;
&#13;
Am.Ausschuß für die Betreuung&#13;
europäischer Kinder&#13;
&#13;
CCE&#13;
&#13;
- 17 -&#13;
&#13;
�Committee for Economic Development Commodity Credit Corporation&#13;
&#13;
CED&#13;
&#13;
Committee for Economic&#13;
Development&#13;
&#13;
Komitee.für wirtschaftliche&#13;
Entwicklung&#13;
&#13;
CEEC&#13;
&#13;
Committee of European&#13;
Economic Cooperation&#13;
&#13;
Komitee für die wirtschaftliche&#13;
Zusammenarbeit Europas (Vorläufer der OEECi gegr. 1948$ nach&#13;
Gründung der.QEEC aufgelöst)&#13;
&#13;
Committee of Good&#13;
Offices&#13;
&#13;
Vermittlungsausschuß&#13;
&#13;
Committee of Inter-Ame—&#13;
rioan Scientific&#13;
Publication&#13;
&#13;
Komitee für den Austausch naturwissenschaftlicher Veröffentlichungen zwischen den Staaten&#13;
des am. Kontinents&#13;
&#13;
Committee of Ways and&#13;
Meana&#13;
&#13;
Budgetkomitee&#13;
&#13;
Committee on World&#13;
Friendship Among&#13;
Children&#13;
&#13;
Weltfreundschaftsbund der&#13;
Jugend&#13;
&#13;
Committee on Foreign&#13;
Aid&#13;
&#13;
Ausschuß für Auslandshilfe&#13;
&#13;
Committee to Frame a&#13;
Constitution&#13;
&#13;
Komitee für den Entwurf einer&#13;
WeltVerfassung (priv. am.Organisation! Sitzt Univ. Chicagof&#13;
Vorsitzender: Rektor Robert&#13;
M. Hutchinsj-Zeitschrift:&#13;
"Common Cause" - Gemeinsame&#13;
Sache)&#13;
&#13;
CWM&#13;
&#13;
Comptroller for Currency»Bundesamt für WährungsüberOffice of the&#13;
wachung (Abt. im U.S»-Finanzministerium)&#13;
&#13;
ccc&#13;
&#13;
Commodity Credit&#13;
&#13;
Überbrückungskredit (in&#13;
Landwirtschaft)&#13;
&#13;
Commodity Credit&#13;
Corporation&#13;
&#13;
Überbrückungskreditgesellschaft&#13;
(Behörde im U.S.-Landwirtsohafts»&#13;
ministerium. AufgabetPreisstützung für landw.Produkte&#13;
durch Gewährung von Krediten&#13;
an die Erzeuger)&#13;
&#13;
- 18 -&#13;
&#13;
der&#13;
&#13;
�Communications Division (HICOG) - Convention of&#13;
American Instructors of the Deaf&#13;
&#13;
Communications Division&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
Nachrichtenmittelabte ilung&#13;
(Leiter: Edward J.Sheppard)&#13;
untersteht dem Amt für Verwaltungsangelegenheiten&#13;
(Office of Administration)&#13;
im Amt des am»Hochkommissars&#13;
für Deutschland (Office of&#13;
the High Commissioner)&#13;
&#13;
Conciliation Committee&#13;
&#13;
Schlichtungsausschuß&#13;
&#13;
Confe"de*ration Ge'ne'rale&#13;
du Travail&#13;
&#13;
Französischer (kommunistisch&#13;
beherrschter)Gewerkschaftsverb and CGT&#13;
&#13;
Conference and General&#13;
Services (UN)&#13;
&#13;
Amt für Konferenzen und Allgemeines ( im Uli-Sekretariat)&#13;
&#13;
CIO&#13;
&#13;
Congress of Industrial&#13;
Organizations&#13;
&#13;
Der am»Gewerkschaftsbund CIO&#13;
(gegro 1936 durch Trennung&#13;
von AFL; Sitz:Washington;&#13;
Präsident: Philip Murrayj gegliedert vornehmlich nach&#13;
dem Prinzip der Industrie—&#13;
oder Einheitsgewerkschaften}&#13;
6 MilloMitglieder) ca.40 angeschlossene Gewerkschaften}&#13;
vertreten im Coordinating&#13;
Council for the Democratization&#13;
of Germany)&#13;
&#13;
CWA&#13;
&#13;
Congress of Women's&#13;
Auxiliaries&#13;
&#13;
AmoFrauenverband für freiwillige Mitarbeit im CIO&#13;
&#13;
Conn.&#13;
&#13;
Connecticut&#13;
&#13;
Bundesstaat Connecticut,&#13;
Hauptstadt: Hartford&#13;
&#13;
CE&#13;
&#13;
Consolidated Exchange&#13;
&#13;
New Yorker Börse&#13;
&#13;
Consultative Council of&#13;
Western Union&#13;
&#13;
Konsultativrat der WestUnion (beschloß am 28.1.49&#13;
die Gründung des Europarates)&#13;
&#13;
Control Commission for&#13;
Germany (brit.)&#13;
&#13;
bri,t.Kontrollkommission für&#13;
Deutschland (inzwischen durch&#13;
die Hochkammission abgelöst)&#13;
&#13;
Convention of American&#13;
Instructors of the Deaf&#13;
&#13;
Vereinigung am.Erzieher für&#13;
Gehörlose (gegr. 1850| Sitz:&#13;
St.Augustine ,#lav)&#13;
&#13;
CGT&#13;
&#13;
CCG&#13;
&#13;
- 19&#13;
&#13;
�Convention of European Economic Cooperation Council of Foreign Relations&#13;
&#13;
Convention of European&#13;
Economic Cooperation&#13;
&#13;
Konvention über die wirtschaftliche Zusammenarbeit in Europa (am 16.4.48 in Paris von&#13;
den ERP-Mitgliedstaaten unterzeichnet} bestimmte die&#13;
Schaffung der OEEC)&#13;
&#13;
Cooperative for American&#13;
Remittance to Europe&#13;
&#13;
Genossenschaft für die Vermittlung am» Geschenksendungen nach Europa (priv.Gesohäf-teorganisation} Sitz:New York)&#13;
&#13;
Cooperative League of the&#13;
U.S.A.&#13;
&#13;
Am.Liga der Zusammenarbeit&#13;
(gegr. 1922| Sitz Chicago^&#13;
1,3 Mill. Mitglieder} vertreten im Coordinating,&#13;
Council for the Democratization&#13;
of Germany - Arbeitsausschuß&#13;
für die Demokratisierung&#13;
Deutschlands)&#13;
&#13;
Cooperative Union&#13;
&#13;
Konsumgenossenschaftsverband&#13;
&#13;
Coordinating Council for&#13;
the Democratization of&#13;
Germany&#13;
&#13;
Arbeitsausschuß zur Demokratisierung Deutschlands (Sitz:&#13;
New York} Sprecher: La Follettej&#13;
umfaßt Vertretungen verschiedener Organisationen, die&#13;
u.a. an der Neuorientierung&#13;
Deutschlands arbeiten wollen,&#13;
darunter CIO} AVC} AADG}&#13;
Public Affairs Institute}&#13;
Am.Jewish Committee}&#13;
Am.Jewish Congress, etc.)&#13;
&#13;
Council of Foreign&#13;
Ministers&#13;
&#13;
Außenministerrat (geschaffen&#13;
1945 in Ausführung des Potsdamer Abkommens zur Koordinierung der Außenpolitik der&#13;
Teilnehmerstaaten und zur&#13;
Vorbereitung von Friedenoverträgen} Mitglieder.China.&#13;
England,Frankreich, UdSSR&#13;
u. U.S.A.)&#13;
&#13;
Council of Foreign&#13;
Relations&#13;
&#13;
Rat für außenpolitische&#13;
Fragen (priv.Einrichtung)&#13;
&#13;
- 20 -&#13;
&#13;
�Counoil of Profit Sharing Industries Currency Exchange Plan&#13;
&#13;
Council of Profit&#13;
Sharing Industries&#13;
&#13;
Rat der Industrien mit Gewinnbeteiligung&#13;
&#13;
CRALOG&#13;
&#13;
Council of Relief&#13;
Agenciee Lieensed for&#13;
Operation in Germany&#13;
&#13;
Komitee der in Deutschland&#13;
zugelassenen Hilfsorganisationen&#13;
&#13;
CIC&#13;
&#13;
Counter Intelligence&#13;
Corps&#13;
&#13;
Spionageabwehrdienst der&#13;
U.S.-Armee&#13;
&#13;
Counterpart Fund&#13;
&#13;
Gegenwertfonds (entsteht durch&#13;
Hinterlegung des Gegenwertes&#13;
in Landeswährung für erhaltene ERP-Lieferungen)&#13;
&#13;
County Agent&#13;
&#13;
Kreis-Landwirtschaftssachverständiger (im Rahmen des&#13;
am.landwirtschaftlichen Aufklärungsprogramms )&#13;
&#13;
County Judge&#13;
&#13;
Kreisrichter&#13;
&#13;
Court of Appeals&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
Berufungsgericht (Oberrichter:&#13;
William Clarkj untersteht der&#13;
Abteilung Gerichtswesen der&#13;
am. Hochkammission und ist&#13;
den am. Bezirksgerichten&#13;
(Distriet Courts) in Deutschland übergeordnet)*&#13;
&#13;
Craft Union&#13;
&#13;
Pacharbeitergewerkschaft&#13;
&#13;
Criminal Investigation&#13;
Division&#13;
&#13;
Kriminalabteilung der U.S.Armee&#13;
&#13;
Currenoy Exchange Plan&#13;
&#13;
Plan für den zwischenstaatlichen Zahlungsverkehr&#13;
&#13;
CID&#13;
&#13;
- 21 -&#13;
&#13;
�Dail Eireann - Department of Economic Affairs (UN)&#13;
&#13;
Dail Eireann&#13;
&#13;
Parlament des Freistaates Eire&#13;
(Irland)&#13;
&#13;
Danube Border Nations&#13;
&#13;
Donau-UferStaaten&#13;
&#13;
Decartelization and Decon-Dekartellisierungs- und Dezencentration Division&#13;
tralisierungsabteilung, unter(HICOG)&#13;
steht dem Justizamt (Office of&#13;
the General Counsel) im Amt des&#13;
am. Hochkommissars für Deutschland (Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
Defense Plant Corporation&#13;
&#13;
Kreditgesellschaft für den Ausbau der Rüstungsindustrie&#13;
&#13;
Delaware&#13;
&#13;
Bundesstaat Delaware&#13;
(HauptStadtsDover)&#13;
&#13;
Democratic National&#13;
Committee&#13;
&#13;
Landesausschuß der Demokratischen Partei (U.S.A.)&#13;
&#13;
Department of&#13;
Agriculture&#13;
&#13;
U.S.-Landwirtschaftsministerium&#13;
(Leiter: Charles B.Brennan)&#13;
&#13;
Department of the Air&#13;
Force&#13;
&#13;
Staatssekretariat f.d.Luftstreitkräfte ( im U.S.-Verteidigungsministeriumi bis Sept.&#13;
1947 eigenes Ministerium mit&#13;
Kabinettsrangi Leiter: Staatssekretär: Thomas K. Finletter)&#13;
&#13;
Department of the Army&#13;
&#13;
Staatssekretariat f.d.Armee&#13;
(im U.S.-Verteidigungsministeriumf bis Sept.1947 eigenes&#13;
Ministerium mit Kabinettsrangi Leiter:Staatssekretär&#13;
Frank Pace)&#13;
&#13;
Department of Commerce&#13;
&#13;
U.S.-Handelsministerium&#13;
(Leiter: Charles Sawyer)&#13;
&#13;
Department of Defense&#13;
(auch:National Military&#13;
Establishment)&#13;
&#13;
U.S.-Verteidigungsministerium&#13;
(geschaffen durch Kongreßbeschluß am 26.7.1947$ Leiter:&#13;
Louis Johnson)&#13;
&#13;
Department of Economic&#13;
Affairs (UN)&#13;
&#13;
Amt für WirtSchaftsfragen&#13;
(im UN-Sekretariat)&#13;
&#13;
- 22 -&#13;
&#13;
�Department of Health - Deputy (to the)Assistant&#13;
Secretary&#13;
&#13;
Department of Health&#13;
(N.Y.State)&#13;
&#13;
G- e Blindheit sab t eilung des&#13;
Staates New York&#13;
&#13;
Department of the&#13;
Interior&#13;
&#13;
U.S.Innenministerium&#13;
(Leiter: Oscar L.Chapman)&#13;
&#13;
Department of Justice&#13;
&#13;
U.S.-Justizministerium&#13;
(Leiter: James Howard&#13;
McG-rath)&#13;
&#13;
Department of Labor&#13;
&#13;
U.S.-Arbeitsministerium&#13;
(Leiter: Maurice J.Tobin)&#13;
&#13;
Department of Legal&#13;
Äffairs (UN)&#13;
&#13;
Amt für Rechtsfragen (im&#13;
UN-Sekretariat)&#13;
&#13;
Department of the&#13;
Navy&#13;
&#13;
Staatssekretariat f.d.Marine&#13;
(im U.S.-Verteidigungsministerium|, bis Sept.1947 eigenes&#13;
Ministerium mit Kabinettsrangf Leiter: Staatssekretär&#13;
Francis P.Matthews)&#13;
&#13;
Department of Public&#13;
Information (UN)&#13;
&#13;
Informationsamt (im UN-Sekretariat)&#13;
&#13;
Department of Public&#13;
Weifare (State)&#13;
&#13;
Abteilung für Gesundheitspflege des Staates ...&#13;
&#13;
Department of Security&#13;
&#13;
Amt für Angelegenheiten des&#13;
Sicherheitsrates(im UN-Sekretariat)&#13;
&#13;
Department of Social&#13;
Affairs (UN)&#13;
&#13;
Amt für Soziale Angelegenheiten (im UN-Sekretariat)&#13;
&#13;
Department of State&#13;
&#13;
U.S.-Außenministerium&#13;
(Leiter: Dean G-.Acheson)&#13;
&#13;
Department of the&#13;
Treasury&#13;
&#13;
U.S.-Finanzministerium&#13;
(Leiter: John Wesley Snyder)&#13;
&#13;
Department of Trusteeship Amt für Treuhandverwaltung&#13;
und Information über Mandatsand Information from&#13;
gebiete (im UN-Sekretariat)&#13;
Non-Selfgoverning&#13;
Territories (UN)&#13;
Deputy (to the)&#13;
Assistant Secretary&#13;
&#13;
Stellv.UnterStaatssekretär&#13;
&#13;
- 23 -&#13;
&#13;
�Deputy Chief Legal Offieer - Drafting Committee&#13;
&#13;
Deputy Chief Legal&#13;
Offieer&#13;
&#13;
Stellv.Leiter d.Rechtsabteilung&#13;
&#13;
Deputy High Commissioner&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
Stellv. am.Hochkommissar für&#13;
Deutschland (Maj.Gen.George&#13;
P.Hayes)&#13;
&#13;
Deputy Postmaster&#13;
General&#13;
&#13;
Staatssekretär im U.S.-Postministerium&#13;
&#13;
Deputy Secretary of&#13;
Defense&#13;
&#13;
Staatssekretär im U.S.-Verteidigungsministerium&#13;
&#13;
Direetor of Joint Staff&#13;
&#13;
Chef des Generalstabes&#13;
&#13;
Displaced Persons&#13;
&#13;
Verschleppte Personen&#13;
&#13;
Displaced Population&#13;
Division (HICOG)&#13;
&#13;
Abteilung Verschleppte Personen, untersteht dem Amt für&#13;
Politische Angelegenheiten&#13;
(Office of Political Affairs)&#13;
im Amt des am.Hochkommissars&#13;
für Deutschland (Office of&#13;
the High Commissioner)&#13;
&#13;
D.A.&#13;
&#13;
District Attorney&#13;
&#13;
Staatsanwalt (eines Distrikts)&#13;
&#13;
D»C.&#13;
&#13;
District of Columbia&#13;
&#13;
Distrikt um die Bundeshauptstadt Washington&#13;
&#13;
District Courts (HICOG)&#13;
&#13;
Bezirksgerichte, unterstehen&#13;
dem Berufungsgericht (Court&#13;
of Appeals) und der Abteilung&#13;
Gerichtswesen der am.Hochkommission, welche wiederum&#13;
unmittelbar dem Amt des am.&#13;
Hochkommissars für Deutsehland (Office of the High&#13;
CommissI&lt;nier) unterstehen&#13;
&#13;
Division of Industrial&#13;
Relations&#13;
&#13;
Abteilung für ArbeitgeberArbeitnehmer^Bejziehungen (im&#13;
U.S.-Arbeitsministerium)&#13;
&#13;
DP&#13;
&#13;
Division of International Abteilung für Auslandsrund—&#13;
funksendungen (im U.S.-Außenmlnisteriumf Stimme Amerikas!)&#13;
Broadcasting&#13;
Antikommunistische Liga der&#13;
unterdrückten Völker Europas&#13;
DQMINFORM&#13;
Redaktionsausschuß&#13;
Drafting Committee&#13;
24 -&#13;
&#13;
�ECA-Representative for Germany - Education and Cultural&#13;
&#13;
ECÄ-Representative&#13;
for Germany&#13;
&#13;
Deutschland-Beauftragter der&#13;
Verwaltung für Wirtschaftliche&#13;
Zusammenarbeit (z.Zt. John&#13;
J.McCloy)&#13;
&#13;
ECA-Special Mission&#13;
for Germany&#13;
&#13;
ECA-Sondermission für Deutschland (Robert M.Hanes)| dem&#13;
ECA-Beauftragten für Deutschland unterstellt&#13;
&#13;
Economic Analyst&#13;
&#13;
Sachverständiger für Wirtschaft sforschung&#13;
&#13;
ECAFE&#13;
&#13;
Economic Commission&#13;
for Asia and the Par&#13;
East (of ECOSOC)&#13;
&#13;
Wirtschaftskommission für Asien&#13;
und den Fernen Osten (des Wirtschafts- und Sozialrates der&#13;
UN)&#13;
&#13;
ECE&#13;
&#13;
Economic Commission&#13;
for Europe (of OTTECOSOC)&#13;
&#13;
UN-Wirtschaftskommission für&#13;
Europa (Wirtschafts- und Sozialrat der UN)&#13;
&#13;
ECLA&#13;
&#13;
Economic Commission&#13;
for Latin America&#13;
(of ECOSOC)&#13;
&#13;
Wirtschaftskommission für Lateinamerika (des Wirtschaftsund Sozialrates der UN)&#13;
&#13;
Economic Consultant&#13;
&#13;
Wirtschaftsberater&#13;
&#13;
ECA&#13;
&#13;
Economic Cooperation&#13;
Aot (of 1948)&#13;
&#13;
Gesetz über die Wirtschaftliche&#13;
Zusammenarbeit (am.Gesetz,&#13;
schuf die Economic Cooperation&#13;
Administration - ECA)&#13;
&#13;
ECA&#13;
&#13;
Economic Cooperation&#13;
Administration&#13;
&#13;
Verwaltung für Wirtschaftliche&#13;
Zusammenarbeit (am.Bundesbehörde | Administrator:&#13;
Paul G.Hoffmann)&#13;
&#13;
ECA&#13;
&#13;
Economic Cooperation&#13;
Administrator&#13;
&#13;
Administrator des Europa-Hilfsprogramms (Paul G.Hoffmann)&#13;
&#13;
ECOSOC Economic and Social&#13;
Council&#13;
&#13;
Wirtschafts- u.Sozialrat&#13;
(d.UN)&#13;
&#13;
E&amp; CRD Education and Cultural&#13;
Relations Division&#13;
&#13;
Erziehungs- und Kulturabteilung&#13;
der am. Militär-Regierung für&#13;
Deutschland (seit 21,9.49 HXCOQ&#13;
statt OMGUS)&#13;
&#13;
; of O M G U S )&#13;
&#13;
- 25 -&#13;
&#13;
�Edueation and Cultural - European Payment Union&#13;
&#13;
Edueation and&#13;
Cultural Relations&#13;
Division (HICOG)&#13;
&#13;
Abteilung Erziehung u.kulturelle Prägen (Leiter: Alonzo&#13;
G.Gracej untersteht dem Amt&#13;
für öffentl»Angelegenheiten&#13;
(Office of Publie Affairs)&#13;
im Amt des am.Hochkommissars&#13;
für Deutschland - Office of&#13;
the High Commissioner )&#13;
&#13;
Edueational Exchange&#13;
&#13;
Schüler- und Bildungsaustausch&#13;
&#13;
Electrieal,Radio and&#13;
Machine Workers,&#13;
United&#13;
&#13;
Gewerkschaft der Elektro-,&#13;
Radio- u» Maschinenmeehaniker&#13;
(570 000 Mitglieder» 1948 aus&#13;
dem CIO wegen prokommunistischer&#13;
Einstellung ausgeschlossen)&#13;
&#13;
Electrieal Workers,&#13;
International&#13;
Brotherhood ofj&#13;
&#13;
Gewerkschaft der Elektromechaniker (330 000 Mitglieder!&#13;
der APD. angeschlossen)&#13;
&#13;
Electronic Cireuit&#13;
Making Equipment&#13;
&#13;
Hochfrequenz-Geräte&#13;
&#13;
Emergency Committee&#13;
&#13;
Krisenaussehuß&#13;
&#13;
Emergency Council&#13;
&#13;
Krisenausschuß&#13;
&#13;
Emergency Farm&#13;
Mortgaga Act&#13;
&#13;
Gesetz zur Kreditgewährung an&#13;
gefährdete Farmen&#13;
&#13;
Employment Service&#13;
(U.S.)&#13;
&#13;
Bundesarbeitsamt (im U.S.-Arbeit sministeriumj erloschen)&#13;
&#13;
Escapism&#13;
&#13;
Plueht aus der Gegenwartsproblematik&#13;
&#13;
ECITO&#13;
&#13;
European Central Inland Transport&#13;
Organization&#13;
&#13;
Europäische Binnentransportorganisation&#13;
&#13;
ECQ&#13;
&#13;
European Coal&#13;
Organization&#13;
&#13;
Europäische Kohlenorganisation&#13;
&#13;
EUCOM&#13;
&#13;
European Command&#13;
&#13;
UoS»-Hauptquartier für den&#13;
europäischen Befehlsbereich&#13;
(SitztHeidelberg)&#13;
&#13;
EPÜ&#13;
&#13;
European Payment&#13;
Union&#13;
&#13;
Europäische Zahlungsunion(von&#13;
ECA vorgeschlagen zur Integration der europäischen Wirtschaft)&#13;
&#13;
E &amp; CRD&#13;
&#13;
ECME&#13;
&#13;
USES&#13;
&#13;
26&#13;
&#13;
�European Recovery Program - Extension System&#13;
&#13;
ERP&#13;
&#13;
European Recovery&#13;
Program&#13;
&#13;
Europa-Hilfsprogramm&#13;
(Marshallplan)&#13;
&#13;
Exchange Division&#13;
(HICOGJ&#13;
&#13;
Austauschabteilung (Leiter*&#13;
Ralph A«. Burnsi untersteht,&#13;
dem Amt für öffentl.Angelegenheiten (Office of Public&#13;
Affairs) im Amt des am.Hochkommissars für Deutschland Office of the High Commissioner)&#13;
&#13;
Exeoutive&#13;
&#13;
Bunde sexekut ive,Regierung,&#13;
Verwaltung&#13;
&#13;
Executive&#13;
&#13;
Geschäftsführer, geschäftsführender Angestellter&#13;
&#13;
Executive Office of the&#13;
President&#13;
&#13;
Exekutivbüro des am.Präsidenten&#13;
&#13;
Extension Service&#13;
(Aglroulture)&#13;
&#13;
Extension System&#13;
(Educational)&#13;
&#13;
Landwirtschaftlicher Aufklärungsdienst (des U.S.-Landwirt schaftsministerium- im&#13;
Verein mit den Landwirtschaftsfachschulen und-Universitäten)&#13;
Volksbildungswerk der am.&#13;
Universitäten&#13;
&#13;
- 27 -&#13;
&#13;
�Farm Security Administration - Federal Council of the&#13;
Churehes&#13;
&#13;
Farm Security&#13;
Administration&#13;
&#13;
Bundesamt für Farmer schütz,,&#13;
(gegr» 1937 zur Gewährung von&#13;
Krediten an Kleinfarmer. 1946&#13;
in die Farmers Home Administration übergegangen)&#13;
&#13;
Farmers Home&#13;
Administration&#13;
&#13;
Bundeskreditanstalt für Kleinfarmer (1946 entstanden aus&#13;
der Farm Security Administration, s.d.,,, und der Emergency&#13;
Crop and Feed Loan Divisionj&#13;
Sitzt Washington)&#13;
&#13;
Federal Bar&#13;
Association&#13;
&#13;
Bundes-Anwaltskammer (gegr»&#13;
1920| 2 800 Mitglieder» Sitz:&#13;
Washington)&#13;
&#13;
Federal Bureau of&#13;
Apprenticeship&#13;
&#13;
Bundesamt für Lehrlingsausbil^&#13;
düng ( im Ü.S--Arbeitsministerlum)&#13;
&#13;
PBI&#13;
&#13;
Federal Bureau of&#13;
Investigation&#13;
&#13;
Am0Fahndungsdienst (Abteilung&#13;
des U.So-Justizministeriums&#13;
zur Aufklärung bestimmter Verbrechen! gegr» 1908| derzeitiger Leiter: J.Edgar Hooverf&#13;
Sitz Washington)&#13;
&#13;
FCC&#13;
&#13;
Federal Communications&#13;
Commlssion (UoS.)&#13;
&#13;
Bundesausschuß für das Nachrichtenwesen (unabhängige Bundesbehörde, erteilt Betriebsgenehmigungen an Rundfunkstationen und regelt Zuteilung&#13;
von Wellenbereichen) gegr.1934)&#13;
&#13;
Federal Crop Reporting&#13;
Board&#13;
&#13;
Bundes-Erntemeldeamt&#13;
&#13;
Federal Council of the&#13;
Churehes o£ Christ in&#13;
America&#13;
&#13;
Zentralrat der Kirchen Christi&#13;
in Amerika (gegr. 1908j Sitz:&#13;
New Yorkj 27,7 Millionen Mitglieder von 25 Glaubensgemeinschaften)&#13;
&#13;
- 28 -&#13;
&#13;
�Federal D - Föderal Security Ageney&#13;
&#13;
PHA&#13;
&#13;
Federal Deposit; Insurance&#13;
Corporation&#13;
&#13;
Bundes-Rückversicherungsanstalt für Depositenbanken&#13;
(gewährt den bei amerik»Banken eingerichteten Konten Versicherungsschutz bis zur Höhe&#13;
von 5 000 Dollar* 1933 duroh&#13;
Gesetz gegründet mit einem&#13;
Grundkapital von 289 Mill.&#13;
Dollar|SitzsWashington)&#13;
&#13;
Föderal Distriet Court&#13;
&#13;
Bundesdistriktsgericht&#13;
&#13;
Federal Housing Administration&#13;
&#13;
Bundesverwaltung für Wohnbauprojekte (zur Förderung der&#13;
Wohnkultur und Schaffung gesunder Verhältnisse auf dem&#13;
Hypothekenmarktj gegr. 1934t&#13;
Abt» der Housing and Homo&#13;
Finanoe Ageneyj Sitzt&#13;
Washington)&#13;
&#13;
Föderal Mediation and Conoiliation Service&#13;
&#13;
Bundesvormittlungs- und Schlich«&#13;
tungsdlenst ( 1947 auf Grund&#13;
des Labor Management Relations&#13;
Aot gegründete Bundesbehörde&#13;
zur Vermittlung- bei Lohnstreitigkeiten zwischen Arbeltgeber- und Arbeitnehmerverbändenj SitztWashington)&#13;
&#13;
Federal Power Commission&#13;
&#13;
Bundeskommission für Energieversorgung (selbständige Bundesbehördef gegr» 1920}&#13;
Sitzt Washington)&#13;
&#13;
Föderal Relief&#13;
Organization&#13;
&#13;
Bundesnothilfo&#13;
&#13;
Federal Reserve System&#13;
&#13;
Federal Reserve-Bankensystem&#13;
(das System der am» Staatsbanken» gegr» 1913)&#13;
&#13;
Federal Reserve System&#13;
Direktorium des Federal Roser(Board of Governcrs of the) vo-Bankensystems (s.d.)&#13;
FSA&#13;
&#13;
Federal Seourity Ageney&#13;
&#13;
Bundesaufsichtsbehörde für Sozialeinrichtungen (zur zentralen Überwachung der staatl.&#13;
Einrichtungen des Fürsorge-.&#13;
Erziehungs- ue Gesundheitswesensj geschaffen 19391&#13;
Sitz tWashington)&#13;
- 29 -&#13;
&#13;
�Föderal Supply Service - Finanee Division (HICOG)&#13;
&#13;
Fedtral Supply Service&#13;
&#13;
Bundesbeschaffungaamt (Leiters&#13;
Olifton £»Maok|Beh5rde der&#13;
General Services Administration)&#13;
&#13;
Föderal Trade Oommission&#13;
&#13;
Bundeshandelskommission (selb*&#13;
ständige Bundesbehörde zur&#13;
Ausohaltung unlauteren Wettbewerbs* gegr» 1914» Sitzt&#13;
Washington)&#13;
&#13;
Föderal Union, Ine.&#13;
&#13;
Föderalistisohe Union (priv,&#13;
am. Organisation mit Sitz in&#13;
Washington^ tritt ein für eine&#13;
Demokratische Union der Länder&#13;
mit gemeinsamen Interessen)&#13;
&#13;
Föderation of Business&#13;
and Professional&#13;
Women's Clubs&#13;
&#13;
Am.Bund der Klubs berufstätiger Frauen(gegr* 1919I&#13;
140 000 Mitgliedert Sitzt&#13;
New York)&#13;
&#13;
Verband weiblicher Aktionäre&#13;
Föderation of Women&#13;
Shareholders in American in Amerika (private Vereinigung)&#13;
Business&#13;
Field Division (HK20G)&#13;
&#13;
Aufienabteilung (Col.Gordon E.&#13;
Textor), untersteht unmittelbar dem Amt des am» Hochkommissars für Deutschland (Office&#13;
of the High Commissioner).&#13;
&#13;
Film and Visual&#13;
Information Division»&#13;
UN-Department of Public&#13;
Information&#13;
&#13;
Abteilung Film und Anschauungsmaterial (des Informationsamtes&#13;
im UN-Sekretariat)&#13;
&#13;
Figure Skating&#13;
Assooation (U.S.)&#13;
&#13;
Am.Eiskunstlauf-Verband&#13;
&#13;
Finanoa Committee&#13;
&#13;
Finanzausschuß der New Torker&#13;
&#13;
Börse&#13;
Finanee Division (HICOG) Finanzabteilung (Leltert&#13;
Sheppard Morgan)» untersteht dem&#13;
Amt für Wirtsohaftsfragen&#13;
(Offiee of Soonomie Affairs) im&#13;
Amt des am.Hochkommissars für&#13;
Deutschland (Office of the&#13;
High Commissioner)&#13;
&#13;
- 30 -&#13;
&#13;
�Pi80al CommisBion - Foreign Affairs Committee&#13;
&#13;
Fla,&#13;
&#13;
FAO&#13;
&#13;
Fiscal Commission&#13;
(of UN-ECOSOC)&#13;
&#13;
Kommission für Steuerfragen&#13;
(des Wirtschafts- und Sozialrats der UH, 15 Mitglieder)&#13;
&#13;
Fish and Wildlife&#13;
Service (U.S.)&#13;
&#13;
Abteilung für Fischerei und&#13;
Wildhege (im ü.S.-Innenministerium)&#13;
&#13;
Florida&#13;
&#13;
Bundesstaat Florida (Hauptstadt&#13;
Tallahassee)&#13;
&#13;
Florida State Musio&#13;
Teaohers Association&#13;
&#13;
Musiklehrervereinigung des&#13;
Staates Florida&#13;
&#13;
Fly and Pest Control&#13;
Committee&#13;
&#13;
Seuehenkontrollaussehuß&#13;
&#13;
Food and Agrieultural&#13;
Division (HICOG)&#13;
&#13;
Ernährungs- und Landwirtsohaftsabteilung (Leiters Gwynn Garnett),&#13;
untersteht dem Amt für Wirtschaft sfragen (Office of&#13;
Economic Affairs) im Amt des&#13;
am. Hochkommissars für Deutsehland (Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
Food and Agrieultural&#13;
Organization&#13;
&#13;
Ernährungs- u.Landwirtsehaftsorganisation der Vereinten&#13;
Nationen (gegr. 1945; Sitzt&#13;
Washington} Sonderorganisation&#13;
der UN)&#13;
&#13;
Food and Drug Administration&#13;
&#13;
Bundesprüfstelle der Verwaltung für Nahrungsmittel und&#13;
ehem. Präparator Abteilung der&#13;
Federal Security Agenoy,e.d.)&#13;
&#13;
Food and Nutrition Board&#13;
(of the National Research&#13;
Council)&#13;
&#13;
Ausschuß für Lebensmittel und&#13;
Ernährung (im Am.Forschungsrat, s.d.)&#13;
&#13;
Ford Motor Company&#13;
&#13;
Ford Automobil-Gesellschaft&#13;
(Detroit,Mich.)&#13;
&#13;
Foreign Affairs Committee&#13;
&#13;
Außenpolitischer Ausschuß des&#13;
Repräsentantenhauses (Vorsitzenders Tom Kee)&#13;
&#13;
- 51 -&#13;
&#13;
�Foreign Aid Committee - Poster Parents&#13;
&#13;
Poreign Aid Committee&#13;
auch: Advisory Committee&#13;
on Voluntary Poreign Aid&#13;
&#13;
Bundesausschuß für Auslandshilfe (als Nachfolgeorganisation&#13;
des War Relief Control Board&#13;
;ur Koordinierung aller staatichen und privaten Hilfsaktionen und der Marshallplanilfe geschaffen! Sitz:&#13;
„ashington)&#13;
&#13;
Foreign Assistance Aot&#13;
(of 1948)&#13;
&#13;
Auslandshilfagesetz (von 1948),&#13;
(Rechtsgrundlage für die Finanzierun des Marshallplans,&#13;
der Waffenhilfe für Griechenland und die Türkei, der Wirtschafts- und Waffenhilfe für&#13;
China, sowie der Zuschüsse&#13;
zum UN-Kinderhilfefonds)&#13;
&#13;
Foreign Nationalities&#13;
Branoh&#13;
&#13;
Abteilung für Nationalitätenfragen (im Office of Strategio&#13;
Services, s.d.)&#13;
&#13;
Foreign Relatione&#13;
Committee of the Senate&#13;
&#13;
Außenpolitischer Ausschuß des&#13;
Senats(Vorsitzender:&#13;
Tom Conally)&#13;
&#13;
Foreign Relatione&#13;
Division (HICOG)&#13;
&#13;
Außenpolitische Abteilung&#13;
(Leiter: Bernhard Gufler),&#13;
untersteht dem Amt für Politische Angelegenheiten&#13;
(Office of Public Affairs) im&#13;
Amt des am.Hochkommissars für&#13;
Deutschland (Office of the&#13;
High Commissioner)&#13;
&#13;
Foreign Sevice Institute&#13;
&#13;
Institut für Außenpolitik&#13;
(untersteht der Abteilung für&#13;
den auswärtigen Dienst im&#13;
U.S.-Außenministerium (Office&#13;
of the Foreign Service)&#13;
&#13;
Foreign Trade Council&#13;
&#13;
Außenhandelsrat&#13;
&#13;
Foeter Parents Plan for&#13;
War Children&#13;
&#13;
Pflegeeltern-Programm für jugendliche Kriegsopfer&#13;
&#13;
- 32 -&#13;
&#13;
�Foundation for ./orld - Future Farmers&#13;
&#13;
Foundation for World&#13;
oment&#13;
&#13;
Stiftung Tieltr-sgierung (priv0&#13;
am.o Organisation} Sitz:&#13;
Chicago, erzieherische Ziele)&#13;
&#13;
Fri snds Service&#13;
Committt i&#13;
&#13;
Quäker-Hilfsdienst&#13;
&#13;
Future Farmers of&#13;
Amerioa&#13;
&#13;
Am.FarmJugend (priv8Jugend&#13;
Organisation! gegr. 1928;&#13;
260 000 Mitglieder:&#13;
Sitzi Washington)&#13;
&#13;
33&#13;
&#13;
�General Agreement • Government Issue&#13;
&#13;
General Agreement on&#13;
Tariffs and Trade&#13;
&#13;
Allgemeines Zoll» und Handels»&#13;
abkommen (beteiligt sind 23&#13;
Staaten! 1943)&#13;
&#13;
General Assembly of Uff&#13;
&#13;
Vollversammlung der Vereinten&#13;
Nationen (oder UN-VollVersammlung)&#13;
&#13;
General Eleetri© Company&#13;
&#13;
(größte} amerikan&amp;Herstellerfirma elektrischer Geräte&#13;
&#13;
General Federatlen of&#13;
Women's Club»&#13;
&#13;
Verband amerlkan*?rauenklube&#13;
(gegro 1890! Sitzs Washington!&#13;
7*7 Mill.Mitglieder)&#13;
&#13;
General Military Court&#13;
&#13;
Oberstes Gerieht der Militärregierung&#13;
&#13;
General Motor«&#13;
&#13;
Größter amerikan0Automobilkonzern (mit Sitz in Detroit)&#13;
&#13;
General Serviees&#13;
Admini strat i an&#13;
&#13;
Allgemeine Bundesverwaltungsbehörde (selbständige Bundes»&#13;
behörde| Leiteri Jess Larson)&#13;
&#13;
Genera Convention&#13;
&#13;
Genfer Konvention&#13;
&#13;
Geologieal Survey&#13;
&#13;
Geologisches Forsehungsamt im&#13;
UoS»-»Innenministerium (zur&#13;
Erforschung der geologischen&#13;
Struktur des Landes, Aufstellung&#13;
von Bodensohätzungen ete&lt;{&#13;
gegr. 1879! SitztWaahington)&#13;
&#13;
Ga.&#13;
&#13;
Georgia&#13;
&#13;
Bundesstaat Georgia&#13;
(Hauptstadt Atlanta)&#13;
&#13;
GEIAO&#13;
&#13;
German Export-Import&#13;
Advisory Offiee&#13;
&#13;
Deutsche Export-Importberatungsstelle&#13;
&#13;
GTA&#13;
&#13;
German Youth&#13;
Aetivitiee&#13;
&#13;
Hilfsprogramm der amerikano&#13;
Armee für die deutsche Jugend&#13;
(wörtlich! Deutsche Jugendarbeit)&#13;
&#13;
Gl&#13;
&#13;
Government Issue&#13;
&#13;
Stempel auf allen Ausrüstung*egenständen der amerikanoArmeej&#13;
wurde schließlich zur Bezeichnung für den amerikanischen&#13;
Soldaten« Etwat Landser)&#13;
&#13;
SATT&#13;
&#13;
GBC&#13;
&#13;
GM&#13;
&#13;
GC&#13;
&#13;
f&#13;
&#13;
- 34 -&#13;
&#13;
�Government and - Groupe Francaise&#13;
&#13;
GAROA&#13;
&#13;
Government and Relief&#13;
in Occupied Areas&#13;
&#13;
Fonds für Verwaltung und&#13;
Unterstützung besetzter Gebiete (für die Bundesrepublik Deutschland durch Abkommen über wirtschaftliche&#13;
Zusammenarbeit vom 15.12.49&#13;
weiterhin von den U.S.A. zur&#13;
Verfügung gestellt)&#13;
&#13;
GOP&#13;
&#13;
Grand Old Party&#13;
(Repüblican Party)&#13;
&#13;
Die Republikanische Partei&#13;
(U.S.A.) (Wappentier:&#13;
Elefant)&#13;
&#13;
Great Books Foundation&#13;
&#13;
"Gesellschaft der Freunde&#13;
literarischer Meisterwerke"&#13;
(priv» Verein)&#13;
&#13;
GCA&#13;
&#13;
Ground Control Approach&#13;
&#13;
Landungskontrolle (auf Flugplätzen)&#13;
&#13;
GPCC&#13;
&#13;
Groupe Francaise du&#13;
Conseil de Controle&#13;
&#13;
Französisches Element im&#13;
Kontrollrat&#13;
&#13;
- 35 -&#13;
&#13;
�Hague Arbitration - Housing and Home&#13;
H&#13;
HAC&#13;
&#13;
Hague Arbitration Convention&#13;
&#13;
Haager Schiedsgerichts-Abkommen&#13;
&#13;
HQ&#13;
&#13;
Headquarters&#13;
&#13;
Hauptquartier&#13;
&#13;
HIAS&#13;
&#13;
Hebrew Immigrant Aid Society&#13;
auch? Hebrew Sheltering and&#13;
Immigrant Aid Society&#13;
&#13;
Gesellschaft zur Betreuung&#13;
jüdischer Einwanderer (gegr.&#13;
1884; Sitz: New York)&#13;
&#13;
HICOG&#13;
&#13;
High Commission for Germany&#13;
&#13;
Am. Hochkommlssion für Deutschland (oder: Amt des amerikan. Hochkommissars für&#13;
Deutschland)&#13;
&#13;
HCJ&#13;
&#13;
High Court of Justice&#13;
&#13;
(brit.) Hoher Gerichtshof&#13;
&#13;
HO&#13;
&#13;
Home Offlee&#13;
&#13;
(brit•) Innenministerium&#13;
&#13;
Home Owners Loan Act&#13;
&#13;
Gesetz zur Kreditgewährung&#13;
an Hausbesitzer (1933)»&#13;
schuf die&#13;
&#13;
Home Owners Loan Corporation&#13;
&#13;
Bundeskreditgesellechaft für&#13;
Hausbesitzer (mit 200 Mill.&#13;
Dollar Stammkapital)&#13;
&#13;
Homemakers laboratories&#13;
&#13;
Hauswirtschaftliche Laboratorien&#13;
&#13;
Horace Mann Institute of&#13;
School Experimentation&#13;
&#13;
s. unter Institute. • .&#13;
&#13;
Hospital Council of Greater&#13;
New York&#13;
&#13;
Verwaltungsrat der New Torker&#13;
Krankenhäuser&#13;
&#13;
House Demonstration Work&#13;
&#13;
Hauswirtschaft swerk&#13;
&#13;
House Foreign Affairs ComAußenpolitischer Ausschuß des&#13;
mittee (auch: Foreign A&#13;
Affairs Repräsentantenhauses (VorCommittee of the House)&#13;
sitzender: John Kee)&#13;
HL&#13;
&#13;
HHFA&#13;
&#13;
House of Lords&#13;
&#13;
Oberhaus des Brit. Parlaments&#13;
&#13;
House Rules Committee&#13;
&#13;
Verfahrensausschuß des amerikan. Repräsentantenhauses&#13;
&#13;
Housing authority&#13;
&#13;
Wohnungsbehörde (s.auehs&#13;
National Capital Housing&#13;
Authority&#13;
Bundesbehörde für Wohnungsbaufinanzierung (selbständige&#13;
Bundesbehörde der TJ.S.-Regierung]&#13;
&#13;
Housing and Home Finance&#13;
Agency&#13;
&#13;
- 36 -&#13;
&#13;
�Human Rights Commission - Human Rights Division&#13;
Human Rights Commission of&#13;
UN (ESOSOC)&#13;
Human Rights Division(of&#13;
ÜN-Department for Social&#13;
Äffairs )&#13;
&#13;
Kommission für Menschenrechte(des UN-Wirtsohaftsund Sozialrates)&#13;
Abteilung für Menschenrechte&#13;
(des Amtes Soziais Angelegenheiten im UN-Sekretariat)&#13;
&#13;
- 37 -&#13;
&#13;
�Idaho - Industry Division&#13;
I&#13;
&#13;
Ida.&#13;
&#13;
Idaho&#13;
&#13;
Bundesstaat Idaho (Hauptstadt&#13;
Boise)&#13;
&#13;
111.&#13;
&#13;
Illinois&#13;
&#13;
Bundesstaat Illinois&#13;
stadt Springfield)&#13;
&#13;
Immigration and Naturaliz^&#13;
ation Service&#13;
&#13;
Bundesamt für Einwänderungsund Naturalis!erungsfragen&#13;
(im U.S.-Justizministerium}&#13;
gegr. 1933; Sitzt Washington)&#13;
&#13;
Indiana&#13;
&#13;
Bandesstaat Indiana (Hauptstadt Indianapolis)&#13;
&#13;
Indlan Council of World&#13;
Affairs&#13;
&#13;
Indischer Hat für Weltpolitik&#13;
&#13;
Industrial Division (HICOG)&#13;
&#13;
Abteilung Industrie (Leiters&#13;
Francis L. Mayer; untersteht dem&#13;
am. Element (U.S.-Element&#13;
Military Security Board) des&#13;
Militärischen Sicherheitsrates,&#13;
das unmittelbar dem Amt des&#13;
am. Hochkommissars - Office&#13;
of the High Commiasioner)&#13;
verantwortlich ist)&#13;
&#13;
Industrial Police&#13;
&#13;
Industriepolizei&#13;
&#13;
Industrial Relation Department (st Harvard University)&#13;
&#13;
Institut für Arbeitgeber-Arbeitnehmerbeziehungen (der Harvard-Universität )&#13;
&#13;
Industrial Union&#13;
&#13;
Industrie- oder Einheitsgewerkschaft (ein Gewerkschaftstyp,&#13;
der alle Lohnarbeiter-Berufsgruppen innerhalb eines Industriezweiges umschließt. Gegensatz: Facharbeitergewerkschaft Craft-Union; Kombination:&#13;
Multi- oder Mischgewerkschaft Amalgamated Union)&#13;
&#13;
Industry Division (HICOG)&#13;
&#13;
Industrieabteilung (Leiter:&#13;
Lowell Weicher), untersteht&#13;
dem Amt für Wirtschaftsfragen&#13;
(Office of Economic Affairs)&#13;
im Amt des am. Hochkommissars&#13;
für Deutschland (Office of&#13;
the High Commissioner)&#13;
&#13;
Ind.&#13;
&#13;
IP&#13;
&#13;
- 38 -&#13;
&#13;
(Haupt-&#13;
&#13;
�Inf - Intergov Committee&#13;
&#13;
ISD&#13;
&#13;
Information Services Division Informationsabteilung (Leiters&#13;
W.J. Convery Egan), unterstellt&#13;
(HICOG)&#13;
dem Amt für Öffentliche Angelegenheiten (Office of Public&#13;
Affairs) im Amt des am. Hochkommissars für Deutschland&#13;
(Office of the High Commissioner)&#13;
Inland Revenue Office&#13;
&#13;
(brit.) Steueramt&#13;
&#13;
Institute for Anniial Review&#13;
of United Kations Affairs&#13;
&#13;
Institut für die Jahresberichterstattung über die Tätigkeit der Vereinten Nationen&#13;
&#13;
Institute for Human Adjustment&#13;
&#13;
Institut für die gesellschaftliche Einordnung der Menschen&#13;
&#13;
Institute for Intercontinental Studies&#13;
&#13;
Institut für Interkontinentale&#13;
Studien&#13;
&#13;
Institute for »orld Affairs&#13;
&#13;
Institut für Internationale&#13;
Fragen&#13;
&#13;
Institute&#13;
lation»&#13;
&#13;
Institut für friedliche Bezeihungen zwischen den Völkern&#13;
(gegre 1925; Sita New York)&#13;
&#13;
of Pacifie Re-&#13;
&#13;
Institute of Radio Engineers, Institut der Radio-Techniker&#13;
Inc.&#13;
(gegr. 1912; Sitst New York;&#13;
24 000 Mitglieder)&#13;
Institute for School&#13;
Institut für Experimentelle&#13;
Experimentation&#13;
Pädagogik&#13;
(auch: Horaoe Mann Institute)&#13;
IARA&#13;
&#13;
Inter-Allied Reparation&#13;
Agency&#13;
&#13;
Interalliiertes Reparationsamt (gegr. 1946; Sits Brüssel;&#13;
$etzt sich aus Vertretern der&#13;
18 Signatarstaaten des Pariser&#13;
Reparationsabkommens sowie&#13;
Pakistan zusammen und übernimmt&#13;
die Aufteilung d. deutsehen&#13;
Reparationsleistungen)&#13;
&#13;
Int er-American Economic and&#13;
Social Council&#13;
&#13;
Interamerikanischer Wirtschaftsund Sozialrat (gegr. 1945)&#13;
&#13;
Intergovernmental Committee&#13;
on Refugees&#13;
&#13;
Zwischenstaatliches Flüchtlingskomitee (gegr. 1938; Aufgaben&#13;
1947 von der IRO übernommen)&#13;
&#13;
- 39 -&#13;
&#13;
�Intergowrnmental Committee - International&#13;
Authority&#13;
&#13;
IGC&#13;
&#13;
Intergovernmental&#13;
Committee&#13;
&#13;
Zwischenstaatliohee Komitee&#13;
&#13;
IMCO&#13;
&#13;
Intergovernmental&#13;
Maritime Consultative&#13;
Organization&#13;
&#13;
Zwischenstaatliche beratende&#13;
Schiffahrtsorganisation (Sonderorganisation der Vereinten&#13;
Nationen)&#13;
&#13;
Internal Politioal and&#13;
Governmental Division&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
Abteilung Innenpolitik u.Regierungsangelegenheiten (Leiters&#13;
Kenneth Layton)»untersteht&#13;
dem Amt für Politische Angelegenheiten (Office of Political&#13;
Affairs)im Amt des am. Hochkommissars für Deutschland&#13;
(Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
International Academlc&#13;
Union&#13;
&#13;
Internationaler Akademikerverband&#13;
&#13;
IAF&#13;
&#13;
International Aeronautical Internationaler Luftfahrt Pederation&#13;
bund&#13;
&#13;
IATA&#13;
&#13;
International Air&#13;
Transport Association&#13;
&#13;
Internationaler Lufttransportverband&#13;
&#13;
International&#13;
Association for&#13;
Childhood Education&#13;
&#13;
Internationale Vereinigung für&#13;
Kinder erz'- ehung&#13;
&#13;
International&#13;
Association of&#13;
Machinists&#13;
&#13;
(Unabhängige) Maschinistengewerkschaft (1946 aus der APL&#13;
ausgetreten! SitzsWashingtonj&#13;
etwa 650 000 Mitglieder)&#13;
&#13;
International Authority&#13;
for the Ruhr&#13;
&#13;
Internationale Ruhrbehörde&#13;
(gegr. 1949; Sitz: Düsseldorf!&#13;
Mitglieders Frankreich,U»S.A.,&#13;
England,Westdeutschland, je&#13;
3 Stimmen.&#13;
Belgien,Luxemburg,Holland je&#13;
1 Stimme.Aufgaben: Verteilung&#13;
der Kohle u. Stahlproduktion&#13;
an die europäischen Länder!&#13;
Verhinderung des Wiederaufbaues&#13;
einer deutschen Rüstungsindustrie,&#13;
Schutz der ausländischen Interessen)&#13;
&#13;
- 40 -&#13;
&#13;
�International Bank - International Confed.&#13;
&#13;
IBRD&#13;
&#13;
International Bank for&#13;
Reconstruction and&#13;
Development (World Bank)&#13;
&#13;
Internationale Wiederaufbaubank (Weltbank)| (gegr. 1945»&#13;
Sitzt Washington,Stammkapitals&#13;
1.1.49 über 8 Milliarden&#13;
Dollar)&#13;
&#13;
International Bureau of&#13;
Education&#13;
&#13;
Internationales Amt für Bildungswesen&#13;
&#13;
International Bureau of&#13;
Weights and Measures&#13;
&#13;
Internationales Amt für Maße&#13;
und Gewichte (gegr.18751 Sitzt&#13;
Sevres, Prankreich)&#13;
&#13;
IBM&#13;
&#13;
International Business&#13;
Machine Corporation&#13;
&#13;
Internationale Büromaschinengesellschaft&#13;
&#13;
ICC&#13;
&#13;
International Chamber&#13;
of Commerce&#13;
&#13;
Internationale Handelskammer&#13;
(gegr. 1919$ SitzsParis,&#13;
Präsident tPhilip E.Reed)&#13;
&#13;
ICEF&#13;
&#13;
International Children&#13;
Emergency Fund (UN)&#13;
&#13;
Internationaler KinderhilfsPonds (gegr. 1946; Nachfolgeorganisation der IJNRRA, sofern&#13;
diese sich mit der Betreuung&#13;
der Kinder befaßte)&#13;
&#13;
ICAO&#13;
&#13;
International Civil&#13;
Aviation Organization&#13;
&#13;
Internationale Organisation&#13;
für die Zivile Luftfahrt&#13;
(gegr* 1947| Sonderorganisation der Vereinten Nationen;&#13;
SitztMontreal)&#13;
&#13;
International College&#13;
of Surgeons&#13;
&#13;
Internationaler Chirurgenverband&#13;
&#13;
International Commission&#13;
on Polk Arts and&#13;
Folklore&#13;
&#13;
Internationalen Komitee für&#13;
Volkskunst und Volkskunde&#13;
&#13;
International Committee&#13;
on Eistorical Sciences&#13;
&#13;
Internationales Komitee für&#13;
Geschichtswissenschaften&#13;
&#13;
ICPTU International&#13;
Confederation of Free&#13;
Trade Union«&#13;
&#13;
Internationaler Bund Freier&#13;
Gewerkschaften (Londoner&#13;
Gründungskonferenz 28.11. bis&#13;
9.12.49| Generalsekretärt&#13;
J.H.Oldenbroek,Holland;&#13;
PräsidenttPaul Pinet, Belgien,&#13;
IBPS)&#13;
&#13;
- 41 -&#13;
&#13;
�International Convention -&#13;
&#13;
ICA&#13;
&#13;
ICJ&#13;
&#13;
IEFC&#13;
&#13;
IFAP&#13;
&#13;
International&#13;
Federation&#13;
&#13;
International Convention&#13;
on the Control of&#13;
Traffie in Women and&#13;
Children&#13;
&#13;
Internationale Konvention zum&#13;
Schutze von Frauen und Kindern&#13;
&#13;
International Cooperative&#13;
Allianoe&#13;
&#13;
Internationaler Verband ÜBT&#13;
Konsumgenossenschaften&#13;
&#13;
International Council for&#13;
Philosophy and&#13;
Humanistic Studies&#13;
&#13;
Internationales Institut für&#13;
Philosophie und Humanistische&#13;
Studien (siehe UNESCO)&#13;
&#13;
International Council&#13;
of Christians and Jews&#13;
&#13;
Internationaler Arbeitsausschuß der Christen und Juden&#13;
&#13;
International Cotmcil&#13;
of Nurses&#13;
&#13;
Internationaler Kranken—&#13;
schwesternverband&#13;
&#13;
International Council&#13;
of Scientific Unions&#13;
(and Associated ünions)&#13;
&#13;
Internationaler Forschungs—&#13;
rat für Naturwissenschaften&#13;
(und verwandte Gebiete)&#13;
(gegr. 19191 Sitz:Brüssel)&#13;
&#13;
International Court of&#13;
Justice&#13;
&#13;
Internationaler Gerichtshof&#13;
(Sitzt Den Haag, Gerichtshof&#13;
der Vereinten Nationen)&#13;
&#13;
International Economic&#13;
Conference&#13;
&#13;
Internationale Wirtschaftskonferenz&#13;
&#13;
International Emergenoy&#13;
Food Committee (of FAOj&#13;
&#13;
Internationaler Ernährungs—&#13;
krisenrat der FAO (Unterausschuß der FAOj 30.6.49 aufgelöst)&#13;
&#13;
International Exeeutive&#13;
Committee&#13;
&#13;
Internationales ExekutivKomitee&#13;
&#13;
International Federation&#13;
of Agricultural Producers&#13;
&#13;
Internationaler Verband der&#13;
landwirtschaftlichen Produzenten&#13;
&#13;
IFALPA International Federation&#13;
of Air Line Pilots&#13;
Association&#13;
International Federation&#13;
of Philosophie&#13;
Sooieties&#13;
&#13;
Internationale Vereinigung&#13;
der FlugzeugführerOrganisationen&#13;
Internationaler Verband&#13;
PMlosophischer Gesellschaften&#13;
&#13;
- 42 -&#13;
&#13;
�International Föderation .. - International&#13;
Ladies» Garment&#13;
&#13;
International Föderation&#13;
of University Women&#13;
&#13;
Internationaler Akademischer&#13;
Frauen-Bund&#13;
&#13;
International Geographica! Internationale Geographische&#13;
Gesellschaft&#13;
Union&#13;
&#13;
IHA&#13;
&#13;
ILB&#13;
&#13;
ILQ&#13;
&#13;
ILGWU&#13;
&#13;
International Kealth&#13;
Division of the&#13;
Rockefeller Foundation&#13;
&#13;
Weltgesundheitsabteilung der&#13;
Roekefeller-Stiftung&#13;
&#13;
International Hotel&#13;
Association&#13;
&#13;
Internationaler Hotelierverband&#13;
&#13;
International Hylean&#13;
Amazon Institute&#13;
&#13;
Internationales Institut zur&#13;
Erforschung des AmazonasStromgebietes&#13;
&#13;
International Institute&#13;
for Intellectual&#13;
Cooperation&#13;
&#13;
Internationales Institut für&#13;
geistige Zusammenarbeit&#13;
&#13;
International Institute&#13;
of Agriculture&#13;
&#13;
Internationales Landwirtschaftliches Institut(gegr.&#13;
1905» SitzsRomt 1948 von der&#13;
FAO übernommen)&#13;
&#13;
International Labor&#13;
Board&#13;
&#13;
Internationaler Ausschuß für&#13;
Arbeitsfragen&#13;
&#13;
International Labor&#13;
Office&#13;
&#13;
Internationales Arbeitsamt&#13;
(Sekretariat der ILO in Genf|&#13;
Generaldirektort David A*&#13;
Morse)&#13;
&#13;
International Labor&#13;
Organization&#13;
&#13;
Internationale Arbeits-Organisation (gegr. 1919t Sitz:&#13;
Genf| Generaldirektor:&#13;
David A.Morse)&#13;
&#13;
International Labor&#13;
Relations Committee&#13;
(AFL)&#13;
&#13;
Ausschuß für Internationale?&#13;
Beziehungen der Arbeiterschaft (der AFL)&#13;
&#13;
International Ladies*&#13;
Garment lorkers Union&#13;
(AFL)&#13;
&#13;
Gewerkschaft der Arbeiter der&#13;
Damenbekleidungsindustrie&#13;
(Sitz: New York| etwa&#13;
300 500 Mitgliedert der AFL&#13;
angeschlossentPräsldent:&#13;
David Dubinsky)&#13;
&#13;
- 43 -&#13;
&#13;
�International Law - International Society&#13;
&#13;
ILA&#13;
&#13;
International Law&#13;
Association&#13;
&#13;
Gesellschaft für Internationales Recht&#13;
&#13;
IMO&#13;
&#13;
International&#13;
Meteorological&#13;
Organization&#13;
&#13;
Internationale Meteorologische&#13;
Organisation (Sitz: Lausannej&#13;
soll später in die geplante&#13;
WMO der Vereinten Nationen&#13;
überführt werden)&#13;
&#13;
International Military&#13;
Tribunal&#13;
&#13;
Internationales Militärtribunal(8.8.45 bis 31.8.46 in&#13;
Nürnberg! Aburteilung der&#13;
deutschen Hauptkriegsverbrecher)&#13;
&#13;
IMF&#13;
&#13;
International&#13;
Monetary Fund&#13;
&#13;
Internationaler Währungs-Fonds&#13;
(gegr. 1945| Sitz:Washingtont&#13;
Aufgaben: Förderung der Zusammenarbeit bei der Lösung&#13;
vonWährungsproblemen, Behebung&#13;
auftretender Zahlungsschwierigkeiten durch Devisenumtausch)&#13;
&#13;
INS&#13;
&#13;
International News&#13;
Service&#13;
&#13;
INS8 (Große am.Nachrichtenagentur! gegr. 1909 von William&#13;
Randolph Hearsti Sitzt&#13;
New York)&#13;
&#13;
IOJ&#13;
&#13;
International&#13;
Organization of&#13;
Joumalists&#13;
&#13;
Internationaler Journalistenverband&#13;
&#13;
IRO&#13;
&#13;
International Refugee&#13;
Organization&#13;
&#13;
Internationale Fluchtlingsorganisation (Sonderorganisation der UNjr gegr. 19481&#13;
Sitz:Genf| Generaldirektor:&#13;
William Hallam Tuck, TT.S.A.)&#13;
&#13;
IRQ-Reparat ions&#13;
Director&#13;
&#13;
Leiter der Wiedergutmaehungsabteilung der IRO&#13;
&#13;
International Reseue&#13;
and Relief Committee&#13;
&#13;
Internationales Rettunge- und&#13;
Hilfskomitee&#13;
&#13;
International Society&#13;
for Contemporary&#13;
Music&#13;
&#13;
Internationale Gesellschaft&#13;
für zeitgenössische Musik&#13;
&#13;
ISCM&#13;
&#13;
- 44 -&#13;
&#13;
�International Statistical - International&#13;
Wnaling&#13;
&#13;
International&#13;
Statistical Institue&#13;
&#13;
Internationales Statistisches&#13;
Amt (gegr. 1885} Sitz:&#13;
D e n Haag)&#13;
&#13;
International Student&#13;
Service&#13;
&#13;
Internationales S t u d e n t e n werk&#13;
&#13;
International Sugar&#13;
Council&#13;
&#13;
Weltzuckerrat (gegr. 1 9 3 7 |&#13;
Sitz:London)&#13;
&#13;
ITU&#13;
&#13;
International&#13;
cation Union&#13;
&#13;
Internationale Union für das&#13;
Fernmeldewesen (Sonderorganisation der UN, ehemals des&#13;
Völkerbunds; gegr. 1 9 3 2 ;&#13;
Sitz: Genf;.Sekretär:&#13;
F. v o n Ernst,Schweiz)-&#13;
&#13;
in&#13;
&#13;
International Theater&#13;
Institute&#13;
&#13;
Internationales T h e a t e r - I n s t i tut&#13;
&#13;
ITA&#13;
&#13;
International Tourist&#13;
Association&#13;
&#13;
Internationaler T o u r i s t e n Verband&#13;
&#13;
ITS&#13;
&#13;
International Traeing&#13;
Service&#13;
&#13;
Internationaler Suchdienst&#13;
(gegr. 1948; Sitz: A r o l s e n ;&#13;
wird finanziell v o n der&#13;
IRQ unterstützt)&#13;
&#13;
ITO&#13;
&#13;
International Trade&#13;
Organization&#13;
&#13;
Welthandelsorganisation (Sonderorganisation der U N ; Im&#13;
Entstehen begriffen)&#13;
&#13;
International&#13;
Campaign&#13;
&#13;
Internationaler T u b e r k u l o s e feldzug&#13;
&#13;
IÜOTO&#13;
&#13;
Telecommuni&#13;
&#13;
Tuberculosi&#13;
&#13;
International Union&#13;
&#13;
Am.Gewerkschaft mit Sbhwestergewerkschaften in Kanada&#13;
&#13;
International Union of&#13;
Official Travel&#13;
Organizations&#13;
&#13;
Internationaler Bund amtlicher&#13;
Reisebüros und Verkehrsorganisationen (Sitz:London| G e neralsekretär: F.M.Morin)&#13;
&#13;
International Union of&#13;
the United Automobile,&#13;
Aircraft and&#13;
Agricultural Implement&#13;
Workers of America&#13;
&#13;
Gewerkschaft der Arbeiter der&#13;
am.Auto-, Flugzeug- und&#13;
t,ar;'! •/ i .rt schuf ü dmaäcb 11 :.ön&#13;
Industrie (CIO; S i t z : Detroit|&#13;
etwa 1 052 000.Mitglieder)&#13;
&#13;
International Wnaling&#13;
Commission&#13;
&#13;
Internationale Walfang-Kommission (gegr. 1948s Sitz:&#13;
London; Generalsekretär:&#13;
A.T.A.-Dobson)&#13;
&#13;
45 -&#13;
&#13;
�International Wheat - Interstate Commerce&#13;
&#13;
International Wheat&#13;
Council&#13;
&#13;
Weltweizenrat (gegr. 1942;&#13;
Sitz:London)&#13;
&#13;
International Women'a&#13;
Alliance&#13;
&#13;
Internationaler Frauenverband&#13;
&#13;
Interstate Commerce&#13;
Commission&#13;
&#13;
Binnenverkehrsausschuß (selbständige Bundesbehörde,Leiter:&#13;
G.Monroe Johnson)&#13;
&#13;
- 46 -&#13;
&#13;
�Jewish Committee - Judieiary Committee&#13;
&#13;
Jewish Committee&#13;
&#13;
Am.Jüdisches Komitee (siehe:&#13;
Am, Jewish Committee)&#13;
&#13;
Jewish Congresa&#13;
&#13;
Am.Jüdischer Kongreß (siehe*&#13;
Am.Jewish Congress)&#13;
&#13;
Joint Brazil-United State* Brasilianischramerikaniseher&#13;
Ausschuß für die wirtschaftTechnical Commission&#13;
liche Entwicklung Brasiliens&#13;
on Economic Development&#13;
of Brazil&#13;
JEIA&#13;
&#13;
JPB&#13;
&#13;
JAG&#13;
&#13;
Joint Export-Import&#13;
Ageney&#13;
&#13;
Vereinigte Export-ImportAgentur (der Alliierten Militärregierung für Deutschland»&#13;
Nach Übernahme durch die Alliierte Hockommission liquidiert)&#13;
&#13;
Joint Chiefs of Staff&#13;
&#13;
Die Stabchefs der amerikan.&#13;
Verteidigungsstreitkräfte&#13;
(Rat der Stabchefs der Armee,&#13;
der Marine,der Luftstreitkräfte! untersteht direkt&#13;
dem ü.S.-Verteidigungsministerium)&#13;
&#13;
Joint Planning Board&#13;
&#13;
Gemischter Planungsausschuß&#13;
(auch: Planungsamt)&#13;
&#13;
Joint Staff&#13;
&#13;
Generalstab der amerikan.Verteidigungsstreitkräfte (untersteht den Joint Chiefs of&#13;
Staff m Stabschefs der am.&#13;
Verteidigungsstreitkräfte und&#13;
setzt sich aus dem Chef des&#13;
Generalstabs und 210 Offizieren der Armee,Marine und Luftstreitkräfte zusammen)&#13;
&#13;
Judge Advocate&#13;
General&#13;
&#13;
Chef der Rechtsabteilung (im&#13;
Sonderstab - Special Staff des Staatssekretariats für die&#13;
Armee im U.S.-Verteidigungs*ministeriumf z.Zt. Maj.Gen.&#13;
Thomas H.Green)&#13;
&#13;
Judieiary Committee&#13;
&#13;
Justizausschuß&#13;
&#13;
- 47 -&#13;
&#13;
�Junior Chamber of Co. -&#13;
&#13;
i&#13;
&#13;
JCI&#13;
&#13;
Junior Chamber Int.&#13;
&#13;
Junior Chamber of&#13;
Commerce&#13;
&#13;
Am. Junioren-Handelskammerr&#13;
(gegr. 1920J Sitz:Tulsa,&#13;
Okla.j 160 000 Mitglieder»&#13;
Verbandszeitschrifts "Future"—&#13;
Zukunft)&#13;
&#13;
Junior Chamber&#13;
International&#13;
&#13;
Internationale Junioren-Kammer (SitzsBrüsselj europäischer Vizepräsident«&#13;
Van der Vlietj Verband der&#13;
nichtselbständigen Kaufleute&#13;
und Gewerbetreibenden} Aufgäbet&#13;
Förderung des betriebswirtschaftlichen und wirtaehafts«politisehen Interesses)&#13;
&#13;
- 48 -&#13;
&#13;
�K&#13;
&#13;
Kans.&#13;
&#13;
Kansas&#13;
&#13;
Bundesstaat Kansas&#13;
(Hauptstadt: Topeka)&#13;
&#13;
Ky,&#13;
&#13;
Kentucky&#13;
&#13;
Bundesstaat Kentucky&#13;
(Hauptstadt: Frankfort)&#13;
&#13;
~» 4.9 =&#13;
&#13;
�Labor Division - league of Women&#13;
&#13;
LPA&#13;
&#13;
Labor Division&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
Abteilung Gewerkschaftsfragenf&#13;
untersteht dem Amt für Arbeitsfragen (Office of Labor&#13;
Affairs) imAmt des am.Hochkommissars für Deutschland&#13;
(Office of the High&#13;
Gommissioner)&#13;
&#13;
Labor Management Panel&#13;
(National)&#13;
&#13;
Rat für Arbeitgeber-Arbeitnehmerfragen(geschaffen durch&#13;
Labor Management Relations&#13;
Act (1947). Berät den Direktor des Bundesvermittlungs—&#13;
und Schlichtungsdienstes&#13;
(Föderal Mediation and Coneiliation Service) in Prägen&#13;
der Arbeitgeber-Arbeitnehmer—&#13;
beziehungen)&#13;
&#13;
Labor Management&#13;
Relations Act&#13;
&#13;
Gesetz zur Regelung der Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehungen (1947)&#13;
&#13;
Labor Press Association&#13;
&#13;
Verband der Gewerkschaftspresse&#13;
&#13;
Land Commissioners for&#13;
Bavaria (Hesse,Wuerttemberg-Baden,Bremen)&#13;
&#13;
Die Landeskommissare für&#13;
Bayern (Hessen,WürttembergBaden,Bremen)», unterstehen&#13;
unmittelbar dem Amt des am.&#13;
Hochkommissars für Deutschland (Office of the.High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
League of Women Votera&#13;
of the Oity of New York&#13;
&#13;
Liga der Wählerinnen der Stadt&#13;
New York (gegr. 1920| Sitzt&#13;
New York| 3 300 Mitglieder)&#13;
&#13;
League of Women Toters&#13;
of New York State&#13;
&#13;
Liga der Wählerinnen des Staates New York (gegr. 1901 als&#13;
N.Y»State Women Suffrage&#13;
Association! Namensänderung&#13;
1919,SitztNew Yorkj&#13;
9 500 Mitglieder) .&#13;
&#13;
League of Women Voters&#13;
of the U.8»&#13;
&#13;
Liga der amerikan.Wählerin nen (gegr» 1920t Sitz:&#13;
Washingtoni 89 000 Mitglieder)&#13;
&#13;
50&#13;
&#13;
�Legal Advice = Lutheran&#13;
&#13;
Legal Advice&#13;
Division (HICOG)&#13;
&#13;
Rechtsberatungsabteilung (Leiter: Richard D« Kearney;, untersteht dem Justizamt (Offlos&#13;
of General Counsel) im Amt des&#13;
am» Hochkommissars für Deutsch»&#13;
land (Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
Legal Committee of UN&#13;
General Assembly&#13;
&#13;
Rechtsaussohuß der UF-YollVersammlung&#13;
&#13;
Legislation Division&#13;
&#13;
Abteilung Gesetzgebung (Leitart&#13;
JoJaBarront untersteht dem&#13;
Justizamt (Office of General&#13;
Counsel) im Amt des am.Hochkommissars für Deutschland Offios of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
Letters Abroad&#13;
&#13;
Korrespondenzzirkel "Briefe ins&#13;
Ausland" (Sitzt Philadelphia!&#13;
priVo Organisation)&#13;
&#13;
Library of Cengress&#13;
&#13;
Kongreflbüoherei&#13;
&#13;
Library of&#13;
International Relations&#13;
&#13;
Bibliothek für Auelandabeziehungen(in Chicago)&#13;
&#13;
Lioenaed Agenoies for&#13;
Relief in Asia&#13;
&#13;
Gruppe der für Asien zugelassenen Hilfsorganisationen (entspricht CRALOG für Deutschland)&#13;
&#13;
Life Insurance&#13;
Association of America&#13;
&#13;
Verband der amerikan&lt;&gt;Lebensversicherunga-Gesellsohaften (gegr&lt;&gt;&#13;
1906| 91 Mitgliedsgesellschaften| Sitzt New Tork)&#13;
&#13;
Local&#13;
&#13;
Ort skarteil,Ort sve rband&#13;
(einer Gewerkschaft)&#13;
&#13;
Local Brauch&#13;
&#13;
Ortsverband|( besobei Gewerkschaften)&#13;
&#13;
Louisiana&#13;
Lutheran World Relief&#13;
&#13;
Bundesstaat Louisiana&#13;
(HauptStadtt Baton Rouge)&#13;
Lutherische Welthilfe (Hilfsorganisation der lutherischen&#13;
Kirchen in UoS.A»)&#13;
&#13;
- 51 -&#13;
&#13;
�Maine&#13;
&#13;
Michigan&#13;
M&#13;
&#13;
Maine&#13;
&#13;
Bundesstaat Maine&#13;
(Haupt stadt:Augusta)&#13;
&#13;
Management Labor Policy&#13;
Committee&#13;
&#13;
Komitee für Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Politik&#13;
Abteilung Arbeitskräfte (Leiter: Karl Beckner), untersteht&#13;
dem-Amt für Arbeitsfragen&#13;
(Office of Labor Affairs) im&#13;
Amt des am»-Hochkommissars für&#13;
Deutschland (Office of the&#13;
High Commissioner)&#13;
&#13;
• Manpower Division&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
March of Dirnes&#13;
&#13;
Pfennigparade (alljährliche&#13;
Sammelaktion zur Bekämpfung&#13;
der spinalen Kinderlähmung)&#13;
&#13;
Maritime Commission (U.S.)&#13;
&#13;
U.S&lt;»-Schiffahrts-Komission&#13;
(selbständige Bundesbehörde,&#13;
geschaffen 194-6| Aufgaben:&#13;
Förderung des U.S»-Außenhandels, der Handelsmarinej; die&#13;
Kommisaion behandelt Prägen&#13;
der Küstenverteidigung, des&#13;
Seerechts, usw. Leiter:&#13;
Maj. Gen. Philip B. Fleming)&#13;
&#13;
Md. Maryland&#13;
&#13;
Blindesstaat Maryland (Hauptstadt: Annapolis)&#13;
&#13;
Mass* Massachusetts&#13;
&#13;
Bundesstaat Massachusetts&#13;
(Hauptstadt: Boston)&#13;
&#13;
MP&#13;
&#13;
Maternity Center&#13;
Association&#13;
&#13;
Gesellschaft zur Schaffung&#13;
von Mütterberatungsstellen&#13;
&#13;
Member of Parliament&#13;
&#13;
Abgeordneter des brit.Unterhaus es&#13;
&#13;
Mennonite Service&#13;
Committee&#13;
&#13;
Mennoniten-Hilfskomitee&#13;
&#13;
MSM Metro-Goldwyn-Mayer&#13;
&#13;
Metro-Goldwyn-Mayer (große&#13;
am» Filmgesellschaft)&#13;
&#13;
Mich. Michigan&#13;
&#13;
Bundesstaat Michigan (Hauptstadt: Lansing)&#13;
&#13;
- 52 -&#13;
&#13;
�Miles per hour - Military Staff&#13;
&#13;
m.p.h.&#13;
&#13;
Miles per hour&#13;
&#13;
Meile/st. (1 Meile = 1,6095 km)&#13;
&#13;
MATS&#13;
&#13;
Military Air Transport&#13;
Service&#13;
&#13;
Lufttransportdienst der U.S.Luftstreitkräfte (Kommando:&#13;
Andrews Air Force Base,&#13;
Washington? Cheft Maj.Gen.&#13;
William E»Kepnee)&#13;
&#13;
MAP&#13;
&#13;
Military Assistance&#13;
Pacts&#13;
&#13;
Waffenhilfspakte (Gesamtheit&#13;
der Abkommen mit den Nordatlantikpakt-Staaten)&#13;
&#13;
MAP&#13;
&#13;
Military Assistance&#13;
Program&#13;
&#13;
Waffenhilfsprogramm (Okt.49&#13;
vom U.So-Kongreß verabschiedet, sieht Kriegsmateriallieferungen im Werte von 1,3 Milliarden Dollar an die Atlantikpakt Staaten,Türkei,Griechenland, China,Südkorea,&#13;
Philippinen und Iran vor)&#13;
&#13;
Military Division&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
Militärabteilung, untersteht&#13;
dem am. Element (U.S. Element&#13;
Military Security Board) des&#13;
militärischen Sicherheitsamtes,&#13;
das unmittelbar dem Amt des&#13;
am. Hochkommissars für Deutschland (Office of the High&#13;
Commissioner) verantwortlich&#13;
ist.&#13;
&#13;
Military Liaison&#13;
Committee to the&#13;
Atomic Energy&#13;
Commission&#13;
&#13;
Militärischer Verbindungsstab&#13;
zur U.S.-Atomenergie.Kommission (Abt. des U.S.-Verteidigungsministeriumsj Leit e n Robert LeBaron)&#13;
&#13;
MP&#13;
&#13;
Military Police&#13;
&#13;
Militärpolizei&#13;
&#13;
MSB&#13;
&#13;
Military Security&#13;
Board (for Western&#13;
Germany)&#13;
&#13;
Militärisches Sicherheitsamt&#13;
für Westdeutschland (geschaffen&#13;
16.12.48|Aufgäbet Aufrechterhaltung d0 Entwaffnung in den Westzonen und Durchführung von&#13;
Inspektionen! setzt sich zusammen aus dem Franz.,dem&#13;
Brito und dem Amerik. Element)&#13;
&#13;
MSC&#13;
&#13;
Military Staff&#13;
Committee (of&#13;
Security Conncil)&#13;
&#13;
Generalstab des Sicherheitsrates (Mitglieder: Die Generalstabschefs der ständigen Mitglieder desf.Sicherheitsrats)&#13;
- 53 -&#13;
&#13;
�Mine Workers -&#13;
&#13;
Mutual Defense&#13;
&#13;
Mine Workers of&#13;
America(United)&#13;
&#13;
Vereinigte Bergarbeitergewerkschaft (unabhängige Gewerkschaftj&#13;
etwa 600 000 Mitglieder! Präsident: John L. Lewis)&#13;
&#13;
Miners Weifare Fund&#13;
&#13;
Wohlfahrtsfonds der Vereinigten&#13;
Bergarbeitergewerkschaft&#13;
&#13;
Minn.&#13;
&#13;
Minnesota&#13;
&#13;
Bundesstaat Minnesota&#13;
(Hauptstadt: St.Paul)&#13;
&#13;
Miss.&#13;
&#13;
Mississippi&#13;
&#13;
Bundesstaat Mississippi&#13;
(HauptStadt$ Jackson;&#13;
&#13;
Mo.&#13;
&#13;
Missouri&#13;
&#13;
Bundesstaat Missouri&#13;
(Hauptstadt:Jefferson City)&#13;
&#13;
Missouri Basin Inter&#13;
Ägency Committee&#13;
&#13;
Missouribeeken-Koordinierungsausschuß&#13;
&#13;
Montana&#13;
&#13;
Bundesstaat Montana&#13;
(Hauptstadt: Helena)&#13;
&#13;
Monthly Bulletin of&#13;
Statistics&#13;
&#13;
Statistische Monatsblätter der&#13;
UN (herausgegeben vom Sekretariat der UN)&#13;
&#13;
Motion Pieture Export&#13;
Association&#13;
&#13;
AnuFilmexportgesellschaft&#13;
&#13;
Motion Pieture&#13;
Pioneers&#13;
&#13;
Gesellschaft der Filmpioniere&#13;
&#13;
Motion Pieture Relief&#13;
Fund&#13;
&#13;
Filmhilfsfonds&#13;
&#13;
Munitions Board&#13;
&#13;
Allgemeines Beschaffungsamt&#13;
(Abt. des U.S.-Verteidigungsministeriums,Leiter: Hubert&#13;
E.Howard)&#13;
- .&#13;
&#13;
Music Critic*s Circle&#13;
of New York City&#13;
&#13;
Vereinigung der New Yorker&#13;
Musikkritiker&#13;
&#13;
Mutual Defense&#13;
Assistance Act&#13;
&#13;
Gesetz zur gegenseitigen&#13;
Verteidigungshilfe&#13;
&#13;
UMW&#13;
&#13;
Mont.&#13;
&#13;
MPEA&#13;
&#13;
- 54 -&#13;
&#13;
�Narcotic Drugs - National Broadcasting&#13;
&#13;
N&#13;
&#13;
Narcotie Drugs Commisslon&#13;
(of UN-ECOSOC)&#13;
&#13;
Bauschgiftkommission (des&#13;
Wirtschafte- und Sozialstes der UN)&#13;
&#13;
National Aeademy of&#13;
Sciences&#13;
&#13;
Am.Bundesakademie der NaturWissenschaften (selbständige Bundesbehörde| gegr.&#13;
1863I SitztWashington,&#13;
431 Mitglieder)&#13;
&#13;
National Advisory Cancer&#13;
Council&#13;
&#13;
Am.Rat für Krebsforschung&#13;
&#13;
National Aeronautie&#13;
Association&#13;
&#13;
Am.Aeronautische Gesellschaft (gegr. 1922|, Sitz:&#13;
Washington! 22 000 Mitglieder)&#13;
&#13;
National Ameriean Women&#13;
Suffrage Association&#13;
&#13;
Am.Gesellschaft für Frauenwahlreeht (siehe: League&#13;
of Women YoterB)&#13;
&#13;
National Association for&#13;
the Advancement of Colored&#13;
People&#13;
&#13;
Verband zur Förderung Farbiger Amerikaner (gegr. 1909»&#13;
SitztNew York, 500 000 Mitglieder)&#13;
&#13;
National Association for&#13;
Foreign Student Advisers&#13;
&#13;
Am.Gesellschaft zur Beratung ausländischer Studenten&#13;
&#13;
NAHB&#13;
&#13;
National Association&#13;
of Home-Builders&#13;
&#13;
Am .Bauunt ernehmerverband&#13;
&#13;
NALAO&#13;
&#13;
National Association of&#13;
Legal Aid Organizations&#13;
&#13;
Am.Verbard der Rechtshilfeorganisationen (gegr.. 1911|&#13;
SitztNew York)&#13;
&#13;
NAM&#13;
&#13;
National Association of&#13;
Manufacturers&#13;
&#13;
Verband am. Fabrikanten&#13;
(gegr. 1895| SitztNew Yorkf&#13;
14 500 Mitglieder)&#13;
&#13;
National Board of Plre&#13;
Unterwriters&#13;
&#13;
Am.Verband der FeuerversieherungsgeSeilschaften&#13;
(gegr. 1866| SitztNew Yorki&#13;
192 Mitgliedgesellschaften)&#13;
&#13;
National Broadcasting&#13;
Company&#13;
&#13;
NBC (eine der größten am.&#13;
Rundfunkgesellschaften mit&#13;
Sendern in Nord- und Südamerika)&#13;
&#13;
NBC&#13;
&#13;
- 55 -&#13;
&#13;
�National Bureau - National Committee&#13;
&#13;
NCWC&#13;
&#13;
National Bureau of&#13;
Standards&#13;
&#13;
Bundesamt für technische Normen&#13;
(im U.S.-Handelsministerium)&#13;
physikalisehteehnisehe Bundesbehörde für Grundlagenforschung&#13;
und Eichungt Sitz:Washington)&#13;
&#13;
National Cancer&#13;
Institute&#13;
&#13;
Am.Institut für Krebsforschung&#13;
(Bundesbehörde, dem Public&#13;
Health Service angeschlossen)&#13;
gegr. 1937 durch Kongreßbeschluß)&#13;
&#13;
National Capital&#13;
Housing Authority&#13;
&#13;
Wohnungsbehörde der Bundeshauptstadt (selbst.Bundesbehörde)&#13;
überwacht die Bautätigkeit im&#13;
Stadtgebiet von Washington und&#13;
sorgt in Krisenzeiten für die&#13;
Unterbringung von Schlüsselpersonal); gegr. 1934)&#13;
&#13;
National Catholie&#13;
Weifare Conference&#13;
&#13;
Am.Katholischer Wohlfahrtsverband (gegr. 1919)Sitz:&#13;
Washington) priv. Gesellschaft&#13;
unter Leitung von Bischöfen auf&#13;
erzieherischem u. sozialem&#13;
Gebiet) Hilfe für Einwanderer)&#13;
&#13;
National Civil Service&#13;
League&#13;
&#13;
Am. Beamtenbund (gegr. 1881)&#13;
3 000 Mitgliedert Sitz:&#13;
New York)&#13;
&#13;
National Citizens&#13;
Commission for the&#13;
Public Sehhools&#13;
&#13;
Am. Bürgerausschuß für die Öf- •&#13;
fentlichen Schulen&#13;
&#13;
National Coal&#13;
Association&#13;
&#13;
Am. Kohlenverband (gegr. 1917|&#13;
Sitz:Washington)&#13;
&#13;
National Commission for&#13;
UNESCO (U.S.)&#13;
&#13;
Am.UNESCO-Kommission (30.7.46&#13;
geschaffen) setzt sich zusammen&#13;
aus Mitgliedern priv. Organisationen, Beauftragten der am»&#13;
Bundesregierung,Vertretern einzelstaatlicher und kommunaler&#13;
Erziehungsbehörden sowie außerordentlichen Delegierten)&#13;
&#13;
National Committee on&#13;
the Cause and Cure&#13;
of War&#13;
&#13;
Am.Gesellschaft zur Erforschung&#13;
und Beseitigung von Kriegsursachen&#13;
&#13;
- 56 -&#13;
&#13;
�1&#13;
National Committee - National Defense Council&#13;
&#13;
National Committee for&#13;
Free Europe&#13;
&#13;
Am.Komitee für ein Freies&#13;
Europa&#13;
&#13;
National Committee on&#13;
Mental Health&#13;
&#13;
Am.Ausschuß für Geisteshygiene&#13;
&#13;
National Community&#13;
Am.Beirat für GemeinschaftsbeRelations Advisory Council Ziehungen (vertreten im&#13;
Coordinating Council for the&#13;
Democratization of Germany)&#13;
&#13;
NCC&#13;
&#13;
National Community&#13;
Service Committee of&#13;
CIO&#13;
&#13;
Landesausehuß für Gemeinsohaftshilfe des CIO&#13;
&#13;
National Conference of&#13;
Christians and&#13;
Jews&#13;
&#13;
Am.Christlich-Jüdiseher Verband (gegr. 1918| Sitz:&#13;
New Yorkj 600 000 Mitglieder)&#13;
&#13;
National Congress of&#13;
Parents and Teachers&#13;
&#13;
Am.Eltern- und Lehrervereinigung (gegr* 1897t Sitz*&#13;
Chicago. 111.| 4,5-Mill Mitglieder; .&#13;
&#13;
National Convention&#13;
&#13;
Nationalkonvent (auch: Landeskonvent, Landestagung der Parteien, Gewerkschaften,Verbände und Vereine)&#13;
&#13;
National Cotton&#13;
Council of America&#13;
&#13;
Am. Baumwollrat (priv.Verband&#13;
der amerikan. Baumwollerzeugerj&#13;
gegr. 1938i Sitz: Memphis,&#13;
Tenn.1 300.Mitglieder)&#13;
&#13;
National Council of&#13;
Negro Women&#13;
&#13;
Am. Negerfrauenverband&#13;
&#13;
National Council of the&#13;
Non-Communistic Finance&#13;
Workers Trade Union&#13;
&#13;
Nationalrat der nieht-kom—&#13;
munistisch-orientierten Finanzangestelltengewerkschaft -&#13;
&#13;
National Defense&#13;
Council (Council of&#13;
National Defense)&#13;
&#13;
Am. Verteidigungsrat (gegr.&#13;
1916 auf Grund des Army&#13;
Appropriations-Gesetze&amp;i&#13;
erloschen)&#13;
&#13;
- 57 -&#13;
&#13;
�National Defense Mediation - National&#13;
Foundation&#13;
&#13;
NEA&#13;
&#13;
NFTC&#13;
&#13;
National Defense&#13;
Mediation Board&#13;
&#13;
Schliehtungsausschuß für die&#13;
Landesverteidigung (gegr.&#13;
März 1941! setzte sich zus.&#13;
aus Vertretern der Gewerkschaften, der Unternehmer u.&#13;
der Öffentlichkeit! ging im&#13;
November 1941 in den National&#13;
War Labor Board überj s.dort)&#13;
&#13;
National Edueation&#13;
Association&#13;
&#13;
Am.Pädagogenverband (Sitz*&#13;
Washington! gegr. 1857|&#13;
440 000 Mitglieder)&#13;
&#13;
National Farm Chemurgie&#13;
Council&#13;
&#13;
Am.Rat für Landwirtschaftsehemie&#13;
&#13;
National Föderation&#13;
of American Shipping&#13;
&#13;
Am. Reederverband (Sitz:&#13;
Washington)&#13;
&#13;
National Föderation&#13;
of Business and&#13;
Professional Women'a&#13;
Clubs&#13;
&#13;
Am.Bund der Klubs berufstätiger Frauen (gegr. 19191&#13;
140 00Q Mitgliedert Sitzt&#13;
New lork)&#13;
&#13;
National Föderation of&#13;
Colored Women* s Clubs&#13;
&#13;
Vereinigung am.Negerfrauenklubs&#13;
&#13;
National Föderation of&#13;
Telephone Workers&#13;
&#13;
Am. Telephonarbeitergewerksehaft (siehe Telephon Workers usw.)&#13;
&#13;
National Foreign Trade&#13;
Council&#13;
&#13;
Am. Außenhandelsrat (priv.&#13;
Vereinigung amerik. Wirtschaftler zur Förderung der amerik«&#13;
Außenhandelsbeziehungen, unterhält eigene Ausschüsse„ z.B.&#13;
Deutschland-Ausschuß etc.).&#13;
&#13;
National Foundation for&#13;
Infantile Paralysis&#13;
&#13;
Am. Fonds zur Bekämpfung der&#13;
spinalen Kinderlähmung (gegr.&#13;
1938 von Franklin D.Roosevelt,,&#13;
gespeist aus freiwilligen Spenden - "March of DimesM - ,"„&#13;
unterstützt Forschungen und&#13;
Aufklärung, sowie an Kinderlähmung Erkrankte! Sitz:New York)&#13;
&#13;
- 58 -&#13;
&#13;
�National Geographie - National Lab„RelatIons Act&#13;
&#13;
NIRA&#13;
&#13;
National Geographie&#13;
Society&#13;
&#13;
Am. Geographische Gesellschaft&#13;
(gegr0 1888t Sitz:Washington!&#13;
1,8 MilloMitgliederfGesellschaft zur Forderung erdkundlicher Kenntnisse^ ForschungsexpaditIonen in aller Welt)&#13;
&#13;
National Industrial&#13;
Conference&#13;
&#13;
AÄQIndustrieausschuß (gegr»&#13;
191«! S*ts* New York*&#13;
3 000 Mitglieder)&#13;
&#13;
National Industrial&#13;
Recovery Act&#13;
&#13;
Gesetz zur Wiedergesundung&#13;
der am&lt;&gt; Industrie (angenommen 1933| stärkste Stütze&#13;
der Wirtschaftsreformen des&#13;
New Beal| hob Anti-Trust"Gesetze auf«, Zusammenarbeit der&#13;
Industrie unter Regierungsaufsieht»Gewerkschaften er»&#13;
hielten das Recht zu Kollektivverhandlungen$ 1933 vom&#13;
Obersten lundesgericht als&#13;
verfassungswidrig aufgehoben)&#13;
Am.Institut für Kunst u.&#13;
Wissenschaft (gegro 1898&#13;
dursh die American Science&#13;
Association! 250 Mitglieder!&#13;
iitzt New York)&#13;
&#13;
National Institute of&#13;
Arte and Letters&#13;
&#13;
NJAO&#13;
&#13;
NLRA&#13;
&#13;
National Institute of&#13;
Mental Health&#13;
&#13;
Arno Institut für Geisteshygiene&#13;
&#13;
National Joint Advisory&#13;
Council&#13;
&#13;
Am0 Gemischter Beirat für&#13;
Arbeitsfragen&#13;
&#13;
National Labor&#13;
Management Panel&#13;
&#13;
Rat für Arbeitgeber-Arbeitnehmerfragen (siehe auch«&#13;
Labor Management Panel)&#13;
&#13;
National Labor&#13;
Relations Act&#13;
&#13;
Gesetz für Arbeitgeber-Arbeit«&#13;
nehmerbeziehungen (1933&#13;
erlassen} garantiert Arbeitnehmarn das Recht» eigene&#13;
Organisationen zu bilden u»&#13;
durch deren Repräsentanten&#13;
Kollektiwerhandlungen zu&#13;
führen)&#13;
&#13;
- 59 -&#13;
&#13;
�National Lab. Relatione - National Needlecraft&#13;
&#13;
NLEB&#13;
&#13;
National Labor Relatione&#13;
Board&#13;
&#13;
Am.Ausschuß für ArbeitgeberArbeitnehmer-Beziehungen&#13;
(durch Kongreßbeschluß 1934&#13;
geschaffener Ausschuß zur&#13;
Beilegung von Kontroversen&#13;
zwischen Arbeitgebern und&#13;
Arbeitnehmern)&#13;
&#13;
NLWV&#13;
&#13;
National League of&#13;
Women Voters&#13;
&#13;
Liga der amerik.Wählerinnen&#13;
(siehe unter: League of&#13;
Women Voters of the U.S.)&#13;
&#13;
NLRB&#13;
&#13;
Newspaper Leaeea Review&#13;
Board&#13;
&#13;
Revisionsausschuß für Zeitungspachtverträge&#13;
&#13;
Newspapere Guild&#13;
(American)&#13;
&#13;
Am.Zeitungsgilde(dem CIO&#13;
angeschlossene Gewerkschaft&#13;
der Zeitungsangestelltenj&#13;
25 000 Mitglieder! Sitz:.&#13;
New York)&#13;
&#13;
National Mental Health&#13;
Act&#13;
&#13;
Gesetz zur Förderung der&#13;
Geisteshygiene (1946 vom&#13;
Kongreß erlassen; schuf auch&#13;
das National Mental Health&#13;
Institute zur Erforschung und&#13;
Behandlung von Geisteskrankheiten)&#13;
&#13;
National Mental Health&#13;
Fo-ondation&#13;
&#13;
Am.Stiftung für Geisteshygiene&#13;
&#13;
National Mental Health&#13;
Institute&#13;
&#13;
Am.Institut für Geisteskrankheiten (siehe auch: National&#13;
Mental Health Act)&#13;
&#13;
National Military&#13;
Establishment (auch:&#13;
Department of Defense)&#13;
&#13;
U.S.-Verteidigungsministerium&#13;
(geschaffen am 26.7.47 durch&#13;
Kongreßbeschlußj Leiter:&#13;
Louis Johnson)&#13;
&#13;
National Miners Union&#13;
&#13;
Am.Bergarbeitergewerkschaft&#13;
(unabhängig)&#13;
&#13;
National Needlecraft&#13;
Bureau of America&#13;
&#13;
Am.Verband für Handarbeiten&#13;
&#13;
- 60 -&#13;
&#13;
�National Park - National School&#13;
&#13;
Bunde s-Nati onalparkverwaltung (Bundesamt im U.S.-Innenministerium. Aufgabet Erhaltung u.Schutz der amerik.&#13;
Nationalparks)&#13;
&#13;
National Park Service&#13;
&#13;
HPI&#13;
&#13;
Am»Petroleum-Institut (priv.&#13;
Forschungsinstitut!gegr.19191&#13;
SitzsNew Yorkf 5 600 Mitglieder)&#13;
&#13;
National PetroleumInstitute&#13;
&#13;
NPACI National Produotion&#13;
Advisory Council for&#13;
Industry&#13;
&#13;
Am.Beirat für die Industrielle Erzeugung&#13;
&#13;
NRA&#13;
&#13;
National Recovery&#13;
Admini strat i on&#13;
&#13;
Am.Wiederaufbauverwaltung&#13;
(unterstand dem Präsidenten*&#13;
überwachte Durchführung des&#13;
National Industrial Reoovery&#13;
Act, s.d.)&#13;
&#13;
National Hecreational&#13;
Association&#13;
&#13;
Am.Gesellschaft für Freizeitgestaltung (gegr. 1906| Sitzt&#13;
New Iork| 13 000 Mitglieder).&#13;
&#13;
National Research&#13;
Council&#13;
&#13;
Am. Forschungerat (selbst.&#13;
Bundesbehörde im Rahmen der&#13;
National Aoademy of Soienoes}&#13;
gegr. 1916, Sitz:Washington)&#13;
&#13;
National Resources&#13;
Planning Board&#13;
&#13;
Bundesamt für Rohstoffplanung&#13;
(während des zweiten Weltkrieges geschaffen; nunmehr&#13;
aufgegangen im National&#13;
Seourity Resources Board,&#13;
s.d.)&#13;
Am.Ausschuß für Verkehrssicherheit (gegr. 1913| Sitzt&#13;
Chicago, 111.| 7 500 Mitglieder) zusammengesetzt aus Gesellschaften und Einzelpersonen)&#13;
&#13;
National Safety Council&#13;
&#13;
National Science Teachers&#13;
Association&#13;
&#13;
Am.Verband naturwissenschaftlicher Lehrer&#13;
&#13;
National School Lunch&#13;
Program&#13;
&#13;
Am.Sehulspeisungsprogramm&#13;
&#13;
- 61 -&#13;
&#13;
�National Security - National War Labor&#13;
&#13;
NTA&#13;
&#13;
NWLB&#13;
&#13;
National Seeurity&#13;
Counoil&#13;
&#13;
Nationaler Sicherheitsrat (Bundesausschuß im Exekutivbüro des&#13;
Präsidenten als Vorsitzendem,&#13;
mit dem Vizepräsidenten, dem&#13;
Außenminister, dem Verteidigungsminister, dem Vorsitzenden des National Security&#13;
Resources Board (s.d.) u.a,&#13;
Ministern u» Staatssekretären&#13;
nach Bedarf. Geschaffen 1947.&#13;
Berät den Präsidenten in Prägen der nationalen Sicherheit)&#13;
&#13;
National Seeurity&#13;
Resources Board&#13;
&#13;
Sicherheitsausschuß für Kriegswirt Schaftsmaßnahmen (Bundesausschuß im Exekutivbüro des&#13;
Präsidenten! Vorsitzenden&#13;
William S.Symington (auch.Mitglied des National Security&#13;
Council), umfaßt sämtliche&#13;
Kabinettsnritglieder mit Ausnahme des Postmaster General&#13;
und Attorney Generali errichtet&#13;
auf Grund des National Security&#13;
Act im Jahre 1947i berät den&#13;
Präsidenten in der Erfassung&#13;
aller Reserven des Landes für&#13;
die Landesverteidigung)&#13;
&#13;
National Ski Association&#13;
(of America)&#13;
&#13;
Am. Ski-Verband (gegr.l904|&#13;
Sitz: Barre, Mass. und New York)&#13;
Vereinigung von 452 Klubs mit&#13;
50 000 Mitgliedern)&#13;
&#13;
National Tuberculosis&#13;
Association&#13;
&#13;
Am.Gesellschaft zur Bekämpfung&#13;
der Tuberkulose (gegr. 1904|&#13;
SitztNew York)&#13;
&#13;
National War Fund&#13;
&#13;
Am.Kriegsfürsorgedienst&#13;
&#13;
National War Labor&#13;
Board&#13;
&#13;
Oberstes amerik. Schiedsgericht&#13;
für Arbeitsstreitigkeiten auf&#13;
Kriegsdauer (während des 1.Weltkrieges gegründet, während des&#13;
2. Weltkrieges durch das National&#13;
Defense Mediation Board abgelöst.&#13;
Nach dessen Aufhebung vom Präsidenten 1941 neu gegründet.&#13;
Setzte sich aus Vertretern der&#13;
Gewerkschaften, der Unernehmer u. der Öffentlichkeit zusammen j entschied&#13;
über Konflikte, die die Kriegsproduktion&#13;
gefährden konnten)&#13;
- 62 -&#13;
&#13;
�Nebraska - North German&#13;
&#13;
Neb.&#13;
&#13;
Nebraska&#13;
&#13;
Bundesstaat Nebraska&#13;
(Hauptstadt: Lincoln)&#13;
&#13;
Nev.&#13;
&#13;
Nevada&#13;
&#13;
Bundesstaat Nevada&#13;
(Hauptstadt Carson City)&#13;
&#13;
N.H.&#13;
&#13;
New Hampshire&#13;
&#13;
Bundesstaat New Hampshire&#13;
(Hauptstadt Concord)&#13;
&#13;
N.J.&#13;
&#13;
New Jersey&#13;
&#13;
Bundesstaat New Jersey&#13;
(Hauptstadt Trenton)&#13;
&#13;
N.T.&#13;
&#13;
New York&#13;
&#13;
Bundesstaat New York&#13;
(Hauptstadt Albany)&#13;
&#13;
North Atlantic Pact&#13;
(treaty, alliance,&#13;
Joint defense paot)&#13;
&#13;
Nordatlantikpakt (4.4.49 von&#13;
Belgien,Kanada,Dänemark,England, Prankreich, Holland,Island,&#13;
Italien, Luxemburg,Norwegen,&#13;
Portugal und UoS.A» in&#13;
Washington unterzeichnet$ naoh&#13;
Ratifizierung am 24.8.49 in&#13;
Kraft getretenj 17.9»49 erste&#13;
Sitzung des Ausschusses für&#13;
den Nordatlantikpakt in&#13;
Washington; 27.1.50.Unterzeichnung des Abkommens zur Aufnahme der Waffenlieferungen aus&#13;
U.S.Ao ab 1.3.50| die Signatarmächte verpflichten sich u.a.,&#13;
internationale Streitigkeiten&#13;
auf friedlichem Wege zu lösen,&#13;
alles zur Erhaltung des Friedens zu tun, sich gegenseitig&#13;
zu unterstützen, sobald die&#13;
politische Unabhängigkeit und&#13;
die Sicherheit eines der Mitgliedstaaten bedroht ist oder&#13;
ein Angriff auf dessen Gebiet&#13;
erfolgt)&#13;
&#13;
N.O.&#13;
&#13;
North Carolina&#13;
&#13;
Bundesstaat Nord-Karolina&#13;
(Hauptstadt Raleigh)&#13;
&#13;
N.D.&#13;
&#13;
North Dakota&#13;
&#13;
Bundesstaat Nord-Dakota&#13;
(Hauptstadt Bismarck)&#13;
&#13;
NGCC&#13;
&#13;
North German Coal&#13;
Control&#13;
&#13;
Norddeutsche Kohlenkontrollstelle (brit.f aufgegangen int&#13;
Combined Coal Control Group)&#13;
- 63 -&#13;
&#13;
�Ocoupied - Offioe of Eduoation&#13;
&#13;
OANS&#13;
&#13;
Occupied Areas News&#13;
Service&#13;
&#13;
OANS (Bundesstaatliche Nachrichtenstelle für die besetzten&#13;
Gebietei untersteht dem U.S.Verteidigungsministeritimj Sitz:&#13;
Washington)&#13;
&#13;
Offioe of Administration&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
Amt für Verwaltungsangelegenheiten (Leiters Glenn G. Wolfe?&#13;
untersteht dem.Amt des am..&#13;
Hochkommissars für Deutschland&#13;
- Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
Office of Chief&#13;
Attorney (HICOG)&#13;
&#13;
Oberste Staatsanwaltschaft&#13;
(Oberster Staatsanwalt:&#13;
W.B. McCauleyj untersteht dem&#13;
Justizamt (Offioe of General&#13;
Counsel) im Amt des am. Hochkommissars für Deutschland Offioe of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
Office of Controller&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
Rechnungsprüfungsamt (Leiter:&#13;
Robert D. Fittman} untersteht&#13;
dem Amt für WirtSchaftsfragen&#13;
(Offioe of Economic Affairs)&#13;
im Amt des am. Hochkommissars&#13;
für Deutschland - Office of&#13;
the High Commissioner)&#13;
&#13;
Office of Domestio&#13;
Commerce&#13;
&#13;
Blinde samt für den Binnenhandel&#13;
(Abt. des U.S.-Handelsministeriums! Leiter: H.B. McCoy)&#13;
&#13;
Office of Economic&#13;
Affairs (HICOG)&#13;
&#13;
Amt für Wirtschaftsfragen (Leiter: öber+ M*.Hanesj untersteht&#13;
dem.Amt des am. Hochkommissars&#13;
für Deutschland und ist der&#13;
ECA-Sondermission (- dem ECABeauftragten für Deutschland&#13;
unterstellt -) koordiniert)&#13;
&#13;
Offioe of Education&#13;
&#13;
Bundesamt für Erziehungsfragen&#13;
(Abt. der Bundesaufsichtsbehörde für Sozialeinrichtungen&#13;
(ESA), Leiter:&#13;
Earl James McGrath)&#13;
&#13;
- 64 -&#13;
&#13;
�Office of Eduoational&#13;
&#13;
OMGUS&#13;
&#13;
- Office of Naval&#13;
&#13;
Office of Eduoational&#13;
Exchange&#13;
&#13;
Bundesamt für den Studentenaustausch (im U.So-Außenministerium| Leiter:&#13;
William G. Johnstone)&#13;
&#13;
Office of General&#13;
Counsel (HICOS)&#13;
&#13;
Justizamt (Leiter: ehester&#13;
McLainj untersteht dem Amt&#13;
des am. Hochkommissars für&#13;
Deutschland - Office of the&#13;
High Gommissioner)&#13;
&#13;
Office of Intelligence&#13;
&#13;
Amt Nachrichten u0 Abwehr&#13;
(Leiter: B.R» Shute| untersteht demAmt des am. Hochkommissars für Deutschland - Office&#13;
of the High Commissloner)&#13;
&#13;
Office of International&#13;
Information&#13;
&#13;
Allgemeines Bundesinformationsamt (Abtl. des U0So-Außenministeriumsj Leiter:&#13;
Lloyd A» Free)&#13;
&#13;
Office of International&#13;
Trade&#13;
&#13;
Bundeuuuweniiandelsamt (Abt. des&#13;
U.So-Handelsministerium} Leiter:&#13;
Raymond Co Miller)&#13;
&#13;
Office of International&#13;
Trade Poliey&#13;
&#13;
Bundesamt für Internationale&#13;
Handelspolitik (Abt. des&#13;
U.S.-Außenministeriumsi Leiter »Winthrop G» Brown).&#13;
&#13;
Office of Labor Affairs&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
Amt IUT Arbeitsfragen (Leiter: Harvey Brown} untersteht&#13;
dem.Amt des am.Hochkommissars&#13;
für Deutschland - Office of&#13;
the High Gommissioner)&#13;
&#13;
Office of Military&#13;
Government United States&#13;
&#13;
Am. Militärregierung für&#13;
Deutschland (am 21,9.49 von&#13;
HIOOG abgelöst)&#13;
&#13;
Office of Naval&#13;
Research&#13;
&#13;
Marineforschungsamt ( Abt» des&#13;
U.S.-Staatssekretariats für die&#13;
Marine} Leiter: Rear Admiral&#13;
Thorvald.Ao Solberg)&#13;
&#13;
- 65 -&#13;
&#13;
�Office of Politioal - Offioe of the Speoial&#13;
&#13;
Offioe of Politioal&#13;
Affairs (HICOG)&#13;
&#13;
Amt für Politische Angelegenheiten (Leiters James W»&#13;
Riddlebergerr untersteht dem&#13;
Amt des am. Hochkommissars&#13;
für Deutsohland - Office&#13;
of the High Commissioner)&#13;
&#13;
Offioe of Prioe&#13;
Administration&#13;
&#13;
Pr e i sprtifungsamt&#13;
&#13;
Offioe of Produotion&#13;
&#13;
Bundesamt für Produktionslenkung&#13;
&#13;
Offioe of Publio Affairs&#13;
&#13;
Bundesamt für Öffentliche&#13;
Angelegenheiten (Abt* des&#13;
UoS.-Außenministeriums»&#13;
Leiten Francis H. Rüssel)&#13;
&#13;
Offioe of Publio Affairs&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
Amt für öffentliche Angelegenheiten (Leiter: Ralph&#13;
Nicholson} untersteht dem&#13;
Amt des am» Hochkommissars&#13;
für Deutschland - Office&#13;
of the High Commissioner)&#13;
&#13;
Office of Strategie&#13;
Services&#13;
&#13;
Stab für militärische Sonderaufgaben&#13;
&#13;
Offioe of the Comptroller&#13;
for Currency&#13;
&#13;
Bundesamt für Währungsüberwachung (Abt» im UoS.-Finanzministerium)&#13;
&#13;
Office of the Executive&#13;
Secretary (HICOG)&#13;
&#13;
Amt des Exekutivsekretärs&#13;
(Leiter: James E« King.jun»!&#13;
untersteht dem Amt des am»&#13;
Hochkommissars für Deutschland - Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
Office of the Foreign&#13;
Service&#13;
&#13;
Amt für auswärtigen Dienst&#13;
(im U.Sa-Außenministerium)&#13;
&#13;
HICOG&#13;
&#13;
Offioe of the High&#13;
Commissioner for&#13;
Germany&#13;
&#13;
Amt des am»Hochkommissars für&#13;
Deutschland (John J„ McCloy)&#13;
&#13;
OSR&#13;
&#13;
Office of the Special&#13;
Repräsentative for&#13;
Europe&#13;
&#13;
Amt des U&lt;,S.-Sonderbeauftragten für den Marshallplan (Sitz:&#13;
Parisf üoS«-Verbindungsstelle&#13;
zum OEEC|Sonderbotschafter:&#13;
Wo Averall Harriman)&#13;
&#13;
OPA&#13;
&#13;
OSS&#13;
&#13;
- 66 -&#13;
&#13;
�Offioe of the Treasurer - Organization of Amerioa&#13;
&#13;
Office of the Treaeurer&#13;
&#13;
Bundesschatzamt (Abt. des&#13;
U.S.-Finanzministeriums!&#13;
Leiterin: Georgia Neese&#13;
Clark)&#13;
&#13;
Office of Yooational&#13;
Rehabilitation&#13;
&#13;
Bundesamt zur Berufsförderung der Körperbehinderten&#13;
(Abt. der Bundesaufsichtsbehörde für Sozialeinrichtungen (FSA)j Leiter:&#13;
Michael J. Shortley).&#13;
&#13;
Offioe of Vooational&#13;
Training&#13;
&#13;
Bundesamt für Berufsschulung&#13;
&#13;
Office of War Information&#13;
&#13;
Kriegsinformationsamt&#13;
&#13;
Ohio&#13;
&#13;
Bundesstaat Ohio&#13;
(Hauptstadt Golumbus)&#13;
&#13;
Oklahoma&#13;
&#13;
Bundesstaat Oklahoma&#13;
(Hauptstadt Oklahoma City)&#13;
&#13;
Operations Division&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
Operationsabteilung, untersteht dem Amt Nachrichten&#13;
u.Abwehr (Office of&#13;
Intelligence) im Amt des am.&#13;
Hochkommissars für Deutschland (Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
Operating Paoilities&#13;
Division (HTCOG)&#13;
&#13;
Verwaltungstechnische Abteilung (Leiter: William&#13;
M. Kanel} untersteht dem Amt&#13;
für Verwaltungsangelegenheiten (Office of Administration)&#13;
im Amt des am. Hochkommissars&#13;
für Deutschland- Office&#13;
of the High Commissioner)&#13;
&#13;
Ore.&#13;
&#13;
Oregon&#13;
&#13;
Bundesstaat Oregon&#13;
(Hauptstadt Salem)&#13;
&#13;
OAS&#13;
&#13;
Organization of&#13;
American States&#13;
&#13;
Vereinigung der Am.Staaten&#13;
(gegr. 1948| Sitz des Sekretariats: Washington»Leiter:&#13;
Alberto-Lleras! Aufgaben: Erhaltung des Friedens u.gemeinsames Vorgehen gegen Angreifer auf den am.Kontinent,gemeinsame Förderung der wirtschaftlichen, sozialen u.kulturellen Entwicklung auf.dem&#13;
Kontinent)&#13;
&#13;
OYR&#13;
&#13;
Okla.&#13;
&#13;
-67&#13;
&#13;
�Organization for European - Overseas News&#13;
&#13;
OEEC&#13;
&#13;
ONA&#13;
&#13;
Organization for European&#13;
Economic Cooperation&#13;
&#13;
Europäischer Wiederaufbaurat (auch: Organisation für&#13;
die Wirtschaftliche Zusammenarbeit Europas} gegr. April&#13;
1948| ständige.Organisation&#13;
der Marshallplanländer mit&#13;
Sitz in Paris} unterbreitet&#13;
der ECA, deren europäisches&#13;
Gegenstück OEEC darstellt,&#13;
Vorschläge zum wirtschaftlichen Wiederaufbau Westeuropas)&#13;
&#13;
Organization and&#13;
Management Division&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
Organisations- u. Geschäftsführungsabt eilung, untersteht&#13;
dem Amt für Verwaltungsangelegenheiten (Offioe of&#13;
Administration) im Amt des&#13;
am. Hochkommissars für&#13;
Deutschland (Offioe of the&#13;
High Commissioner)&#13;
&#13;
Organization for&#13;
Rehabilitation Through&#13;
Training&#13;
&#13;
Organisation für neue Lebensgestaltung durch Beruf sschulung&#13;
&#13;
Osoar&#13;
&#13;
Oscar (Filmpreis der am.&#13;
Akademie für Filmkunde und&#13;
Filmwissenschaft - siehe:&#13;
Aoademy of Motion Pioture&#13;
Arte and Sciences; Statuetten} werden alljährlich im März für die&#13;
hervorragendsten Leistungen auf verschiedenen Einzelgebieten der Filmproduktion verliehen)&#13;
&#13;
Overseas News Agenoy&#13;
&#13;
ONA,(priv. am. Nachrichtenagentur Sitz:&#13;
New York)&#13;
&#13;
- 68 -&#13;
&#13;
�Pact - Passenger&#13;
&#13;
PAA&#13;
&#13;
PASO&#13;
&#13;
PAU&#13;
&#13;
PTA&#13;
&#13;
Pact of Friendship&#13;
&#13;
Freundschaftspakt&#13;
&#13;
Pan American Airways»&#13;
Ino.&#13;
(auoht&#13;
Pan Amerioan World&#13;
Airways)&#13;
&#13;
PAA (am. LuftfahrtgeSeilschaft,&#13;
Sitz: New York)&#13;
&#13;
Pan American&#13;
Institute of Geography&#13;
and History&#13;
&#13;
Panamerikanisches Institut für&#13;
Geographie und Geschichte&#13;
(Sonderorganisation der OASj&#13;
gegr. 1928j Sitz:Mexico City)&#13;
Leiter: Pedro C.-Sanchez)&#13;
&#13;
Pan American Railway&#13;
Congress Association&#13;
&#13;
Panamerikanischer Eisenbahnkongreß (gegr. 1910)Sitz:&#13;
Buenos Aires} Leiter:&#13;
Joaquin Nunez Brian)-Aufgaben:&#13;
Vereinheitlichung des Eisen- bahnwesens u. Schaffung von&#13;
zwischenstaatlichen Anschlußverbindungen)&#13;
&#13;
Pan American Sanitary&#13;
Organization&#13;
&#13;
Panamerikanische Organisation&#13;
für das Sanitätswesen (Sonderorganisation der OAS) gegr.&#13;
1902) Sitz: Washington) Leiter: Dr.Fred L. Soper)&#13;
&#13;
Pan American Society&#13;
&#13;
Panamerikanische Gesellschaft&#13;
(gegr. 1912) Sitz:New York)&#13;
&#13;
Pan Amerioan Union&#13;
&#13;
Panamerikanische Union (ständiges Sekretariat des OAS mit&#13;
Sitz in Washington) Leiter:&#13;
Alberto Lleras)&#13;
&#13;
Paper Makers&#13;
International&#13;
Brotherhood&#13;
&#13;
Am.Papierarbeitergewerkschaft&#13;
(Sitz: Albanyt ca 40 000 Mitglieder,, der AFL angeschlossen)&#13;
&#13;
Paper Workers Union&#13;
&#13;
Am. Papierindustrie-Gewerkschaft (Sitz: Cleveland) ca.&#13;
23 000 Mitglieder ) dem.CIO&#13;
angeschlossen)&#13;
&#13;
Parent-Teacher&#13;
Association&#13;
&#13;
Schulpflegschaft&#13;
&#13;
Passenger Transport&#13;
Strike&#13;
&#13;
Verkehrsstreik&#13;
- 69 -&#13;
&#13;
�PEN-Club - Policy Committee&#13;
&#13;
PEN-Club - International Association&#13;
of Poet8, Playwrigts,&#13;
Editors, Essayists&#13;
and Novelists&#13;
&#13;
Pen-Club (Internationale Vereinigung von Dichtern,Bühnenautoren, Redakteuren,&#13;
Essayisten und Romanschriftstellern)&#13;
&#13;
Pennsylvania&#13;
&#13;
Bundesstaat Pennsylvanien&#13;
(Hauptstadt Harrisburg)&#13;
&#13;
Pentagon&#13;
&#13;
Gebäude des U.S.-Verteidigunga«&#13;
ministeriums in Washington&#13;
&#13;
Permanent Central Opium Ständiger Rauschgift-Zentral—&#13;
ausschuß (arbeitet mit der&#13;
Board (jetzt:&#13;
Permanent Central Board) UN-Rauschgiftkommission Commission on Narcotic Drugs,&#13;
ESOSOC - bei der Bekämpfung&#13;
des Rauschgifthandels zusammen} gegr. 1925| Sitz: Genf)&#13;
Permanent Court of&#13;
Arbitration&#13;
&#13;
Haager Schiedsgericht (gegr.&#13;
1899| Sitz: Den Haag)&#13;
&#13;
Permanent International&#13;
Association of&#13;
Navigation Congresses&#13;
&#13;
Ständiger Internationaler&#13;
Ausschuß für die Durchführung&#13;
von Schiffahrtskonferenzen&#13;
(gegr. 1898| Sitz:Brüssel|&#13;
Leiter: M.J. Millecam; Aufgaben: Förderung der Binnen- u.&#13;
Hochseeschiffahrt)&#13;
&#13;
Permanent International&#13;
Committee of&#13;
Linguists&#13;
&#13;
Ständiger Internationaler Ausschuß für Sprachforschung&#13;
&#13;
Permanent Military&#13;
Committee of Western&#13;
Union&#13;
Personnel Division&#13;
(HICOS)&#13;
&#13;
Ständiger Militärausschuß der&#13;
Westunion&#13;
&#13;
Policy Committee&#13;
&#13;
Planungsausschuß&#13;
&#13;
Personalabteilung (Leiter:&#13;
David Wilken), untersteht dem&#13;
Amt für Verwaltungsangelegenheiten (Office of Administration) im Amt des am. Hochkommissars für Deutschland&#13;
(Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
- 70 -&#13;
&#13;
�Polioy - Prisons&#13;
&#13;
Polioy Division of&#13;
the Bureau of Finance&#13;
(UN-Seere tar iat)&#13;
&#13;
Planungsstelle der Finanzabteilung im Sekretariat der UN&#13;
&#13;
Polioy Planning Board&#13;
&#13;
Außenpolitischer Planungsstab&#13;
des üoS„-Außenministeriume&#13;
(Leiter: George P.Kennan)&#13;
&#13;
Polioy Reports Seoretary&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
Sekretär für allgemeine Berichterstattung (untersteht&#13;
dem Amt des Exekutivsekretärs&#13;
(Office of the Ezeoutive&#13;
Seoretary) im Amt des am.&#13;
Hochkommissars für Deutsch»&#13;
land (Office of the.High&#13;
Commi88ionerj&#13;
&#13;
Politieal and&#13;
Seourity Committee&#13;
(UN)&#13;
&#13;
UN-Ausschuß für Politik und&#13;
Sicherheitsfragen (untersteht&#13;
unmittelbar der UN-Vollversammlung)&#13;
&#13;
Population Commisslon&#13;
( of ÜN-ESOSOC)&#13;
&#13;
UN-Kommission für Bevölkerungsfragen (des Wirtschaftsund Sozialrates der UN|&#13;
12 Mitglieder)&#13;
&#13;
Post Office&#13;
Department&#13;
&#13;
U.S.-Postministerium (Leiters&#13;
Josse Mo Donaldson)&#13;
&#13;
Postmaster General&#13;
&#13;
U,S o-Postminister&#13;
(Jesse M. Donaldson)&#13;
&#13;
Presidents* Pair&#13;
Kmployment Praotioes&#13;
Committee&#13;
&#13;
Ausschuß des am.Präsidenten&#13;
für gereohte Handhabung der&#13;
Neueinstellungen&#13;
&#13;
Pre-School ChildGruidanoe Clinio&#13;
&#13;
Psychologische Beratung»- und&#13;
Forschungsstelle für vorschulpflichtige Kinder&#13;
&#13;
Prisons Division&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
Abteilung Gefängnisverwaltung&#13;
(Leiter: S.H. Souther Jr«)&gt;&#13;
untersteht dem Justizamt&#13;
(Office of General Counsel)&#13;
im Amt des am.Hochkommissars&#13;
für Deutsehland ( Office of&#13;
the High Commissloner)&#13;
&#13;
- 71 -&#13;
&#13;
�Produotion - Protocol&#13;
&#13;
Production and&#13;
Marketing&#13;
Administration&#13;
&#13;
Bundesverwaltung für Produktions* und Marktbeobachtung&#13;
(Abt. des U.S.-Außenministeriums} Leiter: .&#13;
Ralph.S« Trigg)&#13;
&#13;
Progressive Party&#13;
&#13;
Am. Portsehrittspartei (Führers Henry A. Wallacej 194-8&#13;
auf dem Kongreß in Phildelphia unter Beteiligung von&#13;
3 240 Delegierten aus allen&#13;
Teilen.der U.S.A» gegründet!&#13;
tritt für Wiederaufnahme der&#13;
Verhandlungen u.Verständigung mit Rußland ein. Die&#13;
Partei fordert unter anderem&#13;
volle Gleichberechtigung für&#13;
Neger und andere Minderheiten,&#13;
sowie MindestStundenlöhne&#13;
von 1 Dollar)•&#13;
&#13;
Program Division (HICOG)&#13;
&#13;
Programmabteilung (Leiter*&#13;
Karl F.Bode), untersteht dem&#13;
Amt für Wirtschaftsfragen&#13;
(Office of Economic Affaire)&#13;
im Amt des am.Hochkommissars&#13;
für Deutschland (Offioe of&#13;
the High Commissioner)&#13;
&#13;
Property Division (HICOG)&#13;
&#13;
Vermögensabteilung (Leiter*&#13;
Frank J.Miller), untersteht&#13;
dem Amt für Wirtschaftslagen (Offioe of Economic&#13;
Affairs) im Amt des anuHochkommissars für Deutschland&#13;
(Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
Protocol and Governmental&#13;
Representation Division&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
Protokoll- u. Regierungsrepräsentationsabteilung (Chef&#13;
des Protokolls: W.W.Schott),&#13;
untersteht dem.Amt für Politische Angelegenheiten (Offioe&#13;
of Political Affairs) im Amt&#13;
des am. Hochkommissars für&#13;
Deutschland (Office of the&#13;
High Commissioner)&#13;
&#13;
- 72&#13;
&#13;
�Provisional International - Public Housing&#13;
&#13;
PICAO&#13;
&#13;
Provisional International&#13;
Civil Aviation&#13;
Organization&#13;
&#13;
Vorläufiger Internationaler&#13;
Ausschuß für die Zivile&#13;
Luftfahrt (s.ICAO)&#13;
&#13;
PMCC&#13;
&#13;
Provisional Maritime&#13;
Consultative Counoil&#13;
&#13;
Vorläufige Beratende Schiff-•&#13;
fahrtsorganisat ion (s•IMCO)&#13;
&#13;
Public Affairs Inatitute&#13;
&#13;
Institut für öffentliche&#13;
Angelegenheiten (vertreten&#13;
im Coordinating Oounoil&#13;
for the Demooratization of&#13;
lermany - Arbeitsausschuß&#13;
für die Bemokratlsierung&#13;
Deutschlands)&#13;
&#13;
Public Building Service&#13;
&#13;
Bundesamt für öffentliche&#13;
Gebäude (Abt. der Allgemeinen Bundesverwaltungsbehörde| Leiten W.E. Reynolds)&#13;
&#13;
Public Health Servioe&#13;
&#13;
Bundesamt für das Gesundheitswesen (Abt. der Bundesaufsichtsbehörde für Sozialeinrichtungen PSA, Leiter:&#13;
Leonhard A.Scheele)&#13;
&#13;
Public Housing&#13;
Administration&#13;
&#13;
Bundesamt für die Verwaltung&#13;
öffentlicher Bauten (nimmt&#13;
die Verwaltung der im Rahmen&#13;
des sozialen Wohnungsbauprogramms erstellten Wohnungen wahr} Abt. der Bundesbehörde für die Wohnungsbaufinanzierung)&#13;
&#13;
Public Housing Law&#13;
&#13;
Gesetz über den sozialen&#13;
Wohnungsbau ''Aug. 1948 vom&#13;
U.S.-Kongreß verabschiedet,&#13;
sieht bundesstaatliche Anleihen zu niedrigen Zinssätzen für den priv. Wohnungsbau u.die Herstellung&#13;
von Fertighäusern vor)&#13;
&#13;
- 73 -&#13;
&#13;
�Public Relations - Public Service&#13;
&#13;
Publio Relations&#13;
Division (HICOG)&#13;
&#13;
Abteilung öffentliche Beziehungen (Leiter: Arthur Settel),&#13;
untersteht dem Amt für öffentliche Angelegenheiten (Offioe&#13;
of Public Affairs) im Amt des&#13;
am. Hochkommissars für Deutschland (Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
Public Roads&#13;
Administration (jetzt:&#13;
Bureau of Public Roads)&#13;
&#13;
Bundesverwaltung für das&#13;
Straßenwesen (Abt. im U.S.-Handelsministerium! früher in der&#13;
erloschenen Pederal Works&#13;
Agency)&#13;
&#13;
Public Service&#13;
Commission&#13;
&#13;
Ausschuß für öffentliche&#13;
Dienste&#13;
&#13;
- 74 -&#13;
&#13;
�Radio - Reoonstruotion&#13;
&#13;
R&#13;
RMA&#13;
&#13;
Radio Manufacturers&#13;
Association&#13;
&#13;
Verband amerikan. Radioindustrieller&#13;
&#13;
RTO&#13;
&#13;
Rail Jransportation&#13;
Office&#13;
(auch:&#13;
Railway Traffic&#13;
Offioe;&#13;
&#13;
RTO» Reisebüro für Beaatzungsangehörige und Ausländer im&#13;
innerdeutschen Reiseverkehr,&#13;
wird vom DER (Deutschen Reisebüro) verwaltet und untersteht der Dienstaufsicht der&#13;
Besät zungsmacht)&#13;
&#13;
RTO&#13;
&#13;
Railway Transportation&#13;
Offioer&#13;
&#13;
Bahntransport-Offizier&#13;
&#13;
Railroad Retirement&#13;
Board&#13;
&#13;
Eisenbahn-Sozialversieherungsausschufi; (selbständige Bundesbehörde, setzt sich aus&#13;
drei vom Präsidenten ernannten&#13;
Mitgliedern zusammen} Prüfung&#13;
der Ansprüche der Eisenbahnangestellten aus dem Railroad&#13;
Retirement Act von 1937 und&#13;
dem Railroad Unemployment&#13;
Insurance Act von 1939t Leiter:&#13;
William J. Kennedy)&#13;
&#13;
RFC&#13;
&#13;
Railroad Transportation&#13;
Aot&#13;
&#13;
Gesetz zur Sanierung des Eisenbahnwesens&#13;
&#13;
Reoiprocal Trade&#13;
Agreement Act&#13;
&#13;
Gesetz über den Abschluß zweiseitiger Handelsabkommen&#13;
(April 1937 vom U.S.-Kongreß&#13;
verabschiedet! April 194-0 auf&#13;
3 Jahre verlängert{ ermächtigt&#13;
den am. Präsidenten nach dem&#13;
Trade Agreement Act von 1934,&#13;
selbständig während einer&#13;
Periode von 3 Jahren Handelsverträge mit dem Ausland abzuschließen)&#13;
&#13;
Reconstruction Finance&#13;
Corporation&#13;
&#13;
Finanzgesellschaft für Wirtschaftshilfe (selbständige&#13;
Bundesbehörde! Aufgabe: Finanzielle Unterstützung von Unnehmen der Wirtschaft oder Organisationen der öffentlichen&#13;
Hand durch Gewährung von Anleihen oder Übernahme von Obligationen! Leiter: Harley Hise)&#13;
- 75 -&#13;
&#13;
�Religious - Royal Air Force&#13;
&#13;
Religious Society of&#13;
Priends&#13;
&#13;
Quäker (s. Society of Friende)&#13;
&#13;
Reports and Analysis&#13;
Division (HICOG)&#13;
&#13;
Abteilung Berichterstattung&#13;
und Auswertung (Leiter:&#13;
Lawrence DeNeufville), untersteht dem Amt Nachrichten&#13;
und Abwehr (Office of&#13;
Intelligenoe) im Amt des am.&#13;
Hochkommissars für Deutschland&#13;
(Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
Reports Office (HICOG)&#13;
&#13;
Amt für Berichterstattung (Leiter: Mark Edwards), untersteht&#13;
dem Amt für Wirtschaftsfragen (Office of Economio&#13;
Affairs) im Amt des am.Hochkommissars für Deutschland&#13;
(Offioe of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
Report8 and Statistics&#13;
Division (HICOG)&#13;
&#13;
Abteilung Berichterstattung&#13;
und Statistik (Leiter:&#13;
John Miles), untersteht dem&#13;
Amt für Verwaltungsangelegenheiten (Offioe öf Administration)&#13;
im Amt des am. Hochkommissars&#13;
für Deutschland- (Offioe of&#13;
the High Commissioner)&#13;
&#13;
Research and Development&#13;
Board&#13;
&#13;
Bundesforschungs- und Entwicklung sausschuß (Abt. des&#13;
U.S. -Verteidigungsministeriums)&#13;
&#13;
Resettlement&#13;
Administration&#13;
&#13;
Amt für Wiederansiedlung&#13;
&#13;
r.p.m. revolutions per minute&#13;
&#13;
Umdrehungen pro Minute&#13;
(technisches Maß)&#13;
&#13;
R.I.&#13;
&#13;
Rhode Island&#13;
&#13;
Bundesstaat Rhode Island&#13;
(Hauptstadt Providenoe)&#13;
&#13;
Round Table of the Air&#13;
&#13;
Rundfunkdiskussion am Runden&#13;
Tisch&#13;
&#13;
Royal Air Force&#13;
&#13;
RAF, britisohe (königliohej&#13;
Luftwaffe&#13;
&#13;
RAP&#13;
&#13;
- 76 -&#13;
&#13;
�Rubber - Rural&#13;
&#13;
REA&#13;
&#13;
Rubber, Cork, Linoleum&#13;
and Plastic Workers&#13;
(United)&#13;
&#13;
Gewerkschaft der Arbeiter der&#13;
Gummi-, Kork-, Linoleum- und&#13;
KunststoffIndustrie (Sitzt&#13;
Akronj etwa 180 000 Mitglieder! dem CIO angeschlossen)&#13;
&#13;
Rubber Study Group&#13;
&#13;
Rohgummi-Studienaussohuß&#13;
(1944 vonEngland,Holland und&#13;
den TT.S.A. ins Leben gerufen}&#13;
1949 gehörten ihm die meisten&#13;
Erzeuger- und Verbaucherländer an} Aufgabe: Studium aller Fragen, die die Erzeugung und den Absatz von&#13;
Rohgummi betreffen} Sitz:&#13;
London} Leiter:&#13;
A. Guy Pawson)&#13;
&#13;
Rural Electrifioation&#13;
Administration&#13;
&#13;
Bundesverwaltung für die Elektrifizierung auf dem Lande&#13;
(Abt. des U.S.-Landwirtschaftsministeriums, Leiter:&#13;
Claude R. Wickard)&#13;
&#13;
- 77 -&#13;
&#13;
�SABENA - Seoretary of the Army&#13;
&#13;
S&#13;
&#13;
SABENA&#13;
&#13;
SABENA, Belgische Luftfahrtgesellschaft&#13;
&#13;
Salvation Army&#13;
&#13;
Heilsarmee (gegr. 1865 von&#13;
William Boothj Internationa-*&#13;
les Hauptquartier: London.&#13;
General:&#13;
Albert W.T. Oreborn)&#13;
&#13;
SAS&#13;
&#13;
Scandinavian Airlines&#13;
System&#13;
&#13;
Scandinavian Airlines (Arbeitsgemeinschaft der skandinavischen LuftfahrtgeSeilschaften DDL, Dänemarkj&#13;
DNL.Norwegen und SILA, Schweden)&#13;
&#13;
UNSCCUR&#13;
&#13;
Scientific Conference&#13;
on Conservation and&#13;
Utilization of&#13;
Resources (UN)&#13;
&#13;
UN-Fachausschuß zur Konservierung und Nutzbarmachung&#13;
natürlicher Hilfsquellen&#13;
&#13;
Scientific Research&#13;
Division (HIOOG)&#13;
&#13;
Forschungs-Abteilung ( untersteht dem amerikan. Element&#13;
(U.S. Element, Military&#13;
Security Board) des Militärischen Sicherheitsrats, das&#13;
unmittelbar demAmt des am»&#13;
Hochkommissars für Deutschland (Office of the High&#13;
Commissioner) verantwortlich&#13;
ist)&#13;
&#13;
Seoretariat(u.S.&#13;
Element, Military&#13;
Security Board)&#13;
&#13;
Sekretariat (Leiter: Richard&#13;
A. Steele, untersteht dem&#13;
amerikan. Element (U.S.Element, Military Security Board)&#13;
des Militärischen Sicherheitsrats, das unmittelbar dem Amt&#13;
des am.Hochkommissars für&#13;
Deutschland (Office of the&#13;
High Commioner) verantwortlich ist)&#13;
&#13;
Seoretary of&#13;
Agriculture&#13;
&#13;
U.S,-Landwirtschaftsminister&#13;
(Kabinettsrang)&#13;
&#13;
Seoretary of the Army&#13;
(Navy,Air Force)&#13;
&#13;
Staatssekretär für die Armee&#13;
(Marine, Luftstreitkräfte)&#13;
(Minister ohne Kabinettsrang)&#13;
&#13;
- 78 -&#13;
&#13;
�Secretary of Commerce&#13;
&#13;
- Senate War&#13;
&#13;
Secretary of Commeroe&#13;
&#13;
U.S.Handelsminister (Kabinettsrang)&#13;
&#13;
Seoretary of Defense&#13;
&#13;
U.S.-Verteidigungsminister&#13;
(Kab ine 11 srang)&#13;
&#13;
Secretary of the&#13;
Interior&#13;
&#13;
U.S.-Innenminister (Kabinett srang)&#13;
&#13;
Secretary of Labor&#13;
&#13;
U.S.-Arbeitsminister (Kabinett srang)&#13;
&#13;
Seoretary of State&#13;
&#13;
U.S.-Außenminister (Kabinett srang)&#13;
&#13;
Secretary of the Treasury&#13;
&#13;
U.S.-Finanzminister (Kabinettsrang)&#13;
&#13;
Security Council&#13;
&#13;
Sicherheitsrat der Vereinten&#13;
Nationen (11 Mitglieder,&#13;
davon 5 ständige: China, England, Prankreich, .Rußland und&#13;
U.S.A.| die anderen 6 werden&#13;
auf je.2 Jahre gewähltf Aufgäbet Aufrechterhaltung des&#13;
Friedens)&#13;
&#13;
Security Office (HICOG)&#13;
&#13;
Sicherheitsbüro (Leiter:&#13;
Jack B. Minor), untersteht&#13;
dem Amt für Verwaltungsangelegenheiten (Office of&#13;
Administration) im Amt des&#13;
am. Hochkommissars für Deutsch&#13;
land (Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
Senate Armed Services&#13;
Committee&#13;
&#13;
Senatsausschuß für die bewaffneten Streitkräfte (ständiger&#13;
Ausschuß, tritt jeden Donnerstag zusammen,Vorsitzender:&#13;
Everard H. Smith, 15 Demo*kraten und 8 Republikaner)&#13;
&#13;
Senate Immigration&#13;
Committee&#13;
&#13;
Senatsausschuß für Einwanderungsfragen&#13;
&#13;
Senate War Investigating&#13;
Committee&#13;
&#13;
Senatsausschuß zur Überprüfung der am. Verteidigungsmaßnahmen&#13;
&#13;
- 79 -&#13;
&#13;
�Shipbuilders - Soll Reolamation&#13;
&#13;
Shipbuilders Counoil&#13;
of America&#13;
&#13;
Am. Reederverband (Sitzt&#13;
New York, Sekretärs C.C.Knew)&#13;
&#13;
Shop Steward&#13;
&#13;
Betriebsobmann (Gewerkschaft)&#13;
&#13;
Smithsonian Institute&#13;
&#13;
James Smithson-Institut für&#13;
Kunst u.Wissenschaft (gegr.&#13;
1846, Washington! benannt&#13;
nach dem Engländer James&#13;
Smithson, der im Jahre 1926&#13;
den U.S.A. sein Vermögen&#13;
unter der Bedingung vermachte,&#13;
daß es zur Gründung eines&#13;
wissenschaftlichen Instituts&#13;
verwendet werde! Sekretärt&#13;
Alezander Wetmore! jetzt&#13;
Bundesstaatliches Institut)&#13;
&#13;
Sooial Commission&#13;
(of UN-ECOSOO)&#13;
&#13;
Sozialkommission (des Wirtschafts- u. Sozialrats der&#13;
UN! 18 Mitglieder)&#13;
&#13;
Sooial Hygiene&#13;
Association&#13;
(American)&#13;
Sooial Seourity&#13;
Administration (früher:&#13;
Sooial Seourity Board)&#13;
&#13;
Am.Gesellschaft für Sozialhygiene (gegr. 1914, New York,&#13;
etwa 20 000 Mitglieder, Di lektort Walter Clarke)&#13;
Bundesverwaltung für Sozialversicherung (Abtl. der&#13;
Bundesaufsichtsbehörde für&#13;
Sozialeinrichtungen PSA,&#13;
LeitertArthur J. Altmeyer)&#13;
&#13;
Sooiety of Priends&#13;
(auch: Religious&#13;
Society of Priends)&#13;
&#13;
Quäker! auch: Gesellschaft&#13;
der Freunde (protestantische&#13;
Sekte, Sitz:Philadelphia,&#13;
heute etwa 200 000 Mitglieder in allen Teilen der Welt)&#13;
&#13;
Soil Conservation&#13;
&#13;
Bodenkonservierung&#13;
&#13;
Soll Conservation&#13;
Service&#13;
&#13;
Bundesamt für Bodenkonservierung (Abt. des U.S.-Landwirt Schaftsministeriums,&#13;
Leiters Hugh H. Benett)&#13;
&#13;
Soil Reolamation&#13;
&#13;
Wiederurbarmachung&#13;
&#13;
80 -&#13;
&#13;
�Soll Survey - Soviet Planning&#13;
&#13;
Soll Survey Service&#13;
&#13;
Bodenforschungeamt (Abt. des&#13;
Bundesamtes für Bodenkonservierung im UoSo-Landwirtschaftsministeriumj Leitert&#13;
Roy DoHockensmith) -&#13;
&#13;
Solicitor General&#13;
&#13;
Staatssekretär im U.S.-Justizministerium&#13;
&#13;
So Co&#13;
&#13;
South Carolina&#13;
&#13;
Bundesstaat Süd-Karolina&#13;
(Hauptstadt: Columbia)&#13;
&#13;
S.Do&#13;
&#13;
South Dakota&#13;
&#13;
Bundesstaat Süd-Dakota&#13;
(Hauptstadt: Pierre)&#13;
&#13;
Southern Newspaper&#13;
Publishers&#13;
Association&#13;
&#13;
Zeitungsverlegerverband der&#13;
am» Südstaaten (s. Am.&#13;
Newspaper Publishers&#13;
Association)&#13;
&#13;
South Pacific Commission&#13;
&#13;
Südpazifik-Kommission (Ausschuß für die wirtschaftliche&#13;
Erschließung des südpazifischen Raumes| gegr. 194-8)&#13;
Mitglieder: Australien,England, Prankreich,Holland,&#13;
Neuseeland und U.S.A.j Sitz:&#13;
Noumea, Neu Kaledonien)&#13;
wirtschaftliche Erschließung&#13;
der nicht-selbständigen Gebiete im Südpazifikj Leiter:&#13;
William Do Porsyth)&#13;
&#13;
Southwestern Power&#13;
Administration&#13;
&#13;
Südwest-KraftStromverwaltung&#13;
(dem UoSo^Innenministerium&#13;
unterstehende Bundesbehörde&#13;
für den Vertrieb des im&#13;
Grand River-, Pensacola-,&#13;
Denison- und Norfolk-Staudammsystem in den Staaten Oklahoma,&#13;
Texas und Arkansas erzeugten&#13;
Kraftstromesj Leiter:&#13;
Douglas Do Wright) .&#13;
&#13;
Soviet Planning&#13;
Commission&#13;
&#13;
Sowjetische Planungskommission&#13;
&#13;
81 -&#13;
&#13;
�Speoial - Statistical Office&#13;
&#13;
Special Assietants&#13;
(BTCOG)&#13;
&#13;
Büro für Sonderaufgaben,untersteht dem Amt für Verwaltungsangelegenheiten (Office&#13;
of Administration) im Amt des&#13;
amoHochkommissars für Deutschland (Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
Specialized Agency&#13;
( of UN)&#13;
&#13;
Sonderorganisation der UN&#13;
(WHOj FAOj ILO u.a.m.)&#13;
&#13;
Staff Seeretary (HICOG)&#13;
&#13;
Sekretär des Stabes (Eric G.&#13;
Gration), untersteht dem Amt&#13;
des Exekutivsekretärs (Office&#13;
of the Exeeutiv Seeretary) im&#13;
Amt des am. Hochkommissars&#13;
für Deutschland (Offioe of&#13;
the High Commissioner)&#13;
&#13;
Standard Oil CompanyCof&#13;
New Jersey)&#13;
&#13;
Standard Oil Company (große&#13;
am. Erdölgesellschaft)&#13;
&#13;
State Commission&#13;
Against&#13;
Disorimination&#13;
&#13;
(Einzel-) Staatliche Kommission&#13;
zur Bekämpfung der Diskriminierung religiöser,rassischer&#13;
u. nationaler Minderheiten.&#13;
&#13;
State Department&#13;
&#13;
U.S.-Außenministerium&#13;
&#13;
State Educatlon&#13;
Association&#13;
&#13;
(Einzel-) Staatlicher Pädagogenverband (s.National&#13;
Eduoation Association)&#13;
&#13;
State of the Union&#13;
Message&#13;
&#13;
"State of the Union"-Botschaft&#13;
(Alljährlicher Rechenschaftsbericht des Präsidenten an den&#13;
am. Kongreß über die Lage der&#13;
Nation)&#13;
&#13;
State Teachers College&#13;
&#13;
(Einzel-) Staatliche lehrerbildungsanstalt&#13;
&#13;
Statistical Commission&#13;
(of UN-ECOSOC)&#13;
&#13;
Statistische Kommission (des&#13;
Wirtschafts- und Sozialrats&#13;
der UNj 12 Mitglieder)&#13;
&#13;
Statistical Offioe (UN)&#13;
&#13;
Statistische Abteilung (im&#13;
Amt für WirtSchaftsfragen des&#13;
UN-Sekretariats)&#13;
&#13;
- 82 -&#13;
&#13;
�Steelworkers - SWISSAIR&#13;
&#13;
Steelworkers of America&#13;
(United)&#13;
&#13;
Am. Stahlarbeitergewerkschaft&#13;
(Sitz; Pittsburgh| etwa&#13;
798 000 Mitglieder} dem CIO&#13;
angeschlossen)&#13;
&#13;
Strategie Division&#13;
(HICOG)&#13;
&#13;
Strategische Abteilung, untersteht dem Amt Nachrichten&#13;
und Abwehr (Office of&#13;
Intelligence) imAmt des am.&#13;
Hochkommissars für Deutschland (Offioe of the.High&#13;
Commi8sioner)&#13;
&#13;
Strategie Stockpiling&#13;
Program&#13;
&#13;
Programm zur Bevorratung&#13;
kriegswichtiger Rohstoffe&#13;
&#13;
Student* • International&#13;
Travel Association&#13;
&#13;
Internationales Studentisches&#13;
Reisebüro&#13;
&#13;
Supervieing ConsulGeneral (HICOG)&#13;
&#13;
Verantwortlicher Generalkonsul, untersteht dem Amt&#13;
für Politische Angelegenheiten (Office of Political&#13;
Affairs) im Amt des am. Hochkommissars für Deutschland&#13;
(Offioe of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
SCJ&#13;
&#13;
Supreme Court of&#13;
Judioature&#13;
&#13;
Oberstes Gericht in England&#13;
(zusammengesetzt aus Court of&#13;
Appeal und High Court of&#13;
Justice)&#13;
&#13;
SILA&#13;
&#13;
Swedish Interoontinental&#13;
Airlines&#13;
&#13;
SILA, Schwedische Luftfahrtgesellsohaft&#13;
&#13;
SWISSAIR&#13;
&#13;
SWISSAIR, Schweizer Luftfahrtgesellschaft&#13;
&#13;
- 83 -&#13;
&#13;
�Telephone Workere&#13;
&#13;
TV&#13;
&#13;
Travel Branoh&#13;
&#13;
Telephone Workere&#13;
&#13;
Am» Telephonarbeitergewerkechaft (unabhängige Gewerkschaft} Sitz: Baltimore?&#13;
132 000 Mitglieder)&#13;
&#13;
Televieion&#13;
&#13;
Fernsehen&#13;
&#13;
Tenn. Tenneseee&#13;
&#13;
Bundesstaat Tennessee&#13;
(Hauptstadt: Nashville)&#13;
&#13;
TVA&#13;
&#13;
Tenneseee Valley&#13;
Authorlty&#13;
&#13;
Tennessee-Talverwaltung (durch&#13;
Kongreßbeschluß v. 18.5.1933&#13;
eingesetzt: selbständige Bunde sbehörde)&#13;
&#13;
Teeting Company (U.S.)&#13;
&#13;
AmoMaterialprüfgesellschaft&#13;
&#13;
Texas&#13;
&#13;
Bundesstaat Texas&#13;
(Hauptstadt: Austin)&#13;
&#13;
Textile Workere Union&#13;
of America&#13;
&#13;
Am. Textilarbeitergewerkschaft&#13;
(dem CIO angeschlossen) Sitz:&#13;
New York| 342 000 Mitglieder)&#13;
&#13;
Trade Union&#13;
&#13;
Gewerkschaft (in Amerika auch:&#13;
Facharbeitergewerkschaft - Craft&#13;
Union)&#13;
&#13;
Trade and Payments&#13;
Division (HICOG)&#13;
&#13;
Handels- und Zahlungsabteilung (Leiter: Henry C.Conrad),&#13;
untersteht dem Amt für Wirtschaft sf ragen (Office of&#13;
Economic Affairs) im Amt des&#13;
am» Hochkommissars für Deutschland (Office of the High&#13;
CommisBioner)&#13;
&#13;
Training Division (UN)&#13;
&#13;
UN-Lehrabteilung&#13;
&#13;
Trans World Airlines&#13;
&#13;
TWA (Private am. Luftfahrtgesellschaft)&#13;
&#13;
Travel Branch of the&#13;
Office of International&#13;
Trade (U.S. Chamber&#13;
of Commerce)&#13;
&#13;
Abteilung für Auslandsreisen&#13;
der Außenhandelsabteilung (der&#13;
Am. Handelskammer)&#13;
&#13;
Tex.&#13;
&#13;
TWA&#13;
&#13;
- 84 -&#13;
&#13;
�Travel Oontrol - Trusteeship&#13;
&#13;
Travel Control&#13;
Division&#13;
(HICOG, s.auch:&#13;
CTB)&#13;
&#13;
Treasurer of the U.S.&#13;
&#13;
Abt. Verkehrsüberwachung (Lei«&#13;
tert Rüssel Benton), untersteht dem Amt für Politische&#13;
Angelegenheiten (Offiee of&#13;
Politieal Affairs) im Amt des&#13;
am. Hochkommissars für&#13;
Deutsohlend (Offiee of the&#13;
High Commissioner)&#13;
Leiter des Bundeseohatzamtea&#13;
(Abteilung des U.S.-Finanzministeriums! Leiterint&#13;
Georgia Neese Clarki aueh:&#13;
Bundesaehatzmeister)&#13;
&#13;
Treasury Building&#13;
&#13;
Gebäude des Ü.S.-Finanzministeriums in Washington&#13;
&#13;
Trust-Administration&#13;
&#13;
Treuhandverwaltung&#13;
&#13;
Trust Territory&#13;
&#13;
Treuhandgebiet, Mandatsgebiet (siehe aueht&#13;
Trusteeship Counoil)&#13;
&#13;
Trusteeship Counoil&#13;
of UN&#13;
&#13;
Treuhänderrat der Vereinten&#13;
Nationen (geschaffen am&#13;
6.12.1946) überwacht die&#13;
Verwaltung von 9 Treuhandgebieten der Staaten&#13;
Australien,Belgien,Frankreich, Neuseeland,England)&#13;
&#13;
-85 -&#13;
&#13;
�UN Appeal - UN Institute&#13;
&#13;
UNAC&#13;
&#13;
UN Appeal for Children&#13;
&#13;
Kinderhilfe der Vereinten&#13;
Nationen&#13;
&#13;
UN Atomie Energy&#13;
Commission&#13;
&#13;
Atomenergiekommission der&#13;
Vereinten Nationen&#13;
&#13;
UN Commission on&#13;
Narootlo Drugs&#13;
&#13;
UN-Rauschgiftkommission (siehe: Narootic Drugs Commission)&#13;
&#13;
UN Commission on the&#13;
Status of Women&#13;
&#13;
UN-Kommission für Frauenreoht&#13;
&#13;
UL&#13;
&#13;
Underwriters Laboratories Prüflaboratorien der am. Versicherungsgesellschaften&#13;
(verleihen das gelbe UL-G-Üte«&#13;
zeichen für betriebssichere&#13;
Geräte)&#13;
&#13;
ECE&#13;
&#13;
UN Eoonomic Commission&#13;
for Europe&#13;
&#13;
UN-Wirtschaftskommission für&#13;
Europa (siehe: Eoonomic&#13;
Commission for Europe)&#13;
&#13;
UN&#13;
ESOSOC&#13;
&#13;
UN Economic and Social&#13;
Council&#13;
&#13;
Wirtschafts- und Sozialrat&#13;
der UN (siehe ECOSOC)&#13;
&#13;
UNESCO&#13;
&#13;
UN Educational,&#13;
Scientific and Cultural&#13;
Organization&#13;
&#13;
Erziehungs-, Wissenschaftsund Kulturrat der Vereinten&#13;
Nationen&#13;
&#13;
UN Film and Visual&#13;
Information Division&#13;
&#13;
Abteilung Film und Anschauungsmaterial (siehe: Film&#13;
and Visual Information&#13;
Division)&#13;
&#13;
UN Fiscal Commission&#13;
&#13;
UN-Kommission für Steuerfragen (siehe: Fiscal&#13;
Commission) .&#13;
&#13;
UN Food and Agricultural&#13;
Organization&#13;
&#13;
Ernährungs- und Landwirtsohaftsorganisation der&#13;
UN (siehe FAO - Food and&#13;
Agricultural Organization)&#13;
&#13;
UN Human Rights&#13;
Commission&#13;
&#13;
UN-Kommission für Menschenrechte (siehe: Human Rights&#13;
Commission)&#13;
&#13;
UN Institute&#13;
&#13;
Institut der Vereinten&#13;
Nationen&#13;
&#13;
UNFAO&#13;
&#13;
- 86 -&#13;
&#13;
�UN International - UN Training&#13;
&#13;
UNICEF&#13;
&#13;
UN International&#13;
Children's Emergency&#13;
Fund&#13;
&#13;
Internationaler Kinderhilfsfonds der UN (siehe: ICEF)&#13;
&#13;
UN Mediator&#13;
&#13;
UN-Vermittler&#13;
&#13;
UN Politioal and&#13;
Seourity Committee&#13;
&#13;
UN-Ausschuß für Politik und&#13;
Sicherheitsfragen (siehex&#13;
Politioal and Seourity&#13;
Committee)&#13;
&#13;
UN Population Commission UN-Kommission für Bevölkerungsfragen (siehe: Population&#13;
Commission)&#13;
UNRRA&#13;
&#13;
UN Relief and&#13;
Rehabilitation&#13;
Association&#13;
&#13;
UNSCCUR UN Soientifie&#13;
Conference on&#13;
Conservation and&#13;
Utilization of&#13;
Resouroes&#13;
&#13;
UNSC&#13;
&#13;
UNSCOB&#13;
&#13;
UNRRA (Organisation der Vereinten Nationen für Hilfsund Wiedergutmachungsmaßnahmen)&#13;
UN-Faohaussohuß zur Konservierung und Nutzbarmachung natürlicher Hilfsquellen&#13;
&#13;
UN Secretary General&#13;
&#13;
Generalsekretär der Vereinten&#13;
Nationen (Trygve Lie, Norwegen)&#13;
&#13;
UN Seourity Council&#13;
&#13;
Sicherheitsrat der Vereinten&#13;
Nationen (siehst Seourity&#13;
Council)&#13;
&#13;
UN Social Commission&#13;
&#13;
UN-Sozialkommlssion&#13;
(siehe: Social Commission)&#13;
&#13;
UN Special Committee&#13;
on the Balkans&#13;
&#13;
BalkansonderaussohuS der Vereinten Nationen (UN)&#13;
&#13;
UN Statistical&#13;
Commission&#13;
&#13;
Statistische Kommission der UN&#13;
(siehe: Statistical Commission)&#13;
&#13;
UN Statistical Office&#13;
&#13;
Statistische Abteilung» UN-St ixetariat (siehe: Statistical&#13;
Offioe)&#13;
&#13;
UN Training Division&#13;
&#13;
UN-Lehrabte ilung&#13;
&#13;
- 87 -&#13;
&#13;
�Un-Ameriean -&#13;
&#13;
UAW&#13;
&#13;
United Automobil«&#13;
&#13;
Uh-Amerioan Aotivities&#13;
Oommitteß (of the House)&#13;
&#13;
Ausschuß für amerikafeindliche&#13;
Umtriebe ( im U.S.-Repräsentantenhaus)&#13;
&#13;
Underseoretary (of the&#13;
Army, Navy, Air Poroe)&#13;
&#13;
Stellv. Staatssekretär (im&#13;
U.S.-Staatssekretariat für&#13;
die Armee, die Marine oder&#13;
die Luftstreitkräfte)&#13;
&#13;
ünderseoretary (of&#13;
griculture»Commeroe,&#13;
Interior »; Labor, State,&#13;
and Treasury)&#13;
&#13;
Staatssekretär (im U.S.-Landwirtschafts-, Innen-, Arbeits-,&#13;
Außen- oder Finanzministerium)&#13;
&#13;
Unemployment Oompensation&#13;
Law&#13;
&#13;
Arbeitslosenfürsorgegesetz&#13;
&#13;
Union Club&#13;
&#13;
Zelle (einer Gewerkschaft,&#13;
kleinste Betriebseinheit)&#13;
&#13;
Union for Proteotion of&#13;
Induatrial Property&#13;
(International;&#13;
&#13;
Internationaler Schutzverband für Industrie-Eigentum&#13;
&#13;
Union Group&#13;
&#13;
Gruppe (einer Gewerkschaft,&#13;
zweitkleinste Betriebseinheit)&#13;
&#13;
Union Health Center&#13;
&#13;
Gesundheitsamt einer Gewerkschaft&#13;
&#13;
Union of Amerioan&#13;
Hebrew Congregatlons&#13;
&#13;
Union der Jüdischen Gemeinden&#13;
Amerikas (vertreten im&#13;
Coordinating Council for the&#13;
Demooratization of Germany,&#13;
s.d.)&#13;
&#13;
Union Shop&#13;
&#13;
Betriebskartell (einer Gewerkschaft, größte Betriebseinheit {auch: Betrieb, der Angehörigkeit oder Eintritt in eine&#13;
Gewerkschaft zur Voraussetzung&#13;
der Einstellung des Arbeiters&#13;
mächt)&#13;
&#13;
Unitarian Service&#13;
Committee&#13;
&#13;
Wohlfahrtsausschuß der&#13;
Unitarischen Kirche&#13;
&#13;
United Automobile&#13;
Worker8 of America&#13;
&#13;
Vereinigte Automobilarbeitergewerkschaft (APLj siehe:&#13;
Automobile Workers of America,&#13;
United)&#13;
- 88&#13;
&#13;
�United Europe - United Steelworkers&#13;
&#13;
United Europe Movement&#13;
&#13;
Bewegung Vereintes Europa&#13;
&#13;
United Jewdäb. Appeal&#13;
&#13;
Alljüdische Hilfsaktion&#13;
&#13;
UK&#13;
&#13;
United Kingdom (of Great&#13;
Britain and Northern&#13;
Ireland)&#13;
&#13;
Vereinigtes Königreich (Großbritannien und Nordirland)&#13;
&#13;
UMW&#13;
&#13;
United Mine Workers of&#13;
America&#13;
&#13;
Vereinigte Bergarbeitergewerkschaft (unabh.j siehe? Mine&#13;
Workere of America)&#13;
&#13;
UN&#13;
&#13;
United Nationa&#13;
&#13;
Vereinte Nationen (1945 auf&#13;
der Konstituierenden Versammlung in San Franciaco von&#13;
50 Nationen gegründete Weltfriedensorganiaation)&#13;
&#13;
UNA&#13;
&#13;
United Nationa&#13;
Aaaooation&#13;
&#13;
Gesellschaft zur Förderung&#13;
der Vereinten Nationen&#13;
&#13;
UP&#13;
&#13;
United Press&#13;
&#13;
UP (große amerikan.Nachrichtenagentur)&#13;
&#13;
United Restaurant&#13;
Liquor Dealers&#13;
&#13;
Vereinigung amerikan.Schankwirte&#13;
&#13;
US&#13;
&#13;
United States&#13;
&#13;
Vereinigte Staaten (meist als&#13;
Adjektiv verwendet:&#13;
amerikanisch)&#13;
&#13;
USA&#13;
&#13;
United States of&#13;
America&#13;
&#13;
Vereinigte Staaten von&#13;
Amerika&#13;
&#13;
USES&#13;
&#13;
United States&#13;
Employment Service&#13;
&#13;
Bundesarbeitsamt ( im U.S.Arbeitaminiateriumj erloschen)&#13;
&#13;
USFA&#13;
&#13;
United States Forces&#13;
in Auatria&#13;
&#13;
U.S.-Streitkräfte in Österreich&#13;
&#13;
uss&#13;
&#13;
United States Ship&#13;
United State8 Steamer&#13;
United States Steamship&#13;
&#13;
(vor Schiffsnamen: Schiff der&#13;
am.Flotte)&#13;
&#13;
United Steelworkers of&#13;
America&#13;
&#13;
Am.Stahlarbeitergewerkschaft&#13;
(CTOf siehe: Steelworkers of&#13;
America)&#13;
&#13;
UEM&#13;
&#13;
- 89 -&#13;
&#13;
�United World - US Element&#13;
&#13;
UWP&#13;
&#13;
UPU&#13;
&#13;
USBE&#13;
&#13;
United World&#13;
Pederalists Inc.&#13;
&#13;
Vereinigte Weltföderalisten&#13;
(194-7 aus Vereinigung anderer&#13;
Organisationen mit ähnlichen&#13;
Zielen entstanden} Sitzt&#13;
New York| Ziele: Umgestaltung&#13;
der UN in Weltbundesregierung&#13;
und Schaffung einer Weltföderation)&#13;
&#13;
Universal Deolaration&#13;
of Human Rights&#13;
&#13;
Allgemeingültige Erklärung&#13;
der Menschenrechte ( am&#13;
10. Dez. 1948 von der UN-VollVersammlung gebilligt)&#13;
&#13;
Universal Post Union&#13;
(Union Postale&#13;
Universelle)&#13;
&#13;
Weltpostverein (SitztBern)&#13;
&#13;
US Army Prothetic&#13;
Research Laboratory&#13;
&#13;
Am«,Heeresinstitut für Pro—&#13;
thesenforsohung&#13;
&#13;
US Atomic Energy&#13;
Gommission&#13;
&#13;
U.S.-Atomenergiekommission&#13;
(selbst. Bundesbehördei Vorsitz: Thomas E. Murray)&#13;
&#13;
US Atomic Energy&#13;
Commlssion*s National&#13;
Laboratory (Oak Ridge)&#13;
&#13;
Bundesstaatliche Atom-Versuchsanstalt (Oak Ridge)&#13;
&#13;
US Book Exchange&#13;
&#13;
Am. Bücheraustausohdienst&#13;
&#13;
US Commander in Berlin&#13;
&#13;
Kommandant des am.Sektors von&#13;
Berlin (Maj.Gen.Maxwell Taylor,&#13;
Vertreter des am. Hochkommissars in Berlin. Untersteht in&#13;
militär. Angelegenheiten dem&#13;
Oberkommandierenden des europäischen Befehlsbereiches ETJCOM)&#13;
&#13;
US Commissioner&#13;
&#13;
Bundesbevollmächtigter&#13;
&#13;
US Council of the&#13;
International Chamber of&#13;
Commerce (ICC)&#13;
&#13;
Am.Sektion der Internationalen&#13;
Handelskammer (siehe ICC)&#13;
&#13;
US Element, Military&#13;
Security Board&#13;
&#13;
Am.Element im Militärischen&#13;
Sicherheitsamt (Leiter: Maj.&#13;
Gen. James P.Hodges), untersteht&#13;
unmittelbar dem ^mt des am*&#13;
Hochkommissars für Deutschland&#13;
(Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
- 90 -&#13;
&#13;
�US Feature Service - US Seoretary&#13;
&#13;
USIS&#13;
&#13;
US Feature Servioe&#13;
&#13;
Amerika Dienst (der offizielle&#13;
am. Informationsdienst für die&#13;
deutsche Fresse} Sitz:&#13;
Bad Nauheim)&#13;
&#13;
US Government&#13;
Printing Office&#13;
&#13;
Am.Staatsdruckerei&#13;
&#13;
US High Commission&#13;
Courts&#13;
&#13;
Abteilung Gerichtswesen der&#13;
am. Hochkommissioni ist unmittelbar dem Amt des am. Hochkommissars für Deutschland&#13;
(Office of the High&#13;
Commissioner) unerstellt und&#13;
ist vorgesetzte Behörde der&#13;
Berufungsgerichte (Court of&#13;
Appeals) und Bezirksgerichte&#13;
(District Courts) der am. Besät zungszone.&#13;
&#13;
US High Commissioner&#13;
&#13;
Der Amerikanische Hochkommissar für Deutschland&#13;
(John J. McCloy)&#13;
&#13;
US Information Servioe&#13;
&#13;
USIS (U.S.-Informationsdienst!&#13;
Gesamtheit der Informationsdienste des U.S.-Außenministeriums in aller Welt)&#13;
&#13;
US National Commission&#13;
for UNESCO&#13;
&#13;
Am» UNESCO-Eommission (siehe&#13;
unter National ..)&#13;
&#13;
US ObServers, Frenoh&#13;
UK-Länder&#13;
&#13;
Am» Bobachter in den Ländern&#13;
der französischen u. britischen Besatzungszone (unterstehen unmittelbar dem Amt des&#13;
am. Hochkommissars für Deutschland - Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
US Seoretary, Allied&#13;
General Seoretariat&#13;
&#13;
Am.Sekretär beim Alliierten&#13;
Generalsekretariat (Leitender&#13;
Sekretär: Joseph E. Slater).&#13;
untersteht dem Amt des Exekutivsekretärs (Office of the&#13;
Ezecutiv Seoretary) im Amt des&#13;
am. Hochkommissars für Deutschland (Office of the High&#13;
Commissioner)&#13;
&#13;
- 91 -&#13;
&#13;
�US Testing Company&#13;
&#13;
Am» MaterialprtifgeSeilschaft&#13;
&#13;
Utah&#13;
&#13;
Bundesstaat Utah&#13;
(Hauptstadt: Lake City)&#13;
&#13;
- 92 -&#13;
&#13;
�Venereal - Virginia&#13;
&#13;
VD&#13;
&#13;
Verereal Disease&#13;
&#13;
Geschlechtskrankheit&#13;
&#13;
Vt.&#13;
&#13;
Vermont&#13;
&#13;
Bundesstaat Vermont&#13;
(Hauptstadt(Montpellier)&#13;
&#13;
v.i.p. very important person"bedeutende Persönlichkeit"&#13;
Veterans Administration&#13;
&#13;
Veterans Rehabilitation&#13;
Program&#13;
&#13;
Amerikan. Bundesbehörde für&#13;
Kriegsteilnehmerversorgung&#13;
(selbständige Bundesbehörde,&#13;
SitztWashington)&#13;
Hilfsprogramm für ehemalige&#13;
Kriegsteilnehmer (der ü.S.Regierung)&#13;
&#13;
Veep&#13;
&#13;
Vioe President&#13;
&#13;
Vizepräsident Alben Barkley&#13;
&#13;
Va.&#13;
&#13;
Virginia&#13;
&#13;
Bundesstaat Virginien&#13;
(Hauptstadtt Riehmond)&#13;
&#13;
- 93 -&#13;
&#13;
�War Claims - Western Union&#13;
&#13;
Wash.&#13;
&#13;
W.Va.&#13;
&#13;
WUCOS&#13;
&#13;
War Claims Commission&#13;
&#13;
Ausschuß für Kriegsschadenar«&#13;
satzansprüohe&#13;
&#13;
War Industries Board&#13;
&#13;
Kriegs-Industrie-Amt&#13;
&#13;
War Labor Board&#13;
(National)&#13;
&#13;
Am.Kriegsarbeitsbehörde&#13;
(1941 als oberste Instanz&#13;
bei Arbeitsstreitigkeiten&#13;
im Kriege eingerichtet!&#13;
jetzt erloschen)&#13;
&#13;
War Manpower&#13;
Commission&#13;
&#13;
Kommission zur Erfassung dar&#13;
Arbeitskräfte im Krieg«&#13;
(erloschen)&#13;
&#13;
War Mobilization and&#13;
Reeonversion&#13;
(Office of)&#13;
&#13;
Amt für die Umstellung der&#13;
Industrie auf Kriegs- bezw,&#13;
Friedensprodukt iojj&#13;
(erloschen)&#13;
&#13;
War Production Board&#13;
&#13;
Kriegs-Produktioneamt (geschaffen zur Koordinierung&#13;
der Krieg8wirtechaft|&#13;
jetzt erloschen)&#13;
&#13;
War Relief Control&#13;
Board&#13;
&#13;
Amt für Kriegsschädenhilfe&#13;
(erloschenj Aufgaben teilweise übernommen vom&#13;
Foreign Aid Committeei&#13;
siehe dieses)&#13;
&#13;
Washington&#13;
&#13;
Bundesstaat Washington&#13;
(Hauptstadt:Olympia)&#13;
&#13;
Waterside Workere&#13;
Federation&#13;
&#13;
Am.Hafenarbeitergewerkschaft&#13;
&#13;
Weather Bureau&#13;
&#13;
U.S.-Wetterdienet (Bundesbehörde im U.S.-Handelsministerium)&#13;
&#13;
West Virginia&#13;
&#13;
Bundesstaat West-Virginien&#13;
(Hauptstadt:Charleston)&#13;
&#13;
Western Union&#13;
&#13;
Westunion&#13;
&#13;
Western Union Chief&#13;
cf Staff&#13;
&#13;
Chef des Generalstabs der&#13;
Westunion&#13;
&#13;
- 94 -&#13;
&#13;
�Westinghouse - Women's National&#13;
&#13;
WEC&#13;
&#13;
Westinghouse Electric&#13;
Company&#13;
&#13;
Westinghouse-Apparatebaugesellschaft (große' amerikanische Firma für elektrische Apparate, Hauptbüro in&#13;
Pittsburgh, Pa.)&#13;
&#13;
Wis.&#13;
&#13;
Wisconsin&#13;
&#13;
Bundesstaat Wisconsin&#13;
(Hauptstadt: Madison)&#13;
&#13;
WAP&#13;
&#13;
Women in the Air&#13;
Force&#13;
&#13;
Prauenhilfsdienst der UoS.LuftStreitkräfte (geschaffen&#13;
1942| 1948 als Truppenteil&#13;
den Luftstreitkräften angegliedert)&#13;
&#13;
WAVES&#13;
&#13;
Women in the Regulär&#13;
Navy and Naval Reserve&#13;
(früher: Women&#13;
Aceepted for Volunteer&#13;
Emergency Service)&#13;
&#13;
Prauenhilfsdienst der ü.S.Kriegsmarine (geschaffen&#13;
1942| 1946 als Truppenteil&#13;
der Kriegsmarine angegliedert)&#13;
&#13;
Women*s Action&#13;
Committee for Lasting&#13;
Peace&#13;
&#13;
Prauen-Aktionsausschuß für&#13;
dauerhaften Frieden&#13;
&#13;
Women*s Affairs Division&#13;
of OMGUS&#13;
&#13;
Abteilung für Prauenfragen&#13;
der U.S.-Militärregierung&#13;
für Deutschland (mit dieser&#13;
aufgelöst)&#13;
&#13;
Women's Army Corps,&#13;
Regulär Army&#13;
&#13;
Prauenhilfsdienst der U.S.&#13;
Armee (geschaffen 1942|&#13;
im Juli 1948 als Truppenteil&#13;
der Armee angegliedert)&#13;
&#13;
Women*s Bureau&#13;
&#13;
Bundesamt für Prauenfragen&#13;
(im Ü.S»-Arbeitsministerium)&#13;
&#13;
Women's Joint&#13;
Congressional&#13;
Committee&#13;
&#13;
Kongreßkomitee der Frauenverbände&#13;
&#13;
Women's National Press&#13;
Club&#13;
&#13;
Vereinigung Am.Journalistinnen (verteilt alljährlich&#13;
den Titel "Frau des Jahres**&#13;
und ähnliche Ehrungen)&#13;
&#13;
WAC RA&#13;
&#13;
- 95 -&#13;
&#13;
�Woodrow&#13;
&#13;
World Trade&#13;
&#13;
Woodrow-WilsonFoundation&#13;
&#13;
Woodrow-Wileon-Stiftung (gegr.&#13;
1922 zur Förderung des Friedens und demokratischer&#13;
Ideale} Sitzt New York)&#13;
&#13;
Work Progress&#13;
Administration&#13;
&#13;
Bundesverwaltung für die Beschleunigung öffentlicher&#13;
Arbeiten (erloschene New-DealBehörde für öffentliche Notstandsarbeiten)&#13;
&#13;
World Affairs&#13;
Council&#13;
&#13;
Rat für Weltfragen (priv.&#13;
Ges., Sitz: Washington)&#13;
&#13;
World Assooiation of&#13;
MotherB f or Peaoe&#13;
&#13;
Weltfriedensbund der Mütter&#13;
&#13;
World Bank&#13;
&#13;
Weltbank (siehe auch: International Bank ..)&#13;
&#13;
World Council of&#13;
Reformed Churches&#13;
&#13;
Weltbund der Reformierten&#13;
Kirchen&#13;
&#13;
WFTU&#13;
&#13;
World Föderation of&#13;
Trade Unions&#13;
&#13;
Weltgewerkschaftsbund (kommunistisch beherrscht)&#13;
&#13;
WHO&#13;
&#13;
World Health&#13;
Organization&#13;
&#13;
Weltgesundheitsorganisation&#13;
(Sonderorganisati JXI der Vereinten Nationen)&#13;
&#13;
WICFF&#13;
&#13;
World Information&#13;
Cömmittee for&#13;
Freedom&#13;
&#13;
Weltkomitee für Naehriehtenfreiheit (priv* am. Vereinigung)&#13;
&#13;
WMO&#13;
&#13;
World Meteorological&#13;
Organization&#13;
&#13;
Weltwetterdienst (als Sonderorganisation der Vereinten&#13;
Nationen geplant} inzwischen&#13;
versieht die Internationale&#13;
Meteorologische OrganisationInternational Meteorological&#13;
Organization - seine Aufgaben)&#13;
&#13;
World Republic&#13;
&#13;
Weltrepublik (priv. amerikan.&#13;
Organisation} Sitz: Chioagoj&#13;
fordert verfassunggebende Versammlung für eine Weltregierung)&#13;
&#13;
World Trade&#13;
Organization&#13;
&#13;
Welthandelsorganisation&#13;
&#13;
WTO&#13;
&#13;
- 96 -&#13;
&#13;
�Yearbook - Youth Citizens&#13;
&#13;
Yearbook on Human&#13;
Rights&#13;
&#13;
UN-Jahrbuch der Menschenrechte (herausgegeben von den&#13;
Vereinten Nationen erstmalig&#13;
für 1946)&#13;
&#13;
Young Men's and Young&#13;
Women's Hebrew&#13;
Association&#13;
&#13;
Jüdischer Verein Junger Männer und Frauen (gegr. 1874|&#13;
Sitz: New York; 11 000 Mit«-»&#13;
glieder)&#13;
&#13;
YMCA&#13;
&#13;
Young Men's Christian&#13;
Association&#13;
&#13;
CYJM - Christlicher Verein&#13;
Junger Männer (amerikan.&#13;
Sektion gegr. 1851} Sitzt&#13;
New York| 1,77 Mill. Mit»&#13;
glieder).&#13;
&#13;
YMHA&#13;
&#13;
Young Men* s Hebrew&#13;
Association&#13;
&#13;
Jüdischer Verein Junger&#13;
Männer (gegr.. 18741 Sitz:&#13;
New York)&#13;
&#13;
YWCA&#13;
&#13;
Young Women's Christian&#13;
Association&#13;
&#13;
CYJF - Christlicher Verein .&#13;
Junger Frauen (amerikan»&#13;
Sektion.gegr. 1858; Sitzt&#13;
New Yorki 3 Mill.Mitglieder)&#13;
&#13;
Youth Citizens&#13;
Political Action&#13;
Comiaittee&#13;
&#13;
Politisches Aktionskomitee&#13;
Junger Amerikaner&#13;
&#13;
- 97 -&#13;
&#13;
i&#13;
&#13;
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amcrika
dienet

Herausgeber: U.S. Information Service
Embassy of the United States of America

S T » N *'

Z12462 C

13. April 1994

14

&gt;

BOSNIEN

CLINTON: LUFTANGRIFFE DER NATO
IM EINKLANG MIT UNO-POLITIK
Erklärungen des Präsidenten

LAKE: BOSNISCH-KROATISCHES
ABKOMMEN SETZT SERBEN UNTER
DRUCK
Rede an der Johns Hopkins
University

ABRÜSTUNG

DAS NUNN-LUGAR-PROGRAMM
Übersicht des Amts für
Rüstungskontrolle und
Abrüstung

EXPORTKONTROLLEN

USA UND VERBÜNDETE
GRÜNDEN NEUE
EXPORTKONTROLLGRUPPE
Ankündigung des
Wirtschaftsministeriums

MENSCHENRECHTE

FÖRDERUNG VON DEMOKRATIE UND
MENSCHENRECHTEN
John Shattuck über das Hauptziel
der US-Außenpolitik
bitte wenden

Um Übersendung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Deichmanns Aue 29
D 53170 Bonn

Tel.:0228-33923 72
Fax:0228-33 4102

�.

DROGEN

WICHTIGE UND DAUERHAFTE
ERFOLGE BEIM KAMPF GEGEN
DROGEN ERZIELT
Bericht des Außenministeriums

BILDUNG

CLINTON UNTERZEICHNET GESETZ
FÜR UMFASSENDE REFORM DES
BILDUNGSWESENS
"Goals 20Ö0" stellt neue Normen auf

LANDESKUNDE

HAUPTSTADTBESUCHE
von Patricia Harris und David Lyon

4

&amp;

Wir bitten unsere Leser um Verständnis,
daß der Amerika Dienst letzte Woche aus
technischen Gründen nicht erscheinen konnte.

r

*.

�BOSNIEN
13. April 1994

CLINTON: LUFTANGRIFFE DER NATO
IN EINKLANG MIT UNO-POLITIK
Erklärungen des Präsidenten
WASHINGTON - (AD) - Die jüngsten Luftangriffe der NATO gegen serbische Ziele in Bosnien waren "eine
direkte Antwort" auf die Bitte um Luftunterstützung von General Michael Rose, dem UN-Kommandeur in
Bosnien, und wurden "voll und ganz im Einklang" mit der bestehenden UN-Politik durchgeführt, erklärte
Präsident Clinton.
Bei einem Phototermin im Weißen Haus am 11. April 1994 erläuterte der Präsident, warum die NATOLuftstreitkräfte zum zweiten Mal binnen 24 Stunden auf eine Bitte der UN-Schutztruppe UNPROFOR reagierten.
"Die andauernde Bombardierung Gorazdes durch die Serben gefährdete das dort stationierte UN-Personal",
stellte Clinton fest. Die Vereinten Nationen, betonte er, "wollen die Serben zur Einstellung der Bombardierung
... zum Rückzug und zur Wiederaufnahme der Verhandlungen veranlassen".
In einer am 10. April 1994 nach dem NATO-Luftangriff gegen die Gorazde belagernden serbischen Streitkräfte
abgegebenen Erklärung äußerte Clinton, das Vorgehen des Bündnisses sei "ein klarer Ausdruck des Willens
der NATO und ein eindeutiger Appell an die Serben, sich aus Gorazde zurückzuziehen und die Verhandlungen
wiederaufzunehmen".
Nachfolgend veröffentlichen wir die Erklärungen von Präsident Clinton im Wortlaut.

Frage: Was können Sie uns zu den jüngsten
Luftangriffen in Bosnien sagen?
Antwort: Die jüngsten Luftangriffe waren eine
direkte Antwort auf General Roses Bitte um
Luftunterstützung. Die andauernde Bombardierung
Gorazdes durch die Serben gefährdete das dort
stationierte UNO-Personal, und die Luftangriffe
wurden voll und ganz im Einklang mit der
bestehenden UN-Politik durchgeführt.
Frage: Können Sie uns sagen, wieviele Flugzeuge
welcher Art eingesetzt und welche Ziele getroffen
wurden?

ermutigen die Serben zum Rückzug aus der
Schutzzone sowie zur Wiederaufnahme der
Verhandlungen und Einstellung der Bombardierung.
Wenn die Vereinten Nationen bei der Durchführung
ihrer Aufgabe einem Risiko ausgesetzt werden,
können sie um Luftunterstützung der NATO bitten.
Das haben sie getan, und wir haben alles in unserer
Macht Stehende getan, um diese Unterstützung
bereitzustellen.
Frage: Sind wir nur um das UNO-Personal besorgt?

Antwort: Sie haben Ziele getroffen, und über die
Einzelheiten werden Sie noch informiert.

Antwort: Die UNO-Resolution erteilt der NATO die
Befugnis zu handeln. Wir handeln ausschließlich im
Rahmen der vom Sicherheitsrat verabschiedeten
bestehenden UNO-Resolution.

Frage:
Werden die Vereinten Nationen die
Einwohner von Gorazde verteidigen?

Frage: Würde man wie in Sarajevo eine Sperrzone
um Gorazde errichten?

Antwort:
Die Vereinten Nationen führen ihre
Mission dort aus und versuchen, Gorazde wieder
wie vereinbart zu einer Schutzzone zu machen. Sie

Antwort: Die Vereinten Nationen wollen die Serben
zur Einstellung der Bombardierung, zum Rückzug
und zur Wiederaufnahme der Verhandlungen

AMERIKA DIENST 14

Seite 1

�veranlassen. Ich möchte es nicht unbedingt mit
Sarajevo vergleichen. Es gibt einige taktische und
faktische Unterschiede. Die NATO hat nur auf die
Bitte um Luftunterstützung bei der Durchführung der
UNO-Mission reagiert.
Frage: Haben Sie mit Präsident Jelzin über diese
jüngsten...
Antwort: Nein, ich habe gestern abend mit ihm
gesprochen, und heute ist er nicht in der Stadt. Wir
hatten gestern abend ein ziemlich langes Gespräch.
Ich habe ihm erklärt, daß sich die Situation von der
in Sarajevo unterscheidet. Es gab eine gültige UNPolitik, die gleiche Politik, gemäß der wir handelten,
als die Flugzeuge vor einigen Wochen
abgeschossen wurden, daß wir aber meines
Erachtens enge Koordinierung mit den Russen
haben sollten. Schließlich sind die Russen Teil der
UNPROFOR-Delegation hier. Sie haben Soldaten
am Boden in Bosnien stationiert. Wir hatten ein
gutes Gespräch. Meines Wissens wurden heute
zwischen dem amerikanischen Außenminister und
seinem Amtskollegen sowie zwischen den
Verteidigungsministern weitere Gespräche geführt.
Sie haben eine entscheidende Rolle zu spielen,
wenn die Friedensgespräche wiederaufgenommen
werden, was ich hoffe.
Wie gesagt, wir hatten ein gutes Gespräch. Ich
habe ihm erklärt, was geschehen ist. Am Anfang
war er - glaube ich - besorgt, daß er nicht vorher
darüber informiert worden war. Ich habe genau
erläutert, was geschehen ist - daß die Vereinten
Nationen darum gebeten haben und Generalsekretär
Boutros-Ghali am Tag davor eine Presseerklärung
herausgegeben hatte, in der er sich für diese Aktion
aussprach, wenn die Bombardierung nicht eingestellt
würde, General Rose die entsprechende
Genehmigung von den Zivilbehörden in Bosnien
erhalten hatte, zu dieser Aktion Befugnis erteilt
wurde und ich in der Annahme war, daß die
Vereinten Nationen alle UNPROFOR-Mitglieder
darüber in Kenntnis gesetzt hätten, es sich aber um
nichts Neues oder anderes handelte.
In solchen Fällen hat man oft nicht viel Zeit. Wie Sie
wissen, hatten wir nur etwa eine halbe bis
anderthalb Stunden für die Entscheidung. Ich weiß
nicht genau, wieviel Zeit, aber wir haben meines
Erachtens unter den Umständen absolut richtig
reagiert.
Während heute Verhandlungen über einen
Waffenstillstand in Bosnien geführt wurden,
begannen die Serben einen neuen Angriff auf
Gorazde. Diese Angriffe haben zu vielen Opfern
geführt und das dortige UNO-Personal gefährdet.

Seite 2

Der Kommandeur der UNPROFOR, General Rose,
ersuchte und erhielt von den UN-Zivilbehörden die
Genehmigung für Luftunterstützung durch die NATO.
Entsprechend der derzeitigen Befugnis und Politik
reagierten die Streitkräfte der NATO unverzüglich.
Unter dem Kommando der NATO stehende
amerikanische F-16-Kampfflugzeuge griffen
mindestens ein von der UNPROFOR identifiziertes
Ziel an. Der NATO unterstehende französische
Flugzeuge nehmen keine Einschätzung der
entstandenen Schäden vor.
Wir haben erklärt, wir würden handeln, wenn wir
darum gebeten würden. Jetzt haben wir das getan
und werden es wieder tun, wenn man uns darum
ersucht. Die Serben sollten ihre Angriffe auf Gorazde
einstellen und sich zurückziehen. Die Gespräche
über eine Beendigung der Feindseligkeiten in
Bosnien sollten wiederaufgenommen werden. Wir
befanden uns bei diesen Gesprächen an einem
wichtigen Punkt, als diese Angriffe ihren Verlauf
unterbrachen, und ich hoffe stark, daß die Angriffe
jetzt eingestellt werden, die Serben sich zurückziehen
und die Gespräche über eine Einstellung der
Feindseligkeiten fortgesetzt werden.
Ich habe viel Vertrauen in die Entschlossenheit von
General Rose. Wir unterstützen ausdrücklich seine
Entscheidung, und ich begrüße die schnelle Reaktion
der Zivilbehörden der Vereinten Nationen.
Frage: Was denken Sie über eine serbische
Vergeltung?
Antwort: Wir haben keinen Grund, damit zu
rechnen. Wir haben Vergeltung geübt. Die Vereinten
Nationen haben eindeutig klargestellt, daß sich UNOPersonal in Gorazde befand und ein Angriff auf die
Stadt als eindeutige Verletzung der Regeln
interpretiert würde. Und es geschah trotzdem.
General Rose bat um Luftunterstützung, die
Zivilbehörden genehmigten sie prompt und wir
unterstützten sie.
Frage: Nach dem Luftangriff gab es Berichte, es
seien Luftabwehrraketen in die Vorstädte geschossen
worden - auf die Häuser.
Antwort: Das kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht
bestätigen.
Frage: Herr Präsident, wußten sie von dem
Luftangriff, bevor er begann?
Antwort: Wir wußten vor seinem Beginn, daß
General Rose darum gebeten hatte. Es geschah
alles sehr schnell. Es verging nicht viel Zeit zwischen
seinem Ersuchen um Unterstützung durch die

AMERIKA DIENST 14

�Zivilbehörden und ihre Gewährung. Wir haben diese
Entwicklung genau verfolgt.
An zwei
aufeinanderfolgenden Tagen - Donnerstag und
Freitag - habe ich mit dem Außenminister, dem
Verteidigungsminister und dem Nationalen
Sicherheitsberater über dieses Thema gesprochen.
Ich wurde gestern informiert, und wir sprachen heute
morgen erneut zusammen. Es wurde klar, daß
General Rose wahrscheinlich das Ersuchen stellen
würde, und als er das tat, wurden wir informiert,
sobald Herr Akashi ihm stattgab.

Frage: Sind Sie der Ansicht, daß der Angriff in
Bosnien ein einmaliger Vorfall war? Glauben Sie,
daß wir unsere Luftstreitmacht dort erneut einsetzen
müssen?

Frage: Was wird ihrer Meinung nach als nächstes
geschehen? Glauben Sie, daß das alles war, oder
fürchten Sie, die NATO muß erneut zuschlagen?
Antwort: Das weiß ich nicht. Wir müssen fest
bleiben. Wir haben in der Vergangenheit gesehen,
daß es den Verhandlungen förderlich war, wenn wir
eine UNO-Mission entschieden unterstützten.
Genau das versuchen wir: Die Verhandlungen zu
fördern.
Ich würde gerne noch einen weiteren Kommentar
anfügen. Wie Sie alle wissen, liegt uns die
Sicherheit der in Ruanda lebenden Amerikaner sehr
am Herzen. Soweit wir wissen, sind die letzten
Konvois mit allen Amerikanern, die das Land
verlassen wollen, entweder bereits in Burundi oder
auf dem Weg dorthin.

*

AMERIKA DIENST 14

Im Namen unserer ganzen Nation möchte ich
unserem Botschafter in Ruanda, Botschafter Rawson,
ein besonderes Wort des Dankes dafür aussprechen,
wie er mit den Problemen umging und die Sicherheit
der amerikanischen Bürger in dieser äußerst
schwierigen Situation garantierte. Darüber kann
morgen vielleicht noch mehr gesagt werden. Zum
jetzigen Zeitpunkt sollten wir ihm alle für das dankbar
sein, was er für die Sicherheit unserer Bürger getan
hat.

Antwort: Meines Erachtens müssen wir dazu bereit
sein. Ich habe jedoch keinen Grund, die eine oder
andere Ansicht zu vertreten.
Ich bin nicht
hoffnungsvoll und nicht skeptisch. Ich bin lediglich
der Meinung, daß die Führung dort nicht sehr straff
ist, die Kommunikationswege nicht so lückenlos.
Vielleicht geschah etwas, für das von seiten der
Kommandozentrale der bosnischen Serben keine
Genehmigung erteilt wurde. Meines Erachtens ist
das ein klarer Ausdruck des Willens der NATO, der
Vereinten Nationen und der UNPROFOR-Operation.
Es ist ein eindeutiger Appell an die Serben, sich aus
Gorazde zurückzuziehen und die Verhandlungen
wiederaufzunehmen.

* * *

*

Seite 3

�BOSNIEN
13. April 1994

LAKE: BOSNISCH-KROATISCHES ABKOMMEN
SETZT SERBEN UNTER DRUCK

Rede an der Johns Hopkins University
BALTIMORE - (AD) - Dem Nationalen Sicherheitsberater Anthony Lake zufolge ändert das bosnisch-kroatische
Abkommen "das Kräfteverhältnis in dem Gebiet und übt auf die Serben größeren Druck aus, an den
Verhandlungen über ihren künftigen Status in Bosnien teilzunehmen".
In einer am 7. April 1994 an der Johns Hopkins University in Baltimore (Maryland) gehaltenen Rede erklärte
Lake, obwohl es in einigen bosnischen Städten Fortschritte im Zusammenhang mit einem Waffenstillstand und
den Hilfslieferungen gebe, stehe der Fortschritt in anderen Gebieten, in denen ethnische Säuberungen und die
Kämpfe andauern, "weiterhin auf tönernen Füßen".
Lake umriß vier von den Vereinigten Staaten in Bosnien verfolgte Ziele:
"Serbien und den bosnischen Serben gegenüber klarstellen, daß die Kosten fortgesetzter Kompromißlosigkeit
hoch sind."
"Die Effektivität des NATO-Engagements durch verbesserte Koordinierung mit den Vereinten Nationen erhöhen."
Die Intensivierung der "diplomatischen Bestrebungen zur Einbeziehung der Serben" gleichzeitig mit den
europäischen Verbündeten und Rußland.
Die Vorbereitung einer möglichen Dislozierung von NATO-Truppen, einschließlich amerikanischer Truppen, zur
Durchsetzung des Friedens, während die Parteien auf eine Lösung hinarbeiten.
Nachfolgend veröffentlichen wir den vom Weißen Haus freigegebenen Redetext im Wortlaut.

Es ist mir eine Ehre, hier an der Johns Hopkins
University sprechen zu dürfen. Im vergangenen
Jahr habe ich den Studenten aus dem ganzen Land
eine einfache Botschaft vermittelt: Ihre Generation
muß sich engagieren, sich für die Welt als Ganzes
interessieren, sich an der Gestaltung unserer
Außenpolitik beteiligen. Denn zum gegenwärtigen
Zeitpunkt ist die Führungsrolle Amerikas in der Welt
wichtiger als je zuvor.
Auf einem Campus, aus dem so viele führende
Persönlichkeiten dieser Nation hervorgegangen sind,
erneuere ich diesen Appell an Ihr Engagement. Und
ich möchte heute insbesondere über den Konflikt im

AMERIKA DIENST 14

ehemaligen Jugoslawien und das amerikanische
Interesse an seiner Beilegung sprechen.
Seit nahezu drei Jahren werden die Nationen dieser
Region von Krieg zerrüttet. Wir können uns nur an
wenige Konflikte erinnern, die ein derartiges
Gemetzel verursacht haben. Wir haben alle die
Bilder von blutbefleckten
Märkten
und
blutüberströmten Zivilisten gesehen, die von
Heckenschützen niedergeschossen wurden. Wir alle
waren erschüttert über die schrecklichen Berichte von
Massenvergewaltigungen, Konzentrationslagern und
ethnischen Säuberungen. Unsere Herausforderung

Seite 1

�besteht darin, diese Empörung für klare Analysen
und entschlossenes Handeln zu nutzen.
Die Kampfhandlungen in Bosnien sind Teil einer
längeren Geschichte von Wandel und Konflikt in
diesem Gebiet. In Europa und auf der ganzen Welt
hat das Ende des Kalten Krieges Millionen
Menschen befreit und neue Chancen für mehr
Sicherheit geschaffen.
Es hat aber auch
nationalistischen Haß freigesetzt.
Nirgends waren die Konsequenzen tragischer als im
ehemaligen Jugoslawien. Dort haben durch
serbische Aggression angeheizte nationalistische
und religiöse Spannungen zu brutalen Kämpfen und
einer massiven Verschleppung von Zivilisten geführt.
Mehr als 115.000 Menschen haben in diesem Krieg
ihr Leben verloren. Mehrere Millionen wurden zum
Verlassen ihrer Häuser gezwungen. Man kann
jedoch die zerstörten Hoffnungen und ausgelöschten
jungen Leben nicht in Zahlen ausdrücken,
ebensowenig wie die langsame und schreckliche
Unterminierung des grundlegenden Anstands und
der menschlichen Zivilisation, die dieser Krieg
herbeiführte.
Wenn uns dieses Jahrhundert etwas gelehrt hat,
dann die Tatsache, daß Amerika es sich nicht leisten
kann, die Konflikte in Europa zu ignorieren. Der
fünfzigste Jahrestag der Invasion in der Normandie
erinnert uns daran, daß die Sicherheit unserer
Nation weiterhin mit der Sicherheit und dem Frieden
in Europa verbunden ist. Und in dieser Ära besteht
unsere Aufgabe nicht nur in der Aufrechterhaltung
des erforderlichen Kräfteverhältnisses, sondern auch
im Umgang mit einer Welt, in der die meisten
Auseinandersetzungen interne Konflikte sind.
Wie der Präsident wiederholt erklärte, stehen für die
Vereinigten Staaten im bosnischen Konflikt deutliche
Interessen auf dem Spiel. Zunächst sind wir daran
interessiert, die Ausweitung eines Krieges zu
verhindern, der unsere Verbündeten einbeziehen
und die Stabilität der neuen demokratischen Staaten
Mittel- und Osteuropas bedrohen könnte. In keiner
Region ist der Erfolg von Demokratie und
Marktwirtschaft wichtiger. Durch die Beteiligung an
den Bestrebungen zur Lösung des Krieges in
Bosnien tragen wir zur Verteidigung der historischen
Reformen in Nachbarstaaten wie Bulgarien, Ungarn
und Rumänien bei - Nationen, deren Sicherheit für
unsere eigene von großer Bedeutung ist.
Für uns stehen in Bosnien auch andere Interessen
auf dem Spiel. Wir haben ein Interesse daran zu
zeigen, daß die NATO - das größte Militärbündnis
der Geschichte - eine glaubwürdige Kraft für den
Frieden in diesem Zeitalter darstellt. Wir haben ein

Seite 2

Interesse
daran, zur
Eindämmung
des
Flüchtlingsstroms in ganz Europa beizutragen. Und
wir haben ein humanitäres Interesse an der
Beendigung des fortgesetzten Gemetzels an
Unschuldigen.
Obwohl diese
Interessen keine unilaterale
amerikanische Intervention rechtfertigen, rechtfertigen
sie ein starkes amerikanisches Engagement und eine
Führungsrolle unseres Landes. Aus diesem Grund
hat Präsident Clinton in seiner Wahlkampagne die
Vereinigten Staaten dringend aufgefordert, sich
aktiver zu engagieren. Aus diesem Grund haben wir
unter Präsident Clinton aktiv Anteil an den
Bestrebungen zur Beendigung des Konflikts
genommen.
Aus diesem Grund hat der Präsident deutlich
gemacht, daß die Vereinigten Staaten für den Fall,
daß die Parteien eine tragfähige, durchsetzbare
Friedenslösung finden, im Rahmen der NATO zur
Dislozierung von Truppen zu ihrer Umsetzung bereit
sind.
Wenn wir die Entsendung von Truppen zur
Durchsetzung einer Lösung in Erwägung ziehen,
müssen wir uns über die Ursprünge und Natur dieses
verworrenen Konflikts ebenso im klaren sein, wie wir
es vorher über unsere Interessen in dieser Region
waren. Ich möchte Ihnen einen kurzen Überblick
geben.
Als 1991 in Jugoslawien ein halbes Jahrhundert
kommunistischer Herrschaft endete, begann der
Balkan wieder einmal auseinanderzubrechen. Unter
den jugoslawischen Serben fing der Nationalismus
erneut Feuer.
Die von Serben beherrschte
Bundesarmee und die von Demagogen angeführten
paramilitärischen Einheiten der Serben schürten die
Flammen des Krieges, als mehrere Republiken des
Landes - Slowenien, Bosnien und Kroatien - nach
Unabhängigkeit strebten.
Die ersten Kämpfe begannen im Juni 1991, als
Slowenien und Kroatien ihre Unabhängigkeit
erklärten. Nach mehreren Monaten zog sich die
Bundesarmee aus Slowenien zurück und erkannte
damit stillschweigend die Unabhängigkeit des Staates
an. In Kroatien einigten sich nach mehrmonatigen
Kämpfen und dank der diplomatischen Bemühungen
von Cyrus Vance und anderen führende serbische
und kroatische Politiker auf einen Waffenstillstand
und die Entsendung von UN-Blauhelmen. Für die
Situation in Kroatien ist noch keineswegs eine
Lösung gefunden worden, sie hat sich jedoch
verbessert.
In Bosnien geht das Blutvergießen jedoch weiter.
Früher war Bosnien ein Staat, in dem Kroaten,

AMERIKA DIENST 14

�Serben und Muslime friedlich Seite an Seite lebten.
Die bosnische Hauptstadt Sarajevo war vor zehn
Jahren Gastgeber der Olympischen Spiele und ein
Denkmal für Toleranz und Brüderlichkeit. Als sich
Bosnien im Februar 1992 jedoch für die
Unabhängigkeit entschied, reagierten die Serben mit
Gewalt. Einige fürchteten um ihren Status als
Minderheit, trotz Bosniens Status als multiethnische
Demokratie. Andere in Bosnien und Serbien sahen
eine Chance, ihren Traum von einem "Großserbien"
zu verwirklichen. Als Folge davon tauchte Bosnien
in eine dunkle Nacht des Terrors ein.
Während des Frühjahrs und Sommers 1992
arbeiteten die Europäische Gemeinschaft und die
Vereinten Nationen erfolglos an einer diplomatischen
Lösung. Eine Waffenstillstandsvereinbarung nach
der anderen wurde gebrochen. In dieser ganzen
Zeit wuchs die Entrüstung der internationalen
Staatengemeinschaft über die von den Serben
initiierte brutale Belagerung und die ethnischen
Säuberungen. Quälende Bilder ausgemergelter
muslimischer Gefangener verfolgten uns. Und das
Gespenst unkontrollierter serbischer Aggression in
anderen Teilen des Balkans bedrohte unsere
Interessen. Im Oktober 1992 hatten die Serben
nahezu 70 Prozent Bosniens in ihren Besitz
gebracht.
In dieser Anfangsphase, als Präventivmaßnahmen
noch die größte Erfolgschance hatten, forderte Bill
Clinton eine energischere Reaktion des Westens.
Seit seiner Amtsübernahme hat der Präsident
mehrere Bestrebungen unternommen, um ein
friedliches Ende des Konflikts herbeizuführen.
Haben wir alle die Fortschritte gemacht, die wir uns
im vergangenen Jahr gewünscht haben? Nein.
Haben wir etwas bewirkt? Das denke ich schon.
Erstens hat die Administration das Leiden der
Menschen in Bosnien gemildert. Die Vereinigten
Staaten riefen ein innovatives Programm für den
Abwurf humanitärer Güter ins Leben und beteiligten
sich an einer Luftbrücke - der längsten in der
Geschichte - um das Los der Einwohner im
belagerten Sarajevo zu verbessern. Im Rahmen der
Operation Provide Promise haben amerikanische
Flugzeuge gemeinsam mit UN-Friedenstruppen in
Tausenden von Flügen Lebensmittel, Brennstoff,
Medikamente und andere Hilfsgüter geliefert.
Zweitens haben wir mit den Vereinten Nationen und
der Europäischen Union zusammengearbeitet, um
die Sanktionen gegen Serbien zu verschärfen und
ihre Umsetzung zu verbessern. Diese Sanktionen
haben effektiv sämtliche Lieferungen außer
humanitären Hilfsgütern unterbunden. Sie zwangen

AMERIKA DIENST 14

zu drakonischen Sparmaßnahmen und trieben die
Wirtschaft Serbiens in eine Hyperinflation.
Die
Industrieproduktion brach zusammen.
Der
Schiffsverkehr kam zum Erliegen. Als Folge davon
machte die serbische Regierung die Aufhebung der
Sanktionen zu einem ihrer wichtigsten Anliegen.
Drittens haben wir uns bemüht, diejenigen vor Gericht
zu bringen, die für das Gemetzel an Unschuldigen
verantwortlich sind. Im vergangenen Jahr führte das
beständige Engagement der Vereinigten Staaten zur
Schaffung eines Kriegsverbrechertribunals der
Vereinten Nationen. Die Vereinigten Staaten haben
einen signifikanten Beitrag zur Finanzierung und
personellen Besetzung des Tribunals gemacht sowie
Informationen bereitgestellt, die bei der
strafrechtlichen Verfolgung von Kriegsverbrechern
behilflich sein sollten.
Viertens haben wir uns um die Verhinderung der
Ausweitung des Konflikts bemüht. Im serbischen
Kosovo haben die Serben die Menschenrechte der
albanischen Minderheit systematisch unterdrückt. Die
Serben drohten mit derselben Art von ethnischen
Säuberungen, die sie andernorts durchführten. Aus
diesem Grund haben wir unsere Position - tatsächlich
unsere Warnung - erneut bekräftigt, welche die
vorherige Administration gegen die Ausweitung des
Kosovo-Konflikts durch die Serben aussprach. Und
wir haben mehrere Hundert amerikanische Soldaten
zu einer präventiven Friedenstruppe in der
jugoslawischen Nachbarrepublik
Makedonien
beigesteuert.
Fünftens haben wir den Umfang des amerikanischen
diplomatischen Engagements erhöht. Im Februar
vergangenen Jahres entsandte Präsident Clinton
einen Unterhändler zu den Friedensbestrebungen der
Vereinten Nationen und den Vermittlern der EU. Seit
dieser Zeit haben wir Versuche zurückgewiesen, die
Muslime in Bosnien zur Annahme einer ungerechten,
nicht durchsetzbaren Lösung zu drängen.
Sechstens haben wir die Macht der NATO in den
Dienst der Diplomatie gestellt. Mit unseren NATOVerbündeten haben wir eine Flugverbotszone über
Bosnien durchgesetzt - und die Ernsthaftigkeit dieses
Unternehmens unter Beweis gestellt, als die
Jagdflugzeuge der NATO am 28. Februar vier
serbische Jagdbomber abschössen.
Im letzten
Sommer signalisierte die NATO Entschlossenheit, die
Abschnürung Sarajevos und anderer Schutzzonen zu
verhindern. Die NATO stimmte darüber hinaus zu,
fürTausende mutiger UN-Friedenstruppen in Bosnien
Luftüberwachung bereitzustellen.
Und am 9. Februar dieses Jahres stellte die NATO
ermutigt durch Präsident Clintons Führungsrolle beim
Gipfeltreffen im Januar ein Ultimatum. Gemeinsam

Seite 3

�mit unseren NATO-Verbündeten erklärten wir, daß
alle in der Zone um Sarajevo verbliebenen oder
nicht der UNO-Kontrolle unterstellten schweren
Waffen das Ziel von Luftangriffen sein würden.
Auch Rußland hat eine nützliche Rolle gespielt, um
die Serben von der Einhaltung zu überzeugen. Die
diplomatische Intervention Moskaus demonstrierte,
wie die Vereinigten Staaten und Rußland von ihren
klar definierten nationalen Interessen geleitet häufig
kooperativ auf ein gemeinsames Ziel in diesem
Bereich hinarbeiten können.
Das NATO-Ultimatum hat sowohl auf dem Boden als
auch in unserer Diplomatie neue Dynamik
geschaffen. Seit Februar wurden über 300 schwere
Waffen der bosnischen Serben der UN-Kontrolle
unterstellt. Bosnische Regierungstruppen haben
ebenfalls nahezu 50 schwere Waffen übergeben.
Obwohl es sporadische Handfeuergefechte und
unbestätigte Meldungen von Mörserangriffen in der
Umgebung von Sarajevo gab, wurden die
Kampfhandlungen oder die Bombardierung
Sarajevos praktisch nicht wieder aufgenommen.
Das NATO-Ultimatum in Sarajevo hat auch zu neuen
Fortschritten am Verhandlungstisch geführt. Am 18.
März kamen der bosnische und kroatische
Regierungschef im Weißen Haus zusammen, um
Abkommen über die Gründung einer Föderation
zwischen den bosnischen Muslimen und Kroaten zu
unterzeichnen. Diese muslimisch-kroatische Einheit
wird dann zu einer Konföderation mit Kroatien
führen.
Das Abkommen zwischen den Muslimen und
Kroaten hat strategische Konsequenzen.
Es
verändert das Kräftegleichgewicht in dieser Region
und übt größeren Druck auf die Serben zur
Teilnahme an Verhandlungen über ihren zukünftigen
Status in Bosnien und zu territorialen Fragen aus.
Wir befinden uns also an einem Wendepunkt in
Bosnien. Andererseits gibt es Fortschritte in Städten
wie Mostar, wo der Waffenstillstand Monate der
Bombardierung und Kämpfe beendet hat; oder in
Tuzla, wo der Flugplatz jetzt für UN-Hilfsflüge
vorbereitet wird; oder in Maglaj, wohin zum ersten
Mal seit Monaten Hilfslieferungen gelangen.
Die Fortschritte stehen jedoch weiterhin auf tönernen
Füßen. Die ethnischen Säuberungen dauern an, wie
wir in Prijedor beobachten mußten. Die Serben
greifen nach wie vor Muslim-Enklaven an, wie in den
vergangenen Tagen rund um Gorazde. Diese
Kämpfe sollten uns nicht überraschen. Im Vorfeld
einer weiteren Verhandlungsrunde ist jede Seite zur
Verstärkung ihrer Situation auf dem Boden verleitet.
Die Parteien müssen jedoch entscheiden, ob sie bei

Seite 4

der Suche nach einem marginalen Vorteil bereit sind,
wieder Blutvergießen über ganz Bosnien zu bringen.
Wohin müssen wir also von hier aus gehen? Wir
müssen vier Dinge tun. Erstens müssen wir Serbien
und den bosnischen Serben gegenüber klarstellen,
daß die Kosten fortgesetzter Kompromißlosigkeit
hoch sind. Wir müssen die Wirtschaftssanktionen
aufrechterhalten. Wir müssen wachsam gegen
serbische Aggression im Kosovo sein. Wir müssen
den Regionen unter serbischer Belagerung weiterhin
mit humanitären Hilfslieferungen und anderen
geeigneten Schritten behiflich sein.
Ich möchte unmißverständlich klarstellen: Weder der
Präsident noch einer seiner hochrangigen Berater
schließen den Einsatz von NATO-Streitkräften zur
Beendigung von Angriffen wie dem auf Gorazde aus.
Ein Kontingent von UNO-Streitkräften sollte bald auf
dem Weg nach Gorazde sein. Es ist wichtig, daß
dies so schnell wie möglich geschieht. Die NATO ist
gegebenenfalls zur Bereitstellung von
Luftüberwachung für diese Streitkräfte verpflichtet.
Wir stehen zu dieser Verpflichtung. Während wir
andere Wege sondieren, um auf die in Sarajevo
erzielten Fortschritte aufzubauen, müssen wir uns
das zentrale Prinzip unseres Handelns dort vor
Augen führen: Daß effektive Dipomatie an praktische
Machtkalkulationen gebunden ist.
Zweitens müssen wir auch die Effektivität des NATOEngagements durch verbesserte Koordinierung mit
den Vereinten Nationen erhöhen. Wenn die UNFriedenstruppen Luftunterstützung der NATO fordern
- wie sie es seit Februar zweimal getan haben - sollte
ihr Antrag nicht einem zögerlichen
EntScheidungsprozeß unterworfen werden. General
Shalikashvili, der Vorsitzende der Vereinigten
Stabschefs, hat diesen Prozeß als "bestenfalls eine
Tortur" bezeichnet. Wir arbeiten auf die Behebung
der bisherigen Probleme hin.
Drittens müssen wir gleichzeitig mit unseren
europäischen Verbündeten und Rußland unsere
diplomatischen Bestrebungen zur Einbeziehung der
Serben intensivieren. Wir sind zur Zusammenarbeit
mit allen Parteien in Bosnien bei den verbleibenden
territorialen Fragen verpflichtet. Dieser Prozeß - der
unsererseits durch unseren Sonderunterhändler
Botschafter Charles Redman - durchgeführt wird, ist
weiterhin mühevoll, heikel und äußerst schwierig.
Viertens müssen wir uns auf die mögliche
Dislozierung von NATO-Truppen, einschließlich
amerikanischer Truppen, zur Durchsetzung des
Friedens vorbereiten, während die Parteien auf eine
Lösung hinarbeiten. Der Präsident hat erklärt, er
beabsichtige zur Umsetzung eines tragfähigen
Abkommens beizutragen. Unseres Erachtens hat

AMERIKA DIENST 14

�diese Verpflichtung die Parteien zur Beilegung ihrer
Differenzen ermutigt.
Aktive amerikanische
Unterstützung ist unabdingbar. Wie der Präsident
jedoch betont hat, muß eine Einbeziehung unserer
Truppen auf Antrag der Parteien erfolgen und die
erzielte Lösung tragfähig sein.
Wir haben eindeutige und praktische Bedingungen
für eine amerikanische
Beteiligung
an
Friedenssicherungsmissionen in Bosnien gestellt.
Diese Bedingungen sollen eine effektive Operation
mit erreichbaren Zielen sicherstellen. Wir arbeiten in
der NATO an der Weiterentwicklung eines Plans, der
General Shalikashvili und unseren anderen
hochrangigen Militärs zufolge funktionieren wird.
Und wir arbeiten mit den Kongreßmitgliedern beider
Seiten am Aufbau breiter öffentlicher Unterstützung
zusammen. Der Präsident ist bereits mehrere Male
mit Kongreßabgeordneten beider Parteien bezüglich
der Entwicklungen in Bosnien zusammengekommen.
Während wir uns auf die Möglichkeit einer
Entsendung amerikanischer Truppen nach Bosnien
vorbereiten, kann uns die eben mit großem Geschick
in Somalia beendete Mission gewisse Einblicke
vermitteln. Ebenso wie in Somalia können wir in
Bosnien zur Schaffung der Möglichkeit eines
Friedens beitragen. Die Verantwortung für den
Frieden liegt jedoch bei den Menschen, die sich im
Krieg befinden. Indem wir einen Endpunkt für unser
Engagement in Somalia festsetzten, haben wir den
kriegführenden Parteien Anreize für neue Lösungen
gegeben. In eben dieser Weise können wir den
Friedensprozeß in Bosnien durch die Klarstellung
beleben, daß unsere Mission kein offenes Ende hat.
Wir müssen unsere Mission auch eindeutig,
frühzeitig und häufig definieren.
Als unsere
Streitkräfte im Oktober vergangenen Jahres in
Mogadischu Verluste erlitten, machte sich Verwirrung
in der Öffentlichkeit über unsere Ziele in Somalia
breit. Der Präsident sprach nach wenigen Tagen zur
Nation, um unsere Ziele und Mission klarzustellen,
aber offen gesagt, hätten wir dies sehr viel früher tun
können. Im Falle Bosniens hat der Präsident unsere
Interessen und Ziele konsequent spezifiziert. Wir
werden diese Bestrebungen beschleunigen, wenn
die Entsendung unserer Streitkräfte wahrscheinlicher
wird.
Eine letzte Lektion lautet, daß wir unsere Streitkräfte
in ausreichendem Umfang zur Bewältigung der
Aufgabe entsenden müssen.
Wenn unsere
Streitkräfte nach Bosnien disloziert werden, sollen
sie stark vertreten sein. Sie werden Teil einer
NATO-Streitmacht sein, nicht einer UNO-Truppe.
Sie werden eine kommandierende Präsenz mit der
Anzahl, dem Gerät und den festen Regeln des

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Engagements herstellen, die für ihre Verteidigung und
die Erfüllung ihrer Mission erforderlich sind.
In den kommenden Wochen und Monaten wird
Bosnien wahrscheinlich weiterhin Schlagzeilen
machen. Während die Öffentlichkeit diesem Konflikt
zunehmend Aufmerksamkeit widmet, sollten wir uns
vor Augen führen, wo Bosnien auf der
Bedrohungsskala unserer Sicherheit in diesem Gebiet
steht.
Direkte Bedrohungen unserer Nation oder unseres
Volkes erfordern, daß wir auf eine einseitige
militärische Reaktion vorbereitet sind.
Iraks
versuchter Mordanschlag auf Präsident Bush fiel in
diese Kategorie, und wir haben nicht gezögert, darauf
im Alleingang zu reagieren. Eine zweite Kategorie
von Bedrohungen rechtfertigt nur einen begrenzten
Einsatz von Gewalt und generell unter internationaler
Schirmherrschaft. Friedenssicherung würde in diese
Kategorie fallen. Eine dritte Kategorie könnte unser
starkes diplomatisches Engagement, nicht aber die
Stationierung unserer Streitkräfte erfordern.
In dieser groben Typologie paßt Bosnien in die zweite
Kategorie: Die auf dem Spiel stehenden Interessen
rechtfertigen eine amerikanische Führungsrolle und in unterschiedlichen Stadien und unterschiedlicher
Weise - den gemeinsamen Einsatz amerikanischer
und anderer Truppen. Wir blicken auf Europa zur
Übernahme zahlreicher Aspekte der Last einer
Lösung dieser Krise, weil Europa am direktesten
betroffen ist. Aber Europa - und in der Tat die ganze
Welt - blicken auf Amerika für durchgreifende
Führungsstärke im Einklang mit unseren Interessen.
Stellen Sie sich die Situation in Bosnien - und der
gesamten Region - vor, wenn wir nicht die
Führungsstärke bewiesen hätten, dank der die
Fortschritte der vergangenen Wochen möglich
wurden.
Als der Präsident im Januar den Atlantik überquerte,
hatte er eine Vision für Europa entwickelt - nicht
basierend auf der Grundlage der Art von Bedrohung,
die Europa seit Jahrzehnten kannte, sondern auf
größerer Integration. Diese Vision von Demokratie,
Marktwirtschaft und
Sicherheitszusammenarbeit
spiegelt unsere höchsten Werte und grundlegendsten
Interessen wider.
Der derzeitige Krieg in Bosnien stellt eine klare
Herausforderung dar: Für die Stabilität Europas, die
Glaubwürdigkeit der NATO und für unsere Vision
eines Europa nach dem Kalten Krieg. Wie bei so
vielen Konflikten, die in diesem Zeitalter
ausgebrochen sind, häuft auch in Bosnien jede
Generation einen von der nächsten Generation zu
zahlenden Blutzoll an. Kindern wird nichts anderes

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�als Haß zwischen Religionen, Rassen und Clans
gelehrt.
Was Amerika zur Lösung des Konflikts in Bosnien
tut, wird zur Gestaltung der Welt beitragen, die Ihre
Generation erbt. Aus diesem Grund haben wir hart
gearbeitet, um diesen Konflikt friedlich zu beenden,
Bosnien bei der Durchbrechung des Teufelskreises
von Gewalt und Vergeltung, des Blutvergießens und
des Blutzolls behilflich zu sein.

Und aus diesem Grund schließe ich heute mit
demselben Appell, mit dem ich begonnen habe:
Einem Appell an Sie - die Männer und Frauen, die
diese Nation ins 21. Jahrhundert führen werden - an
der Gestaltung des lebenswichtigen Engagements
der Vereinigten Staaten in diesem neuen Zeitalter ein
aktives Interesse zu haben und eine aktive Rolle zu
spielen.

* * * * *

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AMERIKA DIENST 14

�ABRÜSTUNG
13. April 1994

DAS NUNN-LUGAR-PROGRAMM
Übersicht des Amts für Rüstungskontrolle und Abrüstung
WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir eine Übersicht über das Nunn-Lugar-Programm für die
sichere Lagerung und Zerlegung von Nuklearwaffen, die am 21. März 1994 vom US-Amt für Rüstungskontrolle
und Abrüstung (U.S. Arms Control and Disarmament Agency - ACDA) herausgegeben wurde.

Hintergrund
Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahr
1991 war eines der wichtigsten sicherheitspolitischen
Anliegen und Ziele der Vereinigten Staaten die
Förderung der sicheren Lagerung und Zerlegung von
Atomwaffen (safety, security and dismantlement SSD) im Arsenal der aus der ehemaligen
Sowjetunion hervorgegangenen neuen unabhängigen Staaten (NUS). Dieses Ziel umfaßt die
vollständige Entnuklearisierung von Belarus,
Kasachstan und der Ukraine, der drei unabhängigen
Staaten, die neben Rußland auf ihrem Territorium
Kernwaffen der ehemaligen Sowjetunion stationiert
haben. Die Vereinigten Staaten streben auch eine
Beschleunigung des Abbaus russischer Atomwaffen
an.
Die Mittel für die SSD-Hilfe kommen aus dem
Verteidigungsministerium, das für die Durchführung
dieser Programme verantwortlich ist. Unter dem
ursprünglichen Nunn-Lugar-Gesetz ermächtigt der
Kongreß den Präsidenten, 400 Millionen Dollar der
dem Verteidigungsministerium bewilligten Gelder für
im Zusammenhang mit dem Abbau von Atomwaffen
in den NUS stehende Aktivitäten auszugeben. Als
Folge davon wurde im nationalen Gesetz über die
Bewilligung von Geldern für das Verteidigungsministerium im Haushaltsjahr 1993 dieser Betrag auf
800 Millionen Dollar erhöht.
Der Kongreß
genehmigte zusätzliche 400 Millionen Dollar als Teil
des Bewilligungsgesetzes für den Verteidigungsetat
1994. Wie in diesem Gesetz gefordert, muß der
Präsident jährlich bestätigen, daß diese Staaten für
weitere Hilfe im Rahmen dieser Programme in Frage
kommen. Jedes dieser Länder verfügt zur Zeit über
die Bescheinigung vom Präsidenten, daß es einen
Anspruch auf SSD-Hilfe hat.

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Die Vereinigten Staaten haben bei der Vergabe von
SSD-Hilfe an die NUS die
Führungsrolle
übernommen, jedoch auch darauf hingewiesen, daß
sie nicht die gesamten Bestrebungen im Alleingang
übernehmen können. Im April 1993 wandten sich die
Vereinigten Staaten offiziell an die NATO, Japan
sowie andere Freunde und Verbündete, damit diese
der NUS ebenfalls Hilfe bei der Entnuklearisierung
bereitstellen. Die Vereinigten Staaten nahmen auch
regelmäßige, offizielle Konsultationen mit ihren
NATO-Partnern in Brüssel auf um sicherzustellen,
daß ihre separaten Programme sich ihre relative
Stärke und unterschiedlichen
Finanzierungsabkommen zunutze machen, einander ergänzen und
unnötige Duplizität vermeiden.
SSD und die Strategie der Vereinigten Staaten
Die amerikanische Hilfe bei der Entnuklearisierung
und Beseitigung anderer Massenvernichtungswaffen
in der NUS stellt eines der wichtigsten Elemente der
gesamten Strategie der Vereinigten Staaten in dieser
Region dar, die diese Staaten in die westlichen und
internationalen politischen sowie wirtschaftlichen
Institutionen einbinden soll.
Die amerikanische
SSD-Hilfe erleichtert und beschleunigt die Umsetzung
des START-I-Vertrags in den NUS und verringert für
die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten die
Gefahr der Weiterverbreitung.
Die für die
Durchsetzung der SSD-Programme erforderliche
enge Zusammenarbeit zwischen technischen
Experten aus den Vereinigten Staaten und der
ehemaligen Sowjetunion wird auch unseren Zielen
dienlich sein, indem wertvolle Bindungen zwischen
unseren Militärs und Wissenschaftlern geschaffen
und gestärkt werden.
Das SSD-Programm ist eingeleitet worden und
funktioniert.
Die Vereinigten Staaten haben
Rahmenabkommen mit Belarus, Kasachstan,
Rußland und der Ukraine unterzeichnet, um den

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�erforderlichen Gesetzesrahmen für derartige
amerikanische Hilfe zu schaffen. Neben diesen
Rahmenabkommen
haben
amerikanische
SSD-Delegationen
31
SSD-Durchführungsabkommen ausgehandelt und vervollständigt, die
eine bestimmte Art und Menge technischer und
materieller
Hilfe der Vereinigten
Staaten
bereitstellen. Jedes dieser Abkommen ist in Kraft
getreten. Als Folge davon wird in einigen wichtigen
Bereichen bereits materielle amerikanische Hilfe zur
Verfügung gestellt.
Die größte Bedeutung hat vielleicht, daß die Aussicht
auf Hilfe der Vereinigten Staaten bei der
Entnuklearisierung weitere Fortschritte bei der
Rüstungskontrolle ermöglicht hat. SSD-Hilfe bei der
Zerlegung strategischer Offensivwaffen soll den
unter dem START-I-Vertrag geforderten Abbau und
die Beseitigung beschleunigen.
Zu im
Zusammenhang damit stehenden Erfolgen gehören
die Entscheidungen von Belarus und Kasachstan,
dem Nichtverbreitungsvertrag (NW) von 1968 als
atomwaffenfreie Staaten beizutreten sowie die
jüngste bedingungslose Ratifizierung von START I
durch die Ukraine, darunter eine Verpflichtung im
Protokoll von Lissabon, dem N W in kürzester Zeit
als atomwaffenfreier Staat beizutreten.
Art der bereitgestellten Hilfe
Die SSD-Durchführungsvereinbarungen
sehen
folgende Arten technischer und materieller Hilfe für
Belarus, Kasachstan, Rußland und die Ukraine vor:
Erstens wird die entscheidende Unterstützung für die
tatsächliche
Zerlegung der
strategischen
Offensivwaffen der ehemaligen Sowjetunion in
Kasachstan, Rußland und der Ukraine bereitgestellt.
Hierbei handelt es sich um die vielleicht
bemerkenswertesten SSD-Vereinbarungen, weil die
mit amerikanischer
Hilfe
abzubauenden
Interkontinentalraketen (intercontinental ballistic
missiles - ICBMs) einschließlich ihrer silogestützten
Abschußvorrichtungen, die Unterseeboote und
schweren Bomber zu Zeiten der Sowjetunion gegen
die Vereinigten Staaten gerichtet waren.
Ihre
Beseitigung stellt einen Wendepunkt in den
Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und
den NUS dar und führt zu einer beispiellosen
Verbesserung der nationalen Sicherheit der
Vereinigten Staaten.
Zweitens werden die SSD-Vereinbarungen die
Sicherheit in den NUS erhöhen. In allen vier
NUS-Staaten, die ehemalige
sowjetische
Nuklearwaffen auf ihrem Territorium stationiert
haben - Belarus, Kasachstan, Rußland und die
Ukraine - wurden Abkommen zur Bereitstellung von
amerikanischem Gerät für Notfälle geschlossen, das

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bei einem Nuklearunfall im Zusammenhang mit dem
Transport oder der Zerlegung von Nuklearwaffen
benutzt werden kann.
Weil alle außerhalb Rußlands stationierten ehemals
sowjetischen Nuklearwaffen zur Zerlegung nach
Rußland zurücktransportiert werden, hat Rußland
einen besonderen Bedarf an amerikanischer
Unterstützung im Sicherheitsbereich.
Nach
Konsultationen mit russischen Technikern zur
Feststellung der spezifisch russischen Erfordernisse
wurden SSD-Vereinbarungen abgeschlossen, um
Rußland so spezielles Gerät wie Behälter für
spaltbares Material, biegsame
gepanzerte
Ummantelungen zum Schutz dieser Container
während des Transports und der Lagerung sowie
sichere und geschützte Eisenbahnwaggons für den
Transport von Nuklearwaffen und spaltbarem Material
bereitzustellen. Die Vereinigten Staaten stellen ferner
Unterstützung beim Entwurf, der Konstruktion und
dem Betrieb von Gerät für eine Lagereinrichtung für
spaltbares Material zur Verfügung, in der Material von
zerlegten Nuklearwaffen der ehemaligen Sowjetunion
aufbewahrt werden soll.
•
Drittens werden die SSD-Vereinbarungen zur
Verhinderung der Weiterverbreitung
von
Massenvernichtungswaffen
beitragen.
Die
SSD-Vereinbarungen
sehen
amerikanische
Exportkontrollhilfe für Belarus, Kasachstan und die
Ukraine vor um sicherzustellen, daß die für die
Entwicklung von Nukearwaffen
erforderlichen
Schlüsseltechnologien nicht aus der ehemaligen
Sowjetunion herausgelangen.
Die Vereinigten
Staaten sind auch Kasachstan, Rußland und der
Ukraine bei der Entwicklung und Verbesserung ihrer
Kontroll- und Zählverfahren für spaltbares Material
behilflich. Damit wird gewährleistet, daß spaltbares
Material aus zerlegten Nuklearwaffen unter Kontrolle
bleibt und zu jedem Zeitpunkt darüber Rechenschaft
abgelegt werden kann. Andere SSD-Vereinbarungen
gehen das Nichtverbreitungsproblem umfassender
an. Im Rahmen der Abkommen mit Rußland und der
Ukraine werden Wissenschafts- und Technologiezentren in Moskau und Kiew gegründet, damit die
sowjetischen Atomwissenschaftler und -techniker ihr
Wissen und ihre besondere Qualifikation für friedliche
Zwecke verwenden. Andere SSD-Vereinbarungen
zielen darauf ab, Belarus und Rußland bei der
Konversion
ehemaliger
sowjetischer
Rüstungsindustrien zu produktiven
zivilen
Unternehmen behilflich zu sein.
Viertens tragen die bereits in Kraft getretenen
SSD-Vereinbarungen zur verbesserten Durchführung
von Rüstungskontrollabkommen durch Belarus, die
Ukraine und Kasachstan bei.
Diese Hilfe war
erforderlich, weil vor der Unabhängigkeit von Belarus,
Kasachstan und der Ukraine all diese Aktivitäten von

AMERIKA DIENST 14

�Moskau durchgeführt wurden. Jetzt ist jedes dieser
Länder ein gleichberechtigter Partner bei wichtigen
Rüstungskontrollverträgen wie INF, ABM und
START.
Während wir den neuen unabhängigen Staaten bei
der Beseitigung der Massenvernichtungswaffen

behilflich sind, wird sich die nationale Sicherheit der
Vereinigten Staaten und die Sicherheit dieser Staaten
gleichermaßen verbessern, ihre aufstrebenden
Demokratien werden gestärkt und Chancen für
amerikanische Privatinvestitionen auf den sich
entwickelnden Märkten zunehmen.

* * * * *

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�EXPORTKONTROLLEN

13. April 1994

USA UND VERBÜNDETE GRÜNDEN NEUE
EXPORTKONTROLLGRUPPE
Ankündigung des Wirtschaftsministeriums
WASHINGTON - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir ein vom Wirtschaftsministerium herausgegebenes
Informationsblatt über neue Vereinbarungen zu Exportkontrollen.

Zusammenfassung
In den vergangenen Jahren hat sich das
Sicherheitsumfeld gewandelt.
Infolgedessen
überarbeiten die Vereinigten Staaten und ihre
COCOM-Partner zur Bewältigung der neuen
Herausforderungen der Zeit nach dem Kalten
Krieg die Ansätze zu Exportkontrollen.
Mitglieder des COCOM - des Koordinierungsausschusses für multilaterale Exportkontrollen haben vereinbart, das Regime des Kalten
Krieges mit Wirkung vom 31. März 1994
aufzuheben und bei der Gründung eines neuen
Regimes zusammenzuarbeiten, das die
Transparenz verbessern sowie Rüstungsverkäufe
und den Transfer sicherheitsempfindlicher
Technologie eindämmen soll.
Die COCOM-Mitglieder haben zugestimmt, die
bestehenden Listen als Grundlage für nationale
Exportkontrollen
nach dem 3 1 . März
beizubehalten.
Das Wirtschaftsministerium wird eine
Bekanntmachung
im
Bundesanzeiger
veröffentlichen, in der die amerikanischen
Lizenzverfahren beschrieben werden.
Veränderung
des
Exportkontrollen

Sicherheitsumfelds

Das Ende des Kalten Krieges, die Auflösung der
Sowjetunion, tiefe Einschnitte in die strategischen
Arsenale beider Seiten sowie das Ziel, die
wirtschaftlichen und politischen Reformen in Rußland
und den neuen unabhängigen Staaten zu
unterstützen, veranlaßten uns und unsere
Verbündeten zu der Erkenntnis, daß die strategische
Denkweise des COCOM nicht länger haltbar war. Im
vergangenen Jahr haben wir und unsere COCOMPartner die Kontrollen für Exporte in vom COCOM
verbotene Länder beträchtlich gelockert. Im Herbst
letzten Jahres gaben wir eine Reihe von
Lizenzreformen sowie die Liberalisierung der
Lizenzbedingungen für Waren in Milliardenhöhe
bekannt.

für

In der Vergangenheit hatten unsere Verbündeten
und wir ein klares Verständnis der Notwendigkeit
von Exportkontrollen.
Ebenso wie andere
kommunistische Länder stellten die Länder des
Warschauer Pakts eine ernsthafte und klar definierte
Bedrohung der Vereinigten Staaten und des

AMERIKA DIENST 14

Westens im allgemeinen dar. Mit der Gründung des
COCOM im Jahr 1949 leiteten wir gemeinsam
Schritte in die Wege um der Sowjetunion, den
Ländern des Warschauer Pakts, China und
schließlich Vietnam den Zugang zu Waffen,
Mehrzweckgerät und -technologien zu verweigern.
Zu den COCOM-Mitgliedstaaten zählen (mit
Ausnahme Irlands) die NATO-Länder, Japan und
Australien. Der COCOM operierte nach dem Prinzip
der Einstimmigkeit, so daß jedes Mitglied gegen den
vorgeschlagenen Export von Gütern, auf deren
Kontrolle man sich verständigt hatte, sein Veto
einlegen konnte.

Heute sehen wir uns sehr unterschiedlichen
Bedrohungen des Friedens in Regionen außerhalb
Europas - der koreanischen Halbinsel, dem
Persischen Golf und Südasien - gegenüber, in denen
außerhalb der Nichtverbreitungsregime und UNEmbargos keine multilateralen Kontrollen existieren.
Diese Gefahren werden noch verschärft durch die
Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und das

Seite 1

�Verhalten von Ländern wie Iran, Irak, Libyen und
Nordkorea. Aus diesem Grund beschlossen die
Vereinigten Staaten und ihre COCOM-Partner im
November 1993 eine Zusammenarbeit zur Erzielung
eines neuen, umfassenderen Abkommens zur
Erhöhung von Transparenz und Zurückhaltung bei
der Lieferung konventioneller Waffen und
hochentwickelter Technologien an Staaten, deren
Verhalten Grund zu ernster Besorgnis ist sowie an
potentiell instabile Regionen.
Das neue Arrangement verfolgt also einen völlig
anderen Zweck als die COCOM-Liste. Es soll einen
multilateralen Ansatz auf gegen neue Bedrohungen
gerichtete Kontrollen anwenden. Während die
spezifischen Verfahren des neuen Regimes noch
entwickelt werden, wollen die COCOM-Mitglieder auf
nationaler Ebene die Fähigkeit zur Kontrolle vorher
auf der COCOM-Liste aufgeführter Güter (Listen für
den Industrie-, Rüstungs- und Atomenergiebereich)
beibehalten und gleichzeitig neue Kontrollisten und arrangements erstellen.

während der Übergangszeit beschreibt.
Diese
Verfahren umfassen Bestimmungen über liberalisierfe
Lizenzverfahren bei weniger entwickelten Gütern auf
der Liste (vorwiegend denjenigen, die im regulären
COCOM-Verfahren vor dem 1. Januar 1994 unter die
Ausnahmeregelung fielen). Für die zivile Nutzung
wird in Ländern der Gruppen Q, W und Y (der
ehemalige Sowjetblock) und China ein neues,
generelles Lizenzverfahren zur Verfügung stehen.
Dieses neue Lizenzverfahren wird die Exporte in
Länder wie Rußland und China beschleunigen.
Keine Änderungen erfolgen im Hinblick auf Exporte
nach Nordkorea, das Militär in Rußland und China
oder auf Güter, die zur Verhinderung ihrer
Weiterverbreitung oder Lieferung an terroristische
Staaten kontrolliert werden. Aus Gründen der
nationalen Sicherheit wird die strenge Lizenzpolitik
bei sicherheitsempfindlichen Gütern fortgesetzt, wie
Vorstoffen für Chemiewaffen, Supercomputer sowie
sicherheitsempfindlicher elektronischer Ausrüstung
mit beträchtlicher militärischer Anwendungsmöglichkeit.

Neue Lizenzabkommen
Im Einklang mit diesen Abmachungen wird das
Wirtschaftsministerium eine Bekanntmachung in den
Bundesanzeiger setzen, der die Lizenzverfahren

*

Seite 2

* * * *

AMERIKA DIENST 14

�MENSCHENRECHTE

13. April 1994

FÖRDERUNG VON DEMOKRATIE UND
MENSCHENRECHTEN
John Shattuck über das Hauptziel der US-Außenpolitik
WASHINGTON - (AD) - Der nachfolgende Artikel basiert auf einer von John Shattuck, dem Abteilungsleiter für
Menschenrechte und humanitäre Angelegenheiten im US-Außenministerium, vor einer Konferenz der American
Foreign Service Association kürzlich in Washington gehaltenen Rede.

Es ist inzwischen eine Binsenwahrheit, daß wir nach
dem Ende des Kalten Krieges und der ideologischen
Auseinandersetzungen, die unser Jahrhundert
charakterisierten, auf der Schwelle zu einer neuen
und unbekannten Welt stehen.
Die Welt ist von einem Widerspruch konkurrierender
Tendenzen gekennzeichnet.
Die Konfrontation der Supermächte aus der Zeit des
Kalten Krieges und das sie erhaltende Gleichgewicht
des Schreckens bestehen nicht mehr, aber in vielen
Ländern toben noch zahlreiche Konflikte.
Die Völker der Welt sind stärker als je zuvor durch
Bande der Kommunikation und der Wirtschaft
verbunden, jedoch auch mehr denn je durch
ethnische und nationalistische Konflikte getrennt.
Inmitten dieser konkurrierenden Trends besteht ein
wachsender Konsens über die Notwendigkeit
multilateraler Institutionen. Nach dem Ende des
Kalten Krieges kann der Multilateralismus auf
globaler Ebene endlich auf die Probe gestellt
werden. Eine amerikanische Führungsrolle ist für die
Kultivierung eines weltumspannenden Netzes
unerläßlich, das auf konstruktive Weise mit den
globalen Problemen umgeht. Das begann bereits im
Juni vergangenen Jahres mit der Weltkonferenz über
Menschenrechte in Wien und setzt sich mit der für
kommenden September anberaumten Bevölkerungskonferenz in Kairo fort.

AMERIKA DIENST 14

Inzwischen ist der ideologische Konflikt zwischen
Marxismus und liberaler Wirtschaft entscheidend vom
Liberalismus gewonnen worden. Wir haben das von
Francis Fukuyama prognostizierte "Ende der
Geschichte" nicht erreicht und auch nicht den von
Samuel Huntington beschriebenen "Zusammenprall
der Zivilisationen", befinden uns jedoch irgendwo
dazwischen. Der größte ideologische Feind des
Liberalismus mag überwunden worden sein, wir
beobachten jedoch ein Wiederaufleben religiöser,
ethnischer und nationalistischer Bewegungen. Ein
Grund für den Niedergang des Kommunismus in der
Sowjetunion und Osteuropa war seine Unterdrückung
nationaler und religiöser Unterschiede.
Neben diesen tiefgreifenden Spaltungen sind wir
Zeuge einer weltweiten Bewegung für Demokratie
und Menschenrechte, die teilweise durch die
Revolution im Kommunikationswesen, teilweise durch
universale Bestrebungen angetrieben wird und im
Einklang mit der Verbreitung von Marktwirtschaften
fortschreitet.
Da die Aktivisten für Menschenrechte und Demokratie
an Zahl, Selbstbewußtsein und Stärke zunehmen,
waren sie trotz unglaublicher Widerstände in der
Lage, das Gesicht ganzer Regionen zu verändern:
In Osteuropa wurden Vaclav Havel und Lech Walesa
Staatsoberhäupter, in Lateinamerika sind ganze
Juntas abgesetzt worden und auf den Schlachtfeldern
in Kambodscha fanden Wahlen zu einer
Volksregierung statt.

Seite 1

�Die Vereinigten Staaten müssen ihren Kurs unter
diesen widerstreitenden Trends finden in einer Welt,
die internationaler ist als je zuvor: In Wirtschaft,
Kommunikationswesen und Politik, da weltweit
Frauen und Männer an der Basis sich mobilisieren
und Demokratie und Menschenrechte fordern.
In dieser seltsamen neuen Welt benötigen wir alle
uns zur Verfügung stehenden Mittel und Ideen. Das
bringt mich zu den wirtschaftlichen Anreizen auf dem
Gebiet der Außenpolitik Präsident Clintons, für das
ich eine gewisse Verantwortung trage:
Die
Förderung von Demokratie und Menschenrechten.
Wenn wir ökonomische und nichtökonomische Ziele
miteinander verbinden, wenn wir politische Ziele
durch wirtschaftliche Maßnahmen verfolgen, sollten
diese Bindungen ein gemeinsames grundlegendes
Konzept nationaler Interessen und Ziele haben,
wenn sie zusammenhängend und effektiv sein
sollen.
Die Förderung von Demokratie und Menschenrechten hat sich aus verschiedenen Gründen zum
Hauptziel von Präsident Clintons Außenpolitik
entwickelt:
Der erste und wichtigste Grund dafür besteht darin,
die Welt sicherer, weniger anfällig für Konflikte und
stabiler zu gestalten.
In der Regel führen
Demokratien nicht miteinander Krieg, sie legen
Konflikte auf friedliche Weise bei und respektieren
internationale Abkommen.
Umgekehrt werden
Länder, die die Rechte ihrer eigenen Bürger nicht
respektieren, wahrscheinlich auch nicht die legitimen
Forderungen und Interessen anderer Staaten in
Betracht ziehen.
Zweitens wird eine Staatengemeinschaft, die
Demokratie und Menschenrechte respektiert, ein für
Wirtschaft und Handel günstigeres Klima schaffen.
Offene Gesellschaften sind bessere Handelspartner.
Unterdrückung fördert langfristig Instabilität und
erhöht die Gefahr einer Enteignung oder eines
Verlustes von Investitionen.
Wirtschaftliche
Entwicklung fand oftmals gleichzeitig mit
Demokratisierung statt und war zeitweise eine
notwendige Bedingung dafür. Wie die Erfahrung
deutlich zeigt, reicht wirtschaftliche Entwicklung an
sich jedoch nicht aus, um Demokratie und
Grundfreiheiten zu schaffen oder gar zu garantieren.
Und schließlich möchte das amerikanische Volk, daß
seine Außenpolitik für etwas steht und die
Grundsätze und Überzeugungen widerspiegelt, die
uns zu dem machen, was wir sind. Menschenrechte
und der Glaube an die Beteiligung des Volkes in
einer Demokratie sind der Kern unserer Werte und
auch in der Allgemeinen Erklärung der Men-

Seite 2

schenrechte niedergelegt. Natürlich gibt es viele
Unterschiede zwischen den Kulturen, aber - wie
Außenminister Christopher vergangenes Jahr auf der
Weltkonferenz über Menschenrechte darlegte "dürfen wir nicht zulassen, daß kultureller
Relativismus der letzte Zufluchtsort der Unterdrückung wird".
Zwischen dem Kongreß und dem amerikanischen
Volk existiert ein umfassender Konsens über die
Förderung von Demokratie und Menschenrechten als
Hauptrichtung der amerikanischen Außenpolitik.
Bedeutende Mehrheiten beider Häuser des
Kongresses haben beispielsweise die Administration
dringend aufgefordert, sich bei unseren Beziehungen
zu China weiterhin für die Menschenrechte zu
engagieren, wie das in einer jüngsten Umfrage des
Wall Street Journal zwei Drittel der Befragten taten.
Hier im Außenministerium stellen wir durch positive
und negative Anreize, gewissermaßen 'mit Zuckerbrot
und Peitsche' - Demokratie und Menschenrechte in
den Mittelpunkt der amerikanischen Außenpolitik.
Was das 'Zuckerbrot' anbelangt, nehmen wir diese
Fragen in unseren diplomatischen Austausch auf
allen Ebenen und in jedem bilateralen Kanal auf - in
Wirtschaft, Militär und natürlich Politik. Wir erhöhen
unser Engagement bei nichtstaatlichen Organisationen und führen umfassende Programme
durch, um Rechtsstaatlichkeit und Gerechtigkeit zu
fördern und zu lehren.
Eine Anzahl von Verbindungen zwischen unseren
Zielen im Bereich der Menschenrechte und unseren
Wirtschaftsbeziehungen sind bereits Bestandteil
amerikanischer Gesetze und Außenpolitik.
Im Sicherheitsbereich überprüft das Menschenrechtsbüro bereits die Anwendung auf den Export von
Gegenständen und Dienstleistungen aus dem
Verteidigungsbereich, alle potentiellen Verkäufe von
Warfensystemen, deren Gesamtwert 14 Millionen
Dollar übersteigt sowie den Export von
Polizeiausrüstung.
Das Büro unterhält zum
Verteidigungsministerium, den Vereinigten
Stabschefs, der Haushaltsbehörde, dem Amt für
internationale Entwicklung sowie weiteren Stellen des
Außenministeriums regelmäßige Kontakte auf den
jährlichen Zusammenkünften der Arbeitsgruppe für
die Überprüfung von Sicherheitsprogrammen, die den
sicherheitspolitischen Haushalt im Detail prüft,
einschließlich der Finanzierung des Militärs im
Ausland, internationaler Militärausbildung und der
Finanzierung wirtschaftlicher Sicherheit.

AMERIKA DIENST 14

�Im Hinblick auf die internationale Führungsrolle sind
die Vereinigten Staaten per Gesetz verpflichtet, sich
der Vergabe von Darlehen durch multilaterale
Entwicklungsbanken an Länder zu widersetzen,
deren Regierungen die international anerkannten
Menschenrechte grob verletzen. Die 1977 vom
damaligen Stellvertretenden Außenminister Warren
Christopher ins Leben gerufene interministerielle
Arbeitsgruppe zu Menschenrechten nimmt eine
monatliche Überprüfung der zu erwartenden Kredite
und allgemeinen Hilfe für Länder vor, die uns Anlaß
zur Sorge im Hinblick auf
Menschenrechtsverletzungen geben. Darüber hinaus wird das
Menschenrechtsbüro
regelmäßig von der
Entwicklungsgesellschaft
OPIC zu Kreditbürgschaften und Versicherungsprojekten konsultiert
und nimmt zu Krediten der Export-Import Bank
Stellung.
Praktisch gesehen sind diese und andere auf die
Verbesserung
der
Menschenrechtsbilanz
ausgerichtete Sanktionen starker Tobak und müssen
sorgfältig auf spezifische, gut geprüfte Probleme
abzielen.
Obwohl die Sanktionen beispielsweise die
militärischen Fähigkeiten von Irak und Iran begrenzt
haben, waren sie weniger wirksam, um eine
Veränderung des Verhaltens dieser Regime zu
bewirken.
Die durch internationale Sanktionen
erzwungene Isolation Südafrikas war ein Element für
die heute zu beobachtenden tiefgreifenden
Veränderungen und wurde durch günstige externe
Faktoren verstärkt.
Ein anderes Mittel zur Durchsetzung der
Menschenrechte ist Bedingtheit. Ein bekanntes
Beispiel ist der Jackson-Vanik-Zusatzartikel, der
explizit den Meistbegünstigungsstatus beim Handel
für bestimmte Länder an ein spezifisches
Menschenrechtsziel bindet, in diesem Fall an das
Recht auf Emigration.
Dies bringt uns zu China.
Die derzeitige Menschenrechtspolitik gegenüber
China, deren Hauptmerkmal der Präsidialerlaß ist,
wurde im Frühjahr 1993 festgelegt. Die Politik
gründet sich nicht nur auf die Sichtweise und
Führungsrolle des Präsidenten, sondern auch auf die
Meinung beträchtlicher Mehrheiten in beiden
Häusern des Kongresses, die in den vergangenen
fünf Jahren für ein Junktim zwischen dem
Meistbegünstigungsstatus und Menschenrechten
gestimmt haben, sowie auf die öffentliche Meinung
in den Vereinigten Staaten, die dieses Junktim
konsequent unterstützt. Nach der schrecklichen
Tragödie auf dem Platz des Himmlischen Friedens
und in ganz China im Jahr 1989 sowie den seitdem

AMERIKA DIENST 14

andauernden Menschenrechtsverletzungen hat das
amerikanische Volk regelmäßig wissen lassen, zur
Warnung Beijings müsse etwas unternommen
werden, daß Menschenrechte ein wichtiges Element
der Beziehungen zwischen China und den
Vereinigten Staaten sind. Im Juni letzten Jahres gab
Präsident Clinton bekannt, ein wesentliches Element
seiner Chinapolitik sei "das resolute Insistieren" auf
beachtlichen Fortschritten bei den Menschenrechten
insgesamt, wenn der Meistbegünstigungsstatus für
China erneuert werden soll.
Der Präsidialerlaß wurde in enger Zusammenarbeit
mit dem Kongreß und der Geschäftswelt entworfen.
Er stellt ein realistisches und effektives Mittel zum
Abwägen unserer Menschenrechtsziele gegen eine
Vielfalt anderer Zielsetzungen und Interessen in
unseren umfassenden und komplexen Beziehungen
zu China dar.
Bei der Verfolgung unserer Menschenrechtsziele
wollen wir die chinesische Gesellschaft nicht
umgestalten. Um Außenminister Christopher zu
zitieren: "Wir bitten China nicht um die Anwendung
amerikanischer Patentrezepte, sondern nur um die
Einhaltung universeller Normen, die die meisten
Nationen der Welt heute verbinden".
In den vergangenen acht Monaten haben wir einen
intensiven Dialog mit China über ein breites Spektrum
von Themen in unseren bilateralen Beziehungen
aufgenommen, einschließlich aber nicht beschränkt
auf Menschenrechtsfragen.
Unsere Menschenrechtsgespräche finden nicht isoliert statt, sondern
sind vielmehr ein unabdingbares Element unserer
Strategie des umfassenden Engagements für China,
zu dem auch unsere wirtschaftlichen und
sicherheitspolitischen Interessen zählen.
Wir unterhalten ernsthafte und kontinuierliche
Gespräche mit Beijing, in denen wir offen unsere
Meinungsverschiedenheiten sowie Bereiche des
Verständnisses und der Übereinstimmung sondieren.
Wir haben gewisse Fortschritte erzielt, aber es muß
noch mehr getan werden.
Unsere umfassende Politik zielt auf die Unterstützung
von wirtschaftlicher Entwicklung und Handel mit der
Volksrepublik China ab.
Wir sind jedoch der
Überzeugung, daß die langfristigen Interessen der
Chinesen und Amerikaner in einem China liegen, das
die heute von den Nationen der Welt universell
akzeptierten Grundnormen der Menschenrechte
respektiert.
Aus unserer Sicht unterstützen die Erweiterung des
Handels und die Verteidigung der Menschenrechte
dasselbe Ziel, allein reicht jedoch keines von beiden
zur Erlangung dieses Ziels aus. Das Ziel besteht in

Seite 3

�einem besseren Leben für Chinesen und Amerikaner
gleichermaßen und besseren Beziehungen
zwischen unseren beiden Regierungen.
Wir
unterstützen die Schaffung offener Gesellschaften,
in denen Männer und Frauen Chancen haben, in
denen ihre Regierungen ihnen gegenüber und ihrem
Wohlstand verpflichtet sind. Wir unterstützen die
Reformer in China, weil wir sie als unsere Freunde
im weitesten Sinne ansehen. Wir wollen Chinas
Wohlstand Hand in Hand mit der Achtung der
Grundrechte und menschlichen Würde des
chinesischen Volkes einhergehen sehen.

Es trifft natürlich zu, daß wirtschaftliche Entwicklung
ein unabdingbarer Teil des Weges Chinas zu
Demokratie und Menschenrechten ist. Marktkräfte
allein werden jedoch nicht demokratische Reformen
und Achtung der Grundrechte gewährleisten. Statt
dessen könnten sie autoritäre Regierungen
unterstützen und legitimieren.

gegenüber Burma, die zu bedeutenden
Menschenrechtsverbesserungen in diesem Land
führen könnten.
Es ist daher von besonderer Bedeutung, daß wir
kreativ sind und die gesamte Bandbreite
diplomatischer Instrumente wie Demarchen, den
wohldosierten Einsatz diplomatischer Beziehungen
und der Öffentlichkeitsarbeit einsetzen, während wir
unsere Tagesordnung von Demokratie und
Menschenrechten voranbringen. Auch dies erfordert
die echte Ausübung des politischen und
diplomatischen Willens und verlangt - ebenso wie
Wirtschaftssanktionen - auch der sie in die Wege
leitenden Partei gewisse Kosten ab.
Der erfolgreiche Einsatz von Sanktionen und anderen
wirtschaftlichen Junktims kann nicht als Patentrezept
definiert werden, denn was wir in unseren
Beziehungen zu jedem einzelnen Land erreichen
wollen, unterscheidet sich beträchtlich. Dies ist eine
komplizierte Welt.

Unseres Erachtens geht es hier nicht um eine
undurchdachte Entscheidung zwischen Zuckerbrot
und Peitsche, sondern um ein umfassendes
Engagement, mit dem wir unsere Interessen
verfolgen und unserer Besorgnis über das gesamte
Spektrum von Fragen Ausdruck verleihen.

Abschließend möchte ich betonen, daß das Junktim
zwischen Handel und Menschenrechten für die
wohldurchdachte Anerkennung der Mittel und Wege
steht, mit denen Politik und Wirtschaft in der Welt
nach dem Kalten Krieg zunehmend und untrennbar
verbunden sind.

Unser Dialog mit China und Engagement für dieses
Land erfolgen auf einer Reihe von Ebenen und zu
einer Vielzahl gegenseitiger Interessen. Wir haben
Beijing gegenüber klargestellt, daß man von
konstruktiven Beziehungen profitieren kann. Im
Zusammenhang mit ersten bescheidenen
Verbesserungen bei der Menschenrechtsbilanz
Chinas haben wir beispielsweise im Herbst
vergangenen Jahres die Lizenzvergabe für einen
Supercomputer für das staatliche chinesische
Meteorologische Amt genehmigt.

In dieser neuen Zeit erleben wir das Funktionieren
dessen, was der Historiker John Lewis Gaddis als
Kräfte der Integration chrakterisiert hat, in der
Wirtschaft, bei Reisen und im Kommunikationswesen
neben den von Repression und der Mißachtung der
Grundfreiheiten, insbesondere der rassischen,
ethnischen und religiösen Minderheiten, getriebenen
Kräfte des Zerfalls.

Allgemeiner gesehen sind der mögliche Abbau
bestehender Handelshemmnisse und künftige
Vorteile im Gegenzug für signifikante
Menschenrechtsverbesserungen ein Weg, den wir
auch in anderen Regionen Asiens und anderen
Ländern der Welt außer China einzuschlagen hoffen.

Es ist die Aufgabe der amerikanischen Führung,
diese konkurrierenden Kräfte anzusprechen und eine
globale Synthese zwischen wirtschaftlichem
Wohlstand und Achtung der menschlichen Würde in
der Regierung und im Gesetz hervorzubringen. Das
ist kein Luxus. Es ist eine Notwendigkeit und eine
Angelegenheit unseres tiefsten nationalen Interesses.

Wir haben einen Menschenrechtsdialog mit Vietnam
als Teil eines Prozesses verbesserter Beziehungen
aufgenommen, und wir erwägen geeignete Schritte
*

Seite 4

* * *

*

AMERIKA DIENST 14

�DROGEN
13. April 1994

WICHTIGE UND DAUERHAFTE ERFOLGE BEIM KAMPF
GEGEN DROGEN ERZIELT
Bericht des Außenministeriums
WASHINGTON - (AD) - Obwohl im vergangenen
Jahr "gemischte" Ergebnisse bei den internationalen
Bestrebungen zur Drogenbekämpfung berichtet
wurden, konnten "wichtige und dauerhafte Erfolge
auf Kosten der Drogenhändler" erzielt werden, so
das US-Außenministerium.
"Langfristig bieten diese kontinuierlichen Fortschritte
die beste Hoffnung für die Verringerung der potentiellen Bedrohung der Stabilität von Nationen auf ein
erträgliches Maß", stellte der am 4. April 1994 vom
Außenministerium herausgegebene Bericht über die
internationale Betäubungsmittel-Kontrollstrategie fest.
Dem Bericht an den Kongreß zufolge erreichen
mehrtonnige Kokainlieferungen, die früher vornehmlich in die Vereinigten Staaten und Kanada
kamen, jetzt jeden Winkel der Welt, und die europäischen Hauptstädte erhalten wachsende Mengen der
Droge.
Der Jahresbericht wird vom Präsidenten für die
Feststellung verwendet, ob die wichtigsten Drogen
produzierenden oder Transitländer mit den Vereinigten Staaten bei der Drogenbekämpfung zusammengearbeitet oder ihrerseits angemessene Schritte zur
uneingeschränkten Einhaltung der Konvention der
Vereinten Nationen gegen unerlaubten Suchtstoffverkehr und psychotropische Substanzen von 1988
unternommen haben.
Unter Verweis auf spezifische Regionen der Welt
stellt der Bericht fest, daß hartnäckige Bestrebungen
gegen Kokaindealer in der westlichen Hemisphäre
"Wirkung zu zeigen beginnen".
Das "spektakulärste Ereignis" in der Region im Jahr
1993 war der Tod des Leiters des Medelliner Drogenkartells Pablo Escobar nach einer 17monatigen
Großfahndung, so das Dokument. Die Suche nach
Escobar "demonstriert den Wert internationaler
Zusammenarbeit, Hartnäckigkeit und Ausdauer bei
der Zerstörung des Mythos eines unbesiegbaren
Drogenhandels", fährt der Bericht fort.

AMERIKA DIENST 14

Der Bericht verweist auf die 20prozentige Verringerung des Kokaanbaus in den Anden aufgrund einer
beträchtlichen Abnahme der peruanischen Kokaernte.
Obwohl die Vereinigten Staaten sich nicht der Illusion
hingeben, daß eine Reduzierung des Nachschubs
allein das Drogenproblem des Westens lösen kann,
ist dem Bericht zufolge "auch klar, daß die Verknappung des Nachschubs unerläßlicher Bestandteil einer
erfolgreichen Drogenstrategie ist".
Obwohl die Vereinigten Staaten und andere Nationen
den Drogen herstellenden Ländern bei ihren Bestrebungen zur Drogenbekämpfung Unterstützung leisten
wollen, "erwarten wir gleichzeitig von ihnen den
politischen Willen zu der schwierigen Entscheidung
gegen die Drogenproduktion".
Der Bericht stellt fest, daß praktisch alle der führenden Drogen produzierenden und Transitländer jetzt
eine beträchtliche Anzahl Abhängiger haben, "die
nicht nur die politische, soziale und wirtschaftliche
Stabilität der Nationen untergraben, sondern auch
dem Drogenhandel neue Märkte eröffnen".
Der Bericht unterstreicht, daß die US-Regierung sich
"auf die Stärkung von Institutionen in Ländern konzentrieren werden, die den politischen Willen zur
Drogenbekämpfung unter Beweis stellen".
"Die US-Regierung wird sich auch auf die Zerschlagung von Dealerringen und das Abfangen der Drogen
in jedem Stadium von der Quelle bis zum Bestimmungsort konzentrieren", betont der Bericht. "Gleichzeitig wird die US-Regierung die Dealerorganisationen an ihrem empfindlichsten Punkt - ihren Finanzoperationen - angreifen."
Zu den einzelnen Ländern stellt der Bericht folgendes
fest:
Afghanistan. Ist der zweitgrößte Opiumproduzent
der Welt nach Burma. Das wiederholte Scheitern der
konkurrierenden Fraktionen in Burma bei der Erlan-

Seite 1

�gung einer allgemeinen politischen Lösung verhindert weiterhin die staatliche Kontrolle über einen
Großteil des Landes und konkrete Schritte gegen
illegalen Suchtstoffhandel.

Libanon. Das Land ist trotz der jüngsten Erfolge bei
der Ausrottung der Mohnblume im Bekaa-Tal weiterhin ein Produktionszentrum für Heroin, Haschisch und
Kokain.

Baltikum. In den baltischen Staaten Estland,
Lettland und Litauen faßt der Drogenhandel Fuß.
Die Gesundheitsbehörden in allen drei Ländern sind
jedoch der Ansicht, daß der Drogenhandel trotz
seines Anstiegs noch ein relativ kleines Problem
darstellt.

Mexiko. Trotz enger Zusammenarbeit und Fortschritten bleibt die tiefverwurzelte Korruption die größte
Herausforderung der mexikanischen Regierung. Die
Regierung muß ihre legalen Werkzeuge für die
Bekämpfung der Geldwäsche und Kontrolle des
Handels mit Grundstoffen und wichtigen Chemikalien
verbessern.

.

Bolivien. Dieses Land ist ein bedeutender Drogenproduzent und verantwortlich für nahezu ein Drittel
der Weltproduktion an Kokapflanzen. Obwohl
Bolivien bei seinen Bemühungen zum Abfangen der
Lieferungen einige Fortschritte machte, gelang es
dem Land nicht, das in den bilateralen Abkommen
mit den Vereinigten Staaten angestrebte Ziel zu
erreichen.

Nigeria. Die Drogenhändlerringe Nigerias kontrollieren Verbindungsnetze, die große Mengen Heroin aus
Asien in die Vereinigten Staaten und auf die europäischen Märkte bringen und betreiben ausgefeilte
Geldwäscherringe.
Pakistan. Teilweise als Ergebnis der politischen
Unruhen im Jahr 1993 ergriff die pakistanische Regierung wenige neue Maßnahmen oder Gesetzesinitiativen zur Drogenkontrolle.

Burma. Die Regierung Burmas hat trotz häufiger
öffentlicher Erklärungen und einiger gesetzgeberischer Bemühungen seit 1988 keine ernsthaften oder
dauerhaften Bestrebungen zur Kontrolle von Suchtstoffen unternommen.

Panama. Das Land machte 1993 Fortschritte auf
einigen Gebieten der Drogenbekämpfung, liegt jedoch
in dem entscheidenden Bereich der Kontrolle von
Geldwäsche noch zurück.

China. Die führenden Politiker Chinas haben
gegenüber Drogenhandel und -konsum eine harte
Haltung eingenommen.
Kolumbien. Dieses Land ist der geographische
Kern der Weiterverarbeitung von Kokain und des
weltweiten Handels mit dieser Droge. Es produziert
auch Heroin. Die kolumbianische Regierung arbeitet
bei einer Vielzahl von Aktivitäten im Bereich der
Drogenkontrolle mit den Vereinigten Staaten zusammen. Die Bestrebungen zur Verfolgung der wichtigsten Drogenhändler haben jedoch bestenfalls
gemischte Ergebnisse gezeitigt.
Indien. Obwohl Indien vor kurzem mit Pakistan und
Burma Gespräche über Drogenkontrolle aufgenommen hat, könnte es auf dem Gebiet internationaler Zusammenarbeit mehr unternehmen. Indien ist
ein Transitland für Heroin und andere illegale Opiumderivate aus Südwest- und Südostasien.
Iran. Das Land ist ein wichtiger Umschlagplatz für
illegale Opiate aus Pakistan und Afghanistan. Die
iranische Regierung behauptet, sie hätte bei der
Bekämpfung illegaler Drogen Fortschritte gemacht.
Diese Behauptungen sind schwer zu überprüfen, da
die Vereinigten Staaten keine diplomatischen Beziehungen zum Iran unterhalten.
*

Seite 2

Peru. Nahezu zwei Drittel des weltweiten Kokainangebots stammt von den in Peru angebauten Kokablättern. Die Regierung hat den politischen Willen
gezeigt, gegen den Drogenhandel vorzugehen, wird
jedoch den Anbau nicht beseitigen, ohne alternative
Programme für die Kokapflanzer anzubieten.
Rußland. Die Drogenprobleme des Landes vergrößerten sich 1993. Die wirtschaftliche Situation, ein
allgemeiner Mangel an Koordination auf höherer
Ebene sowie eine Lockerung der Sicherheit an den
Grenzen haben Drogenschmuggler angezogen, die
neue Wege von Asien auf die westeuropäischen
Drogenmärkte suchen.
Syrien. Die syrische Militärpräsenz im Libanon gibt
Syrien neben dem Libanon zumindest einen Teil der
Verantwortung für den Anbau und die Verarbeitung
von libanesischen Heroin, Haschisch und Kokain, das
für Europa, die Golfstaaten und die Vereinigten
Staaten bestimmt ist. Die Syrer haben 1993 den
durch ihr Land gehenden Drogenhandel nicht entscheidend verringert. Das Land ist nur sporadisch
und ineffektiv gegen die Drogenlabors vorgegangen
und hat keine syrischen Regierungsmitglieder überprüft, verhaftet oder strafrechtlich verfolgt, die am
Drogenhandel beteiligt sein sollen.

* * * *

AMERIKA DIENST 14

«

�BILDUNG
13. April 1994

CLINTON UNTERZEICHNET GESETZ FÜR
UMFASSENDE REFORM DES BILDUNGSWESENS
'Goals 2000" stellt neue Normen auf
WASHINGTON - (AD) - Am 31. März 1994 verlieh
Präsident Clinton durch seine Unterschrift einer
umfassenden Bildungsreform Gesetzeskraft, die ihm
zufolge "Normen darüber aufstellen soll, was jedes
Kind in jeder amerikanischen Schule wissen sollte Normen von Weltklasse".
"Dies ist ein neuer und anderer Ansatz der Regierung", erklärte der Präsident, "ein bemerkenswerter
Ausgangspunkt" für eine Nation, die vorher den
Großteil der Verantwortung für die Bildung ihrer
Bürger auf Tausende von örtlichen Schulbezirken
übertragen hatte.
"Heute können wir sagen, daß Amerika es mit der
Bildung ernst meint", so der Präsident. "Amerika
liegt die Zukunft jedes Kindes am Herzen und
Amerika wird im 21. Jahrhundert in der Welt eine
Führungsrolle spielen, weil wir sicherstellen werden,
daß (die Schüler) ... (ihre) von Gott gegebenen
Begabungen so weit wie möglich zum Tragen
bringen".
Präsident Clinton bezeichnete das neue Gesetz als
"Grundlage" für die Bildung im Amerika der Zukunft,
in dem "wir jedem Kind, das nicht das College
besucht, eine Chance geben, die erforderliche
praktische Ausbildung zu erhalten; in dem jedes
Kind, das aufs College gehen möchte, sich keine
Sorgen über die Finanzierung machen muß und
jeder Erwachsene die Möglichkeit zu lebenslangem
Lernen hat. Dies ist der Anfang."
Der Präsident stellte fest, daß ein Amerikaner
durchschnittlich zehnmal im Leben seinen Arbeitsplatz wechselt und teilte mit, das Gesetz Goals
2000: Educate America werde den Amerikanern
dabei helfen, sich auf "lebenslanges Lernen vorzubereiten... Wir haben das nie zuvor getan, wir
werden es jedoch wegen dieses Gesetzes tun." Die
Äußerungen des Präsidenten während der Unter-

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zeichnungszeremonie in Kalifornien wurden ins
Weiße Haus übertragen.
"Wir sind der Ansicht", so Clinton, "daß jedes Kind
lernen kann und muß" - auf einem Niveau, das es
gegenüber Kindern aus anderen Kulturen und anderen Ländern konkurrenzfähig macht. Er fügte
hinzu, Erwachsene "haben eine praktische und eine
moralische Verpflichtung" gegenüber Kindern, "sicherzustellen, daß (Schüler) hierzu eine Chance erhalten".
Der Präsident, der in San Diego (Kalifornien) Urlaub
macht, reiste in die nahegelegene Fine Arts Academy
in Zamorano, eine staatliche Grundschule, um das
Gesetz zu unterzeichnen. Eine kleine Gruppe von
Schülern wurde eingeladen, eine Kopie des Gesetzes
zu unterzeichnen, die in der Schule ausgestellt wird.
Clinton versprach, bei seiner Rückkehr in die Bundeshauptstadt Washington in der kommenden Woche
eine offiziellere Unterzeichnungszeremonie abzuhalten.
Präsident Clinton entschied sich eigenen Angaben
zufolge zur Unterzeichnung des Gesetzes in Zamorano, weil die Schule mit ihrer "in ethnischer, rassischer
und wirtschaftlicher Hinsicht sehr Vielfalt igen" 900köpfigen Schülerschaft vorzügliche Leistungen erbracht
habe. "Sie sehen aus wie das Amerika des 21.
Jahrhunderts, und wir müssen mit Ihnen gewinnen."
Zamorano bezeichnete er als eine "magnetische
Schule", die wegen ihrer akademischen Errungenschaften Schüler aus dem gesamten Schulbezirk
anziehe.
Bevor Clinton seine Unterschrift unter das Gesetz
setzte, hielten er, seine Frau Hillary und Bildungsminister Richard Riley eine Telekonferenz mit renommierten Befürwortern des Gesetzes aus dem Kongreß ab, darunter dem Mehrheitsführer im Senat,
George Mitchell, dem Vorsitzenden des Bildungsaus-

Seite 1

�Schusses im Senat, Senator Edward Kennedy,
einem äußerst wichtigen Förderer aus den Reihen
der Republikaner, Senator James Jeffords sowie
dem Speaker des Repräsentantenhauses, Tom
Foley.

Ihre Energie, und wir werden Sie unterstützen. Wir
werden all Ihre besten Ideen ermutigen und Ihre
Energie fördern.'"

Das neue Gesetz ist der Höhepunkt nationaler
Basisbestrebungen, die aufgrund des Berichts einer
Präsidialkommission über die Mängel im öffentlichen
Bildungswesen mit dem Titel Eine gefährdete
Nation (A Nation At Risk) in die Wege geleitet
wurden. Präsident Bush berief 1989 ein Gipfeltreffen der Gouverneure des Landes in der University of
Virginia ein und Clinton, damals der Gouverneur des
Bundesstaates Arkansas, spielte eine Schlüsselrolle
bei der nationalen Gouverneurskonferenz bei der
Erarbeitung der jetzt gesetzlich verankerten Vorschläge.

Das neue Gesetz wird einheitliche nationale Bildungsziele definieren, Flexibilität auf lokaler Ebene zur
Erfüllung dieser Ziele fördern und berufliche Bildung
für Schüler bereitstellen, die nicht aufs College
gehen. Arbeitsminister Robert Reich bekräftigte bei
der Verabschiedung der Maßnahme durch den
Kongreß in der vergangenen Woche, daß dank des
Gesetzes "Unternehmer Hand in Hand mit Lehrkräften, Arbeitnehmer- und Gemeindevertretern" zusammenarbeiten werden, um Qualifikationsnormen
festzusetzen. "Zum ersten Mal", fügte er hinzu,
"können Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Lehrkräfte
eine gemeinsame Sprache über die am Arbeitsplatz
erforderlichen Qualifikationen sprechen".

Das Gesetz sieht vor, daß "jeder Schüler die Schule
bereit und willens zu lernen besuchen sollte", durch
Vorschulprogramme wie Head Start, und "90 Prozent der Jugendlichen ebenso wie die Schüler
anderer Nationen innerhalb der vorgesehenen Zeit
die Schule abschließen sollten".

Wie Riley darlegte, enthält das Gesetz Verfügungen
für eine Rolle des Staates, die Schulen für die Kinder
sicherer zu machen und gleichzeitig höhere akademische Normen und bessere Lehrkräfte zu ermutigen.
Es wird neue Technologien zur Verbesserung des
Lernens fördern.

Obwohl das Gesetz Bildungsnormen in Grundbereichen festsetzt, bleibt den Schulbezirken, denen die
Hauptverantwortung für die öffentliche Bildung
zukommt, die Feststellung überlassen, wie die
Normen erreicht oder übertroffen werden. Das
Gesetz sieht Prüfungen zur Beurteilung der schulischen Leistungen vor.

Riley zufolge wollen die Amerikaner, "daß ihre Kinder
Teil der sich abzeichnenden, neuen hochtechnologischen Volkswirtschaft mit einem hohen Wissensstand
des 21. Jahrhunderts werden. Diese freiwilligen
nationalen Normen bei den akademischen Hauptfächern wie Englisch, Staatsbürgerkunde, Geographie,
Geschichte, Mathematik, Naturwissenschaften,
Fremdsprachen und Kunst wird den Eltern, Lehrkräften und Unternehmern ein deutliches Zeichen geben,
was man unter Weltklassebildung versteht".

Clinton stellte fest, daß sich im Bildungswesen
bereits gewisse Veränderungen abzeichnen, und
"man etwas Neues, anderes versucht, das bisher
noch nie ausprobiert worden ist", einschließlich
neuer Wege zur Organisation der Schulen und neue
Arten von Lehrern. "Wir wissen, daß letztlich die
Kinder lernen müssen", erläuterte der Präsident.
"Also wollen wir Weltklassestandards, wir wollen
einen Maßstab, ob die Kinder lernen oder nicht, und
wir wollen einen Weg, um den Menschen sagen zu
können, 'das sind die Normen, damit wissen Sie, ob
Sie es schaffen oder nicht, nun finden Sie heraus,
wie Sie es anpacken. Gebrauchen Sie Ihren Kopf,
*

Seite 2

Die Schauspielerin Jane Alexander, Vorsitzende der
Nationalen Stiftung für die Schönen Künste, begrüßte
die Maßnahme und unterstrich, die Konzentration auf
die Künste "wird kreative Denker und künstlerisch
gebildete Kinder kultivieren ... und Qualifikationen
anbieten, die das Lernen während des gesamten
Lebens fördern".

*

AMERIKA DIENST 14

»
'

�LANDESKUNDE
13. April 1994

HAUPTSTADTBESUCHE
von Patricia Harris und David Lyon
Die beiden Autoren beschreiben ein Dutzend der 50 Hauptstädte amerikanischer Bundesstaaten, die jeweils
die Identität der Amerikaner als Volk in etwas unterschiedlicher Weise widerspiegeln.
Die Verfasser schreiben für Adventure Road. Veröffentlichung und Übersetzung mit freundlicher Genehmigung
von Adventure Road. Copyright (c) 1992 Patricia Harris und David Lyon.

Architekten und Historiker vertreten die Auffassung,
öffentliche Gebäude trügen zum Verständnis der
Menschen bei, die sie gebaut haben, und diese Idee
ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Die 50
Hauptstädte der amerikanischen Bundesstaaten
spiegeln die obersten Ziele der Bürgerschaft besonders anschaulich wider. David Chase, Kurator des
National Building Museum in der Bundeshauptstadt
Washington, stellt fest: "Die Regierung sollte ein
erhabenes Unterfangen sein, also meint man, sie
sollte in einem diese Bedeutung zum Ausdruck
bringenden Gebäude untergebracht sein."
Jede Bundeshauptstadt spiegelt die Identität der
Amerikaner als Volk in etwas unterschiedlicher
Weise wider. Im folgenden geben wir Beispiele
einiger Hauptstädte mit einer ungewöhnlichen
Geschichte und herausragenden Architektur.
Die frühen Tage
Das Staatsparlament von Annapolis (Maryland) ist
das älteste, ununterbrochen von der Legislative
benutzte Kapitol eines Bundesstaates und diente als
erstes Friedenskapitol der Vereinigten Staaten. Der
Grundstein wurde 1772 gelegt, aber der Bau wurde
durch die Revolution verzögert und das Gebäude
erst 1779 fertiggestellt. Zum ersten Mal wurde der
inzwischen vertraute Stil einer großen Kuppel auf
einem rechteckigen Block verwandt - ein im Kapitol
der Vereinigten Staaten in Washington kopierter
Entwurf.
Thomas Jefferson führte die andere Hauptstilrichtung
für Kapitolsgebäude ein, die erstmals mit dem
Kapitol von Virginia in Richmond verwirklicht wurde.
Er wählte einen römischen Tempel in Nimes aus

AMERIKA DIENST 14

dem 1. Jahrhundert als Modell, und so wurde das
zwischen 1785 und 1788 erbaute Kapitol von Virginia
das erste öffentliche Gebäude der Neuen Welt mit
den Säulen im Stil des klassischen Humanismus.
Im Kapitol von Virginia ist auch eine bemerkenswerte
Sammlung von Statuen untergebracht, darunter
Büsten aller in Virginia geborenen Präsidenten der
Vereinigten Staaten. Eine herrliche lebensgroße
Marmorstatue von George Washington - die einzige,
für die er je Modell stand - beherrscht die Rotunde.
Auch andere Kapitolsgebäude zeugen von der
amerikanischen Geschichte. Das Kapitol von Columbia (South Carolina) befand sich im Bau, als 1861 der
Bürgerkrieg ausbrach. Sechs Bronzesterne auf der
westlichen Wand markieren die Einschlaglöcher der
Kanonenkugeln. Angesichts der harten Zeiten nach
dem Bürgerkrieg dauerte die Fertigstellung des
Gebäudes - ein herrliches Beispiel des römisch-korinthischen Stils - vier Jahrzehnte. Jede der blauen
Granitsäulen des vorderen und hinteren Säulengangs
ist 13,1 Meter hoch, wiegt ungefähr 37 Tonnen und
ist aus einem einzigen Steinblock gearbeitet.
Das Kapitol in Raleigh (North Carolina) litt weniger
unter dem Bürgerkrieg als unter den Folgen der
Rekonstruktion. Während dieser berüchtigten Zeit
wurde ein Sitzungsraum im zweiten Stock in eine Bar
umgewandelt, die zu den Kammern führenden
Granitstufen sind angeschlagen und gefurcht, angeblich von Whiskey-Fässern. Ansonsten das besterhaltene Gebäude des Landes im Stil des griechischen
Humanismus, enthält der Bau von 1840 zahlreiche
antike Details. Die äußeren Säulen sind denen des
Parthenon nachempfunden, und die Kammer des
Repräsentantenhauses folgt dem Plan eines griechischen Amphitheaters.

Seite 1

�Die Ära des Selbstbewußtseins
Statt die Antike wiederzugeben, steht das majestätische Kapitol in Des Moines (Iowa) für die Leistungen
amerikanischer Handwerker und die Vielfalt des
Bundesstaates.
Der zwischen 1871 und 1886
errichtete palastartige Bau enthält sieben inländische
und 22 importierte Marmorsorten. Seine Hauptkuppel ist mit 23karätigem Gold verziert.
Höchste Handwerkskunst herrscht vor, insbesondere
bei den Steinmetzarbeiten und Holzschnitzereien
sowie den kunstvoll bemalten Decken. Die Endpfosten des Haupttreppenaufgangs - dem Mittelpunkt
des Gebäudes - sind mit Girlanden von Früchten,
Blumen, Obst, Nüssen, Schmetterlingen und Vögeln,
einschließlich einer Fledermaus mit ausgbreiteten
Flügeln, einem kämpfenden Dinosaurierpaar und
einer Schlange mit gespaltener Zunge verziert. Auf
dem Treppenabsatz stellt das Gemälde "Westwärts"
symbolisch den Geist der Zivilisation und Aufklärung
dar, von dem die Pioniere bei der Kultivierung des
Westens geleitet waren.
Texas hat das größte Kapitol eines Bundesstaates.
In seiner Gesamtgröße nur vom Kapitol in der
Bundeshauptstadt Washington übertroffen, ist es 2,1
Meter höher als das Gebäude in Washington. Im
Jahr 1888 fertiggestellt, wird der Bau in Austin zur
Zeit renoviert, während dahinter unterirdische Büros
erstellt werden. Der gewaltige Bau aus der Zeit der
italienischen Renaissance hat eine Grundfläche von
12.140,4 m2 und eine Gesamtfläche von 72.842,4
m2.
Das rote Granitgebäude ist schön und groß. Auch
enthält es wunderbare Verzierungen und genug
Statuen berühmter Texaner, um damit ein Museum
auszustatten. Das letzte Wort hat jedoch die Skulptur an der Spitze des Kuppelgewölbes. Die mit einer
Toga bekleidete junge Frau hält einen Stern in die
Höhe - das Wahrzeichen des Bundesstaates Texas.
Die vergoldete Statue einer Frau, die auf der Kuppel
des Kapitols von Madison im Bundesstaat Wisconsin
steht, symbolisiert das Motto "Vorwärts".
Das
zwischen 1906 und 1917 errichtete Gebäude hat
eine ungewöhnliche Struktur, da die vier Flügel von
der Rotunde und der Hauptkuppel ausgehen, der
einzigen Granitkuppel in den Vereinigten Staaten.
Diese Gestaltung schafft eine wunderschöne Innenansicht.
Moderne Visionen der Demokratie
West Virginia beauftragte Cass Gilbert, den berühmten Architekten großartiger öffentlicher Gebäude, das
Kapitol des Bundesstaates in Charleston mit Blick
über den Kanawha zu entwerfen. Die Gesetzgeber

Seite 2

schlössen unter genauer Kontrolle der Kosten das
Projekt in drei separaten Verträgen zwischen 1924
und 1932 ab, deckten die Kosten durch eine Sondersteuer und brachten das Projekt in den Haushalt ein.
Das Ergebnis kann kaum als schmucklos bezeichnet
werden: Säulengänge mit majestätischen Säulen aus
Kalkstein von jeweils 86 Tonnen und massive Türen
aus Bronze und Kupfer. Schwarze Marmorsäulen mit
Alabasterurnen säumen die Hallen. Eine glänzende,
vergoldete Kuppel (1990 frisch vergoldet) hebt sich
leuchtend gegen den Himmel ab. Die üppigen
Kurven und klaren Linien des Gebäudes weisen es
als architektonische Leistung aus. Wahrscheinlich
enttäuschte es Gilbert, der genaue Angaben zu
Skulpturen und Bemalung der unteren Reliefs machte. Zu dem Zeitpunkt, als mit dem Bau des unteren
Teils begonnen wurde, brach gerade der Aktienmarkt
zusammen und es gab eine Dürre. Der Bundesstaat
beschloß, auf die Details zu verzichten und ohne
Verschuldung ein elegantes Gebäude zu errichten.
Die Architekten des Kapitols von Oklahoma waren
wahrscheinlich auch enttäuscht, als sich die ursprünglich vorgesehenen Gelder für den Bau der
geplanten Kuppel als unzureichend erwiesen, was zur
Einstellung der Arbeiten im Jahr 1917 führte. Seitdem haben die Gesetzgeber keine Gelder mehr für
die Kuppel bewilligt, so daß das Geld durch Bürgerinitiativen aufgebracht wird.
Das Kapitol von Oklahoma ist das einzige seiner Art,
das auf einem Ölfeld errichtet wurde. Je nach
Jahreszeit sind auf dem Grundstück des Kapitols
mehr als fünf Ölquellen in Betrieb. Der Bohrturm im
Blumenbeet des Kapitols ist abgestellt, da die Quelle
versiegt ist, er symbolisiert jedoch den Reichtum an
Bodenschätzen dieses Bundesstaates.
In der Rotunde gibt es vier Wandgemälde: "Entdekkung" (die frühe Erforschung des Landes), "Grenzhandel" (die französische Herrschaft unter Napoleon),
"Indianische Einwanderung" (ein Tribut an die 67
Indianerstämme des Bundesstaates) und "Besiedelung" (das den Ansturm auf das Land in Oklahoma
zeigt. Am 12. April 1889 war Oklahoma nur Prärie,
bei Anbruch der Nacht hatte es 10.000 Bewohner).
Nebraska bemühte sich bewußt um ein Design, das
sich vom Kapitol anderer Bundesstaaten abhob und
schuf ein erstaunliches Art Deco-Gebäude mit einem
122 Meter hohen Obelisken, der sich von einem
rechteckigen Fundament über die Ebenen von
Lincoln erhebt. Er stellt eindeutig etwas Einzigartiges und eine Einheit dar. Die Arbeit am Kapitol
wurde 1922 begonnen, erstreckte sich jedoch über
ein Jahrzehnt, da es um das alte Staatsparlament
herum gebaut wurde, damit die Behörden ihre Arbeit
fortsetzen konnten. In der Eingangshalle ist eine
gemalte Chronik der frühen Pioniere zu finden. In
der großen Halle stellen 1967 aus Anlaß der Hundert-

AMERIKA DIENST 14

�jahrfeier hergestellte Mosaike bedeutende Ereignisse
aus Nebraska dar.
Symbolische Erklärungen
Der Regierungssitz in Olympia im Bundesstaat
Washington betont die natürliche Schönheit des
Bundesstaates. Nach Jahrzehnten der Enge in dem
unzureichenden hölzernen Staatsparlament nahm
Washington 1911 einen radikalen Plan an und
beendete den Bau 1928. Das Kapitoi des Bundesstaates Washington besteht aus einer Gruppe
einzelner Gebäude für jeden Regierungszweig in
einem 14 Hektar großen Park mit Blick über den
Caprtol Lake und den Budd Inlet of Puget Sound ein "Capitol Campus". Japanische Kirschbäume und
Bepflanzung je nach Saison beherrschen die

*

AMERIKA DIENST 14

*

Landschaft, der Brunnen ist einem Brunnen im Tivoli
in Kopenhagen nachempfunden.
Das Kapitoi von New Mexiko in Santa Fe kombiniert
den einzigartigen Architekturstil der Pueblo-Indianer
mit Elementen des griechischen Humanismus,
wodurch ein Gebäude entsteht, das dem Zia-Symbol
auf der Flagge des Bundesstaates ähnelt. Das am 8.
Dezember 1966 eingeweihte Kapitoi hat vier Etagen,
eine davon unterirdisch. Im Einklang mit der PuebloTradition sind die elliptischen Kammern der Legislativen im unteren Stockwerk, tief in der Erde angesiedelt.
Letztlich drückt jedes Kapitoi in Stein aus, was zu
einem bestimmten Platz zu gehören scheint. Es sind
die staatsbürgerlichen Monumente einer Regierung
des Volkes, durch das Volk und für das Volk.

*

*

Seite 3

�</text>
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                <text>Herausgeben U.S. Information &lt;br /&gt;Service Embassy of the United States of America</text>
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                <text>&lt;strong&gt;1. Bosnien&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Clinton: Luftangriffe der NATO im Einklang mit UNO-Politik&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Erklärung des Präsidenten&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lake: Bosnisch-kroatisches Abkommen setzt Serben unter Druck&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede an der Johns Hopkins University&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Abrüstung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Das Nunn-Lugar-Programm&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Übersicht des Amts für Rüstungskontrolle und Abrüstung&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;3. Exportkontrollen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;USA und Verbündete gründen neue Exportkontrollgruppe&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Ankündigung des Wirtschaftsministeriums&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;4. Menschenrechte&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Förderung von Demokratie und Menschenrechten &lt;br /&gt;&lt;em&gt;John Shattuck über das Hauptziel der US-Außenpolitik&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;5. Drogen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Wichtige und dauerhafte Erfolge beim Kampf gegen Drogen erzielt&lt;br /&gt;Bericht des Außenministeriums&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;6. Bildung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Clinton unterzeichnet Gesetz für umfassende Reform des Bildungswesens&lt;br /&gt;&lt;em&gt;"Goals 2000" stellt neue Normen auf&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;7. Landeskunde&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Hauptstadtbesuche&lt;br /&gt;&lt;em&gt;von Patricia Harris und David Lyon&lt;/em&gt;</text>
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                    <text>AMERIKA DIENST - Sonderbeilagen 1965
A.

4*

1.

KENNEDY ERKLAERT STANDPUNKT DER USA ZU WELTPOLITISCHEN
FRAGEN
Ausstiege aus den Ferasehinterriew T O B 17* 12« 1962.
STANDPUNKT DER USA ZU WELTPOLITISCHEN FRAGEN
W o r t l a u t
des Fernsehinterriew von 17* 12* 1962.

A. 18.

1.

KENNEDY UNTERBREITET BOTSCHAFT UEBER DIE LAGE DER NATIONEN
State of the Union Message

W. 25.

1.

KENNEDY LEGT NEUEN HAUSHALT VOR
Zusammenfassung der wichtigsten Punkte des Budget 1963/64*

W. 25.

1.

KENNEDY1 DIE US-WIRTSCHAFT AM SCHEIDEWEG
Aussusge aus dem Wirtschaftsbericht des US-Praesidenten.

A. 15.

3.

EUROPA! KALEIDOSKOPE ODER GETRUEBTER KRISTALL
W o r t l a u t
der Ansprache des ehemaligen US-Ausssnministers DEAN G. ACHESON vor der Uniwersitaet von
Kalifornien, 13. 3. 1963.
EUROPEi KALEIDOSCOPE OR CLOUDED CRYSTAL
Address by the Honorable Dean Aoheson st the University
of California, Berkeley, California, Marsh 13, 1963*

A. 15«

3.

GEORGE C. MCGHEE SOLL NEUER BOTSCHAFTER DER USA IN BONN
WERDE
Praesldent Kennedy hat am Mittwoch seine Absicht bekannt
gegeben, den gegsnwaertigen Staatssekraetser fuer Politische
Fragen im amerikanischen Aussenminlstorium, George C. MeGhee,
sum neuen Botschafter der USA in der Bundesrepublik su ernennen.

W. 12.

4*

SONDERBOTSCHAFT PRAESIDENT KENNEDYS ZUR AUSLANDSHILFE
W o r t l a u t
der Sonderbotschaft sur Auslandshilfe der
USA, die Praesident Kennedy am 2. April 1963 dem amerikanischen
Kongrsss unterbreitet hat.

W. 17.

5.

DIE VEREINIGTEN STAATEN UND DIE VERHANDLUNGEN ZUR
AUSWEITUNG DES HANDELS - Eins Hintergrundanalyse.

A. 24.

5.

USA WEISEN SOWJETISCHEN PROTEST GEGEN DEN AUFBAU EINER
NATO-ATOMSTREITMACHT ZURUECK
W o r t l a u t
der Antwortnote der Vereinigten Staaten
(18.5.1963) auf die Note der UdSSR wom 8.4.1963.

A. 24.

5.

ABENTEUER DES RAUMFLUGS
Cooper - ein idealer Astronaut, Forsohungsrorhaben, Verlauf
und ersts Ergebnisse des Raumflugexperiments MERCURY-ATLAS 9*

A. 14.

6.

NEUE BEMUEHUNGEN DER USA UM DEN WELTFRIEDEN
W o r t l a u t
der Rede des US-Praesidenten JOHN F. KENNEDY,
Tom 10.6.1963 vor Absolventen der Amerikanischen Universitaet
in Washington.

�25.

6.

ANSPRACHE DES PRAESIDENTEN DER VEREINGTEN STAATEN
JOHN P. KENNEDY in der Paulskirche zu Frankfurt/Main.

25.

6.

Remarks of the President of the United States of America
JOHN P. KENNEDY, in the Asaembly Hall of Paulekirohe, Prankfurt,

26«

6«

Remarks of the President of the United States of Amsrioa
JOHN P. KENNEDY, at the Free Universitär Berlin, Germany.

26.

6.

Remarks of the President of the United States of America
JOHN P. KENNEDY, at the City Hall, West Berlin, Germany.

W. 26.

7.

SONDERBOTSCHAPT PRAESIDENT KENNEDYS UEBER US-ZAHLUNGSBILANZ
W o r t l a u t
der Sonderhotschaft, am 1 S.Juli 1963
an den US-Kongress.

A. 27.

9.

KENNEDY RUFT ZUR ZUSA*&lt;MENARBEIT PUER DEN FRIEDEN AUF
W o r t l a u t
der Rede vom 20. 9» 1963» vor der
18» Vollversammlung der Vereinten Nationen gehalten.

A. 27.

9.

DIE ROLLE DEUTSCHLANDS IN DER ENTWICKLUNG DER WELTPOLITIK
W o r t l a u t einer Rede, die der Vorsitzende des Planungsstahs im US-Aussenministerium, WALT W. ROSTOW, am 18.9*1963
vor der Universitaet von Dayton gehalten hat.

9. 10.

BETRACHTUNGEN EINES AMERIKANERS UEBER BERLIN
Ansprache des Botschafters GEORGE C. MCCHEE, im Amerika Haus,
Nuernherg, am 9*10. 1963.

A. 18. 10.

TESTSTOPPVERTRAG IN KRAFT GETRETEN
W o r t l a u t
des Vertrages ueber ein Verbot von Kemmaffenversuchen in der Atmosphaere, im Weltraum und unter Wasser.

A.

1. 11.

Ansprache Sr. Exzellenz des Auseenministers der Vereinigten
Staaten DEAN RUSK, gehalten am 27*10.1963» in der Paulskirohe
su Frankfurt/Main, anlaesalieh der Einweihung der
GEORGE C. MARSHALL - Gedenkstaette am Opernplatz.

W.

8. 11.

HANDELSAUSWEITUNG UND WIRTSCHAFTSWACHSTUM IN DER
ATLANTISCHEN GEMEINSCHAFT
W o r t l a u t
einer Ansprache von US-Botschafter
George C. MoGhee, gehalten vor der Handelskammer Koblenz,5*11•

A.

6. 12.

WIR WERDEM IN DEM STREBEN NACH FRIEDEN UNERMUEDLICH SEIN
Ansprache Praesident JOHNSONS vor beiden Haeuaern des
Kongresses am 27« November 1963*

A.

6. 12.

UNSERE KRAFT UND ENERGIE IST AUF DIE ZUKUNFT GERICHTET
Botschaft Praesident JOHNSONS zum Erntedanktag 1963*

A. 13. 12.

NATUERLICHE HILFSQUELLEN DER WELT
Die Situation heute und in der Zukunft
W o r t l a u t
des Vortrags von US-Botschafter GEORGE C.
MCGHEE, gehalten am 11.12. 63, vor der Arbeitsgemeinschaft
fuer Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, Dueaseldorf•

�PRÄSIDENT JOHN F. KENNEDY
ERLÄUTERT

STANDPUNKT DER USA ZU WELTPOLITISCHEN FRAGEN
Wortlaut des Fernsehinterviews vom
17. Dezember 1962

�STANDPUNKT DER USA ZU WELTPOLITISCHEN FRAGEN

Nachstehend übermitteln wir Ihnen den
Wortlaut eines Fernsehinterviews, das
Präsident Kennedy den Vertretern dreier
amerikanischer Rundfunk- und Fernsehanstalten - William H. Lawrence von der
American Broadcasting Company, George
Herman vom Columbia Broadcasting System
und Sander Vanocur von der National
Broadcasting Company - am 16. Dezember
1962 im Weißen Haus gewährt hat und das
von den Sendern dieser Anstalten am
17« Dezember ausgestrahlt wurde.

MR. LAWRENCE: Wenn Sie, Herr Präsident, auf die beiden ersten Jahre
Ihrer Amtsführung zurückblicken - entsprechen Ihre Erfahrungen in
diesem Amt Ihren ursprünglichen Erwartungen? Sie hatten sich ja
eingehend über die Machtbefugnisse des Präsidenten und deren Ausübung unterrichtet. Inwieweit sind die Dinge nun so gelaufen, wie
Sie es sich im voraus gedacht hatten?
DER PRÄSIDENT: Nun ja, zunächst einmal halte ich die Probleme heute
für schwieriger, als ich sie mir vorgestellt hatte. Zweitens sind
die Möglichkeiten der Vereinigten Staaten begrenzt, diese Probleme
zu lösen. Gegenwärtig sehen wir uns im Kongo einer sehr schwierigen
Situation gegenüber. Es ist uns nicht gelungen, die Verwirklichung
der von uns vertretenen Politik zu erreichen. Wir sind auch in einer
Reihe weiterer Gebiete sehr engagiert. Wir versuchen zu klären,
ob sich eine Lösung für den Streit zwischen Pakistan und Indien
finden läßt, wollen wir doch zu beiden freundschaftliche Beziehungen
unterhalten. Sie aber, sind nicht imstande, zu einem Übereinkommen
zu gelangen. Die Macht der Vereinigten Staaten, Lösungen herbeizuführen, hat mit anderen Worten Grenzen.
Ich glaube, unsere Leute werden furchtbar ungeduldig und sind
wahrscheinlich auch müde und verdrossen und sagen: "Wir tragen diese
Last schon 17 Jahre lang, können wir sie nun niederlegen?" Wir
können sie nicht niederlegen, und ich sehe in diesem Jahrhundert,
auch keine Chance für uns, sie niederzulegen.
Deshalb möchte ich also sagen, daß die Probleme schwieriger
sind, als ich sie mir vorgestellt hatte. Die den Vereinigten Staaten auferlegte Verantwortung ist größer, als ich sie mir vorgestellt hatte, und unsere Möglichkeiten, günstige Resultate zu erzielen, unterliegen größeren Beschränkungen, als ich angenommen
hatte. Und das dürfte meiner Meinung nach für jeden Präsidenten
gelten, denn es ist nun einmal ein Unterschied zwischen jenen.

- 1

�jenen, die Ratschläge erteilen, Reden halten oder Gesetze beschließen, und dem Mann, der unter verschiedenen Alternativvorschlägen
zu wählen hat und bestimmen muß, welches die Politik der Vereinigten
Staaten sei. Es ist viel einfacher, Vorträge zu halten als schließlich ein Urteil zu fällen, denn die Ratgeber sind leider häufig geteilter Meinung. Schlägt man einen falschen Kurs ein, und das habe ich
gelegentlich getan, so trägt der Präsident die Last der Verantwortung - und das mit vollem Recht. Die Berater dagegen können auf neue
Ratschläge sinnen.
MR. LAWRENCE: Das bringt uns, Herr Präsident, auf eine Frage, die
mich schon immer interessiert hat. Wie kommt nun eigentlich eine
Entscheidung des Präsidenten wie im Falle Kubas zum Beispiel zustande?
DER PRÄSIDENT: Die jüngste wurde tatsächlich, was den einzuschlagenden Kurs und den Entschluß angeht, innerhalb eines Zeitraums von
fünf oder sechs Tagen herausdestilliert. Während dieser Zeit haben
die rund 15 Personen, die unmittelbar zu Rate gezogen worden sind,
ihre Ansicht mehrfach geändert, da jede Maßnahme, welche auch immer
wir ergreifen mochten, mit mehreren Nachteilen behaftet war und da
auch jede Maßnahme, die wir ergreifen mochten, die Möglichkeit barg,
daß sie sich zu einem Atomkrieg mit der Sowjetunion auswachsen werde.
Schließlich aber entwickelte sich eine generelle Übereinstimmung und eine solche bestand sicherlich nach der Prüfung sämtlicher Alternativen -, daß der am Ende eingeschlagene Kurs des Handelns der richtige sei.
Bei meinen Gesprächen mit Mitgliedern des Kongresses schlugen
verschiedene von ihnen eine andere Alternativlösung vor, als wir
sie an jenem Montag mit den Tatsachen bekannt machten. Ich habe das
Gefühl, daß sie, wären sie diese fünf Tage dabeigewesen, die wir mit
der Beurteilung der verschiedenen Alternativen und der Vor- und Nachteile etwaiger Maßnahmen zugebracht hatten, wahrscheinlich den gleichen Weg eingeschlagen hätten wir wir. Ich denke, wir haben den richtigen gewählt. Hätten wir am Mittwoch innerhalb der ersten 24 Stunden
handeln müssen, so wären wir meiner Meinung nach bei unserer Wahl
nicht so vorsichtig verfahren, wie wir es schließlich taten: eine
Quarantäne gegen den Einsatz von Offensivwaffen.
Darüber hinaus hatte dies eine weit größere Wirkung, als wir
ursprünglich annahmen, weil die Sowjetunion es meines Erachtens
äußerst ungern gesehen hätte, wenn wir Schiffe angehalten hätten,
die einige ihrer geheimsten und bestbehüteten Waffentypen mit sich
führten. Der Grund für den Abzug der IL-28 durch die Sowjetunion
dürfte, wie ich annehme, zu einem Teil in der Tatsache zu suchen
sein, daß wir eine sehr intensive Luftbildaufklärung in niedriger
Höhe betrieben. Nun, niemand hätte wahrscheinlich geglaubt, daß
eine derartige Belästigung möglich wäre. Herr Castro konnte uns
nicht gestatten, die ausgedehnten Flüge über seiner Insel in 70 m
Höhe tagein, tagaus auf unbestimmte Zeit fortzusetzen; er wußte aber
auch, daß er sehr ernste Repressalien zu gewärtigen hätte, wenn er
eines unserer Flugzeuge abschießen würde. Es ist somit sehr schwierig,

-

2

-

�schwierig, sich jeweils ein Urteil darüber zu bilden, welche Auswirkungen unsere Entscheidungen in anderen Ländern zeitigen werden.
In diesem Falle, scheint mir, haben wir die richtige getroffen; 1961
trafen wir bezüglich Kubas die falsche.
MR. HERMAN: Ich möchte auf die Frage der Übereinstimmung und Ihr
Verhältnis zu dieser Übereinstimmung zurückkommen. Sie haben erklärt,
und auch die Verfassung besagt, die Entscheidung könne nur vom Präsidenten getroffen werden.
DER PRÄSIDENT: Sie kennen ja wohl die alte Geschichte von Abraham
Lincoln und seinem Kabinett. Er sprach: "Wer dafür ist, sage 'ja'",
und das ganze Kabinett stimmte mit "ja"; und dann, "wer dagegen ist,
sage 'nein'",und Lincoln stimmte allein mit "nein" und erklärte:
"Das Abstimmungsergebnis lautet 'nein1'." Natürlich, denn die Verfassung bürdet die Verantwortung dem Präsidenten auf. Der Kurs, den
wir schließlich einschlugen, fand keine ungeteilte Zustimmung;
der Kurs aber, den wir schließlich einschlugen, bot den Vorteil,
daß er uns auch noch andere Schritte gestattete, falls dieser erfolglos sein sollte. Mit anderen Worten, wir begannen in gewissem Sinne
mit einem Minimum. Wäre das alles nämlich ohne Erfolg geblieben, hätten wir allmählich weitergehen können bis zu wesentlich massiveren
Aktionen, die notwendig geworden wären, falls der erste Schritt keinen Erfolg gezeitigt hätte. Ich möchte annehmen, daß die Mehrheit
das schließlich einsah, wenngleich anfangs sehr scharfe Unterschiede
in den Auffassungen bestanden hatten. Das war schon sehr wertvoll,
weil die Beteiligten besondere Verantwortung in ihrem eigenen Bereich
trugen; Verteidigungsminister McNamara mußte mich demgemäß bezüglich
der militärischen Stärke der Vereinigten Staaten in jenem Gebiet beraten, der Außenminister mußte seine Beurteilung der Haltung der Organisation der amerikanischen Staaten (OAS) und der NATO geben. Meiner Meinung nach gelangte die Mehrheit auf diese Weise dahin, den Kurs zu bill
gen, den wir schließlich einschlugen. Das machte die Dinge leichter.
1961 war die Lagebeurteilung durch die von der Exekutive zugezogenen
Berater in der Kuba-Angelegenheit einmütig, und diese Lagebeurteilung
war falsch. Und ich trug die Verantwortung. Im Endeffekt läuft es
darauf hinaus, daß die Berater, gleichgültig wieviel an der Zahl,
häufig geteilter Auffassung sind, und der Präsident schließlich eine
Wahl zu treffen hat.
Der andere Gesichtspunkt kommt in Worten zum Ausdruck, die Präsident Eisenhower am 19« Januar (1961) an mich richtete. Er sagte:
"Dinge, die man an Sie als Präsident heranträgt, sind niemals belanglos. Handelt es sich um Belanglosigkeiten, dann werden sie auf
niedrigerer Ebene geregelt." Die Dinge, die einem als Präsidenten
vorgelegt werden, sind also immer schwierige Dinge und damit Dinge,
die weitreichende Konsequenzen haben. Das trägt dazu bei, einige der
Lasten des Präsidentenamtes zu vergrößern, wozu sich auch schon andere
Präsidenten geäußert haben.
MR. VANOGUR:

�MR. VANOCUR: Herr Präsident, während der Kuba-Krise bestand ein
Problem, mit dem Sie offensichtlich vertraut sind und das Ihnen
auch heute Sorge bereitet, die Möglichkeit nämlich, daß ein Präsident in streng vertraulichen und geheimen Besprechungen sich ausspricht und dann etwas davon nach außen dringt. Glauben Sie, daß
dies den freien und offenen Fluß an Ratschlägen behindert, die jeder Präsident doch haben muß?
DER PRÄSIDENT: Nein, ich finde es bedauerlich, daß solchermaßen Dinge
ausgeplaudert werden, aber allein beim Weißen Haus sind wohl an die
1300 Reporter akkreditiert, und es gibt meines Wissens 100 oder 150
Leute, die mehr oder weniger über das Bescheid wissen, was auf den
Tagungen des Sicherheitsrates vorgeht. Da sind einmal die Leute, die
selbst dabei sind, und da sind die anderen, die auf Grund der dort
getroffenen Entscheidungen Anweisungen erhalten - und ich weiß, Menschen reden nun einmal. Und wie ich zum Zeitpunkt des Kuba-Fehl Schlages im April 1961 sagte, hat der Erfolg hundert Väter, und die Niederlage ist ein Waisenkind. Ich glaube, wenn eine Sache gutgeht, dann
besteht auf allen Ebenen eine verstärkte Tendenz, darüber zu reden,
und solche Berichte sind oft ungenau. Ich möchte sagen, im Nationalen
Sicherheitsrat klappt es mit der Geheimhaltung recht gut. Wird sie
durchbrochen, ist das bedauerlich.
MR. VANOCUR: Trifft es zu, Herr Präsident, daß Sie sich im ersten Jahr
Ihrer Amtszeit verschiedentlich persönlich telephonisch mit dem Außenministerium in Verbindung gesetzt haben, um zu versuchen, eine Antwort
auf eine früher gestellte Anfrage zu erhalten?
DER PRÄSIDENT: Ja, das tue ich auch heute noch, wenn es angebracht
ist, denn nach meinem Dafürhalten besteht im Staatsdienst eine große
Neigung, Akten zu lange auf dem Schreibtisch zu behalten. Und mir
scheint, hier handelt es sich um eine echte Funktion: der Präsident
kann zwar kein Ministerium verwalten, aber er kann ihm immerhin Impulse geben.
MR. VANOCUR: Erinnern Sie sich an irgendeine bestimmte Antwort, die
Sie von einem Gesprächspartner im Außenministerium erhielten, der
einen derartigen Anruf nicht erwartet hatte - an irgendeine besondere
Antwort, die Ihnen irgend jemand gab?
DER PRÄSIDENT: Nein, sie reagieren immer, sie sagen immer "ja". Es
dauert einige Zeit, bis man das raus hat. Sie werden sich erinnern,
daß es mich, nachdem ich mit Herrn Chruschtschow in Wien zusammengetroffen war und sie (die Russen) uns ein Aide-memoire überreicht
hatten, mehrere Wochen kostete, um unsere Antwort, koordiniert mit
den Briten, den Franzosen und den Deutschen,über das Außenministerium
abzuschicken. Das dauerte viel zu lange. Nun, ich habe den Eindruck,
daß es uns gelungen ist, diesen Prozeß zu beschleunigen; das Ganze
bleibt aber ein ständiges Problem in verschiedenen Ministerien. Von
jeder Entscheidung werden so viele Interessen berührt. Ob die Entscheidung Afrika oder Asien betrifft, sie geht auch die Europa-

- 4 -

�Europa-Abteilung an, sie geht die zuständige Abteilung an, sie geht das
Verteidigungsministerium an, sie kann das Zentralamt für Nachrichten
und Abwehr (CIA) berühren, sie geht in den meisten Fällen das Finanzministerium an, sie kann die Weltbank angehen, sie geht die Delegation
bei den Vereinten Nationen an. Mir scheint es eine der Funktionen des
Präsidenten zu sein, auf eine beschleunigte Erledigung all dieser
Dinge zu dringen. Andernfalls kann man warten, während die Welt zusammenstürzt.
MB. VANOCUR: Sie haben einmal gesagt, daß Sie jetzt mehr, aber weniger
gerne lesen. Sind Sie immer noch so ein unersättlicher Zeitungs- und
Zeitschriftenleser? Ich erinnere mich - wir alle, die wir Sie auf Ihrer Wahlkampagne begleitet haben -, daß damals in Ihrem Umkreis keine
Zeitschrift vor Ihnen sicher war»
DER PRÄSIDENT: 0 ja. Nein, nein, ich glaube, das ist von unschätzbarem
Wert, auch wenn es einem - es ist niemals angenehm, wenn man etwas liest
was nicht erfreulich ist, aber ich würde sagen, daß das dem Präsidenten eine unschätzbare Möglichkeit gibt, wirklich zu kontrollieren, was
in der Verwaltung passiert, und so erfahre ich mehr Dinge, die für
mich von Belang und wissenswert sind. So möchte ich meinen, daß Herrn
Chruschtschows totalitäres System, das hinsichtlich der Fähigkeit zu
geheimen Maßnahmen usw. viele Vorteile bietet, doch den kolossalen
Nachteil hat, daß man selbst und die ganze Regierung nicht täglich der
Schmirgelwirkung der Presse ausgesetzt ist, auch wenn es einem nicht
paßt und auch wenn man wünschte, sie würden das nicht schreiben; und
selbst wenn man das mißbilligt, so gibt es doch keinen Zweifel, daß
wir unsere Aufgabe in einer freien Gesellschaft ohne eine sehr, sehr
aktive Presse überhaupt nicht erfüllen könnten.
Andererseits ist die Presse dafür verantwortlich, daß die Dinge
nicht zu politischen Zwecken entstellt werden, daß man nicht irgendwelche Meldungen herausgreift, um eine politische These zu beweisen.
Meiner Meinung nach ist es ihre Pflicht, der Verwaltung so streng wie
möglich auf die Finger zu sehen, aber immer in dem Bestreben, der
Wahrheit so nahe wie möglich zu kommen, und nicht bloß aus irgendwelchen politischen Beweggründen.
MR. LAWRENCE: Herr Präsident, wie beurteilen Sie im Licht der Wahlergebnisse, die zumindest auf der Kongreßebene sicherlich die republikanischen Hoffnungen zunichte machten, Ihre Aussichten auf bedeutsame
innenpolitische Erfolge in der kommenden Kongreßperiode?
DER PRÄSIDENT: Nun, ich denke, unsere Position wird etwa dieselbe sein
wie in den letzten zwei Jahren. Ich meine damit, daß kontroverse Dinge
sehr hart umkämpft sein werden.
MR. LAWRENCE: Hat sich das Stimmungsbild des Repräsentantenhauses
durch die Verschiebungen nicht ein wenig verändert?
DER

�DER PRÄSIDENT: Ich würde sagen, ein bißchen zu unseren Ungunsten.
Unsere Situation ist nicht ganz so gut wie in den letzten zwei Jahren,
aber wir stehen ungefähr wieder dort, wo wir in den letzten zwei Jahren
waren, das heißt, daß bei jeder Abstimmung drei bis vier Mehrstimmen
auf dieser oder jener Seite über Sieg oder Niederlage entscheiden.
MR. LAWRENCE: Rechnen Sie zum Auftakt wieder mit einer Grundsatzentscheidung in der Auseinandersetzung über den GeschäftsordnungsaUsschuß?
DER PRÄSIDENT: Ich hoffe, daß es bei der gegenwärtigen Mitgliederzahl des
Geschäft sordnungsausathusses bJeibt, weil wir andernfalls nicht arbeitsfähig sind. Wir sind unten durch, wenn wir verlieren - wenn sie versuchen, die Geschäftsordnung zu ändern. In diesem Falle käme- keine ..
kontroverse Vorlage mehr vor das Plenum, würde meiner Meinung nach
unser ganzes Programm ausgehöhlt.
MR. LAWRENCE: Als Sie noch ein junger Abgeordneter waren, haben Sie
selbst für die Beschränkung der Amtsdauer der Präsidenten auf zwei
Perioden gestimmt. Würden Sie jetzt, nachdem Sie dieses Amt selbst eine
Zeitlang bekleidet haben und auch die Auswirkungen auf Präsident Eisenhowers zweite Amtsjeriode beobachten konnten, erneut dafür stimmen, auch
wenn Sie selbst von der Änderung nicht betroffen wären?
DER PRÄSIDENT: Ja, ich würde es tun, gewiß. Ich weiß, daß 1947 besondere Umstände herrschten, aber ich glaube, acht Jahre sind genug, und
ich bin nicht sicher, ob ein Präsident - wie in meinem Falle, wenn ich
wiedergewählt würde -,ob man dann so sehr benachteiligt wäre. Es gibt
nicht viele Stellen zu besetzen. Das gehört überhaupt nicht zu den Befugnissen der Präsidentschaft, die Ämterpatronage. Sie werden in den
ersten Monaten besetzt. Die meisten dieser Stellen sind ohnehin den
Kongreßmitgliedern vorbehalten. Somit spielt die Patronage keine Rolle.
Ich glaube, es gibt viele andere Befugnisse der Präsidentschaft, die
in der zweiten Amtsperiode genauso gehandhabt werden wie in der ersten.
MR. VANOCUR: Herr Präsident, was diesen Punkt betrifft...
DER PRÄSIDENT: Tatsächlich besitzt Präsident Eisenhower heute in der
Republikanischen Partei großen Einfluß und deshalb auch im ganzen Lande.
Und er hat großen außenpolitischen Einfluß, obwohl er keinerlei Amt
bekleidet. In mancher Hinsicht ist sein Einfluß sogar in gewissem Grade
gewachsen. Dasselbe gilt effektiv auch für Präsident Truman und Präsident Hoover. Ich glaube nicht, daß es davon abhängt... der Präsident
hat auch noch in seiner zweiten Amtsperiode gewichtigen Einfluß wenngleich ich selbst noch nicht in der zweiten Amtsperiode bin -, das
kann man wohl sagen.
MR. VANOCUR: Herr Präsident, was diesen Punkt betrifft, so bedarf ein
großer Teil Ihres Programms noch der Zustimmung des Kongresses. Manche
Leute meinen, daß Sie das entweder in den kommenden zwei Jahren schaffen
oder überhaupt nicht mehr, selbst wenn Sie für eine zweite Amtsperiode
wiedergewählt werden. Sind Sie auch dieser Ansicht?
DER
6

�DER PRÄSIDENT: Nein, Erstens glaube ich, daß wir schon eine Menge
geleistet haben. Ich habe mir neulich einmal vergegenwärtigt, was
wir im Januar 1961 in Angriff genommen hatten, und im Hinblick auf
die Steuern, die soziale Sicherheit, die Änderungen in der Sozialgesetzgebung, die Strukturverbesserung in Notstandsgebieten, die
Mindestlöhne, das Friedenskorps, die Allianz für den Fortschritt,
die Abrüstungsbehörde, die Stärkung der Landesverteidigung und den
Ausbau unseres Weltraumprogramms muß ich sagen, wir haben das alles
erreicht, auch das Außenhandelsgesetz*, vielleicht nicht in jedem
Fall in dem ursprünglich: von uns vorgeschlagenen Ausmaß, aber doch
beträchtliche Fortschritte. Ich meine, wir können in den nächsten
zwei Jahren noch mehr schaffen.
Ich möchte meinen, daß es - sollte ich im Jahre 19^5 wiedergewählt werden - neue Probleme geben wird, und ich sehe in einer zweiten
Amtszeit nicht notwendigerweise einen Niedergang. Ich bin ganz und
gar nicht dieser Meinung. Ja, ich glaube, man weiß dann weitaus mehr
über das Amt. Es ist ein gewaltiger Wechsel vom Senator zum Präsidenten. In den ersten Monaten ist es überaus schwierig. Aber ich
habe keinen Grund, anzunehmen, daß ein Präsident mit den Machtbefugnissen dieses Amtes und der Verantwortung, die diesem Amt auferlegt ist, - falls er befindet, daß dies oder jenes getan werden
müsse - es in der zweiten Amtszeit nicht genausogut tun kann wie
in der ersten, wobei dies natürlich von der Zusammensetzung des
Kongresses abhängt. Tatsache ist, daß mit der Kongreß, von meiner
jetzigen Warte aus gesehen, weit mächtiger erscheint als damals, als
ich noch selbst im Kongreß saß. Das liegt jedoch daran, daß man als
Mitglied des Kongresses einer von 100 im Senat oder einer von 435
im Repräsentantenhaus ist, so daß die Macht also geteilt ist. Aber
in meinem jetzigen Amt sehe ich mich einem bestimmten Kongreß gegenüber, der kollektiven Macht des Kongresses, insbesondere der Blockierung
von Vorlagen, und das ist eine wesentliche Macht.
MR. VANOCUR: Herr Präsident, wie Sie gesagt haben, beginnt die Macht
wie auch die Nächstenliebe zu Hause. Und Sie scheinen nun im Hinblick
auf das, was wir hier in den USA tun müssen, eine Ansicht, und der
Kongreß scheint eine andere Ansicht zu haben. Für die Verteidigung
und die nationale Sicherheit wird eine Menge Geld bewilligt werden,
aber es besteht eine gewisse Abneigung, für eine andere Form der Kapitalinvestition - nämlich das Erziehungswesen - und ähnliche innenpolitische Programme Gelder einzusetzen. Ist dies lediglich eine Frage
der Mittel oder liegt es an den (mit dieser Angelegenheit verbundenen)
kirchlichen Aspekten, daß Sie kein Erziehungsgesetz durchbringen?
DER PRÄSIDENT: Nun, im Hinblick auf das Erziehungswesen ist die Frage
zweifellos, wie die Mittel verteilt werden; wie sie aufgeteilt werden,
ist einer der Faktoren. Eine weitere Angelegenheit, die hinzukommt,
ist die Frage der Integration. Ich glaube, Sie wissen, daß Thomas
Jefferson einmal gesagt hat, wolle man erwarten, daß das Volk unwissend und frei sei, so würde man etwas erwarten, was es noch niemals
gegeben habe und niemals geben werde. Im Jahre 1970 wird es bei uns
doppelt soviel junge Menschen geben, die ein College besuchen wollen,
wie im Jahre i960. Das bedeutet, daß wir in zehn Jahren so viele

- 7 -

�so viele Schulgebäude erstellen müssen wie in den 1 60 Jahren der
Geschichte unseres Landes zusammengenommen.
Ferner haben wir diese Millionen junger Menschen, die die Schule
verlassen und noch keine Ausbildung haben - und dies zu einem Zeitpunkt, wo geschulte und keine ungelernten Arbeitskräfte benötigt werden. Wir brauchen also Gelder für ihre Ausbildung in Berufsschulen,
für die Umschulung von Arbeitern, für Unterstützungsfonds für Colleges,
und dann wiederum Gelder, um diejenigen unterstützen zu können, die
promovieren oder ein ingenieurwissenschaftliches, naturwissenschaftliches und mathematisches Studium fortführen wollen. Auf diesem Gebiet
gibt es bei uns ernste Mängel, und doch streben wir nach dem Weltenraum, der Verteidigung und allem übrigen. Die Sowjetunion konzentriert
sich hierauf. Für alle diese Dinge sind also Geldmittel erforderlich,
aber dies alles ist umstritten, Einige Leute sind der Ansicht, daß
die Bundesregierung hierbei keine Rolle spielen sollte. Und doch hat
gerade die Bundesregierung - seit dem Gesetz über die Landschenkung
an Hochschulen (Land-grant Act) und zurück bis zu dem Gesetz über die
Schaffung des Nordwest-Territoriums (Northwest Ordinance) - hierbei
eine wichtige Rolle gespielt. Meiner Ansicht nach hat die Bundesregierung auf dem Gebiet des Erziehungswesens eine große Verantwortung. Wir
können nicht unsere Stärke auf industriellem, militärischem, wissenschaftlichem und sozialem Gebiet aufrechterhalten, wenn wir nicht über
eine gebildete Bürgerschaft verfügen. Und ich bin der Oberzeugung, daß
die Bundesregierung eine Rolle spielen muß. Wir werden also dem Kongreß ein Programm unterbreiten. Auf Grund der Tatsache, die Sie erwähnten, und auch aus anderen Gründen waren wir zwar nahe daran, das
Erziehungsgesetz durchzubringen, hatten dann aber bedauerlicherweise
keinen Erfolg.
MR. LAWRENCE: Herr Präsident, wurde das Problem, ein Erziehungsgesetz

in diesem Jahre durchzubringen, durch die Ereignisse in Oxford, Mississippi, und durch den Einsatz von Bundestruppen dort noch erschwert?
DER PRÄSIDENT: Ja, ich denke schon.
MR. LAWRENCE: Wie-wollen Sie ankämpfen gegen diese neue...?
DER PRÄSIDENT: Wie ich schon sagte, ist dies ein Fall, bei dem wir es
fast geschafft haben; auch Präsident Eisenhower hatte es beinahe geschafft, und wir waren einmal nahe daran, wir konnten eine Gesetzesvorlage durch das Repräsentantenhaus bringen, durch den Senat, beinahe
durch das Haus, und schafften es doch nicht. In einem weiteren Versuch,
der dem höheren Schulwesen galt, erhielten wir die Zustimmung des Senats
und des Hauses, und dann scheiterte er, scheiterte am Vermittlungsausschuß. Nun, Oxford, Mississippi, wodurch das ganze Problem Bundesregierung und Erziehungswesen noch heikler geworden ist - ja, ich nehme
schon an, daß es in einigen Teilen der Vereinigten Staaten als Faktor
gelten wird,der nachteilig für uns sein wird. Ich weiß aber wirklich
nicht, wie der Präsident der Vereinigten Staaten Ihrer Meinung nach
anders hätte handeln sollen. Das Gericht, das sich aus Richtern der
Südstaaten zusammensetzte, entschied, daß es im Einklang mit der

-

8 -

�der Verfassung sei, wenn Mr. Meredith an die Universität von
Mississippi gehe. Der Gouverneur von Mississippi widersetzte sich
dem, es gab Tumult und Aufruhr um Mr. Meredith, wodurch sein Leben
gefährdet, wurde. Wir entsandten daraufhin die Bundesvollstreckungsbeamten (Marschälle), und es wurden immerhin von den vier-- oder
fünfhundert Beamten - von denen wenigstens Dreiviertel selber aus
dem Süden kamen - 150 oder 160 auf die eine oder andere Weise verwundet. Als es so aussah, als ob diese Beamten überrannt werden würden, entsandten wir schließlich Truppen. Ich glaube nicht, daß jemand,
der die Situation überdenkt, glauben kann, daß uns irgendeine
andere
Möglichkeit blieb. Andererseits freilich gebe ich zu, daß dies viel
Bitterkeit mir und der Bundesregierung gegenüber in Mississippi und
anderen Teilen der USA verursacht hat» Man erwartet doch von mir,
daß ich gemäß meinem auf die Verfassung geleisteten Eid handele, was
wir auch tun werden. Aber es macht es noch schwieriger, ;ein Erziehungsgesetz durchzubringen. Aus all diesen Gründen aber dürfen wir diesen
großen Kraftquell unserer Jugend nicht vernachlässigen. Vielmehr
müssen wir. uns an die Arbeit machen und sehen, daß diese Schulen gebaut
werden, die Lehrer ein entsprechendes Gehalt bekommen und die höhere
Schulbildung all diesen Jungen und Mädchen ermöglicht wird. Jedesmal,
wenn ich durch unser Land fahre, sehe ich da die vielen Sechs-, Siebenund Acht- und Neunjährigen, die sich in unsere Schulen und Colleges drängen, und jeder Gouverneur wird Ihnen dann sagen, daß der Bau von Schulen
und Ausbildungsstätten eines seiner Hauptprobleme ist,(und)wo die Bundesregierung eine Verantwortung hat.
MR. VANOCUR: Glauben Sie, daß wir uns einen Augenblick dem Thema der
Aufgabe und Verantwortung des Präsidenten in der Außenpolitik zuwenden
könnten? Als damals, an jenem Montag ein Kongreßmitglied mit den von
Ihnen getroffenen Maßnahmen in bezug auf Kuba nicht einverstanden war ist die Aufgabe, die Ihnen auf Grund der Verfassung zukommt, sehr klar,
aber in Fragen der Innenpolitik ist diese Aufgabe und Verantwortung
geteilt. Wie nutzen Sie die Präsidentschaft - diese 'Antreiber-Kanzel',
um mit Theodore Roosevelt zu sprechen -, um diese Leute dort auf dem
Kapitol, die wirklich so etwas wie Barone und Souveräne sind, in Bewegung zu bringen? Haben Sie Möglichkeiten, sie zu einer Aktion zu veranlassen, die Ihrer Überzeugung nach unbedingt notwendig ist?
DER PRÄSIDENT: Nun ja, die Verfassung und die Entwicklung des Kongresses
begünstigen eine Verzögerung. Es ist sehr leicht, eine Ge,setzesvorlage
im Kongreß zu Fall zu bringen. Viel schwieriger ist es dagegen, eine
durchzubringen. Durch einen Ausschuß durchzukommen, sagen wir mal, durch
den Ausschuß für Haushaltsfragen, durch den Unterausschuß, und dort
eine Mehrheit zu erlangen, dann durch den Gesamtausschuß und wieder
eine Mehrheit zu erlangen, zu dem Geschäftsordnungsausschuß zu gehen
und die Sache auf die Tagesordnung zu bringen; dann vor das Repräsentantenhaus zu kommen und wieder eine Mehrheit zu erzielen, das Ganze
noch einmal von neuem im Senat zu beginnen, mit Unterausschuß und Gesamtausschuß - und dabei ist die Debatte im Senat nicht begrenzt, so
daß man eine Sache nie zur Abstimmung bringen kann, wenn auf Seiten der
Gegner genügend Entschlossenheit vorhanden ist, selbst wenn sie sich
in der Minderheit befinden -, die Gesetzesvorlageu durch den Senat
zu bringen und dann einstimmig im Vermittlungsausschuß zwischen Haus
und Senat eine Kompromißfassung zustande zu bringen oder aber, wenn

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�wenn ein Mitglied Einspruch dagegen erhebt, die Vorlage wieder zurückzuleiten durch den Geschäftsordnungsausschuß, durch den Kongreß,
und dies alles bei einer umstrittenen ßesetzesvorlage, bei der machtvolle Gruppen opponieren, das ist eine außerordentlich schwierige
Aufgabe. Lies ist also der Kampf, den ein Präsident führen muß, der
ein Programm im Kongreß durchbringen will, und besonders dann, wenn
auf Grund des Anciennitätsprinzips bestimmte Personen Schlüsselpositionen innehaben, die diesem Programm in keiner Weise aufgeschlossen
gegenüberstehen und die vielleicht sogar, obwohl sie Mitglieder der
eigenen Partei sind, in politischer Opposition zum Präsidenten stehen
aber dies ist ein Kampf, den jeder Präsident durchstehen mußte, der
ein Programm im Kongreß durchzubringen versucht hat. So ist zum Beispiel Franklin D. Roosevelt 1936 mit der größten Mehrheit in der Geschichte gewählt worden und erlitt seine schwerste Niederlage wenige
Monate später mit dem Gesetz über den Obersten Bundesgerichtshof.
Der Kongreß und das Präsidialamt verkörpern also zwei verschiedene Institutionen und zwei verschiedene Gewalten. Sie müssen zwangsläufig in Konflikt miteinander geraten, aber sie müssen auch so gut
wie möglich zusammenarbeiten. Das ist aber auch der Grund, warum kein
Programm eines Präsidenten jemals angenommen wurde. Nur dann ist ein
Programm eines Präsidenten schnell und leicht angenommen worden,
wenn es unwesentlich war. Aber wenn es von Bedeutung ist, wichtige
Interessen berührt und umstritten ist, dann kommt es zum Kampf,
und der Präsident ist dabei niemals ganz erfolgreich.
MR. VANOCUR: Herr Präsident, ist es richtiger, ein Gesetz, das völlig
verwässert ist, an dem Sie aber großes Interesse nehmen, zu akzeptieren oder seine Ablehnung hinzunehmen in der Hoffnung, dadurch die
öffentliche Meinung zur Unterstützung dieses Gesetzes zu einem späteren Zeitpunkt zu mobilisieren?
DER PRÄSIDENT: Nun, ich möchte sagen, daß es unter den von Ihnen genannten Bedingungen meines Erachtens besser ist, die Niederlage hinzunehmen. Was aber gewöhnlich eintritt und was in den vergangenen zwei
Jahren auch geschehen ist, war, daß eine ganze Menge unserer Gesetze
in einer annehmbaren Form verabschiedet wurde, doch nicht so, wie wir
sie vorgelegt hatten. Der Kongreß hat ebenseinen eigenen Willen, seine
eigenen Ansichten und sein eigenes Urteil, und er steht dem Volk nahe,
Das gesamte Repräsentantenhaus ist gerade erst neu gewählt worden.
So ist es nur natürlich, wenn die Abgeordneten die Dinge aus anderer
Sicht sehen als ich. Ich möchte also sagen, was wir tun müssen, ist,
es so gut wie möglich zu machen. Aber wenn ein Gesetz völlig verwässert ist, wäre es sinnlos, ein Fünkchen Erfolg haben zu wollen
statt eines gehaltvollen Gesetzes.
MR. LAWRENCE: Herr Präsident, zur Ausübung der Ihnen als Präsident
zur Verfügung stehenden Macht - und ich glaube, dafür war vielleicht
das bekannteste, in weitesten Kreisen erörterte Beispiel die Zurücknahme der von denl Stählgesellschaften bereits verkündeten Stahlpreiserhöhung - haben einige Leute angedeutet, daß Sie, nun rückschauend,
vielleicht doch nicht so energisch gehandelt haben würden. Inwieweit
ist diese Annahme richtig?
DER

-

10 -

�DER PRÄSIDENT: Ich muß sagen - wenn ich auch nicht gern an alte Wunden
rühre - daß daraus eine sehr ernste Situation hätte werden können.
Die Situation, denke ich, wäre, eben weil ein Vertrauensfaktor mit
im Spiele war, sehr ernst geworden, hätte ich nicht versucht, meinen ganzen Einfluß geltend zu machen, um die Stahlpreiserhöhung rückgängig zu machen. Die Stahlarbeitergewerkschaft hatte die für sie
rigoroseste Regelung seit dem Ende des zweiten Weltkrieges akzeptiert;
das war drei oder vier Monate vorher geschehen. Sie tat es wohl auch
zum Teil deshalb, weil ich gesagt hatte, wir könnten uns ein weiteres
Hochschrauben der inflationistischen Spirale nicht leisten, dies gefährdete unsere Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem Ausland. So unterzeichneten sie. Unmittelbar nachdem ihr jüngstes Abkommen unterschrieben war - das war am Freitag oder am Sonnabend davor - setzte auf einmal die Stahlindustrie ihre Preise herauf. Mir schien, daß jetzt Treu
und Glauben auf dem Spiele standen und daß die Gewerkschaft, nachdem
ich sie gebeten hatte, die nichtinflationistische Regelung zu akzeptieren, zu Recht den Eindruck bekommen könnte, getäuscht worden zu
sein, wenn ich bei der Stahlindustrie nicht meinen Einfluß dahin geltend machte, ihre Preise stabil zu halten. Meiner Ansicht nach wären
jegliche TarifVerhandlungen zwischen den Sozialpartnern gefährdet worden, wäre uns jede künftige Einflußnahme - vom Standpunkt der Öffentlichkeit - auf große Auseinandersetzungen zwischen den Sozialpartnern,
die wahrlich öffentliche Interessen berühren, unmöglich gemacht worden.
Deshalb bedaure ich nichts. Tatsache ist jedenfalls, daß wir Erfolg
hatten.
Angenommen, wir hätten versucht, dies in einer Rede des langen
und breiten zu behandeln, und wären dann gescheitert. Ich meine, das
hätte einen schweren Rückschlag für das Ansehen des Amtes des Präsidenten bedeutet. Wenn ich heute zurückdenke - ich glaube, ich würde
ein zweites Mal nicht anders handeln, als ich damals gehandelt habe.
Es hat keinen Sinn, erst großen Krach zu schlagen, wenn man mit seinen Ansichten dann doch nicht durchdringt. Es hat keinen Sinn, bei einer Streitfrage das Ansehen des Amtes des Präsidenten in die Waagschale zu werfen, wenn man dann doch klein beigeben muß. Nun, eine unglückliche Rückwirkung dieser ganzen Angelegenheit war die Überzeugung, daß
sich die Regierung in eine Reihe von Angelegenheiten der Sozialpartner
oder überhaupt in die Frage der Organisation des freien Unternehmertums
einmischen könnte. Es war bedauerlich, daß aus diesem besonderen Fall
allgemeine Schlußfolgerungen gezogen wurden. Aber ich muß sagen, daß
wir angesichts des Problems, dem ich mich an jenem Dienstagabend gegenübersah, alles unternehmen mußten, um den Gang der Ereignisse umzukehren.
MR. LAWRENCE: Herr Präsident, Ihr Vorgänger, Präsident Eisenhower, warnte in seiner Abschiedsbotschaft an das amerikanische Volk unmittelbar
vor der Übergabe seines Amtes vor den Gefahren eines möglichen militärisch-industriellen Übergewichts, das die Demokratie in ihrem ureigensten Wesen gefährden könne. Sind Sie sich dieser Gefahr in Ihrer bisherigen Amtszeit überhaupt bewusst geworden?
DER PRÄSIDENT: Nun, davon war vielleicht vor Monaten mehr zu spüren als
heute, möchte ich sagen. Natürlich werden bei der Einstellung der Produktion eines Waffensystems immer Tausende von Menschen , die Interessen
eines

�eines Gemeinwesens, die Interessen von Mitgliedern des Kongresses, die
Interessen des betreffenden Bundesstaates berührt. So dauert beispielsweise das Tauziehen um die Bomber vom Typ B-70 schon eine ganze Weile
an. Sie sind unserer Ansicht nach als Waffe einfach nicht wert, was sie
kosten würden. Aber es ist ein sehr mühsames Ringen mit dem Kongreß.
Zweimal hat der Kongreß schon die Mittel für das Programm bewilligt,
zweimal haben wir dieses Geld nicht ausgegeben. Aber ich muß sagen, daß
wir, so wie die Lage heute ist, auch keinem übermäßigen Druck ausgesetzt
sind.
MR. LAWRENCE: Nun, Sir, ich las in dieser Woche in einem unserer großen
Magazine mit besonderem Interesse eine Annonce, eine zweiseitige farbige Anzeige, die für die Skybolt-Rakete warb.
DER PRÄSIDENT: Ja, die Anzeige habe ich gesehen.
MR. LAWRENCE: Und darin wurde die Rakete als besonders erfolgreich gepriesen - kein Wort von Mißerfolgen, obgleich Sie auf fünf Fehlschläge
hingewiesen hatten. Und es hieß weiter darin, daß mit diesem Waffensystem, würde es weiterentwickelt, Milliarden Dollar an Steuergeldern eingespart würden. Sahen Sie darin den Versuch, Druck auf Sie auszuüben?
DER PRÄSIDENT: Ich glaube schon, daß man damit versuchte, unsere Entscheidung zu beeinflussen. Daran ist nichts Verwerfliches. Tatsache ist,
daß die Skybolt für die Zukunft der Douglas Company von größter Bedeutung ist. Tausende von Betriebsangehörigen arbeiten daran. Viele Leute
in den Vereinigten Staaten sind der Ansicht, daß dieses Programm nützlich sei, und natürlich sind die Briten sehr daran interessiert. So meine ich schon, daß die Annonce ein Versuch war, mich und Mr. McNamara auf
die Tatsachen oder das, was nach Ansicht der Douglas Company die Tatsachen sind, anderweitig aufmerksam zu machen. Ich habe erst heute die Anzeige gesehen. Das einzige, worauf wir hinweisen sollten, ist, daß es
um zweieinhalb Milliarden Dollar geht, um daiait eine Waffe zu bauen, mit
der unsere B-52-Bomber ausgerüstet werden sollen - zu einer Zeit, wo wir
bereits Milliarden in POLARIS und MINUTEMAN investiert haben und wo schon
von der Entwicklung der TITAN III und anderer Raketen die Rede ist. Es
gibt einfach eine Grenze dafür, wieviel wir brauchen, und auch wieviel
wir uns leisten können für ein erfolgreiches Abschreckungsmittel. Wir haben unsere U-Boote, wir haben MINUTEMAN-Raketen auf dem Kontinent, wir
haben B-52-Bomber und zum Teil noch B-47 im Einsatz, und wir haben die
taktischen Streitkräfte in Europa. Wenn es um die Frage geht, mit wieviel Megatonnen Schlagkraft wir für einen Atomkrieg gerüstet sind, so
würde ich sagen, daß das, was uns zur Verfügung steht, einfach Vernichtung bedeutet. Wie oft, meinen Sie, muß man ein Ziel mit Atomwaffen treffen? Wenn nun von diesen 2,5 Milliarden Dollar die Rede ist, so glauben
wir einfach nicht, daß wir dafür etwas Gleichwertiges für die nationale
Sicherheit eintauschen. Nun, ich weiß, daß manche anderer Meinung sind
als wir, aber das ist nun einmal unsere Ansicht.
MR. HERMAN: Im Zuge des technischen Fortschritts, Herr Präsident, scheinen neue Waffensysteme und neue Geräte, die für die Zukunft des Landes
lebenswichtig sein können, immer aufwendiger zu werden und immer mehr
Arbeitskräfte zu absorbieren. Steuern wir auf einen Punkt zu, an dem wir,
ist die Produktion eines neuen Waffensystems erst einmal angelaufen,
uns bereits soweit engagiert haben, daß wir fast gezwungen sind, e_s_

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�es weiterzuführen, weil ein Aufhören unsere Wirtschaft aus den Fugen
brächte, Tausende arbeitslos würden und so fort?
DER PRÄSIDENT: Nun ja, es ist ein Problem, zumal solche Systeme in
der Regel zwei-, drei- oder viermal so kostspielig sind, als es
anfangs scheint. Eines der Probleme, mit denen wir uns jetzt befassen,
ist die Frage, ob wir mit dem Nike-Zeus-System, einem Anti-RaketenSystem, herauskommen sollten. Wir hoffen nämlich eines Tages ein System zu entwickeln, das es uns erlaubt, einfliegende Projektile im
Flug abzufangen und unschädlich zu machen und damit einen atomaren
Angriff auf die Vereinigten Staaten ganz auszuschalten. Aber das
wird Milliarden kosten. Und es ist sinnlos, eine Produktion voranzutreiben, solange das System nicht vollkommen ist. Manche denken, der
Zeitpunkt sei jetzt gekommen, aber wir wollen noch weitere Untersuchungen abwarten. Doch gibt es keinen Zweifel, daß, wenn man keine
B-70 oder keine Skybolts baut, davon Tausende Arbeitsstellen, das
Wohlergehen von Gemeinden, betroffen werden, und das ist eines unserer
schwierigsten Probleme. Andererseits, können wir nicht zulassen, daß
unser Verteidigungsbudget uns über den Kopf wächst. Wir geben jetzt
52 Milliarden Dollar pro Jahr aus, eine ungeheure Summe, und wir
könnten 60 oder 65 Milliarden ausgeben, wenn wir uns nicht beschränkten, so gut wir können.
MR. HERMAN: Erhielt das Nike-Zeus-Programm durch Herrn Chruschtschows
Prahlerei, er könne jederzeit und überall eine Fliege in der Luft
treffen, neuen Auftrieb?
DER PRÄSIDENT: Mag er eine Fliege treffen - ob er aber tausend Fliegen
mit Ködern treffen könnte... Sehen Sie, jedes einfliegende Projektil
kann vier oder fünf Projektile mit sich führen. Jedenfalls könnten
sie als Projektile erscheinen, und der Radarschirm muß diese aufspüren
und bei Fluggeschwindigkeiten von Tausenden von Kilometern in der Stunde
und bei Hunderten ankommender Flugobjekte herausfinden, welches nun
das echte Projektil ist und welches die Köder sind. Das ist eine unerhört schwierige Aufgabe. Man kann eines treffen, man versucht im Grunde,
eine Gewehrkugel mit einer Gewehrkugel abzuschießen. Wenn nun Tausende
Gewehrkugeln auf einen zukommen, so ist dies eine ungemein schwere
Aufgabe, die wir noch nicht gemeistert haben - und ich glaube nicht,
daß er sie bereits gemeistert hat. In der günstigeren Position ist der,
der angreift.
MR. HERMAN: Sie meinen, er hat die Kunst, eine Kugel zu treffen, gemeistert?
DER PRÄSIDENT: Ja. Das haben wir auch.
MR. LAWRENCE: Herr Präsident, Sie sprachen neulich von den Gefahren
und Schwierigkeiten unzulänglicher Nachrichtenverbindungen zwischen
uns und der Sowjetunion, wie die Kubakrise sie deutlich gemacht hat.
Ich meine, es wäre ein noch ernsteres Problem, wenn Ihr Radarschirm
Projektile, oder was als solche erscheint, in größerer Zahl aufzeigen
würde?
DER
-

13

-

�DER PRÄSIDENT: Ja. Gut, es gibt - Eines der Argumente dafür, das Flugzeug weiter zu bauen, ist, daß, wenn Sie einfliegende Projektile ausgemacht haben, Sie Ihre Plugzeuge starten lassen und in der Luft halten könnten. Wenn sich das Ganze als falscher Alarm herausstellen sollte, könnten Sie sie zurückbeordern. Mit Projektilen,können Sie das nicht,
und der Präsident könnte ohne umfassende Informationen zu haben gezwungen sein, eine Entscheidung innerhalb von.15 Minuten zu treffen. Sie
erinnern sich an den Fall, wo der aufgehende Mond eine Vielzahl von einfliegenden Projektilen vortäuschte? Natürlich ist das mehrere Jahre her.
Doch dies scheint mir eine allzugroße Vereinfachung. Tatsache ist, daß
die Vereinigten Staaten ziemlich lange warten könnten, weil wir Raketen
in festen Stellungen haben, und diese Raketen könnten immer noch abgefeuert werden und die Sowjetunion vernichten, ebenso wie die U-Boot-Polarisraketen es könnten. So besteht keine Gefahr, denke ich, daß wir auf
Grund unvollständiger und ungenauer Informationen Feuerbefehl geben würden, weil uns nur fünf oder sechs Minuten Zeit für.eine Entscheidung zur
Verfügung steht. Ich meine, allein die Polaris macht es uns möglich, so
lange abzuwarten, bis wir genügend Informationen an der Hand haben, und
daß er weiß, daß wir die Sowjetunion vernichten könnten. Gerade darin
liegt die Abschreckung. Wenn er seine Raketen einmal abgefeuert hat, ist
sowieso alles vorüber, weil wir genügend Reserven haben, um zurückzufeuern und die Sowjetunion zu vernichten. Wenn dieser Tag kommt, wenn es zu
einem massiven Feuerwechsel kommt, dann bedeutet dies das Ende, weil wir
dann von Westeuropa, der Sowjetunion, den Vereinigten Staaten, von 150
Millionen Toten in den ersten 18 Stunden sprechen. Und Sie könnten weiter geheni wenn jede Seite.auf Städte zielt, um so viele Menschen wie
nur möglich in allen diesen Gemeinwesen mit allen zur Verfügung stehenden Waffen zu töten. Sie könnten weiter töten und weiter feuern. Das ist
es, was das atomare Zeitalter zu einer so gefahrvollen Zeit macht, und
warum ich so oft diese Reden lese darüber, wer dieses oder jenes tun müsse; ich aber meine, sie sollten auf das achten, was zur Debatte steht.
MR. LAWRENCE« Wie dringend ist die Notwendigkeit einer schnelleren Nachrichtenverbindung zu uns und der Sowjetunion?
DER PRÄSIDENT« Sie wäre wünschenswert. Es ist nicht - Wenn er seine Projektile abgefeuert hat, hilft es uns wenig, einen direkten Draht zum
Kreml zu haben und ihn zu fragen, ob es wirklich wahr sei. Aber ich denke, daß es besser sei, wir wären schneller als wir es heute,sind* Es dauerte mehrere Stunden im Falle Kubas, und ich denke, eine Nachrichtenverbindung ist wichtig. Ebenso wie mit dem Kreml sind auch unsere Nachrichtenverbindungen mit einem großen Teil Lateinamerikas unzulänglich, und
wir wissen häufig nicht, was sich dort abspielt. Eben weil Informiertsein
wesentlich für eine Entscheidung ist, versuchen wir unsere Nachrichtenverbindungen in der ganzen Welt zu verbessern.
MR. VANOCUR« Herr Präsident, haben Sie, seit Sie Ihr Amt übernommen haben,
feststellen können, daß diese furchtbare Verantwortung für das Schicksal
der Menschheit Sie und Ministerpräsident Chruschtschow - trotz aller Differenzen, die Sie trennen - im Bewusstsein dieser gemeinsamen Verantwortung, einander nähergebracht hat? Er schien dies anzudeuten, vor allem in
seiner Rede vor dem Obersten Sowjet.
DER
14

�DER PRÄSIDENT: Ich glaube, in dieser Rede hat Chruschtschow gezeigt,
daß er sich über das Atomzeitalter im klaren ist. Aber das kubanische
Unternehmen hat es für uns natürlich noch schwieriger gemacht, irgendwelche erfolgreichen Verhandlungen zu führen, weil hier versucht worden ist, doch ganz wesentlich das Gleichgewicht der Kräfte zu ändern.
Dies geschah in aller Heimlichkeit» Es wurde alles, was nur möglich
war, unternommen, um uns zu täuschen; und die Sowjets planten, im
November vor aller Welt die Tatsache mitzuteilen, daß diese Raketen
in solch unmittelbarer Nähe der Vereinigten Staaten stationiert
worden seien. Es bestand nicht etwa die Absicht, sie abzufeuern, weil
die Sowjets, sollten sie in eine nukleare Auseinandersetzung geraten, auf ihre eigenen Raketen in der Sowjetunion zurückgreifen können.
Aber politisch hätte dies das Gleichgewicht der Kräfte geändert... So
dürfte es also noch einige Zeit dauern, bevor es für uns möglich ist,
zu einem wirklichen Einvernehmen mit Herrn Chruschtschow zu gelangen.
Aber ich bin doch der Meinung, daß seine Rede deutlich werden läßt,
daß er erkannt hat, in welcher gefährlichen Welt wir leben. Das
wirkliche Problem liegt in dem Wunsch der Sowjets, ihre Macht und
ihren Einfluß zu erweitern. Würde sich Herr Chruschtschow mit den
wahren Interessen der Bevölkerung der Sowjetunion befassen - höherem
Lebensstandard und Gewährleistung der eigenen Sicherheit -, dann gäbe
es keinen realen Grund, warum die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion - getrennt durch so viele tausend Meilen Land und Wasser, beide
reiche Länder, beide mit einer sehr tatkräftigen Bevölkerung - nicht
miteinander in Frieden leben sollten. Immer wieder aber wird diese
Entschlossenheit sichtbar, die die Chinesen in der militantesten Form
zeigen und die die Sowjets ebenfalls gezeigt haben, nämlich, sich nicht
mit einer friedlichen Welt dieser Art abzufinden, sondern auf einer
kommunistischen Welt zu bestehen. Daraus erwächst die wirkliche Gefahr:
ein Konflikt dieser beiden Systeme auf weltweiter Ebene im Atomzeitalter ist, was die sechziger Jahre so gefährlich macht.
MR. VANOCUR: Botschafter Kennan, der ein guter Kenner der Sowjetunion
ist, schrieb in einem seiner letzten Bücher, daß wir es hier mit einem
konditionierten Denken, das die Möglichkeit des Mißverständnisses ausschließt, zu tun haben, daß das einzige, was die Sowjets wirklich verstehen, dieses ist: daß man sie vor Tatsachen stellt und ihnen sagt,
•das ist es, was wir tun werden1'. Das verstehen sie. Sind Sie der Ansicht, daß es irgendeinen Weg gibt, an Herrn Chruschtschow heranzukommen, um ihm wirklich begreiflich zu machen, daß es Ihnen ernst ist
und daß Sie entschlossen sind zu tun, was Sie sagen, Sir, oder ist dies
gänzlich...?
DER PRÄSIDENT: Nun, es ist schwer. Zurückschauend auf Kuba möchte ich
annehmen, daß die Tatsache des mangelnden Kontaktes zwischen den beiden
Regierungen zu denken gibt. Ich meine, daß wir nicht erwartet haben, er
werde Raketen auf Kuba stationieren, weil es für ihn eine so unkluge
Handlungsweise zu sein schien, dies zu tun, wie sich später auch herausgestellt hat. Er muß offenbar gedacht haben, er könnte es insgeheim
machen, und die Vereinigten Staaten würden sich damit abfinden. Nun,
er hat unsere Absichten nicht richtig beurteilt.
Und wenn Sie die Geschichte unseres Jahrhunderts überblicken, so
entstand der erste Weltkrieg aus einer Reihe von Fehlurteilen über die
15 -

�die Absichten anderer - gewiß auch der zweite Weltkrieg, wo Hitler
dachte, daß er Polen an sich reißen könnte, daß die Briten nicht in
den Kampf eingreifen und nach der Niederlage Polens den Kampf nicht
fortsetzen würden; Korea, wo die Nordkoreaner offensichtlich nicht
mit uns gerechnet hatten und wir nicht mit der Einmischung der Chinesen;
und wenn Sie alle diese Fehlschlüsse bedenken, die zum Kriege trieben,
und dann die Kluft in Betracht ziehen, die zwischen den Überzeugungen
der Vereinigten Staaten und denen der Sowjetunion klafft - wir glauben
an eine Welt unabhängiger Regierungen und Staaten, sie an eine monolithische, kommunistische Welt - und in diesen Kampf noch die nukleare Gleichung einbeziehen, so ist es das, was unsere Zeit, wie ich bereits zuvor
sagte, so gefahrenvoll macht. Wir müssen unseren Weg mit Festigkeit weiterverfolgen, an Hand der besten Informationen, die wir erhalten können,
und mit Umsicht. Ein Fehler kann alles vernichten - ein grober Fehler
von Herrn Chruschtschow oder von uns hier. Und darum ist es viel leichter,
Reden zu halten über einige der Dinge, die wir tun sollten; ich meine
aber, daß jeder, der sich die Liste der verhängisvollen Möglichkeiten von
Atomwaffen vor Augen hält, der sich bewußt ist, daß die Kommunisten ein
vollständig verzerrtes Bild von den Vereinigten Staaten haben und daß
wir sie nicht verstehen, weiß:das ist es, was das Leben in den sechziger
Jahren so gefahrenvoll macht»
MR. HERMANi Ihre Unterredung über den Kontakt mit der Sowjetunion,über
ein sorgfältiges Vorgehen und Handeln zwingt mir unwiderstehlich das
Bild des Herrn Gromyko auf, der hier sitzend, vielleicht auf dieser Couch,»•
DER PRÄSIDENT| Genau da.
MR. HERMANi Hier. Gerade vor DER PRÄSIDENT| Direkt neben Mr. Vanocur.
MR. VANOCURi Er ist nicht mein Freund.
MR. HERMANi Das war eine Gelegenheit, da Sie in Verbindung standen, er
sprach mit Ihnen, er erzählte Ihnen seine sehr interessante Version,
daß es auf Kuba keine Raketenwaffen gäbe, ja überhaupt keine Offensivwaffen gäbe. Jetzt hatten Sie Kontakt. Was mußten Sie nun tun? Mußten
Sie die Zähne zusammenbeißen, um den Stuhl herumgehen?
DER PRÄSIDENT! Nein, ich las ihm meine Septembererklärung vor, daß wir
Maßnahmen ergreifen würden, wenn sie Offensivwaffen auf Kuba stationierten»
Er antwortete nicht. Darum sage ich, daß wir noch weit davon entfernt
sind - Herr Chruschtschow und ich befinden uns im gleichen Boot, insofern
als wir beide über diese atomare Macht verfügen und darum beide daran
interessiert sind, unsere Gemeinwesen zu bewahren. Wir fahren indes insofern nicht auf gleichem Kurs, als die Sowjets ihre Macht ständig vergrößern wollen und dazu entschlossen sind; in der Kubakrise haben sie
außerdem klarwerden lassen, daß sie gewillt sind, große Risiken einzugehen,
die nur zu einer direkten Kollision führen können. Nun, ich habe einen

-

16 -

�einen ganzen Tag in Wien damit zugebracht, zu seiner Rede vom 6.
Januar 1961 Stellung zu nehmen, in der er erklärte, er werde Befreiungskriege unterstützen, und ich sagte ihm, daß dies ein Weg sei, der
für die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion mit einer direkten
Konfrontation enden würde, was im Fall Kuba tatsächlich geschah.
Man kann nicht viele solche Fälle riskieren, denn wir wissen nicht
genau, ob die Sowjetunion in jedem Falle zurückweichen wird, wie eben
im Falle Kuba. Und für die Vereinigten Staaten wird es schwer sein,
sich dort abzusetzen, wo es um lebenswichtige Interessen unserer
Nation geht.
MR. LAWRENCE: Herr Präsident, waren Sie, während Gromyko hier saß
und einfach erklärte, daß es auf Kuba keine Offensivwaffen gäbe,
zu irgendeinem Zeitpunkt versucht aufzustehen, an Ihren Schreibtisch
zu gehen und eine Luftaufnahme hervorzuholen?
DER PRÄSIDENT: Nein. Denn unsere Informationen waren noch unvollständig,
und wir hatten auch noch nicht endgültig darüber entschieden, welchen
Kurs wir einschlagen würden. Wir erhielten die Information am Dienstag,
unser Gespräch fand am Donnerstag statt. Wir führten eine intensive
Aufklärung durch, und wir erwogen noch, ob es ratsam sei, einen anderen Aktionskurs einzuschlagen. Und deshalb wäre es sehr unklug von
uns gewesen, ihm im einzelnen darzulegen, was wir wußten. Wir wollten
ihm auch nicht die Genugtuung geben, seine Schritte anzukündigen.
Deshalb war es überaus wichtig, daß die Vereinigten Staaten dies bekanntgaben, bevor er es tat.
MR. LAWRENCE: Wir hätten damit die Initiative verlieren können?
DER PRÄSIDENT: Genau das. Er hätte dies bekanntgeben können, und dann
hätten wir auf eine Initiative ihrerseits reagieren müssen. Auf diese
Weise behielten wir die Initiative. Daher war es sehr wichtig, Gromyko
nicht ins Bild zu setzen, obwohl ich ihn nicht irreführte, denn wie ich
bereits sagte, verlas ich meine Erklärung vom September, und er muß sich
gefragt haben, warum ich dies tat. Aber er erwiderte nichts darauf.
MR. VANOCUR: Herr Präsident, viele Leute sagen... daß ein amerikanischer
Präsident Chruschtschow schützen müsse, denn Chruschtschow sei der
beste sowjetische Ministerpräsident, den wir jemals haben könnten.
Glauben Sie, daß dies wirklich die Aufgabe eines amerikanischen Präsidenten ist, oder hat ein amerikanischer Präsident die Pflicht, die
nationalen Interessen zu wahren?
DER PRÄSIDENT: Nein, ich glaube nicht, daß es unsere Aufgabe ist,
Herrn Chruschtschow zu schützen. Dieses Argument, daß sein Nachfolger
schlimmer sein würde - nun, ich weiß nicht, wie sein Nachfolger sein
wird. Aber ich glaube, daß es unsere Pflicht ist, zu versuchen, unsere
lebenswichtigen Interessen zu schützen, die Sicherheit der freien Welt
zu wahren und Chruschtschow unsere Absichten eindeutig genug wissen zu
lassen, damit er seinen Angelegenheiten in einer Weise nachgehen kann,
die unsere Sicherheit nicht gefährdet und die nicht zum Kriege führt.
Wir möchten nicht gezwungen werden, unsere Sicherheit mit kriegerischen
Mitteln zu erhalten. Aber Chruschtschow muß wissen, daß es für die Vereinigten Staaten lebenswichtige

-

17 -

�*

lebenswichtige Interessen gibt, für die sie kämpfen werden. Und
wenn er und die Kommunisten und die Sowjetunion jetzt ihre Kraft
darauf verwenden wollen, zu demonstrieren, wie sich ihr System
in der Sowjetunion bewährt, so bin ich der Ansicht, daß seine lebenswichtigen Interessen leicht mit der ihm zur Verfügung stehenden Macht
geschützt werden können und wir eine lange Zeit des Friedens haben
könnten. Dann könnten wir ein Urteil darüber fällen, welches System
bessere Dienste leistet. Wir glauben, daß das unser System ist. Er hat
argumentiert, seines wäre besser. Demgegenüber, scheint mir, ist es
gerade dieses ständige Streben, das Gleichgewicht der Kräfte auf
der Welt zu ändern, welches das Element der Gefahr heraufbeschwört.
Nun, ich glaube wirklich, wenn Sie die Rede Chruschtschows von
vergangener Woche lesen, so werden Sie feststellen, daß wir - und die
Welt - in einer noch viel schlechteren Lage wären, wenn die Chinesen
die kommunistische Bewegung beherrschen würden, denn die Chinesen
glauben an den Krieg als Mittel zur Verwirklichung der kommunistischen
Welt. Chruschtschows Mittel sind Vernichtung, aber er glaubt, daß eine
friedliche Koexistenz und diese Befreiungskriege, kleine Kriege unsere
Niederlage bringen werden. Die chinesischen Kommunisten glauben, dies
durch ständige Schläge zu erreichen, und daß sie es im Falle eines
Krieges, eines atomaren dritten Weltkrieges mit ihren 750 Millionen
Menschen überstehen werden. So sind für uns ganz offensichtlich die
von Chruschtschow vertretenen Ansichten besser als die der chinesischen Kommunisten. Aber leider will uns auch Chruschtschow nicht wohl.
MR. VANOCURi Gibt es irgendeine Möglichkeit, wie wir auf die wachsende
Spaltung innerhalb des kommunistischen Blocks einwirken können, oder
sollten wir es einfach bei der Welt belassen, die wir jetzt haben,
und sicherstellen, daß sie nicht reif für eine kommunistische Durchdringung wird?
DER PRlSIDENTl Ich meine zu diesem Disput, der sich weiter verstärkt,
daß wir, wie Sie vorschlagen, weiterhin unsere Aufmerksamkeit jenem
großen Teil der Welt widmen sollten, der sich in einer wirklich verzweifelten Lage befindet. In Lateinamerika, Afrika, Asien gibt es Länder, die unsere Hilfe, unsere Unterstützung dringend brauchen. Wenn
wir unsere Aufgabe, die freie Welt zu stärken, erfüllen, dann werden
wir, so scheint es mir, einen Druck, einen Gegendruck gegen den kommunistischen Vormarsch auslösen, und dann wird der Kommunismus feststellen
daß die Lage im Innern unter diesem Druck noch viel schwieriger geworden ist.
Ich glaube, wir neigen dazu, die Welt in eine kommunistische
und eine freie zu unterteilen, sie als zweigeteilt zu betrachten. Tatsache ist, daß die Welt so geteilt, so von Armut heimgesucht und in
vieler Hinsicht in einer so verzweifelten Lage ist, daß wir bereits
voll damit ausgelastet sind, den Teil der Welt, der nichtkommunistisch
ist, ganz Afrika, die jungen unabhängigen und von Armut heimgesuchten
Länder, zu stärken. Da besuchte uns kürzlich der Ministerpräsident von
Somaliland, wo das Jahreseinkommen pro Kopf der Bevölkerung bei
45 Dollar liegt. Der durchschnittliche Wochenlohn in der amerikanischen

18

-

�amerikanischen Industrie beträgt etwa 94 Dollar - gegenüber 45
Dollar im Jahr! Nun, er hat erschütternde Probleme zu lösen. Sie
können auch Lateinamerika nehmen, zum Beispiel Nordostbrasilien,
wo die Leute von 100 Dollar im Jahr leben. So haben wir in unserem
eigenen Raum eine große Aufgabe zu verrichten. Wenn wir dieses Gebiet stärken können - denn der Kommunismus ist meiner Meinung nach
ein völlig trügerisches System, das den Wünschen des einfachen Mannes
gar nicht entspricht - dann, glaube ich, werden wir auch erfolgreich
sein.
MRJ HERMANl Als Ministerpräsident Chruschtschow während der KubaKrise ein Angebot für eine Inspektion auf Kuba machte, hatten Sie da
irgendeine Hoffnung, daß dies ein Durchbruch sein könnte, ein Beginn,
um eine Art von Frieden zwischen unseren beiden Systemen zu erreichen,
so daß wir an unseren eigenen Problemen arbeiten können?
DER PRÄSIDENT! Nein, ich glaube nicht, daß es das schon ist. Aber es
kann vielleicht mit der Zeit dazu kommen.
MR. HERMANl Hatten Sie, als dieses Angebot gemacht wurde, die Hoffnung,
daß es tatsächlich verwirklicht werden könnte?
DER PRlSIDENTi Nein. Aber ich denke doch zumindest, daß Kuba - wie auch
aus der Rede in der vergangenen Woche hervorgeht, die eine wichtige
Rede war - Ghruschtschow die Gefahren hat erkennen lassen, die ein Zusammenstoß zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion in
einem Gebiet von großer Bedeutung mit sich bringt. Das, meine ich,
ist eine sehr heilsame Tatsache. Aber ich glaube nicht, daß wir jetzt
einen Gesamtwechsel in der kommunistischen Politik erleben werden,
MR. HERMANl Wäre es Ihrer Ansicht nach ein Durchbruch gewesen, falls
eine internationale Inspektion Kubas gestattet worden wäre - ein Anfang,
ein erster Beginn?
DER PRÄSIDENT* Nein, ich glaube nicht, daß dies die Dinge im wesentlichen berührt hätte, da ich nicht annehme, daß wir jene Art von Inspektion erreicht hätten, die wirklich notwendig ist, weil ein totalitäres System die Form der Inspektion, die wirklich wünschenswert ist,
nicht akzeptieren kann. Was Sie praktisch sagen, bedeutet, daß Kuba
geöffnet wird, daß die Sowjetunion geöffnet wird. Sie werden es. nicht
tun, weil ein totalitäres System nur unter Geheimhaltung existieren
kann.
MR. HERMANl Haben die Inspektionen, die anderswo in der Welt stattgefunden haben, beispielsweise in Nordkorea, Ihnen irgendeine Hoffnung
gegeben, daß dies als System funktionieren wird?
DER PRiSIDENTi Nein. Ich glaube, die Kamera wird tatsächlich unser
bester Inspektor sein.
MR. LAWRENCE!

-

19

�MR. LAWRENCE: Herr Präsident, sehen Sie in der Art, wie die KubaKrise beendet oder doch praktisch beendet wurden in der Art, wie sie
zumindest vom Höhepunkt der Fieberkurve herunterkam, sowie in der
Entwicklung anderer weltweiter Probleme irgendwelche Anzeichen, die
Sie zu der Annahme führen könnten, daß eine Gipfelkonferenz zu irgendeinem Zeitpunkt in der nahen Zukunft nützlich sein würde?
DER PRÄSIDENT: Nein, nicht gerade zu diesem Zeitpunkt. Ich glaube,
daß das Treffen in Wien von Nutzen war. Es war nützlich für mich aber ich glaube nicht, daß wir bis dahin zurückgehen sollten, es sei
denn, daß wir den Weg wirklich frei sehen, ein Abkommen über die Atomversuche oder die Abrüstung zu erreichen oder in Europa selbst zu einer
gewissen Verständigung zu gelangen. Das ist wirklich unser Wunsch. Wie
ich schon sagte, leben wir jetzt in einer Zeit, die zu gefährlich ist,
als daß wir Spannungen zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten
Staaten haben oder solche wünschen sollten. Und daher sollten wir meines Erachtens alles fördern, was ihre Politik, die uns abträglichen
Dinge zu unterstützen, mildern kann. Aber solange wir nicht einen
gewissen Durchbruch auf irgendeinem Gebiet sehen, halte ich ein Treffen
zwischen Herrn Chruschtschow und mir nicht für sehr vorteilhaft, auch
wenn wir miteinander in Verbindung standen... und über unsere Beauftragten in New York Verhandlungen führen. Aber ich glaube nicht, daß
für uns eine Notwendigkeit besteht, jetzt zusammenzukommen. Ich glaube,
daß Chruschtschow wahrscheinlich genauso denkt,
MR. LAWRENCE: "Viele haben erwartet, Herr Präsident, daß sich die
Berlin-Krise unmittelbar nach den amerikanischen Wahlen wieder
,r
verschärfen" würde. Dies scheint zumindest, auch wenn dies dann nicht
ganz zutraf, der Zeitplan gewesen zu sein. Glauben Sie nun, daß die
Vorgänge auf Kuba die sowjetische und die ostdeutsche Regierung in
bezug auf Berlin zu größerer Vorsicht veranlaßt haben?
DER PRÄSIDENT: Nun, ich glaube, weder Ministerpräsident Chruschtschow
noch sonst jemand möchte das öfter durchmachen, was wir in Kuba durchgemacht haben. Und ich glaube, sie sind sich darüber im klaren, daß
West-Berlin für uns von lebenswichtigem Interesse ist, daß wir uns
dort gebunden haben und daß wir dort bleiben werden. Auf der anderen
Seite hat er ein sehr lebenswichtiges Interesse in Ostdeutschland; er
versucht dieses Regime zu stützen und seine eigene Stellung in Osteuropa zu festigen. Berlin ist eine sehr gefährliche Position, besonders auf Grund seiner geographischen Lage, denn wir müssen die" Verbindungen zu einem Gebiet aufrechterhalten, das 120 Meilen hinter
ihren Linien liegt. So besteht für sie immer die Möglichkeit, uns
dort die Luft abzuschnüren. Aber ich möchte glauben, daß Chruschtschow
mit einiger Vorsicht vorgehen wird, weil er meines Erachtens weiß, daß
es dort nicht nur um ein lebenswichtiges Interesse geht, sondern daß
dort auch die Möglichkeit eines direkten Aufeinanderprallens besteht.
So zeigt meiner Ansicht nach die Rede Chruschtschows, wie ich bereits
sagte, daß er dies weiß. Und im Gegensatz zu denjenigen im kommunistischen Lager, im besonderen den Chinesen, die Chruschtschow wegen
seiner Nachgiebigkeit angreifen, glaube ich, daß Chruschtschow erkannt
hat, daß er jetzt mit Vorsicht vorgehen muß, so wie wir.
MR. HERMAN:
-

20

-

�MR. HERMAN: Würden Sie erläutern, Herr Präsident, warum Sie in Ihrem
Trinkspruch auf Bundeskanzler Adenauer gesagt nahen, daß dies ein
Wendepunkt, eine neue Ära in der Geschichte sei?
DER PRÄSIDENT: Nach meiner Ansicht ist dies eine der Entscheidung
zustrebende Zeit. Wir haben verschiedene derartige Perioden gehabt.
Aber es ist nicht dies allein. In Kuba war es das erstemal, daß sich
die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten direkt gegenüberstanden
und daß die Aussicht bestand, die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion könnten Truppen einsetzen, was sich dann leicht zu einem Atomkrieg hätte ausweiten können. Dies ist eine wichtige Tatsache. Zweitens ist da der chinesisch-indische Konflikt, zwischen diesen beiden
riesigen Ländern, den beiden größten Ländern der Welt. Wenn die
Sowjetunion so -viele Jahre auf den Aufbau ihrer Politik der Freundschaft gegenüber Indien verwandt hat, so ist es jetzt eine Tatsache,
daß China die Inder angegriffen hat. Und drittens sind da die Be- Ziehungen zwischen der Sowjetunion und China als Folge des chinesischindischen Konflikts und als Folge des Disputs zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion über Kuba. Ich möchte sagen, daß alles
das diese Zeit zu einer sehr wichtigen Epoche macht.
MR. VANOCUR: Wie können Sie als der Führer der westlichen Allianz,
des stärksten Mitgliedlandes, die europäischen Länder, die immer
unabhängiger, immer wohlhabender werden - was genau dem entspricht,
was Sie, wie Sie sagten, erhofften -, wie können Sie diese Länder
dazu bringen, Ihrer Führung zu folgen? Offensichtlich sind doch Verteidigungsminister McNamara und Außenminister Rusk nicht mit einem
alles in allem zufriedenstellenden Bericht von der NATO-Tagung zurückgekommen. Die Europäer scheinen nicht gewillt zu sein, die konventionellen Streitkräfte auszubauen. Haben Sie große Machtbefugnisse,
zu bestimmen?
DER PRÄSIDENT: Nein, zunächst einmal kann man das seine tun. Wir tun
unseren Teil. Wir haben unsere Truppen in Westeuropa stehen. Es sind
die am besten ausgerüsteten. Wir haben dort sechs Divisionen, ein
Viertel aller Divisionen an der westlichen Front. Sie sind sehr gut
ausgerüstet. Sie können morgen bereits zum Einsatz kommen, was bei
den meisten anderen Verbänden nicht der Fall ist. So leisten wir
dort unseren Beitrag. Wir stellen ferner die größte Kriegsflotte der
Welt. Wir stellen außerdem die Atomstreitkräfte für die (freie) Welt,
und wir führen ferner ein umfassendes Weltraumprogramm für die freie
Welt durch. Ebenso tragen wir in Südvietnam die gesamte Last. So tun
die Vereinigten Staaten mehr als nur ihren Teil. Wir hoffen, daß
Westeuropa größere eigene Anstrengungen machen wird - sowohl hinsichtlich der Aufstellung konventioneller Streitkräfte als auch bei der
Hilfe an die Entwicklungsländer.
Nun können wir sie natürlich nicht zwingen, dies zu tun. Wir
können nicht sagen, "gut, wenn Sie das nicht tun wollen, dann werden
wir unsere Truppen zurückziehen und Europa schutzlos lassen". Aber

_ 21

�Aber ich glaube, daß die Vereinigten Staaten sehr viel getan und ihre
Lasten getragen haben, und wir hoffen, daß Westeuropa, da es jetzt
aufblüht, auch seinen Teil beitragen wird. Wir haben in vier Jahren,
von 1948 bis 1952, zwölf Milliarden Dollar nach Westeuropa hineingepumpt. Der Betrag an Hilfe, die wir Lateinamerika im Rahmen der
"Allianz für den Fortschritt" gewährt haben, ist nur ein Bruchteil
dessen.
So haben wir, scheint mir, ein Recht, da wir in bezug auf Europa
gezeigt und bewiesen haben, daß wir keine Paradesoldaten sind. Es gibt
wohl kaum ein Land in Europa - unter den Ländern, von denen wir
sprechen -, das so viele Männer und einen so großen Prozentsatz seiner
Bevölkerung und seines Bruttosozialprodukts für die Verteidigung einsetzt wir wir.
MR. VANOCUR: Glauben Sie, Herr Präsident, daß Sie einmal den Punkt
erreichen werden, an dem Sie sagen müßten: ''Macht, was ihr wollt,
ich kann nicht vor das amerikanische Volk treten und' von ihm verlangen,
diese Last auf sich zu nehmen..." Nehmen wir als Beispiel einmal die
Skybolt-Rakete.
DER PRÄSIDENT: Gut, nehmen wir einmal die Skybolt. Die Vereinigten
Staaten haben die Skybolt-Rakete entwickelt. Wir haben 350 Millionen
Dollar in die Skybolt-Rakete investiert. Kein anderes Land hat etwas
für die tatsächliche Produktion der Skybolt-Rakete ausgegeben. Wenn
wir sie fertig entwickelt gehabt hätten, würden die Engländer uns
hundert Raketen abgekauft, wir vielleicht tausend gekauft haben.
Das hätte uns 2,5 Milliarden Dollar gekostet. Wir bestreiten heute
30 Prozent der Infrastruktur-Kosten der NATO, der Versorgungslinien
zu den Depots in Europa. Dies kostet uns etwa 3 Milliarden Dollar
in unserer Zahlungsbilanz. Da ist die Hilfe, die wir überall in der
Welt gewähren - Sie wissen, die amerikanischen Bürger sind sehr kritisch, und die amerikanische Presse druckt eine Menge negativer Berichte
denn negative Berichte geben Schlagzeilen, positive Berichte dagegen
nicht, so daß sie stets den Eindruck erhalten, die Vereinigten Staaten
täten nicht ihren Teil. Wenn ich an das denke, was wir 15 Jahre lang seit 1945 - getan haben, an die Länder, die wir unterstützt haben, die
Bündnisse, deren Kern und Mittelpunkt wir sind, die Bereitwilligkeit
der Vereinigten Staaten, überall in der Welt Lasten auf sich zu nehmen,
so halte ich das schon für eine phantastische Sache. Eine Million Amerikaner tun heute außerhalb des Gebietes der Vereinigten Staaten Dienst.
Es gibt kein anderes Land in der Geschichte, das ähnliche Last auf sich
nahm. Andere Länder hatten auch Truppen außerhalb ihres Landes stehen,
aber nur zu Eroberungszwecken. Wir haben zwei Divisionen in Südkorea',
nicht um Südkorea zu kontrollieren, sondern um es zu verteidigen. Eine
große Zahl, von Amerikanern befindet sich in Südvietnam. Nun gut, kein
anderes Land der Erde hat dies seit Beginn der Welt getan; Griechenland,
Rom, Napoleon und alle anderen waren stets auf Eroberung aus. Wir haben
eine Million Amerikaner im Ausland, und sie suchen diese Länder zu verteidigen. Nun, was wir hier sagen wollen, ist, daß das reiche Westeuropa seinen Teil beitragen muß, und ich hoffe, daß es das tun wird.
MR. HERMAN:

^2 _

�MR. HERMAN: Nichts von dem, was ein Präsident jemals sagt, bleibt
ohne Wirkung. Glauben Sie nicht, daß die von Ihnen soeben gemachten
Ausführungen auf Sie zurückkommen werden, wenn der Kongreß das neue
Bewilligungsgesetz erörtert, und Sie dann Ihre eigenen Zitate wieder
hören werden?
DER PRÄSIDENT: Nein, ich glaube, daß die Amerikaner wissen sollten,
was sie tun, und ich glaube, daß Westeuropas Erfolg letztlich der
größte Erfolg der amerikanischen Außenpolitik seit dem zweiten Weltkrieg, seit dem Wiederaufbau Europas ist. Es ist genau das, was wir
wollten. Ganz zwangsläufig werden die Europäer Meinungsverschiedenheiten mit uns haben. Aber alles, was wir von Westeuropa fordern,
ist, sich nicht abzuschließen, nicht nur eine reiche, sorgfältige
abgeschirmte Gruppe von Ländern zu werden, sondern vielmehr seine
Rolle in dieser großen, weltweiten Auseinandersetzung zu übernehmen,
so wie wir dies getan haben...
MR. HERMAN: Aber können sie ihre Rolle ohne die Entwicklung eigener
nuklearer Waffen und einer eigenen nuklearen Abschreckung spielen, und
würde eine weitere Verbreitung der Atomwaffen nicht unserer Politik
zuwiderlaufen?
DER PRÄSIDENT: Nun, wir wollen nicht sechs oder sieben Atommächte
in Europa, die ihre Mittel für Kernwaffen ausgeben, zumal die Vereinigten Staaten dieses riesige Waffenarsenal haben. Aber wenn diese
Länder das wünschen, so halten wir sie nicht davon ab. Wenn die Franzosen beschließen, selbst eine Atommacht zu werden, dann ist dies
ihre Entscheidung. Die Frage ist, ob die Vereinigten Staaten sich
daran beteiligen und mithelfen sollen, Frankreich zu einer Atommacht
zu machen, und dann Italien, Westdeutschland, Belgien. Wie kann es
die Sicherheit stärken, wenn wir zehn, zwanzig, dreißig Atommächte
haben, die ihre Atomwaffen unter verschiedenen Bedingungen abfeuern
können? Das liegt nicht in unserem Interesse und ist meines Erachtens auch nicht im Interesse des Friedens oder im Interesse Westeuropas. Und es ist äußerst kostspielig. Warum etwas duplizieren,
was wir bereits getan haben und heute noch in 'Westeuropa tun, solange
unsere Garantien gut sind?
MR. VANOCUR: Herr Präsident, ehe Sie gewählt wurden, beliebte Ihr Herr
Vater den Reportern die kleine Geschichte zu erzählen, daß er Sie einmal gefragt habe, warum Sie diesen Job denn wollten, und er Ihnen erläutertchabe, warum Sie ihn sich nicht wünschen sollten, und Sie gaben
ihm offensichtlich eine Antwort... ich weiß nicht, ob sie ihn befriedigt hat, Sie anscheinend aber doch. Würden Sie ihm heute, nach zwei
Jahren Amtszeit noch dieselbe Antwort geben?
DER PRÄSIDENT: Ach, Sie meinen, daß irgend jemand es tun würde?
MR. VANOCUR: Yes, Sir.
DER PRÄSIDENT:

-

2,3

-

�DER PRÄSIDENT: Ja. Ich bin der Meinung, daß die Präsidentschaft in
vieler Hinsicht befriedigend sein kann, zumal, wie ich sage, äie
uns alle angeht, als Bürger und als Eltern und so weiter, samt all
den Problemen, über die wir heute abend hier gesprochen haben. Lauter
Probleme, über die ich mir, wenn ich nicht Präsident wäre, als
Vater oder als Bürger Gedanken machen würde. So hat man zumindest
eine Möglichkeit, etwas dagegen zu tun. Und wenn das, was man tut,
nützlich und erfolgreich ist, dann bringt es natürlich eine große
Befriedigung mit sich. Wenn das Resultat der Entscheidung aber ein
Fehlschlag ist oder wenn man erfolglos bleibt, dann ist das freilich
ein großer Rückschlag. Ich muß aber nach zwei Jahren in diesem Amt
und mit den Erfahrungen als Präsident- keine Erfahrungen, auf die man
sich auch nur einigermaßen angemessen vorbereiten könnte - ich muß
sagen, daß ich ziemlich zuversichtlich bin, was die Vereinigten
Staaten anbelangt. Eben weil dieses Land selbstkritisch ist und
von aller Welt kritisiert wird, mit 180 Millionen Einwohnern seit
17 Jahren - eigentlich sind es mehr als das - seit fast 20 Jahren,
weil es dasjenige ist, das zuerst die Welt vor den Gefahren des Nazismus
bewahrt und seither gegen die kommunistische Gefahr verteidigt hat, und
wenn wir nicht gewesen wären... wir sind in einer starken Position,
Ich möchte meinen, daß es ein gutes Resultat für unser Land ist, das
nur sechs Prozent der Weltbevölkerung stellt und das diese Belastungen
nur sehr widerstrebend auf sich nimmt. Ich meine, wir sollten an diesen Weihnachten mit uns selbst ganz zufrieden sein.

* * * * *

- 24

-

�A M E R I K A

KENNEDY ERLÄUTERT STANDPUNKT DER USA ZU
WELTPOLITISCHEN FRAGEN

- Auszüge aus dem Fernsehinterview vom 17. Dezember 1962 -

\

�Allgemeines - XVI/1

KENNEDY ERLÄUTERT STANDPUNKT DER USA ZU
WELTPOLITISCHEN FRAGEN

WASHINGTON - (AD) - In einem einstündigen Fernsehinterview
mit den drei großen amerikanischen Rundfunk- und Fernsehgesellschaften ABC, CBS und NBC hat Präsident Kennedy am 17« Dezember
1962 den Standpunkt der USA zu den wichtigsten weltpolitischen
Fragen dargelegt.
Der Präsident benutzte diese Gelegenheit, um einen Rückblick
auf die zwei Jahre seiner Amtszeit zu geben und gleichzeitig auf
die großen Aufgaben hinzuweisen, denen sich die freie Welt in den
kommenden Jahren gegenübersehen wird. Neben innenpolitischen Fragen, denen ein großer Teil des Interviews gewidmet war,ging Kennedy
vor allem auf das amerikanisch-sowjetische Verhältnis, die BerlinFrage, das Kuba-Problem sowie die Verteidigung Europas und der
fre ien Welt ein.
Der amerikanische Präsident wies eingangs des Interviews darauf
hin, daß die Probleme, mit denen er sich im Laufe seiner bisherigen
Amtszeit auseinandersetzen mußte, schwieriger und die den USA auferlegte Verantwortung größer gewesen seien, als er sich dies ursprünglich vorgestellt habe. In vielen weltpolitischen Fragen wie
beispielsweise der Kongo-Frage, ader in dem Streitfall zwischen
Pakistan und Indien sei die Fähigkeit der Vereinigten Staaten, diese
Probleme zu lösen, begrenzt. Dennoch dürfe man nicht ungeduldig oder
gleichgültig werden, betonte der Präsident, wobei er sich gegen die
Ansicht wandte, daß die USA die Bürde, die sie nunmehr seit 17 Jahre
tragen, niederlegen sollten. "Wir können diese Bürde nicht niederlegen", so erklärte er wörtlich, "und ich sehe auch keine Möglichkeit, dies in diesem Jahrhundert zu tun." Kennedy unterstrich dabei
die große Verantwortung, die der Präsident der USA zu tragen habe.
Werde eine falsche Entscheidung getroffen, und dies sei auch bei
ihm der Fall gewesen, dann laste die Bürde der Verantwortung auf
dem Präsidenten allein.
Berlin und Europa
Die Ausführungen Kennedys zu Berlin und zur Verteidigung Europas haben folgenden Wortlaut:
Frage:

�"AMERIKA DIENST
Frage: "Viele haben erwartet, Herr Präsident, daß sich die
Berlin-Krise unmittelbar nach den amerikanischen Wahlen wieder
•verschärfen' würde. Dies scheint zumindest, auch wenn dies dann
nicht ganz zutraf, der Zeitplan gewesen zu sein. Glauben Sie nun,
daß die Vorgänge auf Kuba die sowjetische und die ostdeutsche Regierung in bezug auf Berlin zu größerer Vorsicht veranlaßt haben?
Antwort: Nun, ich glaube, weder Ministerpräsident Chruschtschow
noch sonst jemand möchte das öfter durchmachen, was wir in Kuba
durchgemacht haben. Und ich glaube, sie sind sich darüber im klaren,
daß West-Berlin für uns von lebenswichtigem Interesse ist, daß wir
uns dort gebunden haben und daß wir dort bleiben werden. Auf der anderen Seite hat er ein sehr lebenswichtiges Interesse in Ostdeutschland; er versucht dieses Regime zu stützen und seine eigene Stellung
in Osteuropa zu festigen. Berlin ist eine sehr gefährliche Position,
besonders auf Grund seiner geographischen Lage, denn wir müssen die
Verbindungen zu einem Gebiet aufrechterhalten, das 120 Meilen hinter
ihren Linien liegt. So besteht für sie immer die Möglichkeit, uns
dort die Luft abzuschnüren. Aber ich möchte glauben, daß Chruschtschow
mit einiger Vorsicht vorgehen wird, weil er meines Erachtens weiß,
daß es dort nicht nur um ein lebenswichtiges Interesse geht, sondern
daß dort auch die Möglichkeit eines direkten Aufeinanderprallens besteht. So zeigt meiner Ansicht nach die Rede Chruschtschows, wie ich
bereits sagte, daß er dies weiß. Und im Gegensatz zu denjenigen im
kommunistischen Lager, im besonderen den Chinesen, die Chruschtschow
wegen seiner Nachgiebigkeit angreifen, glaube ich, daß Chruschtschow
erkannt hat, daß er jetzt mit Vorsicht vorgehen muß, so wie wir.
Frage; Würden Sie erläutern, Herr Präsident, warum Sie in Ihrem
Trinkspruch auf Bundeskanzler Adenauer gesagt haben, daß dies ein
Wendepunkt, eine neue Ära in der Geschichte sei?
Antwort: Nach meiner Ansicht ist dies eine der Entscheidung
zustrebende Zeit. Wir haben verschiedene derartige Perioden gehabt.
Aber es ist nicht dies allein. In Kuba war es das erstemal,. d)aß sich
die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten direkt gegenüberstanden
und daß die Aussicht bestand, die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion könnten Truppen einsetzen, was sich dann leicht zu einem Atomkrieg hätte ausweiten können. Dies ist eine wichtige Tatsache. Zweitens ist da der chinesisch-indische Konflikt, zwischen diesen beiden
riesigen Ländern, den beiden größten Ländern der Welt. Wenn die
Sowjetunion so viele Jahre auf den Aufbau ihrer Politik der Freundschaft gegenüber Indien verwandt hat, so ist es jetzt eine Tatsache,
daß China die Inder angegriffen hat. Und drittens sind da die Beziehungen zwischen der Sowjetunion und China als Folge des chinesischindischen Konflikts und als Folge des Disputs zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion über Kuba. Ich möchte sagen, daß
alles das diese Zeit zu einer sehr wichtigen Epoche macht.
Frage; Wie können Sie als der Führer der westlichen Allianz,
des stärksten Mitgliedlandes, die europäischen Länder, die immer
unabhängiger, immer wohlhabender werden, - was genau dem entspricht,
was Sie, wie Sie sagten, erhofften -, wie können Sie diese Länder

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2

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�"AMERIKA PIEKST
Länder dazu bringen, Ihrer Führung zu folgen? Offensichtlich sind
doch Verteidigungsminister McNamara und Außenminister Rusk nicht
mit einem alles in allem zufriedenstellenden Bericht von der NATOTagung zurückgekommen. Die Europäer scheinen nicht gewillt zu sein,
die konventionellen Streitkräfte auszubauen. Haben Sie große Machtbefugnisse, zu bestimmen?
Antwort; Nein, zunächst einmal kann man das seine tun. Wir tun
unseren Teil. Wir haben unsere Truppen in Westeuropa stehen. Es sind
die am besten ausgerüsteten. Wir haben dort sechs Divisionen, ein
Viertel aller Divisionen an der westlichen Front. Sie sind sehr gut
ausgerüstet. Sie können morgen bereits zum Einsatz kommen, was bei
den meisten anderen Verbänden nicht der Fall ist. So leisten wir dort
unseren Beitrag. Wir stellen ferner die größte Kriegsflotte der Welt.
Wir stellen außerdem die Atomstreitkräfte für die (freie) Welt, und
wir führen ferner ein umfassendes Weltraumprogramm für die freie
Welt durch. Ebenso tragen wir in Südvietnam die gesamte Last. So
tun die Vereinigten Staaten mehr als nur ihren Teil. Wir hoffen, daß
Westeuropa größere eigene Anstrengungen machen wird - sowohl hinsichtlich der Aufstellung konventioneller Streitkräfte als auch bei der
Hilfe an die Entwicklungsländer.
Nun können wir sie natürlich nicht zwingen, dies zu tun .Wir
können nicht sagen, 'gut, wenn Sie das nicht tun wollen, dann werden
wir unsere Truppen zurückziehen und Europa schutzlos lassen'. Aber
ich glaube, daß die Vereinigten Staaten sehr viel getan und ihre
Lasten getragen haben, und wir hoffen, daß Westeuropa, da es jetzt
aufblüht, auch seinen Teil beitragen wird. Wir haben in vier Jahren,
von 1948 bis 1952, zwölf Milliarden Dollar nach Westeuropa hineingepumpt. Der Betrag an Hilfe, die wir Lateinamerika im Rahmen der
"Allianz für den Fortschritt*1 gewährt haben, ist nur ein Bruchteil
dessen.
So haben wir, scheint mir, ein Recht, da wir in bezug auf Europa
gezeigt und bewiesen haben, daß wir keine Paradesoldaten sind. Es
gibt wohl kaum ein Land in Europa - unter den Ländern, von denen wir
sprechen -, das so viele Männer und einen so großen Prozentsatz seiner
Bevölkerung und seines Bruttosozialprodukts für die Verteidigung einsetzt wie wir.
Frage; Glauben Sie, Herr Präsident, daß Sie einmal den Punkt
erreichen werden, an dem Sie sagen müßten: 'Macht, was ihr wollt,
ich kann nicht vor das amerikanische Volk treten und von ihm verlangen, diese Last auf sich zu nehmen...' Nehmen wir als Beispiel
einmal die Skybolt-Rakete.
Antwort: Gut, nehmen wir einmal die Skybolt. Die Vereinigten
Staaten haben die Skybolt-Rakete entwickelt. Wir haben 550 Millionen
Dollar in die Skybolt-Rakete investiert. Kein anderes Land hat etwas
für die tatsächliche Produktion der Skybolt-Rakete ausgegeben. Wenn
wir sie fertig entwickelt gehabt hätten, würden die Engländer uns

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3 -

�AMERIKA DIENST"
uns hundert Raketen abgekauft , wir vielleicht tausend gekauft haben.
Das hätte uns 2,5 Milliarden Dollar gekostet. Wir bestreiten heute
30 Prozent der Infrastruktur-Kosten der NATO, der Versorgungslinien
zu den Depots in Europa. Dies kostet uns etwa 3 Milliarden Dollar
in unserer Zahlungsbilanz. Da ist die Hilfe, die wir überall in der
Welt gewähren - Sie wissen, die amerikanischen Bürger sind sehr
kritisch, und die amerikanische Presse druckt eine Menge negativer
Berichte, denn negative Berichte geben Schlagzeilen, positive Berichte
dagegen nicht, so daß sie stets den Eindruck erhalten, die Vereinigten Staaten täten nicht ihren Teil. Wenn ich an das denke, was
wir 15 Jahre lang - seit 1945 - getan haben, an die Länder, die wir
unterstützt haben, die Bündnisse, deren Kern und Mittelpunkt wir
sind, die Bereitwilligkeit der Vereinigten Staaten,überall in der
Welt Lasten auf sich zu nehmen, so halte ich das schon für eine
phantastische Sache. Eine Million Amerikaner tun heute außerhalb
des Gebietes der Vereinigten Staaten Dienst. Es gibt kein anderes
Land in der Geschichte, das ähnliche Last auf sich nahm. Andere Länder hatten auch Truppen außerhalb ihres Landes stehen, aber nur zu
Eroberungszwecken. Wir haben zwei Divisionen in Südkorea, nicht um
Südkorea zu kontrollieren, sondern um es zu verteidigen. Eine große
Zahl von Amerikanern befindet sich in Südvietnam. Nun gut, kein anderes Land der Erde hat dies seit Beginn der Welt getan; Griechenland,
Rom, Napoleon und alle anderen waren stets auf Eroberung aus. Wir
haben eine Million Arnerikaner im Ausland, und sie suchen diese Länder
zu verteidigen. Nun, was wir hier sagen wollen, ist, daß das reiche
Westeuropa seinen Teil beitragen muß, und ich hoffe, daß es das tun
wird.
Frage; Nichts von dem, was ein Präsident jemals sagt, bleibt
ohne Wirkung. Glauben Sie nicht, daß die von Ihnen soeben gemachten
Ausführungen auf Sie zurückkommen we'rden, wenn der Kongreß das neue
Bewilligungsgesetz erörtert, und Sie dann Ihre eigenen Zitate wieder
hören werden?
Antwort; Nein,ich glaube, daß die Amerikaner wissen sollten,
was sie tun, und ich glaube, daß Westeuropas Erfolg letztlich der
größte Erfolg der amerikanischen Außenpolitik seit dem zweiten Weltkrieg, seit dem Wiederaufbau Europas ist. Es ist genau das, was wir
wollten. Ganz zwangsläufig werden die Europäer Meinungsverschiedenheiten mit uns haben. Aber alles, was wir von Westeuropa fordern,
ist, sich nicht abzuschließen, nicht nur eine reiche, sorgfältige
abgeschirmte Gruppe von Ländern zu werden, sondern vielmehr seine
Rolle in dieser großen, weltweiten Auseinandersetzung zu übernehmen,
so wie wir dies getan haben...
Frage; Aber können sie ihre Rolle ohne die Entwicklung eigener nuklearer Waffen und einer eigenen nuklearen Abschreckung spielen, und würde eine weitere Verbreitung der Atomwaffen nicht unserer
Politik zuwiderlaufen?
Antwort:

�"AMERIKA DIENST"
Antwort; Nun, wir wollen .nicht sechs oder sieben Atommächte in
Europa, die ihre Mittel für Kernwaffen ausgeben, zumal die Vereinigten Staaten dieses riesige Waffenarsenal haben. Aber wenn diese
Länder das wünschen, so halten wir sie nicht davon ab. Wenn die
Franzosen beschließen, selbst eine Atommacht zu werden, dann ist
dies ihre Entscheidung. Die Frage ist, ob die Vereinigten Staaten
sich daran beteiligen und mithelfen sollen, Frankreich zu einer
Atommacht zu machen, und dann Italien, Y/estdeutschland, Belgien.
Wie kann es die Sicherheit stärken, wenn wir zehn, zwanzig, dreißig
Atommächte haben, die ihre Atomwaffen unter verschiedenen Bedingungen
abfeuern können? Das liegt nicht in unserem Interesse und ist meines
Erachtens auch nicht im Interesse des Friedens oder im Interesse
Westeuropas. Und es ist äußerst kostspielig. Warum etwas duplizieren,
was wir bereits getan haben und heute noch in Westeuropa tun, solange
unsere Garantien gut sind?
Das amerikanisch-sowjetische Verhältnis und Kuba
Frage; Herr Präsident, haben Sie, seit Sie Ihr Amt übernommen
haben, feststellen können, daß diese furchtbare Verantwortung für
das Schicksal der Menschheit Sie und Ministerpräsident Chruschtschow trotz aller Differenzen, die Sie trennen - i::i. Bewußtsein dieser
gemeinsamen Verantwortung»einander nähergebracht hat? Er schien
dies anzudeuten, vor allem in seiner Rede vor dem Obersten Sowjet.
Antwort; Ich glaube, in dieser Rede hat Chruschtschow gezeigt,
daß er sich über das Atomzeitalter im klaren ist. Aber das kubanische
Unternehmen hat es für uns natürlich noch schwieriger gemacht, irgendwelche erfolgreichen Verhandlungen zu führen, weil hier versucht worden ist, doch ganz wesentlich das Gleichgewicht der Kräfte zu ändern.
Dies geschah in aller Heimlichkeit. Es wurde alles, was nur möglich
war, unternommen, um uns zu täuschen; und die Sowjets planten, im
November vor aller Welt die Tatsache mitzuteilen, daß diese Raketen
in solch unmittelbarer Nähe der Vereinigten Staaten stationiert
worden seien. Es bestand nicht etwa die Absicht, sie abzufeuern, weil
die Sowjets, sollten sie in eine nukleare Auseinandersetzung geraten, auf ihre eigenen Raketen in der Sowjetunion zurückgreifen können.
Aber politisch hätte dies das Gleichgewicht der Kräfte geändert... So
dürfte es also noch einige Zeit dauern, bevor es für uns möglich ist,
zu einem wirklichen Einvernehmen mit Herrn Chruschtschow zu gelangen.
Aber ich bin doch der Meinung, daß seine Rede deutlich werden läßt,
daß er erkannt hat, in welcher gefährlichen Welt wir leben. Das
wirkliche Problem liegt in dem Wunsch der Sowjets, ihre Macht und
ihren Einfluß zu erweitern. Würde sich Herr Chruschtschow mit den
wahren Interessen der Bevölkerung der Sowjetunion befassen - höherem
Lebensstandard und Gewährleistung der eigenen Sicherheit -, dann gäbe
es keinen realen Grund, warum die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion - getrennt durch so viele tausend Meilen Land und Wasser, beide
reiche Länder, beide mit einer sehr tatkräftigen Bevölkerung - nicht
miteinander in Frieden leben sollten. Immer wieder aber wird diese
Entschlossenheit sichtbar, die die Chinesen in der militantesten Form
zeigen und die die Sowjets ebenfalls gezeigt haben, nämlich»sich nicht
mit einer friedlichen Welt dieser Art abzufinden, sondern auf einer
kommunistischen Welt zu bestehen. Daraus erwächst die wirkliche Gefahr:
ein Konflikt dieser beiden Systeme auf weltweiter Ebene im Atomzeitalter ist, was die sechziger Jahre so gefährlich macht.'
Frage:

�"AMERIKA DIKITST
Frage: Botschafter Kennan, der ein guter Kenner der Sowjetunion
ist, schrieb in einem seiner letzten Bücher, daß wir es hier mit
einem konditionierten Denken, das die Möglichkeit des Mißverständnisses ausschließt, zu tun haben, daß das einzige, was die Sowjets
wirklich verstehen, dieses ist: daß man sie vor Tatsachen stellt
und ihnen sagt, 'das ist es, was wir tun werden'. Das verstehen sie.
Sind Sie der Ansicht, daß es irgendeinen Weg gibt, an Herrn Chruschtschow
heranzukommen, um ihm wirklich begreiflich zu machen, daß es Ihnen
ernst ist und daß Sie entschlossen sind zu tun, was Sie sagen, Sir,
oder ist dies gänzlich...?
Antwort: Nun, es ist schwer. Zurückschauend auf Kuba möchte ich
annehmen, daß die Tatsache des mangelnden Kontaktes zwischen den
beiden Regierungen zu denken gibt. Ich meine, daß wir nicht erwartet
haben&gt;er werde Raketen auf Kuba stationieren, weil es für ihn eine so
unkluge Handlungsweise zu sein schien, dies zu tun, wie sich später
auch herausgestellt hat. Er muß offenbar gedacht haben, er könnte es
insgeheim machen, und die Vereinigten Staaten würden sich damit abfinden, Nun, er hat unsere Absichten nicht richtig beurteilt.
Und wenn Sie die Geschichte unseres Jahrhunderts überblicken, so
entstand der erste Weltkrieg aus einer Reihe von Fehlurteilen über die
Absichten anderer - gewiß auch der zweite Weltkrieg, wo Hitler dachte,
daß er Polen an sich reißen könnte, daß die Briten nicht in den Kampf
eingreifen und nach der Niederlage Polens den Kampf nicht fortsetzen
würden; Korea, wo die Nordkoreaner offensichtlich nicht mit uns gerechnet hatten und wir nicht mit der Einmischung der Chinesen; und wenn Sie
alle diese Fehlschlüsse bedenken, die zum Kriege trieben, und dann
die Kluft in Betracht ziehen, die zwischen den Überzeugungen der Vereinigten Staaten und denen der Sowjetunion klafft - wir glauben an eine
Welt unabhängiger Regierungen und Staaten, sie an eine monolithische,
kommunistische Welt - und in diesen Kampf noch die nukleare Gleichung
einbeziehen, so ist es das, was unsere Zeit, wie ich bereits zuvor sagte,
so gefahrenvoll macht. Wir müssen unseren Weg mit Festigkeit weiterverfolgen ,an Hand der besten Informationen, die wir erhalten können,
und mit Umsicht. Ein Fehler kann alles vernichten - ein grober Fehler
von Herrn Chruschtschow oder von uns hier. Und darum ist es viel leichter, Reden zu halten über einige der Dinge, die wir tun sollten; ich
meine aber, daß jeder, der sich die Liste der verhängnisvollen Möglichkeiten von Atomwaffen vor Augen hält, der sich bewußt ist, daß
die Kommunisten ein vollständig verzerrtes Bild von den Vereinigten
Staaten haben und daß wir sie nicht verstehen, weiß: das ist es, was
das Leben in den sechziger Jahren so gefahrenvoll macht."
Das Interview leitete dann zu dem Kuba-Problem und dem Gespräch
über, das kurz vor Ausbruch der Kuba-Krise zwischen Präsident Kennedy
und dem sowjetischen Außenminister Gromyko stattgefunden hatte.
Der sowjetische Außenminister hatte dabei erklärt, daß sich weder
Raketen noch andere Offensivwaffen auf Kuba befänden.
Präsident Kennedy sagte in diesem Zusammenhang folgendes:
"Ich las ihm meine Erklärung vom September vor, in der wir betont

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6

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�"AMERIKA DIENST"
betont hatten, daß wir Maßnahmen ergreifen würden, falls Raketen nach
Kuba geschafft würden. Er erwiderte daraufhin nichts... Herr Chruschtschow und ich befinden uns in demselben Boot, insofern als wir beide
über diese nukleare Kapazität verfügen und ebenso beide unsere Gesellschaften verteidigen wollen. Wobei wir uns allerdings nicht auf der
gleichen Linie befinden, ist,daß die Sowjets ihre Macht ausdehnen und
auf Kuba ihre Entschlossenheit und Bereitschaft gezeigt haben, große
Risiken einzugehen, die eigentlich nur zu einem direkten Zusammenstoß
führen können. Ich habe in Wien einen ganzen Tag damit zugebracht,
über seine Rede zu sprechen, die er am 6. Januar 1961 gehalten und in
der er ausgeführt hatte, daß er Befreiungskriege unterstütze. Ich
erklärte, daß dies der Weg sei, der schließlich zu einer direkten
Konfrontation der USA und der Sowjetunion führen würde; und genau das
war auf Kuba der Fall. Sie können nicht zu viele solcher Situationen
erwarten, weil man nicht in jedem Falle sicher sein kann, daß die
Sowjetunion sich zurückzieht, wie sie dies im Fall Kubas tat. Und
für die Vereinigten Staaten ist es schwer, sich zurückzuziehen, wenn
lebenswichtige Interessen auf dem Spiel stehen.
Frage; Herr Präsident, waren Sie, während Gromyko hier saß
und einfach erklärte, daß es (auf Kuba) keine Offensivwaffen gäbe,
zu irgendeinem Zeitpunkt versucht aufzustehen, an Ihren Schreibtisch
zu gehen und eine Luftaufnahme hervorzuholen - ?
Antwort: Nein. Denn unsere Informationen waren noch unvollständig,
und wir hatten auch noch nicht endgültig darüber entschieden, welchen
Kurs wir einschlagen würden. Wir erhielten die .Information am Dienstag,
unser Gespräch fand am Donnerstag statt. Wir führten eine intensive
Aufklärung durch, und wir erwogen noch, ob es ratsam sei, einen anderen Aktionskurs einzuschlagen. Und deshalb wäre es sehr unklug von
uns gewesen, ihm im einzelnen darzulegen, was wir wußten. Wir wollten
ihm auch nicht die Genugtuung geben, seine Schritte anzukündigen. Deshalb war es überaus wichtig, daß die Vereinigten Staaten dies bekanntgaben, bevor er es tat.
Frage:

Wir hätten damit die Initiative verlieren können?

Antwort; Genau das. Er hätte dies bekanntgeben können, und dann
hätten wir auf eine Initiative ihrerseits reagieren müssen. Auf diese
Weise behielten wir die Initiative. Daher war es sehr wichtig, Gromyko
nicht ins Bild zu setzen, obwohl ich ihn nicht irreführte, denn wie ich
bereits sagte, verlas ich meine Erklärung vom September, und er muß sich
gefragt haben, warum ich dies tat. Aber er erwiderte nichts darauf.
Frage: Herr Präsident, viele Leute sagen... daß ein amerikanischer
Präsident Chruschtschow schützen müsse, denn Chruschtschow sei der beste
sowjetische Ministerpräsident, den wir jemals haben könnten. Glauben Sie,
daß dies wirklich die Aufgabe eines amerikanischen Präsidenten ist, oder
hat ein amerikanischer Präsident die Pflicht, die nationalen Interessen
zu wahren?
Antwort:

�"AMERIKA DIENST"
Antwort; Nein, ich glaube nicht, daß es unsere Aufgabe ist, Herrn
Chruschtschow zu schützen. Dieses Argument, daß sein Nachfolger
schlimmer sein würde - nun, ich weiß nicht, wie sein Nachfolger sein
wird. Aber ich glaube, daß es unsere Pflicht ist, zu versuchen, unsere
lebenswichtigen Interessen zu schützen, die Sicherheit der freien Welt
zu wahren und Chruschtschow unsere Absichten eindeutig genug wissen
zu lassen, damit er seinen Angelegenheiten in einer Weise nachgehen
kann, die unsere Sicherheit nicht gefährdet und die nicht zum Kriege
führt. Wir möchten
nicht gezwungen werden,umere Sicherheit mit kriegerischen Kitteln
zu erhalten. Aber Chruschtschow muß wissen, daß es für die Vereinigten Staaten lebenswichtige Interessen gibt, für die sie kämpfen werden.
Und wenn er und die Kommunisten und die Sowjetunion jetzt ihre Kraft
darauf verwenden wollen, zu demonstrieren, wie sich ihr System in der
Sowjetunion bewährt, so bin ich der Ansicht, daß seine lebenswichtigen
Interessen leicht mit der ihm zur Verfügung stehenden Macht geschützt
werden können und wir eine lange Zeit des Friedens haben könnten.
Dann könnten wir ein Urteil darüber fällen, welches System bessere
Dienste leistet. Wir glauben, daß das unser System ist. Er hat Argumentiert, seines wäre besser. Demgegenüber, scheint mir, ist es gerade
dieses ständige Streben, das Gleichgewicht der Kräfte auf der Welt
zu ändern, welches das Element der Gefahr heraufbeschwört.
Nun, ich glaube wirklich, wenn Sie die Rede Chruschtschows von
vergangener Woche lesen, so werden Sie feststellen, daß wir - und die
Welt - in einer noch viel schlechteren Lage wären, wenn die Chinesen
die kommunistische Bewegung beherrschen würden, denn die Chinesen glauben an den Krieg als Mittel zur Verwirklichung der kommunistischen Welt.
Chruschtschows Mittel sind Vernichtung, aber er glaubt, daß eine friedliche Koexistenz und diese Befreiungskriege, kleine Kriege unsere Niederlage bringen werden. Die chinesischen Kommunisten glauben, dies durch
ständige Schläge zu erreichen, und daß sie es im Falle eines Krieges,
eines atomaren dritten Weltkrieges mit ihren 750 Millionen Menschen
überstehen werden. So sind für uns ganz offensichtlich die von Chruschv
tschow vertretenen Ansichten besser als die der chinesischen Kommunisten.
Aber leider will uns auch Chruschtschow nicht wohl.
Frage: Gibt es irgendeine Möglichkeit, wie wir auf die wachsende
Spaltung innerhalb des kommunistischen Blocks einwirken können, oder
sollten wir es einfach bei der Welt belassen, die wir jetzt haben,
und sicherstellen, daß sie nicht reif für eine kommunistische Durchdringung wird?
Antwort; Ich meine zu diesem Disput, der sich weiter verstärkt,
daß wir, wie Sie vorschlagen, weiterhin unsere Aufmerksamkeit jenem
großen Teil der Welt widmen sollten, der sich in einer wirklich verzweifelten Lage befindet. In Lateinamerika, Afrika, Asien gibt es Länder, die unsere Hilfe, unsere Unterstützung dringend brauchen. Wenn
wir unsere Aufgabe, die freie Welt zu stärken, erfüllen, dann werden
wir, so scheint es mir, einen Druck, einen Gegendruck gegen den
kommunistischen Vormarsch auslösen, und dann wird der Kommunismus
feststellen, daß die Lage im Innern unter diesem Druck noch viel
schwieriger geworden ist.
Ich

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�AMERIKA DIENST"
Ich glaube, wir neigen dazu, die Welt in eine kommunistische
und eine freie zu unterteilen, sie als zweigeteilt zu betrachten»
Tatsache ist, daß die Welt so geteilt, so von Armut heimgesucht
und in vieler Hinsicht in einer so verzweifelten Lage ist, daß wir
bereits voll damit ausgelastet sind, den Teil der Welt, der nichtkommunistisch ist, ganz Afrika, die jungen unabhängigen und von
Armut heimgesuchten Länder, zu stärken. Da besuchte uns kürzlich
der Ministerpräsident von Somaliland, wo das Jahreseinkommen pro
Kopf der Bevölkerung bei 45 Dollar liegt. Der durchschnittliche
Wochenlohn in der amerikanischen Industrie beträgt etwa 94 Dollar gegenüber 45 Dollar im Jahr! Nun, er hat erschütternde Probleme
zu lösen. Sie können auch Lateinamerika nehmen, zum Beispiel Nordostbrasilien, wo die Leute von 100 Dollar im Jahr leben. So haben
wir in unserem eigenen Raum eine große Aufgabe zu verrichten. Wenn
wir dieses Gebiet stärken können - denn der Kommunismus ist meiner
Meinung nach ein völlig trügerisches System, das den Wünschen des
einfachen Mannes gar nicht entspricht - dann, glaube ich, werden wir
auch erfolgreich sein.
Frage: Als Ministerpräsident Chruschtschow während der
ein Angebot für eine Inspektion auf Kuba machte, hatten Sie
gendeine Hoffnung, daß dies ein Durchbruch sein könnte, ein
um eine Art von Frieden zwischen unseren beiden Systemen zu
so daß wir an unseren eigenen Problemen arbeiten können?

Kuba-Krise
da irBeginn,
erreichen,

Antwort: Nein, ich glaube nicht, daß es das schon ist. Aber es
kann vielleicht mit der Zeit dazu kommen.
Frage; Hatten Sie, als dieses Angebot gemacht wurde, die Hoffnung,
daß es tatsächlich verwirklicht werden könnte?
Antwort: Nein. Aber ich denke doch zumindest, daß Kuba - wie auch
aus der Rede in der vergangenen Woche hervorgeht, die eine wichtige
Rede war - Chruschtschow die Gefahren hat erkennen lassen, die ein
Zusammenstoß zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion
in einem Gebiet von großer Bedeutung mit sich bringt. Das, meine ich,
ist eine sehr heilsame Tatsache. Aber ich glaube nicht, daß wir jetzt
einen Gesamtwechsel in der kommunistischen Politik erleben werden.
Frage; Wäre es Ihrer Ansicht nach ein Durchbruch gewesen, falls
eine internationale Inspektion Kubas gestattet worden wäre - ein
Anfang, ein erster Beginn?
Antwort: Nein, ich glaube nicht, daß dies die Dinge im wesentlichen
berührt hätte, da ich nicht annehme, daß wir jene Art von Inspektion
erreicht hätten, die wirklich notwendig ist, weil ein totalitäres System
die Form der Inspektion, die wirklich wünschenswert ist, nicht akzeptieren kann. Was Sie praktisch sagen, bedeutet, daß Kuba geöffnet wird,
daß die Sowjetunion geöffnet wird. Sie werden es nicht tun, weil ein
totalitäres System nur unter Geheimhaltung existieren kann.
Frage :

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�"AMERIKA DIENST
Frage; Haben die Inspektionen, die anderswo in der Welt stattgefunden haben, beispielsweise in Kordkorea, Ihnen irgendeine
Hoffnung gegeben, daß dies als System funktionieren wird?
Antwort: Nein. Ich glaube, die Kamera wird tatsächlich unser
bester Inspektor sein.
Frage: Herr Präsident, sehen Sie in der Art»wie die Kuba-Krise
beendet oder doch praktisch beendet wurde, in der Art, wie sie zumindest vom Höhepunkt der Fieberkurve herunterkam, sowie in der
Entwicklung anderer weltweiter Probleme irgendwelche Anzeichen,
die Sie zu der Annahme führen könnten, daß eine Gipfelkonferenz zu
irgendeinem Zeitpunkt in der nahen Zukunft nützlich sein würde?
Antwort: Nein, nicht gerade zu diesem Zeitpunkt. Ich glaube, daß
das Treffen in Wien von Nutzen war. Es war nützlich für mich - aber
ich glaube nicht, daß wir bis dahin zurückgehen sollten, es sei denn,
daß wir den Weg wirklich frei sehen, ein Abkommen über die Atomversuche oder die Abrüstung zu erreichen oder in Europa selbst zu einer
gewissen Verständigung zu gelangen. Las ist wirklich unser V/uns eh.
Wie ich schon sagte, leben wir jetzt in einer Zeit, die zu gefährlich ist, als daß wir Spannungen zwischen der Sowjetunion und den
Vereinigten Staaten haben oder solche wünschen sollten. Und daher
sollten wir meines Erachtens alles fördern, was ihre Politik, die uns
abträglichen Dinge zu unterstützen, mildern kann. Aber solange wir
nicht einen gewissen Durchbruch auf irgendeinem Gebiet sehen, halte
ich ein Treffen zwischen Herrn Chruschtschow und mir nicht für sehr
vorteilhaft, auch wenn wir miteinander in Verbindung standen... und
über unsere Beauftragten in New York Verhandlungen führen. Aber ich
glaube nicht, daß für uns eine Notwendigkeit besteht, jetzt zusammenzukommen. Ich glaube, daß Chruschtschow wahrscheinlich genauso denkt."

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* * *

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�A M E R I K A

D I E N S T

KENNEDY UNTERBREITET BOTSCHAFT ÜBER
DIE LAGE DER NATION
(State of the Union Message)

�"AMERIKA DIENST

Allg./XVI - 3

KENNEDY UNTERBREITET BOTSCHAFT ÜBER DIE LAGE DER NATION

Nachstehend übermitteln wir Ihnen den
Wortlaut der Botschaft über die Lage
der Nation (State of the Union Message),
die Präsident John F. Kennedy am 14»
Januar 19^3 auf einer gemeinsamen Sitzung
des US-Kongresses verlesen hat. Er legt
darin sein innen- und außenpolitisches
Regierungsprogramm für das dritte Jahr
seiner Amtszeit dar.

Herr Vizepräsident,
Herr Sprecher des Repräsentantenhauses,
Sehr verehrte Mitglieder des 88. Kongresses:
Ich beglückwünsche Sie alle - nicht nur zu Ihrem Wahlsieg,
sondern auch zu der bevorzugten Rolle, die Sie in der Geschichte
spielen werden. Denn Sie und ich sind privilegiert, der großen
Republik in einer Zeit dienen zu dürfen, die sich leicht als das
entscheidendste Jahrzehnt ihres Bestehens erweisen kann. Die Entscheidungen, die wir treffen, zum Guten oder zum Bösen, mögen das
Wohlergehen der Nation auf Generationen hinaus beeinflussen.
Vor wenig mehr als 100 Wochen habe ich das Amt des Präsidenten übernommen. Als ich den Kongreß und meine Landsleute um ihre
Mithilfe ersuchte, versprach ich keine leichten Lösungen. Ich
versprach und forderte nur Mühe und Hingabe. Diese haben der Kongreß und das Volk in hohem Maße aufgebracht. Und heute kann ich,
nachdem ich in den letzten Monaten Zeuge einer gesteigerten Hochachtung vor unseren nationalen Zielsetzungen und unserer Macht als
Nation war, nachdem ich die mutige Ruhe eines einigen Volkes in
einer gefährlichen Stunde erlebt und eine ständige Verbesserung
der Aufstiegsmöglichkeiten und des Wohlstandes unserer Bür*ger
beobachtet habe, Ihnen berichten, daß die Lage dieser alten, aber
jugendlichen Nation im 175« Jahr ihres Bestehens gut ist.
In der Welt jenseits unserer Grenzen sind ständige Fortschritte
beim Aufbau einer Welt der Ordnung gemacht worden. Die Bevölkerung
von West-Berlin bleibt frei und sicher. In Laos ist eine Lösung, die
zwar immer noch prekär ist, erreicht worden. In Südvietnam wurde
der Aggression die Spitze genommen. Im Kongo dürfte das Ende der
qualvollen Wirren in Sicht sein. Die Troika-Doktrin ist tot. Und
wenn die Gefahr auch noch nicht ganz beseitigt ist, wurde dennoch
eine tödliche Bedrohung von Kuba abgewendet.
Hier

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�"AMERIKA DIENST"
Hier bei uns in den USA liegt die Rezession hinter uns. Heute
sind über eine Million mehr Männer und Frauen beschäftigt, als dies
vor zwei Jahren der Fall war. Die durchschnittliche Arbeitswoche
in den Fabriken beträgt erneut über 40 Stunden. Unsere Industrien
produzieren mehr Güter als jemals zuvor, und über die Hälfte der
Produktionskapazität, die noch vor hundert Wochen still und ungenutzt dalag, läuft wieder auf vollen Touren.
Um es kurz zu sagen, sowohl hier bei uns als auch im Ausland
ist man jetzt vielleicht versucht, sich auszuruhen. Denn der Weg
war lang, die Last schwer, und das Tempo immer angespannt.
Aber wir können uns nicht damit zufriedengeben, hier stehenzubleiben . Jies ist der Anstieg , , nicht der Gipfel. Das bloße Fehlen von
Krieg bedeutet nicht Frieden. Keine Rezession bedeutet noch nicht
Wachstum. Wir haben einen Anfang gemacht - aber wir haben erst begonnen .
Jetzt ist die Zeit gekommen, um unsere Erfolge voll und ganz
auszunutzen-um aus der Erneuerung unserer nationalen Stärke heraus
die Verwirklichung unserer nationalen Ziele zu erreichen.
Amerika hat sich 22 Monate einer ununterbrochenen wirtschaftlichen Erholung erfreuen können. Aber Erholung ist nicht genug. Wenn
wir auf lange Sicht Erfolg haben wollen, dann müssen wir die Stärke
unserer Wirtschaft auf lange Sicht ausbauen. Wir müssen den Weg zu
einer höheren Wachstumsrate und zur Vollbeschäftigung verfolgen.
Denn dies würde in jedem Jahr ein Mehr von vielen zehn Milliarden Dollar an Produktion, Gewinnen, Löhnen, öffentlichen Einnahmen
bedeuten. Dies würde das Ende der hartnäckigen Flaute bedeuten, die
die Arbeitslosigkeit in 61 von 62 Monaten auf einer Rate von fünf
Prozent oder mehr gehalten hat - und auch ein Ende des wachsenden
Druckes in Richtung auf solche restriktiven Maßnahmen wie die 35Stunden-Woche, die allein unsere Arbeitskosten pro Stunde bis zu
14 Prozent erhöhen, eine neue inflationistische Lohn-Preis-Spirale
auslösen und unsere Bemühungen, mit anderen Ländern zu konkurrieren,
unterminieren könnte.
Um diese größeren Erfolge zu erreichen, ist vor allem anderen
ein Schritt notwendig: die Verwirklichung einer wesentlichen Senkung
und Revision der Bundeseinkommensteuer noch in diesem Jahr.
Denn es wird - für alle diejenigen in der Regierung, in der
Wirtschaft und in den Gewerkschaften, die die Verantwortung für unseren wirtschaftlichen Erfolg tragen - immer deutlicher, daß unser
veraltetes Steuersystem auf die Kaufkraft, die Gewinne und die Beschäftigung hemmend wirkt. Es wurde einst mit dem Ziel geschaffen,
der Inflation sinhalt zu gebieten, behindert heute aber statt dessen
das Wirtschaftswachstum. Es entmutigt jede zusätzliche Anstrengung
und Risikobereitschaft. Es bringt Verwirrung in die Nutzung unserer

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�AMERIKA DIENST"
unserer Hilfsquellen und begünstigt immer wieder neue Rezessionen,
verringert die Staatseinnahmen und führt zu chronischen Haushaltsdefiziten.
Heute, da der inflationistische Druck der Kriegs- und Nachkriegszeit nicht mehr länger droht und der Dollar wieder neues Ansehen gewonnen hat und keine militärische Krise unsere Hilfsquellen
überfordert - heute ist die Zeit zum Handeln. Wir können es uns nicht
leisten, ängstlich und langsam vorzugehen. Denn es handelt sich hier
um die vordringlichste Aufgabe, vor die sich der Kongreß im Jahre 1963
gestellt sieht.
Schon bald werde ich in einer Botschaft an den Kongreß eine
ständige Senkung der Steuersätze vorschlagen, die die Steuerbelastung
um 13,5 Milliarden Dollar verringern wird. Hiervon entfallen 11 Milliarden Dollar auf die Senkung der Einkommensteuersätze, die gegenwärtig zwischen 20 und 91 Prozent liegen, auf einen vernünftigeren Satz
von 14 bis 65 Prozent bei gleichzeitiger Teilung der derzeitig ersten Steuergruppe. 2,5 Milliarden Dollar entfallen auf die Senkung
des Körperschaftssteuersatzes von 52 Prozent - der dem Staat gegenwärtig den Hauptanteil am Gewinn zuspricht - auf den vor der Koreakrise üblichen ständigen Satz von 47 Prozent. Dies geschieht zusätzlich zu der Senkung der Körperschaftssteuerbelastung um über 2 Milliarden Dollar auf Grund der im vergangenen Jahr eingeführten Steuererleichterungen für Investitionen und der erweiterten Abschreibungsmöglichkeiten .
Um diese Steuersenkungen innerhalb der Grenzen eines noch tragbaren Haushaltsdefizits vornehmen zu können, fordere ich: erstens
diese Steuersenkungen innerhalb von drei Kalenderjahren stufenweise
vorzunehmen, beginnend 1963 mi't einer Jahresrate von rund 6 Milliarden
Dollar; zweitens diese Steuersenkungen - beginnend 1 9&amp;4 - m^
ganz
bestimmten Strukturänderungen zu koppeln, die die Steuerbasis verbreitern, ungerechtfertigte oder unnötige Begünstigungen aufheben,
gewisse Härten beseitigen oder mildern und im Endeffekt rund 3»5 Milliarden der entgangenen Steuern wettmachen werden; und drittens die Haushaltseinnahmen von vornherein - ohne irgendwelche Änderung der Steuerbelastung - um jährlich 1,5 Milliarden Dollar über eine allmähliche
Vorverlegung der Steuertermine der großen Kapitalgesellschaften durch
raschere Veranlagung zu erhöhen. Dieses Gesamtprogramm wird durch
Steigerung des Volkseinkommens zu gegebener Zeit auch zu höheren
Staatseinnahmen führen. Es ist ein von fiskalischer Verantwortung getragenes Programm, der sicherste und vernünftigste Weg, um möglichst
bald einen ausgeglichenen Haushalt bei einer ausgeglichenen vollbeschäftigten Wirtschaft zu erzielen.
Diese Senkung der Steuerbelastung um Netto 10 Milliarden Dollar
wird zu einer Vermehrung der Kaufkraft der amerikanischen Familien und
Wirtschaftsunternehmen in jeder Steuergruppe führen, wobei die Verbraucher der unteren Einkommensgruppen am meisten profitieren werden. Außerdem wird sie die Initiative und die Risikobereitschaft fördern, von

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�"AMERIKA DIENST"
von denen unser freies Wirtschaftssystem abhängig ist, höhere Investitionen, eine höhere Produktionskapazität und eine bessere
Ausnutzung der vorhandenen Kapazität bewirken, mit zur Schaffung der
zwei Millionen neuen Arbeitsplätze beitragen, die wir jährlich brauchen, sowie das amerikanische Prinzip der zusätzlichen Belohnung für
zusätzliche Anstrengungen stärken. Ich will damit nicht sagen, daß
Maßnahmen für eine Senkung der Steuern und eine Steuerreform der
einzige Weg sind, um diese Ziele zu erreichen.
- Ohne Zweifel könnte eine massive Erhöhung der öffentlichen
Ausgaben ebenfalls Arbeitsplätze und wirtschaftliches Wachstum
schaffen - aber in Anbetracht der heutigen Verhältnisse sollte den
privaten Verbrauchern, Arbeitgebern und Investoren zuerst eine ausreichende Chance gegeben werden.
- Ohne Zweifel könnte eine vorübergehende Steuersenkung unserer
Wirtschaft einen Impuls geben - aber ein langfristiges Problem erfordert eine langfristige Lösung.
- Ohne Zweifel würde auch eine Herabsetzung entweder der Einkommen- oder der Körperschaftssteuer allein schon eine große Hilfe
darstellen - aber die Wirtschaftsunternehmen brauchen Kunden und die
Arbeitsuchenden Arbeitsplätze.
- Ohne Zweifel würde eine Herabsetzung der Steuern ohne eine
Reform vielen einfacher und attraktiver erscheinen - aber unser wirtschaftliches Wachstum wird ebenfalls durch eine Vielzahl von steuerlichen Ungerechtigkeiten und Präferenzen gehemmt, die den Fluß der
Investitionsgelder in falsche Bahnen gelenkt haben.
- Und schließlich gibt es ohne Zweifel einige, die eine Herabsetzung der Steuern lieber in der Hoffnung aufschieben würden, daß
letztlich ein Ende des kalten Krieges einen entsprechenden Schnitt
bei den Ausgaben ermöglichen könnte - aber dieses Ende ist nicht in
Sicht, und sich diesem Wunsche hinzugeben wäre kostspielig und widersinnig.
Mit der Vorlage eines Steuerprogramms, das selbstverständlich
das Defizit vorübergehend erhöhen wird, es aber letzten Endes ausgleichen kann, und in Anbetracht der Notwendigkeit einer Kontrolle
der Ausgaben werde ich in Kürze ein Regierungsbudget für das Haushaltsjahr 1964 vorlegen, das die erforderlichen Erhöhungen für Verteidigung, Raumfahrt und den Zinsendienst berücksichtigt und das die
Gesamtausgaben für alle anderen Posten unter dem Niveau für das laufende Jahr hält.
Dies erfordert die Reduzierung oder den Aufschub vieler wünschenswerter Programme - Auffangen eines großen Teils der Gehaltserhöhungen
für Bundesbedienstete im vergangenen Jahr durch Personaleinsparungen
und andere Sparmaßnahmen, Stillegung gewisser Einrichtungen und Beendigung gewisser Prodjkte sowie für mehrere Programme die Aufbringung

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�"AMERIKA DIENST"
Aufbringung von Anleihen von privater Seite anstatt durch die
öffentliche Hand. Aber ich bin überzeugt, daß die Verabschiedung
der Steuersenkung und -reform in diesem Jahr alle anderen innenpolitischen Probleme, die dieser Kongreß zu lösen hat, überschattet.
Denn wir können nicht auf die Dauer die Sache des Friedens und der
Freiheit anführen, wenn wir nicht im eigenen Lande Vorbild sind.
Eine Steuersenkung allein ist jedoch nicht genug, um unsere
Gesellschaft zu stärken, um für die vier Millionen Amerikaner, die
in jedem Jahr geboren werden, neue Möglichkeiten zu schaffen und
um das Leben der 32 Millionen Amerikaner zu verbessern, die immer
noch am Rande der Armut leben.
Die Qualität des amerikanischen Lebens muß Schritt halten mit
der Quantität der amerikanischen Güter.
Unser Land kann es sich nicht leisten, einerseits reich und
andererseits bitter arm zu sein.
Dadurch, daß wir die Budgetkosten der gegenwärtigen Programme
niedrig halten, damit sie in den von mir genannten Grenzen bleiben,
ist es sowohl möglich als auch dringend notwendig, weitere neue
Maßnahmen zu ergreifen, die aufzuschieben wir uns nicht leisten
können.
Diese Maßnahmen sind auf eine Reihe fundamentaler Voraussetzungen gegründet, die unter vier miteinander in Beziehung stehende
Sparten fallen:
Erstens müssen wir unsere Nation dadurch stärken, daß wir mehr
für unsere Jugend tun:
- Die Zukunft eines jeden Landes, das von dem Willen und der
Weisheit seiner Bürger getragen wird, leidet Schaden - und zwar nicht
wieder gutzumachenden Schaden - wenn von seinen Kindern nicht alle von der Grundschule über die höhere Schule - die Erziehung erhalten,
die eine volle Entfaltung ihrer Fähigkeiten ermöglicht. Heute beenden
schätzungsweise vier von zehn Schülern des fünften Schuljahres nicht
einmal die Oberschule - und das ist eine Vergeudung, die wir uns nicht
leisten können.
- Ferner ist nicht einzusehen, weshalb eine Million junger Amerikaner nach der Schulzeit keine Arbeit finden, nicht gebraucht werden
und oft als Ungelernte auf der Straße bleiben müssen, obwohl ihre
Kräfte nutzbringend eingesetzt werden könnten.
- Schließlich läßt der Erfolg unserer Freiwilligen vom Friedenskorps in Übersee - die meisten von ihnen junge Männer und Frauen mit
echtem Können und dem Idealismus zur Hilfeleistung für Völker, die
solcher Hilfe bedürfen - die Einrichtung eines ähnlichen Korps für den
Dienst in unseren eigenen Gemeinwesen als verdienstvoll erscheinen: _in.

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�'AMERIKA DIENST"
in Heilanstalten, in Indianerreservaten, in Altersheimen und
Jugendhaftanstalten, in Schulen für Analphabeten oder für geistig
Behinderte. So wie der Idealismus unserer Jugend dem Weltfrieden
bereits gedient hat, so kann er auch zu Ruhe und Frieden in der
Heimat beitragen.
Zweitens müssen wir unsere Nation stärken, indem wir ihre
Gesundheit schützen:
- Unsere arbeitenden Männer und Frauen sollten, anstatt
Unterstützung von der Öffentlichen Wohlfahrt in Anspruch nehmen
zu müssen, sobald sie alt und krank sind, jetzt damit beginnen, im
Rahmen des Sozialversicherungssystems Vorsorge für Krankheit im
Alter zu treffen.
- Außerdem werden alle Wunder medizinischer Forschung nur wenig
ins Gewicht fallen, wenn wir den gegenwärtigen Zustand, nämlich den
wachsenden Mangel an Ärzten, Zahnärzten und Schwestern und den weitverbreiteten Mangel an Pflegeheimen und modernen städtischen Krankenhauseinrichtungen, nicht beheben können. Nur um zu verhindern, daß
der gegenwärtige Prozentsatz an Ärzten und Zahnärzten weiter absinkt,
müssen wir die Kapazität unserer medizinischen Hochschulen in den
nächsten zehn Jahren um 50 Prozent, die unserer zahnärztlichen Hochschulen um 100 Prozent erhöhen.
- Schließlich - und ich sage dies aus tiefer Besorgnis - bin
ich der Überzeugung, daß das Ausgeliefertsein der Geisteskranken
und der geistig Behinderten an die Gnade und Barmherzigkeit geschlossener Anstalten nur zu oft eine unnötige Grausamkeit für diese
selbst und ihre Familien bedeutet, die unser Volk nicht dulden dürfte.
Geistige Behinderung ist bei uns dreimal häufiger als beispielsweise
in Schweden - und diese Zahl kann und muß verringert werden.
Drittens müssen wir unsere Nation durch den Schutz der Grundrechte
ihrer Bürger stärken:
- Das Recht auf saqhgemäße Beratung muß jedem Angeklagten vor
Gericht zustehen, gleichgültig, in welcher wirtschaftlichen Lage er
sich befindet.
- Und das kostbarste und gewichtigste Recht auf der Welt, das
Recht auf Teilnahme an einer freien amerikanischen Wahl, darf keinem
Bürger auf Grund seiner Hautfarbe oder Rasse verweigert werden. Ich
wünschte, daß alle politisch mündigen Amerikaner, die Wählen dürfen,
auch zur Wahl gingen - auf jeden Fall aber sollte in diesem Gedenkjahr
für die Emanzipationserklärung vor hundert Jahren allen, die wählen
wollen, dies stets auch gestattet sein.
Viertens müssen wir unsere Nation stärken, indem wir unsere
natürlichen Hilfsquellen und Einrichtungen auf wirtschaftlichste
Weise nutzen:
- Das

�'AMERIKA DIENST"
- Das Wohlergehen unserer Wirtschaft ist von intakten Verkehrsadern abhängig, und ich glaube, daß wir uns durch verstärkten Wettbewerb und den Abbau von Verordnungen eine zeitgemäßere und wirtschaftlichere Art der Dienstleistungen innerhalb des amerikanischen
Transportwesens schaffen können. Der örtliche Berufsverkehr, der
noch schlechter daran ist, ist eine kommunale Dienstleistung, die
ebenso notwendig ist wie Krankenhäuser und Autobahnen. Fast Dreiviertel
unserer Bevölkerung lebt in Städten, die nur zwei Prozent der Bodenfläche unseres Landes einnehmen, und wenn der örtliche Verkehr nicht
zusammenbrechen soll und unsere verstopften Städte entlastet werden
sollen, muß.die Bundesregierung ermutigend und helfend einschreiten.
- Ferner muß sich unsere Regierung um die Nahrungsmittel- und
Rohstoffbevorratung kümmern, mit einem bedauerlichen Aufwand von über
16 Milliarden Dollar. Wir müssen das Einkommen der Farmer auch weiterhin stützen, wir sollten aber nicht die Bestände an Agrarerzeugnissen
in Höhe von 7&gt;5 Milliarden Dollar, die wir bereits besitzen, noch vermehren. Wir müssen einen Vorrat an strategisch wichtigen Rohstoffen
halten, doch die Rohstoffe im Werte von 8,5 Milliarden Dollar, die wir aus gutem und schlechtem Grund - bereits aufgekauft haben, sind mehr
als ausreichend; und wir sollten ermächtigt werden, überschüssige Bestände so abzustoßen, daß der Markt nicht gestört wird.
- und als Letztes, unsere heute bereits überlaufenen Nationalparks und Erholungsgebiete werden in zehn Jahren doppelt soviel Besucher zählen wie jetzt. Wenn wir nicht heute schon auf die künftige
Mehrung dieser und anderer großer Schätze unserer Natur - nicht nur
der Parks und Waldungen, sondern auch der Wild- und Naturschutzgebiete,
der Wasserbauprojekte aller Art - bedacht sind, dann werden unsere Kin- I
der und Kindeskinder im wahrsten Sinne des Wortes einmal ärmer sein. Dem
Kongreß werden in Kürze Vorschläge unterbreitet werden, um diesen großen
Aufgaben gerecht zu werden.
Das sind nicht allein innenpolitische Angelegenheiten. Denn von
der größeren Dynamik und Stärke im eigenen Lande hängen unser Schicksal
und unsere Zukunft in der Welt ab - unsere Fähigkeit, die Sicherheit
freier Menschen und Staaten aufrechtzuerhalten und zu gewährleisten unsere Fähigkeit, ihre Respektierung unserer Führungsrolle zu erlangen unsere Fähigkeit, unseren Handel auszuweiten, ohne unsere Zahlungsbilanz
zu gefährden - unsere Fähigkeit, uns den wechselnden Anforderungen des
Wettbewerbs und der Herausforderung des kalten Krieges anzupassen.
Wir werden mehr nach dem beurteilt werden, was wir im eigenen
Hause vollbringen, als nach dem, was wir im Ausland predigen. Nichts
von dem, was wir für die Entwicklungsländer tun könnten, würde diesen
auch nur halb soviel helfen wie eine blühende Wirtschaft in den USA,
die die Rohstoffe aus diesen Ländern verbraucht; und nichts könnte den
Ehrgeiz unserer Gegner auch nur halb so stark anstacheln wie eine chronisch kränkelnde Wirtschaft in den USA. Diese innenpolitischen Aufgaben
würden die Kraftreserven unserer Sicherheit nicht anzapfen - sie sind
das eigentliche Fundament für den Fortbestand und den Erfolg der Frei-

�"AMERIKA PIEKST"
Wenden wir uns jetzt der Welt draußen zu. Noch vor wenigen
Jahren suchte der Kommunismus in Südostasien, in Afrika, in
Osteuropa, in Lateinamerika, ja sogar im Weltraum das Bild einei
einheitlichen, auf sich vertrauenden und sich ausweitenden Imperiums zu vermitteln, das ein träges Amerika und eine sich in
Unordnung befindliche freie Welt immer mehr einengte. Aber heute
würden wohl nur wenige Menschen an ein solches Bild glauben.
In den vergangenen Monaten haben wir erneut die Wissenschaft-^
liehe und militärische Überlegenheit der Freiheit bekräftigt. Wir
haben unsere Weltraumbemühungen verdoppelt, um sicherzustellen,
daß wir in Zukunft die ersten sind. Wir haben die weitestreichenden1
Verteidigungsverbesserungen getroffen, die unser Land jemals in
Friedenszeiten unternommen hat. Und wir haben die Grenzen der
Freiheit von Vietnam bis nach West-Berlin aufrechterhalten.
Aber Beschaulichkeit oder Selbstgefälligkeit können unsere
Sicherheit genauso gefährden wie die Waffen unserer Gegner. Eine
kurze Atempause ist noch nicht mit Frieden gleichzusetzen. Gefahrvolle Probleme bestehen weiterhin von Kuba bis zum Südchinesischen
Meer. Die Aussichten der Welt verheißen, kurz gesagt, nicht ein
Jahr der Erholung, sondern ein Jahr der Verpflichtungen und der
Möglichkeiten.
Vier besondere große Möglichkeiten zeichnen sich hier ab:
die Atlantische Allianz, die Entwicklungsländer, die neuen chinesisch-sowjetischen Schwierigkeiten und das Bemühen um einen weltweiten Frieden.
Wie steht es erstens um die große Allianz? Das freie Europa
tritt in eine neue Phase seiner langen und glanzvollen Geschichte
ein. Die Ära der kolonialen Expansion ist vorüber, die Ära der
nationalen Rivalitäten schwindet, und eine neue Ära der luterdependenz und der Einheit gewinnt Gestalt. Den alten Marx'sehen Prophezeiungen zum Trotz haben sich die freien Nationen Europas bereitgefunden, zu tun, was kein Eroberer erzwingen konnte: eine einheitliche Zielsetzung und Macht und Politik in jedem Aufgabenbereich
herzustellen.
Seit siebzehn Jahren haben wir diese Entwicklung sowohl politisch als auch wirtschaftlich konsequent unterstützt. Weit davon
entfernt, an dem neuen Europa Anstoß zu nehmen, betrachten wir sa
als willkommenen Partner, nicht als Rivalen. Denn der Weg zum Frieden und zur Freiheit der Welt ist noch sehr lang, und es gibt Lasten, die nur vollgültige Partner zu teilen vermögen - in der Vorsorge für die gemeinsame Verteidigung, in der Ausweitung des Welthandels, in der Ausgleichung unserer Zahlungsbilanz, in der Unterstützung der mündig werdenden Nationen, in der Abstimmung politischer
und wirtschaftlicher Direktiven und in der Einbeziehung anderer
Industriestaaten in unsere gemeinsamen Anstrengungen, namentlich
Japans, dessen bemerkenswerte wirtschaftliche und politische Entwicklung in den fünfziger Jahren ihm jetzt gestattet, in der Weltpolitik eine gewichtige konstruktive Rolle zu übernehmen.
;

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Zweifellos

�"AMERIKA DIENST"
Zweifellos wird man auch weiterhin den Meinungsverschiedenheiten
mehr Aufmerksamkeit widmen als den Vereinbarungen über künftiges Handeln, während Europa den Übergang von der Unabhängigkeit zu einer
präziser formulierten Interdependenz vollzieht. Doch sind dies ehrliche Differenzen zwischen redlichen Bundesgenossen - und sie treten
tatsächlich konkreter und häufiger unter unseren westeuropäischen
Verbündeten auf als zwischen ihnen und den Vereinigten Staaten. Denn
die freiheitliche Einigkeit hat noch nie auf der Uniformität der Ansichten beruht. Aber nach wie vor herrscht innerhalb dieses Bündnisses
prinzipielle Übereinstimmung in den Grundsatzfragen.
Die erste Aufgabe des Bündnisses bleibt die gemeinsame Verteidigung. Im letzten Monat legten Premierminister Macmillan und ich
Pläne für einen neuen Abschnitt unserer langjährigen gemeinschaftlichen Bemühungen fest, wobei es darum geht, bei der umfassenderen Aufgabe des Aufbaus einer gemeinsamen Kernwaffenverteidigung für die
gesamte Allianz Hilfestellung zu leisten.
In der Vereinbarung von Nassau wird anerkannt, daß die Sicherheit des Westens unteilbar ist und daß wir dementsprechend unsere
Verteidigung einrichten müssen. Aber sie stellt auch fest, daß unser
Bündnis ein Bündnis stolzer und souveräner Nationen ist, das am besten
funktioniert, wenn wir dies nicht vergessen. Sie stellt ferner fest,
daß die Kernwaffenverteidigung des Westens keine Angelegenheit ist, für
die nur die gegenwärtigen Atommächte allein zuständig sind, daß Frankreich demnächst eine solche Macht sein wird und daß wir - ohne die Risiken der Kernwaffenausbreitung zu vergrößern - Wege finden müssen, um
die Mitwirkung unserer anderen Partner bei der Planung, Bemannung und
Leitung einer wirklich multilateralen Kernwaffenstreitmacht innerhalb
eines sich immer enger gestaltenden NATO-Bündnisses zu verstärken.
Schließlich stellt das Übereinkommen von Nassau fest, daß die Kernwaffenverteidigung nicht ausreicht, daß die vereinbarten NATO-Ziele für
die konventionellen Streitkräfte verwirklicht werden müssen und daß die
NATO-Bündnispartner es nicht darauf ankommen lassen dürfen, in eine
Lage zu geraten, in der sie jede Drohung nur noch mit Kernwaffen oder
aber überhaupt nicht beantworten könnten.
Wir stehen den Entscheidungen von Nassau noch zu nahe und sind von
ihrer endgültigen Verwirklichung noch zu weit entfernt, um sagen zu
können, welchen Platz sie in der Geschichte einnehmen werden. Ich
glaube jedoch, daß die nukleare Verteidigung zum ersten Mal angefangen
hat zu einer Quelle des Vertrauens statt zu einem Streitobjekt zu werten.
Das nächste dringende Anliegen der Allianz sind unsere gemeinsamen wirtschaftlichen Ziele auf dem Gebiet des Handels und der Expansion. Die amerikanische Nation ist weiterhin um das Defizit in
ihrer Handelsbilanz besorgt, das zwar kleiner geworden ist, aber
trotzdem ein hartnäckiges und unangenehmes Problem bleibt. Wir sind
darüber hinaus überzeugt, daß engere wirtschaftliche Beziehungen

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�"AMERIKA DIENST"
Beziehungen zwischen allen freien Nationen für Prosperität und Frieden entscheidend wichtig sind. Weder wir noch die Mitglieder des
Gemeinsamen Marktes sind so reich, daß wir es uns auf die Dauer leisten könnten, landwirtschaftliche Betriebe oder Fabriken vor dem
frischen Wind der ausländischen Konkurrenz abzuschirmen oder die
Handelsbeziehungen mit anderen Nationen der freien Welt einzuschränken. Wenn sich der Gemeinsame Markt jetzt auf Protektionismus und Restriktionen verlegen sollte, würde er seine eigenen Grundprinzipien
untergraben. Die amerikanische Regierung will die ihr vom Kongreß
im vergangenen Jahr übertragene Vollmacht dazu benutzen, um die Ausweitung des Handels auf beidtn Seiten des Atlantik und auf der ganzen
Welt zu ermutigen.
Wie steht es nun zweitens mit den Entwicklungsländern und bündnisfreien Nationen? Sie waren, so glaube ich, über den plötzlichen
und geheimen Versuch der Sowjets, Kuba zu einer nuklearen Aggressionsbasis zu machen, und über die anmaßende Invasion Chinas in Indien
überaus bestürzt. Sie sind durch unsere sofortige Hilfe für Indien,
durch unsere über die Vereinten Nationen geleistete Unterstützung
für die Wiedervereinigung des Kongo, durch unser geduldiges Bemühen
um die Abrüstung und durch unsere bessere Behandlung von Bürgern und
Besuchern, deren Hautfarbe zufällig nicht weiß ist, beruhigt. Und
in dem Maße , in dem der alte Kolonialismus schwindet und der Neokolonialismus der kommunistischen Mächte krasser denn je in Erscheinung
tritt, erkennen sie immer klarer, daß es in der Auseinandersetzung
der Welt nicht um die Frage Kommunismus gegen Kapitalismus geht, sondern um die Frage Zwang gegen Entscheidungsfreiheit.
Sie erkennen, daß die Sehnsucht nach Unabhängigkeit in der ganzen
Welt die gleiche ist, ob es sich nun um die Unabhängigkeit von WestBerlin oder von Vietnam handelt. Sie erkennen, daß eine solche Unabhängigkeit allen kommunistischen Ambitionen zuwiderläuft, aber in
Übereinstimmung mit den unsrigen steht, und daß unsere Haltung gegenüber ihren Nöten beweglich und einfallsreich ist, während die Kommunisten sich auf alte Doktrinen und Dogmen stützen.
Dennoch ist es für jedes Land schwer, sich auf eine von außen
kommende oder subversive Bedrohung seiner Unabhängigkeit einzustellen,
wenn seine Energien im täglichen Kampf mit den Kräften der Armut und
Verzweiflung aufgezehrt werden. Es ist wenig sinnvoll für uns, in
Reden und Resolutionen die Schrecken des Kommunismus anzugreifen,
50 Milliarden Dollar pro Jahr zur Verhinderung seines militärischen
Vormarsches aufzuwenden und dann über die Ausgaben - hauptsächlich
für amerikanische Erzeugnisse - zu nörgeln, die weniger als ein Zehntel jener Summe ausmachen und die anderen Nationen helfen, ihre Unabhängigkeit zu festigen und das soziale Chaos zu beseitigen, in dem
der Kommunismus seit je gedieh.
Ich bin stolz - und ich glaube, auch die meisten Amerikaner sind
stolz - auf das gemeinsame Verteidigungs- und Hilfsprogramm, daß
mit Unterstützung beider Parteien unter drei verschiedenen Präsidenten

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�AMERIKA DIENST
Präsidenten ausgebaut wurde und das, mit all seinen bekannten
Problemen, wesentlich dazu beigetragen hat, daß nicht ein einziges
der fast 50 Mitglieder der Vereinten Nationen», die seit dem Ende
des zweiten Weltkrieges ihre Unabhängigkeit gewonnen haben, dem
Kommunismus anheimfiel.
Ich bin stolz auf ein Programm, das dazu beigetragen hat,
Millionen von Menschen an der Front der Freiheit mit Waffen, Nahrung
und Kleidung zu versorgen.
Ich bin besonders stolz darauf, daß dieses Land ein riesiges
gemeinsames Vorhaben für die sechziger Jahre in Angriff genommen hat,
um wirtschaftliches Wachstum und sozialen Fortschritt im gesamten
amerikanischen Raum zu schaffen - die Allianz für den Fortschritt.
Ich unterschätze die Schwierigkeiten nicht, denen wir uns bei
dieser gemeinsamen Anstrengung zusammen mit unseren nächsten Nachbarn
gegenübersehen. Die freien Nationen dieser Hemisphäre haben jedoch in
enger Zusammenarbeit damit begonnen, dieser Allianz Gestalt zu geben.
Durch dieses Programm erhält gegenwärtig jedes vierte Kind im schulpflichtigen Alter in Lateinamerika eine Sonderration an Lebensmitteln
aus unseren Überschußbeständen, wurden ferner 1,5 Millionen Schulbücher
verteilt; und es werden 17 000 Klassenräume erstellt. Es hat dazu beigetragen, Zehntausende von Bauernfamilien auf Grund und Boden anzusiedeln, den sie ihr eigen nennen können. Es hat unsere Nachbarn zu größerer Selbsthilfe und Reformen angeregt - zu fiskalischen, sozialen,
institutionellen und Landreformen. Es bringt Millionen, die bisher
vergessen waren, Heime, Hoffnung und Gesundheit. Die Männer und Frauen
dieser Hemisphäre wissen, daß die Allianz keinen Erfolg haben würde,
wenn sie nur eine andere Bezeichnung für Geschenke aus den Vereinigten
Staaten wäre - und daß sie nur dann Erfolg haben kann, wenn die lateinamerikanischen Staaten selbst ihre ganze Kraft zur Erfüllung dieser Aufgabe einsetzen.
Las gleiche gilt für Afrika, für den Mittleren Osten und Asien.
Wo immer Nationen bereit sind, sich selbst zu helfen, sind wir bereit,
sie beim Aufbau neuer Bollwerke der Freiheit zu unterstützen. Wir kaufen keine Stimmen für den kalten Krieg; wir sind den gefährdeten Nationen zu Hilfe geeilt, und zwar den Neutralen genauso wie unseren Verbündeten. Was wir aber verlangen - und es ist alles, was wir verlangen
- ist, daß unsere Unterstützung so verwendet wird, daß sie größtmöglichen Nutzen bringt, und daß durch nutzlose Streitigkeiten mit
anderen unabhängigen Ländern die eigenen Bemühungen dieser Länder
nicht verzettelt werden.
Trotz aller Erfolge in der Vergangenheit dürfen wir uns um des
weiteren Fortschrittes des gemeinsamen Hilfsprogramms willen mit dem
bisher Erreichten keinesfalls zufriedengeben. Wir haben dieses Programm reorganisiert, um es zu einem wirksameren, schlagkräftigeren
Instrument zu machen, und dieser Prozeß wird in diesem Jahr weiter
andauern.
AV O T .

�"AMERIKA DIENST"
Aber im Kampf um die Entwicklung der freien Welt werden wir auch
weiterhin bergan schreiten müssen. Regierungshilfe kann die Punktion
der Privatinvestition, der Ausweitung des Handels, der Stabilisierung
der Rohstoffpreise und vor allem der Eigenbemühungen um die Verbesserung der Verhältnisse nur ergänzen. Der Prozeß des Wachstums geht
stufenweise vor sich - und trägt Früchte erst in einem Jahrzehnt und
nicht in einem Tag. Unsere Erfolge werden weder über Nacht kommen
noch aufsehenerregend sein. Aber wenn diese Programme jemals eingestellt werden sollten, dann würden unsere Fehlschläge in einem
Dutzend Länder auf einen Schlag und mit Sicherheit spürbar sein.
In dem Kampf gegen die Armut dürfen jedoch Geld und technische
Hilfe nicht unsere einzigen Waffen sein. Letztlich ist die entscheidende Anstrengung eine Sache der Zielsetzung - die nicht nur den
Brennstoff des Geldes, sondern die Flamme des Idealismus erfordert.
Und niemand trägt den Geist des amerikanischen Idealismus wirksamer
in die entfernten Winkel der Erde und verleiht unseren Hoffnungen
besseren Ausdruck als das Friedenskorps.
Vor einem Jahr arbeiteten im Friedenskorps noch weniger als
900 Freiwillige, Heute in einem Jahr werden es über 9000 Männer
und Frauen sein, im Alter zwischen 18 und 79» die bereit sind, zwei
Jahre ihres Lebens zu geben, um Menschen in anderen Ländern zu helfen.
Tatsächlich sind es nahezu eine Million Amerikaner, die ihrem
Lande und der Sache der Freiheit in Übersee dienen - eine Zahl, die
kein anderes Volk aufweisen kann. Ohne Frage sollten diejenigen von
uns, die hier in der Heimat bleiben, froh sein, indirekt helfen zu
können, indem sie unsere Hilfsprogramme unterstützen, indem sie den
fremden Besuchern, Studenten und Diplomaten unsere Türen öffnen und
indem sie Tag für Tag sowohl mit Taten als auch mit Worten beweisen,
daß wir ein gerechtes und großherziges Volk sind.
Drittens, was können wir uns von den wachsenden Belastungen und
Spannungen innerhalb des kommunistischen Blockes erhoffen? Hier muß
Hoffnung mit Vorsicht verbunden werden. Denn bei den sowjetisch-chinesischen Meinungsverschiedenheiten geht es um die Mittel, nicht um
die Ziele. Ein Disput darüber, wie die freie Welt begraben werden kann,
ist kein Anlaß, über den der Westen sich freuen kann.
Wenn ein Druck auch noch keinen Bruch bedeutet, so ist es
dennoch klar, daß die verschiedensten Kräfte innerhalb des kommunistischen Lagers am Werke sind, und zwar trotz aller eisernen Disziplin der Reglementierung und trotz aller eisernen ideologischen
Dogmen. Marx ist erneut des Irttums überführt worden, denn es sind
die geschlossenen kommunistischen Gesellschaften und nicht die
freien und offenen Gesellschaften, die den Keim der inneren Auflösung
in sich tragen.
Die

�AMERIKA DIENST
Die Unordnung innerhalb des kommunistischen Imperiums wurde
noch durch zwei weitere gewaltige Kräfte vergrößert. Eine ist die
historische Kraft des Nationalismus und der Sehnsucht aller Menschen
nach Freiheit. Die andere ist die offenkundige Erfolglosigkeit der
kommunistischen Volkswirtschaften. Denn eine geschlossene Gesellschaft steht den Fortschrittsideen nicht aufgeschlossen gegenüber.
Und auch ein Polizeistaat wird herausfinden, daß er das Wachsen des
Getreides nicht befehlen kann.
Neue Nationen, die aufgefordert werden, zwischen den beiden
konkurrierenden Systemen zu wählen, brauchen nur die Verhältnisse
in Ost- und Westdeutschland, in Ost- und Westeuropa, in Nord- und
Südvietnam zu vergleichen. Sie brauchen nur die Enttäuschung des
kommunistischen Kuba den Verheißungen der Allianz für den Fortschritt
für die westliche Hemisphäre gegenüberzustellen. Und alle Welt weiß,
daß kein erfolgreiches System eine Mauer errichtet, um seine Bevölkerung ein- und die Freiheit auszusperren, und daß die Mauer, die
Berlin teilt, ein Symbol des kommunistischen Versagens ist.
Und als Letztes: Was können wir tun, um aus der gegenwärtigen
Atempause heraus zu einem dauerhaften Frieden zu gelangen? Ich möchte
wiederum zur Vorsicht mahnen. Ich sehe keine augenfällige Änderung
der Methoden und Ziele der Kommunisten voraus. Wenn aber alle diese
Tendenzen und Entwicklungen die Sowjetunion dazu bewegen können, den
Pfad des Friedens zu wandeln, dann wollen wir ihr zu verstehen geben,
daß alle freien Völker sie begleiten werden. Bis sie sich aber zu dieser Wahl entschließt und bis die Welt ein verlässliches System der
internationalen Sicherheit entwickeln kann, haben die freien Völker
keine andere Wahl, als ihre Waffen griffbereit zu halten.
Unser Land wird deshalb auch weiterhin die beste Verteidigung
der V/elt nötig haben - eine Verteidigung, die den sechziger Jahren angemessen ist. Das bedeutet bedauerlicherweise einen steigenden Verteidigungshaushalt, denn es gibt keinen Ersatz für eine ausreichende Verteidigung; und zu Discountladenpreisen ist sie nicht zu haben. Es bedeutet die Aufwendung von über 15 Milliarden Dollar in diesem Jahr,
allein für unsere Kernwaffenrüstung - eine Summe, die etwa ebenso groß
ist wie die Verteidigungshaushalte unserer europäischen Alliierten zusammen .
Aber es bedeutet auch eine verbesserte Luft- und Raketenverteidigung, eine verbesserte zivile Verteidigung, den Ausbau'der Einheiten
zur Partisanenbekämpfung und, was von höchster Wichtigkeit ist, die
Schaffung schlagkräftigerer und elastischerer nicht-nuklearer Streitkräfte. Denn Drohungen mit massiven Vergeltungsmaßnahmen mögen vor
kleineren Aggressionen nicht abschrecken - und eine Sperrkette von
Zerstörern in Quarantäne oder eine Division gutausgerüsteter Soldaten
an einer Grenze können unserer wirklichen Sicherheit nützlicher sein
als eine Anhäufung furchterregender Waffen über jede denkbare
Notwendigkeit hinaus.
Unsere

�"AMERIKA DIENST"
Unsere Verpflichtung gegenüber der nationalen Sicherheit ist
jedoch keine Verpflichtung, den Aushau unserer militärischen Einrichtungen ins Unendliche fortzusetzen. Wir tun die Abrüstung nicht als
einen schönen Traum ab. Denn wir sind davon überzeugt, daß dies
letztlich der einzige Weg ist, die Sicherheit aller ohne Gefährdung
der Interessen des einzelnen zu gewährleisten. Auch verwechseln wir
ehrenhafte Verhandlungen nicht mit Beschwichtigung. So wie wir in
der Verteidigung der Freiheit niemals müde werden, so werden wir auch
niemals das Streben nach Frieden aufgeben.
In diesem Bemühen bedürfen die Vereinten Nationen unserer vollen
und fortdauernden Unterstützung. Wie wertvoll sie im Dienst der Sache
des Friedens sind, zeigte sich erneut in ihrer Rolle bei der Regelung
in Westneuguinea, ihrer Inanspruchnahme als Forum zur Beilegung der
Kuba-Krise und in ihrer Aufgabe bei der Vereinigung des Kongo. Heute
sind die Vereinten Nationen in erster Linie Beschützer der Kleinen
und Schwachen und ein Sicherheitsventil für die Starken. Morgen können
sie den Rahmen für eine Welt des Rechts bilden - eine Welt, in der
keine Nation über das Geschick einer anderen bestimmt und in der die
riesigen Hilfsquellen, die jetzt für Zwecke der Zerstörung genutzt
werden, konstruktiven Zielen dienen.
Mit einem Wort, unsere Gegner mögen also wählen. Entscheiden sie
sich für den friedlichen Wettbewerb, so sollen sie ihn haben. Falls
sie sich darüber klar werden, daß ihre ehrgeizigen Pläne nicht zu
verwirklichen sind - wenn sie erkennen, daß ihre 'Befreiungskriege'
und ihre Wühlarbeit letzten Endes scheitern - wenn sie erkennen, daß
die Akzeptierung einer Inspektion mehr Sicherheit gewährleistet, als
wenn noch mehr Nationen die Möglichkeit gegeben wird, sich in der
schwarzen Kunst der Kernwaffen und des Atomkrieges zu üben - und wenn
sic,so wie wir, tatsächlich willens sind, ihre Energien den großen unvollendeten Aufgaben de:r eigenen Völker, zuzuwenden - dann kann die Übereinstimmung ganz gewiß sehr weite Gebiete umfassen: eine klare Einigung im Falle Berlin, Stabilität in Südostasien, Beendigung der Kernwaffenversuche, neue Sicherungen gegen Überraschungsangriffe oder Angriffe auf Grund eines Irrtums, und endlich auch eine allgemeine und
vollständige Abrüstung.
Denn wir wollen nicht den weltweiten Sieg eines Landes oder
Systems, sondern den weltweiten Sieg des Menschen. Die moderne Welt
ist zu klein, ihre Waffen sind zu zerstörerisch - sie vermehren sich
zu- rasch - und das Übel ist zu groß, als daß irgendeine andere Form
des Sieges in Frage käme.
Die Vereinigten Staaten werden,um dieses Ziel zu erreichen,
auch weiterhin einen größeren Teil ihres Bruttosozialprodukts als
jedes andere Volk der freien Welt aufwenden. Fünfzehn Jahre lang
hat keine andere freie Nation isich so viel abverlangt. Durch heiße
und kalte Kriege, durch Rezession und Wohlstand, durch das Atom- und
Weltraumzeitalter hindurch hat das amerikanische Volk weder gezögert,
noch ist es jemals in seinem Glauben ermattet. Wenn es zuzeiten
scheint, als ob unsere Handlungen dazu angetan seien, das Leben anderer zu erschweren, so nur, weil die Geschichte das Leben für uns
alle schwer gemacht hat.
_,

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�AMERIKA DIENST
Schwere Tage müssen aber nicht unbedingt dunkle Tage sein.
Ich glaube, wir leben - was die Sache des Friedens und der Freiheit angeht - in einer stolzen und denkwürdigen Zeit. Wir sind beispielsweise
stolz auf Major Rudolf Anderson, der sein Leben über der Insel Kuba
gelassen hat. Wir neigen uns vor dem Spezialisten James Allen Johnson,
der an der Grenze von Südkorea sein Leben gab. Wir gedenken in Ehrfurcht Sergeant Gerald Pendells, der in Vietnam gefallen ist. Sie
gehören zu den vielen, die in diesem Jahrhundert fern der Heimat für
unser Land gestorben sind. Unsere Aufgabe und die Aufgabe aller
Amerikaner ist es nunmehr, uns ihres Opfers würdig zu erweisen.
Meine Freunde k ich.iSchließe-mit einem Wort der Hoffnung. Wir lassen uns durch die augenblickliche Windstille oder den etwas helleren
Himmel über uns nicht einschläfern. Wir wissen um das, was darunter
brodelt, um die Stürme, die in diesem Jahr hinter dem Horizont auf uns
warten. Aber die Winde, die einen Wandel bewirken, scheinen nunmehr
stärker au wehen als'' je zuvor - in der kommunistischen Welt ebenso
wie in unserer eigenen. Seit 175 Jahren segeln wir mit diesen Winden
im Rücken und getragen von der Strömung der menschlichen Freiheit.
Wir steuern unser Schiff, erfüllt von Hoffnung, wie Thomas Jefferson
sagte, 'die Furcht hinter uns lassend'.
Auch heute heißen wir diese Winde willkommen - und wir haben allen
Grund zu der Annahme, daß die uns tragende Strömung stark ist. Wir
danken dem allmächtigen Gott, daß er uns durch eine gefährliche Enge
geleitet hat, und erbitten abermals seine Hilfe in unserem Bemühen,
das 'gute Schiff Union' zu steuern."

* * *- * *

�A M E R I K A

D I E N S T

fi ./XV-4
KENNEDY LEGT NEUEN HAUSHALT VOR
Zusammenfassung der wichtigsten Punkte d$s Budgets 1963/64

WASHINGTON - (AD) - Präsident Kennedy hat dem amerikanischen
Kongreß am 17« Januar 1963 den neuen Haushalt für das am 1. Juli
beginnende Finanzjahr 1964 vorgelegt, der mit Einnahmen in Höhe
von 86,9 Mrd. Dollar und Ausgaben von 98,8 Mrd. Dollar ein Defizit
von 11,9 Mrd. Dollar aufweist.
In seiner Botschaft an den Kongreß, die auf 1182 Seiten eine
detaillierte Aufschlüsselung der einzelnen Regierungsprogramme im
Finanzjahr 1964 (1963/64) gibt, unterstreicht Kennedy, daß die von
ihm vorgeschlagene Haushalts- und Finanzpolitik "den dringendsten
Erfordernissen unseres Volkes Rechnung tragen, die wirksame Durchführung der Regierungsaufgaben fördern und die die Wachstumsrate unserer Wirtschaft hemmenden Bremsen beseitigen helfen wird. Wir haben nicht zwischen einem Defizit und einem Haushaltsüberschuß zu
wählen, sondern vielmehr zwischen zwei Arten von Defiziten: einem
chronischen Defizit der Trägheit auf Grund eines unzureichenden
wirtschaftlichen Wachstums und einem temporären Defizit auf Grund
eines Steuer- und Ausgabenprogramms, das unsere nationale Sicherheit
gewährleisten, die Wirtschaftstätigkeit beleben, die Steuereinnahmen
steigern und künftige Haushaltsüberschüsse schaffen soll. Die erste
Art von Defizit ist ein Zeichen der Vergeudung und der Schwäche, die
zweite stellt eine Investition in die Zukunft dar. Es ist von größter Wichtigkeit für die kommenden Jahre, daß wir jetzt mutig handeln,
wenn wir für eine ständig steigende Zahl von Arbeitsfähigen mehr
Arbeitsplätze sicherstellen, wenn wir einen höheren Lebensstandard
erreichen und wenn wir weiterhin die von uns innerhalb der Gemeinschaft der freien Welt geforderte führende Rolle ausüben sollen. Ich
bin fest davon überzeugt, daß das in diesem Haushalt niedergelegte
Programm eine richtige Anwendung der fiskalischen Mittel zur Verwirklichung dieser wichtigen Ziele verkörpert".
Beträchtliche ungenutzte Kapazitäten
Kennedy betont, daß sich das wirtschaftliche Klima in den beiden letzten Jahren wesentlich gebessert habe und daß eine weitere
bedeutende Besserung möglich sei. In den beiden vergangenen Jahren
habe die Bereitstellung von Gütern und Dienstleistungen um 9 Prozent
zugenommen; die Lohn- und Gehaltszahlungen seien um 10 Prozent und

1

-

�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
und die Gesellschaftsgewinne um 18 Prozent gestiegen; und es
seien über eine Million neue Arbeitsplätze in der Wirtschaft
geschaffen worden. Dabei sei jedoch das Preisniveau in den USA
mit am stabilsten gewesen, und das Zahlungsbilanzdefizit habe
beträchtlich abgebaut werden können.
Damit, so unterstreicht Kennedy, dürften sich die USA jedoch
nicht zufriedengeben. Im vergangenen Jahr sei die wirtschaftliche
Entwicklung hinter den Erwartungen zurückgeblieben, und die Kluft
zwischen den tatsächlichen und den potentiellen Leistungen der
Wirtschaft, die sich 1957 zu öffnen begann, sei bisher noch nicht
geschlossen worden. Die ungenutzten Produktionskapazitäten seien
zu groß, Eie Arbeitslosigkeit sei zu hoch, und die Wachstumsrate
bleibe hinter den Möglichkeiten zurück. Die in den vergangenen zwei
Jahren erzielten Fortschritte dürften nicht die Tatsache verschleiern, daß die amerikanische Wirtschaft mehr Arbeitsplätze bereitstellen und mehr Güter erzeugen könne, als dies gegenwärtig der
Fall sei.
Seit mehr als fünf Jahren, so führt der Präsident aus, habe
die Gesamtnachfrage nach Gütern und Dienstleistungen von Seiten der
Verbraucher und der Unternehmen nicht mehr zur vollen Ausnutzung der
in der Wirtschaft vorhandenen Kapazitäten ausgereicht. Ein wesentlicher Grund hierfür sei in den hohen Steuern und Abgaben - bei
Bund, Einzelstaaten und Kommunen - zu sehen, die gegenwärtig insgesamt über 150 Mrd. Dollar im Jahr ausmachen. Wenn die Wirtschaft
wieder auf Hochtouren laufen solle, dann müsse die die Verbraucherausgaben und die Unternehmerinitiative hemmende Wirkung der Steuern
beseitigt werden. Aus diesem Grunde enthalte der neue Haushalt als
wichtigen Bestandteil ein Steuersenkungs- und Reformprogramm, das
die Wirtschaftstätigkeit beleben und Vollbeschäftigung sowie eine
höhere Wachstumsrate bei stabilen Preisen bringen solle. Wenn auch
die durch eine Senkung der Steuern bewirkte Wirtschaftsexpansion
später zu höheren Haushaltseinnahmen führen werde, so sei die unmittelbare Auswirkung zunächst jedoch ein Einnahmeausfall. Aus diesem
Grunde seien in dem neuen Haushalt auch die Ausgaben stark eingeschränkt worden.
Höhere Aufwendungen für Verteidigung und Weltraumprogramme
Für die Verteidigung und die Weltraumprogramme, so betont
Kennedy, "wo eine falsche Sparsamkeit die nationalen Interessen,
ja selbst das Fortbestehen der USA als Nation ernstlich gefährden
könnte", seien die Ausgabenansätze erhöht worden. Desgleichen seien
auch die Aufwendungen zur Bedienung der Staatsschuld gestiegen. Dagegen sei der Gesamtbetrag der Ausgaben für alle übrigen Programme
mit 29,4 Mrd. Dollar um 300 Millionen Dollar niedriger als in diesem
(Finanz-)Jahr, wobei Erhöhungen bei einzelnen Programmen durch Kürzungen bei anderen ausgeglichen werden.
Der Präsident weist darauf hin, daß bei der Vorlage des neuen
Finanzplanes der Regierung für das Haushaltsjahr 1964 mehr Nachdruck

2

-

�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
Nachdruck auf die Darlegung eines Gesaratzahlungsplanes gelegt
worden ist, der nicht nur die tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben
des Bundeshaushalts, sondern auch die Einnahmen und Ausgaben der
Treuhandfonds und anderweitiger Programme ausweist.
GesamtZahlungsplan

Finanzjahr

1962

1963

1964

in Milliarden Dollar
tatsächlich
geschätzt
Gesamteinnahmen einschließlich
Treuhandfonds (Trust Funds)

101,9

108,5

112,2

Gesaratausgaben einschließlich
Treuhandfonds (Trust Funds)

107,7

116,8

122,5

Defizit einschließlich
Treuhandfonds (Trust Funds)

5,8

8,3

10,3

Haushaltseinnahmen

81,4

85,5

86,9

Haushaltsausgaben

87,8

94,3

98,8

6,4

8,8

11,9

Haushaltsdefizit

Keine Inflationsgefahr
Kennedy betont, daß niemand auf Grund des Defizits im neuen
Haushalt Furcht vor einer inflationistischen Entwicklung oder Besorgnisse hinsichtlich der Zahlungsbilanz zu haben brauche. Das Programm für eine stetige Wirtschaftsexpansion und steigende Produktiv]
stehe durchaus im Einklang mit der Aufrechterhaltung einer relativen
Preisstabilität, wie sie bereits in den letzten Jahren bestanden hab
Dies sei von besonderer Wichtigkeit für den Außenhandel. Eine nachhaltige Wirtschaftsexpansion werde sich günstig auf die Inlandsinvestitionen sowie die Produktivität der Industrie auswirken und zusammen
mit den Maßnahmen zum Ausgleich der Zahlungsbilanz zu einer Stärkung
des Dollars beitragen, was von den Freunden der USA im Ausland in
immer stärkerem Maße erkannt werde.
Steuersenkungen und strukturelle Änderungen
Das neue Steuerprogramm, so führt Kennedy aus, bringe eine
beträchtliche ständige Senkung der Einkommen- und Körperschaftssteuersätze sowie verschiedene wichtige strukturelle Änderungen, um die
wirtschaftliche Expansion zu fördern, die Gleichheit in der Besteuerung
zu verbessern und die Steuergesetze Sowie die Verwaltung zu vereinfache
Ein Teil der Steuersenkungen solle bereits dieses Jahr wirksam werden.

�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
werden, während eine weitere Senkung der Steuersätze sowie die
strukturellen Änderungen für 19&amp;4 unt* 19^5 vorgesehen seien. Das
gesamte Programm, das er dem Kongreß in Kürze unterbreiten werde,
stelle eine Einheit und einen wichtigen Schritt in den Bemühungen
zur Stärkung und Verbesserung des Steuersystems dar. Unter Zugrundelegung der Einkommen in diesem Jahr dürfte das Steuerprogramm insgesamt für den Steuerzahler eine Entlastung von Petto 10 Mrd. Dollar
bringen. Da diese Steuersenkung jedoch zu einer Beschleunigung der
Wirtschaftsexpansion und damit zu höheren Einkommen und Unternehmergewinnen führen werde, werde innerhalb weniger Jahre ein erhöhter Fluß
an Steuereinnahmen einsetzen.
Haushaltsansätze berücksichtigen Auswirkungen der Steuersenkung
Bei dem Ansatz für die Haushaltseinnahmen, so erklärt Kennedy, se
von der Voraussetzung ausgegangen worden, daß das Bruttosozialprodukt
1963 auf 578 Mrd. Dollar ansteigen werde, wobei diese Zahl einen Mittelwert mit möglichen Abweichungen von 5 Mrd. Dollar nach beiden Seiten darstelle. Dabei seien auch die wirtschaftlichen Auswirkungen
des vorgeschlagenen Steuerprogramms berücksichtigt worden. Die in
diesem Jahr vorgesehenen Steuersenkungen würden insgesamt einen Einnahmeausfall im neuen Haushaltsjahr von 5*3 Mrd. Dollar bringen, der
jedoch, da die zu erwartende Wirtschaftsexpansion eine Einnahmensteigerung bewirken werde, zum Teil wieder ausgeglichen werde, so daß sich
aus dem neuen Steuerprogramm lediglich eine Minderung des Steueraufkommens um netto 2,7 Mrd. Dollar ergeben dürfte. Trotz dieses Steuerausfalls könne jedoch auf Grund des zu erwartenden höheren Bruttosozialprodukts sogar mit einer Zunahme der Einnahmen um 1,4 Mrd. Dollar
im Finanzjahr 1964 feerechnet werden.
Ausgaben stellen ein Minimum dar
Die von ihm vorgeschlagenen Ausgaben, so unterstreicht der Präsident, stellten ein Minimum dar, das zur Erfüllung der dringend notwendigen Aufgaben einer vielseitigen und expandierenden Gesellschaft
in einer Zeit des kalten Krieges unbedingt notwendig sei.

Ausgaben

�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
AUSGABEN (Zusammenfassung)

Finanzjahr

1962

Haushaltsausgaben

1963

1964

in Milliarden Dollar
tatsächlich . geschätzt

Nationale Verteidigung
Weltraumforschung und Technik
Zinsendienst

Zwischensumme

51,1
1,3
9,2

53,0
2,4
9,8

55,4
4,2
10,1

61 , 6

65,2

69,7

2,8

2,7

1,1
5,4
1,9

2,9
6,7
2,4
3,3
0,5
4,9
1,4
5,5
2,0

26,8

29,6

29,4

-

0,1

0,4

0,6

0,6

87,8

94,5

0,7
98,8

20,4
2,71,5
0,7
0,4

21 ,8
2,9
0,5
0,9
1,7

22,8
5,2
1,0
0,6
1,5

0,5
25,2

0,5
27,5

0,5
28,4

5,5

4,8

4,7

116,8

122,5

Übrige Programmez
I n t e r n a t i o n a l e Angelegenheiten
Landwirtschaft
Bodenschätze
Handel und Transportwesen
Wohnungsbau und S t ä d t e e n t w i c k l u n g
G e s u n d h e i t s - und Sozialprogramme
Erziehungswesen
Kri e g s v e t e r a n e n
Allgemeine Regierungsausgaben

5,9
2,1
2,8
0,3

4,5

Zwischensumme
Sonstiges
abzüglich Posten der Rechnungsangleichung
Haushaltsausgaben-Gesamtsumme:

5,7
2,5
3,4
0,3
5,6
1,5

5,5
2,2

Treuhandfonds':
Gesundheits- und Sozialprogramme
Handel und Transportwesen
Wohnungsbau und Städteentwicklung
Kriegsveteranen
Andere
Abzüglich Posten der Rechnungsangleichung
Gesamtsumme Treuhandfonds:
Abzüglich interministerielle
Transaktionen

107",7

Gesamtsumme:
-

5

-

Wohin

�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
Wohin der Haushalts-Dollar rollt
Von jedem Dollar, den der amerikanische Steuerzahler aufgebracht
hat, sind in dem neuen US-Haushalt 55 Cent für die nationale Verteidigung, 4,2 Cent für die Weltraumprogramme, 10,1 Cent für den Schuldendienst, 5 »6 Cent .für die Landwirtschaft, 5»5 Cent für Gesundheitsund Sozialprogramme, 5,4 Cent für Kriegsveteranen-Programme und 14»2
Cent für alle übrigen Regierungsaufgaben zusammen bestimmt. Die zur
Bestreitung der Haushaltsausgaben erforderlichen Mittel werden zu
47 Prozent durch die Einkommensteuer, zu 24 Prozent durch die Körperschaftssteuer, zu 12 Prozent durch die Verbrauchssteuern, zu 10 Prozent
über den Kapitalmarkt und zu 7 Prozent durch andere Einnahmequellen
aufgebracht.
Verteidigung nicht zu Discount-Preisen
Für die nationale Verteidigung fordert Präsident Kennedy 55»4
Mrd. Dollar an. Dieser Betrag liegt um 10 Mrd. Dollar über dem Ausgabenniveau des Jahres 19&amp;0 und um 2,4 Mrd. Dollar höher als im laufenden Haushaltsjahr. In der Botschaft wird in diesem Zusammenhang auf
die Gefahren hingewiesen, denen sich die freie Welt heute gegenübersieht, und betont, daß es für die Verteidigung keine Discount-Preise
gebe .
Wörtlich erklärt der amerikanische Präsident zum Thema internationale Verteidigung:
"Für die Verteidigung gibt es keine Discount-Preise. Die freie
Welt muß jederzeit darauf vorbereitet sein, den Gefahren eines globalen Atomkrieges, einem begrenzten konventionellen Konflikt und der
heimlichen Guerilla-Tätigkeit entgegenzutreten.
Das Budget des Jahres 1964 führt die Politik der Regierung fort,
die zum Schutz gegen jede dieser Gefahren benötigten flexiblen und
ausgewogenen Streitkräfte aufzustellen und zu stärken und sie zu den
niedrigstmöglichen Kosten auszurüsten und aufrechtzuerhalten. Die gesamten Ausgaben für die nationale Verteidigung werden für das kommende
Jahr auf 56 Mrd. Dollar veranschlagt, wovon 55,4 Milliarden Dollar auf
den Ordentlichen Haushalt entfallen. Dieser Betrag liegt um rund 10
Mrd. Dollar über dem Ausgabenniveau des Jahres i960 und hat zusammen
mit der Erweiterung des Weltraumprogramms in erster Linie die Ausweitung des Haushalts seit dem Amtsantritt meiner Regierung bewirkt.
j)ie im Budget für 1964 enthaltenen Vorschläge für die nationale
Verteidigung legen - wie in den letzten Jahren - auch weiterhin den
Nachdruck auf:
aine starke strategische Vergeltungsmacht, die einen Überraschungsangriff überstehen und in kontrollierter und flexibler Weise wirksam
gegen den Aggressor zurückschlagen kann. Eine weitere Anzahl von im
Inland stationierten Minuteman-Raketen wird bereitgestellt und in
sicheren und über das Land verteilten Anlagen untergebracht. Sechs

-

6 -

�AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
Sechs weitere Polaris-U-Boote werden zur Verfügung stehen, und
die Arbeiten an den verbesserten Ausführungen der Minuteman- und
der Polaris-Raketen werden fortgesetzt}
verbesserte Luft- und Raketen-Verteidigungsstreitkräfte. Unser
Verteidigungssystem für die Bomberabwehr und unser ballistisches
Raketen-Warnsystem werden verstärkt. Große Anstrengungen werden
weiterhin auf die Entwicklung einer Verteidigung gegen Raketen verwendet werden, wozu auch die weitere Erprobung der Nike-Zeus-Raketenabwehrrakete sowie die Anfangsentwicklung der moderneren Nike-X-Boden-Luft-Rakete gehören;
schlagkräftigere und beweglichere konventionelle Erd-, Seeund Luftstreitkräfte, um den Bereich einer nicht-nuklearen Reaktion
auf einen Angriff zu erweitern. Die Bereitstellung konventioneller
Waffen, Ausrüstungen, Munition, Hubschrauber sowie taktischer Jagdund Aufklärungsflugzeuge der Luftstreitkräfte für eine wirksamere
Unterstützung der Erdkampfeinheiten wird beschleunigt werden. Die
Haushaltsansätze sehen 16 einsatzbereite Armeedivisionen, 3 Divisionen und Luftgeschwader des Marinekorps, eine weitere Modernisierung
der Flotte sowie zusätzliche 15 000 Mann für die Armee zur Erprobung
der Konzeption einer Luftangriffsdivision und andere neue Lufteinheiten vor&gt;
6sin Strahlenschutz-Programm der Zivilverteidigung, mit dessen
Hilfe die Chancen, daß ein großer Teil unserer Bevölkerung einen
eventuellen Atomangriff überleben würde, verbessert werden;
Verstärkte Einheiten zur Abwehr der Subversion, um unseren Verbündeten zu helfen, mit kommunistischer Unterwanderung und insgeheim
betriebener bewaffneter Aggression innerhalb ihrer Landesgrenzen fertig zu werden."
3,75 Milliarden Dollar für die Auslandshilfe
In dem Abschnitt der Botschaft, in dem Präsident Kennedy die
internationalen Programme und ihre Finanzierung behandelt, wird auf
die Entschlossenheit der USA hingewiesen, die Sicherheit der freien
Welt weiterhin zu fördern und zu stärken - nicht nur durch die
Verpflichtungen, die die USA zur Verteidigung der Freiheit eingegangen seien, sondern auch durch die Zusicherung, zur wirtschaftlichen
und sozialen Entwicklung der weniger bevorzugten unabhängigen Völker
beizutragen. "Der Angriff des kommunistischen China auf Indien sowie
der anhaltende Kampf Vietnams gegen eine massive, von außen unterstützte bewaffnete Subversion sind die jüngsten Beispiele für die
Notwendigkeit und Bedeutung unserer Unterstützung", heißt es in der
Botschaft wörtlich. "Das ständig zunehmende Tempo der Modernisierung
sowie die wachsenden Bemühungen am Reformen und Selbsthilfe in zahlreichen Nationen verdienen unsere Unterstützung und Förderung."
Die

�"AMERIKA DIENST"
Wenden wir uns jetzt der Welt draußen zu. Noch vor wenigen
Jahren suchte der Kommunismus in Südostasien, in Afrika, in
Osteuropa, in Lateinamerika, ja sogar im Weltraum das Bild eines
einheitlichen, auf sich vertrauenden und sich ausweitenden Imperiums zu vermitteln, das ein träges Amerika und eine sich in
Unordnung befindliche freie Welt immer mehr einengte. Aber heute
würden wohl nur wenige Menschen an ein solches Bild glauben.
In den vergangenen Monaten haben wir erneut die wissenschaftliche und militärische Überlegenheit der Freiheit bekräftigt. Wir
haben unsere Weltraumbemühungen verdoppelt, um sicherzustellen,
daß wir in Zukunft die ersten sind. Wir haben die weitestreichenden
Verteidigungsverbesserungen getroffen, die unser Land jemals in
Friedenszeiten unternommen hat. Und wir haben die Grenzen der
Freiheit von Vietnam bis nach West-Berlin aufrechterhalten.
Aber Beschaulichkeit oder Selbstgefälligkeit können unsere
Sicherheit geneuso gefährden wie die Waffen unserer Gegner. Eine
kurze Atempause ist noch nicht mit Frieden gleichzusetzen. Gefahrvolle Probleme bestehen weiterhin von Kuba bis zum Südchinesischen
Meer. Die Aussichten der Welt verheißen, kurz gesagt, nicht ein
Jahr der Erholung, sondern ein Jahr der Verpflichtungen und der
Möglichkeiten.
Vier besondere große Möglichkeiten zeichnen sich hier ab:
die Atlantische Allianz, die Entwicklungsländer, die neuen chinesisch-sowjetischen Schwierigkeiten und das Bemühen um einen weltweiten Frieden.
Wie steht es erstens um die große Allianz? Das freie Europa
tritt in eine neue Phase seiner langen und glanzvollen Geschichte
ein. Die Ära der kolonialen Expansion ist vorüber, die Ära der
nationalen Rivalitäten schwindet, und eine neue Ära der Interdependenz und der Einheit gewinnt Gestalt. Den alten Marx'sehen Prophezeiungen zum Trotz haben sich die freien Nationen Europas bereitgefunden, zu tun, was kein Eroberer erzwingen konnte: eine einheitliche Zielsetzung und Macht und Politik in jedem Aufgabenbereich
herzustellen.
Seit siebzehn Jahren haben wir diese Entwicklung sowohl politisch als auch wirtschaftlich konsequent unterstützt. Weit davon
entfernt, an dem neuen Europa Anstoß zu nehmen, betrachten wir es
als willkommenen Partner, nicht als Rivalen. Denn der Weg zum Frieden und zur Freiheit der Welt ist noch sehr lang, und es gibt Lasten, die nur vollgültige Partner zu teilen vermögen - in der Vorsorge für die gemeinsame Verteidigung, in der Ausweitung des Welthandels, in der Ausgleichung unserer Zahlungsbilanz, in der Unterstützung der mündig werdenden Nationen, in der Abstimmung politischer
und wirtschaftlicher Direktiven und in der Einbeziehung anderer
Industriestaaten in unsere gemeinsamen Anstrengungen, namentlich
Japans, dessen bemerkenswerte wirtschaftliche und politische Entwicklung in den fünfziger Jahren ihm jetzt gestattet, in der Weltpolitik eine gewichtige konstruktive Rolle zu übernehmen.
Zweifellos

y

�"AMERIKA DIENST"
Zweifellos wird man auch weiterhin den Meinungsverschiedenheiten
mehr Aufmerksamkeit widmen als den Vereinbarungen über künftiges Handeln, während Europa den Übergang von der Unabhängigkeit zu einer
präziser formulierten Interdependenz vollzieht. Doch sind dies ehrliche Differenzen zwischen redlichen Bundesgenossen - und sie treten
tatsächlich konkreter und häufiger unter unseren westeuropäischen
Verbündeten auf als zwischen ihnen und den Vereinigten Staaten. Denn
die freiheitliche Einigkeit hat noch nie auf der Uniformität der Ansichten beruht. Aber nach wie vor herrscht innerhalb dieses Bündnisses
prinzipielle Übereinstimmung in den Grundsatzfragen.
Die erste Aufgabe des Bündnisses bleibt die gemeinsame Verteidigung. Im letzten Monat legten Premierminister Macmillan und ich
Pläne für einen neuen Abschnitt unserer langjährigen gemeinschaftlichen Bemühungen fest, wobei es darum geht, bei der umfassenderen Aufgabe des Aufbaus einer gemeinsamen Kernwaffenverteidigung für die
gesamte Allianz Hilfestellung zu leisten.
In der Vereinbarung von Nassau wird anerkannt, daß die Sicherheit des Westens unteilbar ist und daß wir dementsprechend unsere
Verteidigung einrichten müssen. Aber sie stellt auch fest, daß unser
Bündnis ein Bündnis stolzer und souveräner Nationen ist, das am besten
funktioniert, wenn wir dies nicht vergessen. Sie stellt ferner fest,
daß die Kernwaffenverteidigung des Westens keine Angelegenheit ist, für
die nur die gegenwärtigen Atommächte allein zuständig sind, daß Frankreich demnächst eine solche Macht sein wird und daß wir - ohne die Risiken der Kernwaffenausbreitung zu vergrößern - Wege finden müssen, um
die Mitwirkung unserer anderen Partner bei der Planung, Bemannung und
Leitung einer wirklich multilateralen Kernwaffenstreitmacht innerhalb
eines sich immer enger gestaltenden NATO-Bündnisses zu verstärken.
Schließlich stellt das Übereinkommen von Nassau fest, daß die Kernwaffenverteidigung nicht ausreicht, daß die vereinbarten NATO-Ziele für
die konventionellen Streitkräfte verwirklicht werden müssen und daß die
NATO-Bündnispartner äs nicht darauf ankommen lassen dürfen, in eins
Lage zu geraten, in der sie jede Drohung nur noch mit Kernwaffen oder
aber überhaupt nicht beantworten könnten.
Wir stehen den Entscheidungen von Nassau noch zu nahe und sind von
ihrer endgültigen Verwirklichung noch zu weit entfernt, um sagen zu
können, welchen Platz sie in der Geschichte einnehmen werden. Ich
glaube jedoch, daß die nukleare Verteidigung zum ersten Mal angefangen
hat zu einer Quelle des Vertrauens statt zu einem Streitobjekt zu werden.
Das nächste dringende Anliegen der Allianz sind unsere gemeinsamen wirtschaftlichen Ziele auf dem Gebiet des Handels und der Expansion. Die amerikanische Nation ist weiterhin um das Defizit in
ihrer Handelsbilanz besorgt, das zwar kleiner geworden ist, aber
trotzdem ein hartnäckiges und unangenehmes Problem bleibt. Wir sind
darüber hinaus überzeugt, daß engere wirtschaftliche Beziehungen

-

9 -

�"AMERIKA DIENST
Beziehungen zwischen allen freien Nationen für Prosperität und Frieden entscheidend wichtig sind. Weder wir noch die Mitglieder des
Gemeinsamen Marktes sind so reich, daß wir es uns auf die Dauer leisten könnten, landwirtschaftliche Betriebe oder Fabriken vor dem
frischen Wind der ausländischen Konkurrenz abzuschirmen oder die
Handelsbeziehungen mit anderen Nationen der freien Welt einzuschränken. Wenn sich der Gemeinsame Markt jetzt auf Protektionismus und Restriktionen verlegen sollte, würde er seine eigenen Grundprinzipien
untergraben. Die amerikanische Regierung will die ihr vom Kongreß
im vergangenen Jahr übertragene Vollmacht dazu benutzen, um die Ausweitung des Handels auf beiden Seiten des Atlantik und auf der ganzen
Welt zu ermutigen.
Wie steht es nun zweitens mit den Entwicklungsländern und bündnisfreien Nationen? Sie waren, so glaube ich, über den plötzlichen
und geheimen Versuch der Sowjets, Kuba zu einer nuklearen Aggressionsbasis zu machen, und über die anmaßende Invasion Chinas in Indien
überaus bestürzt. Sie sind durch unsere sofortige Hilfe für Indien,
durch unsere über die Vereinten Nationen geleistete Unterstützung
für die Wiedervereinigung des Kongo, durch unser geduldiges Bemühen
um die Abrüstung und durch unsere bessere Behandlung von Bürgern und
Besuchern, deren Hautfarbe zufällig nicht weiß ist, beruhigt. Und
in dem Maße , in dem der alte Kolonialismus schwindet und der Neokolonialismus der kommunistischen Mächte krasser denn je in Erscheinung
tritt, erkennen sie immer klarer, daß es in der Auseinandersetzung
der Welt nicht um die Frage Kommunismus gegen Kapitalismus geht, sondern um die Frage Zwang gegen Entscheidungsfreiheit.
Sie erkennen, daß die Sehnsucht nach Unabhängigkeit in der ganzen
Welt die gleiche ist, ob es sich nun um die Unabhängigkeit von WestBerlin oder von Vietnam handelt. Sie erkennen, daß eine solche Unabhängigkeit allen kommunistischen Ambitionen zuwiderläuft, aber in
Übereinstimmung mit den unsrigen steht, und daß unsere Haltung gegenüber ihren Nöten beweglich und einfallsreich ist, während die Kommunisten sich auf alte Doktrinen und Dogmen stützen.
Dennoch ist es für jedes Land schwer, sich auf eine von außen
kommende oder subversive Bedrohung seiner Unabhängigkeit einzustellen,
wenn seine Energien im täglichen Kampf mit den Kräften der Armut und
Verzweiflung aufgezehrt werden. Es ist wenig sinnvoll für uns, in
Reden und Resolutionen die Schrecken des Kommunismus anzugreifen,
50 Milliarden Dollar pro Jahr zur Verhinderung seines militärischen
Vormarsches aufzuwenden und dann über die Ausgaben - hauptsächlich
für amerikanische Erzeugnisse - zu nörgeln, die weniger als ein Zehntel jener Summe ausmachen und die anderen Nationen helfen, ihre Unabhängigkeit zu festigen und das soziale Chaos zu beseitigen, in dem
der Kommunismus seit je gedieh.
Ich bin stolz - und ich glaube, auch die meisten Amerikaner sind
stolz - auf das gemeinsame Verteidigungs- und Hilfsprogramm, daß
mit Unterstützung beider Parteien unter drei verschiedenen Präsidenten

-

10

-

�"AMERIKA DIENST"
Präsidenten ausgebaut wurde und das, mit all seinen bekannten
Problemen, wesentlich dazu beigetragen hat, daß nicht ein einziges
der fast 50 Mitglieder der Vereinten Nationen,, die seit dem Ende
des zweiten Weltkrieges ihre Unabhängigkeit gewonnen haben, dem
Kommunismus anheimfiel.
Ich bin stolz auf ein Programm, das dazu beigetragen hat,
Millionen von Menschen an der Front der Freiheit mit Waffen, Nahrung
und Kleidung zu versorgen.
Ich bin besonders stolz darauf, daß dieses Land ein riesiges
gemeinsames Vorhaben für die sechziger Jahre in Angriff genommen hat,
um wirtschaftliches Wachstum und sozialen Fortschritt im gesamten
amerikanischen Raum zu schaffen - die Allianz für den Fortschritt.
Ich unterschätze die Schwierigkeiten nicht, denen wir uns bei
dieser gemeinsamen Anstrengung zusammen mit unseren nächsten Nachbarn
gegenübersehen. Die freien Nationen dieser Hemisphäre haben jedoch in
enger Zusammenarbeit damit begonnen, dieser Allianz Gestalt zu geben.
Durch dieses Programm erhält gegenwärtig jedes vierte Kind im schulpflichtigen Alter in Lateinamerika eine Sonderration an Lebensmitteln
aus unseren Überschußbeständen, wurden ferner 1,5 Millionen Schulbücher
verteilt; und es werden 17 000 Klassenräume erstellt. Es hat dazu beigetragen, Zehntausende von Bauernfamilien auf Grund und Boden anzusiedeln, den sie ihr eigen nennen können. Es hat unsere Nachbarn zu größerer Selbsthilfe und Reformen angeregt - zu fiskalischen, sozialen,
institutionellen und Landreformen. Es bringt Millionen, die bisher
vergessen waren, Heime, Hoffnung und Gesundheit. Die Männer und Frauen
dieser Hemisphäre wissen, daß die Allianz keinen Erfolg haben würde,
wenn sie nur eine andere Bezeichnung für Geschenke aus den Vereinigten
Staaten wäre - und daß sie nur dann Erfolg haben kann, wenn die lateinamerikanischen Staaten selbst ihre ganze Kraft zur Erfüllung dieser Aufgabe einsetzen.
Das gleiche gilt für Afrika, für den Mittleren Osten und Asien.
Wo immer Nationen bereit sind, sich selbst zu helfen, sind wir bereit,
sie beim Aufbau neuer Bollwerke der Freiheit zu unterstützen. Wir kaufen keine Stimmen für den kalten Krieg; wir sind den gefährdeten Nationen zu Hilfe geeilt, und zwar den Neutralen genauso wie unseren Verbündeten. Was wir aber verlangen - und es ist alles, was wir verlangen
- ist, daß unsere Unterstützung so verwendet wird, daß sie größtmöglichen Nutzen bringt, und daß durch nutzlose Streitigkeiten mit
anderen unabhängigen Ländern die eigenen Bemühungen dieser Länder
nicht verzettelt werden.
Trotz aller Erfolge in der Vergangenheit dürfen wir uns um des
weiteren Fortschrittes des gemeinsamen Hilfsprogramms willen mit dem
bisher Erreichten keinesfalls zufriedengeben. Wir haben dieses Programm reorganisiert, um es zu einem wirksameren, schlagkräftigeren
Instrument zu machen, und dieser Prozeß wird in diesem Jahr weiter

�"AMERIKA DIENST"
Aber im Kampf um die Entwicklung der freien Welt werden wir auch
weiterhin "bergan schreiten müssen. Regierungshilfe kann die Punktion
der Privatinvestition, der Ausweitung des Handels, der Stabilisierung
der Rohstoffpreise und vor allem der Eigenbemühungen um die Verbesserung der Verhältnisse nur ergänzen. Der Prozeß des Wachstums geht
stufenweise vor sich - und trägt Früchte erst in einem Jahrzehnt und
nicht in einem Tag. Unsere Erfolge werden weder über Nacht kommen
noch aufsehenerregend sein. Aber wenn diese Programme jemals eingestellt werden sollten, dann würden unsere Fehlschläge in einem
Dutzend Länder auf einen Schlag und mit Sicherheit spürbar sein.
In dem Kampf gegen die Armut dürfen jedoch Geld und technische
Hilfe nicht unsere einzigen Waffen sein. Letztlich ist die entscheidende Anstrengung eine Sache der Zielsetzung - die nicht nur den
Brennstoff des Geldes, sondern die Flamme des Idealismus erfordert.
Und niemand trägt den Geist des amerikanischen Idealismus wirksamer
in die entfernten Winkel der Erde und verleiht unseren Hoffnungen
besseren Ausdruck als das Friedenskorps,
Vor einem Jahr arbeiteten im Friedenskorps noch weniger als
900 Freiwillige, Heute in einem Jahr werden es über 9000 Männer
und Frauen sein, im Alter zwischen 18 und 79» die bereit sind, zwei
Jahre ihres Lebens zu geben, um Menschen in anderen Ländern zu helfen.
Tatsächlich sind es nahezu eine Million Amerikaner, die ihrem
Lande und der Sache der Freiheit in Übersee dienen - eine Zahl, die
kein anderes Volk aufweisen kann. Ohne Frage sollten diejenigen von
uns, die hier in der Heimat bleiben, froh sein, indirekt helfen zu
können, indem sie unsere Hilfsprogramme unterstützen, indem sie den
fremden Besuchern, Studenten und Diplomaten unsere Türen öffnen und
indem sie Tag für Tag sowohl mit Taten als auch mit Worten beweisen,
daß wir ein gerechtes und großherziges Volk sind.
Drittens, was können wir uns von den wachsenden Belastungen und
Spannungen innerhalb des kommunistischen Blockes erhoffen? Hier muß
Hoffnung mit Vorsicht verbunden werden. Denn bei den sowjetisch-chinesischen Meinungsverschiedenheiten geht es um die Mittel, nicht um
die Ziele. Ein Disput darüber, wie die freie Welt begraben werden kann,
ist kein Anlaß, über den der Westen sich freuen kann.
Wenn ein Druck auch noch keinen Bruch bedeutet, so ist es
dennoch klar, daß die verschiedensten Kräfte innerhalb des kommunistischen Lagers am Werke sind, und zwar trotz aller eisernen Disziplin der Reglementierung und trotz aller eisernen ideologischen
Dogmen. Marx ist erneut des Irttums überführt worden, denn es sind
die geschlossenen kommunistischen Gesellschaften und nicht die
freien und offenen Gesellschaften, die den Keim der inneren Auflösung
in sich tragen.
Die

-

12

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�AMERIKA DIENST
Die Unordnung innerhalb des kommunistischen Imperiums wurde
noch durch zwei weitere gewaltige Kräfte vergrößert. Eine ist die
historische Kraft des Nationalismus und der Sehnsucht aller Menschen
nach Freiheit. Die andere ist die offenkundige Erfolglosigkeit der
kommunistischen Volkswirtschaften. Denn eine geschlossene Gesellschaft steht den Fortschrittsideen nicht aufgeschlossen gegenüber.
Und auch ein Polizeistaat wird herausfinden, daß er das Wachsen des
Getreides nicht befehlen kann»
Neue Nationen, die aufgefordert werden, zwischen den beiden
konkurrierenden Systemen zu wählen, brauchen nur die Verhältnisse
in Ost- und Westdeutschland, in Ost- und Westeuropa, in Nord- und
Südvietnam zu vergleichen. Sie brauchen nur die Enttäuschung des
kommunistischen Kuba den Verheißungen der Allianz für den Fortschritt
für die westliche Hemisphäre gegenüberzustellen. Und alle Welt weiß,
daß kein erfolgreiches System eine Mauer errichtet, um seine Bevölkerung ein- und die Freiheit auszusperren, und daß die Mauer, die
Berlin teilt, ein Symbol des kommunistischen Versagens ist.
Und als Letztes: Was können wir tun, um aus der gegenwärtigen
Atempause heraus zu einem dauerhaften Frieden zu gelangen? Ich möchte
wiederum zur Vorsicht mahnen. Ich sehe keine augenfällige Änderung
der Methoden und Ziele der Kommunisten voraus. Wenn aber alle diese
Tendenzen und Entwicklungen die Sowjetunion dazu bewegen können, den
Pfad des Friedens zu wandeln, dann wollen wir ihr zu verstehen geben,
daß alle freien Völker sie begleiten werden. Bis sie sich aber zu dieser Wahl entschließt und bis die Welt ein verlässliches System der
internationalen Sicherheit entwickeln kann, haben die freien Völker
keine andere Wahl, als ihre Waffen griffbereit zu halten.
Unser Land wird deshalb auch weiterhin die beste Verteidigung
der Welt nötig haben - eine Verteidigung, die den sechziger Jahren angemessen ist. Das bedeutet bedauerlicherweise einen steigenden Verteidigungshaushalt, denn es gibt keinen Ersatz für eine ausreichende Verteidigung; und zu Discountladenpreisen ist sie nicht zu haben. Es bedeutet die Aufwendung von über 15 Milliarden Dollar in diesem Jahr.
allein für unsere Kernwaffenrüstung - eine Summe, die etwa ebenso groß
ist wie die Verteidigungshaushalte unserer europäischen Alliierten zusammen *
Aber es bedeutet auch eine verbesserte Luft- und Raketenverteidigung, eine verbesserte zivile Verteidigung, den Ausbau der Einheiten
zur Partisanenbekämpfung und, was von höchster Wichtigkeit ist, die
Schaffung schlagkräftigerer und elastischerer nicht-nuklearer Streitkräfte. Denn Drohungen mit massiven Vergeltungsmaßnahmen mögen vor
kleineren Aggressionen nicht abschrecken - und eine Sperrkette von
Zerstörern in Quarantäne oder eine Division gutausgerüsteter Soldaten
an einer Grenze können unserer wirklichen Sicherheit nützlicher sein
als eine Anhäufung furchterregender Waffen über jede denkbare
Notwendigkeit hinaus.
Unsere

�"AMERIKA DIENST"
Unsere Verpflichtung gegenüber der nationalen Sicherheit ist
jedoch keine Verpflichtung, den Aushau unserer militärischen Einrichtungen ins Unendliche fortzusetzen. Wir tun die Ahrüstung nicht als
einen schönen Traum ab. Denn wir sind davon überzeugt, daß dies
letztlich der einzige Weg ist, die Sicherheit aller ohne Gefährdung
der Interessen des einzelnen zu gewährleisten. Auch verwechseln wir
ehrenhafte Verhandlungen nicht mit Beschwichtigung. So wie wir in
der Verteidigung der Freiheit niemals müde werden, so werden wir auch
niemals das Streben nach Frieden aufgeben.
In diesem Bemühen bedürfen die Vereinten Nationen unserer vollen
und fortdauernden Unterstützung. Wie wertvoll sie im Dienst der Sache
des Friedens sind, zeigte sich erneut in ihrer Rolle bei der Regelung
in Westneuguinea, ihrer Inanspruchnahme als Forum zur Beilegung der
Kuba-Krise und in ihrer Aufgabe bei der Vereinigung des Kongo. Heute
sind die Vereinten Nationen in erster Linie Beschützer der Kleinen
und Schwachen und ein Sicherheitsventil für die Starken. Morgen können
sie den Rahmen für eine Welt des Rechts bilden - eine Welt, in der
keine Nation über das Geschick einer anderen bestimmt und in der die
riesigen Hilfsquellen, die jetzt für Zwecke der Zerstörung genutzt
werden, konstruktiven Zielen dienen.
Mit einem Wort, unsere Gegner mögen also wählen. Entscheiden sie
sich für den friedlichen Wettbewerb, so sollen sie ihn haben. Falls
sie sich darüber klar werden, daß ihre ehrgeizigen Pläne nicht zu
verwirklichen sind - wenn sie erkennen, daß ihre 'Befreiungskriege'
und ihre Wühlarbeit letzten Endes scheitern - wenn sie erkennen, daß
die Akzeptierung einer Inspektion mehr Sicherheit gewährleistet, als
wenn noch mehr Nationen die Möglichkeit gegeben wird, sich in der
schwarzen Kunst der Kernwaffen und des Atomkrieges zu üben - und wenn
sic,so wie wir, tatsächlich willens sind, ihre Energien den großen unvollendeten Aufgaben de:r eigenen Völker, zuzuwenden - dann kann die Übereinstimmung ganz gewiß sehr weite Gebiete umfassen: eine klare Einigung im Falle Berlin, Stabilität in Südostasien, Beendigung der Kernwaffenversuche, neue Sicherungen gegen Überraschungsangriffe oder Angriffe auf Grund eines Irrtums, und endlich auch eine allgemeine und
vollständige Abrüstung.
Denn wir wollen nicht den weltweiten Sieg eines Landes oder
Systems, sondern den weltweiten Sieg des Menschen. Die moderne Welt
ist zu klein, ihre Waffen sind zu zerstörerisch - sie vermehren sich
zu- rasch - und das Übel ist zu groß, als daß irgendeine andere Form
des Sieges in Frage käme.
Die Vereinigten Staaten werden,um dieses Ziel zu erreichen,
auch weiterhin einen größeren Teil ihres Bruttosozialprodukts als
jedes andere Volk der freien Welt aufwenden. Fünfzehn Jahre lang
hat keine andere freie Nation 'sich so viel abverlangt. Durch heiße
und kalte Kriege, durch Rezession und Wohlstand, durch das Atom- und
Weltraumzeitalter hindurch hat das amerikanische Volk weder gezögert,
noch ist es jemals in seinem Glauben ermattet. Wenn es zuzeiten
scheint, als ob unsere Handlungen dazu angetan seien, das Leben anderer zu erschweren, so nur, weil die Geschichte das Leben für uns
alle schwer gemacht hat.
_ ,
B
Schwere
- 14 -

�"AMERIKA DIENST"
Schwere Tage müssen aber nicht unbedingt dunkle Tage sein.
Ich glaube, wir leben - was die Sache des Friedens und der Freiheit angeht - in einer stolzen und denkwürdigen Zeit. Wir sind beispielsweise
stolz auf Major Rudolf Anderson, der sein Leben über der Insel Kuba
gelassen hat. Wir neigen uns vor dem Spezialisten James Allen Johnson,
der an der Grenze von Südkorea sein Leben gab. Wir gedenken in Ehrfurcht Sergeant Gerald Pendells, der in Vietnam gefallen ist. Sie
gehören zu den vielen, die in diesem Jahrhundert fern der Heimat für
unser Land gestorben sind. Unsere Aufgabe und die Aufgabe aller
Amerikaner ist es nunmehr, uns ihres Opfers würdig zu erweisen.
Meine Freunde % ich-iSchließe mit einem Wort der Hoffnung. Wir lassen uns durch die augenblickliche Windstille oder den etwas helleren
Himmel über uns nicht einschläfern. Wir wissen um das, was darunter
brodelt, um die Stürme, die in diesem Jahr hinter dem Horizont auf uns
warten. Aber die Winde, die einen Wandel bewirken, scheinen nunmehr
stärker au wehen als" je zuvor - in der kommunistischen Welt ebenso
wie in unserer eigenen. Seit 175 Jahren segeln wir mit diesen Winden
im Rücken und getragen von der Strömung der menschlichen Freiheit.
Wir steuern unser Schiff, erfüllt von Hoffnung, wie Thomas Jefferson
sagte, 'die Furcht hinter uns lassend'.
Auch heute heißen wir diese Winde willkommen - und wir haben allen
Grund zu der Annahme, daß die uns tragende Strömung stark ist. Wir
danken dem allmächtigen Gott, daß er uns durch eine gefährliche Enge
geleitet hat, und erbitten abermals seine Hilfe in unserem Bemühen,
das 'gute Schiff Union' zu steuern."

* * * * *

�A M E R I K A

D I E N S T

Wi ./ xv -4
KENNEDY LEGT NEUEN HAUSHALT VOR
Zusammenfassung der wichtigsten Punkte d$s Budgets 1963/64

WASHINGTON - (AD) - Präsident Kennedy hat dem amerikanischen
Kongreß am 17• Januar 1963 den neuen Haushalt für das am 1. Juli
beginnende Finanzjahr 1964 vorgelegt, der mit Einnahmen in Höhe
von 86,9 Mrd. Dollar und Ausgaben von 98,8 Mrd. Dollar ein Defizit
von 11,9 Mrd. Dollar aufweist.
In seiner Botschaft an den Kongreß, die auf 1182 Seiten eine
detaillierte Aufschlüsselung der einzelnen Regierungsprogramme im
Finanzjahr 1964 0963/64) gibt, unterstreicht Kennedy, daß die von
ihm vorgeschlagene Haushalts- und Finanzpolitik "den dringendsten
Erfordernissen unseres Volkes Rechnung tragen, die wirksame Durchführung der Regierungsaufgaben fördern und die die Wachstumsrate unserer Wirtschaft hemmenden Bremsen beseitigen helfen wird. Wir haben nicht zwischen einem Defizit und einem Haushaltsüberschuß zu
wählen, sondern vielmehr zwischen zwei Arten von Defiziten: einem
chronischen Defizit der Trägheit auf Grund eines unzureichenden
wirtschaftlichen Wachstums und einem temporären Defizit auf Grund
eines Steuer- und Ausgabenprogramms, das unsere nationale Sicherheit
gewährleisten, die Wirtschaftstätigkeit beleben, die Steuereinnahmen
steigern und künftige Haushaltsüberschüsse schaffen soll. Die erste
Art von Defizit ist ein Zeichen der Vergeudung und der Schwäche, die
zweite stellt eine Investition in die Zukunft dar. Es ist von größter Wichtigkeit für die kommenden Jahre, daß wir jetzt mutig handeln,
wenn wir für eine ständig steigende Zahl von Arbeitsfähigen mehr
Arbeitsplätze sicherstellen, wenn wir einen höheren Lebensstandard
erreichen und wenn wir weiterhin die von uns innerhalb der Gemeinschaft der freien Welt geforderte führende Rolle ausüben sollen. Ich
bin fest davon überzeugt, daß das in diesem Haushalt niedergelegte
Programm eine richtige Anwendung der fiskalischen Mittel zur Verwirklichung dieser wichtigen Ziele verkörpert".
Beträchtliche ungenutzte Kapazitäten
Kennedy betont, daß sich das wirtschaftliche Klima in den beiden letzten Jahren wesentlich gebessert habe und daß eine weitere
bedeutende Besserung möglich sei. In den beiden vergangenen Jahren
habe die Bereitstellung von Gütern und Dienstleistungen um 9 Prozent
zugenommen; die Lohn- und Gehaltszahlungen seien um 10 Prozent und

-

1

�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
und die Gesellschaftsgewinne um 18 Prozent gestiegen; und es
seien über eine Million neue Arbeitsplätze in der Wirtschaft
geschaffen worden. Dabei sei jedoch das Preisniveau in den USA
mit am stabilsten gewesen, und das Zahlungsbilanzdefizit habe
beträchtlich abgebaut werden können.
Damit, so unterstreicht Kennedy, dürften sich die USA jedoch
nicht zufriedengeben. Im vergangenen Jahr sei die wirtschaftliche
Entwicklung hinter den Erwartungen zurückgeblieben, und die Kluft
zwischen den tatsächlichen und den potentiellen Leistungen der
Wirtschaft, die sich 1957 zu öffnen begann, sei bisher noch nicht
geschlossen worden. Die ungenutzten Produktionskapazitäten seien
zu groß, Sie Arbeitslosigkeit sei zu hoch, und die Wachstumsrate
bleibe hinter den Möglichkeiten zurück. Die in den vergangenen zwei
Jahren erzielten Fortschritte dürften nicht die Tatsache verschleiern, daß die amerikanische Wirtschaft mehr Arbeitsplätze bereitstellen und mehr Güter erzeugen könne, als dies gegenwärtig der
Fall sei.
Seit mehr als fünf Jahren, so führt der Präsident aus, habe
die Gesamtnachfrage nach Gütern und Dienstleistungen von seiten der
Verbraucher und der Unternehmen nicht mehr zur vollen Ausnutzung der
in der Wirtschaft vorhandenen Kapazitäten ausgereicht. Ein wesentlicher Grund hierfür sei in den hohen Steuern und Abgaben - bei
Bund, Einzelstaaten und Kommunen - zu sehen, die gegenwärtig insgesamt über 150 Mrd. Dollar im Jahr ausmachen. Wenn die Wirtschaft
wieder auf Hochtouren laufen solle, dann müsse die die Verbraucherausgaben und die Unternehmerinitiative hemmende Wirkung der Steuern
beseitigt werden. Aus diesem Grunde enthalte der neue Haushalt als
wichtigen Bestandteil ein Steuersenkungs- und Reformprogramm, das
die Wirtschaftstätigkeit beleben und Vollbeschäftigung sowie eine
höhere Wachstumsrate bei stabilen Preisen bringen solle. Wenn auch
die durch eine Senkung der Steuern bewirkte Wirtschaftsexpansion
später zu höheren Haushaltseinnahmen führen werde, so sei die unmittelbare Auswirkung zunächst jedoch ein Einnahmeausfall. Aus diesem
Grunde seien in dem neuen Haushalt auch die Ausgaben stark eingeschränkt worden.
Höhere Aufwendungen für Verteidigung und Weltraumprogramme
Für die Verteidigung und die Weltraumprogramme, so betont
Kennedy, "wo eine falsche Sparsamkeit die nationalen Interessen,
ja selbst das Fortbestehen der USA als Nation ernstlich gefährden
könnte", seien die Ausgabenansätze erhöht worden. Desgleichen seien
auch die Aufwendungen zur Bedienung der Staatsschuld gestiegen. Dagegen sei der Gesamtbetrag der Ausgaben für alle übrigen Programme
mit 29,4 Mrd. Dollar um 300 Millionen Dollar niedriger als in diesem
(Finanz-)Jahr, wobei Erhöhungen bei einzelnen Programmen durch Kürzungen bei anderen ausgeglichen werden.
Der Präsident weist darauf hin, daß bei der Vorlage des neuen
Finanzplanes der Regierung für das Haushaltsjahr 1964 mehr Nachdruck

-

2

-

�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
Nachdruck auf die Darlegung eines Gesamtzahlungsplanes gelegt
worden ist, der nicht nur die tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben
des Bundeshaushalts, sondern auch die Einnahmen und Ausgaben der
Treuhandfonds und anderweitiger Programme ausweist.
GesamtZahlungsplan

1962

Finanzjahr

1963

1964

in Milliarden Dollar
tatsächlich
geschätzt
Gesamteinnahmen einschließlich
Treuhandfonds (Trust Funds)
Gesamtausgaben einschließlich
Treuhandfonds (Trust Funds)
Defizit einschließlich
Treuhandfonds (Trust Funds)
Haushaltseinnahmen
Haushaltsausgaben
Haushaltsdefizit

101,9

108,5

112,2

107,7

116,8

122,5

5,8

8,3

10,3

81,4
87,8

85,5

86,9

94,3
8,8

98,8

6,4

11,9

Keine Inflationsgefahr
Kennedy betont, daß niemand auf Grund des Defizits im neuen
Haushalt Furcht vor einer inflationistischen Entwicklung oder Besorgnisse hinsichtlich der Zahlungsbilanz zu haben brauche. Das Programm für eine stetige Wirtschaftsexpansion und steigende Produktive•
stehe durchaus im Einklang mit der Aufrechterhaltung einer relativen
Preisstabilität, wie sie bereits in den letzten Jahren bestanden hab
Dies sei von besonderer Wichtigkeit für den Außenhandel. Eine nachhaltige Wirtschaftsexpansion werde sich günstig auf die Inlandsinvestitionen sowie die Produktivität der Industrie auswirken und zusammen
mit den Maßnahmen zum Ausgleich der Zahlungsbilanz zu einer Stärkung
des Dollars beitragen, was von den Freunden der USA im Ausland in
immer stärkerem Maße erkannt werde.
Steuersenkungen und strukturelle Änderungen
Das neue Steuerprogramm, so führt Kennedy aus, bringe eine
beträchtliche ständige Senkung der Einkommen- und Körperschaftssteuersätze sowie verschiedene wichtige strukturelle Änderungen, um die
wirtschaftliche Expansion zu fördern, die Gleichheit in der Besteuerung
zu verbessern und die Steuergesetze sowie die Verwaltung zu vereinfachen,
Ein Teil der Steuersenkungen solle bereits dieses Jahr wirksam werden.
-

3 -

�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
werden, während eine weitere Senkung der Steuersätze sowie die
strukturellen Änderungen für 19&amp;4 un(* 1965 vorgesehen seien. Das
gesamte Programm, das er dem Kongreß in Kürze unterbreiten werde,
stelle eine Einheit und einen wichtigen Schritt in den Bemühungen
zur Stärkung und Verbesserung des Steuersystems dar. Unter Zugrundelegung der Einkommen in diesem Jahr dürfte das Steuerprogramm insgesamt für den Steuerzahler eine Entlastung von Petto 10 Mrd. Dollar
bringen. Da diese Steuersenkung jedoch zu einer Beschleunigung der
Wirtschaftsexpansion und damit zu höheren Einkommen und Unternehmergewinnen führen werde, werde innerhalb weniger Jahre ein erhöhter Fluß
an Steuereinnahmen einsetzen.
Haushaltsansätze berücksichtigen Auswirkungen der Steuersenkung
Bei dem Ansatz für die Haushaltseinnahmen, so erklärt Kennedy, se
von der Voraussetzung ausgegangen worden, daß das Bruttosozialprodukt
1963 auf 578 Mrd. Dollar ansteigen werde, wobei diese Zahl einen Mittelwert mit möglichen Abweichungen von 5 Mrd. Dollar nach beiden Seiten darstelle. Dabei seien auch die wirtschaftlichen Auswirkungen
des vorgeschlagenen Steuerprogramms berücksichtigt worden. Die in
diesem Jahr vorgesehenen Steuersenkungen würden insgesamt einen Einnahmeausfall im neuen Haushaltsjahr von 5&gt;3 Mrd. Dollar bringen, der
jedoch, da die zu erwartende Wirtschaftsexpansion eine Einnahmensteigerung bewirken werde, zum Teil wieder ausgeglichen werde, so daß sich
aus dem neuen Steuerprogramm lediglich eine Minderung des Steueraufkommens um netto 2,7 Mrd. Dollar ergeben dürfte. Trotz dieses Steuerausfalls könne jedoch auf Grund des zu erwartenden höheren Bruttosozialprodukts sogar mit einer Zunahme der Einnahmen um 1,4 Mrd. Dollar
im Finanzjahr 1 9^4 feerechnet werden.
Ausgaben stellen ein Minimum dar
Die von ihm vorgeschlagenen Ausgaben, so unterstreicht der Präsident, stellten ein Minimum dar, das zur Erfüllung der dringend notwendigen Aufgaben einer vielseitigen und expandierenden Gesellschaft
in einer Zeit des kalten Krieges unbedingt notwendig sei.

Ausgaben

�"AMERIKA DIENST" - V/IRTSCHAFT UND ARBEIT
AUS GABEN (Zusammenfassung)

Finanzjahr

1962

Haushaltsausgaben

1965

1964

in Milliarden Dollar
tatsächlich . geschätzt

Nationale Verteidigung
Weltraumforschung und Technik
Zinsendienst

Zwischensumme

51,1
1,5
9,2

55,0
2,4
9,8

55,4
4,2
10,1

61 ,6

65,2

69,7

2,8
5,9
2,1
2,8
0,5
4,5
1,1
5,4
1,9

2,9
6,7
2,4
5,5
0,5
4,9
1,4
5,5
2,0

2,7
5,7
2,5
5,4
0,5
5,6
1,5

26,8

29,6

29,4

-

0,1

0,4

0,6

0,6

0,7

87,8

94,5

98,8

20,4
2,7-

21,8

22,8

2,9
0,5
0,9
1,7

5,2
1,0
0,6
1,5

Übrige Programme:
I n t e r n a t i o n a l e Angelegenheiten
Landwirtschaft
Bodenschätze
Handel und Transportwesen
Wohnungsbau und S t ä d t e e n t w i c k l u n g
G e s u n d h e i t s - und Sozialprogramme
Erziehungswesen
Kri egsveteranen
Allgemeine Regierungsausgaben
Zwischensumme
Sonstiges
abzüglich Posten der Rechnungsangleichung
Haushaltsausgaben-Gesamtsumme:
Treuhandfonds':
Gesundheits- und Sozialprogramme
Handel und Transportwesen
Wohnungsbau und Städteentwicklung
Kriegsveteranen
Andere
Abzüglich Posten der Rechnungsangleichung
Gesamtsumme Treuhandfonds:

1,5
0,7
0,4

Abzüglich interministerielle
Transaktionen

0,5

0,5

0,5

25,2

27,5

28,4

5,5

4,8

4,7

116,8

122,5

107",7

Gesamtsumme:
-

5

-

5,5

2,2

Wohin

�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
Wohin der Haushalts-Dollar rollt
Von jedem Dollar, den der amerikanische Steuerzahler aufgebracht
hat, sind in dem neuen US-Haushalt 55 Cent für die nationale Verteidigung, 4»2 Cent für die Weltraumprogramme, 10,1 Cent für den Schuldendienst, 5,6 Cent .für die Landwirtschaft, 5,5 Cent für Gesundheitsund Sozialprogramme, 5»4 Cent für Kriegsveteranen-Programme und 14»2
Cent für alle übrigen Regierungsaufgaben zusammen bestimmt. Die zur
Bestreitung der Haushaltsausgaben erforderlichen Mittel werden zu
47 Prozent durch die Einkommensteuer, zu 24 Prozent durch die Körperschaftssteuer, zu 12 Prozent durch die Verbrauchssteuern, zu 10 Prozent
über den Kapitalmarkt und zu 7 Prozent durch andere Einnahmequellen
aufgebracht.
Verteidigung nicht zu Discount-Preisen
Für die nationale Verteidigung fordert Präsident Kennedy 55*4
Mrd. Dollar an. Dieser Betrag liegt um 10 Mrd. Dollar über dem Ausgabenniveau des Jahres 1960 und um 2,4 Mrd. Dollar höher als im laufenden Haushaltsjahr. In der Botschaft wird in diesem Zusammenhang auf
die Gefahren hingewiesen, denen sich die freie Welt heute gegenübersieht, und betont, daß es für die Verteidigung keine Discount-Preise
gebe.
V/örtlich erklärt der amerikanische Präsident zum Thema internationale Verteidigung:
"Für die Verteidigung gibt es keine Discount-Preise. Die freie
Welt muß jederzeit darauf vorbereitet sein, den Gefahren eines globalen Atomkrieges, einem begrenzten konventionellen Konflikt und der
heimlichen Guerilla-Tätigkeit entgegenzutreten.
Das Budget des Jahres 1964 führt die Politik der Regierung fort,
die zum Schutz gegen jede dieser Gefahren benötigten flexiblen und
ausgewogenen Streitkräfte aufzustellen und zu stärken und sie zu den
niedrigstmöglichen Kosten auszurüsten und aufrechtzuerhalten. Die gesamten Ausgaben für die nationale Verteidigung werden für das kommende
Jahr auf 56 Mrd. Dollar veranschlagt, wovon 55»4 Milliarden Dollar auf
den Ordentlichen Haushalt entfallen. Dieser Betrag liegt um rund 10
Mrd. Dollar über dem Ausgabenniveau des Jahres 196O und hat zusammen
mit der Erweiterung des Weltraumprogramms in erster Linie die Ausweitung des Haushalts seit dem Amtsantritt meiner Regierung bewirkt.
Bie im Budget für 1964 enthaltenen Vorschläge für die nationale
Verteidigung legen - wie in den letzten Jahren - auch weiterhin den
Nachdruck auf:
sine starke strategische Vergeltungsmacht, die einen Überraschungsangriff überstehen und in kontrollierter und flexibler Weise wirksam
gegen den Aggressor zurückschlagen kann. Eine weitere Anzahl von im
Inland stationierten Minuteman-Raketen wird bereitgestellt und in
sicheren und über das Land verteilten Anlagen untergebracht. Sechs

- 6 -

�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
Sechs weitere Polaris-U-Boote werden zur Verfügung stehen, und
die Arbeiten an den verbesserten Ausführungen der Minuteman- und
der Polaris-Raketen werden fortgesetzt}
verbesserte Luft- und Raketen-Verteidigungsstreitkräfte. Unser
Verteidigungssystem für die Bomberabwehr und unser ballistisches
Raketen-Warnsystem werden verstärkt. Große Anstrengungen werden
weiterhin auf die Entwicklung einer Verteidigung gegen Raketen verwendet werden, wozu auch die weitere Erprobung der Nike-Zeus-Raketenabwehrrakete sowie die Anfangsentwicklung der moderneren Nike-X-Boden-Luft-Rakete gehören;
schlagkräftigere und beweglichere konventionelle Erd-, Seeund Luftstreitkräfte, um den Bereich einer nicht-nuklearen Reaktion
auf einen Angriff zu erweitern. Die Bereitstellung konventioneller
Waffen, Ausrüstungen, Munition, Hubschrauber sowie taktischer Jagdund Aufklärungsflugzeuge der Luftstreitkräfte für eine wirksamere
Unterstützung der Erdkampfeinheiten wird beschleunigt werden. Die
Haushaltsansätze sehen 16 einsatzbereite Armeedivisionen, 3 Divisionen und Luftgeschwader des Marinekorps, eine weitere Modernisierung
der Flotte sowie zusätzliche 15 000 Mann für die Armee zur Erprobung
der Konzeption einer Luftangriffsdivision und andere neue Lufteinheiten vor&gt;
ein Strahlenschutz-Programm der Zivilverteidigung, mit dessen
Hilfe die Chancen, daß ein großer Teil unserer Bevölkerung einen
eventuellen Atomangriff überleben würde, verbessert werden;
Verstärkte Einheiten zur Abwehr der Subversion, um unseren Verbündeten zu helfen, mit kommunistischer Unterwanderung und insgeheim
betriebener bewaffneter Aggression innerhalb ihrer Landesgrenzen fertig zu werden."
3,75 Milliarden Dollar für die Auslandshilfe
In dem Abschnitt der Botschaft, in dem Präsident Kennedy die
internationalen Programme und ihre Finanzierung behandelt, wird auf
die Entschlossenheit der USA hingewiesen, die Sicherheit der freien
Welt weiterhin zu fördern und zu stärken - nicht nur durch die
Verpflichtungen, die die USA zur Verteidigung der Freiheit eingegangen seien, sondern auch durch die Zusicherung, zur wirtschaftlichen
und sozialen Entwicklung der weniger bevorzugten unabhängigen Völker
beizutragen. "Der Angriff des kommunistischen China auf Indien sowie
der anhaltende Kampf Vietnams gegen eine massive, von außen unterstützte bewaffnete Subversion sind die jüngsten Beispiele für die
Notwendigkeit und Bedeutung unserer Unterstützung", heißt es in der
Botschaft wörtlich. "Das ständig zunehmende Tempo der Modernisierung
sowie die wachsenden Bemühungen um Reformen und Selbsthilfe in zahlreichen Nationen verdienen unsere Unterstützung und Förderung."
Die

�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UM) ARBEIT
Die militärische und wirtschaftliche Unterstützung der USA
für andere Länder wird für das Haushaltsjahr 1964 mit 3,75 Mrd.
Dollar veranschlagt. Dieser Betrag liegt um 100 Millionen Dollar
unter der Summe für das gegenwärtige Haushaltsjahr. Während die
Aufwendungen für die Wirtschaftshilfe um 200 Millionen Dollar auf
2,3 Mrd. Dollar erhöht werden, sollen die Ausgaben für die militärische Auslandshilfe gekürzt werden, Kennedy weist in diesem
Zusammenhang darauf hin, daß die USA hei der Bereitstellung dieser
Mittel sehr selektiv verfahren werden, wobei vor allem solche Projekte und Programme berücksichtigt werden sollen, die für die rasche
Entwicklung von Ländern entscheidend sind, denen bei der Aufrechterhaltung der Sicherheit der freien Welt Bedeutung zukommt und die die
Bereitschaft und Fähigkeit zum Einsatz ihrer eigenen Hilfsquellen
in wirksamer Weise demonstriert haben.
Kennedy geht in diesem Zusammenhang vor allem auf die Allianzfür den Fortschritt - das Hilfsprogramm für Lateinamerika - ein und
empfiehlt ein Programm, das für diese Länder über 1 Milliarde Dollar
vorsieht. Diese Hilfe soll über das Amt für Internationale Entwicklung, die Interamerikanische Entwicklungsbank, die Export-Import-Bank
und durch das Lebensmittel-für-den-Frieden-Programm erfolgen. Auch
das überaus erfolgreiche Programm des Friedenskorps soll in Lateinamerika
mit Vorrang fortgeführt werden.
Bundesausgaben im Ausland
Kennedy weist in seiner Haushaltsbotschaft weiter darauf hin,
daß bei der Vorbereitung des neuen Budgets alle vorgesehenen Ausgaben,
die sich auf die Zahlungsbilanz auswirken, eine besondere Überprüfung
erfahren hätten. Man sei vor allem bemüht gewesen, die Bundesausgaben
im Ausland zu reduzieren, ohne dabei die Verteidigung der freien Welt
zu gefährden.
A'uf die Kosten der Entwicklungshilfe hinweisend, appellierte Kennedy erneut an die europäischen Länder, einen größeren Kostenanteil zu
übernehmen. Wörtlich heißt es hierzu in der Botschaft:
"Wir werden auch weiterhin nachdrücklich unser Bemühen fortsetzen,
andere Länder, vor allem die europäischen Länder und Japan, zu ermutigen, einen größeren Anteil der Kosten der Wirtschaftshilfe für die
Entwicklungsländer zu übernehmen und die Unterstützung der militärischen Verteidigung innerhalb ihrer eigenen Grenzen zu verstärken..."
Weltraumforschung
Für die amerikanische Raumforschung und Raumfahrt sieht das
Budget eine Erhöhung der Mittel des US-Bundesamtes für Luft- und
Raumfahrt vor, die es ermöglichen soll, das Projekt höchster Dringlichkeit, der Landung eines bemannten amerikanischen Raumschiffes
auf dem Mond, weiter durchzuführen, sowie die vielfältigen Programme

-

8

�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
Programme für die Entwicklung verbesserter Forschungs- und Nachrichtensatelliten zu verwirklichen. Die Ausgaben für die Raumforschung
und Raumfahrt werden Schätzungen zufolge im Jahr 1964 auf 4,2 Mrd.
Dollar steigen - eine Summe, die um 1,8 Mrd. Dollar über den Ausgaben
des derzeitigen Haushaltsjahres liegt und einen Anstieg von 75 Prozent bedeutet. Durch Konzentration der Kräfte soll vor allem sichergestellt werden, daß die Entwicklung des Apollo-Raumschiffs für den
bemannten Mondflug und der Saturn-Rakete, die das Raumschiff zum Mond
tragen wird, ohne Verzögerung vorangeht.
In, der Botschaft des Präsidenten wird der Erfolg der amerikanischen
Venus-Raumsonde Mariner II als Beispiel für die Fortschritte angeführt,
die die Vereinigten Staaten in der Raumfahrt erzielen konnten. Auch
die Entwicklung weiterer Satelliten für geophysikalische, Astronomische
und meteorologische Forschungen sowie für die Nachrichtenübermittlung
soll mit Nachdruck vorangetrieben werden. Das Budget sieht außerdem
Mittel für Forschungsprojekte vor, durch die die technischen Voraussetzungen für unbemannte Flüge zum Mars und zur Venus sowie für bemannte Raumflüge weiter vervollkommnet werden sollen.
15 Mrd. Dollar für die wissenschaftliche Forschung
Für die wissenschaftliche Forschung und Entwicklung werden in
dem neuen Haushalt 14,953 Mrd. Dollar ausgewiesen; das sind 2,693
Mrd. Dollar mehr als im laufenden Haushaltsjahr und 4*585 Mrd. Dollar
mehr als im Haushaltsjahr 1962. Die amerikanische Bundesregierung stellt
im allgemeinen über zwei Drittel der für diese Zwecke in den USA aufgewendeten Mittel zur Verfügung.
Sofern der Kongreß diesen Ansatz billigt, werden hiervon das Verteidigungsministerium 7,653 Mrd. Dollar, das US-Amt für Luft- und Raumfahrt 4,2 Mrd. Dollar, die US-Atomenergie-Kommission 1,503 Mrd. Dollar,
das Ministerium für Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialfragen 778
Millionen Dollar, die Amerikanische Stiftung für die Wissenschaft 193
Millionen Dollar, das Landwirtschaftsministerium 187 Millionen Dollar
und andere Dienststellen 419 Millionen Dollar erhalten.

* * * * *

- 9 -

�A M E R I K A

D I E N S T

Wi./XV-4
KENNEDY: DIE US-WIRTSCHAFT AM SCHEIDEWEG

WASHINGTON - (AD) - Nachstehend übermitteln wir Ihnen Auszüge aus dem
Wirtschaftsbericht, den Präsident
Kennedy am 21. Januar 1963 dem amerikanischen Kongreß vorgelegt hat.

Die Teile des Wirtschaftsberichts Präsident Kennedys, die sich
mit den grundlegenden Zielen der amerikanischen Wirtschaftspolitik
sowie mit den wirtschaftspolitischen Maßnahmen im Jahre 1963 befassen, haben folgenden Wortlaut:
"Den Bestimmungen des Employment Act von 1946 entsprechend
berichte ich Ihnen heute:
daß die 'wirtschaftliche Lage1 der Vereinigten Staaten im
Jahre 1962 durch stetige Fortschritte auf dem Gebiet der Beschäftigung, der Gütererzeugung und der Kaufkraftsteigerung gekennzeichnet wurde;
daß 'die sich abzeichnenden Trends' für 1 9&amp;3 weitere Fortschritte verheißen;
daß eine noch nachhaltigere Expansion unserer Wirtschaft unbedingt erforderlich ist, um das in dem Gesetz geforderte hohe Niveau
•der Beschäftigung, der Gütererzeugung und der Kaufkraft' zu erreichen und um die seit 1957 vorhandene Lücke zwischen dem''bestehenden
Niveau' und dem für die Durchführung der in diesem Gesetz aufgezeigten Politik 'erforderlichen Niveau' zu schließen;
daß der Kern meines Programms für 19&amp;3 zur 'Verwirklichung
der in dem Gesetz aufgezeigten Politik1 eine umfassende Steuersenkung und Revision ist, die zeitlich und strukturell sorgfältig abgestimmt wurde, um den Fortschritt in Richtung auf eine Vollbeschäftigung und ein schnelleres wirtschaftliches Wachstum zu beschleunigen, während gleichzeitig die Preisstabilität der letzten Monate
erhalten bleibt und die Zahlungsbilanz weiter verbessert wird.

Die
-

1

�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
Die Lage der Wirtschaft stellt das amerikanische Volk vor
eine Vielzahl von schwierigen Aufgaben. Die Expansion dauerte im
ganzen Jahre 1962 an, wobei die Gesamtlohn- und ;?t'haltssumme,
die Gewinne, der Verbrauch und die Gütererzeugung neue Höchststände
erreichten. Dies strafte die Befürchtungen jener Lügen, die vorausgesagt hatten, daß wir der unheilvollen Kette von Rezessionen, die
immer häufiger unsere wirtschaftliche Expansion unterbrachen 1953/54 nach 45 Monaten der Expansion, 1957/58 nach 35 Monaten der
Expansion, 1960/61 nach 25 Monaten der Expansion - nur mehr eine
weitere hinzufügen würden... Doch die 22 Monate einer stetigen Erholung haben bereits diese traurige Folge unterbrochen, und die Aussichten deuten auf eine weitere Expansion im Jahr 1963 hin.
Aber obwohl die Wirtschaftstätigkeit re?e ist, trachtet das
amerikanische Volk in seinen Bestrebungen doch nach mehr - und das
mit Recht. Denn alle die Fortschritte, die die USA erzielt haben,
bleiben beträchtlich hinter den Möglichkeiten zurück, die die Wirtschaft verheißt - Möglichkeiten, die wir ausschöpfen müssen, um
unseren Wohlstand im eigenen Lande zu heben und der Sache der Freiheit im Ausland zu dienen...
Gerade in den beiden vergangenen Jahren haben die Regierung und
der Kongreß eine Reihe wichtiger Schritte zur Förderung der Erholung
und zur Stärkung der Wirtschaft getan...
Diese Politik ermöglichte 1961 eine schnelle Erholung nach der
Rezession und brachte 1962 eine stetige Expansion - einen Fortschritt,
der die gesamte Wirtschaftstätigkeit auf ein neues hohes Niveau hob.
Die Rekordrate des Bruttosozialprodukts im letzten Quartal des vergangenen Jahres von 562 Mrd. Dollar lag, unter Berücksichtigung
eingetretener Preisveränderungen, um 10 Prozent höher als im ersten
Quartal des Jahres 1961 und um 8 Prozent über dem Höchststand der
letzten Erholungsperiode im zweiten Quartal i960. Der Index der industriellen Produktion lag im vergangenen Monat um 16 Prozent über dem
Tiefststand im Januar 1961 und um 7 Prozent über dem bisherigen
Monatshöchststand vom Januar i960.
,
Diese Produktionsausweitung brachte eine Vielzahl von Verbesserungen bei den Einkommen, auf dem Arbeitsmarkt und bei den Gewinnen mit sich, während das Preisniveau stabil blieb und unsere Zahlungsbilanz sich verbesserte. Im Verlauf der Expansion der Jahre
1961/62
stieg erstens das Personaleinkommen um 46 Mrd. Dollar auf 450
Mrd. Dollar an und lag damit um 12 Prozent über seinem Höchststand
während der vorangegangenen Expansionsperiode. Das Nettoeinkommen
pro Farm erhöhte sich um 330 Dollar, während das Nettoeinkommen
der in der Landwirtschaft Beschäftigten um 800 Millionen Dollar
anstieg. Das Gesamteinkommen der amerikanischen Verbraucher nach
Abzug der Steuern erhöhte sich um 8 Prozent; dies bedeutet für eine
vierköpfige Familie eine Verbesserung des Lebensstandards (unter
Zugrundelegung der Preise von 1962) um 40C Dollar pro Jahr;
erhöhte

�"AMERIKA PIEKST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
erhöhte sich zweitens die Zahl der Beschäftigten in der Industrie um 2 Millionen, während die durchschnittliche wöchentliche
Arbeitszeit in der Industrie von 39»3 auf 40,3 Stunden anstieg*
erreichten drittens die Unternehmergewinne, wie bereits betont
wurde, im Jahre 1Q62 einen Rekordstand von 51 Mrd. Dollar;
blieben viertens die Großhandelspreise außerordentlich stabil,
während die Verbraucherpreise lediglich um 1,1 Prozent pro Jahr anzogen - kein anderes großes Industrieland der Welt, Kanada ausgenommen,
kann sich einer größeren Preisstabilität erfreuen;
verbesserte sich fünftens die Wettbewerbslage, was zusammen mit
einer engeren internationalen Zusammenarbeit auf finanziellem Gebiet
und umfassenden Maßnahmen zur Einschränkung der Devisenkosten der Verteidigung, der Entwicklungshilfe sowie anderer Programme zu einer wesentlichen Verringerung unseres Zahlungsbilanzdefizits - von 3»9
Mrd. Dollar im Jahre i960 auf 2,5 Mrd. Dollar im Jahre 1961 und etwa
2 Milliarden Dollar jetzt, im Jahre 1962 - beigetragen hat.
Ausblick für 1 963
Die Aussichten für eine anhaltende mäßige Expansion im Jahre 1963
sind jetzt günstig:
1. Die Investitionen der Wirtschaft dürften, zum Teil infolge
des Anreizes, den die Abschreibungsreform vom vergangenen Jahr und
die Steuerstundung bei Investitionen gaben, sowie auf Grund der Aussicht auf eine baldige Steuersenkung und -reform, im Jahre 1963 insgesamt zumindest leicht ansteigen.
2. Der Wohnungsbau sollte etwa den Stand des Jahres 1962 halten.
3. Die Regierungskäufe - der Bundesregierung, der Einzelstaaten
sowie der Kommunen zusammengenommen - dürften um jeweils 2 Mrd. Dollar
pro Quartal steigen.
4

4. Die Verbraucherkäufe dürften sich in dem durch die Erfolge
der Wirtschaft sowie durch Regierungsmaßnahmen gesetzten Rahmen ausweiten.
Diese Aussichten lassen - unter Berücksichtigung der vorgeschlagenen Steuersenkung - einen Ansatz des Bruttosozialprodukts für 1963
mit 578 Mrd. Dollar berechtigt erscheinen, wobei diese Zahl als Mittelwert eines 10-Mrd.-Dollar-Bereichs zu betrachten ist.
Ich rechne nicht mit einer fünften Nachkriegsrezession, die unseren Fortschritt im Jahre 1963 aufhalten würde. Es ist nicht die
Angst vor der Rezession, sondern es sind vielmehr fünf Jahre einer zu
großen Arbeitslosigkeit, ungenutzte Kapazitäten und rückläufige Gewinne - und die daraus resultierende Drosselung unserer Wachstumsrate -

-

3 -

�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
Wachstumsrate -,welche die Steuersenkung und -reform zu einer so
dringenden Sache machen. Die wirtschaftliche Expansion im Jahre
1963 wird, soweit dies einigermaßen abzusehen ist, die Wirtschaft
weit hinter dem hohen Stand der maximalen Beschäftigung, Produktion
und Kaufkraft zurückbleiben lassen, den der Employment Act vorsieht...
Die Wiedergesundung, die kurz nach meiner Amtsübernahme vor zwei
Jahren eingeleitet wurde, hängt jetzt in einem Augenblick der Entscheidung in der Schwebe. Ich glaube nicht, daß das amerikanische
Volk lediglich damit zufrieden sein wird - oder sollte -, neue
Rekorde aufzustellen. Die private Initiative und die Politik des
Staates müssen Hand in Hand arbeiten, um die Hindernisse einzureißen, die in den Jahren nachlassender Wirtschaftstätigkeit seit
1957 aufgebaut wurden, und die Nation in eine neue Periode stetiger
Vollbeschäftigung und raschen wirtschaftlichen Wachstums zu führen.
Dies kann nicht über Nacht erreicht werden, aber es ist zu schaffen,
Das Haupthindernis auf dem Wege zur Vollbeschäftigung ist eine unrealistisch schwere Steuerlast. Die Zeit ist gekommen, diese zu
besei tigen...
Steuersenkung und -reform im Jahre 196$
Lassen Sie mich
fiskalische Klugheit
kung fordern, selbst
größer wird -, warum
stehende Weg ist, um

darlegen, warum in der heutigen Wirtschaft
und Verantwortungsbewußtsein eine Steuersenwenn dadurch zeitweilig das Haushaltsdefizit
die Steuersenkung der beste uns zur Verfügung
die Staatseinkünfte zu erhöhen.

Wir haben nicht die Wahl - wie dies manchmal übermäßig vereinfacht dargestellt wird - zwischen Steuersenkung und Defizit auf der
einen und einem durch kluge Haushaltsgebarung spielend ausgeglichenen Budget auf der anderen Seite... Wenn wir in die Rezession hineinschlittern sollten, weil wir keine Entscheidung über die Steuern
getroffen haben, dann wäre das Haushaltsdefizit im nächsten Jahr ohne
Steuersenkung größer als das zu erwartende Defizit mit Steuersenkung.
Tatsächlich könnte eine neue Rezession alle Rekorde von Defiziten
in Friedenszeiten brechen. Und wenn wir versuchen sollten, den Ausgleich des Haushalts durch drastische Kürzung der Ausgaben zu erreichen - notwendigerweise auf Kosten der Verteidigung und anderer lebenswichtiger Programme -, würden wir nicht nur die Sicherheit unseres
Landes gefährden, sondern wir würden auch Nachfrage, Produktion und
Beschäftigungsstand so herabdrücken, daß das Steueraufkommen sinken
und der Regierungshaushalt erst recht ins Defizit geraten würde.
Dies zu versuchen, verbietet sich daher von selbst.
Solange wir also nicht die volle Prosperität mit den daraus
resultierenden, den Haushalt ausgleichenden Staatseinnahmen wiederhergestellt haben, liegt unsere Wahl in der Praxis nicht zwischen
Defizit und Überschuß, sondern zwischen zwei Arten von Defiziten:
zwischen einem Defizit aus Verschwendung und Schwäche heraus und
einem Defizit, dem wir ausgesetzt sind, während wir unsere künftige
Stärke aufbauen...
S o la n ge

- 4 -

�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
Solange wir in großer Zahl Arbeiter ohne Arbeitsplätze und
Produzenten ohne Absatzmärkte haben, werden wir als Nation
immer
wieder in ein Defizit der Trägheit und der Schwäche geraten. Wenn
wir jedoch statt dessen das Defizit als Nebenprodukt unserer positiven
Steuerpolitik zur Expansion unserer Wirtschaft vorübergehend erhöhen,
dann wird sich dies als eine Quelle der Stärke und nicht als ein Zeichen der Schwäche auswirken...
In dem Maße, in dem die Wirtschaft zur Vollbeschäftigung zurückkehrt, wird das Budget zu einem konstruktiven Gleichgewicht zurückfinden .
Dies wäre natürlich nicht der Fall, wenn wir laufend die Grenzen
unserer Produktionskapazität anspannten, wenn die durch die Steuersenkung freigewordenen Dollar auf starre Engpässe in der Industrie
und bei den Facharbeitern stoßen würden. Dann würde eine Steuersenkung eine offene Einladung für die Inflation, für eine neuerliche
Lohn-Preis-Spirale sein und unsere mühsam erreichte Besserung der
Zahlungsbilanz gefährden. Wir haben heute jedoch nicht nur brachliegende Arbeitskräfte und ungenutzte Produktionskapazitäten,
auch neue, zusätzliche Arbeitskräfte und Produktionskapazitäten vergrößern ständig unser Produktionspotential. Wir verfügen über eine
Wirtschaft, die voll und ganz in der Lage und bereit ist, auf den
Anreiz einer Steuersenkung zu reagieren.
Wege zu rascherem Wachstum
Das von mir umrissene Steuerprogramm erstreckt sich über drei
Jahre. Seine belebenden Auswirkungen werden jedoch noch viel länger
spürbar sein. Denn der Preis langanhaltender abgeschwächter Wirtschaftstätigkeit ist unter anderem langsames Wachstum. Eine Wirtschaft,
die nicht in der Lage ist, ihr Produktionspotential voll zu nutzen,
sieht keine Notwendigkeit, dieses rasch zu erhöhen. Der Investitionsanreiz wird von dem Gewicht der Überkapazität erdrückt. Der Mangel
an Arbeitsplätzen verlangsamt das Anwachsen der Beschäftigtenzahl.
Wenn eingeschränkte Märkte, Arbeitsmöglichkeiten und Anreize den Umfang der Anstrengungen und des Einfallsreichtums einengen, dann
blühen defensive, restriktive Praktiken - angefangen von Manipulationen mit Arbeitskräften bis zu Marktabsprachen. Wenn jedoch die
Wirtschaft aus der Lethargie der vergangenen fünf bis sechs Jahre
erwacht, dann wird schon das Ende der abgeschwächten Wirtschaftstätigkeit zu einem rascheren Wachstum führen. Die Vollbeschäftigung wird
den Würgegriff restriktiver Praktiken lockern und das Tor zu Neuerung
und Wandel weiter öffnen.
Wenn auch Programme zur vollen Nutzung vorhandener Hilfsquellen
der unbedingt notwendige erste Schritt einer positiven Politik für
ein rascheres Wachstum sind, so ist es doch nicht zu früh, andere
Programme zur Stärkung der der Wachstumskapazität der Nation zugrunde
liegenden Hilfsquellen voranzutreiben. Niemand zweifelt daran, daß
die Grundlagen der wirtschaftlichen Größe Amerikas in der Erziehung,
Ausbildung und Anpassungsfähigkeit unserer Bevölkerung und in unserer
fortschrittlichen und fortschreitenden industriellen Technik liegen.
Tief

�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
Tief verwurzelte Grundlagen lassen sich nicht über Nacht erneuern
und verbreitern. Aber die Erreichung der nationalen wirtschaftlichen
Zielsetzung ist auch nicht eine Aufgabe für heute oder morgen, für
dieses oder das nächste Jahr. Wenn wir nicht jetzt etwas tun, um die
menschlichen und materiellen Grundlagen für das Wachstum zu verstärken,
dann werden wir später in diesem Jahrzehnt und im nächsten den Preis
dafür in Form eines langsameren Wachstums bezahlen müssen. Wir müssen
also jetzt beginnen.
Die Bundesregierung ist bereits die Hauptquelle der finanziellen
Unterstützung für Forschung und Entwicklung in den Vereinigten Staaten. Die meisten Mittel, die gegenwärtig für Forschungszwecke aufgewendet werden, fließen über das Verteidigungsministerium, das Bundesamt für Luft- und Raumfahrt und die Atomenergie-Kommission an private
Unternehmen...
Da eine steigende Produktivität eine Hauptquelle wirtschaftlichen
7/achstums ist und Forschung und Entwicklung wiederum notwendige Quellen
des Produktivitätszuwachses sind, muß die Bundesregierung meiner Meinung nach jetzt damit beginnen, das Gleichgewicht im Einsatz der wissenschaftlichen Kräfte wiederherzustellen. Zu diesem Zweck werde ich
eine Anzahl von Maßnahmen vorschlagen, um die zivile Forschung und
Entwicklung zu fördern und die Nebenprodukte der militärischen und
der Weltraumforschung der zivilen Industrie leichter zugänglich zu
machen. Zu diesen Maßnahmen gehören:
1. Schaffung eines bundesstaatlich-einzelstaatlichen technischen
Beratungsdienstes;
2. neue Mittel und Wege, um der zivilen Industrie die Nutzung
der Ergebnisse der von der Regierung finanzierten Forschung
zu erleichtern;
3. Unterstützung der industriellen Forschung und Entwicklung und
der technischen Informationsdienste auf selektiver Basis;
4. Unterstützung von Forschungsverbänden der Industrie;
5. Anpassung der Einkommensteuergesetze, um den Firmen einen
zusätzlichen Anreiz für Investitionen in Forschungseinrichtungen zu geben;
6. Anreize für die Ausbildung von Forschungspersonal der Industrie
an Universitäten...
Die Geschichte wird die amerikanische Verpflichtung zu einer umfassenden Erziehung einmal als einen unserer größten Beiträge zur Zivilisation werten. In immer stärkerem Maße häufen sich auch eindrucksvolle Beweise dafür
daß die Erziehung und Ausbildung eine der am
tiefsten reichenden Wurzeln des wirtschaftlichen Wachstums ist. Durch
ihre direkten Auswirkungen auf die Qualität und Anpassungsfähigkeit
der arbeitenden Bevölkerung und durch ihre indirekten Auswirkungen
auf den Fortschritt von Wissenschaft und Wissen bildet die Erziehung
letzten Endes die Quelle eines großen Teiles unserer gesteigerten
Produktivität...
_
In

-

6 -

�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
In unserer Gesellschaft muß die Hauptverantwortung für die Bewältigung der erzieherischen Aufgaben und Erfordernisse bei den einzelstaatlichen Regierungen und den Kommunen, bei privaten Institutionen und bei den einzelnen Familien liegen. Aber heute, wo die Erziehung entscheidend wichtig für die Bewältigung von Aufgaben und
Pflichten des Bundes in bezug auf die nationale Sicherheit und das
wirtschaftliche Wachstum ist, bedarf es einer zusätzlichen Unterstützung und Hilfe des Bundes. Die Dollar-Beiträge, die die Bundesregierung leisten würde, sind gering im Vergleich zu den 30 Mrd.
Dollar, die unser Land gegenwärtig für das Erziehungswesen aufwendet;
aber sie sind dringend erforderlich, wenn wir uns die großen Möglichkeiten zunutze machen v/ollen, die vor uns liegen.
In einer Botschaft zum Erziehungswesen, die demnächst unterbreitet wird, werde ich eine Anzahl spezifischer Vorschläge machen. Sie
alle sind dazu bestimmt, unser Erziehungssystem zu stärken. Sie werden
die Qualität verbessern, die Möglichkeiten vergrößern und zur Erweiterung der vorhandenen Kapazitäten führen...
Die Erziehung darf nicht im Klassenzimmer aufhören. In einer expandierenden Wirtschaft steht der arbeitende Mensch vor der Notwendigkeit, seine Kenntnisse fortgesetzt der jeweiligen technischen Entwicklung anzupassen. Der einzelne und der Betrieb haben die Hauptverartwortung für die Umschulung auf sich genommen, die erforderlich ist,
um mit dem technischen Fortschritt gleichauf zu bleiben - und ihre
Fähigkeit hierzu wächst, wenn die Marktlage sich bessert und die Gewinne steigen. Aber die Regierung muß diese privaten Bemühungen unterstützen und ergänzen, wenn den Erfordernissen in vollem Umfang genügt
werden soll.
Um das Wachstum zu erleichtern, müssen wir beständig die Hindernisse abbauen, die der vollen Entfaltung der Möglichkeiten unserer
arbeitenden Bevölkerung im Wege stehen. Eine bessere Unterrichtung
wird hierbei von Nutzen sein - aber es wird noch mehr verlangt. Einrichtungen, die Arbeiter an ihre Arbeitsplätze fesseln oder ein vorzeitiges Eintreten in den Ruhestand fördern, müssen kritisch überprüft
werden. Eine Beendigung der rassischen und religiösen Diskriminierung,
die nicht nur einen Affront gegenüber unseren grundlegenden Idealen
darstellt, sondern auch mit ihrem Leerlauf unsere Wirtschaft belastet,
bietet einen verpflichtenden Beitrag zum Wachstum. Genauso wie wir
bemüht sind, den Anreiz für Investitionen in Sachwerten zu erhöhen,
müssen wir auch bestrebt sein, den Anreiz zur Entwicklung der Fähigkeiten und Möglichkeiten des Menschen und zur Förderung ihres wirksamen Einsatzes zu verstärken.
Es wird nicht einfach sein, die Wachstumsrate in den USA zu steigern. Wir verfügen nicht mehr über eine zahlenmäßig starke Landbevölkerung, die in die Industrie abwandern könnte. Wir haben nicht die
Möglichkeit, aus der im Laufe einer Generation anderswo entwickelten
modernen Technik für uns Kapital zu schlagen. Das einzige uns leicht
erreichbare Wachstum ist ein Wachstum, das dem Erfolg unserer Bemühungen entspringt, der bis 1957 zurückreichenden Periode nachlassender
Wirtschaftstätigkeit "ein Ende zu setzen - dieses Wachstum müssen wir
erreichen, schon weil es nicht zu verantworten ist, daß die amerikanis
Wirtschaft in einer Zeit der Krisen auf zu niedrigen Touren läuft.
Über

�•

"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
Über die Vollbeschäftigung hinaus müssen wir uns jedoch auf
die Hauptquellen allen langfristigen Wachstums stützen: auf Menschen,
Maschinen und Wissen. Wir müssen eine Vielzahl von Maßnahmen - sowohl
einfallsreiche wie routinemäßige - ausfindig machen und anwenden, um
unser Volk in die Lage zu versetzen, alle die Verheißungen unserer
Technik und unserer Wirtschaft zu verwirklichen. In einem Rahmen der
Vollbeschäftigung können diese Maßnahmen dazu beitragen, unsere
Wachstumsrate auf vier Prozent und mehr anzuheben, das amerikanische
Volk zu größerem Wohlstand und die freie Welt zu größerer Sicherheit
zu führen."

**..••*

8

-

�EUROPE: KALEIDOSCOPE OR CLOUDED CRYSTAL
Address by
The Honoiable Dean Acheson
at the
University of California
Berkeley, California
Marih 13, 1963

Our neeting today is one postponad by the crisis before lastr In
accordance with the principle of the conservation of energy, so I an told,
nothing is ever lost; though it soi..etlraes seens to ne that it would be
well if sorce things were,. For instance, the address I was to have niade here
appearcd in January in Foreign Affatrs, while the one I was to have niade at
the California Institute of Technology was brought forth at West Point in December with devastating effect upon the regard in which the la^d of my ancestors
had previously held nie. At any rate, afcer the crises of October and January
my two speeches have gone the way of all Speeches* and we raust Start over,
Some of ny dosest friends and severest critics will doubtless observe that,
in order to take a fresh look at the world Situation, I have -- like Lord Nelson -put the telescope to my blind eye In a way they will be right, siace one can
never take a wholly fresh look. External impressions must go through some
brain,
With that caveat, let us have a look, after the high wind of last January,
at the State of well- or ill-being of what has been probably the most long continued, enligbüened, extensive, and en.coessful endeavor in history» What has
been done since the end of the last war, a period of less than twenty years, is
nothing less than tha restoration of allies, friends, and former enemies alike
after shattering experiences, and the building of a Western European-North
American nexue to deal with the woriJ vide dangers and problems of an entirely
new wer Id.
At the outset let me renind you that success has its problems too. Crises
and dlffleultlcfl are with us not because the right policy or action eludes us,
but frem the very nature of human li:e and of the Situation we have faced. The
idea that a right course exists whic&gt;. will prevent difficulties frei arising
or remove them if they do, rests on tue assumption that all is con^trollable
if only we knew how.- But it is not true that all is controllable, or that difficulties cotr.e only from eirors. Thers are times in history when a vise and highly
successful course a^peais to, and often does, result in olmost as m^ny difficulties as it has resolved* A convr'escing patient well on the road to recovery,
may be irri-.atingly cantatikerouj- in asserting his new sense of strength and independence, as well as rerentnent at h"s former dependence. Yet recovery marks
success, not failure..

�-2By ehe January crisis, I mean General deGaulle1s manifesto declaring French
policy, his vetoing of British entry into the Common Market, the Franco-German
Treaty, and his reaffirraation of France's aim for an lndependent nuclear capability, Some American press comment treats these events as a heavy blow to common
policy in Europe, as previously conceived, at least, in this country. Many
voices seem to counsel making what they call compromises with General deGaulle,
since they see his star in the ascendant. This analysis and advlce seem to me
not only thoroughly nistaken, but to be as unfair to General deGaulle as they
are to the United States.
fluch as I disagree with many of General deGaulle's policies and ideas, I
defer to no one in ny admiration of his character, especially his serenity, and
his intelligence. No one, now living and active, occurs to me whose own personallty makes as great, and generally beneficial, an impact on his envlronment as
the General's. That is as good a definition of greatness as I know.
But to advise making a compromise with the General is another matter. It
1s not possible to persuade, bribe or coerce General deGaulle from following a
course upon which he is set. But he can and does in tiroe recognize the inevitable
and adjust his conduct to it, as he did in Algeria. It has been wisely Said
that "the mode by which the inevitable comes to pass is effort." The power of
the United States to shape the inevitable for General deGaulle is immense. To
urge either him or this country to depart from policies in which each deeply
believes does both an injustice, and is a waste of time.
One point of view is that General deGaulle's actions in January presented
Europe and North America with a wholly changed Situation. From another point of
view these events are said to have revealed much, but changed little. Both
views present facets of the truth. The same thing happens when a couple which
has been getting along badly has a blazing public row. It reveals what was
already known, but, perhaps, a little raore — the depth of incompat'bility.
It would be a mistake to press siniles too far. General deGaulle has not
declared war on the Anglo-Saxons, as he calls the British and ourselves. He
has not even proposed that Europe seek a divorce from its marriage to America,
which for twenty years has been one of both convenience and necessity. He has
evidenced a growing distaste for it and a desire for Separation from bed and
board; if not a judicial Separation, at least a judicious Separation.

as
If
he
is
He

Why is this sc? The General may be deeply, indeed tragically, mistaken —
I think he is in this case — but he is neither unintelligent nor sinister.
we are to oj»?ose his course, we must understand it. The convictions on which
is now acting he has held and expressed for some time. The place to begin
with what he said in January as he excluded the British from the Common Market.
began this way:
" . . . The Treaty of Rome was concluded between six Continental states*
As a wholc, these states are, economically
speaking, alike. . . . Because this grouplng and these ties are
sc pronounced what they have to produce, t&gt;t buy, to seil, to consuroe, they prefer to produce, buy, seil, and consume within thelr
own compleX;. This, then, is in accordance with the realities of
the Situation.

�• 3 "Furthernore, it should be added Chat fron the point of
view of their economic development, cheir social progress, and
their technical capacity, they are all in step and march in a
very similar manner. Also, tl.ere is no political disagreement between
them, no boundary questions, no domination or power rivalries. On
the contrary, they are united in the first place because of their
awareness that together they possess a large part of the sources
of our civilization and also wich respect to their security, because they are Continentals and are faced with a Single identical
menace fron one end to the other of their territorial complex.
"In short, they are united because not one of them is tied
to an outside power by any special political or military pact."
Please note carefully the last paragraph. The six nations referred to,
France, Germany, Italy, and the Benelux countries, are united because, he Said,
not one of them is tied to any outside power by any special political or military pact. But all of them are signatories of the North Atlantic Treaty which
provides:
". . . an armed attack against one orraoreof them (the member
states) in Europe or North America shall be considered an attack
against them all; and consequently • . . if such an armed attack
occurs, each of them . . . will assist the Party or Parties so attacked
by taking forthwith, individually and in concert with the other
Parties, such actlon as it doems necessary, including the use of armed
force, to restore and maintain the security of the North Atlantic
area."
Both Great Britain and the United States are signatories of the same treaty.
One would, therefore, suppose it piain that all the signatores were "tied"
to one another by a very "special political (and) military pact." This treaty
had not escaped the General's attention. He simply chose to ignore it, so far
as the six countries were concerned, leaving Great Britain and the United States
as "outside powers" tied by this special relationship.
Then came Britain to alloy this incomposlte unity.
"England, in fact," said the General, "is insular, maritime, linked by its trade, its markets, its supply needs, to the
most diverse and often the most rennte countries. Its activities
are essencially of an industrial and commercial nature and it
carries on very little agricultural activity. All of its activities are characterized by very Singular and distinctive practices
and traditions . . .
"It must be admitted that the entry of Great Britain
first and then that of those states will completely change the
arrangements as a whole . . . . Kence we should envisage the
setting up of another Common Market. But the one that would
be establi*bed, conslsting of eleven countries and later of
thirteen and later, perhaps, of eighteen, would, dbubtless,
bear little resemblance to the one that the six have constructed.

�4~
"Moreover this Community, growing In this manner, would
find itself confronted with all the problems of its economic
relations with a host of otber countries and primarily with the
United States*
"It is to be anticipat?d that this would soon destroy the
coherer.ce existing betwesn all the members, which would be very
numerous;, and that in the final analysis a colossal Atlantic
Community subject to and directed by America would appear, which
would malce short work of absorbing the European Community *
"This is a hypothesis which may be perfectly justifled
in the eyes of some people but that is not at all what France
vadtrö-to' Oft .and what Franct is doing and which rejr-sents an
absolutely European setup."
Here the General comes back again to the basically disqualifying characteristic
of the British applicatton -~ its tondency to involve the Continental eilte with
America. deGaulle's nightnare is the broader American-led Atlantic Community
"which would raake short work of absorbing the European Community.." Soon, again,
he returns to this Obsession.
At Athens the United States gava clear assurances that it would react with
nuclear weapons to a Soviet nuclear attack or to a Soviet conventional attack
which could not otherrlse be resisted. Nevertheless, the General said:
" i &gt; . no one in the world and particularly ho one in America,
can say whether, where, w1 in, how, or to what extent American
nuclear weapons would be uscd to defend Europe. This does not
of course prevent American nuclear arms, which are the most
powcrful of all, from remaining the essential guarantee of world
peace • • • •
"Thus, principles and reallties are in accord in lcading
France to provide itself with an atomic force of its own. This of
course by no means excludes the possibility of the action of that
force being combined with that of simllar forces of its allies.
But, for us, in this Situation, Integration is something that
cannot be imagined . • , «,
"In the Bahamas, the United States and Great Britain
concludel an agreement, and we were asked to adhere to it . • * .
It is a matter of establishing an atomic force, called multilateral
,. • .. This multilateral fcrce would be used to defend Euiope
and would be undar American command of NATO. . . »"
Here it is not the supposed uncertain availabllity of American nuclear
power in the defense of Europe which really bothers the General. Indeed, he
refers to that power as "the essential guarantee of world peace." What the
General finds objectionable is what he calls "the American command of NATO."
What the General says that France w.mts, certainly what he wants, is what he has
called "an absolutely European setup»" Before considering whether this is wise,
possible, or desired by any of France 1 s partners in the Six, let us consider
for a mor.^nt Genera?. deGaulle's con-eption of Europe. For he has one, and it
is not a mere cloak for French parocMftllM or for illusions of "grandeur."

�-5To some che French vcto of che British applicacion was a classic example of
Chose European enmicies againsc which Che Fächer of our CounCry so eloquently
warned us in his Farewell Address:
"Europa," he sald, "has a saC of priraary interests,
which co us have none, or a very remote relacion. Hence,
she must be engaged in frequenC controversies, Che causes
of which are essencially foreign Co our concerns. Hence,
therefore, it must be unwise in us Co implicate ourselves,
by artificial Cies, in che crdinary vicissiCudes of her
policics, or Che ordinary ccnbinations and collusions of
her friendships or enmitieSo"
Far be ic fron ne Co say ChaC enmicies, ancienC or modern, have no effecc
in General deGaulle's thoughcs o&gt;_ decisions. BuC here I do noc chink ChaC he
is motivated by ancienc European entr.ities. Racher, I believe ChaC General
deGaulle is curning General Washington's advice around and givlng ic Co his
European parcners. Only a small paraphrase of Che Farewell Address is necessary
Co state General deGaulle's advice to Europe. "The greac rule of conducc for
us in regard to (non-European) nacicns is Co have wich ehern as liccle policical
conneccion as possible. Why, by incerweaving our desciny in any conneccion
wich Che (United States), entangle cur peace and prospericy in Che Coils of
(American) anbicion, rivalship, inCeresC, humor, or caprice? IC is our crue
policy Co steer clear of permanent allianee with any porCion of Che world
(beyond Europe.)"
This, I Chink, is whaC he is saying«. The quescion remains, why? Why,
in a world where terrestial Space has all buC been eliminaCed, in a Century when
all Europe, combined Co defend icself apainst che chen mosc powerful European
nacion, twice called for che aid of America -- why, now, when Europe has no adequate defense apart from America, should General deGaulle preach so suicidal a
doctrine' If chere is any answer, ic must lie in his coneeption of a Europe
from the AclanCic Co the Urals.
So far as I know, che phrase crops up firsC in 1959, when he observed ChaC
disarmament held no security for France unless ic applied "from che AclanCic
Co che Urals" —• an eminencly sensible idea. On May 31, 1960, it appeared in
a wholly new seteing:
•. . . " , . . it is only in the equilibrium of the universe
Chat one shall find peacer On our old continent the Organization of a Western group, more or less equal to that which
exists in the East, could one day make possible an underStanding (entente) from the Atlantic to the Urals without risking
the independence of anyone.»
,. Then Europe, the whole of it,
no longer cut in two by the ambitions of ideologies . . . shall
again become the home and eeotex of civilization . . . and obligate the great countries wh^ch on other continents march toward
power to take to Cooperation rather than the temptatlons of
war,"

�.6.
By Docenber 29, 1961, enthusiasn and rhetoric
staten:nt thr.t the General would b. syrapathetic to
"major Western powers and Soviet Russia," provided
and that "the discussion be that of reestablishing
of extending Moscow's hold over our kontinent."

had receded to the sober
negotlations between the
the Kremlin ceased its threat
a balance in Europe, not

But by the press Conference of Hay 15, 1962, the idea was again füll blown.
Speaking of three principal goals which he had set for hinseif, he described the
second in this way:
11

• . . To contribute tc the construction of Europe in the
fields of politics, cf defen?a and of economy, so that the expansion and action of this ensemble may aid French prosperity
and security and, at the sane time, re-establish the possibillty
of a European balance vis-a-vis the European Countries."
(On the solidarity betwaen Germany and France depends
not only the security of the two peoples but also) "the destiny
of the whole of Europe, fron the Atlantic to the Ural Mountains;
for if a structure, a f i m , prosperous and attractive Organization, can be created in Western Europe — then there reappear
the possibilities of a European balance with the Eastern states and the
prospect of a truly European Cooperation, particularly if, at
the sane time, the totalitarian regime ceased to poison the
Springs."

�.7In these passages the aGaulle conceptlon of Europe from the Atlantic to the
rais is set out with admirable clarity. It is simply this: resting upon the
olidarity of Germany and France, Westein Europe can becorae so organized and
owerful as to balance the Eastern satellites and European Russia and open the
ossibility of a truly European cooperative System extending from the Atlantic to
he Ural Mountains. This contemplates an internal equilibrium wholly within the
rea. To achieve this equilibrium it is not enough that power factors should not
nvite disequilibrium.n It is necessary that inducements to harmoniKation of
olicies within this Europe outweigh the inducements to conflict. Hov does
eneral deGaulle's Europe meet these criteria?
Some factors support the deGaulle appraisal — the populatlon of NATO Europe
larger than the Six) is slightly larger and, probably, more industrially competent
han that of the Soviet Union; its raw naterial resources and lndustrial productive
otential are as large or larger; its agriculture is infinitely superior. But here
mportant factors shift to the East.
The present armaments of the Soviet part of this Europe, conventional and
uclear, are today so superior to those of Western Europe as to defy any realistic
ope of equalization within this confined area. This is so, not only because of the
uantitative and qualitative disparity, but because no possibility exists within this
roposed society to change this disparity. The Soviet Union is directed by a
lonolithic autocracy, which will not be susceptible to any attempt by General deGaulle
o reduce its power. In Western Europe the difficulty now, and in the future as in
he past, lies in stimulating and coordinating the wills of separate peoples and
;overnments. Each government has its own difficultles; when those are put together,
hey increase geometrically. Western Europe cannot and will not be stimulated within
laullist Europe to increase its power without destroying Gaullist Europe. If the
ieneral attempts to stimulate it, his Russian colleagues will stop it; if they
itimulate it, they will dispose of him -«• and, perhaps more. Gaullist Europe must,
herefore, be a Europe under Soviet hegenony.
The General's partners see this as piainly as we do, and most of them want no
&gt;art of it. Perhaps, some of them, but only a few, nourish the hope, which I discern
iow and then in French official utterances, that they might have the best of both
rorlds by terminating, or attenuating, the American presence in Europe but still
•etaining the guarantee of American defensive protection« This would mean that
:hey would do nothing to face the Russi ins, lnstead of ourselves, with the alternative of resorting to nuclear war to deter the pressure of conventional power, lnstead,
&gt;y the development of a small national nuclear force, they would hope to be able to
letonate ours. Thus, so the argument runs, without the bürden of either conventional
&gt;r nuclear forces of any sise, they could protect themselves from the disconcertingly
&gt;owerful eastern portion of a Europe extending from the Atlantic to the Urals.
If by some such method General deGaulle seeks the best of all worlds, he surely
illocates to the United States the worst. For we would be assigned to defend Europe
lgainst the inevitable consequences of his policy -- domination by the Soviet Union -•
fhlle being excluded from any part or influence in establishing in Western Europe
»hat Genetal Washington called "a respectable defensive posture." Our task under
those circumstances would require the mutual incineration of the Soviec Union and
the United States. It is difficult to conceive of any government in this country
jndertaking so unpromising a commitment, A relatively simple effort by a Western
Surope defense integrated with power of the United States could deny the Soviet
Union conventional superiority in Europe and face it with the necessity to resort
to nuclear war to impose Its will by force.

�B.
So it seems to nie piain that the conceptlon of a Europe from the Atlantic
to the Urals 1s a conceptlon wholly at variance with the North Atlantic Treaty
so long as the Soviet Union maint a:\ns anything like its rpresent purposes
and attitudes. If it should cease to maintain them, the treaty would cease
to be of importance« General deGaulle cannot have both the Europe of his
conceptlon and ths treaty of his corception. Not because he does not want
both, but because ths tisks and ha?ards to the United States under those
circumstances of assuraing the treaty obllgations as he would conceive them
are too great. One would hope that this truth is well and widely understood*
The weakness of General deGaulle's position in the eyes of his European
partners will lie not only in its basic fallacy which we have just examined,
but in the vast difficulty of France's achieving what she must to fulfill
specific portions of the program,, Let us have a brief look at the French
milltary Situation» This requires an entirely new conventional force and
an entirely new nuclear establishment«
The conventional goal is to have at least as large and well armed a
force in Europe as the Gernans have» At present the Germans have twelve
divisions, whlch cculd, and doubtless will, be much better than they are.
They certainly will have more. The French troop uprisings in Algeria, the
O.A.S c , the desertions and trials of senior officers are only the most dramatic lidication that the French array, which since the war has been fighting
losing guerrilla wars in Asia and Africa, taust be reorganized, reraanned,
reofficered, reequipped, and redeployed. This ls not because NATO or Washington wants it, but because it is a pressing necesslty for France. It is
also a lengthy, dlfficult, and very costly process, as German experience
(ahead of France's) has so poignantly reminded us through "Der Spiegel"
affair. General deGaulle must sonetimes be tempted to repeat the Duke of
Wellington's wryly Ironie remark, provoked by a draft of troops sent to him
in the Peninsula, "I don't know what Impression these men may make on the
enemy, but, by God, they terrify ne!"
On top of this heavy and inescapable budget demand, must be imposed
the bill for the nuclear deterrent, the Force de Frappe ••- or, as the
London Economist put it, "Höre Frappe for a Franc." General deGaulle, with
characteristic candor, does not overstate what a French Force de Frappe
could do, but I think he does overestimate its significance»
"It ls perfectly true," he said in January, "that
the quantity of nuclear arms we can furnish ourselves will
far from cqual the mass of those of the two giants of
today . * ..
"In 1945 two bombs, which were elementary, caused the
capitulation of Japan, which could not retaliate . . . The
Frrnr'j atonic force will, from the beginning of its Organization, have the sinister and terrible capaclty to destroy
millions and millions of nen in a few instants,&gt; This fact
cannot but lnfluence, at least somewhat, the intentions of
such a possible aggressor,"

�-9We have nlready discussed the conception of the indepcndent French
forces as a trigger to fire the U.S. Strategie nuclear force; and polnted
out why this idea is unacceptable to us. We nust now consider the Utility
of the force» as the General is doing in the passage quoted, wholly apart
fron any lnvolvement of American Power. All that is claimed ls that it
eould affect the lntentlons of a possible aggressor "at least sonewhat."
In the strict sense of the words this is difflcult and useless to deny. But
the General surely neans more than this. He expects that his force will
have aroeasurableand, indeed, significant deterrent effect* The question is,
will it? And under what circumstances?
The French force can have very little deterrent effect if Its weapons
would have little chance of reaching any targets. When French atoroie war«
heads are developed, they will be borober-bornej therroonuclear ones are not
seheduled until the 1970's andraissilevehicles roay be a long way off.
Moreover, while General deGaulle says modestly that the French force will be
far fron equal to those of elther of the giants, the fact ls that it would
be unlikely to aroount to 27. of elther. This would be no threat to the Sovlet
air force. Indeed, the General clearly thlnks of lt as an anti-clty weapon.
The Chance that so small a force, or any of lt, would be able to penetrate
defenses to populous'Centers ("to destroyrollllonsandroillionsof nen In a
few instants") is not good* The desirability to Soviet Russia of destroylng lt
before it left the ground would be great enough to suggest that, on balance,
the rlsks of destructlon which such a force night pose would be considerally
greater in France than in the Soviet Union.
At any rate, the opportunlty to contrlbute to the creatlon of this
French force would not seem to be over-alluring to France's European neighbors; and the flnancial effort lt would impose upon the French economy
night well reverse the happily strong position which it has only just attalned
after soroanyyears of internal and external strain and draln. The fact of
the matter is that France's nilitary position ls very weak, Indeed, and ls
llkely to renain so for a conslderable period. This is not only unfortunate
for the NATO alliance, but it ls disastrous to any deslgn of General deGaulle
to convince his European nelghbors that he can lead then to any purely Euro«
pean«provided security, or further any such deeply held politlcal purposes
as the Geraan one to protect Berlin and reunlte Germany,
From an even broader point of view, General deGaulle's Europe offers
little promise of elther strength or beneficial contributlon to free world
strength. While the veto of the British application was put primarily on
the danger of the American Trojan Horse, it was also put on the ground of
the differentness of Great Britain from the Continental societles* It was
an Island. It looked outward, llnked by trade with "the most remote countries,
lts "activities . . . characterized by very Singular and distinetive prac«
tices and traditlons," Contrasted with this the General attributes to the
stx contlnental countries a preference "to produce, buy, seil, and consume
within their own conplex." In this contrast General deGaulle was quick to
see a conflict of leadership and conception, deeply rooted in history.

�10Sotne months ago a German friend said to me, "The Six are too parochial
for their owa and the general good&lt;&gt; What we need is an Infusion of salt
watero" When General deGaulle looks bayond the continent, what does he see?
Only forcier French African colonies which he wishes to bring into a Community
for which Britain was too exotic0 Tbc Common Market, like the United States,
is too larga a produetr and consumer to buy, seil, and consume within its own
coraplex, To attenpt this will have tl:e most harmful consequences within its
own area and to the 'ast external area of the free world which must live
by trade with these two great uarkets
American policy toward the Common
Market from its inception has been that such an Arrangement with low external
tariffs and other batriers was good; with high ones, bad. It was welcomed
not as an Instrument to constrict tho trade of Europe within a club under
French hegeraony, but as a new great rarket designed to expar.d trade with a
sense of outward-looking responsibilicies* The Trade Ftpansion Act, passed
in the last Session of the Congress, xs founded on this conception» No one
has stated it better than the father of the Common Market, II« Jean Monnet:
"There are urgent prcblems which neither Europe nor America
can settle alone* These are, to my mind, the monetary stability
0£ the West, the Organization of agriculture in an increasingly
industrial world, help to the developing countries to speed their
growth and, of course, the freeing of trade to be negotiated ba»
tvreen yoursalves and the Comtncn Market" _/
The contrast b..twoen this statemont and the narrow preference for a Europe
seeking an economic existenca within its own complex gives soma measure of
the haim which the announcad policy of the press Conference portends*
In the light of this analysis, what should be the response of the United
States policy to the events of Januaty? To begin with, it should be a calm
response, kaeping a sens« of proport^on, avoiding the acriraonious and spiteful.
It shov-ld not assume, as some of the press has, that all is lost because
General daGaulle has starkly revealed long-Standing Opposition to coamonly
favorcd policy, It should be basci on the knowledge that the General's
Position will not f5.nd favor with our common allies because it is not in
the cornon inte:'e&lt;5ts. It should ras.; on the further fact that tht-, 'Jnited
States is strong, and is regarded as strong by friends and opponer.Cs alike,
while France, though happily much he?.Ithier than recently, is stil1 far from
being a robust leider.. In short, General deGaulle's d&amp;aarche has changed
very little, though it has shown the Intention and capacity to slow some
things up.Our present European defense policy is right and should be continued.
This consists in konstant pressuxe tovard developing a conventional defensive
position which, as it grows in strength, constantly makes clear to rhe Soviets
that to attain their ends by threat or pressure of force increasingly faces
them with rssort to nuclear war«, No doors should be closed to French participation and Cooperation If French attitudes unduly delay or frusttate
agreen»nts through NATO Channels to gat on with the common defense, efforts
should go forward directly with nations able and willing to make pfogress.

*/

Address by -luan Monnet, J •
Award in Naw York.

!-&lt;-&gt; .,-,-• tec»*ving the 1962 freedom

�We should understand that France, because of troubles in Asia and Africa,
has make mighty little contribution for a decade; and, under the best circumstances, eoulq not have been expected to nake much more for another decade«
Furthenriore, whntever is dcne to renal 3 the French a m e d rorces is a necessary
preJ.vde to any effektive participation. Whatever the General does to develop
a nuclear capability he will do anyway, and the less tirne we spend worrying
about it the better.
As for a Strategie nuclear force in Europe, a multinational approach
is the best one in principle. But it does seem to me a waste of time to
chase its distant implications of control and connand to drily logical extremes before there is anything to control or command. Our allies can hardly
have very solid ideas about how they want to partieipate in nuclear defense
until they know something about it. This they have been prevented from
learning by self-defeating, excessive secrecy. These barriers should be
removed. Carefully selected officers and civilians should be given every
opportunity to learn the detailed costs of a nuclear establishment, tt*« intrlcacies of the deployment, protection, targeting, and control of Strategie
nuclear weapons, and something of the Operation of various types of weapons.
If this were done, the discussion of what is popularly called a "NATO" or
"European" nuclear force would be revolutionized. Only then can we hope for
really wise planning with our allies for the coiaaon defense,with the funetion
and deploynent of the various arms de^rmined in relation to the problem
and not to national prestige, pride, er suspicion.
In the political field, the ev nts of January carry a clear and stern
warning of the panalty we pay in out relations with Germany for failure to face
up to unequivocal decisions on policy toward Central Europe and the reunification of Germany. This, of course, lies at the heart of policy toward
Berlin. American and European interests, when seen free from the fog of
Illusion, require reunification within a united Europe, within a closely
knit Atlantic alliance. Since the disastrous Camp David meeting Gernans have
been disturbed over our constant negotii ;ions with the Russians under Russian
threats. Fruitless as they have been, with no real concesslons made, they
seemed to Germans to edge toward increr.sing recognition of the East German
regime; they kept German politics conf &lt;nuously upset and moved German sympathy
toward General deGaulle's support of Oerraan ambitions which is, perhaps,
more strongly stated than unreserved-. Our f lirtation with Moscow, like many
which have no serious purpose, has sueeeeded only in embittering more legitimate relationships. The time has come to stop it and State our intentions
unequivocally,
While the January offensive began on the supposedly economic front, and
did a good deal of damage, I sec no reason why the war should go on there.
The occasion for it all, the British application to the Common Market, is
now in unpredictable limbo. The Five üould gladly, and, in time, might
successfully, overbear France, if British politics were not to intervene and
change the British position. No one can see clearly at present what will
happen. But, if tempers and resenfmerts are not exaeerbated, there should
be enough common interest in important areas to push on in the directions
which M. lionnet has pointrd out«

�In the freeing of trade, the Treaty of Roiae will by 1966 prevent any one
country from blocking a course desired by the others. If we and the Five
move vigorously toward the lowering of barriers into the great markets of
Europe and America, we can shape the sort of inevitabillty whlch General
deGaulle will accept. Recently Mr. Per Jacobsson, the Managing Director of
the International Monetary Fund observed that "perhaps the best thing that
can happen to the underdeveloped countries is the pursuit of active expansionary policies in the more industrial countries" and suggested that this be
done cooperatively through the Fund and the Organization for Economic Coopera»
tion and Development in Paris. M. Ilonnet has urged that the leading financlal countries get on with the closely related task of improving the monetary
stability of the West. Here are endeavors in which General deGaulle can join
without embarrassment or inconsistency. They are whoily in accord with
French interests as he sees them.
In short, January was not a good month. General deGaulle did the West
a bad turn in vetoing the British apilication. He disclosed some long-range
plans which must be opposed and which, if intelligently opposed by pressing
on with better ones, have not much Chance of getting very far. In other
directions there is room and need for Cooperation with him in important work.
The writer of Eccleslastes has told us that there is "a time to every purpose. . ..
a time to break down and a time to build up." January last was, apparently,
a time to break down in the midst of a long time of building up. It did some
damage. It is now time to repair that and get on again with building up.

�A M E R I K A

D I E N S T

i l l g . / X V I - 11
EUROPA: KALEIDOSKOP ODER GETRÜBTER KRISTALL
von
Dean G. Acheson

-

A N S P R A C H E
g e h a l t e n vor d e r U n i v e r s i t ä t von K a l i f o r n i e n

am M i t t w o c h , dem 13« März 19&amp;3
(Wortlaut)

in

Berkeley

�EUROPA I KALEIDOSKOP ODER GETRÜBTER KRISTALL

Unser heutiges Zusammentreffen ist die Nachholung einer Veran»
staltung, die angesichts der vorletzten Krise verschoben worden war.
Nach dem Grundsatz von der Erhaltung der Energie geht, wie ich mich
belehren ließ, nichts je wirklich verloren! manchmal jedoch möchte
ich meinen, es wäre ganz gut, wenn manche Dinge doch verlorengingen«
Die Ansprache beispielsweise, die ich hier halten sollte, erschien
im Januar in "Foreign Affairs", während eine andere, die ich an der
Technischen Hochschule von Kalifornien hätte halten sollen und die
dann in West Point im Dezember von mir vorgetragen wurde, verheerende
Auswirkungen auf die Achtung hatte, die mir das Land meiner Vorfahren
bis dahin entgegengebracht hatte« Jedenfalls sind meine beiden Reden
nach den Krisen vom Oktober und Januar den Weg aller Reden gegangen,
und wir müssen ganz von vorn beginnen»
Einige meiner engsten Freunde und schärfsten Kritiker werden
zweifellos bemerken, daß ich, um einen neuen Blick auf die Weltlage
zu werfen, das Fernrohr • wie Lord Nelson - an mein blindes Auge halte«
In gewissem Sinne werden sie damit recht behalten, denn niemand wird
schon beim zweiten Blick mehr völlig unbefangen sein» Äußere Eindrücke
müssen erst das Hirn passieren«
Eingedenk dieser Vorwarnung wollen wir nun, nach dem Windstoß
vom Januar, einen Blick auf das Wohl oder Wehe dessen werfen, was die
bisher am beharrlichsten fortgesetzte, die weitestblickende, die umfassendste und die erfolgreichste geschichtliche Bestrebung darstellen
dürfte« Was seit Ende des letzten Krieges in einem Zeitraum von noch
nicht einmal zwanzig Jahren bewerkstelligt wurde, ist nicht weniger als
die Wiederaufrichtung von Verbündeten, Freunden und früheren Feinden
nach erschütternden Erfahrungen und der Aufbau einer westeuropäischnordamerikanischen Verbindung mit dem Ziel, den weltweiten Gefahren
und Problemen einer völlig neuen Welt zu begegnen«
Ich

*. 1 -

�Ich darf Sie von vornherein daran erinnern, daß auch der Erfolg
mit Problemen verbunden ist. Krisen und Schwierigkeiten tauchen auf,
nicht weil uns die rechte Politik abgeht oder weil es an richtigen
Maßnahmen mangelt; sie entspringen vielmehr dem ureigenen Wesen
menschlichen Lebens und der Lage, der wir uns gegenüber sehen. Die
Vorstellung, daß ein richtiger Kurs möglich sein müsse, der keine
Schwierigkeiten aufkommen läßt oder diese beseitigt, sobald sie
auftauchen, beruht auf der Annahme, daß alles regelbar ist, sofern
man nur weiß, wie. Es trifft aber nicht zu, daß alles regelbar ist
oder daß Schwierigkeiten nur aus Irrtümern herrühren. Es gibt Zeiten
in der Geschichte, in denen ein weiser und höchst erfolgreicher Kurs
ebenso viele Schwierigkeiten hervorzurufen scheint und oft auch tatsächlich hervorruft, wie er zu beseitigen vermochte. Ein Rekonvaleszent
auf dem Weg der Besserung kann sehr wohl in lästiger und streitsüchtiger
Weise auf sein neues Gefühl der Stärke und Unabhängigkeit pochen und
dabei gleichzeitig nichts mehr von seiner früheren Abhängigkeit wissen
wollen. Und doch ist die Genesung ein Zeichen von Erfolg und nicht von
Mißerfolg.
Mit der Januar-Krise meine ich die Erklärung General de Gaulles
zur französischen Politik, sein Veto gegen den Beitritt Großbritanniens
zum Gemeinsamen Markt, den deutsch-französischen Vertrag und die Bekräftigung des Strebens Prankreichs nach einem unabhängigen nuklearen
Potential. Verschiedene amerikanische Pressekommentare werten diese
Ereignisse als einen schweren Schlag für eine gemeinsame Politik in
Europa, wie man sie vorher, zumindest in unserem Land, ins Auge gefaßt
hatte. Viele scheinen den Ratschlag zu geben, mit General de Gaulle,
wie man es nennt, Kompromisse zu schließen, da sie seinen Stern als
im Steigen begriffen erachten. Diese Lagebeurteilung und diese Ratschläge scheinen mir nicht nur von Grund auf irrig, sondern gegenüber
General de Gaulle wie auch gegenüber den Vereinigten Staaten unfair
zu sein.
So sehr ich auch vieles an der Politik und den Ideen General
de Gaulles mißbillige, so stehe ich doch in meiner Bewunderung für
seinen Charakter, besonders seine Gelassenheit, und seine Intelligenz

2

-

�Intelligenz hinter niemandem zurück. Ich wüßte keinen unter den derzeitig Lebenden und Tätigen, dessen Persönlichkeit einen so großen
und im allgemeinen wohltuenden Eindruck auf seine Umgebung macht wie
die des Generals.

Das ist die beste mir bekannte Definition von Größe,

Zu Kompromissen mit dem General zu raten, ist eine andere Sache,
General de Gaulle ist weder durch Geld, gute V/orte noch Zwang von
einem Kurs abzubringen, den er einmal eingeschlagen hat. Er vermag
aber sehr wohl im rechten Zeitpunkt das Unvermeidbare zu erkennen und
sein Verhalten darauf abzustellen, und er tut dies auch, wie Algerien
zeigte, Es geht das kluge Wort, die beste Methode, das Unvermeidbare
herbeizuführen, sei die Anstrengung. Die Fähigkeit der Vereinigten Staaten, das Unvermeidbare für General de Gaulle zu gestalten, ist gewaltig.
Ihn oder unser Land zur Preisgabe von politischen Konzeptionen drängen
zu wollen, an die beide fest glauben, wäre sowohl ungerecht als auch
ZeitVerschwendung.
Eine Ansicht besagt, der Schritt General de Gaulies vom Januar
habe Europa und Nordamerika vor eine gänzlich veränderte Lage gestellt.
Einer anderen Ansicht zufolge sollen diese Geschehnisse viel enthüllt,
aber wenig geändert haben. Beide Ansichten sind Facetten der Wahrheit,
Es ist nichts anderes passiert, als daß ein Ehepaar, das seit langem
schlecht miteinander auskommt, einen lautstarken Streit in aller
Öffentlichkeit ausgetragen hat. Er enthüllt nur, was ohnehin schon bekannt war, vielleicht aber auch ein bißchen mehr - die Tiefe der Gegensätzlichkeiten •
Es wäre falsch, die Parallelen zu weit zu ziehen, General de
Gaulle hat den Angelsachsen, wie er die Briten und uns nennt, nicht
den Krieg erklärt. Er hat noch nicht einmal vorgeschlagen, daß Europa
die Scheidung seiner Ehe mit Amerika beantragen solle, die zwanzig
Jahre hindurch eine Verbindung aus Gründen der Bequemlichkeit und
Notwendigkeit war. Er hat eine zunehmende Abneigung für sie dokumentiert und den Wunsch nach Trennung von Tisch und Bett; wohl keine
juristische Scheidung, zumindest aber eine Trennung aus Vernunftgründen.
Weshalb

�Weshalb ist das so? Der General mag in einem tiefen, ja tragischen Irrtum befangen sein - wie meiner Meinung nach in diesem Falle - t
aber er ist weder unintelligent noch böswillig. Wenn wir uns seinem
Kurs widersetzen, müssen wir ihn zuerst verstehen. Die Überzeugungen,
nach denen er jetzt handelt, hat er bereits seit geraumer Zeit gehegt
und zum Ausdruck gebracht. Der Punkt, an dem wir ansetzen müssen, ist
seine im Januar abgegebene Erklärung, als er die Briten vom Gemeinsamen
Markt ausschloß, Er begann folgendermaßen:
"...Der Vertrag von Rom wurde zwischen sechs kontinentalen
Staaten geschlossen - Staaten, die, wirtschaftlich betrachtet,
gleich geartet sind ...Wenn man sie so zusammenfaßt und miteinander verbindet, daß das, was sie produzieren, kaufen, verkaufen
und verbrauchen, vorzugsweise in ihrem eigenen Verband produziert,
gekauft, verkauft und verbraucht wird, so entspricht das den wirklichen Gegebenheiten.
Hinzu kommt außerdem, daß sie sich hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Entwicklung, ihres sozialen Fortschritts und ihrer
technischen Fähigkeiten alle im Gleichschritt befinden und in sehr
ähnlicher Weise vorgehen. Ferner gibt es zwischen ihnen keinerlei
politische Streitfragen, keine Grenzprobleme und keine Herrschaftsoder Machtrivalitäten. Im Gegenteil, sie fühlen sich solidarisch
vor allem in dem Bewußtsein, einen bedeutenden Teil der Quellen
unserer Zivilisation gemeinsam zu besitzen, und hinsichtlich
ihrer Sicherheit auch deshalb, weil sie Kontinentalstaaten sind
und sich vom einen Ende ihres Gesamtgebiets zum anderen ein und
derselben Bedrohung ausgesetzt sehen.
Schließlich sind sie solidarisch auf Grund der Tatsache, daß
keiner von ihnen nach außen hin durch irgendeinen politischen oder
militärischen Sondervertrag gebunden ist."
Widmen Sie bitte dem letzten Absatz besondere Aufmerksamkeit. Die
sechs Länder, von denen hier die Rede ist - Frankreich, Deutschland, Italien und die Benelux-Staaten -, sind solidarisch, weil, wie er sagt,
keines von ihnen nach außen hin durch irgendeinen politischen oder

- 4 -

�oder militärischen Sondervertrag gebunden ist. Aber sie gehören sämtlich zu den Signatarstaaten des Nordatlantikpaktes, der bestimmt
"...daß ein bewaffneter Angriff gegen einen oder mehrere von
ihnen (den Vertragspartnern) in Europa oder Nordamerika als
ein Angriff gegen sie alle angesehen wird; sie vereinbaren daher,
daß im Falle eines solchen bewaffneten Angriffs jeder von ihnen ...
dem Vertragsstaat oder den Vertragsstaaten, die angegriffen werden,
Beistand leistet, indem jeder von ihnen unverzüglich für sich
und im Zusammenwirken mit den anderen Vertragsstaaten die Maßnahmen, einschließlich der Anwendung von Waffengewalt, trifft,
die er für erforderlich erachtet, um die Sicherheit des nordatlantischen Gebiets wieder herzustellen und zu erhalten."
Sowohl Großbritannien als auch die Vereinigten Staaten sind Signatarstaaten desselben Vertrages. Demnach sollte man meinen, es sei klar,
daß sämtliche Signatarstaaten durch eben diesen "politischen (und)
militärischen Sondervertrag" aneinander "gebunden" sind. Dieser Vertrag
ist der Aufmerksamkeit des Generals nicht entgangen. Er zog es einfach
vor, ihn zu ignorieren, soweit die sechs Länder angesprochen waren, und
dafür Großbritannien und den Vereinigten Staaten die Rolle von "nach
außen hin" durch dieses Sonderverhältnis gebundenen Mächten zu überlassen.
Dann kam Großbritannien, um diese lautere Einheit zu vergällen.
"England ist genaugenommen", sagt der General, "ein Inselstaat,
auf die See ausgerichtet, durch seinen Handel, seine Märkte und
seine Versorgung an die verschiedensten, oftmals an die entlegensten Länder gebunden. Es ist in erster Linie ein Industrie- und
Handelsstaat, der nur wenig Landwirtschaft betreibt. Alles, was
es tut, wird bestimmt von sehr ausgeprägten, ganz eigenartigen
Gewohnheiten und Traditionen...
Man muß verstehen, daß der Beitritt erst Großbritanniens und
dann jener anderen Staaten die Gesamtheit der Anpassungen...
völlig verändern würde... Es müßte dann die Schaffung eines ganz
anderen Gemeinsamen Marktes in Erwägung gezogen werden. Aber dieser

-

5 -

�dieser Markt der Elf und dann der Dreizehn und dann vielleicht
der Achtzehn würde zweifellos in keiner V/eise demjenigen gleichen, den die Sechs aufgebaut haben.
Übrigens hätte eine derartig anwachsende Gemeinschaft zu
gewärtigen, daß sich ihr auch alle jene Probleme ihrer Wirtschaftsbeziehungen zu einer Vielzahl anderer Länder und vor
allem zu den Vereinigten Staaten stellen würden.
Es ist vorauszusehen, daß der Zusammenhalt zwischen all
diesen zahlreichen und verschiedenartigen Mitgliedern nicht von
langer Dauer wäre und daß dann schließlich eine riesige, von
Amerika abhängige und geführte atlantische Geraeinschaft entstünde,
die binnen kurzem die europäische Gemeinschaft aufsaugen würde.
Das ist eine hypothetische Entwicklung, die man nach Ansicht
gewisser Leute durchaus rechtfertigen könnte, aber es ist keineswegs das, was Frankreich gewollt hat und betreibt, nämlich eine
ausgesprochen europäische Konstruktion zu schaffen."
Hier kommt der General wieder auf das Merkmal des britischen
Aufnahmegesuchs zurück, das im Grunde seine Ablehnung veranlaßte seine Tendenz, die kontinentale Elite mit Amerika zu verstricken.
De Gaulles Alptraum ist die umfassendere atlantische Gemeinschaft unter
amerikanischer Führung, "die binnen kurzem die europäische Gemeinschaft
aufsaugen würde". Kurz darauf wendet er sich abermals dieser Zwangsvorstellung zu.
In Athen hatten die Vereinigten Staaten klare Zusicherungen gegeben, daß sie einen sowjetischen Kernwaffenangriff oder einen sowjetischen Angriff mit konventionellen Waffen, dem kein anderer Widerstand
entgegengesetzt werden könnte, mit Kernwaffen beantworten würden.
Gleichwohl erklärte der General:
"... Niemand in der Welt und niemand in Amerika kann sagen,
ob, wo, wann, wie und in welchem Umfang die amerikanischen
Kernwaffen zur Verteidigung Europas eingesetzt würden. Das ändert
im übrigen überhaupt nichts

daran, daß die amerikanische

Kern-

waffenrüstung als die mächtigste der Welt die ausschlaggebende

-

6 -

�ausschlaggebende Garantie für den Weltfrieden bleibt...
So haben Grundsätze und Realitäten Frankreich gleicherma Ü3n veranlaßt, sich eine eigene Atomstreitmacht zu schaffen.
Das schließt natürlich keineswegs aus, daß der Einsatz dieser
Streitmacht mit dem Einsatz der entsprechenden Machtmittel seiner Alliierten kombiniert wird. Aber für uns ist die Integration
in dieser Frage völlig unvorstellbar...
Nun haben Amerika und Großbritannien auf den Bahama-Inseln
ein Abkommen geschlossen, und man hat uns aufgefordert, ihm beizutreten... Es handelt sich um die Aufstellung einer sogenannten
multilateralen Atomstreitmacht ... Diese multilaterale Streitmacht
ist für die Verteidigung Europas bestimmt, und sie untersteht dem
amerikanischen NATO-Kommando..."
Hier stört den General in Wirklichkeit nicht die angeblich ungewisse Verfügbarkeit der amerikanischen Kernwaffen für die Verteidigung
Europas. Vielmehr bezeichnet er diese als "die ausschlaggebende Garantie für den Weltfrieden". Woran der General Anstoß nimmt, ist das, was
er "das amerikanische NATO-Kommando" nennt. Was nach den Worten des
Generals Frankreich wünscht und was er bestimmt selber wünscht, ist
andererseits das, was er als "ausgesprochen europäische Konstruktion"
bezeichnet hat. Bevor wir überlegen, ob dies klug, möglich oder für
irgendeinen der Partner Frankreichs im Zusammenschluß der sechs EWGLänder wünschenswert ist, wollen wir uns für einen Augenblick mit der
Europa-Konzeption des Generals de Gaulle beschäftigen. Denn er hat eine
solche, und sie ist keineswegs ein Deckmantel für französische Kirchturmpolitik oder für Illusionen französischer "Größe". Für manche
Beobachter war das französische Veto gegen den britischen Aufnahmeantrag ein klassisches Beispiel jener europäischen Zwistigkeiten, vor
denen der Vater unseres Vaterlandes uns mit so beredten Worten in seiner Abschiedsbotschaft gewarnt hat:
"In Europa", führte er aus, "gibt es eine Anzahl vordringlicher Interessen, die mit unseren Interessen in keiner oder nur
sehr entfernter Beziehung stehen. Es wird demgemäß zwangsläufig
in häufige Streitigkeiten verwickelt werden, deren Ursachen _im.

-

7 -

�im wesentlichen in keinem Zusammenhang mit unseren Belangen
stehen. Es wäre somit unklug, uns durch künstliche Bindungen
in die üblichen Wechselfälle seiner Politik oder die häufigen
Bündnisse und Machenschaften seiner Freundschaften oder Feindschaften zu verstricken."
Ich will damit keineswegs sagen, daß die Feindschaften, die alten
und neueren, keinen Einfluß auf die Gedanken oder Entscheidungen General
de Gaulies haben. Aber in diesem Fall glaube ich nicht, daß er sich von
früheren europäischen Feindschaften leiten läßt. Ich bin vielmehr der
Ansicht, daß General de Gaulle General Washingtons Ratschlag umkehrt
und ihn seinen europäischen Partnern gibt. Es bedarf nur eines kurzen
Zitats aus Washingtons Abschiedsbotschaft, um General de Gaulles Ratschlag an Europa darzulegen. "Die Hauptregel unseres Verhaltens gegenüber den (nicht-europäischen) Völkern besteht darin...,mit ihnen so
wenig wie möglich politische Verbindungen zu unterhalten... Warum
sollten wir, indem wir unser Schicksal mit den (Vereinigten Staaten)
verflechten, unseren Frieden und unser Gedeihen in die Wirrungen des
(amerikanischen) Ehrgeizes, seiner Rivalitäten, Interessen, Stimmungen
oder Launen verstricken? Es ist unsere aufrichtige Politik, uns aus
dauernden Allianzen mit irgendeinem Teil der (außereuropäischen) Welt
herauszuhalten."
Dies ist, glaube ich, das, was er sagt. Die Frage bleibt, weshalb?
Warum sollte - in einer Welt, in der die räumlichen Entfernungen so
gut wie aufgehoben sind, in einem Jahrhundert, in dem ganz Europa,
geeint in der Verteidigung gegen die damals mächtigste europäische
Nation, Amerika zweimal um Hilfe ersucht

hat -, warum sollte General

de Gaulle jetzt, wo Europa ohne die Vereinigten Staaten über keine
ausreichende Verteidigung verfügt, solche selbstmörderischen Thesen
verkünden? Wenn es hierauf überhaupt eine Antwort gibt, so muß sie in
seiner Konzeption eines Europas vom Atlantik bis zum Ural zu suchen
sein.
Soweit mir bekannt ist, tauchte diese Wendung erstmals 1959 auf,
als er feststellte, daß eine Abrüstung Frankreich keine Sicherheit
gewährt, solange sie nicht "vom Atlantik bis zum Ural" reiche - ein
äußerst vernünftiger Gedanke. Am 31« Mai 196O tauchte sie dann in einem
vollkommen neuen Zusammenhang erneut auf:
-

8

-

�"...Nur in einem Gesamtgleichgewicht ist der Frieden zu
finden. Auf unserem alten Kontinent könnte durch die Bildung
einer westlichen Gruppe, die etwa

der im Osten gleichkommt,

eines Tages ein Einvernehmen (Entente) vom Atlantikbis zum Ural
herbeigeführt

werden, ohne die Unabhängigkeit irgendeines

Landes aufs Spiel zu setzen

Dann wird Europa - das ganze Europa,indcht

mehr länger durch den Ehrgeiz von" Ideologien gespalten, wieder
Hort und Mittelpunkt der Kultur werden... und die Großmächte, die
auf anderen Kontinenten zur Macht emporsteigen, zwingen, sich zur
Zusammenarbeit bereitzufinden statt den Verlockungen des Krieges
zu erliegen. "
Am 29. Dezember 1961 machten Enthusiasmus und Rhetorik der
nüchternen Erklärung Platz, daß der General für Verhandlungen zwischen
den "westlichen Großmächten und Sowjetrußland" sei, vorausgesetzt, daß
der Kreml seine Drohungen einstellt und daß "die Diskussion darum geht,
das Gleichgewicht in Europa wieder herzustellen und nicht Moskaus Macht
über den Kontinent weiter auszudehnen11.
Aber auf der Pressekonferenz vom 15« Mai 1962 wurde die Idee erneut hochgespielt. Bei der Erörterung von drei Hauptzielen, die er sich
gesetzt habe, umriß er das zweite Ziel wie folgt:
"...Zum Aufbau Europas auf dem Gebiet der Politik, der Verteidigung und der Wirtschaft beizutragen, so daß die Expansion und
das Vorgehen dieses Ganzen die Prosperität und Sicherheit Frankreichs
mehren und gleichzeitig wieder Möglichkeiten zur Schaffung eines
europäischen Gleichgewichts im Verhältnis zwischen den europäischen
Staaten eröffnet werden.'"
(Von der Solidarität zwischen Deutschland und Frankreich hängt
nicht nur die Sicherheit dieser beiden Völker ab, sondern auch)
"das Schicksal ganz Europas, vom Atlantik bis zum Uralgebirge;
gelingt es, eine Konstruktion, eine feste, prosperierende und
attraktive Organisation in Westeuropa zu schaffen, dann ergeben
sich auch wieder Möglichkeiten eines europäischen Gleichgewichts
mit den östlichen Staaten , und die Aussicht auf eine wirkliche
europäische Zusammenarbeit, insbesondere dann, wenn gleichzeitig
das totalitäre Regime seine Brunnenvergiftung einstellt."

12.

- 9 -

�In diesen Passagen wird die Konzeption de Gaulles von einem
Europa vom Atlantik bis zum Ural mit bewundernswerter Klarheit zum
Ausdruck gebracht. Sie lautet ganz einfach: Auf der Basis der Solidarität zwischen Deutschland und Frankreich kann Westeuropa so
straff organisiert und mächtig werden, daß es ein Gegengewicht zu
den östlichen Satelliten und dem europäischen Rußland darstellt und
die Möglichkeit zur Schaffung eines echten kooperativen europäischen
Systems vom Atlantik bis zum Uralgebirge eröffnet. Dies setzt ein
inneres Gleichgewicht innerhalb dieses Gebietes voraus. Um dieses
Gleichgewicht zu erreichen, genügt es nicht, daß die Machtkomponenten
nicht einer Störung des Gleichgewichts hier Vorschub leisten. Es ist
vielmehr notwendig, daß die Anreize zur Harmonisierung der Politik
innerhalb dieses Europa die Anreize zum Konflikt überwiegen. Wie
will das Europa des Generals de Gaulle diesen Kriterien gerecht werden?
Einige Faktoren sprechen für die Auffassung de Gaulles: Die
Bevölkerung KATO-Europas (das über die Sechs hinausgeht) ist etwas
größer und wahrscheinlich industriell besser geschult als die der
Sowjetunion; seine Rohstoffquellen und sein industrielles Produktionspotential sind ebenso groß, wenn nicht größer; seine Landwirtschaft
ist weit überlegen. Andere einschlägige wichtige Faktoren geben dem
Osten aber ein Übergewicht:
Der Rüstungsstand des sowjetischen Teils dieses Europa ist, auf
nuklearem wie auf konventionellem Gebiet, dem Westeuropas so weit
überlegen, daß jede realistische Hoffnung auf einen Ausgleich innerhalb dieses begrenzten Gebietes einfach hinfällig ist. Und dies nicht
nur auf Grund der qualitativen und quantitativen Ungleichheit, sondern
auch auf Grund der Tatsache, daß innerhalb des vorgeschlagenen Gemeinwesens keine Möglichkeit besteht, dieses ungleiche Kräfteverhältnis
zu ändern. Die Sowjetunion wird von einer

monolithischen Autokratie

beherrscht, die sich von etwaigen Versuchen General de Gaulles, ihre
Macht zu verringern, nicht beeindrucken lassen wird. In Westeuropa
liegt die Schwierigkeit heute - und in der Zukunft ebenso wie in der
Vergangenheit - darin, das Wollen verschiedener Völker und Staaten
zu wecken und zu koordinieren. Jeder Staat hat seine eigenen Schwierigkeiten; wenn diese Schwierigkeiten nun zusammenkommen, nehmen
sie in geometrischer Reihe zu.
.Vesteuropa
-

10

-

�Westeuropa kann und wird im Rahmen eines gaullistischen
Europa nicht dazu gebracht werden, seine Macht zu vergrößern, ohne
dieses gaullistische Europa zu zerstören. Versucht der General, es
dahin zu bringen, dann werden ihm seine russischen Kollegen Einhalt
gebieten;.machen diese den.Versuch, werden sie sich seiner entledigen und es vielleicht damit noch nicht bewenden lassen. Das gaullistische
Europa muß somit ein Europa unter sowjetischer Hegemonie sein.
Die Partner des Generals sehen dies ebenso klar wie wir selbst,
und die meisten von ihnen möchten sich an so etwas nicht beteiligen.
Manche, aber sicherlich nur wenige von ihnen, nähren vielleicht die
Hoffnung, die ich hier und da aus offiziellen französischen Verlautbarungen herauslese, daß sie mit beiden Seiten am besten fahren würden,
wenn sie die Präsenz der USA in Europa beenden oder abschwächen, dabei
aber die Garantie defensiven amerikanischen Schutzes beibehalten könnten.
Dies liefe darauf hinaus, daß sie nichts tun würden, um die Russen an
unserer Stelle mit der Alternative eines Atomkrieges zu konfrontieren,
um sie vor dem Druck mit konventioneller Gewalt abzuschrecken. Statt
dessen würden sie hoffen, durch die Aufstellung einer kleinen nationalen Kernwaffenstreitmacht in der Lage zu sein, die unsrige zum Einsatz
zu bringen. Damit, so wird argumentiert, könnten sie sich, ohne die
Bürde einer größeren konventionellen oder nuklearen Streitmacht auf
sich zu nehmen, vor dem unverhältnismäßig mächtigen östlichen Teil
eines vom Atlantik bis zum Ural reichenden Europa schützen.
Wenn General de Gaulle mit solchen Methoden das Beste beider
Seiten zu erlangen sucht, so überläßt er den Vereinigten Staaten sicherlich den schlechtesten Teil. Uns würde nämlich die Aufgabe zugeteilt,
Europa gegen die unausweichlichen Konsequenzen seiner Politik - die
Beherrschung durch die Sowjetunion - zu verteidigen, ohne daß man uns
gestatten würde, an der Schaffung einer, wie General Washington es
nannte,

"achtunggebietenden Verteidigungsstellung" in Westeuropa

mitzuwirken oder Einfluß darauf zu nehmen. Unsere Aufgabe würde es
unter diesen Umständen erforderlich machen, daß sich die Sowjetunion
und die Vereinigten Staaten gegenseitig in Schutt und Asche legen.
Man kann sich schwerlich vorstellen, daß eine Regierung in unserem
Lande je eine so wenig verlockende Verpflichtung übernehmen werde. Eine
-

11

-

�Eine relativ geringe Anstrengung seitens einer mit der Macht der
Vereinigten Staaten integrierten Verteidigung Westeuropas könnte der
Sowjetunion die konventionelle Überlegenheit in Europa verwehren
und sie vor die Notwendigkeit stellen, ihre Zuflucht zu einem Atomkrieg zu nehmen, um ihren Willen mit Gewalt durchzusetzen.
Somit scheint mir auf der Hand zu liegen, daß die Konzeption eines
Europa vom Atlantik bis zum Ural eine Konzeption ist, die völlig von
der des Nordatlantikpaktes abweicht, so lange die Sowjetunion auch nur
im entferntesten an ihren gegenwärtigen Zielsetzungen und Auffassungen
festhält. Sollte sie diese aufgeben, verlöre der Pakt seine Bedeutung.
General de Gaulle kann nicht sowohl das Europa seiner Konzeption als
auch den Vertrag seiner Konzeption haben. Nicht, weil er nicht beides
wünscht, sondern weil unter diesen Umständen die Risiken und Gefahren
für die Vereinigten Staaten im Falle der Übernahme der Vertragsverpflichtungen, wie er sie sich vorstellt, zu groß wären. Man kann nur hoffen, daß
diese Wahrheit allgemein wohl verstanden wird.
In den Augen seiner europäischen Partner dürfte die Schwäche der
Position General de Gaulies nicht nur in seinem grundlegenden Irrtum
liegen, den wir soeben untersucht haben, sondern auch darin, daß es
Frankreich überaus schwerfallen wird, das zu erreichen, was es zur
Erfüllung bestimmter Teile des Programms erreichen muß. Werfen wir
einen kurzen Blick auf die militärische Situation Frankreichs. Diese
erfordert den Aufbau völlig neuer konventioneller Streitkräfte und eines
völlig neuen Kernwaffenpotentials.
Das konventionelle Ziel besteht darin, zumindest ebenso große
und gut ausgerüstete Streitkräfte in Europa zu haben wie die Deutschen.
Zur Zeit verfügen die Deutschen über zwölf Divisionen, die noch viel
besser sein könnten - und zweifellos bald sein werden -, als es augenblicklich der Fall ist. Ihre Zahl wird sicherlich noch erhöht. Die
französischen Militärrevolten in Algerien, die O.A.S., die Desertionen
und die Prozesse gegen hohe Offiziere sind nur die dramatischsten
Anzeichen dafür, daß die französische Armee, die nach dem Weltkrieg
in Asien und in Afrika einen Guerillakrieg nach dem anderen verlor,
reorganisiert werden, neue Mannschaften, Offiziere und Ausrüstungen
erhalten und neu gegliedert werden muß. Dies muß nicht deshalb geschehen.

-

12

-

�geschehen, weil die NATO oder Washington es wünschen, sondern weil
es für Frankreich eine zwingende Notwendigkeit ist. Das ist ein ebenso langwieriger wie schwieriger und sehr kostspieliger Prozeß, woran
uns die deutschen Erfahrungen (die die französischen vorweggenommen
haben) anläßlich der "Spiegel"-Affäre so eindringlich erinnerten.
General de Gaulle müssen wohl manchmal die sarkastischen Worte des
Herzogs von Wellington auf die Lippen kommen, der angesichts eines
Truppenkontingents, das man ihm auf die iberische Halbinsel geschickt
hatte, trocken bemerkte: "Ich weiß nicht, welchen Eindruck diese Leute
auf den Feind machen werden; aber mir jagen sie, weiß Gott, einen
Schrecken ein!"
An erster Stelle unter den hohen und unausweichlichen Haushaltsanforderungen steht der Ansatz für die nukleare Abschreckungswaffe, für
die "force de frappe" oder, wie der Londoner "Economist" schrieb,
die Forderung "mehr Frappe für einen Franc". General de Gaulle übertreibt dabei in seiner charakteristischen Offenheit keineswegs, was
eine französische "force de frappe" bewirken könnte, aber ich glaube,
er überschätzt ihre Bedeutung.

"Es trifft durchaus zu", sagte er im Januar, "daß
die Menge an Atomkampfmitteln, mit der wir uns ausrüsten
können, bei weitem nicht an die Massenvorräte der heutigen
beiden Giganten heranreichen wird... 1945 führten zwei
damals noch sehr einfache Bomben zur Kapitulation Japans,
/

das ihnen nichts entgegenzusetzen hatte... Die französische Atomstreitmacht wird vom Beginn ihres Aufbaus
an die Grimme und schreckliche Fähigkeit besitzen, in
wenigen Augenblicken Millionen und Abermillionen Menschen
zu vernichten. Diese Tatsache wird bestimmt - wenigstens
in einem gewissen Umfang - nicht ohne Einfluß auf die Absichten eines etwaigen Angreifers bleiben."

Wir

�Wir haben bereits die Konzeption erörtert, nach der unabhängige! französische Streitkräfte als

Abzugshebel den Abschuß amerikani-

scher strategischer Atomwaffen auslösen könnten, und dargelegt, weshalb diese Idee für uns nicht akzeptabel ist. Wir müssen jetzt die
Nützlichkeit solcher Streitkräfte erörtern,wie es der General in dem
zitierten Absatz tut, und zwar völlig unabhängig von einer Einbeziehung der amerikanischen Macht. Behauptet wird lediglich, daß diese
Streitkräfte auf die Absichten eines etwaigen Angreifers''toenigstens
in einem gewissen Umfang" nicht ohne Einfluß bleiben werden. Nimmt
man diese Behauptung wörtlich, so ist es schwierig und nutzlos, ihre
Richtigkeit zu bestreiten. Aber der General meint sicher mehr damit.
Er erwartet, daß seine Streitkräfte einen meßbaren, ins Gewicht fallenden Abschreckungseffekt haben werden. Die Frage ist, wird dies der
Fall sein? Und unter welchen Bedingungen?
Die französischen Streitkräfte hätten nur einen sehr geringen Abschreckungseffekt, falls ihre Waffen nur wenig Aussicht haben, irgendwelche Ziele zu erreichen. Wenn französische Atomsprengköpfe entwickelt
werden, dann solche, die von Flugzeugen befördert werden; thermonukleare
Sprengköpfe sind bis in die siebziger Jahre nicht vorgesehen, und es
dürfte noch lange dauern, bis Raketengeschosse verfügbar sind. Und
weiter! Während General de Gaulle bescheiden meint, daß die französischen Kampfmittel bei weitem nicht an diejenigen der beiden Giganten
heranreichen werden, verhält es sich S o, daß sie1 wahrscheinlich noch
nicht einmal auf zwei Prozent der einen oder anderen kommen dürften.
Dies wäre für die sowjetischen Luftstreitkräfte keine Bedrohung.
Tatsächlich denkt der General ganz eindeutig an eine städtevernichtende
Waffe. Die Aussicht, daß eine so kleine Streitmacht oder ein Teil davon
die Abwehr dichtbevölkerter Zentren durchbrechen könnte,"um in wenigen
Augenblicken Millionen und Abermillionen Menschen zu vernichten", ist
nicht groß. Da Sowjetrußland immerhin bestrebt sein müßte, diese Kampfmittel zu vernichten, bevor sie noch den Boden verlassen haben, ist
anzunehmen, daß die Vernichtungsrisiken, die eine solche Streitmacht
heraufbeschwört, in der Bilanz für Frankreich beträchtlich größer als
für die Sowjetunion sein würden.
Auf jeden Fall wäre die Möglichkeit, zur Schaffung

-

14

-

dieser

�dieser französischen Streitmacht beizutragen, für die europäischen
Nachbarn Frankreichs nicht allzu verlockend. Und die finanzielle
Belastung, die sie der französischen Wirtschaft auferlegen würde,
könnte die erfreulich starke Position, die diese nach so vielen
Jahren innerer und äußerer Spannungen und Aderlässe gerade erst
gewonnen hat, leicht wieder ins Gegenteil verkehren. Tatsache ist,
daß die militärische Position Frankreichs sehr schwach ist und wahrscheinlich noch eine beträchtliche Zeitlang schwach bleiben dürfte.
Das ist nicht nur für das NATO-Bündnis bedauerlich, sondern es muß sich
auch katastrophal auf die Absichten General de Gaulles auswirken,
seine europäischen Nachbarn davon zu überzeugen, daß er sie zu einer
ausschließlich von den Europäern gewährleisteten Sicherheit führen kann
oder daß er die Verwirklichung so sehnlich erstrebter politischer Ziele
wie der deutschen Zielsetzung, Berlin zu schützen und Deutschland
wiederzuvereinen, zu fördern vermag.
Sieht man die Dinge in einem noch größeren Rahmen, so bietet sich
dem Europa General de Gaulles wenig Aussicht, eigene Stärke zu gewinnen
oder einen positiven Beitrag zur Stärke der freien Welt zu leisten.
Zwar wurde das Veto gegen den Aufnahmeantrag der Briten hauptsächlich
mit der Gefahr begründet, daß die Amerikaner sie als Trojanisches Pferd
benutzen könnten, doch kam als weiterer Grund zur Sprache, daß Großbritannien ganz anders als die kontinentalen Gesellschaften geartet
sei. Es sei eine Insel. Es blicke nach außen, sei durch seinen Handel
mit "den entlegensten Ländern" verbunden; was es tue, werde "bestimmt
von sehr ausgeprägten, ganz eigenartigen Gewohnheiten und Traditionen".
Demgegenüber bescheinigt der General den sechs Kontinentalstaaten,
sie zögen es vor, "innerhalb ihres eigenen Verbandes zu produzieren,
zu kaufen, zu verkaufen und zu verbrauchen". General de Gaulle war
rasch bereit, in diesem Gegensatz einen geschichtlich tief verwurzelten Konflikt der Führungskräfte und Konzeptionen zu erblicken.
Vor einigen Monaten erklärte mir ein deutscher Freund: "Die Sechs
haben einen zu engen Horizont, um dem eigenen und dem allgemeinen Wohl
zu dienen. Was wir brauchen, ist ein Schuß Salzwasser." Was sieht
General de Gaulle, wenn er über den Kontinent hinausschaut? Nur die
ehemaligen afrikanischen Kolonien Frankreichs, die er in eine Gemeinschaft

-

15 -

�Gemeinschaft einbeziehen möchte, für welche ihm Großbritannien zu
fremdartig war. Der Gemeinsame Markt ist genau wie die Vereinigten
Staaten ein zu bedeutender Produzent und Verbraucher, um nur innerhalb
seines eigenen Verbandes kaufen, verkaufen und verbrauchen zu können.
Wenn man dies versuchen wollte, würde es die schlimmsten Konsequenzen
für das eigene Gebiet und für die weiten Außenzonen der freien Welt
haben, die vom Handel mit diesen beiden großen Märkten leben müssen.
Die amerikanische Politik gegenüber dem Gemeinsamen Markt ging seit
seiner Gründung davon aus, daß ein

solches Arangement unter der Voraus-

setzung niedriger Außenzölle und anderer Schranken gut, bei hohen
Barrieren dagegen schlecht sei. Der Gemeinsame Markt wurde nicht als
ein Instrument für die Abkapselung des europäischen Handels innerhalb
eines geschlossenen Vereins unter französischer Hegemonie begrüßt,
sondern als ein neuer großer Markt, der der Ausweitung des Handels
auch aus weltoffenem Verantwortungsbewußtsein dient. Das vom Kongreß
in der vergangenen Sitzungsperiode verabschiedete Gesetz über die Ausweitung des Außenhandels (Trade Expansion Act) fußt auf dieser Konzeption. Niemand hat dies besser formuliert als Jean Monnet, der Vater
des Gemeinsamen Marktes:
"Es gibt dringende Probleme, die weder Europa noch Amerika
allein lösen kann. Dabei handelt es sich nach meiner Auffassung
um die Währungsstabilität des Westens, um die Organisation der
Landwirtschaft in einer sich zunehmend industrialisierenden Welt,
um die Hilfe für die Entwicklungsländer, die deren Wachstum beschleunigen soll, und selbstverständlich um die Freigabe des
Handels, die zwischen Ihnen (den Amerikanern) und dem Gemeinsamen
Markt ausgehandelt werden muß."
Der Gegensatz zwischen dieser Peststellung und der kurzsichtigen
Vorliebe für ein Europa, das sein wirtschaftliches Auskommen innerhalb
des eigenen Verbandes sucht, ist ein gewisser Maßstab dafür, welcher
Schaden aus der auf der Pressekonferenz angekündigten Politik erwachsen
kann •
Wie sollennun die Vereinigten Staaten im Lichte dieser Analyse
auf die Ereignisse des Januar reagieren? Zunächst einmal sollten sie

-

16 -

�sie eine besonnene Antwort geben, die Sinn für die richtigen Proportionen erkennen läßt und Schärfe und Groll vermeidet. Sie darf nicht,
wie es zum Teil in der Presse der Fall war, auf der Annahme basieren,
daß alles verloren sei, weil General de Gaulle unumwunden einen schon
seit langem bestehenden Widerstand gegen eine allgemein befürwortete
Politik aufgedeckt hat. Sie sollte auf dem Wissen basieren, daß die
Haltung des Generals von unseren gemeinsamen Verbündeten nicht gebilligt werden wird, weil sie nicht im gemeinsamen Interesse liegt.
Sie sollte des weiteren auf der Tatsache basieren, daß die Vereinigten
Staaten stark sind und von Freund und Feind gleichermaßen als stark
angesehen werden, während Frankreich

zwar glücklicherweise wesentlich

gesündere Verhältnisse als noch vor kurzem aufzuweisen hat, aber noch
immer weit davon entfernt ist, kraftvoll die Führung zu übernehmen.
Kurzum, die Demarche de Gaulles hat sehr wenig geändert, wenn sie auch
die Absicht und die Fähigkeit aufgezeigt hat, den Gang der Dinge in
einigen Fällen zu bremsen.
Unsere gegenwärtige Verteidigungspolitik in Europa ist richtig
und sollte fortgeführt werden. Sie besteht in dem beständigen Drängen
auf die Entwicklung einer konventionellen Verteidigungsposition, die,
während ihre Stärke wächst, den Sowjets beständig klarmacht, daß sie
der Versuch, ihre Ziele durch Drohung oder gewaltsamen Druck zu erreichen, in zunehmendem Maße mit der Notwendigkeit konfrontiert, zum
Atomkrieg Zuflucht zu nehmen. Einer französischen Beteiligung und
Mitarbeit sollten die Türen nicht verschlossen werden. Wenn die Haltung
Frankreichs Abmachungen, die im Rahmen der NATO hinsichtlich des weiteren Aufbaus der gemeinsamen Verteidigung getroffen werden, über
Gebühr hinaus verzögert oder hintertreibt, dann sollten die diesbezüglichen Bemühungen eben direkt auf die Nationen verwandt werden,
die fähig und willens sind., Fortschritte zu machen. Wir sollten uns
darüber im klaren sein, daß Frankreich wegen der Schwierigkeiten in
Asien und Afrika ein Jahrzehnt lang einen ungemein geringen Beitrag
geleistet hat und daß von ihm im günstigsten Fall auch für ein
weiteres Jahrzehnt nicht viel mehr zu erwarten ist. Ferner ist alles
das, was zur Reorganisation der französischen Streitkräfte unternommen
wird, ein notwendiges Vorspiel für jedwede wirksame Beteiligung, Was

-

17

-

�Was immer der General für die Entwicklung eines nuklearen Potentials
unternimmt, unternimmt er ohnehin, und je weniger Zeit wir daran
verschwenden, uns deshalb Sorgen zu machen, desto besser.
Was eine' strategische Atomstreitmacht in Europa anbelangt, so
ist das multinationale Konzept im Prinzip das beste. Es dürfte
meines Erachtens aber Zeitverschwendung sein, den noch in ferner
Zukunft liegenden Problemen der Kontroll- und Befehlsgewalt bis
in die letzten logischen Extreme nachzuspüren, ehe es überhaupt
etwas zu kontrollieren oder zu befehligen gibt. Unsere Verbündeten
können ja gar keine sehr konkreten Vorstellungen davon haben, wie
sich ihre Beteiligung an der nuklearen Verteidigung gestalten soll,
solange sie nichts darüber wissen. Darüber etwas zu erfahren, hat
ihnen eine zum eigenen Schaden übertriebene Geheimhaltung verwehrt.
Diese Barrieren sollten beseitigt werden. Sorgfältig ausgewählten
Offizieren und Zivilpersonen sollte jede erdenkliche Gelegenheit
gegeben werden, im Detail die Kosten einer Atomrüstung» die Schwierigkeiten der Bereitstellung, des Schutzes, der Einsatzplanung
und der Kontrolle strategischer Atomwaffen und einiges über die
Bedienung verschiedener Waffentypen zu erfahren. Dadurch würde
die Diskussion

'über das, was gemeinhin als "NATO"- oder "europäische"

Atomstreitmacht bezeichnet wird, radikal verwandelt. Nur dann können
wir für die gemeinsame Verteidigung eine wirklich kluge Planung im
Verein mit unseren Verbündeten erhoffen, bei der Aufgaben und Bereitstellung der verschiedenen Waffen von dem zu lösenden Problem, nicht
aber von nationalem Prestige, Stolz oder Mißtrauen bestimmt werden.
Im politischen Bereich laufen die Ereignisse des Januar auf
eine deutliche und emste Warnung hinaus, welche Strafe in unseren
Beziehungen zu Deutschland für das Versäumnis, zu zahlen ist, uns zu
unzweideutigen politischen Entschlüssen hinsichtlich Mitteleuropas
und der Wiedervereinigung Deutschlands durchzuringen. Dies berührt
natürlich auch den Kern der Berlin-Politik. Amerikanische und
europäische Interessen erfordern, wenn man sie frei vom Nebel der
Illusion betrachtet, die Wiedervereinigung innerhalb eines vereinten
Europa, innerhalb einer eng geknüpften atlantischen Allianz.Seit

_

18

-

�Seit dem verhängnisvollen Treffen in Camp David sind die Deutschen
über unsere beständigen Verhandlungen mit den Russen unter russischen Drohungen beunruhigt. Ergebnislos und ohne echte Zugeständnisse, wie sie bisher verliefen, schienen sie den Deutschen auf eine
zunehmende Anerkennung des ostdeutschen Regimes hinzudeuten;sie versetzten die deutsche Politik fortlaufend in Aufregung und lenkten die
Sympathie der Deutschen auf die Unterstützung der deutschen Ambitionen durch General de Gaulle, die nachdrücklicher zugesagt als
vorbehaltlos gegeben worden sein dürfte. Unser Flirt mit Moskau
vermochte,wie viele andere, die ohne ernste Absichten begonnen worden
sind, weiter nichts, als weit engere Beziehungen zu vergiften. Es
ist an der Zeit, dem ein Ende zu machen und unsere Absichten unzweideutig darzulegen.
Wenn die Januar-Offensive auch dort begann, wo man die Wirtschaftsfront vermuten darf, und allerlei Schaden angerichtet hat, so sehe
ich doch keinen Grund, weshalb der Krieg dort weitergehen sollte.
Der Anlaß dafür, nämlich der britische Aufnahmeantrag, ist jetzt
auf unbestimmte Zeit ad acta gelegt. Die Fünf würden Frankreich
gerne - mit der Zeit vielleicht auch mit Erfolg - umstimmen, sofern
die britische Politik nicht einen Weg einschlägt, der die Haltung
Großbritanniens ändert. Niemand kann gegenwärtig klar erkennen,
wie sich die Dinge entwickeln werden. Aber wenn die Erregung

und

der Groll nicht angefacht werden, sollten sich in wichtigen Bereichen
genügend gemeinsame Interessen ergeben, um in den von Jean Monnet
gewiesenen Richtungen weiter vorzustoßen.
Was die Liberalisierung des Handels betrifft, so wird der Vertrag von Rom ab 1966 jeden Einzelpartner daran hindern, einen von den
anderen gewünschten Kurs zu blockieren. Wenn wir und die Fünf tatkräftig auf den Abbau der Schranken rings um die großen Märkte Europas
und Amerikas hinarbeiten, können wir das Unvermeidbare so gestalten,
wie es General de Gaulle akzeptieren wird. Der geschäftsführende
Direktor des Weltwährungsfonds, Per Jacobsson, hat kürzlich erklärt,
es sei "vielleicht das Beste, was den Entwicklungsländern passieren
kann, wenn die industriell fortgeschrittenen Länder eine aktive

-

19 -

�aktive expansive Handelspolitik betreiben", und er regte an, daß dies
in gemeinschaftlicher Weise über den Fonds und die Organisation für
Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris geschehen könnte. Jean Monnet forderte mit Nachdruck, die führenden
Finanzländer sollten sich weiter der damit eng verknüpften Aufgabe
widmen, die Stabilität der westlichen Währungen zu erhöhen. An diesen
Bemühungen kann sich General de Gaulle ohne Verlegenheit und inneren
Widerspruch beteiligen. Sie stehen in vollem Einklang mit den französischen Interessen, wie er sie sieht.
Kurzum, der Januar war kein guter Monat. General de _Gaulle hat
dem Westen mit der Ablehnung des britischen Aufnahmegesuchs einen
schlechten Dienst erwiesen. Er enthüllte dabei einige langfristige
Pläne, denen man entgegentreten muß und die, wenn man ihnen du^rch
kluges Vorantreiben besserer Pläne entgegentritt, keine großen Entwicklungsaussichten haben. Auf anderen Gebieten besteht die Möglichkeit und die Notwendigkeit, bei bedeutenden Aufgaben mit ihm zusammenzuarbeiten. Der Ecclesiastes-Verfasser hat uns gesagt: "Ein jegliches
hat seine Zeit. . .''brechen und bauen". Der vergangene Januar war anscheinend eine Zeit des Brechens inmitten einer langen Aufbauperiode.
Dabei ist einiger Schaden angerichtet worden. Jetzt ist es an der Zeit,
ihn wieder zu reparieren und den Aufbau weiter fortzusetzen.

*

* * *

20

*

�A M E R I K A

D I E N S T

Allg./XVI - 11

GEORGE C. MCGHEE
SOLL NEUER BOTSCHAFTER DER USA IN BONN V/ERDEN

WASHINGTON - (AI)) - Präsident Kennedy hat am Mittwoch seine
Absicht bekanntgegeben, den gegenwärtigen Staatssekretär für Politische Fragen im amerikanischen Außenministerium, George C. McGhee,
zum neuen Botschafter der USA in der Bundesrepublik zu ernennen.
McGhee, der bisherige dritte Mann im State Department, wird Botschafter Walter C. Dowling nach Ablauf seiner Amtszeit in Bonn wahrscheinlich Ende August oder Anfang September - ablösen.
In einer Erklärung des Weißen Hauses würdigte Präsident Kennedy
die Verdienste McGhees, der seit nahezu siebzehn Jahren auf verschiedenen Posten wertvolle Arbeit geleistet habe. "Meine Entscheidung, ihn zu bitten, seinen gegenwärtigen wichtigen Posten zu verlassen ,um Botschafter der USA in der Bundesrepublik zu werden", so
heißt es in der Erklärung wörtlich, "spiegelt die große Bedeutung
wider, die ich der Aufrechterhaltung enger und kooperativer Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland im Rahmen der
Atlantischen Allianz beimesse."
Wie aus der Erklärung Kennedys weiter hervorgeht, soll Botschafter Dowling nach Beendigung seiner Tätigkeit in Bonn einen
anderen wichtigen Posten übernehmen. Kennedy würdigte in der genannten Erklärung auch die Leistungen Dowlings und führte wörtlich
aus: "Sein Beitrag zur Entwicklung enger Bindungen zwischen den
Vereinigten Staaten und der Bundesrepublik Deutschland während
der vergangenen dreieinhalb Jahre war besonders wichtig zu einer
Zeit, in der die Rolle Deutschlands in der europäischen Gemeinschaft
und in der Atlantischen Allianz nach Umfang und Bedeutung immer
größer wurde."
George C. McGhee wurde am 10. März 1912 in Waco im Staate
Texas geboren. Schon bei seinem Studium an den Universitäten Dallas
(Texas) und Oklahoma hatte er sich vornehmlich auf Geologie und
Geophysik konzentriert. Um sein Studium bestreiten zu können,
hatte er ein Jahr lang als Geologe für eine Ölgesellschaft in
Dallas gearbeitet. Kurz nach seinem Abgang von der Oklahoma-Universität erhielt er ein Rhodes-Stipendium, das ihm die Fortführung
1

�"AMERIKA DIENST"
Fortführung seiner Studien in Oxford gestattete, wo er 1937 zum
Doktor promovierte, ehe er für kurze Zeit an die Londoner Universität übersiedelte.
Noch vor Beendigung seiner dreijährigen Studienzeit in Oxford
hatte McGhee ein eigenes Verfahren zur Bestimmung geologischer Formationen entwickelt. Obwohl er schon damals den Entschluß gefaßt
hatte, später in den Staatsdienst zu treten, begann er nach seiner
Rückkehr in die Vereinigten Staaten eine nur kurze, aber um so erfolgreichere Karriere als Ölsucher. Sie stellte seine finanzielle Unabhängigkeit sicher, noch ehe er das dreißigste Lebensjahr vollendet
hatte. Im Januar 1938 wurde er Teilhaber einer Erdölfirma, und 1940
konnte er, begünstigt durch große Ölfunde, im Staate Louisiana eine
eigene Ölgesellschaft aufbauen.
Damit war der Zeitpunkt für den Beginn einer Laufbahn im Staatsdienst gekommen. McGhee nahm eine Stellung in der Kriegsproduktionsbehörde, dem War Production Board, an. Im weiteren Verlauf des Krieges ging er als Offizier zur US-Marine und wurde vornehmlich auf dem
pazifischen Kriegsschauplatz eingesetzt. Für die Leitung eines kombinierten See- und Lufteinsatzes, bei dem 600 Menschen aus Seenot gerettet werden konnten, wurde er mit dem Orden "Legion of Merit", dem
Tapferkeitsorden, ausgezeichnet.
Kurz nach Kriegsende kehrte McGhee wieder in den Regierungsdienst
zurück, zunächst als Sonderreferent des Unterstaatssekretärs für Wirtschaftsfragen im US-Außenministerium. 1947» als die kommunistischen
Versuche einer Infiltration Griechenlands ihrem Höhepunkt zustrebten,
wurde er Koordinator der Griechenland- und Türkei-Hilfe. Zwei Jahre später ernannte ihn Präsident Truman zum Unterstaatssekretär für Nahost-,
Südasien- und Afrika-Fragen; in dieser Position war er maßgeblich an
der Planung und Abwicklung des Punkt-4-Programms zur technischen Hilfeleistung beteiligt. Von 1951 bis 1953 vertrat er die Vereinigten Staaten in der Türkei als Botschafter und Direktor der Amerika-Hilfe.
In den folgenden acht Jahren widmete sich Botschafter McGhee vornehmlich privaten geschäftlichen Angelegenheiten und der Mitarbeit in
einer Reihe von wissenschaftlichen und gemeinnützigen Vereinigungen und
Gesellschaften.
Nachdem McGhee bereits seit 1958 verschiedentlich vom Nationalen
Sicherheitsrat als Berater herangezogen worden war, brachte das Jahr
1961 seine Rückkehr in den Staatsdienst, als ihn Präsident Kennedy
als Unterstaatssekretär für politische Planung und Vorsitzer des Rates
für politische Planung in das State Department berief. 1961 war er
maßgeblich an den Vorbereitungen für die Berlin-Verhandlungen mit den
Sowjets beteiligt. Während der Kongo-Krise spielte er eine aktive
Rolle in den amerikanischen Bemühungen um eine geeignete Lösung und
machte in einer Sondermission eine einmonatige Reise nach Afrika.

Im
-

2

�AMERIKA DIENST"
Im November 1961 rückte McGhee im Zusammenhang mit einer
Umbesetzung der Führungsspitze des State Department auf den Posten
des Staatssekretärs für Politische Fragen auf und nahm damit die
dritte Position im US-Außenministerium ein.
Die Berufung zum Botschafter in Bonn bringt für George McGhee
die Erfüllung des lang gehegten Wunsches, wieder in den diplomatischen
Außendienst zurückzukehren. Mit ihm kommt ein Mann als Vertreter der
amerikanischen Regierung nach Bonn, der die Grundzüge und Zielsetzungen der US-Außenpolitik wie kaum ein anderer kennt und seit Jahren
selbst aktiv an ihrer Gestaltung mitgearbeitet hat.
Botschafter McGhee ist verheiratet und hat sechs Kinder. Er
ist ein Freund der Künste, photographiert gerne und spielt Tennis.
Er geht, wenn Zeit und Umstände es gestatten, viel auf Reisen. Während
seiner Tätigkeit in Washington verbrachte er seine Freizeit zumeist
auf einem Gut, das er in Virginia, unweit der amerikanischen Hauptstadt, besitzt.

* * * * *

-

3 -

�A M E R I K A

D I E N S T

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SONDERBOTSCHAFT PRÄSIDENT KENNEDYS ZUR AUSLANDS HILFE

WASHINGTON - (AD) - Nachstehend übermitteln
wir Ihnen den Wortlaut der Sonderbotschaft
zur Auslandshilfe der USA, die Präsident
Kennedy am 2. April 19^3 dem amerikanischen
Kongreß unterbreitet hat.

Das Weiße Haus
Botschaft über die Verteidigungs- und Hilfeprogramme der freien Welt
An den Kongreß der Vereinigten Staaten:
"Der Frieden hat seine Siege, die nicht weniger rühmlich sind
als die des Krieges", so schrieb Milton. Und kein Sieg in Friedenszeiten in unserer Geschichte hat eine weiter reichende Auswirkung
gehabt oder hat der Sache des Friedens besser gedient als die Siege,
die wir während der letzten 17 Jahre durch die Programme für gegenseitige Hilfe und Verteidigung unserer Nation errangen. Diese Siege
wurden im wesentlichen in aller Stille und nicht mit lauten Fanfaren
errungen. Sie zielten nicht darauf ab, Territorien für die Vereinigten Staaten oder Unterstützung in den Vereinten Nationen zu gewinnen,
sondern Dutzenden von Staaten in aller Welt, die eine Schlüsselstellung einnehmen, Freiheit und Hoffnung zu bewahren und Tyrannei und
Subversion zu ersparen.
Die Vereinigten Staaten geben heute über 10 Prozent ihres
Bruttosozialprodukts für Programme aus, die hauptsächlich der Verbesserung unserer nationalen Siehe rheit dienen. Etwas weniger als
ein Zwölftel dieses Betrages und w eniger als 0,7 Prozent unseres
Bruttosozialprodukts werden für da s Programm für gegenseitige Hilfe
aufgewandt, davon etwa die Hälfte für wirtschaftliche Entwicklung
und die andere Hälfte für militari sehe und andere kurzfristige Hilfe.
Vom Standpunkt unserer nationalen Interessen überwiegt der Wert
dieses Programms seine Kosten bei weitem. Es ist sicherlich gerechtfertigt, wenn die reichste Nation der Welt knapp ein Prozent

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Prozent ihres Bruttosozialproduktes für die Unterstützung der weniger
vom Glück begünstigten Schwesternationen ausgibt, allein schon auf
Grund ihrer internationalen Verantwortung. Aber da diese Programme
nicht nur das sind, was ohnehin rechtens ist, sondern eindeutig in
unserem nationalen Interesse liegen, muß alle Kritik in diesen Rahmen
gerückt werden. Daß unsere Hilfsprogramme verbesserungsfähig sind,
steht hier nicht zur Debatte. Daß sie aber sowohl unserer nationalen
Tradition entsprechen als auch unseren nationalen Interessen dienen,
steht gänzlich außer Zweifel.
Die Geschichte zeigt, daß unsere Hilfsprogramme für die Türkei
und für Griechenland die entscheidenden Faktoren waren, die die Türkei in die Lage versetzten, sich gegen nachhaltigen sowjetischen Druck
zu behaupten, Griechenland, eine kommunistische Aggression niederzuwerfen, und beide, wieder stabile Verhältnisse herzustellen und auf
dem Wege zu wirtschaftlichem und sozialem Wachstum voranzuschreiten.
Die Geschichte zeigt, daß der Marshall-Plan es den Ländern Westeuropas, einschließlich Großbritanniens, ermöglicht hat, sich von den
Verwüstungen des schrecklichsten Weltkrieges zu erholen, eine neue militärische Stärke aufzubauen, dem expansionistischen Druck des stalinistischen Rußland zu widerstehen und eine wirtschaftliche Wiedergeburt
einzuleiten, die Westeuropa zum zweitgrößten und -reichsten Industriegebiet der heutigen Welt gemacht hat, zu einem pulsierenden Zentrum der
Stärke der freien Welt, das jetzt selbst zum Wachstum und zur Stärke
der Entwicklungsländer beiträgt.
Die Geschichte zeigt, daß unsere militärische und wirtschaftliche
Hilfe für die Länder an den Grenzen der kommunistischen Welt - wie
Persien, Pakistan, Indien, Vietnam und das freie China - es bedrohten
Völkern ermöglicht hat, da frei und unabhängig zu bleiben, wo sie
sonst entweder von der aggressiven kommunistischen Macht überrannt worden oder dem völligen Chaos, der Armut und der Verzweiflung anheimgefallen wären.
Die Geschichte zeigt, daß unsere Beiträge zur Auslandshilfe der
entscheidende Faktor bei dem Entstehen und Wachsen einer ganzen Familie
internationaler Finanzinstitutionen und -behörden waren, die in dem unaufhörlichen Krieg gegen die Not und in dem Kampf um Wachstum und Freiheit eine immer wichtigere Rolle spielen.
Und schließlich wird die Geschichte zeigen, daß heute unsere Anleihen im Rahmen der technischen und Entwicklungshilfe dort Hoffnung
geben, wo diese Hoffnung fehlte, dort die Initiative wecken, wo es an
Dynamik mangelte» und daß sie überall auf der Erde zum Fortschritt anspornen - daß sie gleichzeitig die militärische Sicherheit der freien
Welt fördern und damit mithelfen, dort Barrieren gegen die Ausbreitung
des Kommunismus zu errichten, v/o sie am meisten zählen, mithelfen, jene
Weltgemeinschaft unabhängiger und selbständiger Nationen aufzubauen, in
der wir leben möchten, und schließlich auch dem aus tiefstem Herzen kommenden amerikanischen Drang Genüge leisten, jenen eine hilfreiche Hand
hinzustrecken, die hart arbeiten, um sich und ihren Kindern ein besseres
Leben zu schaffen.
Trotz
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Trotz lautstarker Opposition von allem Anfang an, trotz düsterer
Voraussagen, daß die Auslandshilfe unser Land in den Bankrott führen
werde, trotz der Warnungen, daß wir unser Geld mit dem Marshall-Plan
und den darauf folgenden Programmen "in ein Rattenloch würfen", und
trotz der großen Schwierigkeiten in der Praxis sowie einiger Fehler
und Enttäuschungen ist es eine Tatsache, daß unsere Hilfsprogramme
generell durchweg das erreicht haben, was sie erreichen sollten.
Nirgendwo auf der Welt befindet sich die Freiheit auf dem Rückzug - weder in Europa, Asien und Afrika noch in Lateinamerika -, wie
es ohne amerikanische Hilfe sehr wohl hätte der Fall sein können. Wir
wissen jetzt, daß diese Freiheit - die Freiheit insgesamt, unsere eigene eingeschlossen - geschmälert wird, wenn andere Länder unter kommunistische Herrschaft fallen, wie China im Jahre 1949» Nordvietnam
und die nördlichen Provinzen von Laos im Jahre 1954 und Kuba im Jahre
1959« Die Freiheit, jegliche Freiheit, wird durch die versteckten,
vielgestaltigen und unaufhörlichen kommunistischen Subversionsbemühungen in Lateinamerika, Afrika, im Mittleren Osten und in Asien bedroht.
Und ebenso werden die Aussichten der Freiheit in Ländern gefährdet
oder untergraben, denen die Hoffnung fehlt, die Hoffnung auf ein besseres Leben, das sich auf wirtschaftlichen Fortschritt, Erziehung, soziale Gerechtigkeit und auf die Entwicklung stabiler Institutionen
stützt. Hier liegen die vorgeschobenen Grenzposten der Freiheit, die
wir durch unsere militärischen und wirtschaftlichen Hilfsprogramme zu
festigen versuchen; und indem das geschieht, dienen sie unserem tiefsten nationalen Interesse.
Diese Auffassung wurde nacheinander von drei Präsidenten - Demokraten sowohl als auch Republikanern - vertreten.
Sie ist in neun aufeinanderfolgenden Kongressen mit überparteilicher Mehrheit gebilligt worden.
Sie hat seit 17 Jahren die Unterstützung einer überparteilichen
Mehrheit des amerikanischen Volkes gefunden.
Und sie ist erst kürzlich von einem Ausschuß aus hervorragenden
amerikanischen Bürgern, der unter der Leitung von General Lucius D. Clay
steht und dem die Herren Robert Anderson, Eugene Black, Clifford Hardin,
Robert Lovett, Edward Mason, L.F. McCollum, George Meany, Herman Phleger
und Howard Rusk angehören, erneut bekräftigt worden. In ihrem Bericht
heißt es: "Wir sind der Überzeugung, daß diese Programme, richtig geplant und durchgeführt, von entscheidender Bedeutung für die Sicherheit
unserer Nation und für die Erfüllung unserer weltweiten Pflichten notwendig sind."
Es besteht also, kurz gesagt, seit vielen Jahren eine nationale
Übereinstimmung bezüglich der entscheidenden Bedeutung dieser Programme.
Grundsatz und Zielsetzung der amerikanischen Hilfe für die weniger gesicherten und weniger vom Glück begünstigten Nationen werden und können
nicht ernsthaft in Zweifel gestellt werden.
Die

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*

Die Erfordernisse der Gegenwart
Die Frage ist-nunj Wie steht es um die Zukunft? Wie groß ist angesichts dieser Fortschritte der Vergangenheit das Ausmaß der gegenwärtigen Erfordernisse, welche Möglichkeiten nahen wir, und mit welchen Veränderungen müssen wir an diesem Scheideweg der Weltgeschichte
rechnen?
Ich glaube, wir stehen an einem wirklichen Scheideweg. Unsere Welt
steht vor dem Höhepunkt einer historischen Umwälzung. Eine Woge der
nationalen Unabhängigkeit hat fast alle Entwicklungsländer erfasst, in
denen rund ein Drittel der Menschheit lebt; die industrielle und wissenschaftliche Revolution breitet sich bis in die entlegensten Gebiete der
Erde aus. Die Völker der Erde stehen vor zwei unvereinbaren Auffassungen
vom Wert, von den Rechten und der Rolle des Einzelmenschen.
In den etwa 80 Entwicklungsländern werden in den kommenden Tagen,
Monaten und Jahren zahllose große und kleine Entscheidungen getroffen
werden - Entscheidungen, die zusammengenommen das wirtschaftliche und
soziale System errichten, die politische Führung und Form und die politische Praxis bestimmen und die Gestalt der Institutionen prägen werden, die für ein Drittel der Menschheit entweder Entscheidungsfreiheit
oder Zwang bringen v/erden. Und diese Entscheidungen werden gewaltige
Auswirkungen auf die Gestalt der Welt haben, in der unsere Kinder heranwachsen.1
Afrika ist in unruhiger Bewegung, um seine Unabhängigkeit zu festigen und diese Unabhängigkeit durch wirtschaftliche und soziale Entwicklung für seine Völker sinnvoll zu machen. Das amerikanische Volk
hat seine Sympathie für diese Ziele zum Ausdruck gebracht und immer wieder bekräftigt.
Das freie Asien wendet sich entschlossen gegen die politische,
wirtschaftliche und militärische Herausforderung der' unablässigen Versuche des kommunistischen China, den Kontinent zu beherrschen.
Lateinamerika ist dabei, entscheidende Schritte in Richtung auf
eine wirkliche Demokratie zu tun - und das inmitten eines turbulenten,
raschen sozialen Wandels und angesichts der drohenden Gefahr der kommunistischen Unterwanderung.
Die Vereinigten Staaten können - als die reichste und mächtigste
Nation und als die Nation, die für die Unabhängigkeit der Völker und ein
besseres Leben für alle Menschen eintritt - auf diesem Höhepunkt des
Zeitalters der Entscheidung ebensowenig abseits stehen wie sie sich aus
der Gemeinschaft der freien Nationen lösen können. Unsere Anstrengung
ist nicht nur symbolisch: sie ist auf unsere lebenswichtigen Sicherheitsinteressen gerichtet.
Ich hoffe, daß das amerikanische Volk durch seine Vertreter im Kongreß in diesem Jahr unseren Antrag auf Mittel für die Auslandshilfe aus
diesem Zusammenhang heraus prüfen wird, einen Antrag, der sorgfältig und
ausdrücklich darauf abgestimmt ist, diesen spezifischen Aufgaben gerecht
zu werden. Es handelt sich nicht um eine lästige Bürde. Es handelt sich
vielmehr um ein neues Kapitel unseres Anteils an einem unausgesetzten

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unausgesetzten lebenswichtigen Kampf - um die konstruktivste, größte
Anforderungen stellende Aufgabe, die größte Aufgabe, die Menschen
jemals um der Freiheit und ihrer Mitmenschen willen auf sich genommen haben.
Geplante Verbesserungen
In einer sich ständig ändernden Welt müssen unsere gemeinsamen
Verteidigungs- und Hilfeprogramme laufend überprüft werden. Meine
in dieser Botschaft enthaltenen Empfehlungen spiegeln die Arbeit des
Clay-Ausschusses, die von dem neuen Leiter des Amtes für Internationale Entwicklung durchgeführte Untersuchung sowie die Erfahrungen
wider, die im ersten vollen Jahr der Durchführung des vom Kongreß 1961
verabschiedeten neuen und verbesserten Programms gesammelt wurden. In
diesen Untersuchungen besteht grundsätzliche Übereinstimmung, daß
diese HilfeProgramme von großem Wert für unsere eigensten nationalen
Interessen sind, daß ihre grundlegenden Konzeptionen sowie ihre Durchführung, wie sie in der bestehenden Gesetzgebung verankert sind, richtig
sind, daß bei der Verwirklichung dieser Konzeptionen Fortschritte erzielt wurden und weiterhin erzielt werden, daß aber noch viel zu tun
übrig bleibt, um unsere Leistungen zu verbessern und den bestmöglichen
Nutzen aus diesen Programmen zu ziehen.
Ferner besteht in all diesen Untersuchungen grundsätzliche Übereinstimmung hinsichtlich sechs Hauptempfehlungen für die Zukunft.
Ziel Nr. 11 Die Anwendung strengerer Maßstäbe hinsichtlich der
Förderungswürdigkeit und Bereitschaft zur Selbsthilfe bei der Unterstützung der Entwicklungsländer. Diesem Ziel wurde von dem Ausschuß
zur Stärkung der Sicherheit der freien Welt (Clay-Bericht), der die
Meinung vertritt, daß die Anwendung solcher Kriterien zu wesentlichen
Einsparungen bei ausgewählten Progranmen im Laufe der nächsten ein bis
drei Jahre führen könnte, besondere Aufmerksamkeit gewidmet.
In dieser Richtung sind bereits beträchtliche Fortschritte erzielt
worden. Während die Anzahl früherer Kolonien, die ihre Unabhängigkeit
erlangt haben, die Gesamtliste der unterstützten Länder vergrößert hat,
gehen 80 Prozent der gesamten Wirtschaftshilfe gegenwärtig nur an 20
Länder; und die Militärhilfe ist sogar noch enger konzentriert. Der Anteil der Entwicklungsanleihen gegenüber den ausgesprochenen Zuwendungen
hat sich von 10 Prozent auf 60 Prozent erhöht. Wir haben unsere gesamten
Entwicklungsanleihen auf eine "Rückzahlbar-in-Dollar-Basis" gestellt,
und in diesem Jahr verstärken wir - wie der Clay-Ausschuß dies empfahl unsere Bemühungen, die Anleihebedingungen so zu formulieren, daß die
Zinssätze und Fälligkeitstermine mehr als bisher der unterschiedlichen
Finanzkraft der verschiedenen Länder angepaßt sind.
Insbesondere im Rahmen der Allianz für den Fortschritt - und in
zunehmendem Maße auch bei anderen Hilfeprogrammen - wird der Nachdruck
von den Empfängerländern selbst auf Selbsthilfe und auf eigene Reformen

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Reformen gelegt, indem unsere Hilfe als Katalysator für den Fortschritt und nicht als Almosen verwendet wird. Schließlich geben
wir nicht nur - wo immer die Verhältnisse dies gestatten - der
Wirtschafts- gegenüber der Militärhilfe den Vorzug, sondern sehen
uns neuerdings auch Umfang und Zweck der örtlichen Streitkräfte,
die unsere Hilfe empfangen, sehr kritisch an. Die Tatsache, daß
wir bei unserer Militärhilfe eine stärkere Betonung auf die innere
Sicherheit sowie auf den zivilen Einsatz legen, steht im Einklang
mit der Erfahrung, daß militärische Streitkräfte in Entwicklungsländern eine ebenso bedeutende wirtschaftliche wie auch schützende
Rolle spielen können. So wurden beispielsweise in Lateinamerika im
Finanzjahr 1963 die Militärhilfemittel, die für die Unterstützung
von technischen, medizinischen und anderen für Zivilprojekte eingesetzten Einheiten bereitgestellt wurden, mehr als verdoppelt.
Ziel Nr. 2: Das Streben nach einer Reduzierung und schließlichen
Einstellung der amerikanischen Unterstützung dadurch, daß die einzelnen Nationen so schnell wie möglich in die Lage versetzt werden,
auf eigenen Füßen zu stehen. Sowohl den USA als auch den von uns
unterstützten Ländern muß daran gelegen sein, den Punkt zu erreichen,
wo sie aus eigener Kraft wachsen können, den Punkt, wo sie Hilfe von
außen nicht mehr länger benötigen, um ihre Unabhängigkeit zu wahren.
Unser Ziel ist nicht ein willkürlicher Termin für die Einstellung
der Hilfe, sondern eine möglichst weitgehende Vorverlegung des
"Starttermins", des Zeitpunkts also, "wo ihre Volkswirtschaften genügend Schwung gewonnen haben, um sich selbständig weiterzuentwickeln,
und wo sie zur Deckung des wachsenden Kapitalbedarfs nur der gleichen
normalen Quellen der Finanzierung von außen bedürfen, die auch unser
Land viele Jahrzehnte lang in Anspruch genommen hat.
Für einige ist dieses Ziel, was die Wirtschaftshilfe betrifft,
in greifbare Nähe gerückt. Bei anderen wird es länger dauern. Aber
in allen Fällen sollten besondere zur Selbständigkeit führende Programme und Dringlichkeitsstufen festgesetzt werden, einschließlich
jener Maßnahmen, die von den Empfängerländern und allen anderen, die
diesen Ländern zu helfen bereit sind, ergriffen werden müssen.
Die bisherige Entwicklung zeigt deutlich, daß die Auslandshilfe
kein endloser oder unwandelbarer Prozeß ist. Vor fünfzehn Jahren ging
unsere Unterstützung nahezu ausschließlich an die fortgeschrittenen
Länder Europas und an Japan; heute wird sie fast ausschließlich
in die Entwicklungsländer gelenkt. Vor zehn Jahren wurde der größte
Teil unserer Hilfe zur Stärkung der militärischen Streitkräfte und
labilen Volkswirtschaften verwendet; inzwischen wurde diese Hilfe
auf die Hälfte reduziert, und unsere Unterstützung kommt in zunehmendem
Maße der wirtschaftlichen Entwicklung zugute. Es gibt jedoch noch wichtige Fälle, in denen sich die militärische Drohung des Kommunismus nicht
verringert hat und sowohl Militär- als auch Wirtschaftshilfe noch erforderlich ist. Die Reihe solcher Fälle reicht von relativ stabilen
Grenzen wie in Korea und der Türkei bis zu Gebieten aktiver Aggression
wie Vietnam.
Ziel

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Ziel Nr. 3 : Sicherstellung einer größeren Beteiligung anderer
Industrienationen an den Kosten der internationalen Entwicklungshilfe.
Die Vereinigten Staaten stehen bei der Unterstützung der Entwicklungsländer nicht mehr allein, und ihr anteilmäßiger Beitrag zu den Kosten
verringert sich. Der Fluß der Geldmittel aus anderen Industrieländern
der sich gegenwärtig auf insgesamt 2 Milliarden Dollar im Jahr beläuft
dürfte anhalten; und wir rechnen mit einer noch engeren Zusammenarbeit
mit diesen Ländern, um unsere gemeinsamen Bemühungen in wirksamster
Weise zum Tragen zu bringen. Ferner haben die internationalen Kreditinstitutionen sowie die für die technische Unterstützung zuständigen
Einrichtungen, für die wir große Beiträge leisten, das Programm sowie
den Umfang ihrer Tätigkeit erweitert; und wir rechnen mit einer Ergänzung dieser Hilfsquellen von Fall.zu Fall in Verbindung mit größeren Beiträgen seitens anderer Länder. Wir werden weiterhin mit unseren Verbündeten zusammenarbeiten und sie auffordern, ihre Hilfeanstrengungen zu intensivieren und ihre Unterstützung zu Bedingungen
zu gewähren, die für die Entwicklungsländer weniger beschwerlich sind.
Ziel Nr. 4 : Abschwächung nachteiliger Auswirkungen des Hilfeprogramms auf unsere eigene Zahlungsbilanz und auf unsere eigene
Wirtschaft. Noch vor wenigen Jahren wurde mehr als die Hälfte der
Mittel der amerikanischen Wirtschaftshilfe im Ausland ausgegeben, was
zum Abfluß unserer Dollar und unseres Goldes beitrug. Über achtzig
Prozent der für die Einhaltung unserer bis dato gegebenen Zusicherungen erforderlichen Mittel werden nun in den Vereinigten Staaten ausgegeben werden, was zum Wachstum unserer Wirtschaft und der Beschäftigungsmöglichkeiten beitragen wird.. Dieser Anteil wird in dem Maße
steigen, in dem weitere Maßnahmen zu diesem Zweck ergriffen werden.
Ich möchte hinzufügen, daß unsere Zahlungsbilanzsituation heute durch
die Rückzahlung von Anleihen, die den europäischen Ländern im Rahmen
des Marshall-Plans und seitens der Export-Import-Bank gewährt wurden,
günstig beeinflußt wird. Ich bin überzeugt, daß wir in Zukunft, wenn
das Einkommen in den Entwicklungsländern ansteigt, ähnlichen Nutzen
aus den Anleihen ziehen werden, die wir jetzt diesen Ländern gewähren.
Unserer Wirtschaf t wird ebenfalls durch die Ausweitung kommerzieller Exporte auf Länder geholfen, deren gegenwärtiges Wachstum und
deren Prosperität durch die amerikanische Wirtschaftshilfe in früheren Jahren angespornt wurde . Im Laufe der vergangenen zehn Jahre haben
sich unsere Exporte nach Westeuropa und Großbritannien mehr als verdoppelt, und unsere Exporte nach Japan haben um das Vierfache zugenommen. Ebenso können wir damit rechnen, daß sich die Handelsmöglichkeiten mit denjenigen Ländern in Zukunft ausweiten werden, deren wirtschaftliche Entwicklung wir im Augenblick fördern,
überdies verwenden wir unsere Agrarprodukte in steigenden Maße
im Rahmen des Lebensmittel-für-den-Frieden-Programms, um das wirtschaftliche Wachstum der Entwicklungsländer anzuregen und zur Verwirklichung anderer außenpolitischer Ziele der USA beizutragen. In
dem Maße, wie sich die Volkswirtschaften dieser Länder aufwärtsentwickeln, ermutigen wir sie, bei diesen Waren von Verkäufen^ in ausländischer Währung zu Bar- oder Dollarkreditverkäufen überzugehen.
Die

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Die anteilmäßige Last unserer Unterstützungsprogramme ist
ständig vermindert worden - von rund 2 Prozent unseres Bruttosozialprodukts bei Anlaufen des Marshall-Plans auf 0,7 Prozent
heute, von 11,5 Prozent des Bundeshaushalts im Jahre 1949 auf gegenwärtig 4 Prozent.
Obwohl diese Zahlen erkennen lassen, daß unsere Hilfeprogramme relativ gesehen - heute beträchtlich weniger Kosten als noch vor zehn oder
fünfzehn Jahren, setzen wir dennoch unsere Bemühungen fort, um sie
wirksamer zu gestalten und den Gewinn aus jedem investierten Dollar
zu vergrößern. Das Personal, die Verfahren und die Durchführung werden
ständig verbessert. Eine Anzahl von Außenstellen sind geschlossen, verkleinert oder mit den Botschaften oder regionalen Dienststellen zusammen
gelegt worden. Diese Bemühungen um größere Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit werden unter dem neuen Administrator noch beschleunigt
werden .
Ziel Nr. 5 : Fortsetzung der Verteidigungsunterstützung für die
von einem kommunistischen Angriff von innen oder außen her bedrohten
Länder. Unser Militärhilfeprogramm war ein entscheidender Faktor, um
die sowjetische und chinesische Militärmacht über zehn Jahre lang
verhältnismäßig fest in ihren Grenzen zu halten. Ohne den Schutz dieses Programms wäre der erhebliche wirtschaftliche Fortschritt der an
den sino-sowjetischen Bereich grenzenden Entwicklungsländer kaum möglich gewesen. Mit dem Aufbau ihrer wirtschaftlichen Stärke werden
diese Länder auch einen größeren Teil der Lasten ihrer Verteidigung
übernehmen können. Wir dürfen jedoch nicht annehmen, daß die Militärhilfe für diese Länder - oder für andere, die vor allem einem
subversiven Angriff von innen her ausgesetzt sind - in absehbarer Zukunft eingestellt werden kann. Im Gegenteil: wenn es auch möglich sein
wird, das eine oder andere Programm zu reduzieren oder einzustellen,
so müssen wir doch mit der Notwendigkeit neuer und erweiterter Programme rechnen.
Indien ist ein Modellfall. Es kann kaum noch bezweifelt werden,
daß es klug war, die bemerkenswerten und erfolgreichen Bemühungen des
indischen Subkontinents um Fortschritt und Stabilität durch amerikanische Hilfeleistungen zu unterstützen. Die Bedrohung, die durch den
chinesischen Angriff auf Indien im vergangenen Herbst offenbar wurde,
wird vielleicht weitere Anstrengungen unsererseits erforderlich machen,
um die Sicherheit dieses entscheidend wichtigen Gebietes zu stärken,
unter der Voraussetzung, daß diese Anstrengungen durch entsprechende
Leistungen Indiens und Pakistans ergänzt werden.
Im großen und ganzen ist jedoch der Umfang der Militärhilfe
gering im Verhältnis zu den Ausgaben für unsere nationale Sicherheit;
in diesem Finanzjahr beläuft sie sich auf rund 3 Prozent unseres
Verteidigungsbudgets. "Dollar für Dollar", so erklärte der Clay-Ausschuß unter besonderer Bezugnahme auf die Grenzgebiete, "tragen diese
Programme mehr zur Sicherheit der freien Welt bei als entsprechende
Posten in unseren Verteidigungsbewilligungen... Diese Länder stellen

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stellen mehr als zwei Millionen Soldaten, die zum überwiegenden Teil
für jeden Notfall gerüstet sind." Ohne Zweifel würde - wenn es dieses
Programm nicht gäbe - unser Verteidigungsbudget erheblich erhöht werden müssen, um einen gleichwertigen Beitrag zur Verteidigung der freien
Welt zu leisten.
Ziel Nr. 6: Stärkere Heranziehung privater Investitionen sowie
anderer nichtstaatlicher Hilfsquellen bei der Unterstützung der Entwicklungsländer. In den vergangenen Monaten sind eine Reihe neuer Maßnahmen ergriffen worden, um Erfahrung und Können einer Vielzahl von
privaten Organisationen und Einzelpersonen hier in den USA für dieses
Programm zu mobilisieren. Genossenschaften sowie Spar- und Darlehensverbände haben sich sehr aktiv für die Schaffung ähnlicher Einrichtungen im Ausland, insbesondere in Lateinamerika, eingesetzt. Unsere landwirtschaftlichen Hochschulen und die Universitäten schalten sich zunehmend in unsere verschiedenen Programme ein, um bei der Entwicklung
von Agrargebieten in Übersee zu helfen. In Lateinamerika sind beispielsweise bereits 37 amerikanische Universitäten und landwirtschaftliche
Hochschulen am Werk - und eine weitere erhebliche Steigerung dieser
Arbeit ist im kommenden Jahr zu erwarten. Führende Persönlichkeiten
des öffentlichen und privaten Lebens aus dem Staat Kalifornien beraten
mit den zuständigen Stellen in Chile, wie die Möglichkeiten und Hilfsmittel eines bestimmten Bundesstaates besser auf die Unterstützung eines
bestimmten Landes ausgerichtet werden können. Die Gewerkschaften, Stiftungen, Handelsverbände, Berufsvereinigungen und viele andere Institutionen verfügen ebenfalls über Wissen und Hilfsmittel, die wir in
immer stärkerem Maße heranziehen, um den ganzen Komplex privater und
öffentlicher Einrichtungen, von denen unser eigenes nationales Leben
abhängt, systematischer und sinnvoller bei diesem wichtigen Prozeß des
nationalen Aufbaues einzusetzen. Dem Modernisierungsprozeß liegt das
zentrale Problem der Schaffung, Anpassung und Verbesserung der Institutionen zugrunde, ohne die keine moderne Gesellschaft auskommen kann.
Privatinvesti tJonen
Die wichtigste neue Initiative im diesjährigen Programm erstreckt
sich auf unsere verstärkten Bemühungen, die Investition von Privatkapital in den Entwicklungsländern zu ermutigen. Bei der Förderung amerikanischer Privatinvestitionen durch die Gewährung von Investitionsgarantien - bisher in Höhe von 900 Millionen Dollar -, durch Kostenbeteiligung an Investitionsprüfungen, Anleihen in Landeswährung und
andere nach den gegenwärtigen Gesetzen mögliche Maßnahmen ist bereits
ein beachtlicher Fortschritt erzielt worden. Allein während der ersten
Hälfte des laufenden Haushaltsjahres wurden privaten Firmen 7,7 Millionen Dollar in Landeswährung als Anleihen zur Verfügung gestellt.
Ich glaube jedoch, daß sowohl von seiten der Regierung durch eine
verstärkte Tätigkeit des Amtes für Internationale Entwicklung (AID)
als auch auf gesetzgeberischem Gebiet durch den Kongreß noch viel mehr
getan werden müßte. Von Regierungsseite werden unsere Botschafter und
Missionen im Ausland angewiesen, bei ihren Verhandlungen mit den

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den Entwicklungsländern nachdrücklicher darauf hinzuweisen, wie
wichtig es ist, die privaten Hilfsquellen voll auszuschöpfen und
das Klima sowohl für einheimische wie auch für ausländische Privatinvestitionen zu verbessern. Insbesondere bin ich darüber besorgt,
daß das Investitionsgarantieprogramm in einigen Ländern nicht in
vollem Umfang durchgeführt werden kann, da es die dortigen Regierungen
versäumen, die normalen, zwischenstaatlichen Zusicherungen bezüglich
der Investitionsgarantien zu geben.
Darüber hinaus wird auch das Amt für Internationale Entwicklung
(AID) seine eigene Tätigkeit bea-üglich der Förderung der privaten
Wirtschaftstätigkeit verstärken und ausweiten - sowohl hinsichtlich
der Bemühungen, den Entwicklungsländern beim Aufbau einer starken
Privatwirtschaft zu helfen, als auch hinsichtlich der Einrichtungen,
durch die Kapital und technisches Können der Privatwirtschaft für die
wirtschaftliche Entwicklung mobilisiert werden.
Auf gesetzgeberischem Gebiet empfehle ich folgendes:
a. Eine Änderung der Steuerbestimmungen für einen Versuchszeitraum, um amerikanischen Steuerzahlern die Möglichkeit zu geben, Neuinvestitionen in Entwicklungsländern abzusetzen, was auch in gewissem
Umfang für Reinvestitionen ihrer Gewinne in diesen Ländern gelten
sollte. Eine solche Steuererleichterung dürfte durch die Ermöglichung
höherer Kapitalerträge wesentlich dazu beitragen, daß weitere Privatinvestitionen in den Entwicklungsländern getätigt werden. Der Ausschuß
amerikanischer Geschäftsleute für die Allianz für den Fortschritt hat
eine solche Maßnahme empfohlen.
b. Eine Änderung der Bestimmungen für Investitionsgarantien im
Auslandshilfegesetz, um das Garantieprogramm zu erweitern und klar
zu umreißen.
Der wirtschaftliche und soziale Fortschritt kann nicht von den
Regierungen allein erreicht werden. Die wirksame Beteiligung des
fortschrittlichen amerikanischen Geschäftsmannes, insbesondere in
Verbindung mit Privatinteressen in dem Entwicklungsland selbst,
bringt im Entwicklungsprozeß nicht nur die finanzielle Investition,
sondern auch seine technischen und betriebswirtschaftlichen Kenntnisse
ins Spiel. Seine erfolgreiche Beteiligung trägt wiederum dazu bei,
das Klima des Vertrauens zu schaffen, das so entscheidend wichtig
ist, um das lebensnotwendige ausländische und inländische Kapital
anzuziehen und zu halten. Wir begrüßen und ermutigen jede Initiative,
die in Lateinamerika auf dem privaten Sektor ergriffen wird, um das
industrielle Wachstum zu beschleunigen, und hoffen, daß auch in anderen
Entwicklungsländern ähnliche kooperative Anstrengungen gemacht werden.
Die Allianz für den Fortschritt
Die Erfolge der Allianz für den Fortschritt in den kommenden
Jahren werden - in einem ganz besonderen Sinne - Maßstab unserer

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unserer Entschlossenheit, unserer Ideale und unserer Klugheit und
Besonnenheit sein. In diesem vergangenen Jahr ist unsere Fähigkeit
und Findigkeit als Volk gerade hier in der westlichen Hemisphäre
in ganz eindeutiger Weise auf die Probe gestellt worden. Wir handelten
unverzüglich, um der Bedrohung durch aggressive Kernwaffen auf Kuba
zu begegnen, und wir fanden die Nationen Lateinamerikas auf unserer
Seite. Ihnen wurde ebenso wie uns erneut bewußt, welche Gefahr darin
liegt, zuzulassen, daß die Armut und Hoffnungslosigkeit eines ganzen
Volkes irgendwo hier auf diesem Kontinent lange währt.
Hätte man die Bedürfnisse des kubanischen Volks in der Zeit vor
Castro befriedigt - seinen Wunsch nach Nahrungsmitteln, Wohnraum, Bildung und Arbeit sowie, allem voran, sein Verlangen nach demokratischer
Mitbestimmung in der Erfüllung seiner eigenen Hoffnungen - dann hätte
es weder einen Castro noch Raketen auf Kuba gegeben und die Nachbarn
Kubas hätten sich nicht dem gewaltigen Risiko des Widerstands gegen
eine drohende Aggression von seiten dieser Insel auszusetzen brauchen.
Es gibt nur einen einzigen Weg, um zu vermeiden, in
Zukunft einem ähnlichen Dilemma gegenüber zustehen. Man muß in allen
Ländern Lateinamerikas die Hoffnung wecken und den Völkern dieses Kontinents zu verstehen geben, daß sie für sich eine bessere Zukunft gestalten können - nicht dadurch, daß sie den unmenschlichen Geboten
einer fremden und zynischen Ideologie folgen, sondern dadurch, daß
sie ihrem eigenen Wollen Ausdruck verleihen, sich ein eigenes Urteil
bilden und verantwortungsbewußt als Bürger handeln.
Als Amerikaner haben wir seit langem die Rechtmäßigkeit dieser
Bestrebungen anerkannt. In den vergangenen Monaten haben wir - wie
nie zuvor - erkennen können, welche Dringlichkeit ihnen zukommt und,
wie ich meine, durch welche konkreten Maßnahmen sie sich verwirklichen
lassen.
In weniger als zwei Jahren ist aus dem ZehnJahresprogramm der
Allianz für den Fortschritt mehr geworden als eine Idee, mehr als eine
Verpflichtung von Regierungen. Die notwendige erste Anstrengung, um
Pläne auszuarbeiten, Institutionen zu errichten, zu erproben und zu
prüfen - haben eine neue Hingabe und Bereitschaft erforderlich gemacht
und wachgerufen - eine neue Bereitschaft zum klugen Kompromiß zwischen
alten und neuen Lebensformen. Auf lange Sicht wird diese Anstrengung
und nicht die Drohung des Kommunismus das Schicksal der Freiheit in
der westlichen Hemisphäre bestimmen.
Diese Jahre waren für keine Gruppe in Lateinamerika leicht.
Eine ähnliche Änderung der grundlegenden Ausrichtung unserer eigenen
Gesellschaft wäre gewiß nicht leichter gewesen. Die Schwierigkeit
der herbeizuführenden Veränderungen läßt den Erfolg vieler Nationen
in Lateinamerika bei der Durchführung von Reformen, die ihren fundamentalen wirtschaftlichen und sozialen Aufbau gesünder und auch gerechter gestalten helfen, in einem noch helleren Licht erscheinen.
Einige
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Einige eindrucksvolle Erfolge sind bereits sichtbar geworden.
In den meisten Ländern dieses Gebietes werden immer mehr neue Wohnungen gebaut. Die Ausbildungsmöglichkeiten wachsen rasch. Der
Straßenbau schreitet insbesondere in landwirtschaftlichen Gebieten
schnell voran. Mit Hilfe von amerikanischen Geldern werden über zwei
Millionen Schulbücher verteilt, um dem Analphabetentum bei etwa der
Hälfte der 210 Millionen Bewohner Lateinamerikas zu Leibe zu rücken.
In den Ländern der Allianz für den Fortschritt wird die Ernährung
von 8 Millionen Kindern und Müttern durch Lebensmittel
aus dem Programm "Nahrungsmittel für den Frieden" ergänzt, und diese Zahl dürfte
im nächsten Jahr auf fast 16 Millionen anwachsen.
In dem von Unruhen heimgesuchten Nordosten Brasiliens wird
im Rahmen eines Abkommens mit dem Land Rio Grande do Norte ein Programm in Angriff genommen, um 3000 Lehrer auszubilden, 1000 Klassenräume, zehn Berufsschulen, acht Volksschulen und vier Lehrerbildungsstätten zu errichten. In Venezuela ist ein 30-Millionen-DollarProjekt zur Beseitigung von Elendsvierteln in Angriff genommen worden.
In Bogota in Kolumbien wächst auf dem Gebiet des ehemaligen Flugplatzes
eine neue Stadt für 71 000 Menschen, die sich mit Unterstützung des
Treuhandfonds für Sozialen Fortschritt ihre Wohnungen selbst bauen.
In diesem Jahr habe ich einen Brief von Senor Argemil Plazas
Garcia erhalten, den ich bei der Einweihung eines Wohnungsbauprojekts im Rahmen der Allianz für den Fortschritt in Bogota traf. Er
schreibt mir: "Heute lebe ich mit meinen dreizehn Kindern in diesem
Haus, und wir sind sehr glücklich, daß wir solche Armut nicht mehr
kennen und nicht mehr wie Ausgestoßene von Ort zu Ort ziehen müssen.
Wir wissen jetzt, was Würde und Freiheit ist... Meine Frau, meine
Kinder und ich schreiben Ihnen diesen einfachen Brief, um Ihnen den
herzlichen Dank der kolumbianischen Freunde auszusprechen, die nunmehr ein Heim haben, in dem sie glücklich leben können." Zahlreiche
Anfänge der Selbsthilfe und der Reformen zeichnen sich jetzt ab, die
von noch größerer und weitreichender Bedeutung sind. Seit 1961 haben
elf lateinamerikanische Länder - Argentinien, Brasilien, Bolivien,
Kolumbien, Chile, Costa Rica, die Dominikanische Republik, El
Salvador, Mexiko, Panama und Venezuela - strukturelle Reformen in
ihren Steuersystemen vorgenommen. Zwölf Länder haben ihre Einkommensteuergesetzgebung und ihre Steuerverwaltung verbessert. In Venezuela,
der Dominikanischen Republik und zwei Staaten Brasiliens sind umfassende Programme zur besseren Bodennutzung und zur Landreform in
Angriff genommen worden. Verhältnismäßig begrenzte Pläne werden
gegenwärtig in Chile, Kolumbien, Panama, Uruguay und Mittelamerika
durchgeführt.
Sechs lateinamerikanische Länder - Kolumbien, Chile, Bolivien,
Honduras, Mexiko, und)Venezuela - haben dem Expertenausschuß der Organisation Amerikanischer Staaten Entwicklungsprogramme unterbreitet. Dieses Gremium hat die Pläne der ersten drei Länder analysiert
und darüber Bericht erstattet; zu den Plänen der restlichen Länder
soll in Kürze berichtet werden.
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Wenn man berücksichtigt, was in Jahrzehnten versäumt worden
ist, oder daß die grundlegenden Probleme nur gelegentlich Aufmerksamkeit fanden, dann ist der Anfang, der gemacht worden ist, ermutigend. Vielleicht am bedeutsamsten von alledem aber ist der Wandel,
der sich im Fühlen und Denken der Menschen vollzogen hat - ein
zunehmender Wille, ihr Land zu entwickeln. Wir können den Lateinamerikanern nur helfen, sich selbst zu helfen. Aus diesem Grunde
ist die zunehmende Entschlossenheit der Völker dieses Gebietes,
moderne Gesellschaften aufzubauen, so erfreulich. Und aus diesem
Grunde müssen auch die verantwortlichen Politiker in Lateinamerika
auf den Willen des Volkes mit einem größeren Verständnis für die
dringenden Aufgaben und Ziele reagieren, damit aus Erwartungen nicht
Enttäuschung, aus Hoffnung nicht Verzweiflung wird. Die anstehenden
Reformgesetze müssen verabschiedet werden, aus Worten müssen Taten
werden, und der Mechanismus zur Durchführung der Programme muß aufgebaut und verstärkt werden. Das sind keine leichten Schritte, wie
wir aus eigener Erfahrung wissen, aber sie müssen getan werden.
Wir selbst beabsichtigen, unsere Unterstützung in Lateinamerika
auf jene Länder zu konzentrieren, die sich an die in der Charta von
Punta del Este niedergelegten Prinzipien halten, und mit unseren Nachbarn zusammenzuarbeiten, um genauer die besonderen politischen
Fluktuationen, Reformen und andere Maßnahmen•der Selbsthilfe aufzuzeigen, die notwendig sind, um unsere Hilfe wirksam zu gestalten
und der Allianz zum Erfolg zu verhelfen. Die Empfehlung des ClayAusschusses, unsere Bemühungen um die Förderung einer wirtschaftlichen Integration innerhalb dieses Gebietes und die Ausweitung
des Handels zwischen den lateinamerikanischen Ländern zu verstärken,
ist überaus wertvoll. Die Entschlossenheit der mittelamerikanischen
Präsidenten, sich kühn in dieser Richtung zu bewegen, hat mich während
meines jüngsten Zusammentreffens mit ihnen in San Jose, Costa Rica,
sehr beeindruckt; und das Amt für Internationale Entwicklung hat bereits ein Regionalbüro in Mittelamerika eröffnet, unterstützt eine
regionale Entwicklungsbank und beteiligt sich an regionalen Handelskonferenzen.
In den ersten zwei Jahren der Allianz für den Fortschritt ist
ein Anfang gemacht worden, aber die Arbeit, die noch vor uns liegt,
muß fortlaufend schnellstens in Angriff genommen werden. Zahlreiche
Voraussetzungen für ein erfolgreiches Jahrzehnt sind vorhanden, und
der grundsätzliche Kurs für die Zukunft ist klar. Es liegt nun bei
allen Partnern der Allianz»stetig die Kräfte und den Willen aufzubieten, die notwendig sind, um unerschütterlich diesen Kurs zu verfolgen .
Die gesetzgeberischen Maßnahmen für dieses Jahr
Wenn man die vorerwähnten Tatsachen und Grundsätze in Programmkosten und Bewilligungen umsetzt, und zwar auf der Grundlage der Anwendung der vorher dargelegten und vom Clay-Ausschuß bekräftigten
Maßstäbe, dann ergibt sich folgendes Bild:
.

�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
1. Mehr als 200 Millionen Dollar an Mitteln der Wirtschaftshilfe, die gegenwärtig verfügbar sind, dürften im laufenden Finanzjahr eingespart und nicht verwendet werden; und mehr als 100 Millionen Dollar dieser nicht verwendeten Mittel werden für künftige Anleihezwecke verfügbar sein;
2. Zusätzlich zu den eingesparten Mitteln, die in das nächste
Jahr hinübergenommen werden, hat eine genaue Prüfung ergeben, daß eine
Anzahl von Reduzierungen der ursprünglichen Haushaltsvoranschläge für
die Wirtschafts- und Militärhilfe vorgenommen werden können, ohne daß
die nationalen Interessen dadurch ernstlich in Mitleidenschaft gezogen
werden •
Diese Faktoren zusammengenommen erlauben eine Kürzung des ursprünglichen Haushaltsvoranschlages von 4»9 Milliarden Dollar auf 4»5 Milliarden Dollar. Dieser Betrag bringt - in Übereinstimmung mit den Maßstäben und Empfehlungen - die erwarteten Reduzierungen der Militär- und
Wirtschaftshilfe für eine Reihe von Ländern sowie unvermeidbare Erhöhungen für andere zum Ausdruck. Die wesentlichen für die Bewilligungen des Jahres 19^4 vorgeschlagenen Netto-Erhöhungen sind folgende:
- zusätzliche 525 Millionen Dollar für Anleihen in Lateinamerika
- davon 125 Millionen Dollar durch das Amt für Internationale Entwicklung (AID) und 200 Millionen Dollar durch den Treuhandfonds für Sozialen Fortschritt, der von der Interamerikanischen Entwicklungsbank für
die Vereinigten Staaten verwaltet wird (wofür im Haushaltsjahr 19&amp;5
keine Bewilligung notwendig war, da im Jahr zuvor eine zweijährige Bewilligung ausgesprochen wurde);
- zusätzliche 85 Millionen Dollar für Anleihen in der übrigen Welt,
vor allem für Länder wie Indien, Pakistan und Nigeria, die jenem Höhenniveau der Selbsthilfe und des wirtschaftlichen und sozialen Fortschritts gerecht werden, das es ermöglicht, unsere Hilfe auf die
schließliche volle Selbständigkeit abzustellen;
- zusätzliche 80 Millionen Dollar für die Militärhilfe, einschließlich der erhöhten Anforderungen für Indien (wobei die Summe
noch weit unter dem Stand im Haushaltsjahr 1961 liegt); und
- zusätzliche 50 Millionen Dollar für den Nothilfe-Fonds, der
die für unsere eigene Sicherheit notwendige Flexibilität gewährleistet. Wir können und dürfen die Möglichkeit nicht außer acht lassen,
daß in Gebieten, die heute ruhig erscheinen, neue Bedrohungen - ähnlich denen in Laos oder Vietnam - auftreten oder daß sich neue Chancen
bieten, große Erfolge für die Sache der Freiheit zu erzielen. Die Auslandshilfepolitik kann ebensowenig unbeweglich sein wie die Außenpolitik
selbst.
Ich halte es für notwendig und wünschenswert, daß diese Mittel
vom Kongreß zur Verfügung gestellt werden, um den Anforderungen des
Programms gerecht zu werden und für neue Möglichkeiten des Programms

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�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
Programms zur Verfügung zu stehen. Mittel, die auf Grund der verschärften Maßstäbe für die Auswahl und Durchführung von Projekten,
unseres Hilfeprogramms nicht benötigt werden, sollen, wie auch im
laufenden Jahr, nicht ausgegeben oder bereitgestellt werden.
Die Änderungen in der Gesetzgebung, die ich hiermit vorschlage,
berühren die Grundzüge des Aufbaus und der Zielsetzung des Auslandshilfegesetzes von 1961 in seiner geänderten Form nicht. Grundsätzliche
Änderungen dieser Gesetzgebung scheinen heute nicht notwendig.
Eine relativ geringfügige Änderung, die ich vorschlage, betrifft
die getrennte Ausgabeermächtigung für die Bewilligung der Mittel zur
Unterstützung amerikanischer Schulen und Krankenhäuser im Ausland. Eine
Reihe dieser von Amerikanern geförderten Schulen sind in den Entwicklungsländern sehr erfolgreich gewesen, indem sie eine nach amerikanische
Maßstäben ausgerichtete Ausbildung boten. Bisher ist ihnen eine gewisse
Unterstützung aus den allgemeinen Mitteln für die Wirtschaftshilfe zugeflossen, aber das hat sich in zunehmendem Maße als unzweckmäßig erwiesen. Getrennte Ausgabeermächtigungen und Bewilligungen würden dazu
dienen, diesen Schulen die Durchführung eines langfristigen Ausbildungsprogramms zu ermöglichen, und es ihnen erleichtern, sich auf eine gesunde finanzielle Basis zu stellen und, soweit überhaupt möglich, eines
Tages von amerikanischer Regierungsunterstützung unabhängig zu werden.
Schließlich ersuche ich den Kongreß, im Rahmen dieser Gesetzgebung
den Abschnitt des Gesetzes über die Ausweitung des Handels zu ändern,
der verlangt, daß Importe aus Polen und Jugoslawien nicht die gleiche
Zollbehandlung erfahren dürfen wie andere. Es wäre zweckmäßig, diese
Änderung in dieses (Auslandshilfe-) Gesetz einzubauen,zumal ich davon
überzeugt bin, daß der Handel und andere Formen normaler Beziehungen
für unsere künftigen Beziehungen zu diesen Ländern eine gesündere
Basis darstellen als die Hilfe.
Zusammenfassung
Lassen Sie mich abschließend noch einmal die überragende Bedeutung
der Bemühungen unterstreichen, denen wir uns verschrieben haben.
An diesem Punkt der Geschichte können wir auf zahlreiche Erfolge
in dem Kampf um die Erhaltung der Freiheit zurückblicken. Tag für Tag
erringt unser Land in den Elendsvierteln und den kleinen Dörfern, in
den Krankenhäusern und Schulen sowie in den Regierungsämtern einer
Welt, die entschlossen ist, sich emporzuarbeiten, unbemerkte Siege
im Kampf gegen die kommunistische Subversion. Zwei Jahrhunderte der
Pionierarbeit und des Wachstums müssen auf Jahrzehnte, ja sogar Jahre
zusammengedrängt werden. Es ist dies ein Tätigkeitsbereich, für den
uns unsere Geschichte prädestiniert, zu dem uns unsere Aspirationen
drängen und auf den uns unsere nationalen Interessen hinlenken.
Überall

�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
Überall auf der Welt zeigen sich - für alle sichtbar - Risse
in dem monolithischen Block unseres Gegners. Für das amerikanische
Volk ist dies eine Zeit, in der es gilt, mit Weitblick, Geduld,
Fleiß und Klugheit zu handeln. Ob zum Guten oder Schlechten: wir
geben das Tempo an. Die Führungsmacht der Freiheit darf nicht
nachlassen oder zögern, soll nicht ein anderer das Tempo bestimmen.
Wir haben es gewagt, die sechziger Jahre das Jahrzehnt der
Entwicklung zu nennen. Doch nicht die Ausdruckskraft unserer Schlagworte, sondern das Maß an Beharrlichkeit, das wir aufbringen, wird
darüber entscheiden, ob diese Generation von Amerikanern die führende Rolle verdient, die die Geschichte uns übertragen hat.

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�A M E R I K A

D I E N S T

W1./17-5.1963
DIE VEREINIGTEN STAATEN UND DIE VERHANDLUNGEN
ZUR AUSWEITUNG DES HANDELS
Hintergrundanalyse

Das amerikanische Gesetz über die Ausweitung des Handels
(Trade Expansion Act) und die in den Vereinigten Staaten angelaufenen Vorbereitungen, seine Bestimmungen so weitgehend wie
möglich auszuschöpfen, basieren auf der Überzeugung, daß eine
Ausweitung des Welthandels die Prosperität aller Völker mehren
wird. Das Gesetz leitet sich direkt aus dem Gesetz über gegenseitige Handelsabmachungen von 1934 (Reciprocal Trade Agreements Act)
her und soll die Bemühungen der Vereinigten Staaten um den Abbau
internationaler Handelsschranken nicht nur fortführen, sondern
noch intensivieren. Die Vereinigten Staaten erhoffen von einer internationalen Arbeitsteilung, welche die damit verbundenen wirtschaftlichen Vorteile nahelegen, nicht nur für sich selbst, sondern
auch für ihre Handelspartner (darunter insbesondere die Europäische
Wirtschaftsgemeinschaft - EWG) und Drittländer in allen Teilen der
Welt günstige Auswirkungen. Diese liberale Einstellung zum Welthandel hat ihren Ursprung in den politischen und wirtschaftlichen
Reformen der dreißiger Jahre, die eine Abkehr von dem aus der Depression geborenen Protektionismus einleiteten. Sie war das ausschlaggebende Moment, das die Vereinigten Staaten zur Mitarbeit
im Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommen (General Agreement on
Tariffs and Trade - GATT) und bei allen während der Nachkriegszeit
geführten Verhandlungen bestimmte, die auf den Abbau der Handelsschranken abzielten. Den ausländischen Produzenten eröffnete sie
den Zutritt zum größten und reichsten einheitlichen Markt der Erde
in bisher einmaligem Umfang.
Der Erfolg der Bemühungen der USA um die Ausweitung des Welthandels läßt sich an der zu verzeichnenden Senkung der US-Zölle
und auch an der Erhöhung der Einfuhren gegenüber dem Zeitraum von
1931 bis 1935 ablesen. Damals beliefen sich die amerikanischen Zölle
ad valorem im Durchschnitt auf 50 Prozent, 1961 nur noch auf 12 Prozent; im gleichen Zeitraum stiegen die amerikanischen Einfuhren von
durchschnittlich 1,7 Mrd. Dollar im Jahr auf 14,6 Mrd.
Die Regierung Kennedy hat klar zu verstehen gegeben, da.ß sie
das neue Handelsgesetz, das die Voraussetzung für eine einschneidende und umfassende Senkung der Zölle auf der Basis der Gegen-

1

�"AMERIKA DIENST" - '.VIRTSCHAFT UND ARBEIT
Gegenseitigkeit schafft, als die wichtigste gesetzgeberische Maßnahme der beiden ersten Jahre ihrer Amtstätigkeit ansieht. Unmittelbar nachdem Präsident Kennedy die Zustimmung des Kongresses zu diesem Gesetz erwirkt hatte, gab er den Anstoß zur Aufnahme von Verhandlungen mit dem Ziel, die nunmehr gegebenen Möglichkeiten zum Abbau
der Zölle voll zu nutzen.
Die vorliegende Analyse soll die wichtigsten Bestimmungen des
Trade Expansion Act zusammenfassend darstellen, das Verfahren erläutern, durch das die Vereinigten Staaten die Änderungen der USZollsätze zu erreichen suchen, die Haltung der USA zu den Fragen
umreißen, die voraussichtlich bei den Verhandlungen auf Grund des
Trade Expansion Act zur Sprache kommen werden, und die amerikanische
Ansicht auch zu anderen Formen der Behinderung des Handels umreißen.
I. Das Gesetz über die Ausweitung des Handels (Trade Expansion Act)
Die Zielsetzungen
Sinn und Zweck des Trade Expansion Act lassen sich vielleicht
am besten an den Motiven ablesen, die Präsident Kennedy bewogen haben, sich für seine Annahme einzusetzen.
1 . Die Industriestaaten unter den Handelspartnern der Vereinigten Staaten haben sich während der GATT-Verhandlungen des Jahres 1961
(der sog. Dillon-Runde) darüber beklagt, daß die Vereinigten Staaten
viel zu geringe Zollkonzessionen anzubieten haben, um weiter gehende
Konzessionen von ihrer Seite zu rechtfertigen. Diese Beschränkung
war eine Folge der Bestimmungen des damals geltenden Reciprocal Trade
Agreements Act. In der Erkenntnis, daß dieser keine Möglichkeit zu
Senkungen der amerikanischen Außenhandelszölle über den erreichten
Punkt hinaus bot, entschloß sich die Regierung Kennedy, den Kongreß
um weiter gehende diesbezügliche Vollmachten zu ersuchen.
2. Präsident Kennedy war zu der Auffassung gelangt, daß die
amerikanische Wirtschaft dringend des Anreizes bedürfe, den ein verschärfter Wettbewerb auf den heimischen und ausländischen Märkten mit
sich bringen mußte. Im Sinne der genannten liberalen Grundkonzeption
der Wirtschaftspolitik der Vereinigten Staaten will Präsident Kennedy
die amerikanische Industrie dem Wettbewerb mit der ausländischen Konkurrenz unter dem geringstmöglichen Schutz durch Zollmauern aussetzen.
Gleichzeitig will er damit erreichen, daß die Weltmärkte den amerikanischen Exportgütern mehr als bisher geöffnet werden.
3. Die Vereinigten Staaten hoffen, mit dem wachsenden Gemeinsamen
Markt in Europa eine Regelung aushandeln zu können, die die Gewähr für
einen expandierenden Güteraustausch mit diesem wichtigen Markt bietet.
Vor den Zollverhandlungen von 1961 betrugen die EWG-Zölle im arithmetischen Mittel etwa 14 Prozent, die Zölle der Vereinigten Staaten 12
Prozent. Geht man von den Einfuhren aus, so lagen die Gemeinsamen
Außenzöl\Ltarife der EWG bei etwa 5,7 Prozent, die der USA bei 7,1 Prozent. Wegen der Vielschichtigkeit der Zollstruktur ist solchen Angaben
als Maßstab nur ein relativer Wert beizumessen.
TT
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2

�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
Um ihre eigenen Exportaussichten zu verbessern, mußten die Vereinigten Staaten - darüber war man sich durchaus im klaren - dem
Gemeinsamen Markt und anderen wichtigen Handelspartnern, die eine Erhöhung ihres Absatzes auf dem aufnahmefähigen amerikanischen Markt
erstreben, sehr umfangreiche Konzessionen anbieten. Aus diesem Grund
ermächtigt der Trade Expansion Act den Präsidenten zu Zollsenkungen,
die weit über das bisherige Maß hinausgehen.
4. Die Außenpolitik der Vereinigten Staaten ist um die Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse in den weniger entwickelten
Ländern der Erde bemüht. Voraussetzung für diese ist es aber, daß die
Entwicklungsländer die Möglichkeit erhalten, ihre Produkte in den hochindustrialisierten Ländern abzusetzen. Der Trade Expansion Act verfolgt
deshalb auch das Ziel, diesen Exporten die Märkte der Industriestaaten
zu öffnen, und zwar ohne von den Entwicklungsländern als Gegenleistung
ähnliche Konzessionen zu verlangen.
5. Eine Ausweitung des Welthandels bei rationellerer Nutzung der
Rohstoffquellen und die daraus -resultierende Verbesserung des Loses
der Menschen in allen Teilen der Welt lassen sich nur durch einen weitgehenden Abbau der Zollschranken bewerkstelligen.
Die Bestimmungen
Die Verwirklichung seiner Zielsetzungen sucht der Trade Expansion
Act vornehmlich durch folgende Schlüsselbestimmungen sicherzustellen:
1. Die amerikanischen Zollsätze können, auf der Basis der Gegenseitigkeit, gesenkt werden
a) um bis zu generell 50 Prozent, bei nur wenigen Ausnahmen;
b) um bis zu 100 Prozent
i) bei Gütern, bei denen auf die USA und die EWG zusammen
ein Anteil von mindestens 80 Prozent am Ausfuhrhandel
der freien Welt entfällt (eine Bestimmung, die nach dem
Abbruch der Verhandlungen zwischen der EWG und Großbritannien vorläufig kaum zur Anwendung gelangen dürfte);
ii) bei bestimmten Agrar- und Tropenprodukten;
iii) bei Waren mit einem Zollsatz von 5 Prozent und darunter
(denn Zölle in dieser Höhe machen gewöhnlich mehr Verwaltungsarbeit als sie zum Schutz der Wirtschaft beitragen).
2. Die Zollsenkungen sind über einen Zeitraum von fünf Jahren auf
der Basis der Meistbegünstigung vorzunehmen.
3. Das Gesetz enthält einige wenige bindende, dabei aber variable
Ausnahmevorschriften, z.B. bezüglich Teppichen, Glaswaren,
Uhren, Blei und Zink, Erdöl usw. Auf die betreffenden Waren
entfällt jedoch nur ein sehr geringer Prozentsatz der amerikanischen Gesamteinfuhr. Es dürften so ziemlich alle Länder

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3 -

�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
Länder einige besondere Waren haben, bei denen eine
Sonderregelung zu treffen ist. Um die Verhandlungen aber
zu einem erfolgreichen Abschluß bringen zu können, muß die
Zahl derartiger Sonderfälle auf ein Minimum beschränkt bleiben.
4.

Als Novum in der amerikanischen Gesetzgebung erhält der
Präsident die Vollmacht, von Zollsenkungen hart betroffenen
Industrien und Arbeitnehmern zeitlich begrenzte Hilfe zu
gewähren. Diese Hilfe, die für besondere Fälle als Kompensation für den Fortfall bisher wirksamer Vergünstigungen
gedacht ist, soll die betroffenen Industrien in die Lage
versetzen, sich dem Wettbewerb anzupassen, und den Arbeitern Gelegenheit bieten, neue Fertigkeiten zu erwerben und
sich für neue Arbeitsplätze zu qualifizieren. Es handelt
sich auch insofern um ein Novum, als der Anpassung an Veränderungen Vorrang gegenüber dem Schutz vor ihnen eingeräumt
wird. Die Anpassungshilfe wird die Fälle, in denen andere
Schutzbestimmungen zur Anwendung gebracht werden, auf ein
Mindestmaß reduzieren. Es ist damit zu rechnen, daß sie zur
hauptsächlichsten Sicherheitsvorkehrung überhaupt wird, deren
sich die Vereinigten Staaten bedienen.

5.

Andere Vorschriften des Gesetzes sehen Verhandlungen mit
dem Ziel vor, internationale Absatzvereinbarungen zu treffen, um schädliche Nebenwirkungen zu verringern. Unter ganz
bestimmten Umständen, wenn die Senkung von Zollsätzen erwiesenermaßen einen Industriezweig schwer schädigt, ist auch
eine Heraufsetzung des Zolls um maximal 50 Prozent des Standes von 1954 zulässig.
Obwohl der Trade Expansion Act aus diesem Grund die Aufhebung von Zollvergünstigungen auch weiterhin gestattet, bedeutet dies nicht, daß die USA von dieser Bestimmung häufigen Gebrauch machen werden, wie sie dies ja auch bisher
nicht getan haben.

/

In Zukunft wird sie aus zwei Gründen sogar noch seltener
angewandt werden. Erstens besitzt der Präsident nunmehr
die Vollmacht, geschädigten Industrien Anpassungshilfe zu
gewähren (und er hat bereits klar zu verstehen gegeben, daß
er diese Bestimmung als Hauptinstrument zu gebrauchen gedenkt). Zweitens sind die im Gesetz niedergelegten Voraussetzungen für den Widerruf von Zollvergünstigungen weit
schwieriger zu erfüllen als früher.
Selbst unter der bisherigen gesetzlichen Regelung haben
die Vereinigten Staaten wie kaum ein anderes GATT-Mitglied
die einmal gewährten Zollkonzessionen aufrechterhalten,
und dies trotz des starken Drucks auf ihre Zahlungsbilanz.
Während die Vereinigten Staaten ihre Zölle auf 3000 bis
4000 Positionen senkten, wurde bei lediglich 130 Gütern
ein Widerruf der Vergünstigungen erwogen. Nur in 35 Fällen
•

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�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
Fällen wurde die Aufhebung für gesetzlich zulässig erklärt,
und bei wiederum mehr als der Hälfte dieser Fälle wurde sie
vom Präsidenten abgelehnt.
6.

Das Geaetz gestattet für den Fall, daß andere Staaten andere
alB Zollbeschränkungen gegen amerikanische Exporte verhängen,
die Anwendung von Repressalien, um sicherzustellen, daß Zollaenkungen nicht durch andere Maßnahmen null und nichtig gemacht und amerikanische Agrar- und Industrieexporte keiner ungerechtfertigten Diskriminierung ausgesetzt werden.

Die Verfahrensregelung
Die amerikanische Verfassung ermächtigt den Kongreß, Einfuhrabgaben festzusetzen. Im Trade Expansion Act hat der Kongreß jedoch dem
Präsidenten Vollmacht erteilt, innerhalb der vorstehend aufgezeigten
Grenzen Zollsenkungen auszuhandeln und ihnen zuzustimmen. Die von ihm
ausgehandelten Vereinbarungen bedürfen nicht der späteren Zustimmung
des Kongresses, der sich lediglich ausbedungen hat, daß je zwei Vertreter des Senats und des Repräsentantenhauses den US-Verhandlungsdelegationen als Berater beigegeben werden.
Bezüglich der Führung der Verhandlungen über die angestrebten Zollsenkungen verfügt der Trade Expansion Act die Einsetzung eines Sonderbeauftragten (des Präsidenten) für Handelsverhandlungen (Special Representative for Trade Negotiations) mit dem Rang eines Botschafters. Auf
diesen Posten wurde Christian Herter, Außenminister unter Präsident
Eisenhower, berufen; zu seinem Stellvertreter wurde William Gösset ernannt, ehemaliger Vizepräsident der Ford Motor Company.
Mr. Herter kam zu dem Entschluß, nur einen kleinen Mitarbeiterstab
aufzubauen und die eigentlichen Verhandlungen dem Außenministerium zu
überlassen. Verhandlungsführer ist W. Michael Blumenthal, stellvertretender Unterstaatssekretär für wirtschaftliche Angelegenheiten im USAußenministerium. Er hat direkten Vortrag beim Sonderbeauftragten, der
seinerseits unmittelbar dem Präsidenten Bericht erstattet.
Die Koordinierung der Tätigkeit der in Handelsverhandlungen eingeschalte ven Regierungsstellen wurde dem Beratungsausschuß für das
Gesetz zur Ausweitung des Handels (Trade Expansion Act Advisory
Committee) übertragen, dessen Vorsitz Mr. Herter führt. Ihm gehören ferner Außen-, Finanz-, Verteidigungs-, Innen-, Landwirtschafts-, Handelsund Arbeitsminister an.
Das Gesetz verpflichtet den Sonderbeauftragten,1. die Stellungnahme der US-Zollkommission (einer selbständigen Bundesbehörde) bezüglich aller für derartige Verhandlungen in Aussicht genommenen Waren
einzuholen; 2. die Stellungnahme des Arbeits-, Finanz-, Handels-,
Innen-, Landwirtschafts- und Verteidigungsministeriums vor Abschluß
jedes Abkommens anzuhören; und 3- öffentliche Informationssitzungen
bezüglich der für Verhandlungen in Aussicht genommenen Waren zu veranstalten.
Diese

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�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
Diese Konsultation soll dem Präsidenten die Entscheidung
darüber erleichtern, welche Waren zum Gegenstand von Verhandlungen
zu machen und welche Konzessionen während der Verhandlungen anzubieten sind.
Die ersten Schritte zur Durchführung des im Oktober 1962 erlassenen
Gesetzes wurden innerhalb kürzester Frist unternommen. Mr. Herter unterbreitete bereits im Januar 19^3 der EWG-Kommission, der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), dem GATT
und den Regierungen der wichtigsten Länder in Europa seine ersten
Vorstellungen bezüglich seiner Aufgabe. Die Vereinigten Staaten regten
kurz nach Jahresbeginn 19&amp;3 an, die Eröffnung der offiziellen GATTVerhandlungen zum frühestmöglichen Zeitpunkt im Jahre 1964 ins Auge
zu fassen.
Der Präsident drängt zur Eile, um die Bestimmungen des Trade
Expansion Act so rasch und weitgehend wie möglich ausschöpfen zu
können.

II. Der amerikanische Standpunkt zu den vorgesehenen GATTZo11Verhandlungen
Die Vereinigten Staaten haben den Wunsch, mit möglichst vielen
GATT-Mitgliedern sowie allen Ländern gegenseitige Handelsgespräche zu
führen, die bereit sind, sich dem Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommen anzuschließen.
Die USA vertreten die Ansicht, daß eine bedeutende Ausweitung des
Welthandels nur dann erreicht werden kann, wenn eine möglichst große
Zahl von Handelsnationen an dieser Zollrunde teilnimmt, darunter vor
allem die großen Export- und Importstaaten und auch die Niedriglohnund Niedrigpreisländer z.B. in Asien.
Die Vereinigten Staaten wünschen ferner, daß über eine möglichst
große Zahl von Positionen verhandelt wird. Sie hoffen, daß sich die
Zahl der Waren, über die gesonderte Verhandlungen nötig sind, auf ein
Minimum reduzieren läßt.
In dem ernsthaften Bemühen, dem Welthandel einen starken Auftrieb
zu geben, befürworten die USA eine allgemeine Senkung der Zölle um
50 Prozent. Ziel dieses Vorschlages ist es, zeitraubende positionsweise Verhandlungen von vornherein auszuschalten, die sich bei früheren
Versuchen als ungeeignet erwiesen haben, umfangreichere Zollsenkungen
zu erreichen. Die Vereinigten Staaten sind bereit, über Zollsenkungen
zu verhandeln, die rund 95 Prozent ihres gesamten Außenhandels berühren. Das ist ein sehr viel höherer Prozentsatz als bei sämtlichen
bisherigen Verhandlungen.
Obwohl in der Vergangenheit mehrere europäische Staaten in vorbereitenden Gesprächen ein lineares Zollsenkungsverfahren mit dem Ziel
der Verhandlungsvereinfachung befürwortet hatten, sind jetzt Bedenken

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6

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�"AMERIKA DIENST" - Y/IRT3CHAFT UND ARBEIT
Bedenken laut geworden, daß eine linerare Senkung der Zölle für die
EWG weniger vorteilhaft wäre als für die Vereinigten Staaten. Da die
EWG-Tarife auf einer mittleren Höhe angeglichen wurden, sind die Unterschiede zwischen den höchsten und den niedrigsten Sätzen nicht mehr
sehr groß, während die amerikanischen Zollsätze, die bei null Prozent
beginnen, untereinander stark variieren. Aus diesem Grunde befürchten
einige Länder, daß bei einer linearen Senkung der Zölle die bereits
relativ niedrigen EWG-Sätze weiter reduziert werden, während einige
amerikanische Zölle selbst bei einer Halbierung nach wie vor verhältnismäßig hoch bleiben 'miüßten.
Diese Furcht ist völlig unbegründet. Von den 5000 Gütern der
amerikanischen Zolliste weisen nämlich rund 10QP einen Zollsatz von
null Prozent auf. Im Vergleich zur Zolliste der EWG ist dieser Anteil
erheblich größer. Von den restlichen 4000 Positionen weisen nur rund
900 Zollsätze auf, die über 30 Prozent hinausgehen. Nur bei einigen
wenigen Gütern übersteigt der Tarif 50 Prozent. Es ist also nur ein
Bruchteil aller in den USA zollpflichtigen Güter, der zur Gruppe
der Waren mit hohen Zöllen gehört.
Zudem aber vertreten die Vereinigten Staaten die Ansicht, daß nicht
die Zollhöhe das entscheidende Kriterium ist, sondern vielmehr die
Rolle, die ein zollpflichtiges Gut im Außenhandel spielt. So kann z.B.
ein Zollsatz von 20 Prozent durchaus die Absatzchancen für "das Produkt
"A" zunichte machen, während das Produkt "B" trotz eines Zollsatzes von
90 Prozent gehandelt wird. Tatsächlich werden Güter mit hohen Zollsätzen in erheblichen Mengen in die USA importiert. Niedrigere Zölle
könnten daher in solchen Fällen zu einer wesentlichen Zunahme der Einfuhren nach den Vereinigten Staaten führen und wären somit als wertvolle Konzession anzusprechen. Güter mit hohen Zollsätzen sind bei
früheren Verhandlungen von den USA vielfach ausgeklammert worden,
da niedrigere Zollsätze höhere Importe nach sich gezogen hätten.
Die von den Vereinigten Staaten jetzt vorgeschlagene lineare Zollsenkung eröffnet den nach den USA exportierenden Ländern große Marktchancen und dürfte zudem wesentliche strukturelle Veränderungen in der
amerikanischen Wirtschaft nach sich ziehen. Daher werden die Vorteile,
die ausländischen Exporteuren auf dem amerikanischen Markt aus einer
linearen Zollsenkung erwachsen, größer sein als die, die die amerikanischen Exporteure im EWG-Raum infolge der Senkung der bereits mäßigen
EWG-Zölle einhandeln.
Das Eintreten der Vereinigten Staaten für eine lineare Zollsenkung
um 50 Prozent stellt keineswegs einen Versuch dar, eine Freihandelszone
zu schaffen. Das Meistbegünstigungsverfahren, das bei den GATT-Verhandlungen in Anwendung kommt, macht einen solchen Versuch von vornherein
unmöglich. Ebenso stehen die Vorschläge der USA nicht im Widerspruch zu
einer Gemeinsamen Agrarpolitik der EWG. Die Vereinigten Staaten erkennen
durchaus an, daß ein Geraeinsamer Außenzoll und eine Gemeinsame Agrarpolitik eine wesentliche Voraussetzung für den Aufbau der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft darstellen, die von den USA voll und ganz unterstützt wird. Die Vereinigten Staaten sind viel mehr wegen des Umfangs des Schutzes besorgt als wegen des Prinzips des Schutzes selbst.
Die

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�AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
Die USA sind der Ansicht, daß die Agrarfragen mit in die Verhandlungen einbezogen werden müssen. Der Anteil der landwirtschaftlichen
Produkte an den gesamten amerikanischen Exporten nach den Ländern des
Geraeinsamen Marktes beträgt rund 40 Prozent. Da die EWG im Begriff
ist, eine Gemeinsame Agrarpolitik und mit ihr ein neues System zum
Schutze der Landwirtschaft der EWG zu entwickeln, das auf die Erhöhung
der derzeitigen Schutzwälle hinauslaufen könnte, haben die Vereinigten
Staaten die EWG um die vorherige Zusicherung ersucht, daß ihnen der Zugang zum Gemeinsamen Markt nicht wesentlich erschwert werde, solange
die Verhandlungen über den Abschluß einer langfristigen Regelung fortgeführt werden.
•

In diesem Zusammenhang ist auch die Frage aufgetaucht, ob es überhaupt sinnvoll sei, über Agrarzölle zu verhandeln, wenn sich die Gemeinsame Agrarpolitik zur Abschirmung der EWG anderer Schutzmaßnahmen
als Zölle bedient. Die USA sind der Auffassung, daß die Gemeinsame
Agrarpolitikkein unüberwindliches Hindernis für ernsthafte Verhandlungen
darstellt und daß durch solche Verhandlungen die Schaffung oder das
Funktionieren einer Gemeinsamen Agrarpolitik nicht präjudiziert zu werden
braucht. Erstens sind und werden zahlreiche landwirtschaftliche Erzeugnisse durch herkömmliche Zölle geschützt; zweitens könnten die Zollsätze für Agrarprodukte beispielsweise genausogut- im Rahmen der normalen
GATT-Verfahren ausgehandelt werden; und schließlich könnten für solche
Produkte, die sich für derartige Verfahren nicht eignen, internationale
Warenabkommen abgeschlossen werden.
Die Vereinigten Staaten haben als Beitrag zur Lösung der internationalen Probleme auf dem Agrarsektor angeboten, eine Modifizierung
ihrer agrarpolitischen Richtlinien in Betracht zu ziehen, durch die
Importe begrenzt oder Exporte subventioniert werden.
Die Vereinigten 'Staaten sind gegenüber den Entwicklungsländern
zu speziellen Konzessionen bereit und hoffen, daß andere Industrieländer ein Gleiches tun werden. Neben der Herabsetzung aller Zölle
um 50 Prozent schlagen die USA auch die Abschaffung sämtlicher Zölle
für eine Anzahl tropischer Produkte vor. Obgleich diese Produkte in den
Ländern der gemäßigten Klimazonen nicht erzeugt werden, treffen sie
doch häufig auf den Wettbewerb mit Ersatzprodukten, die in den Industrieländern hergestellt werden - wie dies z.B. bei tierischen und
pflanzlichen Fetten und Ölen der Fall ist.
Es ist wichtig, in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, daß
die Vereinigten Staaten gefordert haben, bei Zollverhandlungen mit
Entwicklungsländern nicht auf dem Prinzip der vollen Reziprozität zu
bestehen. Sie sind der Meinung, daß die Entwicklungsländer vielfach
der Hilfe bedürfen, um ihre Exporte absetzen zu können und daß ein gewisser Schutz der aufstrebenden jungen Volkswirtschaften durchaus angebracht
ist.

III.

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�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
III. Andere Handelsbeschränkungen
Die Vereinigten Staaten haben außerdem den Wunsch, auch über jene
Handelsbeschränkungen zu verhandeln, die nicht zollpolitischer Art sind.
Wo immer Mittel und Wege für den Abbau solcher Handelsschranken gefunden werden können, sind die USA bereit, die erforderlichen gesetzgeberischen Maßnahmen zwecks Änderung ihrer nationalen Gesetze einzuleiten.
Diese Hindernisse - in der Regel Gesetze und Bestimmungen, die den
Handel selbst dann noch hemmen, wenn keine Zölle erhoben werden - bereiten den USA ebenso ernste Sorgen wie anderen Ländern. Die große
Bedeutung, die die Vereinigten Staaten der Beseitigung gerade dieser
Handelsschranken für ihre eigenen Exporte beimessen, ist schon daran zu
ersehen, daß der Trade Expansion Act dem Präsidenten verschiedene Möglichkeiten an die Hand gibt, Repressalien zu ergreifen - Möglichkeiten,
die hoffentlich niemals angewendet werden müssen.
In den vorbereitenden Gesprächen zwischen den Vereinigten Staaten
und ihren wichtigsten Handelspartnern wurde auch duch letztere.- allgemein
gefördert, daß derartige Handelsbeschränkungen bei eventuellen Handelsgesprächen Gegenstand von Erörterungen sein müßten.
Die USA erklärten sich sofort damit einverstanden, diesen Fragenkomplex zu diskutieren. Sie sind der Meinung, daß die amerikanischen
Exporte unter diesen Beschränkungen mindestens ebenso zu leiden haben
wie die Exporte anderer Länder in die USA. Dennoch verdienen die Zölle
die größte Beachtung, und die Verhandlungen über andere Handelsfragen
dürfen keinesfalls den Bemühungen um eine Senkung der Zölle im Wege
stehen.
Zu den wichtigsten nicht zollpolitischen Handelsbeschränkungen
gehören:
Mengenmäßige Einfuhrbeschränkungen. Die Vereinigten Staaten haben
sich seit langem gegen dieses Uberlbleibsel aus den wirtschaftlichen
Krisen der Kriegs- und Nachkriegs jähre gewandt, bilde.t es doch ein
schwerwiegendes Hindernis auch für zahlreiche amerikanische. Ausfuhren.
Die mengenmäßigen Einfuhrbeschränkungen der Vereinigten Staaten, die
im Einklang mit den GATT-Verfahren bisher aufrechterhalten wurden,
betreffen lediglich Blei, Zink, Baumwolle, Weizen und Weizenprodukte,
einige Milchprodukte und Erdnüsse.
Vorschriften über Präferenzkäufe. In vielen GATT-Ländern bestehen
Gesetze oder interne Anweisungen, wonach Regierungskäufe nicht bei ausländischen Lieferanten getätigt werden dürfen. Der amerikanische "Buy
American Act" betrifft nur die Beschaffungskäufe der Bundesregierung.
Er enthält kein Verbot des Erwerbs ausländischer Erzeugnisse und räumt
amerikanischen Produzenten lediglich einen gewissen Preisvorteil ein,
ohne Auslandskäufe in praxi zu unterbinden.
Hygienische

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�"AMERIKA DIENST" -

WIRTSCHAFT UND ARBEIT

Hygienische und gesundheitliche Vorschriften. Die Hygiene- und
Gesundheitsvorschriften eines jeden Landes können dazu benutzt werden,'
die Einfuhren zu blockieren. Amerikanische Exporteure beklagen sich
darüber, daß sie trotz Gewährleistung einwandfreier hygienischer
Produktionsverhältnisse ständig gegen dieses Problem anzukämpfen haben.
Vielfach haben ausländische Exporteure auch behauptet, daß die amerikanischen Vorschriften, die den US-Produzenten zur Einhaltung anderer
als im Ausland üblicher Normen zwingen, diskriminierend seien. Die
Vereinigten Staaten sind bereit, diese Vorwürfe in dem Wunsch zu prüfen,
eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung zu finden.
Zollberechnungsgrundlagen. Die Höhe der Zölle hangt eindeutig von
der Erhebungsbasis ab. Es gibt kein allgemein anerkanntes System zur
Ermittlung des Zollwertes. Der Gemeinsame Markt berechnet den Zoll
nach dem Cif-Wert des importierten Gutes, die USA dagegen legen den
Fob-Wert als Basis zugrunde, der in der Regel um 10 bis 15 Prozent niedriger ist als der Cif-Wert.
Um sicherzustellen, daß die Importe in zolltechnischer Hinsicht
nicht unterbewertet werden, haben die Zollbehörden - einschließlich der
amerikanischen - ihre eigenen Methoden zur Wertbestimmung der Importgüter entwickelt. Diese voneinander abweichenden Verfahren stehen ebenfalls zur Verhandlung an.
Anti-Dumping-Maßnahmen.. Alle Staaten suchen zu verhindern, daß
ausländische Dumping-Verkäufe ihren Binnenmarkt aus dem Gleichgewicht
bringen. Maßnahmen zur Bekämpfung des Dumpings werden von allen Industrieländern angewendet. Verfahrenstechnische Schutzvorkehrungen gegen
ein Dumping sind auch im GATT-Protokoll enthalten, und der Gemeinsame
Markt selbst hat Bestimmungen zur Unterbindung von Dumping-Verkäufen
eines Partnerstaates auf den Märkten eines anderen erlassen. Auch die
Vereinigten Staaten besitzen ein derartiges Gesetz, das den GATT-Bestimmungen entspricht. Die Anwendung dieses Gesetzes und seine Bestimmungen bezüglich der vorübergehenden Aussetzung der Zollberechnung
nach Einleitung einer Untersuchung sind von einigen Exporteuren von
Industrieerzeugnissen kritisiert worden. Die Vereinigten Staaten untersuchen diese Frage gegenwärtig gemeinsam mit anderen Mitgliedstaaten
der OECD. Sie sind bereit, diese Frage ebenso wie andere Vorwürfe bezüglich handelsdiskriminierender Praktiken im Gesamtrahmen von Zollverhandlungen zu erörtern.

*

* * *

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�Die amerikanische Note hat folgenden
Wortlaut:

"Die Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika erweist dem
Außenministerium der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken ihre
Hochachtung und hat die Ehre, auf die Note des Außenministeriums vom
8. April 1963 Bezug zu nehmen, in der die Ansichten der sowjetischen
Regierung im Zusammenhang mit den Plänen dargelegt werden, die gegenwärtig innerhalb der Nordatlantikpaktorganisation erörtert werden
und die in der Entwicklung begriffene Organisation nuklearer Verteidigungsstreitkräfte der NATO betreffen.
Die sowjetische Regierung erhebt in ihrer Note im Hinblick auf
die Maßnahmen, die die freien Länder Europas und Nordamerikas zur
Gewährleistung ihrer Sicherheit ergreifen mußten, eine Reihe grundloser Anschuldigungen. Sie erklärt, daß diese Maßnahmen jeder Rechtfertigung entbehrten, die Gefahr des Ausbruchs eines thermonuklearen
Krieges vergrößerten und von vornherein jeden Fortschritt auf dem

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�"AMERIKA DIENST"
dem Gebiet der Abrüstungsverhandlungen zunichte machten.
Die Vereinigten Staaten weisen diese Beschuldigungen zurück.
Es ist wichtig, erneut darauf hinzuweisen, daß die Tätigkeit der
NATO im Lichte jener Umstände beurteilt werden muß, die seinerzeit
zur Gründung der westlichen Allianz und ihrem - sowohl in der
Konzeption wie auch in der Wirklichkeit - rein defensiven Charakter führten. Die Tatsachen der Nachkriegsgeschichte zeigen unwiderlegbar auf, daß die NATO im Jahre 1949 auf Grund eines freien und
spontanen Entschlusses der freien Länder Europas geschaffen wurde,
gemeinsam zusammen mit den Vereinigten Staaten und Kanada ihre
Selbstverteidigung zu organisieren. Die Länder wollten sichergehen,
daß sie nicht das Schicksal jener Staaten erleiden würden, die in der
Zeit vor Gründung der NATO eines nach dem anderen unter sowjetische
Herrschaft gefallen waren. Seither haben die Länder Westeuropas und
der NATO sich mit Erfolg ihre Freiheit und nationale Unabhängigkeit
erhalten, ohne den rein defensiven und nicht-aggressiven Charakter
der Allianz dadurch zu verändern.
Die Vereinigten Staaten sind der Ansicht, daß die NATO-Allianz
sowohl das Recht als auch die Pflicht, hat, die Erhaltung der Freiheit und Unabhängigkeit ihrer Mitglieder weiterhin zu gewährleisten.
Dieses Recht und diese Pflicht schließen die Aufrechterhaltung der
modernen Rüstungen ein, die erforderlich sind, um jeder Drohung
seitens eines oder mehrerer Länder zu begegnen, die über gleichartige
Rüstungen verfügen. Die Vereinigten Staaten weisen jede Vorstellung
zurück, daß einer Allianz, zu der Länder Europas gehören, die innerhalb der Reichweite Hunderter sowjetischer Atomraketen und Atombomber
liegen, entsprechende Streitkräfte verwehrt werden sollten. Es ist
absurd, darauf zu bestehen, daß die Sowjetunion selbst das Vorrecht
zur Stationierung nuklearer Waffen in Positionen haben müsse, die
die Städte Westeuropas bedrohen, und daran festzuhalten, daß eigentlich von Seiten der NATO keine dementsprechenden Verteidigungsmiißnahmen ergriffen werden dürfen.
Die 1.957 gefaßten Beschlüsse der NATO, eine eigene Atomstreitmacht
aufzustellen, waren lediglich die Antwort auf wiederholte Drohungen
der Sowjetunion, Kernwaffen einzusetzen, und erfolgten im Hinblick
auf die gewaltigen Anstrengungen der sowjetischen Regierung, ihr
Kernwaffen- und Raketenarsenal weiter auszubauen. Die sowjetische
Regierung hat seitdem in keiner Weise zu erkennen gegeben, daß sie
beabsichtigt, den Ausbau ihrer nuklearen Stärke zu verlangsamen: und
sie hat ihre ungerechtfertigten und gefährlichen Drohungen, ihr nukleares Potential einzusetzen und die NATO-Länder zu vernichten, fortgesetzt. Um nur ein Beispiel zu erwähnen, möchten die Vereinigten
Staaten die Aufmerksamkeit der sowjetischen Regierung auf die von
ihrem Verteidigungsminister, Marschall Malinowski, anläßlich des 45»
Jahrestages der Roten Armee am 22. Februar 1963 gehaltene Rede lenken.
Seine Rede ist ein Beispiel, das die Anstrengungen der NATO-Länder, ihre
Verteidigungsstärke zur Sicherung des Friedens und zum Schutze ihrer
Freiheit auszubauen, rechtfertigt. Die Note der sowjetischen Regierung
scheint anzudeuten, daß lediglich die Sowjetunion das Recht habe, ihre

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AMERIKA DIENST"
ihre militärische und vor allem ihre nukleare Stärke auszubauen,
während entsprechende Anstrengungen der NATO-Länder zur Verbesserung
ihres Verteidigungspotentials eine 'Bedrohung des Weltfriedens' und
einen Ausdruck t der Politik des Kalten Krieges'darstellten. Es liegt
auf der Hand, daß die Vereinigten Staaten eine derartige Argumentation, die im Widerspruch zu dem vorgegebenen Wunsche der sowjetischen Regierung steht, zu -den NATO-Ländern Beziehungen der Zuversicht und des gegenseitigen Vertrauens herzustellen, nicht akzeptieren können.
Die Ausführungen in der sowjetischen Note hinsichtlich der
Politik der Vereinigten Staaten in der Frage der nuklearen Waffen
entbehren genauso jeder Grundlage wie die Beschuldigungen in bezug
auf die westlichen Verteidigungsmaßnahmen im allgemeinen. Die Vereinigten Staaten haben sich der Ausbreitung nuklearer Waffen auf
den Besitz einzelner Nationen konsequent widersetzt und im Zusammenhang mit den Abrüstungsverhandlungen, der Verteidigungspolitik und der
internationalen Zusammenarbeit für die friedliche Nutzung der Atomenergie zahlreiche Schritte eingeleitet, um eine solche Entwicklung
zu verhindern. Leider sind die von den Vereinigten Staaten im Rahmender
Abrüstungsverhandlungen unternommenen Bemühungen, die Möglichkeiten
eines Krieges durch Zufall oder Irrtum zu verringern, bisher von
der UdSSR zum größten Teil zurückgewiesen worden, obgleich die Vereinigten Staaten sich durch die Annahme des Vorschlages einer direkten
Nachrichtenverbindung seitens der Sowjets ermutigt fühlen. Die Versuche,
über die Internationale Atomenergiebehörde Garantien für die Atomprogramme zu schaffen, sind jedoch von der UdSSR abgelehnt worden.
Was indessen die von seiten der Vereinigten Staaten und ihrer Verteidigungspartner unternommenen Schritte zur Reduzierung des Kriegsrisikos anbelangt, sind die schärfsten Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden, um den unbefugten oder zufälligen Einsatz von Kernwaffen
auszuschalten und eine zu allen Zeiten von Verantwortung getragene
Kontrolle der Atomwaffen zu gewährleisten.
Alle Verteidigungsprogramme, denen sich die Vereinigten Staaten
angeschlossen haben oder anschließen werden, sei es innerhalb der
NATO oder irgendeiner anderen Allianz der freien Welt, stehen voll
und ganz mit diesen seit langem bestehenden Zielsetzungen in Einklang.
Die sowjetische Regierung hat die Frage der multilateralen Streitmacht aufgeworfen, die gegenwärtig innerhalb der NATO erörtert wird.
Eine solche Streitmacht würde voll und ganz mit dem Ziel in Einklang
stehen, die Entwicklung neuer nationaler nuklearer Waffenprogramme zu
verhindern. Eine solche Streitmacht würde multilateraler Besitz sein,
multilaterale Besatzungen haben und keiner einzelnen Regierung zur
Verfügung stehen. Die Schaffung einer solchen Streitmacht würde der
Vermehrung unabhängiger nuklearer Potentiale eher hinderlich als
förderlich sein. Sie würde um einen unbefugten Einsatz oder einen
Einsatz auf Grund eines Zufalls zu verhindern, den gleichen Sicherheitsbestimmungen unterworfen sein wie die übrigen nuklearen Streitkräfte der NATO. In diesem Zusammenhang ist es notwendig, klarzustellen, daß die Schiffe - im Gegensatz zu den sowjetischen Behauptungen - nicht als Handelsschiffe 'getarnt' wären. Es würden de jure
und de facto Kriegsschiffe sein', die eindeutig als Teil der westlichen

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�AMERIKA DIENST
westlichen Verteidigungsstreitmacht gekennzeichnet wären, und es
würde kein Versuch unternommen werden, diese Schiffe als Handelsschiffe zu tarnen.
Die Vereinigten Staaten vermerken, daß die Sowjetunion wieder
einmal eine Reihe haltloser und unbegründeter Anschuldigungen gegen
die Bundesrepublik Deutschland erhoben hat, deren in demokratischer
Form frei gewählte Regierung sich den anderen freien Staaten in der
kollektiven Selbstverteidigung angeschlossen hat. Die Verteidigungsstruktur der Bundesrepublik wurde innerhalb der Struktur der NATO
konzipiert und gestaltet und dient allein dem Zweck, einen Beitrag
zu den Verteidigungserfordernissen der Atlantischen Allianz zu leisten, um jeder möglichen Bedrohung von Mitgliedern der Allianz
begegnen zu können. Jeder objektive Beobachter erkennt, daß die Spannungen und Gefahren in Europa ihren Ursprung nicht in der Politik der
Bundesrepublik haben, sondern vielmehr in der unnatürlichen Teilung
Deutschlands, wie sie in -der mitten durch Berlin führenden Mauer in
ihrer groteskesten und unmenschlichsten Form zum Ausdruck kommt,sowie
in der Weigerung der sowjetischen Regierung, zuzulassen, daß dem
deutschen Volk sein natürliches Recht auf Selbstbestimmung gewährt
wird. Wenn die sowjetische Regierung wirklich eine Normalisierung der
Situation in Mitteleuropa anstrebt, sollte sie sich vor allem um die
Beseitigung dieser Ungerechtigkeiten bemühen.
Die sowjetische Regierung führt eine Reihe von Problemen an, an
deren Lösung sie, wie sie zugibt, interessiert ist. Der sowjetischen
Regierung ist eine Vielfalt von Möglichkeiten zur Demonstration
einer echten Bereitschaft geboten, gerechte Lösungen für die internationalen Probleme herbeizuführen. Um nur ein Beispiel zu nennen:
Ein Übereinkommen zur Einstellung der Kernwaffenversuche würde auf
die internationale Lage tiefgreifende Auswirkungen haben, es würde auf
konkrete Weise zur Verlangsamung des Wettrüstens und dazu beitragen,
eine weitere Ausbreitung der Kernwaffen zu verhindern. Die Vereinigten Staaten ihrerseits werden nicht nachlassen in ihren Bemühungen,
Fortschritte in der Frage der Abrüstung und des Kernwaffenversuchsverbots zu erzielen.
Die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten können und werden
sich nicht durch Drohungen davon abbringen lassen, alle zum Schutz
ihrer Sicherheit notwendigen Maßnahmen zu treffen. Gleichzeitig aber
bleiben die Vereinigten Staaten entschlossen, alle Wege zu beschreiten, die Hoffnung auf eine Verminderung der Spannung und eine Vergrößerung der Friedensauasichten bieten."

* * * * *
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�A M E R I K A

D I E N S T

�Allg./24.5.1963

ABENTEUER DES RAUMFLUGS
Cooper - ein idealer Astronaut

Als der ideale Astronaut, der sein Raumfahrzeug auch in kritischer Situation zu führen versteht und der unter den besonderen
Bedingungen im Weltraum als aufmerksamer wissenschaftlicher Beobachter fungiert, erwies sich Luftwaffenmajor Leroy Gordon Cooper. Sein
Flug vom 15«/l6« Mai 19^3, bei dem er 22mal die Erde umkreiste, bildet die Krönung des MERCURY-Programms der NASA (US-Amt für Luft- und
Raumfahrt). Das Experiment ist von allen Raumflügen, die von den
Vereinigten Staaten bisher überhaupt unternommen worden sind, als
eines der ergiebigsten zu werten. Was inzwischen über den Flug selbst,
die Erlebnisse Coopers und die Ausbeute an wissenschaftlichen Daten
bekanntwurde, ist verständlicherweise noch sehr lückenhaft und nicht
viel mehr als "rohes Material". Die Auswertung im Detail wird Wochen
und Monate in Anspruch nehmen. Dennoch lohnt es sich, auf die bereits
bekanntgewordenen Einzelheiten jetzt schon näher einzugehen.
Bei dem Experiment MERCURY-ATLAS. 9,wie die offizielle Bezeichnung für die Flugmission Major Coopers mit seinem Raumschiff "Faith 7"
lautete, ging es weniger darum, ein Fluggerät zu testen, als Forschungsaufgaben zu erfüllen und die Reaktionen des Menschen und seine
Leistungsfähigkeit unter der Einwirkung relativ lang dauernder Schwerelosigkeit zu untersuchen. Cooper befand sich nahezu viermal länger
in diesem Zustand als sein Vorgänger Schirra. Er hatte dabei ein ungemein reichhaltiges Arbeitsprogramm zu absolvieren, und er selbst
besaß anscheinend noch den besonderen Ehrgeiz, mit seinen Vorräten
an Sauerstoff, Treibstoff und Strom so sparsam wie nur möglich umzugehen. Die Beobachter auf den Bodenstationen vermerkten diese Disziplin mit größter Bewunderung; sein Kamerad Shepard sah sich im Funksprechverkehr mit Cooper sogar einmal zu der scherzhaften Bemerkung
veranlaßt: "Nun kannst du ruhig damit aufhören, die Luft anzuhalten atme doch mal Sauerstoff!"
Die wenigen Beschwerden, die sich bei Major Cooper nach der
Landung zeigten, klangen sehr bald wieder ab. Die erste äußerte sich
in einem Schwindelanfall von 15 Sekunden Dauer, unmittelbar nachdem
er an Bord des Flugzeugträgers "Kearsarge" aus seiner Raumkapsel
geklettert war. Die Raumflugmediziner hatten dies erwartet und

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�"AMERIKA DIENST'1
und hätten selbst einen Ohnmachtsanfall nicht als etwas Ungewöhnliches empfunden. Der Astronaut sprach mit etwas heiserer Stimme,
seine Augen waren leicht gerötet; das letztgenannte Symptom schreibt
sein Arzt dem lang dauernden "Bespülen" des Gesichts mit reinem Sauerstoff zu. Nichts Ungewöhnliches war ferner das Absinken des Blutdrucks
bei gleichzeitiger Beschleunigung des Herzschlags beim Aufstehen aus
der Ruhelage. 48 Stunden nach der Landung waren sämtliche Beschwerden
verschwunden. Gebräunt, entspannt und frisch wie eh und je stellte
sich Cooper in Cape Canaveral, vier Tage nach seinem "Start nach dem
Lehrbuch", den rund 300 Journalisten aus 50 Ländern.
Physiologische Daten
Die medizinischen Kontrollen sind allerdings noch lange nicht
abgeschlossen; Cooper wird noch mehrere Wochen lang unter gründlicher
Beobachtung stehen. Das US-Amt für Luft- und Raumfahrt hatte insgesamt 71 Raumflugmediziner bei den Bodenstellen rund um den Erdball
stationiert, die gemeinsam mit Ärzten der verschiedensten Fachrichtungen den Plug Coopers beobachteten. Sie hatten die mit den Telemetriesignalen übermittelten physiologischen Meßdaten zu überwachen, die
Flugleitung bei Auftreten erkennbarer Störungen sofort zu informieren
und über Funk dem Astronauten notfalls Anweisungen zu geben. In dieses
System hatte man erstmals einen auf den Bermudas stationierten Elektronenrechner eingeschaltet, der so programmiert war, daß er den jede
Minute gemessenen Puls laufend mit dem "Normalpuls" Coopers verglich.
Bei einer anomalen Abweichung wurden sofort Warnungen über eine angeschlossene elektrische Schreibmaschine ausgedruckt.
Coopers Puls, der in der Startphase unter dem ungeheuren Beschleunigungsdruck auf über 150 angestiegen war, fiel nach dem Eintritt
in die Umlaufbahn bald auf den Normalwert von 75 bis 92 Schlägen pro
Minute zurück. Während der Schlafperiode zwischem dem 9» u n d 15« Umlauf - Cooper selbst schätzt die Zeit, in der er fest schlief, auf
sechseinhalb bis sieben Stunden - wurden für den Pulsschlag 55 bis
58, für die Atmung 16 Frequenzen in der Minute gemessen.
Kurz nach Beginn des 13. Umlaufs wurden die Beobachter auf den
Bodenstationen alarmiert. Der Puls des Astronauten war plötzlich auf
über 100 gestiegen, ging dann aber bald wieder auf einen normalen
Wert zurück. Später stellte sich heraus, daß es Cooper infolge eines
Ansteigens der Temperatur im Raumanzug ungemütlich geworden war. Dadurch war er auch in seinem Schlaf gestört worden. Nachdem er aber
die Temperatur reguliert hatte, schlief er wieder ein. Die Bodenstationen waren angewiesen, ihn nicht zu stören und den Funksprechverkehr mit der Kapsel vorübergehend einzustellen. Am späten Vormittag
des 16. Mai, rund 21 Stunden nach dem Start Coopers mit "Faith 7"
in Cape Canaveral, meldete sich in Muchea (Australien) eine wohlbekannte Stimme. Cooper berichtete, daß er gut ausgeruht sei und sich
sehr wohl fühle.
Nach seiner Rückkehr erzählte Cooper, daß er beim Aufwachen
zunächst gar nicht gewußt habe, wo er sich befinde. Die Schwerelosigkeit habe sich insofern unangenehm ausgewirkt, als seine Arme in der
Kabine "schwebten", die Hände gefährlich nahe an den Schaltern und
Hebeln. Schleunigst habe er sie daraufhin anter den Gurten "verstaut",
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�AMERIKA DIENST"
"verstaut", mit denen er angeschnallt war.
Die Kontrollmessungen 22 Stunden nach dem Start ergaben: "Alles
an Bord O.K." 18,2 Grad Celsius betrug die Temperatur im Raumanzug,
33» 7 Grad Celsius in der Kabine. Eine übermäßige Erhöhung der Temperatur im Raumanzug, der ein von der Kabinenkühlung unabhängiges Kühlsystem besitzt, wurde nicht nur von den üblichen Thermometern,, sondern bei einem Ansteigen auf mehr als 24 Grad Celsius auch von dem
neuen, bei Cooper erstmals verwendeten Körperthermometer zur zusätzlichen Kontrolle registriert. Dieses kleine elektronische Gerät enthält ein Halbleitermaterial, das seinen elektrischen Widerstand mit
der Temperatur verändert und so sehr zuverlässig Zehntelgrade von
Temperaturen zwischen 24° und 65 0 C meldet. Es war im Helm vor dem
rechten Ohr des Astronauten befestigt. Cooper brauchte es zum Temperaturmessen nur unter die Zunge zu schieben, mußte dazu jedoch das
Visier öffnen, weshalb er angewiesen war, insgesamt nur viermal die
Temperatur zu nehmen.
Rund 20 Mal hatte Cooper auch seinen Blutdruck zu messen, und
zwar durch Aufpumpen einer an ein Spezialgerät angeschlossenen, mit
einem kleinen Mikrophon ausgestatteten Manschette am linken Oberarm.
Er brauchte dazu nur einen ".'.Knopf auf dem linken Instrumentenbord zu
drücken.- alles andere, einschließlich der Übermittlung des Meßwerts
zu den Bodenstellen, verlief automatisch.
Die Stromkurven für das EKG, das die Herztätigkeit anzeigt, lieferten vier Elektroden am Körper, die so geschaltet waren, daß jeder
Herzschlag in den Beobachtungsstationen registriert wurde. Zwei weitere
Elektroden auf der Brust gaben ihre Impulse an einen sogenannten Pneumographen, ein Gerät, das die Atemtätigkeit laufend kontrolliert und registriert.
Cooper hat nach Angaben seiner Ärzte während seines Raumflugs
von 34 Stunden und 21 Minuten(22 Erdumkreisungen)3»17 kg abgenommen.
Dies ist relativ wenig im Vergleich zu dem Gewichtsverlust, der bei
seinen Vorgängern Schirra (6 Erdumkreisungen - 2,04 k g ) , Carpenter
(3 Erdumkreisungen - 2,72 kg) und Glenn (3 Erdumkreisungen - 2,42 kg)
festgestellt wurde. Wie diese war auch Cooper schon drei Tage vor
dem Starttermin (14. Mai 1963) auf eine Spezialkost gesetzt worden,
die bei hoher Energiezufuhr nur geringe Rückstände bildet. An dem
zuerst vorgesehenen Starttag hatte er schon mehr als fünf Stunden in
der Kabine seiner Raumkapsel zugebracht - umsonst, wie sich zeigte, als
dann wenige Minuten vor dem geplanten Abschuß feststand, daß wegen technischer Mängel in der Radarstation auf den Bermudas der Start verschoben werden mußte. "Eine recht realistische Simulatorübung", meinte
Cooper lakonisch, als er wieder herauskletterte. Als er am nächsten
Morgen wieder gewogen wurde, zeigte die Waage 1 Pfund weniger an als
am Vortage.
Über den Wasserhaushalt seines Körpers und die Nierenfunktion
während des Weltraumflugs versuchten die Wissenschaftler durch eine
genau geregelte Wasserzufuhr und die Anweisung zur regelmäßigen Entnahme von Urinproben, die nach der Rückkehr auch auf die Ausscheidung

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Ausscheidung von Salzen, u.a. Calcium aus dem Skelett, untersucht
wurden, einen exakten Überblick zu bekommen. Das erste, wonach
Cooper nach seiner Rückkehr verlangte, war Ananassaft, von dem er
gleich vier große Gläser zu sich nahm; drei Stunden später, zur
ersten regulären Mahlzeit, folgten sechs Glas Milch. Mit dem Trinken
während der Weltraumreise hatte es etwas gehapert, weil der Astronaut
mit der Druckschlauchverbindung am Wasserbehälter (Fassungsvermögen
rund 2,5 l) Schwierigkeiten bekam. Die Eiserne Ration griff er jedoch
nicht an. Er hatte offenbar auch gar kein ausgesprochenes Durstgefühl
empfunden.
Die Kontrolle des Wasserhaushalts ist überaus wichtig. Drei Fünftel des menschlichen Körpergewichts entfallen auf Wasser, von dem der
Körper täglich 2,5 bis 5»5 1 in Form von Flüssigkeiten und mit der
Nahrung zugeführt bekommt. Nahezu die Hälfte davon ist in den Muskeln
gespeichert, die zu 75 Prozent aus Wasser bestehen, während das Skelett
nur 34 Prozent Wasser enthält. Eine Wasserverarmung des Körpers führt
zu schweren Störungen, vor allem zum Zerfall von Eiweiß.
Nur nichts verschütten!
An Nahrungsmitteln waren mundgerecht, abgepackte Fertiggerichte
und dehydrierte Speisen, die einige Minuten nach Hinzufügen von Wasser
eßfertig und sehr wohlschmeckend sind, an Bord; ihr Kalorienwert betrug insgesamt 2576» Die Erprobung der in kleinen Plastikbehältern mitgeführten dehydrierten Nahrungsmittel erfolgte bereits im Hinblick auf
die Versor&amp;ung der GEMINI-Astronauten, die bis zu zwei Wochen um die
Erde kreisen sollen.
Essen und Trinken bereitete Cooper keinerlei Schwierigkeiten.
Pflichtgemäß hielt er die Mahlzeiten ein, brachte aber von den Speisen
mehr als erwartet wieder mit, einfach deshalb, weil er trotz der anstrengenden Tätigkeit keinen Hunger verspürte. Ärger gab es mit Wasser,
das er verschüttet hatte. Es schwebte in Tropfen, manchmal zu einer
lockeren Masse geballt, in der Kabine herum, nahm ihm die Sicht aus
dem Kabinenfenster und verdeckte gelegentlich sogar die Anzeigewerte
von einigen der mehr als 100 Instrumente, die er laufend zu kontrollieren hatte .
über solche Schwierigkeiten ließ er aber kein Sterbenswort verlauten, als er mit den Bodenstellen sprach. Nur einmal machte er seinem
Ärger Luft mit den Worten: "Da photographiere ich schon am laufenden
Band, und nun muß ich auch noch am laufenden Band aufräumen!" Daß er
dabei auch Wassertropfen nachjagen mußte, ahnte am Boden niemand. Nachdem sie seinen Handschuhen immer wieder entschlüipf en,
fing er sie
endlich mit dem Taschentuch. Dies hatte letztlich sogar sein Gutes.
Mit dem feuchten Tuch kühlte er sich das Gesicht und empfand dies als
äußerst angenehm. Cooper meint, bei künftigen Raumflügen sollten die
Astronauten auf jeden Fall feuchte Taschentücher zur Verfügung haben.
"Willkommen daheim auf der guten alten Erde"
So lautete die Inschrift eines der vielen Transparente, mit denen
Cape Canaveral, der Ort, von dem aus er zu seiner Expedition von

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von 54 Stunden und 21 Minuten gestartet war, Fliegermajor Cooper
festlich empfing. Der Pilot des Raumschiffes "Faith 7" berichtete
den Journalisten, daß von ihm aus der Flug noch länger hätte ausgedehnt werden können, sofern keine ernsten technischen Störungen
zum Abbruch zwängen. Das Versagen der zwei Umrichter, mit denen
Gleichstrom zur Erzielung höherer Spannungen in Wechselstrom umgewandelt wird, betrachtet er nicht als einen solchen Anlaß, obgleich
dadurch die automatische Steuerung vollkommen unbrauchbar geworden
war. Schließlich sei er ja im Gebrauch der Handsteuerung genügend
geübt gewesen, erklärte Cooper.
Die körperliche und geistige Verfassung des Astronauten hätte
nach Ansicht von Dr. Charles A. Berry, dem Leiter der Abteilung
Flugmedizin am NASA-Forschungszentrum für bemannten Raumflug in
Houston (Texas), eine Ausdehnung der Flugdauer ohne weiteres zugelassen. Auch angesichts der Bordvorräte an Sauerstoff, Treibstoff
für die Lageregelungsdüsen, Trinkwasser und Nahrung wäre eine längere Flugdauer vertretbar gewesen. Mit einem frischen KohlendioxydFilter, entsprechend mehr Wasser und Betriebsstrom für die Apparaturen hätte sich Cooper sogar sechs Tage lang mit seiner Raumkapsel
"Faith 7" i m Weltraum aufhalten können.
In Zukunft mehr "Mitspracherecht" der Raumschiffpiloten
Das disziplinierte Verhalten Coopers, seine Fähigkeit, sich stets
auf das Wichtige voll und ganz zu konzentrieren, seine gleichbleibende
Ruhe und Besonnenheit auch in Augenblicken, in denen ein anderer den
Atem anhält und kaum zu reagieren, geschweige denn richtig zu reagieren vermag, haben die Verantwortlichen des MERCURY-Programms davon
überzeugt, daß man einem zuvor aufs sorgfältigste auf seine Eignung
geprüften Raumschiffpiloten ein größeres Mitspracherecht bei der
Durchführung eines Flugexperiments einräumen müsse. Damit würde
auch den Wünschen entsprochen, die schon die anderen amerikanischen
Astronauten geäußert haben.
Nach Meinung von NASA-Flugdirektor Christopher Kraft sollte in
Zukunft überhaupt keine bestimmte Zahl von Erdumkreisungen vorgeschrieben werden. Vielmehr müßte entsprechend dem Ablauf des Fluges
und der Funktionsfähigkeit von Mensch und Maschine während des Experiments üie ü'lugdauer bestimmt werden.
Ob es überhaupt noch einmal zu einem Raumflug mit einer MERCURYKapsel kommt, der dann allerdings eine Woche und vielleicht sogar noch
länger dauern dürfte, wird erst nach Auswertung der Ergebnisse von
MERCURY-ATLAS 9 entschieden. Aus jedem Flug, der bisher unternommen
wurde, haben die NASA-Leute- und alle anderen an den Versuchen beteiligten Spezialisten unendlich viel gelernt. Den Erfahrungsschatz durch
weitere, der Mission von "Faith 7" ähnliche Flüge zu vergrößern, wäre
nach Meinung vieler Mitarbeiter der NASA nur wünschenswert, denn dies
alles käme auch dem GEMINI-Projekt zugute, bei dem in etwa 18 Monaten
der erste Testflug mit einer bemannten Kapsel zu erwarten ist.
Aber

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Aber das Ganze ist auch eine Geldfrage. Für das seit fünf
Jahren laufende MERCURY-Programm, ein 500-Millionen-Dollar-Projekt, sind vorläufig keine weiteren Flüge genehmigt, obgleich
noch Raumkapseln und die anderen erforderlichen Ausrüstungen zur
Verfügung stehen.
Visuelle Experimente und Wahrnehmungen
Ein von Nichtfachleuten wenig beachtetes, für künftige Operationen im Weltraum aber außerordentlich wichtiges Experiment war
die Beobachtung eines kleinen Blinklicht-Satelliten. Dieser war
an der Unterseite der Kapsel montiert und von Cooper während des
J. Umlaufs 15 Minuten vor Sonnenuntergang durch einen Federmechanismus in einem bestimmten Winkel abgestoßen worden. Hierdurch wollte
man erreichen, daß er eine etwas andere Umlaufbahn erhält als das
Raumschiff "Faith 7"« Die 4&gt;5 kg schwere Kugel von 14»6 cm Durchmesser trug an den Seiten zwei Xenonlampen, die in kurzen Lichtblitzen die Helligkeit einer ganzen Batterie von 100-Watt-Lampen
entwickelten.
Zunächst glaubte Cooper, daß dieses Experiment fehlgeschlagen
sei, weil er den Blinklicht-Satelliten nicht ausmachen konnte. Im
5. Umlauf aber entdeckte er ihn plötzlich - überraschenderweise
auf der Tagseite der Erde - infolge der Reflexion des Sonnenlichts
am Kugelkörper. Von da an vermochte ihm Cooper dank der in Abständen von 1 Sekunde aufblitzenden Blinklichter in den Erdschatten
zu folgen. Der Abstand seines Raumschiffs zu dem Zweitsatelliten
vergrößerte sich dabei seiner Meinung nach allmählich von 16 auf
21 km. Als er zum letzten Mal die Lichtzeich.en sichtete - die
Batterien der Xenonlampen waren nach 10 Stunden erschöpft -,
hatte sich der Blinkkörper nach Schätzung des Astronauten inzwischen 27 bis 29 km von "Faith 7" entfernt. Die Helligkeit der Lichtblitze sollte bei einem Abstand von 11 bis 15 km von der MERCURYKapsel ungefähr der des Polarsterns entsprechen. Cooper ist jedoch
der Ansicht, daß die tatsächliche Helligkeit geringer war.
Derartige optische Hilfen spielen bei späteren Rendezvous-Manövern zwischen Raumschiffen eine außerordentlich wichtige Rolle
und können nicht durch Radar ersetzt werden. Um ein Zusammentreffen
mit einem anderen Raumschiff herbeizuführen, muß der Pilot zunächst
einmal das Blinklicht gegen den Sternenhintergrund fixieren. Die
einzige Information, die er dann benötigt, ist die Geschwindigkeit,
mit der sich die beiden nunmehr auf einer Bahn befindlichen Raumfahrzeuge einander nähern. Diese kann mit Hilfe mehrerer Methoden,
beispielsweise durch die Messung der Laufzeit von Radarsignalen,
ermittelt werden.
Die MERCURY-Astronauten haben drei Möglichkeiten, ihre Position
zu bestimmen. Aus dem periodisch vorgenommenen Vergleich zwischen
Bordzeit und Bodenzeit können sie ihre Position einmal mit Hilfe
einer Karte finden, auf der die Umläufe und die für jeden einzelnen
Umlauf vorausberechneten Zeiten eingetragen sind. Die zweite Navigationshilfe ist eine Sternkarte in Verbindung mit dem Sternnaviga-.
tionsgerät, die dritte die Berechnung der Position nach bestimmten

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Landmarken, z.B. Küste, Gebirge usw.
Cooper nutzte die Gelegenheit reichlich, um die Erdoberfläche
nach geeigneten Landmarken abzusuchen. Er hatte dabei besonderes
Glück, weil die Sicht größtenteils außerordentlich gut war. Es erschien ihm beinahe unglaubhaft, aus seiner Flughöhe zwischen 160
und 265,2 km nicht nur das Himalaja-Massiv in Einzelheiten, sondern
auch Dörfer, Straßen, Eisenbahnlinien und unter besonderen Bedingungen sogar Wohnhäuser mit rauchenden Schornsteinen zu erkennen.
Die Ostküste der Vereinigten Staaten konnte er von Florida bis hir.lauf nach Washington oder New York - darüber war er sich nicht ganz
sicher - ausmachen. Dallas und seinen neuen Wohnort Houston in Texas
fand er ohne Schwierigkeit.
Bodenmarken als Navigationshilfen sind jedoch, ebenso wie starke
Lichtquellen auf der Erdoberfläche - ein sehr erfolgreicher Versuch
in dieser Hinsicht wurde während Coopers Weltraumflug mit starken
Scheinwerfern in Südafrika unternommen -, unbrauchbar, sobald eine
dichte Wolkendecke dazwischen liegt. Für Kursmanöver auf einer Erdsatellitenbahn oder gar für den Einflug in eine Bahn zum Mond oder
in den interplanetaren Raum ist jedoch größte Navigationsgenauigkeit
von entscheidender Bedeutung. Cooper sollte deshalb im Auftrag eines
Instituts der Technischen Hochschule Massachusetts, das das Steuerungsund Navigationssystem für die APOLLO-Raumschiffe entwickelt, durch
photographische Aufnahmen ermitteln, inwieweit der Erdhorizont in
Verbindung mit dem Mond als zweitem Bezugspunkt für die Navigation
beim Flug zum Mond benutzt werden kann.
Im besonderen ging es bei diesem Versuch darum, eine geeignete
unveränderliche Horizontlinie in der Atmosphäre nahe der Erdoberfläche zu finden, die von den jeweiligen atmosphärischen Bedingungen
nicht beeinflußt wird. Bei Tageslicht und in der Dämmerung machte
Cooper unter den verschiedensten Blickwinkeln zur Erde Hundertevon
Aufnahmen mit verschiedenen Filmen und Filtern.
Dies war jedoch nur einer von den vielen Aufträgen, die er für
weitere amerikanische Forschungsinstitute, u.a. für das Zentralamt
des US-Wetterdienstes zur Vorbereitung der Flüge von Wetterbeobachtungssatelliten vom Typ NIMBUS, zu erfüllen hatte.
Das grüne Lämpchen
Bis zum 19« Umlauf ging alles wie am Schnürchen, was die Flugleitung zu Kommentaren wie "Unglaubliche Präzision" oder "Ein Flug
nach dem Lehrbuch" veranlaßt hatte. Auch die technischen Experimente
klappten ausgezeichnet. Eines davon war ein Versuch, zur Einsparung
von Strom das Kabinenkühlsystem abzuschalten und die Einregulierung
des Temperaturgleichgewichts in der Kabine zu beobaohten. Im 4»
Umlauf hatte Cooper die Kabinenkühlung abgestellt und versuchte,
nur noch mit der Kühlung seines Raumanzugs auszukommen. Dies funktionierte so ausgezeichnet, daß er erst im 21. Umlauf die Kabinenkühlung wieder einschaltete, auf die er während der Rückkehrphase
wegen der starken Erhitzung der Kapselwandung nicht verzichten durfte.
Bin

�"AMERIKA DIENST"
Ein weiterer Test war die Erprobung drei verschiedener weißer
Farbpigmente auf der Basis von Titanoxyd, Zirkonoxyd und Zinkoxyd
als eines möglichen Außenanstrichs für künftige Raumschiffe, der
infolge•seiner geringeren Absorption von Sonnenenergie, als sie ein
dunkler Anstrich aufweist, die Innentemperatur um 6 bis 8,3 Grad
Celsius niedriger halten würde. Auch das Experiment mit der kleinen
Fernsehkamera verlief zufriedenstellend. Alles in allem schien es
ein Routineflug zu sein, bei dem eine Menge Forschungsaufgaben zu
erfüllen waren, aber sonst nichts passierte.
Das Aufleuchten eines grünen Lämpchens am Instrumentenbord 28 Stunden und 59 Minuten nach dem Start - änderte plötzlich die
ganze Situation. Die Lampe leuchtet normalerweise nach dem Zünden
der Bremsraketen auf, sobald die Raumkapsel nicht mehr schwerelos
ist, sondern sich mit einer Erdbeschleunigung von mindestens 0,05 g
schon in der Abstiegsbahn befindet. Die Bremsraketen sollten ja
auch erst nach drei weiteren vollen Umläufen gezündet werden.
Cooper, der sofort die Bodenstationen von dem Vorfall unterrichtete,
bekam von dort die Bestätigung, daß sich "Faith 7" weiterhin bei
gleicher Geschwindigkeit auf normalem Kurs befinde.
Der Pilot hatte im ersten Augenblick die Sache gar nicht ernst
genommen, ebensowenig die Flugleitzentrale. Die Erkenntnis, daß in
der Automatik ein Fehler aufgetreten sein müsse und Cooper nur mit
der Handsteuerung sicher zurückkommen könne, setzte sich erst nach
Durchführung verschiedener Tests durch, die die Ursache für das Aufleuchten zutage bringen sollten.
Darüber waren eineinhalb Stunden vergangen. Cooper hatte festgestellt, daß die Gleichumrichter für das automatische Stabilisierungsund Kontrollsystem ausgefallen waren. Es blieb tatsächlich keine andere Wahl als den Astronauten anzuweisen, das Landemanöver selbst
durchzuführen. Mit optischer Orientierung an den Sternen und am Erdhorizont drehte er durch Aktivierung der kleinen Schubdüsen die Kapsel über Asien in die Position, die für die Zündung der Bremsraketen
erforderlich war. Dann folgte mit Assistenz von John H. Glenn, der
auf einem amerikanischen Beobachtungsschiff vor der japanischen Küste
stationiert war, das Countdown für die Zündung der drei Bremsraketen.
Der Astronaut drückte den Zündknopf. Unmittelbar darauf verspürte er einen heftigen Ruck: der Abstieg auf einer fast 64OO km
langen Bahn bis zum vorgesehenen Landepunkt hatte begonnen. Die Hitze
in der Kapsel nahm merklich zu, draußen flogen rot- und weißglühende
Teile vom abgeworfenen Bremsraketensatz vorbei. Die Vibrationen, die
beim Eintritt in die dichteren Luftschichten auftreten, hatte sich
Cooper schlimmer vorgestellt; auch die Schwerebelastung infolge des
starken Abbremsens sei überhaupt kein Problem gewesen. Als er in 63OO
Höhe den kleinen Stabilisierungsfallschirm auslöste, bemerkte er ein
"Knattern, Tosen und einen heftigen Ruck". Im gleichen Augenblick,
in dem er in 3000 m Höhe den Hauptfallschirm auslöste, entdeckte
er die Hubschrauber in der Luft, die ihn schon erwarteten. In knapp
7 km Entfernung vom Flugzeugträger "Kearsarge" ging er auf dem V/asser
nieder. Schon 38 Minuten später befand er sich mit "Faith 7" an Bord.
Bildunterschriften:

�"AMERIKA DIENST"
Bildunterschriften;
1)

Unter Assistenz von Joe Schmitt, der schon die Vorgänger
Leroy Gordon Coopers betreute, legt der 6. amerikanische
MERCURY-Astronaut im Hangar S (Cape Canaveral) den Druckanzug an. (63-1698)

2)

Start! Nach übereinstimmenden Berichten des Astronauten und
der Bodenbeobachtungsstellen war noch kein Start einer
ATLAS-Rakete so perfekt und nahezu frei von allen Vibrationen wie der von MERCURY-ATLAS 9 mit Fliegermajor Leroy
Gordon Cooper in seinem Raumschiff "Faith 7".
Ort: Cape Canaveral, Areal 14
Zeit: 15. Mai 1963, 1404Uhr MEZ

3)

(63-2507)

Die Aufnahme zeigt die Anordnung der 18 Reaktionsdüsen zur
Lageregelung der MERCURY-Kapsel. Cooper mußte in der Endphase
seines Fluges wegen Ausfalls zweier Gleichumrichter, mit denen
Gleichstrom zur Erzielung höherer Spannungen in Wechselstrom
umgewandelt und dann wieder gleichgerichtet wird, die Lageregelung über die Handsteuerung betätigen und so sein Raumschiff "Faith 7" i n die richtige Position zur Zündung der
Bremsraketen manövrieren. (H-42778)

(Bilder: AD)
* * * * *

-

9

-

�A M E R I K A

D I E N S T

Allg./14.$.63

NEUE BEMÜHUNGEN DER USA UM DEN WELTFRIEDEN

WASHINGTON - (AD) - Präsident Kennedy bezeichnete
am 10. Juni 1963 in einer Rede vor der Amerikanischen
Universität in Washington den totalen Krieg im Atomzeitalter als "sinnlos" und kündigte neue Bemühungen
der Vereinigten Staaten um den Weltfrieden an. Bei
allen Anstrengungen zur Sicherung der eigenen Lebensinteressen, so führte Kennedy aus, müßten Konfrontationen vermieden werden, die einem Gegner nur die
Wahl zwischen Demütigung oder Atomkrieg ließen.
Der Präsident betonte fernerhin, daß die amerikanische Verpflichtung zur Verteidigung Westeuropas und
West-Berlins unverändert weiterbestehe und daß die
USA sich niemals mit der Sowjetunion auf Kosten anderer Nationen arrangieren würden.
Die Vereinigten Staaten, so führte der Präsident aus,
würden sich im Gespräch auf hoher Ebene mit den Sowjets
um einen Vertrag über die Einstellung der Kernwaffenversuche bemühen. Die USA würden keine Versuche in
der Atmosphäre durchführen, wenn die anderen Atommächte ebenfalls auf solche Versuche verzichteten.
Die Gespräche zwischen den USA, Großbritannien und
der Sowjetunion über ein Kernwaffenversuchsverbot
sollen, wie Kennedy ankündigte, in Kürze in Moskau
beginnen.
Die Rede des Präsidenten hat folgenden Wortlaut:
"'Es gibt wenige irdische Dinge, die schöner sind als eine
Universität', schrieb John Masefield in seiner Würdigung der englischen Universitäten - und seine Worte haben hier in gleicher
Weise Gültigkeit. Er bezog sich damit nicht auf die Türme und
Spitzen, nicht auf die Grünanlagen des Universitätsgeländes und
auf die efeubewachsenen Mauern. Er bewunderte die großartige
Schönheit der Universität, weil sie, wie er sagte, 'ein Platz ist,
wo diejenigen, die die Unwissenheit hassen, nach Wissen streben
können, wo diejenigen, die die Wahrheit sehen, danach streben können, auch andere sehend zu machen'.
Ich
-

1

�"AMERIKA DIENST"
Ich habe daher diesen Zeitpunkt und diesen Ort gewählt, um
ein Thema zu erörtern, über das zu oft Unwissenheit herrscht und
bei dem die Wahrheit zu selten gesehen wird - und doch ist es
eines der wichtigsten Themen auf Erden: der Weltfrieden.
Welche Art Frieden meine ich? Nach welcher Art Frieden streben wir? Nicht nach einer Pax Americana, die der Welt durch amerikanische Kriegswaffen aufgezwungen wird. Nicht nach dem Frieden des
Grabes oder der Sicherheit des Sklaven. Ich spreche hier von dem
echten Frieden, jenem Frieden, der das Leben auf Erden lebenswert
macht, jenem Frieden, der Menschen und Nationen befähigt, zu wachsen und zu hoffen und ein besseres Leben für ihre Kinder aufzubauen - nicht nur Frieden für Amerikaner, sondern Frieden für alle
Menschen, nicht nur Frieden in unserer Generation, sondern Frieden
für alle Zeiten.
Ich spreche vom Frieden, weil der Krieg ein neues Gesicht
trägt. Ein totaler Krieg ist sinnlos in einem Zeitalter, in dem
Großmächte starke und verhältnismäßig unverwundbare Atomstreitkräfte
unterhalten können und sich weigern, zu kapitulieren ohne vorher auf
diese Streitkräfte zurückgegriffen zu haben. Er ist sinnlos in einem
Zeitalter, in dem eine einzige Atomwaffe fast das Zehnfache der
Sprengkraft aller Bomben aufweist, die von den gesamten alliierten
Luftstreitkräften während des zweiten Weltkrieges abgeworfen wurden.
Er ist sinnlos in einem Zeitalter, in dem die bei einem Atomkrieg
freigesetzten tödlichen Giftstoffe durch Wind und Wasser und Boden
und Saaten bis in die entferntesten Winkel des Erdballs getragen und
sich selbst auf die noch ungeborenen Generationen auswirken würden.
Es ist heute, wenn der Friede gewahrt werden soll, unerläßlich, jedes
Jahr Milliarden Dollar für Waffen auszuwerfen, die lediglich zu dem
Zweck geschaffen werden, sicherzustellen, daß wir sie niemals einzusetzen brauchen. Aber zweifellos ist die Anlage solcher unnützen
Arsenale, die nur der Vernichtung und niemals dem Aufbau dienen
können, nicht der einzige, geschweige denn der wirksamste Weg zur
Gewährleistung des Friedens.
Ich spreche deshalb vom Frieden als dem notwendigen vernünftigen Ziel vernünftiger Menschen. Ich bin mir bewußt, daß das Streben
nach Frieden nicht so dramatisch ist wie das Kriegsstreben - und oft
treffen die Worte desjenigen, der nach Frieden strebt, auf taube
Ohren. Aber es gibt keine Aufgabe für uns, die dringlicher wäre.
Manche sagen, es sei zwecklos, von Weltfrieden, internationalem
Recht oder internationaler Abrüstung zu sprechen, und daß alles nutzlos sein wird, solange nicht die Führer der Sowjetunion eine aufgeschlossenere Haltung einnehmen.
Ich hoffe, sie werden dies tun.
Ich glaube, wir können ihnen dabei helfen. Aber ich glaube auch,
daß wir unsere eigene Haltung überprüfen müssen - als Einzelpersonen
und als Nation -, denn unsere Einstellung ist genauso wichtig wie die
ihre. Und jeder Absolvent dieser Universität, jeder denkende Bürger,
der den Krieg verabscheut und mithelfen will, den Frieden zu schaffen.

2

�"AMERIKA DIENST*
schaffen, sollte zunächst in sich gehen und seine eigene Einstellung zu den Möglichkeiten des Friedens, zur Sowjetunion, zum Verlauf des Kalten Krieges, zur Freiheit und zum Frieden hier im eigenen
Lande überprüfen.
Lassen Sie uns zunächst unsere Einstellung zum Frieden selbst
überprüfen. Zu viele von uns halten ihn für unmöglich. Zu viele von
uns halten ihn für nicht realisierbar. Aber das ist ein gefährlicher,
defaitistischer Glaube. Er führt zu der Schlußfolgerung, daß der
Krieg unvermeidlich ist, daß die Menschheit zum Untergang verurteilt
ist, daß wir uns in der Gewalt von Kräften befinden, die wir nicht
kontrollieren können.
Wir brauchen diese Ansicht nicht zu akzeptieren. Unsere Probleme
sind von Menschen geschaffen; deshalb können sie auch von Menschen
gelöst werden. Und die Größe, die der menschliche Geist erreichen
kann, bestimmt der Mensch selbst. Kein Schicksalsproblem der Menschheit liegt außerhalb der Reichweite des Menschen. Die menschliche
Vernunft und der menschliche Geist haben oftmals das scheinbar Unlösbare gelöst - und wir glauben, daß sie dies erneut tun können.
Ich spreche jetzt nicht von der absoluten, nicht mehr faßbaren
Idee des Weltfriedens und des guten Willens, von der einige Phantasten
und Fanatiker immer noch träumen. Ich leugne nicht den Wert von Hoffnungen und Träumen, aber wir würden lediglich Entmutigung und Ungläubigkeit Tür und Tor öffnen, machten wir dies zu unserem einzigen und
unmittelbaren Ziel.
Wir sollten uns statt dessen auf einen praktischeren, leichter
erreichbaren Frieden konzentrieren, der nicht auf einer plötzlichen
Revolutionierung der menschlichen Natur, sondern auf einer allmählichen Evolution der menschlichen Institutionen basiert - auf einer
Reihe von konkreten Maßnahmen und wirksamen Übereinkünften, die im
Interesse aller Betroffenen liegen.
Für diesen Frieden gibt es keinen einzelnen einfachen Schlüssel,
keine großartige oder magische Formel, die sich eine oder zwei Mächte
anzueignen hätten. Der echte Friede muß das Produkt vieler Nationen
sein, die Summe vieler Maßnahmen. Er muß dynamisch, nicht statisch
sein, er muß flexibel sein, um den großen Aufgaben einer jeden Generation zu entsprechen. Denn der Friede ist ein Prozeß - ein Weg,
Probleme zu lösen.
Bei einem solchen Frieden wird es Streitigkeiten und Interessengegensätze geben, wie sie innerhalb von Familien und Nationen vorkommen. Der Weltfriede, wie auch der Friede in Stadt und Land, erfordert
nicht, daß jeder seinen Nachbarn liebt. Er erfordert lediglich, daß
man in gegenseitiger Toleranz miteinander lebt, seine Auseinandersetzungen einer gerechten und friedlichen Lösung zuführt. Und die
Geschichte lehrt uns, daß Feindschaften zwischen Nationen - wie zwischen Einzelnen - nicht ewig dauern. Wie starr unsere Neigungen und
Abneigungen auch immer erscheinen mögen, der Gang der Zeit und der
Ereignisse wird oft überraschende Wendungen in den Beziehungen zwischen Nationen und Nachbarn bringen.
_

-

3-

�"AMERIKA DIENSTSO wollen wir unermüdlich weiter arbeiten. Der Friede braucht
nicht unerreichbar und der Krieg nicht unvermeidlich zu sein. Indem
wir unser Ziel klarer definieren, indem wir es greifbarer und weniger
fern erscheinen lassen, können wir dazu beitragen, daß alle Völker es
erkennen, Hoffnung daraus schöpfen und sich unbeirrt darauf zubewegen.
Lassen Sie uns zweitens unsere Haltung gegenüber der Sowjetunion
überprüfen. Es ist entmutigend, zu denken, daß die sowjetischen Führer
wirklich glauben könnten, was ihre Propagandisten unablässig schreiben.
Es ist entmutigend, eine kürzlich erschienene autoritative sowjetische
Veröffentlichung über militärische Strategie zu lesen und Seite um
Seite völlig haltlose und unglaubliche Behauptungen zu finden - wie die,
daß sich amerikanische imperialistische Kreise darauf vorbereiten, verschiedene Arten von Kriegen auszulösen... daß die sehr reale Gefahr
eines Präventivkrieges besteht, der von amerikanischen Imperialisten
gegen die Sowjetunion gestartet wird... daß die politischen Ziele
der amerikanischen Imperialisten in der wirtschaftlichen und politischen Versklavung der europäischen und anderen kapitalistischen Länder.,
und in der Erreichung der Weltherrschaft... durch Angriffskriege bestehen' .
Sicher ist es so, wie es in der Schrift heißt, daß 'der Gottlose
flieht und niemand jagt ihn...' Dennoch ist es betrüblich, diese
sowjetischen Erklärungen zu lesen - und die Größe der Kluft zu erkennen,
die uns trennt. Es ist aber auch eine Warnung - eine an das amerikanische Volk gerichtete Warnung, nicht in die gleiche Falle hineinzutappen wie die Sowjets, sich nicht nur ein verzerrtes hoffnungsloses
Bild von der anderen Seite zu machen, den .Konflikt nicht als etwas
Unvermeidliches und den Ausgleich nicht als unmöglich anzusehen und
nicht jede Kommunikation lediglich als Austausch von bloßen Worten und
Drohungen zu betrachten.
Keine Regierung und kein Gesellschaftssystem ist so schlecht, daß
man das unter ihm lebende Volk als bar jeglicher Tugend ansehen kann.
Wir Amerikaner finden den Kommunismus als eine Verneinung der persönlichen Freiheit und Würde im tiefsten Grunde abstoßend. Dennoch aber
können wir das russische Volk zu vielen seiner vollbrachten Leistungen
- in der Wissenschaft und im Weltraum, in der wirtschaftlichen und
industriellen Entwicklung, in der Kultur und auf Grund seines mutigen
Handelns - beglückwünschen.
Unter den vielen Eigenschaften, die den Völkern unserer beiden
Länder gemeinsam sind, ist keine ausgeprägter als unsere beiderseitige Abscheu vor dem Krieg. Unter den großen Weltmächten haben wir und das ist beinahe einzigartig - noch nie
gegeneinander im Krieg
gestanden, und kein anderes Volk in der Geschichte der Kriege hat
wohl mehr gelitten als das russische Volk im Verlauf des zweiten
Weltkrieges. Wenigstens zwanzig Millionen verloren ihr Leben. Unzählige Millionen Häuser und Bauernhöfe brannten nieder oder wurden zerstört, Ein Drittel des russischen Gebiets - darunter nahezu zwei
Drittel der Industriegebiete - wurde verwüstet - ein Verlust, dem die
Verwüstung unseres gesamten Landes östlich von Chicago entspräche.
Sollte

�•AMERIKA DIENST
Sollte heute - wie auch immer - ein totaler Krieg ausbrechen,
dann würden unsere beiden Länder die Hauptziele darstellen. Es ist
eine Ironie, aber auch eine harte Tatsache, daß die beiden stärksten
Mächte zugleich auch jene sind, die in der größten Gefahr einer Zerstörung schweben. Alles, was wir aufgebaut haben, alles, wofür wir
gearbeitet haben, würde vernichtet werden. Und selbst im Kalten
Krieg - der für so viele Länder, unter ihnen die engsten Verbündeten der USA, Lasten und Gefahren bringt - tragen unsere beiden
Länder die schwersten Lasten. Denn wir werfen beide für gigantische
Waffen riesige Beträge aus - Beträge, die für den Kampf gegen Unwissenheit, Armut und Krankheit besser verwendet werden könnten. Wir
sind beide in einem unheilvollen und gefährlichen Kreislauf gefangen,
in dem Argwohn auf der einen Seite Argwohn auf der anderen auslöst
und neue Waffen wieder neue Abwehrwaffen hervorbringen.
Kurz gesagt, sowohl die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten
als auch die Sowjetunion und ihre Verbündeten haben ein gemeinsames
tiefes Interesse an einem gerechten und wahren Frieden und der Einstellung des Wettrüstens. Abkommen, die zu diesem Ziel führen, sind
im Interesse der Sowjets wie auch in unserem. Und selbst bei den
feindseligsten Ländern kann man damit rechnen, daß sie solche - wenn
auch nur solche - vertraglichen Verpflichtungen akzeptieren und einhalten, die in ihrem eigenen Interesse sind.
Wir wollen unseren Meinungsverschiedenheiten gegenüber nicht die
Augen verschließen - wir wollen aber unser Augenmerk auch auf unsere
gemeinsamen Interessen und auf jene Möglichkeiten richten, durch die
diese Differenzen sich beseitigen lassen. Und wenn wir sie auch jetzt
nicht bereinigen können, so können wir doch wenigstens dazu beitragen,
daß die Vielfalt in der Welt erhalten bleibt.Denn letztlich bildet die
Tatsache, daß wir alle Bewohner dieses Planeten sind, das uns im tiefsten gemeinsame Band. Wir alle atmen die gleiche Luft, uns allen liegt
die Zukunft unserer Kinder am Herzen, und wir alle sind sterblich.
Lassen Sie uns drittens unsere Einstellung zum Kalten Krieg
überprüfen. Wir wollen uns daran erinnern, daß wir nicht in eine
Debatte verwickelt sind, bei der es darum geht, Pluspunkte zu sammeln.
Wir sind nicht hier, um Lob und Tadel zu verteilen oder mit dem Finger
auf andere zu zeigen. Wir müssen uns mit der Welt, wie sie ist, auseinandersetzen, und nicht, wie sie hätte sein können, wäre die Geschichte
der letzten 18 Jahre anders gelaufen.
Wir dürfen daher in der Suche nach Frieden nicht nachlassen,
hoffend, daß konstruktive Veränderungen innerhalb des kommunistischen
Blocks Lösungen herbeiführen könnten, die heute noch unerreichbar
scheinen. Wir müssen unsere Politik so betreiben, daß es schließlich
im Interesse der Kommunisten liegt, einem echten Frieden zuzustimmen.
Vor allem müssen Atommächte, bei steter Verteidigung der eigenen
Lebensinteressen, solche Konfrontationen vermeiden, die einem Gegner
nur die Wahl eines demütigenden Rückzugs oder eines Atomkriegs lassen.
Wollte man im Atomzeitalter diesen Kurs einschlagen, so wäre dies nur
der Beweis für den Bankrott unserer Politik oder, für die Welt, einer
kollektiven Todesbereitschaft.
Daher

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5 -

�"AMERIKA DIENST
Daher sind die Waffen Amerikas keine provozierenden, sie sind
sorgfältig kontrolliert, für die Abschreckung bestimmt und für den
selektiven Einsatz geeignet. Unsere Streitkräfte sind dem Frieden
verpflichtet und in Zurückhaltung geschult. Unsere Diplomaten sind
angewiesen, unnötigen Ärger und rein rhetorische Feindseligkeit
zu vermeiden. Wir können uns um ein Nachlassen der Spannungen bemühen,
ohne deshalb in unserer Wachsamkeit nachzulassen. Und wir bedürfen unsererseits nicht der Drohungen, um unsere Entschlossenheit zu zeigen.
Wir haben es nicht nötig, ausländische Rundfunksendungen zu stören,
aus Furcht, unser Glaube könnte durch sie entwurzelt werden. Wir
wollen unser System keinem Volk gegen seinen Willen aufzwingen. Wir
sind aber willens und in der Lage, mit jedem anderen System auf der
Erde in einen friedlichen Wettstreit einzutreten.
In der Zwischenzeit suchen wir die Vereinten Nationen zu stärken,
ihre finanziellen Probleme lösen zu helfen, sie zu einem wirksameren
Instrument des Friedens zu machen, sie zu einem echten Sipherheitssystem für die Welt zu entwickeln - einem System, das in der Lage
ist, Streitfragen auf der Basis des Rechts beizulegen, die Sicherheit
der Großen und Kleinen zu garantieren und Bedingungen zu schaffen, unter
denen die Waffen schließlich abgeschafft werden können.
Gleichzeitig bemühen wir uns, den Frieden innerhalb der nichtkommunistischen Welt zu erhalten, wo viele Nationen - alle unsere
Freunde - über Fragen uneinig sind, die die westliche Einheit schwächen, die eine kommunistische Intervention begünstigen oder die zum
Kriege zu führen drohen. Wir sind in unseren Bemühungen in Westneuguinea, im Kongo, im Mittleren Osten und auf dem indischen Subkontinent trotz Kritik von beiden Seiten beharrlich und geduldig geblieben.
Wir haben gleichzeitig versucht, anderen ein Beispiel zu geben, indem
wir kleine, aber doch nicht unwichtige Differenzen mit unseren eigenen
nächsten Nachbarn in Mexiko und in Kanada beizulegen suchten.
Wenn ich von anderen Nationen spreche, dann möchte ich einen Punkt
klarstellen. Wir sind durch Allianzen an viele Nationen gebunden. Diese
Bündnisse bestehen, weil ihre und unsere Belange sich im wesentlichen
decken. An unserer Verpflichtung zum Beispiel, Westeuropa und WestBerlin zu verteidigen, hat sich nichts geändert, weil unsere lebenswichtigen Interessen nach wie vor die gleichen sind. Die Vereinigten
Staaten werden sich mit der Sowjetunion nicht auf Kosten anderer Nationen und anderer Völker arrangieren, nicht allein, weil sie unsere
Partner sind, sondern weil ihre und unsre Interessen konvergieren.
Unsere Interessen stimmen jedoch nicht nur bei der Verteidigung
der Grenzen der Freiheit überein, sondern auch in dem Vorwärtsstreben
auf den tfegen des Friedens. Es ist unsere Hoffnung - und das Ziel der
alliierten Politik -, die Sowjetunion überzeugen zu können, daß auch
sie jede Nation ihre eigene Zukunft bestimmen lassen sollte, solange
diese Wahl nicht die anderer beeinträchtigt. Das Streben der Kommunisten, anderen ihr politisches und wirtschaftliches System aufzuzwingen,
ist der Hauptgrund für die Spannungen in unserer heutigen Welt. Denn es
ist außer Zweifel, daß der Friede weitaus gesicherter wäre, wenn alle

i

6 -

�"AMERIKA DIENST

\

alle Nationen davon Abstand nähmen, sich in die Selbstbestimmungsrechte anderer einzumischen.
Dies wird neue Anstrengungen zur Schaffung eines Weltrechts einen neuen Rahmen für weltweite Gespräche - erfordern. Es wird eine
bessere Verständigung zwischen uns und der Sowjetunion voraussetzen.
Und eine bessere Verständigung wird vermehrte Kontakte und Verbindungen erfordern. Ein Schritt in dieser Richtung ist die vorgeschlagene Vereinbarung für die Schaffung eines direkten Drahts
zwischen Moskau und Washington, durch den auf beiden Seiten die gefährlichsten Verzögerungen, Mißverständnisse und Fehldeutungen der
Maßnahmen des anderen vermieden werden sollen, wie sie in Krisenzeiten leicht auftreten könnten.
Wir haben ferner in Genf über andere erste Maßnahmen der Rüstungskontrolle gesprochen, die die Intensität des Wettrüstens einschränken
und die Risiken eines Zufallskrieges verringern sollen. Unser Hauptziel in Genf bleibt auf lange Sicht jedoch die allgemeine und vollständige Abrüstung - die in Phasen stattfinden und gleichlaufende
politische Entwicklungen beim Aufbau der neuen Institutionen des
Friedens, die an die Stelle der Rüstungen treten würden, zulassen soll.
Die Abrüstung war seit den zwanziger Jahren ein Anliegen der
amerikanischen Regierung. Die letzten drei Regierungen haben sich
intensiv darum bemüht. Und so ungewiß die Aussichten auch heute noch
sein mögen, so haben wir doch die Absicht, diese Bemühungen fortzusetzen, - fortzusetzen, damit alle Länder, einschließlich unseres
eigenen Landes, besser erfassen können, welche Probleme und Möglichkeiten tatsächlich in der Abrüstung liegen.
Der eine große Verhandlungskomplex, der vor dem Abschluß steht der aber dringend eines neuerlichen Anstoßes bedarf - betrifft den
Vertrag zur Ächtung der Kernwaffenversuche. Der Abschluß eines solchen
Vertrages - so nah und doch noch so fern - würde die Schraube des
Wettrüstens auf einem seiner gefährlichsten Gebiete zum Stillstand
bringen. Dadurch würden die Atommächte in die Lage versetzt, auf
wirksamere Weise mit einer der größten Gefahren fertig zu werden,
die die Menschheit bedrohen - der weiteren Ausbreitung der Kernwaffen.
•

Er würde unsere Sicherheit erhöhen - er würde die Gefahr eines
Krieges herabsetzen. Dieses Ziel ist wichtig genug, um unser ständiges
Bemühen zu verdienen, wobei wir weder der Versuchung erliegen dürfen,
die ganzen Bemühungen aufzugeben, noch der Versuchung, von unserem
Beharren auf den entscheidend wichtigen Sicherheitsgarantien abzugehen.
Ich benutze daher diese Gelegenheit, um zwei wichtige Entscheidungen in dieser Hinsicht bekanntzugeben.
Erstens: Ministerpräsident Chruschtschow, Premierminister
Macmillan und ich sind übereingekommen, daß in Kürze Erörterungen
auf hoher Ebene in Moskau beginnen werden - mit dem Ziel eines baldigen Abkommens über einen umfassenden Vertrag über die Einstellung

- 7 -

�t

AMERIKA DIENST"
Einstellung der Kernwaffenversuche. Die Erfahrungen der Geschichte
lehren uns, daß wir unsere Hoffnungen zügeln müssen, aber unsere
Hoffnungen werden von den Hoffnungen der gesamten Menschheit begleitet sein:
Zweitens: Um unseren guten Willen und unsere aufrechte Gesinnung in dieser Angelegenheit zu demonstrieren, erkläre ich hiermit, daß die Vereinigten Staaten nicht beabsichtigen, Kernwaffenversuche in der Atmosphäre durchzuführen, solange andere Staaten es nicht
tun. Wir werden nicht die ersten sein, die diese Versuche wieder aufnehmen. Eine solche Erklärung ist kein Ersatz für einen formalen,
bindenden Vertrag - aber ich hoffe, daß sie zum Abschluß eines solchen
beitragen wird. Noch würde ein solcher Vertrag Ersatz für die Abrüstung
sein - ich hoffe aber, daß er uns helfen wird, die Abrüstung zu erreichen.
'
Lassen Sie uns, meine amerikanischen Mitbürger, schließlich
unsere Haltung gegenüber dem Frieden und derFreihei t hier im eigenen
Lande überprüfen. Der Wert und der Geist unserer eigenen Gesellschaft
müssen unsere Anstrengungen im Ausland rechtfertigen und sie unterstützen. Sie müssen sich im eigenen Einsatz zeigen - zu dem viele
von Ihnen, die heute ihr Studium abschließen, eine einzigartige Gelegenheit haben werden, indem sie ohne Bezahlung im Friedenskorps im Ausland oder in dem geplanten Nationalen Hilfsdienst hier im eigenen
Land Dienst tun.
Aber wo immer wir auch sind, müssen wir alle in unserem täglichen
Leben dem jahrhundertealten Glauben gerecht werden, daß Frieden und
Freiheit Hand in Hand gehen. In zu vielen unserer Städte ist der Friede
heutzutage nicht gesichert, weil die Freiheit unvollkommen ist.
Die Exekutive hat auf allen Verwaltungsebenen - kommunalen,
einzelstaatlichen und nationalen - die Verantwortung, mit allen Mitteln im Rahmen ihrer Autorität für die Freiheit aller Bürger zu sorgen
und sie zu schützen. Die Legislative hat die Verantwortung, diese
Autorität, wo sie heute noch unzureichend ist, entsprechend zu festigen.
Und alle Bürger in allen Bereichen haben die Verantwortung, die Rechte
aller anderen und das Gesetz des Landes zu respektieren.
All dies steht im Zusammenhang mit dem Weltfrieden. 'Wenn jemand
desWege dem Herrn Wohlgefallen', so heißt es in der Heiligen Schrift,
'macht Er auch seine Feinde mit ihm zufrieden'.
Und ist nicht letztlich der Friede im Grunde eine Sache der Menschenrechte - des Rechts, unser Leben ohne Furcht vor Vernichtung ganz
zu leben, des Rechts künftiger Generationen auf ein gesundes Dasein?
So wie wir uns um den Schutz unserer nationalen Interessen bemühen, so wollen wir auch die menschlichen Interessen schützen. Und
die Abschaffung des Krieges und der Waffen dient eindeutig den einen
wie den anderen. Kein Vertrag, so sehr er auch zum Vorteil aller sein

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�AMERIKA DIENST
sein und so genau er auch formuliert sein mag, kann eine absolute
Sicherheit gegenüber den Gefahren der Täuschung und der Umgehung
bieten. Aber er kann - wenn er in seiner Durchführung nur wirksam
genug ist und weitestgehend im Interesse seiner Unterzeichner liegt
weitaus mehr Sicherheit bieten und weniger Risiken bergen als ein
unvermindertes, unkontrolliertes und unberechenbares Wettrüsten.
Wie die Welt weiß, werden die Vereinigten Staaten niemals
einen Krieg beginnen. Wir wollen keinen Krieg. Wir rechnen jetzt
nicht mit einem Krieg. Die gegenwärtige Generation von Amerikanern
hat bereits genug - mehr als genug - von Krieg, Haß und Unterdrükkung erlebt. Wir werden auf den Krieg vorbereitet sein, wenn andere
ihn wünschen. Wir werden jederzeit bemüht sein zu versuchen, ihn
zu unterbinden. Aber wir werden ebenfalls unseren Teil dazu beitragen, eine Welt des Friedens aufzubauen, in der die Schwachen sicher
und die Starken gerecht sind. Wir stehen nicht hilflos vor dieser
Aufgabe und sind nicht ohne Hoffnung im Hinblick auf ihren Erfolg.
Voller Vertrauen und ohne Furcht werden wir weiterarbeiten, nicht
in Richtung auf eine Strategie der Vernichtung, sondern in Richtung
auf eine Strategie des Friedens."

* * * # *

- 9 -

�THE

W H I T E

HOUSE

Remarks of t h e P r e s i d e n t of t h e U n i t e d S t a t e s of America
JOHN F . KENNEDY
i n t h e Assembly H a l l of P a u l s k i r c h e , F r a n k f u r t ,

June 2 5 , 1963

Germany

�One hundred and fifteen years ago a most learned Parliament
was convened in this historic hall. Its goal was a united German
Federation. Its members were poets and professors, lawyers and
thinkers, doctors and clergymen, freely elected in all parts of
the land. No nation applauded its endeavors as warmly as my own.
No assembly ever strove nore ardently to put perfection into
practice. And though in the end it failed, no other building in
Germany more deserves the title of "cradle of German democracy."
But can there be such a title? In my own home city of Boston,
Faneuil Hall - once the meeting-place of the authors of the Revolution - has long been known as the "cradle of American liberty."
But when, in 1852, the Hungarian patriot Kossuth addressed an
audience there, he criticized the name. "It is, he said, "a great
name - but there is aomething in it which saddens my heart. You
should not say 'American liberty.' You should say 'liberty in
America.' Liberty should not be either American or European - it
should just be 'liberty.'"
Kossuth was right. For unless liberty flourishes in all lands,
it cannot flourish in one. Conceived in one hall, it must be
carried to many. Thus the seeds of the American Revolution had been
brought earlier from Europa, and they later took root around the
World. And the German Revolution of 1848 transmitted ideas and
idealists to America and other lands. Today, in 1963» democracy and
liberty are more international than ever. And the spirit of the
Frankfurt Assembly, like the spirit of Faneuil Hall, must live in
many hearts and nations if it is to live at all.
For we live in an age of interdependence as well as independence - an age of internationalism instead of nationalism. In 1848
many countries were indifferent to the goals of the Frankfurt Parliament. It was, they said, a German problem. Today there are no
exclusively German problems, or American problems, or even European
Problems. There are world problems - and our two countries and
continents are inextricably bound together on the tasks of peace
as well as war.
We are • irtners for peace - not in a narrow bilateral context
but in a framework of Atlantic Partnership. The ocean divides us
less than the Mediterranean divided the ancient world of Greece and
Rome. Our Constitution is oldard yours is young - cur culture is young
and yours is old - but in our commitment to freedom, we can and
must speak with but one voice. Our roles are distinct but complementary - and our goals are the same: peace and freedom for all men,
for all men, for all time, in a world of abundance and justice.
That is why our nations are working together to strengthen
KATO, to expand trade, to assist the developing countries, to
align our monetary policies and to build the Atlantic Community.
I would not diminish the miracle of West Germany's economic
achievements. But the true German miracle has been your rejection
of the past for the future - your reconciliation with France,
your participation in the building of Europe, your leading role in
NATO, and your growing Support for constructive undertakings
throughout the world.
Your
-

2

-

�Your economic institutions, your constitutional guarantees, your
confidence in civilian autlority, are all harmonious with the ideals
of older democracies. And they form a firm pillar of the democratic
European Community.
But Goethe teils us in his greatest poem that Faust lost the
liberty of his soul when he said to the passing moment: "Stay, thou
are so fair." And our liberty, too, is endangered if we pause for the
passing moment, if we rest on our achievements, if we resist the pace
of progress. For time and the world do not stand still. Change is
the law of life. And those who look only to the past are certain to
miss the future.
The future of the West lies in Atlantic Partnern ip - a System
of Cooperation, interdependence and harmony whose peoples can jointly
meet their burdens and opportun!ties throughout the world. Some say
that is only a dream, but I do not agree. A generation of achievement the Marshall Plan, NATO, the Schuman Plan, and the Common Market urges us up the path to greater unity.
There will be difficulties and delays. There will be doubts and
discouragement. There will be differences of approach and opinion. But
we have the will and the means to serve three related goals - the heritage of our countries, the unity of our continents and the interdependence of the Western Alliance.
Some say that the United States will neither hold to these
purposes nor abide by its pledges - that we will revert to a narrow
nationalism. But such doubts fly in the face of history. For eighteen
years the United States has stood its watch for freedom all around
the world. The firmness of American will, and the effectiveness of
American strength, have been shown, in support of free men and free
governments, in Asia, in Africa, in the Americas, and, above all, here
in Europe. We have undertaken, and sustained in honor, relations of
mutual trust and Obligation with more than forty allies. We are proud
of this record, which more than answers all doubts. But, in addition,
these proven commitments to the common freedom and safety are assured,
in the future as in the past, by one great fundamental fact - that they
are deeply rooted in America's own self-interest. Our commitment to
Europe is indispensable - in our interest as well as yours.
I'. is n...t in our interest to try to dominate the European
Councils of decision. If that were our objective, we would prefer to
see Europi divided and weak, enabling the United States to deal with
each fragment individually. Instead we look forward to a Europe united
and strong - speaking with a common voice - acting with a common will a world power capable of meeting world problems as a füll and equal
partner.
This is in the interest of us all. For war in Europe, as we
learned twice in 40 years, destroys peace in America. A threat to
the freedom of Europe is a threat to the freedom of America. That is
why no administration in Washington can fail to respond to such a
threat - not merely from good will but from necessity. And that _is_

-

3 -

�is why we look forward to a united Europe in an Atlantic Partnerhsip an entity of interdependent parts, sharing equally both burdens and
decisions, and linked to £ether in the tasks of defense and the arts
of peace.
This is no fantasy. It will be achieved by concrete steps to
solve the problems that face us all: military, economic and political.
Partnership is not a posture but a process - a continuous process
that grows stronger each year as we devote ourselves to common tasks.
The first task of the Atlantic Community was to assure its common
defense. That defense was and still is indivisible. The United States
will risk its cities to defend yours because we need your freedom
to protect ours. Hundreds of thousands of our soldiers serve with
yours on this continent, as tangible evidence of that pledge. Those
who would doubt our pledge or deny this indivisibility - those who
would separate Europe from America or split one ally from another would only give aid and comfort to the men who make themselves our
adversaries and welcome any Western disarray.
The purpose of ouf common military effort is not war but peace not the destruction of nations but the protection of freedom. The
forces that West Germany contributes to this effort are second to none
among the Western European nations. Your nation is in the front line
of defense - and your divisions, side by side with our own, are a
source of strength to us all.
These conventional forces are essential; and they are backed by
the sanction of thousands of the most modern weapons here on European
soil and thousands more, only minutes away, in posts around the world.
Together our nations have developed for the forward defense of free
Europe a deterrent far surpassing the present or prospective force
of any hostile power.
Nevertheless, it is natural that America1s nuclear position has
raised questions 'vifhin the Alliance. I believe we must confront these
questions - not by uarning the clock backward to separate nuclear
deterrents - but by developing a more closely unified Atlantic
deterrent, with genuine European participation.
How this can best be done, end it is not easy - in some iraqra more
difficult to split the atom physically - how this can best be done
is now under discussion with those who may wish to join in this effort.
The proposal before us is for a new Atlantic force. Such a force would
bring strength instead of weakness, cohesion instead of division.
It would belong to all members, not one, with all participating on
a basis of füll equality. And as Europe moves towards unity, its role
and responsibility, here as elsewhere, would and must increase
accordingly.
Meanwhile, there is much to do. We must work more closely together
on strategy, training and planning. European officers from NATO are
being assigned to Strategie Air Command Headquarters in Omaha,
Nebraska. Modern weapons are being deployed here in Western Europa.
And

�And America's Strategie deterrent - the most pov/erful in history will continue to be at the Service of the whole Alliance.
Second: Our partnership is not military alone. Economic unity
is also imperative - not only among the nations of Europe, but across
the wide Atlantic.
Indeed, economic Cooperation is needed throughout the entire Free
World• By opening our markets to the developing countries of Africa,
Asia and Latin America, by contributing our capital and our skills, by
stabilizing basic prices, we can help assure them of a favorable
climate for freedom and growth. This is an Atlantic responsibility.
For the Atlantic nations themselves helped to awaken these peoples.
Cur merchants and traders ploughed up their soils - and their
secieties as well - in search of minerals and oil and rubber and coffee.
Now we raust help them gain füll membership in the 20th Century, closing
the gap between rieh and poor.
Another great economic challenge is the Coming round to trade
negotiations. Those deliberations are much more important than a
technical discussion of trade and commerce. They are an opportunity
to build common industrial and agricultural policies across the
Atlantic. They are an opportunity to open up new sources of demand to
give new impetus to growth, and make more Jobs and prosperity, for our
expanding populations. They are an opportunity to recognize the trading
needs and aspirations of other Free World countries, including Japan.
In short, these negotiations are a test of our unity. While each
nation must naturally look out for its own interests, each nation must
also look out for the common interest - the need for greater markets
on both sides of the Atlantic - the need to reduce the imbalance between
developed and underdeveloped nations - and the need to stimulate the
Atlantic economy to higher levels of produetion rather than to stifle
it by higher levels of protection.
We must not return to the 1930 's when we exported to each other
our own Stagnation. We must not return to the discredited view *that
trade favors some nations at the expense of others. Let no one think
that the United States - with only a fraction of its economy dependent
on trade and only a small part of that with Western Europa - is seeking
trade expansion in order to dump our goods on this Continent. Trade
expansion will help us all. The experience of the Common Market - like
the experience of the German Zollverein - shows an increased rise in
business activity and general prosperity resulting for all partieipants
in such trade agreements, with no member profiting at the expense of
another. As they say on my own Cape Cod, a rising tide lifts all the
boats. And a partnership, by definition, serves both partners, without
domination or unfair advantage. Together we have been partners in
auversity - let us also be partners in prosperity.
Beyond development and trade is monetary policy. Here again our
interests run together. Indeed there is no field in which the wider
interest of all more clearly outweighs the narrow interest of one.
We have lived by that principle, as bankers to freedom, for a generation.
Now that other nations - including West Germany - have found new

-

5 -

�new economic strenght, it is time for common efforts here, too.
The great free nations of the world must take control of our monetary
Problems if those problems are not 4 o take control of us.
Third and finally, our partnership depends on common political
purpose. Against the hazards of division and lassitude, no lesser
force will serve. History teils us that disunity and relaxation are
the great internal dangers of an alliance. Thucydides reporte that
the Peloponnesians and their allies were mighty in battle but
handicapped by their policy-making body - in which, he related "each
presses its own ends... which generally results in no action at
all... they devote more time to the prosecution of their own
purposes than to the consideration of the general welfare - each
supposes that no härm will come of his own neglect, that it is the
•.usiness of another to do this or that - and so, as each separately
entertains the same illusion, the common cause imperceptibly decays."
Is that also to be the story of the Grand Alliance? Welded in a
moment of imminent danger, will it disintegrate in complacency, with
each member pressing its own ends to the neglect of the common cause'?
This must not be the case. Our old dangers are not gone beyond return,
and any division among us would bring them back in doubled strength.
Our defenses are now strong - but they must be made stronger. Our
economic goals are ncw clear - but v/e must get on with their Performance. And the greatest of our necessities, the most notable of our
omissions, is progress toward unity of political purpose.
For we live in a world in which our own united strength and
will must be our first reliance. As I have said before, and will say
again, we work toward the day when there may be real peace between
us and the Communi sts. V/e will not be second in that effort. But that
day is not yet here.
V/e in the United States and Canada are 200 million, and here
on the European side of the Atlantic Alliance are nearly 300 million
more. The strength and unity of this half-billion human beings are
and will continue to be the anchor of all freedom, for all nations.
Let us from time to time pledge ourselves again to the common purposes.
But let us go on, from words to actions, to intensify our efforts for
still greater unity among us, to build r.ew associations and institutions on those already established. Lofty words cannot construct
an alliance or maintain it - only concrete deeds can do that.
The great present task of construction is here on this continent
where the effort for a unified free Europe is underway. It is not for
Americans to prescribe to Europeans how this effort should be carried
forward. Nor do I believe that there is any one right course or any
Single final pattern. It is Europeans who are building Europe.
Yet the reunion of Europe, as Europeans shape it - bringing a
permanent end to the civil wars that have repeatedly wracked the
aorld - will continue to have the determined support of the United
States. For that reunion is a necessary step in strengthening the
community of freedom. It would strengthen our alliance for its defense.
And it would be in our national interest as well as yours.
T+
b

�It is otfly a fully cohesive Europe that can protect us all
against fragmentation of the alliance. Only such a Europe will
permit füll reciprocity of treatment across the ocean, in facing the
Atlantic agenda. With only such a Europe can we have a füll giveand-take between equals, an equal sharing of responsibilities,
and an equal level of sacrifice. I repeat again - so that there
may be no raisunderstanding - the choice of paths to the unity of
Europa is a choice which Europe must inake, But as you continue thi s
great effort, undeterred by either difficulty or delay, you should
know that this new European greatness will be not an object of
fear, but a source of strength, for the United States of America.
There are other political tasks before us. We must all learn to
practice more completely the art of consultation on matters stretching
well beyond immediate military and economic questions. Together, for
example, we must explore the possibilities of leashing the tensions
of the Cold War and reducing the dangers of the arms race . Together
we must work to strengthen the spirit of those Europeans who are
now not free, to reestablish their old ties to freedom and the West,
so that their desire for liberty and their sense of nationhood, and
their sense of belonging to the Western Community will survive for
future expression. We ask those who would be our adversaries to
understand that in our relations with them we will not bargain one
nation's interest against another's and that the commitment to the
cause of freedom is common to us all.
All of us in the West must be faithful to our conviction that
peace in Europe can never be complete until everywhere in Europe,
and that includes Gerinany, men can choose, in peace and freedom, how
their countries shall be governed, and choose - without threat to
any neighbor - reunification with their countrymen.
I preach no easy liberation and I make no empty promises; but
ir.y countrymen ,since our country was founded, believe strongly in the
proposition that all men shall be free and all free men shall have
this right of choice.
As we look steadily eastward in the hope and purpose of new
freedom, we must also look - end evermore closely - to our transAtlantic ties. The Atlantic Community will not soon become a Single
overarching super-state. But practical steps toward s tronger coimicr puipose
are well v/ithin our means. As we widen our common effort in defense,
and our threefold Cooperation in economics, we shall inevitably
strengthen our political ties as well. Just as your current efforts for
unity in Europe will produce a stronger voice in the dialogue between
us, so ir. America our current battle for the liberty and prosperity of
al] Citizens can only deepen the meaning of our common historic
:-urposes. In the far future there may be a new great union for us all.
But for the present, there is plenty for all to do in building new
and er.during connections.
In short, the words of Thucyiides are a warning, not a prediction.
We have it ir. us, as 18 years have shown, to build our defenses, to
strengthen our economies, and to tighten our political bonds, both
in gocd weather and in bad. We can move forward with the confidence
that is born of success and the skill that is born of experience. And

_ 7 .

�And as we rnove, l e t us t; ke h e a r t from the c e r t a i n t y t h a t we are
not only u n i t e d by danger and n e c e s s i t y , but by hope and purpose
as w e l l .
i

For we know nov; that freedom is raore than the rejection of tyranny that prosperity is more than an escape from want - that partnership
is more than a sharing of power. These are all, above all, great human
adventures. They must have meaning and conviction and purpose - and
because they do, in'your country now and in mine, in all the nations
of the Alliance, we are called to a great new mission.
It is not a mission of self-defense alone - for that is a
means, not an end. It is not a mission of arbitrary power - for we
rejeet the idea that one naiion should dominate another. The mission
is to create a new social order, founded on liberty and justice, in
which men are the masters of their fate, in which states are the
servants of their Citizens, and in which all men and women can share
a better life for themselves and their children. That is the objeet
of our common policy.
To realize this vision, we must seek, above all, a world of
peace - a world in which peoples dwell together in mutual respect
and work together in mutual regard - a world where peace is not a
mere interlude between wars, but an incentive to the creative
energies of humanity. Je will not find such a peace today, or even
tomorrow. The obstacles to hope are large and menacing. Yet the goal
of a peaceful world must - today and tomorrow - shape our decisions and
inspire our purposes.
So we are all idealists. We are all visionaries. Let it not be
said of this Atlantic generation that we left ideals and visions to
the past, nor purpose and determination to our adversaries. We have
come too far, we have sacrificed too much, to disdain the future now.
And we shall ever remember what Goethe told us - that the "highest
wisdom, the best that mankind ever knew" was the realization that
"he only earns his freedom and existence who daily conquers them
anew." Thank you.

*

* * * *

i

-

8

-

�THE

WHITE
H 0 U S E
Frankfurt, Germany

Ansprache des Präsidenten der Vereinigten Staaten
JOHN F. KENNEDY
in der Paulskirche zu Frankfurt am Main

Dienstag, 25. Juni

1963

�Vor 115 Jahren hat in diesem historischen Saal ein Parlament der erlauchtesten Geister Deutschlands getagt. Sein Ziel war
ein geeinter deutscher Bundesstaat. Dieses Parlament bestand aus
Dichtern und Professoren, aus Rechtsgelehrten und Philosophen, aus
Ärzten und Geistlichen, die in allen Teilen des Landes frei gewählt
worden waren. Und keine Nation spendete seiner Arbeit wärmeren Beifall als meine eigene. Keine parlamentarische Versammlung hat jemals
größere Anstrengungen unternommen, etwas Vollkommenes ins Werk zu
setzen. Und obwohl ihre Bemühungen letzten Endes scheiterten, kann
kein anderes Gebäude in Deutschland begründeteren Anspruch auf den
Ehrentitel der "Wiege der deutschen Demokratie" erheben.
Aber wie steht es überhaupt mit der Berechtigung eines solchen
Titels? In meiner eigenen Heimatstadt Boston ist die Faneuil Hall,
in der einst die Urheber unserer Revolution zusammenkamen, seit
langem als "Wiege der amerikanischen Freiheit" bekannt. Als jedoch im
Jahre 1852 der ungarische Patriot Kossuth dort eine Ansprache hielt,
übte er an dieser Bezeichnung Kritik. "Das ist ein schöner Name",
sagte er, "obgleich daran etwas auszusetzen ist, was mein Herz betrübt. Man sollte nicht von der 'amerikanischen Freiheit' sprechen.
Man sollte vielmehr von der 'Freiheit Amerikas' sprechen. Die Freiheit darf weder amerikanisch noch europäisch, sondern sie muß schlicht
und einfach 'die Freiheit' sein."
Kossuth hatte recht. Denn so lange die Freiheit nicht in allen
Ländern blüht, kann sie in einem einzelnen nicht gedeihen. Aus dem
Saale, von dem sie ihren Ausgang nahm, muß sie zu vielen anderen
weitergetragen werden. So ist die Saat der amerikanischen Revolution
von 1776 schon vorher aus Europa herübergebracht worden und hat später
in aller Welt Wurzeln geschlagen. Und auch die deutsche Revolution
von 1848 sandte
Ideen und Idealisten nach Amerika und anderen Ländern aus. Heute, im Jahre 19&amp;3» haben Demokratie und Freiheit internationalere Verbreitung gewonnen als je zuvor. Und der Geist der
Frankfurter Nationalversammlung muß genau wie der Geist von Faneuil
Hall in vielen Herzen und Nationen lebendig sein, wenn er überhaupt
lebendig bleiben soll.
Denn wir leben sowohl in einem Zeitalter wechselseitiger Abhängigkeit als auch in einem solchen der Unabhängigkeit - im Zeitalter des Internationalismus, nicht mehr des Nationalismus. Im Jahre
1848 verhielten sich viele Länder gleichgültig gegenüber den Zielen
der Frankfurter Nationalversammlung. Das war,ihrer Meinung nach,
ein deutsches Problem. Heute gibt es keine ausschließlich deutschen
Probleme oder amerikanischen Probleme oder europäischen Probleme
mehr. Wir haben es mit Weltproblemen zu tun - und unsere beiden Länder und Kontinente sind hinsichtlich der Aufgaben des Friedens wie
des Krieges unauflöslich miteinander verbunden.
Wir sind Partner bei der Sicherung des Friedens - nicht in
einem engumschriebenen, zweiseitigen Verhältnis, sondern im Rahmen
der Atlantischen Partnerschaft. Der Ozean trennt uns weniger noch,
als früher das Mittelmeer die antike Welt der Griechen und Römer

-

2

�Römer zu trennen vermochte. Wir besitzen eine alte und Sie eine
junge Verfassung - wir haben eine junge und Sie eine alte Kultur -,
aber was unsere Verpflichtung auf die Freiheit betrifft, so können
und müssen wir alle ein und dieselbe Sprache sprechen. Unsere Rollen
sind verschieden, doch ergänzen sie einander - und unsere Ziele sind
die gleichen: Friede und Freiheit für alle Menschen, für alle Zeiten,
in einer Welt des Überflusses und der Gerechtigkeit.
Aus diesem Grunde arbeiten unsere Nationen zusammen: um die
NATO zu festigen, um den Handel auszuweiten, um den Entwicklungsländern beizustehen, um eine gemeinsame finanzpolitische Linie zu
finden und um die Atlantische Gemeinschaft aufzubauen. Ich möchte
das Wunder der wirtschaftlichen Leistungen Deutschlands nicht verkleinern. Aber das wahre deutsche Wunder war Ihre Abkehr von der
Vergangenheit um der Zukunft willen - war Ihre Aussöhnung mit Frankreich, Ihre Beteiligung an der Schaffung Europas, Ihre führende Rolle
in der NATO und Ihre wachsende Unterstützung konstruktiver Vorhaben
in allen Teilen der Welt.
Ihr Wirtschaftsgefüge, Ihre Verfassungsgarantien, Ihr Vertrauen
in die Autorität ziviler Instanzen, das alles steht im Einklang mit
den Idealen älterer Demokratien. Und sie bilden einen festen Pfeiler
der demokratischen europäischen Völkergemeinschaft.
Doch wie uns Goethe in seinem größten Werke berichtet, sollte
Faust die Freiheit seiner Seele verspielt haben, sobald er zum flüchtigen Augenblicke sagte: "Verweile doch, du bist so schön." So ist auch
unsere Freiheit in Gefahr, wenn wir beim flüchtigen Augenblick verweilen, wenn wir uns auf unseren Leistungen ausruhen, wenn wir das Tempo
des Fortschritts bremsen. Denn die Zeit und die Welt stehen nicht still.
Der Wandel ist das Gesetz des Lebens. Und wer nur auf die Vergangenheit
blickt, verpaßt mit Sicherheit die Zukunft.
Die Zukunft des Westens beruht auf der Atlantischen Partnerschaft
- einem System der Zusammenarbeit, der wechselseitigen Abhängigkeit
und der Übereinstimmung zwischen Völkern, die ihre Lasten gemeinsam
tragen und ihre Chancen in aller Welt gemeinsam nutzen können. Mancher
mag sagen, das sei lediglich ein Traum, doch ich bin anderer Meinung.
Eine ganze Kette großer Leistungen - Marshallplan, NATO, Schumanplan
und Gemeinsamer Markt - drängt uns auf dem Weg zu größerer Einheit
immer weiter voran.
Wir müssen mit Schwierigkeiten und Hindernissen rechnen. Es
werden sich Zweifel und Enttäuschungen einstellen. Es werden methodische und Meinungsverschiedenheiten auftreten. Aber wir haben den
Willen und auch die Mittel, drei eng miteinander verbundenen Zielen
zu dienen: dem Erbe unserer Länder, der Einheit unserer Kontinente
und der Interdependenz der Bündnispartner des Westens.
Manche behaupten, die Vereinigten Staaten würden weder an diesen
Zielsetzungen festhalten, noch ihre Verpflichtungen einlösen - wir
würden vielmehr zu einem beschränkten Nationalismus zurückkehren.
Aber solche Zweifel verflüchtigen sich angesichts der geschichtlichen

-

3 -

�geschichtlichen Tatsachen. Seit 18 Jahren haben die Vereinigten
Staaten in aller Veit für die Freiheit Wache gehalten. Die Festigkeit des amerikanischen V/illens und der wirksame Einsatz amerikanischer Stärke zur Unterstützung freier Menschen und freier Regierungen sind in Asien, Afrika, auf dem amerikanischen Kontinent und vor
allem auch hier in Europa unter Beweis gestellt worden. '.Vir haben
zu über 40 Verbündeten Beziehungen auf der Basis gegenseitigen Vertrauens und wechselseitiger Verpflichtungen hergestellt und in Ehren
aufrechterhalten. Wir sind stolz auf diesen Sachverhalt,der alle
Zweifel mehr als ausreichend beantwortet. Außerdem wird diese nachweisliche Erfüllung unserer Verpflichtungen gegenüber der gemeinsamen
Freiheit und Sicherheit nach wie vor durch eine wichtige, grundlegende
Tatsache verbürgt: sie wurzelt nämlich tief im eigenen amerikanischen
Interesse. Unsere Verpflichtung gegenüber Europa ist unerläßlich - in
unserem eigenen wie in Ihrem Interesse.
Wir haben kein Interesse an dem Versuch, die beschlußfassenden
europäischen Gremien zu beherrschen. Wäre dies unser Ziel, so würden wir ein gespaltenes und schwaches Europa bevorzugen, das den
Vereinigten Staaten die Möglichkeit böte, mit den Einzelteilen getrennt zu verhandeln. Statt dessen setzen wir unsere Hoffnungen auf
ein einiges und starkes Europa - das eine gemeinsame Sprache spricht
und mit einem gemeinsamen Willen handelt -, in eine Weltmacht, die
imstande ist, die Weltprobleme als vollgültiger und gleichberechtigter Partner anzupacken.
Das liegt in unser aller Interesse. Denn ein Krieg in Europa
zerstört, wie wir in 40 Jahren zweimal erfahren haben, auch den Frieden in Amerika. Eine Bedrohung der Freiheit Europas ist eine Bedrohung
der Freiheit Amerikas. Deshalb kann keine Regierung in Washington
eine solche Drohung unbeantwortet lassen - das ist nicht nur eine
Frage des guten Willens, sondern eine Notwendigkeit. Und deshalb
hoffen wir auch auf ein vereintes Europa im Rahmen einer Atlantischen
Partnerschaft - als Gesamtheit interdependenter Teile, die an Lasten
und Entscheidungen gleichermaßen beteiligt und sowohl durch die Aufgaben der Verteidigung als auch durch die Werke des Friedens miteinander verknüpft sind.
Diese Vorstellung ist keine Phantasie. Sie wird Wirklichkeit
werden durch konkrete Maßnahmen zur Lösung der Probleme, vor die wir
uns alle gestellt sehen: im militärischen, im wirtschaftlichen und
im politischen Bereich. Partnerschaft ist kein Zustand, sondern ein
Prozeß - ein fortlaufender Prozeß, der sich von Jahr zu Jahr um so
stärker auswirkt, je mehr wir uns den gemeinsamen Aufgaben widmen.
Die erste Aufgabe der Atlantischen Gemeinschaft bestand in der
Sicherung der gemeinsamen Verteidigung. Diese Verteidigung ist nach
wie vor unteilbar. Amerika setzt seine Städte aufs Spiel, um Ihre
Städte zu verteidigen, weil wir Ihrer Freiheit bedürfen, um unsere
Freiheit schützen zu können. Hunderttausende unserer Soldaten dienen
gemeinsam mit den Ihrigen auf diesem Kontinent als konkretes Unterpfand jener Verpflichtung. Wer diese unsere Verpflichtung in Zweifel
zieht oder ihre Unteilbarkeit leugnet - wer einen Keil zwischen

- 4 -

�zwischen Europa und Amerika treiben oder die Verbündeten einander
entfremden möchte -, der unterstützt und stärkt damit nur jene
Leute, die sich selbst als unsere Gegner betrachten und denen jede
Verwirrung des »Yestens willkommen ist.
Das Ziel unserer gemeinsamen militärischen Anstrengungen
ist nicht der Krieg, sondern der Friede, nicht die Vernichtung von
Nationen, sondern die Sicherung der Freiheit. Die Streitkräfte, die
die Bundesrepublik Deutschland zu diesem Zweck beisteuert, werden
von denen keines anderen europäischen Landes über troffen. Ihr Land
steht in der ersten Verteidigungslinie - und Ihre Divisionen sind,
Schulter an Schulter mit den unsrigen, eine Quelle der Stärke für
uns alle.
Diese konventionell bewaffneten Streitkräfte sind von entscheidender Bedeutung, und dahinter stehen 'Tausende der modernsten Waffen
hier auf europäischem Boden sowie weitere Tausende, nur Minuten entfernt, rund um die Welt in Bereitschaft. Zusammen haben unsere Länder für die Vorwärtsverteidigung des freien Europas e:Ln Abschrekkungspotential entwickelt, das die gegenwärtige oder voraussichtliche
Stärke jedes Gegners bei weitem übertrifft.
Dennoch liegt es in der Natur der Sache, daß Amerikas nukleare
Position innerhalb des Bündnisses Fragen aufgeworfen hat. Ich glaube,
wir müssen uns mit diesen Fragen auseinandersetzen, nicht indem wir
die Uhr auf die Zeit der separaten nationalen Abschreckung zurückdrehen, sondern indem wir eine noch einheitlichere atlantische Abschreckungsmacht mit echter europäischer Beteiligung schaffen.
Wie sich dies am besten bewerkstelligen läßt, wird gegenwärtig
mit jenen erörtert, die an diesem Vorhaben teilzunehmen wünschen.
Der zur Diskussion s'tehende Vorschlag zielt auf eine neue atlantische
Streitmacht ab. Eine solche Streitmacht würde Stärke statt Schwäche
und Zusammenhalt statt Spaltung hervorbringen. Sie würde allen Mitgliedern und nicht einem einzigen gehören, wenn alle auf der Basis der
Gleichberechtigung beteiligt sind. Und je weiter Europa auf dem Wege
zur Einheit vcranschreitet, desto größer wird und muß demgemäß seine
Rolle und Verantwortung hier und anderswo werden.
Vorläufig aber gibt es noch viel zu tun. Auf den Gebieten der
Strategie, der Ausbildung und der Planung müssen wir noch enger zusammenarbeiten. Europäische NATO-Offiziere werden dem Hauptquartier
des Strategischen Luftkommandos in Omaha zugeteilt. Moderne Waffen
werden in Westeuropa bereitgestellt. Und Amerikas strategische Abschreckungsmacht - die stärkste der Geschichte - wird weiterhin im
Dienste des gesamten Bündnisses stehen.
Zweitens ist unsere Partnerschaft nicht nur militärischer Art.
Die wirtschaftliche Einheit - und zwar nicht nur zwischen den Nationen Europas, sondern auch über den Atlantik hinweg - ist eine
ebenso gebieterische Notwendigkeit.
Tatsächlich

-

5 -

�Tatsächlich ist eine wirtschaftliche Zusammenarbeit innerhalb
der gesamten freien Welt vonnöten. Indem wir den Entwicklungsländern
in Afrika, Asien und Lateinamerika unsere Märkte öffnen, ihnen unser
Kapital und unsere Erfahrungen zur Verfügung stellen und die Rohstoffpreise stabilisieren, können wir die Schaffung eines Klimas fördern,
das die Freiheit und das Wirtschaftswachstum begünstigt. Dies ist
eine atlantische Aufgabe, denn die atlantischen Nationen trugen
dazu bei, diese Völker zu erwecken. Unsere Kaufleute und Händler
begannen auf der Suche nach Mineralstoffen, Öl, Kautschuk und Kaffee,
ihren Boden und gleichzeitig ihre Gesellschaftsformen umzupflügen.
Jetzt müssen wir ihnen dabei helfen, vollgültige Mitglieder der Gesellschaft des 20. Jahrhunderts zu werden und die Kluft zwischen
;irm und reich zu überbrücken.
Eine andere große wirtschaftliche Aufgabe stellt uns die bevorstehende Verhandlungsrunde der Handelsgespräche. Diese Beratungen
stellen sehr viel mehr dar als nur technische Diskussionen über Zollund Handelsfragen. Sie bieten die Möglichkeit zur Schaffung einer
gemeinsamen Industrie- und Agrarpolitik über den Atlantik hinweg.
Sie bieten ferner eine Gelegenheit, neuen Bedarf zu wecken, um dem
wirtschaftlichen Wachstum neuen Auftrieb zu geben und mehr Arbeitsplätze und größeren Wohlstand für unsere wachsende Bevölkerung
zu schaffen. Sie geben uns auch Gelegenheit, die Hand*-. 1 swünsche und
Erwartungen der anderen freien Völker einschließlich Japans kennenzulernen.
Kurzum, diese Verhandlungen sind ein Prüfstein für unsere Einigkeit. Wenngleich jedes Land selbstverständlich seine eigenen Interessen im Auge hat, muß es doch seinen Blick auch auf die gemeinsamen
Interessen richten - auf die Notwendigkeit, die Märkte auf beiden Seiten des Atlantiks auszuweiten, auf die Notwendigkeit, das Gefälle
zwischen hoch- und minderentwickelten Ländern zu verringern, und auf
die Notwendigkeit, die atlantischen Volkswirtschaften auf ein höheres
Produktionsniveau zu bringen, statt sie durch höhere Schutzwälle zu
ersticken.
Wir dürfen nicht in die dreißiger Jahre zurückfallen, als wir
uns gegenseitig die eigene Stagnation exportierten. Wir dürfen nicht
zurückkehren zu der überholten Auffassung, daß der Handel einige Nationen auf Kosten der anderen begünstige. Niemand soll glauben, daß
die Vereinigten Staaten, deren Wirtschaft nur zum kleinen Teil vom
Außenhandel und zu einem noch geringeren Teil vom Handel mit Westeuropa abhängt, eine Ausweitung des Handels anstreben, um den
europäischen Kontinent mit amerikanischen Waren zu überschwemmen.
Die Ausweitung des Handels wird uns allen zugute kommen. Die Erfahrungen des Gemeinsamen Marktes verheißen - ähnlich wie die des
Deutschen Zollvereins - allen Partnerstaaten solcher Handelsabmachungen eine erhöhte wirtschaftliche Aktivität und Prosperität, ohne
daß sich einzelne Mitglieder auf Kosten anderer bereichern. In meiner Heimat, an der Cape-Cod-Küste, sagt man: Die steigende Flut macht
alle Boote flott. Und eine Partnerschaft dient laut Begriffsbestimmung
beiden Partnern, ohne Bevormundung oder Übervorteilung. Wir waren

-

6 -

�waren Partner in der Not - so lassen Sie uns auch Partner in der
Prosperität sein.
liber der Wirtschaftsentwicklung und Handelsausweitung steht
die Finanzpolitik. Auch hier laufen unsere Interessen wieder zusammen. Tatsächlich gibt es keinen Bereich, in dem die umfassenderen
Interessen aller Beteiligten die engeren Einzelinteressen eindeutiger
überwiegen. Als Sachwalter der Freiheit haben wir seit einer Generation nach diesem Prinzip gehandelt. Jetzt, nachdem andere Länder
einschließlich der Bundesrepublik Deutschland von neuem erstarkt sind,
ist auch hier die Zeit für weitere, gemeinsame Anstrengungen gekommen.
Die großen freien Nationen der Erde müssen ihre Währungsprobleme
bewältigen, damit sie nicht von diesen überwältigt werden.
Drittens und letztens beruht die Atlantische Partnerschaft
auf einer gemeinsamen politischen Zielsetzung. Gegen die Gefahren
der Spaltung und Erschlaffung ist mit geringeren Kräften nichts auszurichten. Die Geschichte lehrt, daß Uneinigkeit und Ermüdung die
großen inneren Gefahren sind, die einem Bündnis drohen. Thukydides
berichtet, die Peloponnesier und ihre Verbündeten seien mächtig in
der Schlacht, doch gehemmt durch eine politische Führung gewesenen der
"jeder seine eigenen Absichten verfolgt..., was im allgemeinen dazu
führt, daß jede Aktion unterbleibt... Sie verwenden mehr Zeit auf
die Besorgung ihrer eigenen Geschäfte als auf die Sorge für das Gemeinwohl... Jeder glaubt, daß aus seinen eigenen Versäumnissen kein
Schaden erwachse und daß es die Aufgabe anderer sei, dies oder jenes
zu tun - und da somit jeder für sich die gleiche Illusion hegt, gerät
die gemeinsame Sache unmerklich immer mehr in Verfall."
Soll unsere Große Allianz etwa das gleiche Schicksal erleiden?
Wird sie, die im Augenblick höchster Gefahr geschmiedet wurde, in
Selbstgefälligkeit zerfallen, weil jedes Mitglied seine eigenen Ziele
zum Nachteil der gemeinsamen Sache verfolgt? Das darf nicht geschehen.
Die alten Gefahren sind keineswegs ein für allemal gebannt, und jede
Spaltung in unseren Reihen könnte sie mit doppelter Macht wieder auf
den Plan rufen.
Unsere Verteidigung ist jetzt stark - doch muß sie noch stärker
werden. Unsere wirtschaftlichen Aufgaben sind jetzt klar - doch
müssen wir ihre Erfüllung weiter vorantreiben. Das größte Erfordernis und unsere bemerkenswerteste Unterlassung ist freilich der Fortschritt zu wahrer politischer Gemeinschaft.
Denn wir leben in einer Welt, in der wir uns in erster Linie
auf unsere eigene vereinte Stärke verlassen müssen. Wie ich schon
gesagt habe und hier erneut betonen möchte, arbeiten wir auf den
Tag hin, da es einen wirklichen Frieden zwischen uns und den Kommunisten geben kann; und wir werden uns in diesem Bemühen von niemandem übertreffen lassen. Aber dieser Tag ist noch nicht angebrochen.
Wir haben in den Vereinigten Staaten und in Kanada 200 Millionen
Menschen, und hier auf der europäischen Seite des Atlantischen Bündnisses kommen noch nahezu 300 Millionen hinzu. Die Stärke und

- 7 -

�und Einigkeit dieser halben Milliarde Menschen sind jetzt und in
Zukunft der Anker aller Freiheit für alle Nationen. Wir wollen uns
von Zeit zu Zeit der gemeinsamen Ziele versichern. Aber lassen wir
den Worten Taten folgen, indem wir unsere Bemühungen um noch mehr
Einigkeit zwischen uns verstärken und neue Verbindungen und Institutionen schaffen, die auf den bereits vorhandenen aufbauen. Durch
schöne Worte läßt sich keine Allianz errichten, sondern nur durch
konkrete Taten.
Die große konstruktive Aufgabe der Gegenwart liegt hier auf
diesem Kontinent, wo Bemühungen um die Schaffung eines geeinten
Europas im Gange sind. Es ist nicht Sache der Amerikaner, den
Europäern vorzuschreiben, wie diese Bemühungen voranzutreiben sind.
Ebensowenig glaube ich, daß es nur einen einzigen richtigen Kurs
oder nur eine alleingültige Form dafür gibt. Die Europäer selbst sind
es, die Europa bauen.
Doch der Zusammenschluß Europas wird, wenn Europäer ihn vollziehen, auch weiterhin die entschlossene Unterstützung der Vereinigten Staaten finden - und für immer die Bruderkriege beenden, die wiede
holt die Welt verwüstet haben. Denn dieser Zusammenschluß ist ein notwendiger Schritt für die Stärkung der Gemeinschaft der Freiheit. Er
würde unser Bündnis zu ihrer Verteidigung stärken. Und er läge sowohl in unserem wie auch in Ihrem nationalen-Interesse,
Nur ein in sich gefestigtes Europa kann uns alle vor der Zersplitterung des Bündnisses bewahren. Nur ein solches Europa ermöglicht eine echte Reziprozität in allem Tun und Trachten über den Ozean
hinweg, angesichts unseres wahrhaft atlantischen Arbeitsprogramms. Nur
mit einem solchen Europa ist ein uneingeschränktes Geben und Nehmen
zwischen Gleichberechtigten möglich und eine gleichmäßige Verteilung
der Verantwortung wie auch der Opfer. Ich möchte - damit keine Mißverständnisse aufkommen - noch einmal wiederholen; die Wahl der Wege
zur Einheit Europas muß von den Europäern getroffen werden. Wenn Sie
aber, unbeeindruckt durch Schwierigkeiten oder Verzögerungen, dieses
große Werk fortsetzen, sollen Sie wissen, daß die Vereinigten Staaten
von Amerika in dieser neuen Größe Europas keinen Anlaß zur Furcht,
sondern einen Quell der Stärke sehen.
Es werden Ihnen noch weitere politische Aufgaben gestellt werden.
Wir alle müssen die Kunst der Konsultation in Fragen, die weit über
die direkte militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit hinausgehen, noch besser beherrschen lernen. So müssen wir beispielsweise
gemeinsam die Möglichkeiten einer Lockerung der Spannungen im Kalten
Kriege und einer Verringerung der Gefahren des Wettrüstens erkunden.
Wir müssen gemeinsam alles tun, um jenen Europäern Mut zu machen, die
gegenwärtig nicht frei sind, ihre alten Verbindungen zur Freiheit und
zum Westen wiederherzustellen, auf daß der Wunsch nach Freiheit und
das Gefühl der nationalen Zusammengehörigkeit für spätere Zeiten
lebendig bleiben.
Möchten

�Möchten doch jene, die sich als unsere Gegner betrachten, endlich begreifen, daß wir, in unseren Beziehungen zu ihnen, nicht die
Interessen anderer Staaten gegeneinander ausspielen werden, und daß
wir uns alle gleichermaßen der Sache der Freiheit verschrieben haben.
Wir alle hier im Westen müssen treu zu unserer Überzeugung stehen,
daß der Friede in Europa nie vollständig sein kann, solange nicht überall in Europa die Menschen in Frieden und Freiheit darüber befinden
können, wie ihre Länder regiert werden sollen, und - ohne Bedrohung
irgendeines Nachbars - die Wiedervereinigung mit ihren Landsleuten
erwählen können.
Ich predige keine leichte Befreiung, und ich mache keine leeren
Versprechungen. Meine Landsleute sind jedoch fest von dem Grundsatz
überzeugt, daß alle Menschen frei sein sollen und alle freien Menschen
Anspruch auf Entscheidungsfreiheit haben.
So wie wir ständig in der Hoffnung und zielstrebigen Erwartung
neuer Freiheit nach dem Osten blicken, so müssen wir auch unsere
Aufmerksamkeit - und zwar immer nachdrücklicher - auf unsere transatlantischen Bindungen richten. Die Atlantische Gemeinschaft wird sicher
nicht schon in Kürze zu einem einheitlichen, alles überwölbenden tiberstaat werden. Aber praktische Schritte auf dem Weg zu einer entschiedeneren gemeinsamen Zielsetzung liegen durchaus im Bereich unserer
Möglichkeiten. Je mehr wir unsere gemeinsamen Verteidigungsanstrengungen und unsere wirtschaftliche Zusammenarbeit in den drei erwähnten
Bereichen intensivieren, werden sich zwangsläufig auch unsere politischen
Bindungen festigen. Genauso wie Ihre gegenwärtigen Bemühungen um Einheit in Europa Europas Stimme im Zwiegespräch mit uns nachdrücklicher
zur Geltung bringen werden, so kann unser gegenwärtiges Ringen um Freiheit und Wohlfahrt aller amerikanischen Bürger die Bedeutung unserer
gemeinsamen historischen Zielsetzungen nur stärken. Die fernere Zukunft mag für uns alle vielleicht einen neuen großen Bund bereithalten.
Doch hier und heute schon gibt es für jeden genug zu tun, um neue und
dauerhafte Verbindungen zu schaffen.
Kurzum, die Worte des Thukydides sind eine Warnung, keine Voraussage. Wie die letzten 13 Jahre beweisen, sind wir sehr wohl imstande,
unsere Verteidigungssysteme auszubauen, unsere Volkswirtschaften zu
festigen und unsere politischen Bindungen in guten wie in schlechten
Tagen noch enger zu gestalten. Wir können mit jener Zuversicht weiter
voranschreiten, die aus dem Erfolg erwächst, gepaart mit jenem Können,
das die Erfahrung verleiht. Und auf unserem Weg wollen wir Mut aus
der Gewißheit schöpfen, daß nicht nur Gefahr und Notwendigkeit, sondern
ebenso auch Hoffnung und Zielstrebigkeit uns einen.
Denn wir wissen jetzt, daß Freiheit mehr bedeutet als Ablehnung
der Tyrannei - daß Prosperität mehr bedeutet als Erlösung von der Not
- daß Partnerschaft mehr bedeutet als Beteiligung an der Macht. All
das sind in erster Linie große Menschheitsabenteuer. Sie müssen Sinn
und Überzeugungskraft und Zielstrebigkeit haben, und weil das so ist heute in Ihrem Land und in meinem und in allen Nationen des Bündnisses -,
sind wir zu einer großen neuen Mission aufgerufen.

Es
_

o _

�Es ist nicht allein eine Hission der Selbstverteidigung - denn
sie ist ein Mittel, kein Endzweck. Es ist nicht eine Mission aus
eigener Machtvollkommenheit, denn wir lehnen die Vorstellung ab,
daß eine Kation eine andere bevormunden dürfe. Unsere Mission ist
die Schaffung einer neuen Gesellschaftsordnung, die auf Freiheit
und Gerechtigkeit fußt, wo der Mensch Herr seiner Geschicke, wo
der Staat der Diener seiner Bürger ist und wo alle Männer und Frauen
eines besseren Lebens für sich und ihre Kinder teilhaftig werden
können.
Um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen, müssen wir vor
allem eine Welt des Friedens erstreben - eine Welt, in der die Völker
in gegenseitiger Achtung zusammen leben und in gegenseitiger Wertschätzung zusammenarbeiten, eine Welt, in der der Friede nicht mehr
nur eine Pause zwischen zwei Kriegen ist, sondern den schöpferischen
Kräften der Menschheit Auftrieb gibt. Wir werden einen solchen Frieden
nicht heute finden, auch nicht morgen. Große, dräuende Hindernisse
stehen der Erfüllung der Hoffnung im Wege. Dennoch muß das Ziel der
Schaffung einer friedlichen Welt - heute wie morgen - unsere Entscheidungen leiten und unser Wollen beflügeln.
Insofern sind wir alle Idealisten. Insofern sind wir alle
Visionäre. Man soll dieser atlantischen Generation nicht nachsagen
können, daß sia Ideale und Visionen der Vergangenheit und Zielstrebigkeit und Entschlußkraft ihren Widersachern überlassen habe. Wir
haben bereits zu viel erreicht und zu große Opfer gebracht, um jetzt
die Zukunft preiszugeben. Und wir sollten immer des Goetheworts eingedenk bleiben: "Dies ist der Weisheit letzter Schluß - Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, der täglich sie erobern muß".

10

-

�THE

W H I T E

H O U S E

Remarks of the President of the United States of America
JOHN F. KENNEDY

at the Free University Berlin, Germany

June 26, 1963

1

�Mr. Mayor, Mr. Chancellor, distinguished Ministers, Members
of the Faculty and Pellows of this University, Fellow Students,

I am honored to become an instant graduate of this distinguished
University. The fact of the matter is, of course, that any university, if it is a university, is free. So one might think the words
"Free University" are redundant but not in V/est Berlin. So I am
proud to be here.today and I am proud to have this association on
behalf of my fellow countrymen in this great center of learning.
Prince Bismarck once Said that one third of the students of German
universitiee broke down from overwork, another third broke down from
dissipation, and the other third ruled Germany. I do not know which
third of the Student body is here today, but I am confident that I
am talking to the future rulers of this country and also of other
free countries stretching around the world who have sent their
sons and daughters to this center of freedom in order to understand
what the world struggle is all about.
I know that when you leave this school, you will not imagine
that this institution was founded by Citizens of the world,
including my own country, and was developed by Citizens of West
Berlin, that you will not imagine that these men who teach you have
dedicated their lives to your knowledge in order to give this school's
graduates an economic advantage in the life struggle. This school
is not interested in turning out merely corporation lawyers or skilled
accountants. What it is interested in, and this must be true of every
university, it must be interested in turning out Citizens of the world
- men who comprehend difficult, sensitive tasks that lie before us
as free men and women, and men who are willing to commit their energies
to the advancement of a free Society. That is why you are here and
that is why this school was founded, and all of us benefit from it.
It is a fact that in my own country in the American Revolution,
that revolution, and the society that developed thereafter, was
built by some of the most distinguished scholars in the history of
the United States who were at the same time among our foremost
politicians. They did not believe that College was merely for the
study, they thought is was for the market place as well. And Madison
and Jefferson and Franklin and all the others who built the United
States, who built our Constitution, who built it on a sound framework,
I believe set an example for us all. And what is true of my country has
been true of your country and the countries of Western Europe.
As an American said a hundred years ago, was John Milton to
conjugate Greek verbs in his library when the freedom of Englishmen
was imperilled? The duty of the scholar, of the educated man, of
the man or woman whom society has developed talents in, the duty of
that man or woman is to help build the society which has made their
own advancement possible . You understand it. And I understand it,
and I am proud to be with you.
Goethe,

_

2

�Goethe, whose home city I visited yesterday, believed that
education and culture were the answer to international strife.
With sufficient learning, he v/rote, "a Scholar forgets national
hatreds, Stands above nations, and feels the well-being or troubles
of a neighboring people as if they happened to his own."
That is the kind of scholar that this University is training.
In the turbulent years, since this Institution was founded, dedicated
to the motte- "Truth, Justice, and Liberty, much has changed. The
University enrollment has increased seven-fold, and related Colleges
have been founded. West Berlin has been blockaded, threatened,
harassed - but it continues to grow in industry, and culture, and size
and in the hearts of free men. Germany has changed. Western Europe and
indeed the entire world have changed. But this University has maintaine
its fidelity to these three ideals - truth, justice and liberty.
I choose, therefore, to discuss the future of this city briefly
in the context of these three obligations. Speaking a äiort time ago
in the center of the city I reaffirmed my country's commitments to
West Berlin1s freedom and restated our donfidence in its people
and their courage. The shield of the military commitment with which
we in association with two other great powers guard the freedom of
West Berlin will not be lowered or put aside so long as its presence is
needed. But behind that shield, it is not enough to mark time - to
adhere to a status quo while awaiting a change for the better. In a
Situation fraught with challenge, and the last four years in the
world have seen the most extraordinary challenge, the significance of
which we cannot even grasp today, and only when history and time have
passed can we realize the significant events that happened at the
end of the fifties and the beginning of the sixties - in a Situation
fraught with change and challenge in an era of this kind every resident
of West Berlin has a duty to consider where he is, where his city is
going, and how best it can get there. The scholar, the teacher, the
intellectual have a higher duty than any of the others. For society
has trained you to think as well as do. This Community has committed
itself to that objeetive, and you have a special Obligation to think
and to help forge the future of this city in terms of truth and
justice and liberty.
First, what does truth require? It requires us to face the
facts as they are, not to involve ourselves in self-deception, to
refuse to think merely in slogans. If we are to work for the future
of this city, let us deal with the realities as they actually are,
not as they might have been and not as we wish they were.
Reunification, I believe, will some day be a reality. The
lessons of history support that belief, especially the history in
the world of the last 18 years. The strongest force in the world
today has been the strength of the State, of the idea of hationalism
of a people, and in Africa, and Latin America and Asia - all around the
globe - new countries have sprung into existence determined to
maintain their freedom. This has been one of the strongest forces on
the side of freedom, and it is a source of satisfaction to me that so
many countries of Western Europe recognized this and chose to move

-

3 -

�move with this great tide. And therefore ,that tide has served us,
and not our adversaries. But we all know that a police state regime has
been imposed on the Eastern sector of this city and country. The
peaceful reunification of Berlin and Germany will, therefore, not
be either quick or easy. We must first bring others to see their own
true interest better than they do today.
What will count in the long run are the realities of Western
strength, the realities of Western commitment, the realities of
Germany as a nation and a people, without regard to artificial
boundaries of barbed wire. Those are the realities upon which we
rely - and on which history will move, and others, too, would do
well to recognize them.
And secondly. what does justice require? In the end, it requires
liberty, and I will come to that. But in the meantime, justice
requires us to do what we can do, in this transition period, to
improve the lot and maintain the hopes of those on the other side.
It is important that the people on the quiet streets in the East
be kept in touch with Western society - through all the contacts
and communication that can be established - through all the trade
that Western security permits.
Above all, whether they see much or little of the West, what
they see must be so bright as to contradict the daily drum-beat of
distortion from the East. You have no higher opportunity, therefore,
than to stay here in West Berlin - to contribute your talents and
skills to its life - to show your neighbors democracy at work, a growing
and productive city offering freedom and a better life for all.
You are helping now by your studies and by your devotion to
freedom, and you.therefore,earn the admiration of your fellow students
from wherever they come.
Today I have had a chance to see all this myself. I have seen
housing and factories and office buildings; commerce and a vigorous
academic and scientific life here in this Community. I've seen the
people of this city. And I think that all of us who have come here
know that the morale of this city is high, the Standard of living is
high, faith in the future is high, and that this is not merely an
isolated outpost cut off from the world, cut off from the West.
Students come here from many countries. And I hope more will come,
especially from Africa and Asia. Those of you who may return from
study here to other parts of Western Europe will still be helping to
forge a society which most of those across the wall yearn to join.
The Federal Republic of Germany - as all of us know from our viäits
better than ever - has created a free and dynamic economy from the
disaster of defeat, and a bulwark of freedom from the ruins of
t'yranny.
V/est Berlin and V/est Germany have dedicated and demonstrated
their commitment to the liberty of the human mind, the welfare of
the Community, and peace among nations. They offer social and economic security and progress for their Citizens. And all this has

- 4 -

�has been accomplished - and this is the important point - not
only because of their economic plant and capacity, but because
of their commitment to democracy. Because even economic wellbeing and democracy must go hand-in-hand.
And finally. what does liberty require? The answer is clear:
a united Berlin, in a united Germany, united by self-determination and living in peace. This right of free choice is no special privilege
claimed for Germans alone; it is an elemental requirement of human
justice. So this is a goal we shall never abandon. And it is a
goal which may well be obtainable most readily in the context of
a reconstitution of the larger Europe on both sides of the harsh
line which now divides it.
This idea is not new in the postwar West. Secretary Marshall,
soon after he delivered his famous speech at Harvard University
urging aid to the reconstruction of Europe, was asked what area his
proposal might cover; and he replied that he was "taking the commonly
accepted geography of Europe - west of Asia."
His offer of help and friendship was rejected -^ut it is not too
early to think once again in terms of all of Europe. For the winds
of change are blowing across the curtain as well as in the rest
of the world. The cause of human rights and dignity, some two
centuries after its birth in Europe and the United States, is still
moving men and nations with ever-increasing momentum. The Negro
Citizens of my own country have strengthened their demand for
equality and opportunity - and the American people and government
are determined to respond. The pace of decolonization has quickened
in Africa. The peoples of the developing nations have intensified
their pursuit of social and economic justice.
The people of Eastern Europe, even after 18 years of oppression,
are not immune to change. The truth doesn't die. The desire for
liberty can never be fully suppressed. The people of the Soviet Union,
even after 45 years of party dictatorship, feel the forces of historical
evolution. The harsh precepts of Stalinism are officially recognized
as bankrupt. Economic and political Variation and dissent are appearing,
for example, in Poland, in Rumania, and the Soviet Union itself. The
growing emphasis on scientific and industrial achievement has been
accompanied by increased education and by intellectual ferment. Indeed,
the very nature of the modern technological Society requires human initiative and the diversity of free minds. So history itself runs against
the Marxist dogma, not toward it. Nor are such rsystems equipped to deal
with the Organization of modern agriculture and the diverse energies
of the modern consumer in a developed society.
In short, these dogmatic police states are an anachronism. Like
the division of Germany, and of Europe, it is against the tide of
history. The new Europe of the V/est - dynamic, diverse and democratic must exert an ever-increasing attraction to the peoples to the East.
And when the possibilities of reconciliation appear, we in the West
will make it clear that we are not hostile to any people or system,
provided they choose their own destiny without interfering with the
free choice of others. There will be wounds to heal and suspicions to
be eased on both sides. The difference in living Standards will have

-

5 -

�have to be reduced - by leveling up, not down. Fair and effective
agreements to end the arms race must be reached. These changes will
not come today or tomorrow, but our efforts must continue undiminished.
As I said this morning, I am not impressed by the opportunity
open to opular fronts throughout the world. I do not believe that
any Democrat can successfully ride that tiger. But I do believe of
the necessity of great powers working together to preserve the
human race, or otherwise we can be destroyed.
This process can only be helped by the growing unity of the
West, and we must all work towards that unity. For in unity there is
strength, and that is why I travel to this continent. And any
division or weakness only makes our task more difficult. Nor can
the West ever negotiate a peaceful reunification of Germany from
a divided and uncertain and competitive base.
In short, only if they see over a period of time that we are
strong and united, that we are vigilant and determined, are others
likely to abandon their course of armed aggression or Subversion.
Only then would genuine, mutually acceptable proposals to reduce
hostility have a chance to succeed.
This is not an easy course. There is no easy course to the
reunification of Germany and the reconstitution of Europe . But life
is never easy. There is work to be done and obligations are to be met obligations to truth, to justice and to liberty.

-

6 -

�THE

WH I T E

Remarks of t h e P r e s i d e n t

of

H 0 U S E

he United States of America

JOHN F . KENNEDY
at

t h e C i t y H a l l , W st Berlin, Germany

June 26, 1963

�I am proud to come to this city as the guest of your
distinguished Mayor who has symbolized throughout the world
the fighting spirit of West Berlin.
And I am proud to visit the Federal Republic with your
distinguished Chancellor who for so many years has committed
Germany to deraocra-cy ana freedom and progress, and to come here
in the Company of my fellow American»General Clay, who has been
in this city during its great moments of crisis and will come
again if ever needed.
Two thousand years ago the proudest boast was: "civis
Somanus sum." Today, in the world of freedom, the proudest boast
is: "Ich bin ein Berliner."
There are many people in the world who really don't understand - or say they don't - what is the great issue between the
Free World and the Communist "world. Let them come to Berlin.
There are some who say that Communism is the wave of the
future. Let them come to Berlin.
V

And there are some who say - in Europe and elsewhere -:
We can work with the Gommunists. Let them come to Berlin.
And there are even a few who say that it's true that Communism
is an evil System, but it permits us to inake economic progress.
Laßt sie nach Berlin kommen.'"
Freedom has many diff iculti es, and democracy is not perfect.
But we have never had to put a wall up to keep our people in to keep them from leaving us.
I want to say on behalf of my countrymen who live many
miles away on the other side of the Atlantic - who are far distant
from you - that they take the greatest pride that they have been
able to share with you, even from a distance, the story of the last
18 years. I know of no town, no city that has been besieged for 18
years that still lives with the vitality and the force and the
hope and the determination of the City of West Berlin.
While the wall is the most obvious and vivid demonstration
of the failures of the Communist System for all the world to see,
we take no satisfaction in it. For it is, as your Mayor said, an.
offense not only against history, but an offense against humanity separating families, dividing husbands and wives and brothers and
sisters, and dividing up people who wish to be joined together.
What is true of this city is true of Germany. Real lasting
peace in Europe can never be assured as long as one German out
of four is denied the elementary right of free men, and that is to
make a free choice. In 18 years of peace and good faith, this
generation of Germans has earned the right to be free, including
the right to unite their families and their nation in lasting
peace with good will to all people.
You
-

2

-

�You live in a defended island of freedom. But your life is
part of the mein. So let me ask you as I close to lift your eyes
beyond the dangers of today to the hope of tomorrow - beyond the
freedom merely of this ßity of Berlin, or your country of Germany to the advance of freedom everywhere, beyond the wall, to the
day of peace with justice; beyond yourselves, and ourselves, to all
mankind. Freedom is indivisible, and when one man is enslaved, all
are not free. When all are free, then we can look forward to that
day when this city will be joined as one - and this country and
this great continent of Europe - in a peaceful and hopeful globe.
When that day finally comes - as it will - the people of West
Berlin can take sober satisfaction in the fact that they were in th
front lines for almost two decades.
All free men, wherever they may be, are Citizens of Berlin.
Therefore, as a free man, I take pride in the words: "Ich bin ein
Berliner."

* * * * *

�A M E R I K A

D I E N S T

-Vi./26.7.1963
SONDERBOTSCHAFT PRÄSIDENT KENNEDYS
ÜBER US-ZAHLUNGSBILANZ

Washington - (AD) - Nachstehend übermitteln
wir Ihnen den Wortlaut der Sonderbotschaft,
die President Kennedy am 18. Juli 19&amp;5 a n
den US-Kongreß gerichtet hat.

"An den Kongreß der Vereinigten Staaten:
Kurze Zeit nach meiner Amtseinführung habe ich dem Kongreß
über die Probleme berichtet, die das wachsende und von einem starken Goldabfluß begleitete Zahlungsbilanzdefizit seit Ende der fünfziger Jahre für die USA in drei aufeinanderfolgenden Jahren aufgeworfen hatte. Und ich gab damals ein Programm bekannt, durch das
sowohl das Vertrauen in den US-Dollar wie auch schließlich der Ausgleich unserer internationalen Konten wiederhergestellt werden
sollte. Die Aufgabe, vor die wir uns so zwangsweise gestellt sahen,
wurde damals noch durch die Notwendigkeit vergrößert, der zunehmenden Arbeitslosigkeit nicht nur Einhalt zu gebieten, sondern sie
mehr und mehr abzubauen und unsere stagnierende Wirtschaft wiederzubeleben. Wir lehnten damals die Wahl zwischen zwei gleichermaßen
unannehmbaren Alternativen ab - nämlich die Beschäftigungslage im
Inland um den Preis einer Schwächung des Dollars im Ausland zu verbessern oder den Dollar um den Preis einer Schwächung der Wirtschaft
und der Nation zu stärken - und suchten nach einem neuen Weg, um
gleichzeitig unser Wirtschaftswachstum im Inland zu beschleunigen,
die Arbeitslosigkeit zu reduzieren und den Dollar durch die Beseitigung des Defizits in unserer internationalen Zahlungsbilanz zu
stärken. Es erscheint jetzt - fast zweieinhalb Jahre später angebracht, auf die Probleme zurückzublicken, denen wir uns damals
gegenübersahen, den inzwischen erzielten Fortschritt zu überprüfen
und den neuen Kurs abzustecken.
Da gibt es vieles, aus dem wir Mut schöpfen können. Unsere
Wirtschaft hat ihr Wachstum wieder aufgenommen, und die Arbeitslosigkeit konnte gesenkt werden. Der Dollar ist weiterhin stark und
wird durch nahezu 40 Prozent der Golddeckungsbestände der freien

-

1

-

�»

"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT DND ARBEIT
freien Welt sowie ein neu aufgebautes Netz bilateraler und multilateraler Finanzvereinbarungen abgesichert. Unser Goldabfluß wurde
um die Hälfte vermindert. Es gibt Anzeichen für eine langfristige
Verbesserung unserer internationalen Wettbewerbsposition, da unsere
Preise und Kosten konstant bleiben, während sie bei den anderen
steigen. Das Defizit in unserer Zahlungsbilanz ist gesenkt worden von 3»9 Milliarden Dollar im Jahre 196O auf 2,4 Milliarden Dollar
im Jahre 1961 und 2,2 Milliarden Dollar im Jahre 1962.
Darüber hinaus ist die grundlegende Stärke unserer Wirtschaft
gewaltig, real und von Bestand. Unser Zahlungsbilanzdefizit wurde,
was unseren Goldabfluß sowie die Zunahme unserer kurzfristigen
liquiden Verbindlichkeiten gegenüber Ausländern betrifft, ständig
durch die Zunahme unserer langfristigen, hohe Erträge abwerfenden
Auslandsguthaben ausgeglichen oder sogar mehr als ausgeglichen Guthaben, die in der Vergangenheit eine wachsende Quelle der Stärke
für unsere Zahlungsbilanz waren und die es auch weiterhin sein werden. Heute besitzen Amerikaner über 60 Milliarden Dollar in privaten
Auslandsinvestitionen, und die an die amerikanische Regierung zurückzuzahlenden Dollaranleihen belaufen sich auf insgesamt mehr als
11 Milliarden Dollar. Ende 1962 überstiegen alle diese Guthaben zusammen unsere Verbindlichkeiten gegenüber Ausländern um schätzungsweise 27 Milliarden Dollar. Und die Guthaben zeigten im Laufe der
Jahre eine wachsende Tendenz: Unsere Gesamteinnahmen aus diesen Guthaben betrugen 1959 rund 3 Milliarden Dollar; 1962 stiegen die Einnahmen auf 4,3 Milliarden Dollar, und für die kommenden Jahre rechnen
wir abermals mit einem weiteren erheblichen Zuwachs.
Dies alles sind Zeichen des Fortschritts. Doch noch immer ist
die Arbeitslosigkeit zu hoch, die Wachstumsrate zu niedrig, und es
muß - wiewohl auf lange Sicht günstig wirkende Kräfte am Werk sind heute noch mehr geschehen, um das fortwährende Zahlungsbilanzdefizit
zu beseitigen.
Ein wesentlicher Teil unseres Fortschrittes war bisher auf besondere Abmachungen mit anderen befreundeten Ländern zurückzuführen über vorzeitige Schuldentilgungsleistungen, Vorauszahlungen für militärische Lieferungen und über Geldaufnahmen im Ausland durch die USA.
Wenngleich sich ähnliche Abmachungen auch 1963 wieder als geeignet
erweisen könnten, um einen wesentlichen Teil des Brutto-Defizits
abzudecken, so darf man sich doch nicht auf unbegrenzte Zeit auf derartige spezielle Transaktionen verlassen. Während darüber hinaus bei
unserer Handelsbilanz und bei den Auslandsausgaben der Regierung bescheidene Verbesserungen festzustellen waren, hat der Kapitalabfluß,
sowohl an kurzfristigen wie an langfristigen Mitteln, weiter zugenommen .
Obwohl weitere Anstrengungen dringend notwendig sind, möchte
ich ganz eindeutig klarstellen, daß die USA auch bei der Lösung ihrer
internationalen Zahlurigsprobleme weiterhin an ihrer historischen Politik des Eintretens für freieren Handel und Kapitalverkehr festhalten
und auch weiterhin zu ihren Verpflichtungen stehen werden, einen fairen

-

2

�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
fairen Anteil an der Verteidigung und der Entwicklung der freien
Welt zu tragen. Gleichzeitig werden wir die Politik fortsetzen,
durch die die Arbeitslosigkeit gesenkt und das Wirtschaftswachstum
hier im Inland beschleunigt werden soll - denn der Wohlstand aller
freien Völker ist unlösbar verflochten mit dem Fortschritt, der
von unserem eigenen Volke erzielt wird. Und ich möchte genauso eindeutig klarstellen, daß die USA weiterhin den Goldwert des Dollars
erhalten werden, der zu einem Satz von 35 Dollar pro Unze frei in
Gold konvertierbar ist und nach wie vor den Grundstein des Handelsund Zahlungssystems der freien Welt bildet.
Die Erhaltung des Vertrauens im Inland und die Fortführung der
Zusammenarbeit mit dem Ausland erfordern jedoch weitere administrative
und legislative Schritte, die den Kern unseres anhaltenden Zahlungsbilanzdefizits berühren - Schritte zur Steigerung unserer langfristigen Bemühungen um eine Verbesserung der Leistung unserer Wirtschaft
über Jahre hinweg, um den Ausgleich gegenüber dem Ausland zu erreichen
und die Expansion im Inland sicherzustellen - Schritte zur Intensivierung unserer kurzfristigen Bemühungen um einen Abbau des Zahlungsbilanzdefizits, während
die langfristigen Kräfte am Werke sind sowie Schritte zur Erweiterung der Zahl der Abmachungen, durch die
unser Defizit bis zur Wiederherstellung eines Ausgleichs auf eine
Weise finanziert werden soll, daß ein kontinuierliches, reibungsloses
Funktionieren der internationalen Währungs- und Handelssysteme gewährleistet ist.
Bevor wir uns nun den auf diesen beiden letzteren Gebieten erforderlichen Maßnahmen zuwenden, möchte ich erneut die Notwendigkeit
einer Verbesserung des Gesamtwirtschaftsbildes der USA auf lange Sicht
unterstreichen - dies schließt erhöhte Investitionen und verstärkte
Maßnahmen zur Modernisierung mit dem Ziel der Steigerung der Produktivität und der Gewinne, die Aufrechterhaltung der Stabilität der
Kosten und Preise sowie die Vollbeschäftigung und eine schnellere Expansion ein. Sie sind der Schlüssel zur Verbesserung unserer internationalen Wettbewerbsfähigkeit, zur Steigerung unseres Handelsüberschusses sowie zur Verringerung unseres Kapitalabflusses.
Aus diesem Grund ist eine baldige Verabschiedung des bereits
früher vorgelegten umfassenden Programms für eine Steuersenkung und
Revision des Steuersystems der wichtigste Schritt, der zur Erzielung
des Ausgleichs gegenüber dem Ausland wie auch der Expansion im Inland
getan werden kann. Die größeren Investitionsanreize und die vermehrte
Kaufkraft, die die Senkung der Einkommen- und Körperschaftssteuer
mit sich bringen wird,dürfte - zusammen mit den im vergangenen Jahr
gewährten Vergünstigungen für Investitionen und den erweiterten Abschreibungsmöglichkeiten - den Arbeitsmarkt, die Produktion, die Umsätze und die Investitionstätigkeit beleben, vor allem wenn ständig
ausreichende Kredite zu vernünftigen langfristigen Zinssätzen verfügbar sind. Eine blühende Wirtschaft mit hohen Investitionen führt
zu den schnellen Fortschritten in bezug auf Produktivität und Leistung, die zur Verbesserung unserer Wettbewerbsposition gegenüber
dem Ausland so dringend erforderlich sind. /
~

-

3 -

�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
Um neue Auslandsmärkte erschließen und die im eigenen Lande
erzielten Wachstums- und Leistungssteigerungen erhalten zu können,
müssen wir die in den letzten &lt;Tahren erreichte Kosten-Preis-Stabilität aufrechterhalten und Lohn- und Gewinnerhöhungen auf einen angemessenen Anteil an unserer steigenden Produktivität beschränken. Aus
diesem Grunde ermahnen wir die Arbeitgeber und Arbeitnehmer seit
zwei Jahren, sich bei der Lösung von Streitfragen im Rahmen von
Kollektivverhandlungen von dem Gesichtspunkt einer vernünftigen
Lohn-Preis-Relation leiten zu lassen. Der Erfolg unserer Bemühungen,
unser Preisniveau gegenüber dem unserer wichtigsten Konkurrenten
niedrig zu halten, stellt einen gewichtigen Faktor dar, der auf einen
langfristigen Ausgleich unserer Zahlungsbilanz hinwirkt. Diese Tatsache sollte man über den augenblicklichen kurzfristigen Entwicklungen
nicht übersehen.
Bis sich diese langfristigen Kräfte voll auszuwirken beginnen,
müssen wir eine Reihe von Sofortmaßnahmen in besonderen Bereichen
treffen, um das Defizit in unseren internationalen Transaktionen zu
verringern und unsere Goldreserven zu erhalten.
1. Ausweitung der Ausfuhr
Unsere kommerziellen Exporte an Waren und Dienstleistungen nach
anderen Ländern überstiegen 1962 unsere Importe um 4,3 Milliarden
Dollar, und sie bewegen sich in diesem Jahr bisher auf etwa gleicher
Höhe. Darin liegt unsere größte Stärke, doch können wir es nicht dabei
bewenden lassen. Unsere Warenexporte haben sich in den letzten drei
Jahren nur mäßig erhöht und mit der raschen Zunahme der Importe,
die mit der Expansion der heimischen Wirtschaft einherging, nicht
Schritt gehalten. Die Folge war, daß der Überschuß im kommerziellen
Handel 1962 zurückging, statt in zunehmendem Maße zu einer Stütze für
unsere übrigen Transaktionen zu werden.
t

Das wichtigste langfristige Korrektiv für diese Situation ist ,
die Durchführung des Gesetzes über die Ausweitung des Handels von
1962. Der Sonderbeauftragte für Handelsverhandlungen schickt sich an,
die mir in diesem Gesetz übertragenen Vollmachten im höchstmöglichen
Maße auszuschöpfen, indem er auf lineare Zollsenkungen und die Beseitigung anderer Handelshindernisse hinarbeitet. Damit dürften sich
den amerikanischen Ausfuhren neue Märkte eröffnen, während die bestehenden Märkte eine Ausweitung erfahren.
Wie bereits erwähnt, soll unser langfristiges Programm für die
heimische Wirtschaft - darunter die Steigerung der Investitionstätigkeit, die Erhöhung der Produktivität und die Aufrechterhaltung der Lohn
Preis-Stabilität - die Wettbewerbsposition unserer Produkte im Inund Ausland verbessern. Die Fortdauer der Preisstabilität im Inland
wird, bei Anhalten des Preisauftriebs im Ausland, ein immer günstigeres Klima für den amerikanischen Export schaffen; meine Regierung
konzentriert sich auf sechs Sofortmaßnahmen, um die amerikanische
Wirtschaft in die Lage zu versetzen, unser Exportpotential. zu nutzen.
Erstens :

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�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
Erstens: Die Export-Import-Bank hat ein völlig neues ExportFinanzierungsprogramm eingeleitet, das der amerikanischen Wirtschaft
nunmehr Kreditmöglichkeiten einräumt, die denen in anderen Ländern
gleichen. Das wichtigste Element dieses neuen Programms ist die
Rückversicherung kurz- und mittelfristiger Ausfuhrkredite durch die
Foreign Credit Insurance Association, an der über 70 private Versicherungsgesellschaften gemeinsam mit der Export-Import-Bank beteiligt sind. Ich ersuche den Kongreß dringend, umgehend die volle
Leistungsfähigkeit dieses Instituts durch Erneuerung seiner Lizenz
und Bereitstellung ausreichender Mittel wiederherzustellen.
Zweitens: Das Außen- und das Handelsministerium haben ihre
Bemühungen im Ausland zur Sondierung neuer Märkte und zur Förderung
des Verkaufs und des Absatzes amerikanischer Produkte verstärkt
und ausgeweitet.
Drittens: Das Handelsministerium hat ein umfassendes Programm
zur Anleitung und Unterstützung derzeitiger und potentieller amerikanischer Exporteure ausgearbeitet. Für die Unterstützung der Bemühungen des Handelsministeriums zur Belebung unseres Exports habe
ich einen relativ geringen Betrag an zusätzlichen Mitteln angefordert.
Diese Mittel, die sich auf 6 Millionen Dollar belaufen, sind vom Repräsentantenhaus nicht bewilligt worden. Wenn wir aber unseren Außenhandelsüberschuß vergrößern wollen, ist es notwendig, diese Mittel
in das endgültige Bewilligungsgesetz wieder einzubauen. Diese bescheidene Summe wird sich vielfach auszahlen, in Form höherer Exporte,
eines geringeren Zahlungsbilanzdefizits und eines verstärkten Schutzes
unserer Goldreserven.
Viertens: Das Landwirtschaftsministerium hat im März ein neues
Auktionsprogramm für den direkten Verkauf von Baumwolle im Ausland
bekanntgegeben. Es ist zu erwarten, daß diese neue Absatztechnik
eine dem Wettbewerb angepaßte Preisgestaltung für unsere Baumwolle
auf den Exportmärkten gewährleisten und unseren Export um rund 100
Millionen Dollar gegenüber dem Vorjahr steigern wird.
Fünftens: Die derzeitigen Seefrachtraten benachteiligen unseren
Export gegenüber dem Import. Die Atlantik-Frachtraten für Güterverschiffungen in östlicher Richtung sind weitaus höher als die für
vergleichbare Frachten in umgekehrter Richtung. Eine ähnliche Situation herrscht auf anderen Frachtrouten. Wenn auch diese beträchtlichen Unterschiede in der unmittelbaren Nachkriegsperiode der
Dollar-Knappheit vertretbar waren, zu einer Zeit also, als Europa
darum kämpfte, wieder auf die Beine
zu kommen, so ist ihr
Ausmaß heute jedoch völlig ungerechtfertigt. Aus diesem Grunde habe
ich den Handelsminister angewiesen, durch die Seeschiffahrtsverwaltung eine Korrektur vornehmen zu lassen; und ich fordere das Bundesamt für die Seeschiffahrt auf, in seiner Eigenschaft als unabhängige
Aufsichtsbehörde die Frage der spezifischen Export-Frachtraten zu
untersuchen, die ungebührlich hoch erscheinen. Sollten gesetzliche
Maßnahmen sich als notwendig erweisen, so wird um solche ersucht
werden.
Sechstens:

�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
Sechstens: Um unseren Bestrebungen zur Ausweitung des Exports
weiteren Nachdruck zu verleihen, werde ich zum 17. und 18. September
eine ''White House'-Konferenz über die Ausweitung der Exporte mit dem
Ziel einberufen, amerikanische Firmen, ob sie gegenwärtig im ExportGeschäft tätig sind oder nicht, auf die Möglichkeiten und Vorteile
der Aufnahme oder Ausweitung von Export-Bemühungen hinzuweisen. Wir
werden diese Gelegenheit benutzen, die amerikanischen Geschäftsleute
mit Nachdruck darauf hinzuweisen, daß verstärkte Anstrengungen zur
Erhöhung ihrer Exporte sowohl in ihrem eigenen als auch im Interesse
unseres Landes liegen.
2. Tourismus
Ein anderes Element in unseren kommerziellen Transaktionen, dem
wir unsere Aufmerksamkeit zuwenden müssen, ist die sich immer mehr zu
unseren Ungunsten entwickelnde Netto-Bilanz im Touristenverkehr. Mit
wachsendem Wohlstand, der Reisen amerikanischer Touristen ins Ausland
begünstigt
, haben sich die Ausgaben der Touristen in anderen Ländern im vergangenen Jahr um weitere 10 Prozent auf fast 2 1/2 Milliarden Dollar erhöht. Dieser Anstieg wurde zum Teil durch die höheren
Ausgaben ausländischer Touristen in den Vereinigten Staaten wieder ausgeglichen. Aber das Ergebnis war letztlich ein Abfluß von 1,4 Milliarden Dollar, was etwa zwei Dritteln des Gesamt-Zahlungsbilanzdefizits
des vergangenen Jahres entspricht. Dieses Jahr dürften die Ausgaben
noch weit größer sein. Aus diesem Grunde mußten wir die Zoll-Freigrenze für zurückkehrende Touristen auf 100 Dollar pro Person herabsetzen. Im vergangenen Jahr wurden durch diese Maßnahme Einsparungen
von über 100 Millionen Dollar erzielt, und ich bin froh, daß der
Kongreß diese Einschränkung um weitere zwei Jahre verlängert hat. Wir
haben ferner durch die Errichtung des US-Reisedienstes versucht, unsere Einnahmen über Besuchsreisen nach den USA zu erhöhen. Zur Unterstützung dieser Bemühungen empfehle ich nachdrücklich, daß der Kon' greß die für den US-Reisedienst angeforderten Bewilligungen voll
billigt.
Darüber hinaus ersuche ich im Einvernehmen mit den zuständigen
Regierungsbehörden die amerikanische Reise- und Fremdenverkehrswirtschaft, eine gemeinsame Kampagne mit dem Ziel in Angriff zu nehmen,
die Amerikaner anzuspornen, ihr eigenes Land und seine ruhmreiche
Tradition besser kennenzulernen. Bis zum Frühjahr 1964 soll das Programm "seht e uch Amerika heute an" auf vollen Touren laufen, auf daß
unsere gewaltigen Hilfsquellen im.höchstmöglichen Ausmaß genutzt
und Reisen im eigenen Lande zu einer reizvolleren Alternative zu
Auslandsreisen werden.
3. Auslandsausgaben der Regierung
Die Ausgaben der Bundesregierung im Ausland erfolgen weitgehend
für Verteidigung und Hilfe. Sie sind Ausdruck der Verpflichtungen,
die sich für uns aus unserer führenden Position in der Welt und unserer unbestrittenen wirtschaftlichen Stärke ergeben. Nach der
Wiedererholung der übrigen Industriestaaten, vor allem unserer

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�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
unserer Verbündeten in Westeuropa, haben wir uns nachdrücklich und
mit zunehmendem Erfolg bemüht, zusammen mit ihnen eine bessere Verteilung
unserer gemeinsamen Verantwortung sicherzustellen. Diese
Bemühungen haben es uns zusammen mit einer rigorosen Überprüfung
unserer Auslandskäufe ermöglicht, unsere Auslandsausgaben trotz
steigender weltweiter Anforderungen und Kosten zu senken, und gleichzeitig die Sicherheit der freien Welt zu vergrößern und die Hilfe
für die Entwicklungsländer unvermindert fortzusetzen.
Die laufende Modernisierung unserer bewaffneten Streitkräfte
und die Verbesserung ihrer Schlagkraft, die eine Erhöhung unserer
Verteidigungsbereitschaft zur Folge hatten, verringern die Notwendigkeit,von Dollarausgaben im Ausland. Weitere Einsparungen dürften
sich gleichzeitig dadurch ermöglichen lassen, daß wir unsere Hilfe
mehr als bisher an~ Beschaffungskäufe in den USA knüpfen und die
zivilen Ausgaben scharf einschränken. Bis zum Januar 1965 dürfte dies
zu einer Kürzung der Staatsausgaben im Ausland gegenüber 1962 um rund
1 Milliarde Dollar führen.
a) Militärausgaben.
Das Verteidigungsministerium hat seit dem Amtsantritt meiner
Regierung nachdrückliche Anstrengungen unternommen, die Auslandsausgaben ohne Minderung der Militärischen Einsatzbereitschaft zu
verringern.
Trotz der Berlin-Maßnahmen des Jahres 1961 und der steigenden
Kosten im Ausland konnten die Gesamtauslandsausgaben des Verteidigungsministeriums auf diese Weise noch unter dem Stand von 196O gehalten
werden. Auf Grund des Wunsches unserer Verbündeten, die zur Stärkung
der Verteidigung der freien Welt benötigten modernen militärischen
Ausrüstungen von uns zu erwerben, und zwar zu geringeren Kosten als
wenn sie die Ausrüstungen selbst herstellen würden, ergab sich ein
beträchtliches Gegengewicht zu diesen Ausgaben, so daß unsere NettoVerteidigungsausgaben im Ausland von 2,7 Milliarden Dollar im Jahre
1960 auf 1,9 Milliarden Dollar im Jahre 1962 zurückgegangen sind.
Im Rahmen dieser ständigen Bemühungen hat mich der Verteidigungsminister dahin gehend unterrichtet, daß die Jahresrate der Auslandsausgaben des Verteidigungsministeriums durch Maßnahmen, die noch vor
Ende des Kalenderjahres 1964 in Kraft treten sollen, gegenüber dem
Stand von 1962 um über 300 Millionen Dollar gesenkt werden wird.
Gleichzeitig wird das Verteidigungsministerium weiterhin Vereinbarungen
mitrunseren wichtigsten Verbündeten anstreben, um diese zu veranlassen,ihre militärischen Beschaffungskäufe in den USA zu erhöhen,
um so den Nettoabfluß weiter zu verringern. Der Verteidigungsminister
hat mir ferner versichert, daß diese Ausgabensenkung ohne jede
Schwächung unserer militärischen Position und ohne Beeinträchtigung
der Fähigkeit erreicht werden kann, unseren Verpflichtungen gegenüber
unseren Verbündeten in allen Teilen der Welt nachzukommen.
Neben

�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
Neben den direkten Ausgaben des Verteidigungsministeriums erhöhten sich unsere Verteidigungsausgaben im Ausland jahrelang
durch die Kosten der Programme für den Ankauf strategischer Rohstoffe in anderen Ländern. Die Kosten dieser Programme gehen nunmehr
stetig zurück, nachdem ihr Zweck erfüllt ist und sie nicht mehr
länger benötigt werden. Binnen zwei Jahren werden sie sich gegenüber
dem Stand von 1962 um 200 Millionen Dollar verringern lassen, so daß
sich eine Gesamteinsparung an Dollar-Ausgaben für die Verteidigung
von über 500 Millionen Dollar ergeben wird.
b) Amt für Internationale Entwicklung
Im Jahre i960 wurde nur etwa ein Drittel der Ausgaben im Rahmen
der Hilfsprogramme für den Ankauf amerikanischer Güter und Dienstleistungen verwendet. Im vergangenen Jahr ist dieser Anteil auf rund
50 Prozent gestiegen. Während des Haushaltjahres, das im vergangenen
Monat auslief, waren volle 80 Prozent der Zusagen des Amtes für Internationale Entwicklung an den Export amerikanischer Güter und
Dienstleistungen geknüpft. Der Rest entfiel praktisch auf Käufe in
den Entwicklungsländern und nicht in den Industriestaaten, welche die
Zahlungsbilanzüberschüsse aufweisen, die eine Ursache unseres Defizits
sind. Während des Haushaltjahres 1964» für das die Mittel gegenwärtig
im Kongreß geprüft werden, dürften die Zusagen des Amtes für Internationale Entwicklung, die an amerikanische Exporte geknüpft sind,
insgesamt die 80-Prozent-Grenze übersteigen. Ich habe den Administrator des Amtes angewiesen, diese Politik fortzusetzen und zu verstärken, so daß sich die Hilfsausgaben, die im Haushaltjähr 19^5 unsere
Zahlungsbilanz belasten, abermals um etwa 500 Millionen Dollar verringern werden - verglichen mit dem Finanzjahr 1961 von etwa 1 Milliarde Dollar auf höchstens 500 Millionen Dollar, was dem niedrigstmöglichen Stand entspricht.
c) Andere Ministerien und selbständige Bundesbehörden
Die Auslandsausgaben aller übrigen Regierungsbehörden sind ebenfalls einer besonderen Überprüfung und Kontrolle durch den Direktor
des Amtes für Haushaltsplanung unterzogen worden. Die Gesamtauslandsausgaben der Regierung - ausgenommen Verteidigung und Auslandshilfe,
Zahlungen des Schatzamtes für Auslandsschulden und Pensionszahlungen
des Bundes -, die unter diese Überprüfung fallen, betragen gegenwärtig
etwa 600 Millionen Dollar im Jahr. Der Direktor des Amtes für Haushaltsplanung hat mir versichert, daß die rigorose Überprüfung der Auslandsausgaben dieser anderen Ministerien und Bundesbehörden zu weiteren
beträchtlichen Einsparungen in der Zahlungsbilanz führen wird. Diese
Einsparungen würden zusammen mit denen, die auf Grund von Revisionen
der Programme im Rahmen des Gesetzes über die Ausweitung des Handels
und der Hilfe mit Agrarerzeugnissen (P.L. 480) zu erwarten sind, pro
Jahr einige hundert Millionen Dollar betragen. Dies schließt auch
mein Ersuchen an den Kongreß ein, ein Gesetz zu verabschieden, das
eine freiere Verwendung unserer gegenwärtigen Guthaben in den Währungen einer Anzahl anderer Länder ermöglicht.
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�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
4 • Abfluß kurzfristigen Kapitals
Durch geschickte Handhabung der Möglichkeiten, die Schuldenverwaltung und Währungspolitik bieten, haben das Schatzamt und das
Zentralbankensystem den Abfluß kurzfristigen Kapitals durch eine
Reihe behutsam vorgenommener Erhöhungen der Sätze für kurzfristiges
Geld beträchtlich eingeschränkt, während gleichzeitig ein ausreichendes Kreditvolumen erhalten und die Sätze für langfristige Gelder
sowie für Bankkredite niedrig gehalten werden konnten und vielfach
sogar noch weiter absanken. Die Erfahrungen während der sich seit
zweieinhalb Jahren vollziehenden Wiedeierholung berechtigen zu der
sicheren Erwartung, daß es uns durch entschlossene Bemühungen gelingen
wird, Gelder für langfristige Investitionen und Hypotheken reichlich
und billig verfügbar zu halten und gleichzeitig die Zinssätze für
kurzfristiges Geld zu erhöhen. Vom Februar 1961 bis zum 12. Juli 1963
zog der Satz für neu aufgelegte Breimonatspapiere des Schatzamtes
um 76 Basispunkte an, während der Anstieg bei langfristigen Bonds
des Schatzamtes auf nur 22 Basispunkte beschränkt werden konnte
und die Erträge bei erstklassigen Industrieanleihen und Hypotheken
praktisch zurückgingen.
Der erfaßte Abfluß kurzfristigen Geldes machte - zusammen mit
dem nichtregistrierten Netto-Abfluß ,der zweifellos größtenteils auf
kurzfristige Kapitalbewegungen zurückzuführen ist - 19^2 etwa 1,6
Milliarden Dollar aus und hat sich bisher auch in diesem Jahr in
beträchtlicher Höhe fortgesetzt. Eine starke Einschränkung dieses
Abflusses würde unsere Gesamtzahlungsbilanz bedeutend stärken. Aus
diesem Grunde haben mehrere Zentralbanken eine Erhöhung des Diskontsatzes von 3 auf 3 1/2 Prozent beschlossen. Gleichzeitig haben der
Zentralbankrat und die Bundesrückversicherungsanstalt der Depositenbanken die Höchstgrenze für Zinsen bei Zeiteinlagen, die zwischen 90 Tagen und einem Jahr fällig werden, angehoben, so daß unsere Banken nunmehr wirksamer den Wettbewerb mit den ausländischen Banken aufnehmen
und Mittel anziehen können, die anderenfalls aus dem Lande abgezogen
würden.
Wenn auch keiner von uns eine Anhebung der Zinssätze in einer
Zeit begrüßt, in der unsere Wirtschaft nicht mit voller Kapazitätsauenutzung arbeitet - in einer Zeit, in der liquide Sparguthaben
schnell zunehmen und keine gleichzeitige Beschränkung des Kreditvolumens und keine gleichlaufende Erhöhung der Zinssätze für Bankkredite, Hypotheken oder andere langfristige Schuldverschreibungen
erfolgt -»dürfte eine Anhebung der Sätze für kurzfristiges Geld
wenig oder überhaupt keine nachteilige Auswirkungen auf unsere
Wirtschaft haben. Die bisher einmalige Zunahme liquider Sparguthaben dürfte die Märkte für langfristigeres Kapital vor den Auswirkungen der höheren Sätze für kurzfristiges Geld weitgehend abschirmen. Mir ist sowohl von Vertretern des Schatzamtes wie des
Zentralbankensystems versichert worden, daß sie alles in ihren Kräften Stehende tun werden, sowohl bei der Schuldenverwaltung wie auch
durch Offenmarkt-Geschäfte, um bei Vermeiden einer Inflation zu
verhindern, daß die im Lande verfügbaren Kredite zurückgehen oder

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�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
oder bei den Zinssätzen für langfristiges Geld ein Druck nach oben
entsteht, solange die Wirtschaft nicht mit voller Ausnutzung ihrer
Kapazität arbeitet. Andere Bundesbehörden werden sich darum bemühen,
daß auch weiterhin genügend private Hypotheken zu stabilen Zinssätzen
verfügbar sind. Trotzdem fordert die Situation immer dringlicher, auf
fiskalischem Gebiet einen Anreiz zu geben, wie dies durch die prompte
Verabschiedung der von mir empfohlenen wesentlichen Steuersenkungen
geschehen könnte.
5 • Abfluß langfristigen Kapitals
Der Abfluß langfristigen Kapitals, soweit er aus Direkt-Investitionen in ausländischem Produktionseinrichtungen resultiert, scheint
in den letzten Jahren zurückgegangen zu sein, während die PortefeuilleInvestitionen in Form von langfristigen Anleihen oder WertpapierKäufen stark angestiegen sind. Während unser langfristiges Programm
den Anreiz für Investitionen im Inland erhöhen und den Abfluß auf
Grund von Direkt-Investitionen weiter verringern dürfte, sind beim
zunehmenden Abfluß langfristigen Kapitals für Portefeuille-Investitionen im Ausland bisher noch keinerlei Anzeichen eines Rückganges
erkennbar. Dieser Kapitalabfluß ist von 850 Millionen Dollar im Jahre
196O auf 1,2 Milliarden Dollar im Jahre 1962 gestiegen und liegt bisher
in diesem Jahr - auf Jahresbasis umgerechnet - weit über 1,5 Milliarden
Dollar.
Angesichts des Fortbestehens direkter Kontrollen und unzureichender Kapitalmarkteinrichtungen in zahlreichen anderen Ländern sowie der
großen Differenz bei langfristigen Zinssätzen zwischen den großen Industriestaaten und den USA scheint es nur drei mögliche Lösungen für
dieses Problem zu geben, von denen zwei unter den derzeitigen Bedingungen
nicht akzeptabel sind:
Eine wesentliche Erhöhung unseres gesamten Zinsgefüges für langfristige Anlagen würde für unsere Wirtschaft einen Rückschlag bedeuten,
die Arbeitslosigkeit erhöhen und unseren Import-Bedarf erheblich einschränken, wodurch wiederum die Volkswirtschaften der freien Nationen
Schaden erleiden würden.
Die Einführung direkter Kapitalkontrollen, wie sie in den meisten
Ländern angewandt werden, ist bei Verhältnissen, wie sie bei uns herrschen, nicht angebracht. Sie stünde im Gegensatz zu unserem grundlegenden Prinzip freier Märkte. Wir können diesen Weg nicht beschreiten.
Eine dritte Alternative, die ich empfehle, würde der Verkaufsflut
ausländischer Effekten auf unseren Märkten Einhalt gebieten und stünde
voll und ganz in Einklang sowohl mit einer Wirtschaftsexpansion wie auch
einem freien Kapitalverkehr. Ich ersuche den Kongreß um die Verabschiedung eines Zinsausgleichssteuergesetzes, das praktisch für Ausländer,
die Geld in diesem Land aufnehmen, die Zinskosten um ein Prozent erhöhen und so dazu beitragen würde, die Zinssätze für langfristige
Finanzierungen in den USA und im Ausland einander anzugleichen. Die
Höhe der Steuer würde von 2,75 Prozent bis auf 15 Prozent des Effektenwertes ; abgestuft werden, je nach Fälligkeit der Schuldverschreibung.

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�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
Schuldverschreibung, und sollte 15 Prozent im Falle von DividendenPapieren betragen. Diese Steuer sollte bis 1965 in Kraft bleiben,
da bis dahin eine Besserung sowohl bei unserer Zahlungsbilanz als
auch der Lage auf den ausländischen Kapitalmärkten ihre Aufhebung
gestatten dürfte.
Angesichts dieser Alternative wird die Verwendung von Spareinlagen für Investitionen in Wertpapieren weiterhin das Ergebnis
von Entscheidungen sein, die durch die Marktpreise bestimmt werden.
Es wird weder Begrenzungen hinsichtlich des Absatzes ausländischer
Titel noch eine staatliche Prüfung von Kreditnehmern geben. Wir vertrauen darauf, daß ausschließlich der Preis den Abfluß amerikanischer
Gelder durch Erwerb von Aktien, Schuldverschreibungen und langfristigen
Anleihen eindämmen wird, ganz gleich, ob es sich um neue oder alte
Emissionen handelt, ob sie öffentlich aufgelegt oder privat placiert
worden sind.
Auf Direktinvestitionen würde sich die Steuer nicht beziehen desgleichen nicht auf Wertpapiere oder Anleihen, die in weniger als
drei Jahren fällig werden, oder von Geschäftsbanken gewährte Anleihen.
Diese Ausnahmen werden sicherstellen, daß Exportkredite im vollem Umfang
verfügbar bleiben. Außerdem werden Wertpapiere unterentwickelter Länder oder von Firmen, die hauptsächlich in diesen Ländern tätig sind,
nicht dieser Steuer unterliegen.
Ebensowenig wird die Steuer bei Geschäften mit ausländischen
Wertpapieren»die sich bereits im Portefeuille von Amerikanern befinden,
oder beim Wertpapiererwerb durch Ausländer zur Anwendung kommen.
Emissionsfirmen oder Händler werden dann von der Steuer befreit sein,
wenn sie bei Neuemissionen Aktien oder Wertpapiere an Ausländer
verkaufen. Alle Amerikaner jedoch, die neue oder alte Wertpapiere
von ausländischen Emissionären oder Besitzern erwerben, würden der
Steuer unterliegen. Um ungerechte Belastungen von Transaktionen zu
vermeiden, die nahezu abgeschlossen sind, sollte die Steuer nicht auf
Offerten von Wertpapieren angewendet werden, für die ein ordnungsgemäßer Zulassungsantrag bei der Wertpapier- und Börsenkommission bereits
läuft. Ebenso sollten bereits, eingegangene Abnahmeverpflichtungen davonunberührt bleiben.
Der Finanzminister wird dem Kongreß die Einzelheiten dieses Vorschlages unterbreiten, und es wurde mir versichert, daß der Ausschuß
für Haushaltsfragen des Repräsentantenhauses bereit ist, diese Vorlage
mit größter Dringlichkeit zu beraten, sobald eine Entscheidung über
das gesamte Steuersenkungs- und -re*formprograram,das dem Haus jetzt
vorliegt, gefallen ist. Da die Wirksamkeit dieser Steuer von einer
schnellen und sofortigen Anwendung abhängt, ersuche ich den Kongreß,
diese Gesetzgebung mit dem Datum dieser Botschaft wirksam werden zu
lassen. Die Bundesfinanzverwaltung wird sofort eine Übergangsregelung
treffen, um die Erfüllung der in dieser Empfehlung vorgesehenen
Vorschriften bis zum Erlaß entsprechender gesetzlicher Bestimmungen
durch den Kongreß sicherzustellen.

6.

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�"AMERIKA DIENST" - Y/IRTSCHAFT UND ARBEIT
6. Investitionen ausländischer Geldanleger
Die Investitionen ausländischer Anleger in Wertpapiere, amerikanischer Privatunternehmen sind im Jahre 1962 sehr schnell auf weniger als 150 Millionen Dollar zurückgegangen. Das bessere Investitionsklima, das die Verabschiedung des dem Kongreß jetzt vorliegenden
Steuersenkungs- und -feformprogramms mit sich bringen wird, dürfte
zwar viel zur Verbesserung der Situation beitragen; daneben aber
brauchen wir ein direktes Aktionsprogramm zur Förderung des Auslandsabsatzes von Wertpapieren amerikanischer Privatunternehmen. Ein derartiges Programm sollte auch die Auslandsbeteiligung an der Finanzierung von neuen oder Ausbauvorhaben von im Ausland tätigen amerikanischen Privatfirmen steigern.
Um diesen beiden Seiten ein und desselben Problems gerecht zu
werden, sollte sich ein neues und positives Programm auf die folgenden
Tätigkeitsbereiche richten:
a) die Feststellung und kritische Durchleuchtung der juristischen, verwaltungstechnischen und institutionellen Restriktionen, die
auf den Kapitalmärkten anderer Industriestaaten der freien Welt fortbestehen und sowohl den Erwerb amerikanischer Wertpapiere unterbinden
als auch die amerikanischen Gesellschaften bei der Finanzierung ihrer
Auslandstätigkeit aus nicht-amerikanischen Quellen behindern.
b) eine Überprüfung amerikanischer staatlicher und privatwirtschaftlicher Maßnahmen, die den Erwerb von Wertpapieren amerikanischer
privater Unternehmen durch Ausländer beeinträchtigen; und
c) umfassende und
kanischen Geldwirtschaft,
ternehmen an ausländische
von ausländischem Kapital
verbessern.

tatkräftige Anstrengungen seitens der amerium Wertpapiere privater amerikanischer UnGeldgeber abzusetzen und die Verfügbarkeit
für im Ausland tätige US-Unternehmen zu

^
Ein solches Programm erfordert zwangsläufig eine Zusammenfassung
des technischen Wissens und der Anstrengungen seitens der Regierung
und der Geldwirtschaft. Ich habe das Finanzministerium ersucht, in
Fühlungnahme mit dem Außenministerium einen entsprechenden Organisationsplan aufzustellen und ein derartiges Programm auszuarbeiten.
Die größere Freizügigkeit des Kapitals und die vermehrte Beteiligung von Ausländern und ausländischen Geldinstituten am Eigentum
und an der Finanzierung amerikanischer Unternehmen, auf die diese
Anstrengungen gerichtet sind, werden dazu beitragen, die wirtschaftlichen und politischen Bindungen innerhalb der freien Welt und ihres
Währungssystems zu verstärken. Wertpapiere privater amerikanischer
Unternehmen könnten und sollten zu einem unserer besten Exportartikel werden. Verstärkte Investitionen ausländischer Geldgeber
in derartige 3 Wertpapiere werden einen ausgeglicheneren Kapitalverkehr in beiden Richtungen zwischen dem Kapitalmarkt der Vereinigten

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�"AMERIKA DIENST" - y/IRTSCHAFT UND ARBEIT
Vereinigten Staaten und den ausländischen Kapitalmärkten auslösen
und die Auswirkungen des Netto-Abflusses an langfristigem Kapital
aus den Vereinigten Staaten auf unsere Zahlungsbilanz abschwächen.
7. Besondere Transaktionen
Besondere Transaktionen der Regierung deckten 1,4 Milliarden
Dollar unseres Zahlungsbilanzdefizits von 1962 ab. Darunter fielen
vorzeitig geleistete Schuldentilgungsraten fremder Staaten, Vorauszahlungen auf Rüstungskäufe in den USA und die Ausgabe von Obligationen mittlerer Laufzeit an ausländische Institutionen, die in
staatlichem Auftrag Dollar-Guthaben unterhalten. Weitere vorzeitige
Schuldentilgungen sind auch für 1963 zu erwarten - so hat Frankreich eben jetzt die vorzeitige Rückzahlung von 160 Millionen Dollar
angekündigt -, doch es ist klar, daß es sich hier um einmalige Zuflüsse handelt, die sich kaum später wiederholen dürften. Es ist auch
nicht wahrscheinlich, daß die Vorauszahlungen auf Rüstungskäufe abermals so hoch sein werden, da sich die Lieferfristen verkürzen.
Insofern als unser anhaltendes Zahlungsbilanzdefizit dazu führt,
daß ausländische Zentralbanken Dollar-Guthaben ansammeln, die ihren
normalen Dollarbestand übersteigen bedeutete es eine gewisse Abhilfe,
als eine Anzahl ausländischer Regierungen und Zentralbanken mit dem
Ankauf einer neuen Art von nichthandelsfähigen mittelfristigen Papieren
des Schatzamtes, die entweder auf Dollar oder auf ihre eigenen Währungen lauten, als einer ihnen genehmen Alternative zu dem Ankauf von
Gold begannen, Rund 610 Millionen Dollar sind bisher im Jahre 19&amp;3 i"
solchen Papieren ausgegeben worden.
Weitere vorzeitige Schuldenrückzahlungen sowie der weitere Absatz dieser Papiere während des Restes dieses Jahres werden das noch
nie dagewesene Ausmaß an Zusammenarbeit, wie sie gegenwärtig im internationalen Finanzverkehr vorherrscht, sowie die wachsende Erkenntnis
widerspiegeln, daß die Korrektur unausgeglichener Zahlungsbilanzen
sowohl eine Pflicht der Überschuß- wie auch der Defizitländer ist.
In diesem Geiste werden wir weiter auf eine umfassendere und gerechtere Aufteilung der Verteidigungslasten sowie auf den teilweisen oder
gänzlichen Abbau von Handelsschranken drängen, die unseren Export behindern.
8. Goldverkäufe
Das nach d i e s e n besonderen R e g i e r u n g s t r a n s a k t i o n e n v e r b l e i b e n d e
D e f i z i t wird über Goldverkäufe und e r h ö h t e Dollar-Guthaben a b g e d e c k t .
Im J a h r e 1962 b e t r u g d i e s e s D e f i z i t rund 2,2 M i l l i a r d e n D o l l a r . Es
wurde durch Abgabe von Gold für 890 M i l l i o n e n D o l l a r , 17 M i l l i o n e n
D o l l a r aus unseren Devisenbeständen sowie e i n e Erhöhung der a u s l ä n dischen Guthaben an US-Dollar und amerikanischen S t a a t s p a p i e r e n um
653 M i l l i o n e n D o l l a r und e i n e Zunahme der Dollar-Guthaben des I n t e r n a t i o n a l e n Währungsfonds um 626 M i l l i o n e n D o l l a r a b g e d e c k t .
Der

�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
Der Gesamtgoldabfluß in den beiden Jahren 1961 und 1962 zusammen
war nur geringfügig höher als der Goldabfluß allein im Jahre i960.
Und der Goldabfluß im Jahre 1963 liegt bei einer Jahresrate, die niedriger als die vom vergangenen Jahr ist. Da die Anhebung der kurzfristigen Zinssätze auf Grund der jüngsten Maßnahmermehrerer Zentralbanken Ausländern einen wesentlich größeren Anreiz geben wird, ihr
Geld in Dollar einschließlich kurzfristiger Papiere der US-Regierung
anzulegen, besteht jetzt mehr Aussicht, daß ein noch größerer Teil
unseres Defizits über steigende ausländische Guthaben statt über
den Verkauf von Gold abgedeckt wird.
9. Internationaler Währungsfonds
Beim Internationalen Währungsfonds (IWF) liegen die Dinge jedoch
anders. Im vergangenen Jahr stiegen die Dollar-Guthaben des IWF an,
da andere Länder ihre Dollar-Schulden zurückzahlten und sich bei der
Kreditaufnahme, soweit angängig, auf andere konvertierbare Währungen
konzentrierten. Die Bestimmungen des IWF besagen jedoch, daß das
Gesamtguthaben des Fonds in einer bestimmten Währung - außer im Falle
der Inanspruchnahme der Ziehungsrechte, d.h. der Kreditaufnahme - die
bei der Gründung geleistete Einzahlung (in der Praxis 75 Prozent) nicht
überschreiten darf; die Dollarbestände haben aber diese Grenze nunmehr
fast erreicht.
Um dieser Situation gerecht zu werden, haben die Vereinigten Staaten den Fonds um die Einräumung eines Standby-Kredits in Höhe von 500
Millionen Dollar ersucht, der es ihnen gestattet, im Laufe des kommenden Jahres von Zeit zu Zeit Kreditmittel in Anspruch zu nehmen. Das
Direktorium des IWF hat diesem Ersuchen entsprochen. Wir beabsichtigen,
diese Ermächtigung dazu zu benutzen, Rückzahlungen zu ermöglichen, die
sich im Laufe der nächsten zwölf Monate auf etwa 500 Millionen Dollar
belaufen werden. Wenn ein Land Rückzahlungen an den IWF zu leisten
wünscht, werden wir konvertierbare ausländische Devisen abrufen und
dafür mit Dollar bezahlen. Das Land, das die Rückzahlung leistet,
wird seine eigenen Dollar dazu benutzen, um diese ausländischen Devisen bei uns anzukaufen und sie an den IWF abzuführen. Alle Transaktionen werden zu pari vorgenommen. Auf diese Weise wird der IWF einen
weiteren Teil unseres Defizits dadurch abdecken, daß er seine DollarGuthaben erhöht; und seine Schuldner werden auch künftig über eine
einfache kostenlose Methode verfügen, um ihren Verpflichtungen gegenüber dem IWF nachzukommen. Die Alternative für sie unter den gegenwärtigen Umständen, nachdem sie nicht mehr direkt in Dollar zahlen
können, würde sein, entweder in den USA Gold anzukaufen und dieses
an den IWF abzuführen oder aber mit ihren Dollar andere konvertierbare Währungen auf dem offenen Markt anzukaufen, was für sie mit
zusätzlichen Kosten und Unannehmlichkeiten verbunden wäre.
Abhebungen durch die USA auf Grund dieser neuen Vereinbarung
müssen in drei Jahren zurückgezahlt werden, wobei gegebenenfalls eine
Verlängerung um zwei Jahre möglich ist. Es müssen keine Zinsen bezahlt
werden, aber bei jeder Inanspruchnahme des Kredits wird eine einmalige
Verwaltungsgebühr von einem halben Prozent erhoben.
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�AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
10. Die Entwicklung eines internationalen Währungssystems
Während der beiden vergangenen Jahre sind große Fortschritte
bei der Stärkung der Grundlagen für ein internationales Währungssystem gemacht worden, von dem die gesamte freie Welt abhängt. Es
wurde eine weit engere Zusammenarbeit zwischen den Zentralbanken
der führenden Industriestaaten erreicht. Es wurden gegenseitige
Kreditvereinbarungen getroffen, um verhängnisdrohenden Störungen
im internationalen Zahlungssystem rasch begegnen zu können - Vereinbarungen, die die monetären Auswirkungen der Berlin-Krise des
Jahres 1961, des starken Drucks auf den kanadischen Dollar im Frühjahr 1962, der Kuba-Krise im vergangenen Herbst, der Reaktionen auf
den Ausschluß Großbritanniens vom Gemeinsamen Markt sowie einer
Anzahl weniger spektakulärer Ereignisse erfolgreich abschwächten,
die vielleicht in anderen Jahren gefährliche Wellen von Währungsspekulationen ausgelöst hätten. Informelle und dabei äußerst wirksame Arbeitsbeziehungen haben sich zwischen einer Anzahl der gleichen
Länder in bezug auf den Londoner Goldmarkt herausgebildet, durch
die für die Zukunft jede Wiederholung des alarmierenden Anstiegs
der Goldpreise ausgeschaltet wird, der im Oktober i960 so große Unsicherheit ausgelöst hatte. Schließlich haben zehn der führenden
Industriestaaten eine Zusage gegeben, 6 Milliarden Dollar an zusätzlichen Mitteln für den Internationalen Währungsfonds bereitzustellen,
die im Falle einer Gefährdung der Stabilität des internationalen
Währungssystems eingesetzt werden könnten.
Alles in allem wurde damit ein starkes Bollwerk als Schutz
vor erfolgreichen Angriffen auf die Hauptwährungen geschaffen..Unsere
Bemühungen um eine Verstärkung dieses Schutzes werden fortgesetzt.
Während dieser Prozeß abläuft, werden die Vereinigten Staaten fortfahren, mit anderen Ländern Maßnahmen zu prüfen und zu erörtern,
die zur weiteren Stärkung des internationalen Währungssystems auf
lange Sicht ergriffen werden könnten. Das Interesse der USA an der
ständigen Weiterentwicklung des seinerzeit in Breton Woods geschaffenen Systems ist keine Folge unseres gegenwärtigen Zahlungsbilanzdefizits; es spiegelt vielmehr unser Streben wider, ausreichende Vorkehrungen für die Erhöhung der internationalen Liquidität zu treffen,
um den expandierenden Welthandel in den kommenden Jahren finanzieren
zu können. Einer der Gründe, die die Erschließung neuer Quellen
liquider Mittel erforderlich machen dürften,ist in eben der Tatsache
zu sehen, daß wir der übrigen Welt immer wehiger Dollar verfügbar
machen werden, je mehr es uns gelingt, unsere Zahlungsbilanzlücke
zu schließen.
Im gegenwärtigen Zeitpunkt ist die US-Regierung nicht imstande,
irgendwelche spezifischen Maßnahmen für eine langfristige Verbesserung
des internationalen Währungssystems zu empfehlen. Wir prüfen diese
Frage jedoch eingehend. Wir werden mögliche Verbesserungen mit unseren Freunden im Ausland erörtern. Und wir werden ihren Initiativen
gegenüber aufgeschlossen sein. Wir teilen ihre Ansicht, daß das Problem einer Verbesserung des Zahlungsmechanismus sorgfältige gemeinsame
Überlegungen erfordert. Zugleich geben wir jedoch nicht vor, daß Gespräche über langfristige Reformen des Systems ein Ersatz für Maßnahmen
sind, die wir selbst jetzt ergreifen müssen.
Verheißungen
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�"AMERIKA DIENST" - WIRTSCHAFT UND ARBEIT
Verheißungen für die Zukunft
Eine volle Verwirklichung des von mir heute umrissenen Aktionsprogramms sollte zu einer wesentlichen Verbesserung unserer internationalen Zahlungsbilanz führen. Die Regierungsausgaben im Ausland
werden im Laufe der nächsten 18 Monate um 900 Millionen Dollar zurückgehen. Und die Auswirkungen der Anhebung der Zinssätze für kurzfristige Gelder und der Zinsausgleichssteuer werden zusammen diesem
Betrag etwa gleichkommen oder ihn, was noch wahrscheinlicher ist,
sogar übersteigen. Erfolge in dieser Größenordnung - schätzungsweise
2 Milliarden Dollar - werden uns die Zeit geben, die wir für unser
grundlegendes langfristiges Programm benötigen, das darauf gerichtet
ist, unsere internationale Wettbewerbsposition zu verbessern und Investitionen in den Vereinigten Staaten attraktiver zu gestalten.
Diese beiden Ziele müssen die Grundlage für jede permanente
Schließung der Zahlungsbilanzlücke bilden, und mit diesem Programm
werden sie ohne jede Gefährdung unseres Wirtschaftswachstums im
Inland erreicht werden. Mit ihm wird sich dies bewerkstelligen
lassen, ohne unser Festhalten an den Prinzipien eines freieren Handels
und eines freien Kapitalverkehrs in Frage zu stellen Es wird vielmehr
dazu beitragen, dem Drängen auf noch restriktivere Maßnahmen entgegenzuwirken. Kurz gesagt, wenn wir jetzt unsere Anstrengungen intensivieren müssen, so können wir dies in vollem Vertrauen auf die Zukunft
tun.

* * * * *

�A M E R I K A

D I E N S T

Allg./27.9.1963

DIE ROLLE DEUTSCHLANDS IN DER ENTWICKLUNG DER WELTPOLITIK

DAYTON (Ohio) - (AD) - Nachstehend
übermitteln wir Ihnen den Wortlaut
einer Rede, die der Vorsitzende des
Planungsstabes im US-Außenministerium,
Walt W. Rostow, am 18. September 1963
vor der Universität von Dayton gehalten
hat.

"Ich bin heute hierhergekommen, um zu Ihnen über die Rolle
Deutschlands in der Entwicklung der Weltpolitik zu sprechen.
Wenn man das heutige Deutschland betrachtet und die Geschichte
dieses Jahrhunderts überdenkt, dann wird klar, daß die inneren
Verhältnisse der Bundesrepublik Deutschland und ihre Rolle im
Weltgeschehen Ausdruck einer außerordentlichen Leistung sind sicherlich einer der größten Leistungen der Nachkriegsgeneration.
Ich meine damit nicht nur das Wunder des deutschen wirtschaftlichen Wiederaufstiegs, durch welches ein verwüstetes Land, dem
ein wichtiger Teil seines Territoriums temporär weggenommen wurde,
rund elf Millionen Flüchtlinge aufnehmen und dann darangehen konnte,
seinen Wiederaufbau zu betreiben und für alle seine Menschen neue
Fundamente des wirtschaftlichen und sozialen Lebens zu schaffen.
Ich denke vielmehr an die Bildung einer stabilen, demokratischen
Staatsführung, getragen von einer weitgehenden nationalen Übereinstimmung in außen- und innenpolitischen Angelegenheiten, die über
die großen Parteien hinausreicht,und nahezu frei von der Bitterkeit und Zersplitterung
die die demokratische Politik in Teilen Europas in der Vergangenheit gekennzeichnet haben.
Ich denke an die unerschütterliche Loyalität der Bundesrepublik
Deutschland gegenüber den Konzeptionen der europäischen Integration
und der atlantischen Partnerschaft.
Ich denke an die wachsende Rolle Deutschlands als einer konstruktiven Kraft in vielen Teilen der Welt außerhalb Europas.

Und

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1

�"AMERIKA DIENST"
Und ich denke auch an die Verbindung von innerer Haltung
und Entschlossenheit, mit der das deutsche Volk trotz ständiger
kommunistischer Provokationen und angesichts der kommunistischen
Versuche, seine Berechtigte Sorge um seine Landsleute und seinen
berechtigten Anspruch auf nationale Selbstbestimmung als einen
Wunsch nach blutiger Rache für die Niederlage im zweiten Weltkrieg
hinzustellen, seiner endlichen Wiedervereinigung mit friedlichen
Mitteln entgegenblickt.
Um das Ausmaß dieser Leistung zu verstehen, muß man auf die
neuere Geschichte Deutschlands und die vier Hauptfaktoren zurückgreifen, die zusammen diese Geschichte so schwierig gestaltet haben
- schwierig für Deutschland, für seine Nachbarn und für die Welt.
Erstens ist Deutschland, gemessen an den Staaten der Neuzeit,
erst spät gegründet worden. Frankreich, England, Rußland und selbst
die Vereinigten Staaten hatten bereits ein klares Empfinden für
nationale Identität und nationale Einheit entwickelt, als die
deutschen Stämme Mitte des 19« Jahrhunderts noch um die Errichtung
einer wirklichen nationalen Einheit kämpften. Diese Zufallserscheinung der Geschichte mochte Deutschland das Gefühl geben, daß es in
Eile eine Menge nachzuholen hatte, ehe es den ihm zustehenden Platz
in Europa und in der Welt einnehmen konnte. Es machte Deutschland
bei der Bestimmung seines nationalen Geschicks unsicherer und selbstbewußter zugleich.
Zweitens wurde die deutsche Einheit in ihrer ersten Phase durch
das Land Preußen beherrscht, Dieses nordöstliche Gebiet hatte eine
lange vom Militarismus geprägte Geschichte hinter sich und stand den
liberalen Strömungen des Denkens und Empfindens ziemlich fern, die
Ende des 18. Jahrhunderts.und insbesondere während der Französischen
Revolution und in der Zeit danach Westeuropa, einschließlich Westdeutschland, erfaßten. In gewissem Sinne verkörpert das heutige
Deutschland den Sieg - und meiner Überzeugung nach den endgültigen
Sieg - jener Männer, die im Jahre 1848 die Frankfurter Nationalversammlung zustande brachten, wenngleich die Revolution von 1948 durch
Preußen und die deutschen Nationalisten seinerzeit zunichte gemacht
wurde,
.
Drittens ist da die einfache Tatsache der Tatkraft, der Entschlossenheit und Fähigkeit der Deutschen, ihr Nationalgefühl und
ihre nationale Identität in der Welt nachdrücklich zum Ausdruck zu
bringen. Im Zusammenspiel der politischen Machtinteressen in Europa
hat dieses Sich-Vordrängen, sagen wir, zwischen 1860 und 1945 immer
wieder die größten Probleme dadurch aufgeworfen, daß die deutschen
Ambitionen und die Lebensinteressen anderer Nationen frontal aufeinanderprallten - obschon es lang andauernde Perioden gab, in denen
Deutschland friedliche Kanäle für sein Talent und seinen nationalen
Ehrgeiz fand, die in vielerlei Hinsicht eine Bereicherung des internationalen Lebens bedeuteten - zum Beispiel auf dem Gebiet der Wissenschaft, der Pädagogik, der Literatur sowie in allen anderen Bereichen
der westlichen Kultur.
rt^A
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Und schließlich gibt es die Tatsache der geographischen Lage:
Deutschland liegt im Scheitelpunkt des Gleichgewichts der Kräfte
in Europa. Seine Lage, seine Bevölkerung und die Konzentration
seiner Hilfsquellen machen es zu einem entscheidend wichtigen
Gebiet zwischen Ost und West. Manche Deutschen konnten einst sogar
davon träumen, diese Lage zu nutzen, um Europa zu beherrschen. Vom
Standpunkt der Kommunisten aus ist Deutschland im Kampf um die
Weltherrschaft nach wie vor der lohnendste Preis.
Das Zusammenwirken dieser Faktoren der Geschichte, der nationalen Kämpfe und der geographischen Lage ist die Ursache ernster
Schwierigkeiten gewesen. Den erfahrenen schmerzlichen Lehren aber
ist in den Nachkriegsjähren durch das deutsche Volk selbst, durch
seine westlichen Nachbarn und bis zu einem gewissen Grade auch durch
uns eine Wendung zum Konstruktiven gegeben worden.
Denn wir in den Vereinigten Staaten haben in unserer Europapolitik
zwischen den beiden Weltkriegen
. schwere Fehler gemacht, und auch
wir mußten schmerzliche Lehren hinnehmen und zur Anwendung bringen.
Dadurch daß wir dem Völkerbund nicht beitraten, und dadurch daß wir
unsere Anwesenheit und unser militärisches Potential nicht zu einem
festen Faktor in den europäischen Sicherheitskalkulationen machten,
trugen wir zur Schaffung einer Situation bei, die es Hitler ermöglichte, von einer deutschen Herrschaft über Europa und einer europäischen Herrschaft über die Welt zu träumen. Wie ich mich erinnere,
enthielten die Tagebücher Graf Cianos mit ihren detaillierten Aufzeichnungen der Achsendiplomatie in den dreißiger Jahren praktisch keine
Hinweise auf die Vereinigten Staaten. Hitler und Mussolini träumten
ihre Träume und machten Pläne, als ob die Vereinigten Staaten als
Faktor im europäischen Kräftespiel gar nicht existierten. Unser Isolationismus in der Zeit zwischen den Kriegen ermutigte noch zu dieser
tragischen Engstirnigkeit.
Eingedenk dieser Lehren bemühte sich die amerikanische Regierung
unmittelbar nach dem Kriege, gegenüber dem europäischen Kontinent eine
Politik zu betreiben, durch die die Fehler früherer Zeiten vermieden
würden.
Nachdem es im Winter und Frühjahr 1946 ..klargeworden war, daß die
Sowjetunion die Einigung Deutschlands und Europas auf der Basis der
politischen Freiheit nicht zulassen würde, begannen wir eine Politik
zu entwickeln, die noch immer Gültigkeit hat, nämlich eine Politik,
die den Aufbau eines blühenden und "vereinigten Westeuropas,das in
militärischen und anderen wichtigen Angelegenheiten eng mit den Vereinigten Staaten und Kanada verbunden sein, und das in weitgehender
Übereinstimmung mit Nordamerika seine Rolle als Großmacht im Weltgeschehen wieder einnehmen würde, unterstützte.
Vier Faktoren bestimmten die Gestaltung dieser Politik.
Da war erstens Deutschland selbst. Man hielt es für entscheidend
wichtig, ein starkes, integriertes europäisches Gefüge zu schaffen, das

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�AMERIKA DIENST"
das ein voraussichtlich noch für einige Zeit gespaltenes Deutschland
als gleichberechtigten Partner aufnehmen konnte, ein Gefüge, das
den Deutschen die Möglichkeit gehen würde, ihre große Tatkraft
und ihre Hilfsquellen zu mobilisieren und diese angesichts der unumgänglichen Belastungen, die ihnen durch die Geschichte und die
geographische Lage ihres Landes auferlegt wurden, in konstruktive
Bahnen zu lenken. Bundeskanzler Adenauer hat sehr richtig gesagt,
daß die Mitgliedschaft Deutschlands in einer integrierten europäischen
Gemeinschaft den besten Schutz gegen ein Wiederaufleben nationalistischer Tendenzen in Deutschland gewähre.
Zweitens war da Moskau. Europa sah sich einem geeinten Gegner
gegenüber, der im Begriff war, sein bis zur Elbe erweitertes Imperium
zu konsolidieren, und der jede Uneinigkeit, oder Schwäche, die er beim
Westen entdecken konnte, für sich auszunutzen suchte. Ein vereintes,
mit den Vereinigten Staaten verbundenes Europa schien das einzige
leidlich sichere Organisationsgefüge zu sein, das mit diesem zentralisierten und immer mächtiger werdenden Herd aktiver Feindseligkeit
fertig zu werden vermochte.
Drittens gab es jene Erkenntnis, in der viele Menschen beiderseits des Atlantik die eigentliche geschichtliche Lehre des zweiten
Weltkriegs sahen, daß nämlich in der Welt der zweiten Hälfte des
20. Jahrhunderts die einzelnen Nationalstaaten Europas nur dann
wirksam eine bedeutendere Rolle im Weltgeschehen spielen könnten,
wenn sie sich vereinten und wenn diese Vereinigung in der Form eines
echten Zusammenschlusses, nicht aber einer lockeren Gruppierung
völlig souveräner Staaten erfolgte. Der Schauplatz der Weltpolitik
hatte sich derart erweitert, daß er den gesamten Planeten umfaßte;
und die Technologie effektiver Macht hatte den Maßstab der alten
Staaten Europas weit übertroffen. Der geschichtliche Wettstreit
um Macht und Ansehen unter ihnen ließ sich nur auf Kosten ihrer
allgemeinen Bedeutung als einer Stimme in der Weltpolitik und unter
dem Risiko für ihre gemeinsame Sicherheit weiter fortführen.
Und schließlich gab es das wirtschaftliche Argument: Das volle
wirtschaftliche Potential Europas konnte nur auf der Grundlage eines
weiträumigen und äußerst konkurrenzfähigen Festlandmarktes entwickelt
werden.
Ich kann mich noch sehr lebhaft daran erinnern, daß Anfang 1946,
als diese Fragen zum erstenmal erörtert wurden - ich bekleidete damals eine untergeordnete Stellung im US-Außenministerium -, die Gefahren dieser Politik für die Vereinigten Staaten offen dargelegt
wurden: Wie könnten wir sicher sein, daß ein vereintes Europa tatsächlich eine mit den amerikanischen Interessen in Einklang stehende
Politik verfolgen würde? Würde es nicht sicherer sein, mit Europa
ein bilaterales Beziehungsverhältnis einzugehen, das es uns - auf
Grund der aus unserer Verhandlungsposition resultierenden Möglichkeiten - erlauben würde, den Einfluß der Vereinigten Staaten auf
die europäischen Angelegenheiten über einen längeren Zeitraum zu

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�AMERIKA DIENST"
Wir entschieden uns dafür, daß den umfassenderen Interessen
der Vorrang gebührte; und wir setzten uns weiter für die Förderung
der «uropäischen Integration ein. Hinter dieser Entscheidung stand
ein Akt des Vertrauens - des Vertrauens darin, da3 die elementare Kraft der
atlantischen Verbindung, die bereits in zwei Weltkriegen erprobt
und unter Stalin einer dritten Prüfung unterzogen worden war,
obsiegen würde., und daß ein Vereintes Europa seine Politik auf dem
sich in unseren jeweiligen Interessen im Grunde Deckenden, nicht
aber auf den möglichen Divergenzen und Antagonismen aufbauen würde die offenkundig genug waren und sind.
Diese Einstellung gegenüber dem Problem Europas und Deutschlands
bildete den Ausgangspunkt für den Ausbau des Marshallplans. Wir trugen
unser Teil zum Aufbau der NATO bei, wir setzten uns für die Montanunion und Euratom ein und unterstützten den Gemeinsamen Markt. Im
Rahmen dieser Politik - auf die die deutsche Führung schöpferisch
reagierte - hat dann die Bundesrepublik den Weg zu einer Rolle der
Würde, der Gleichberechtigung und Führung innerhalb Westeuropas
selbst, in den Gremien der Atlantischen Gemeinschaft und im Weltgeschehen wiedergefunden.
Ich glaube, das deutsche Volk und seine politischen Führer verstehen besser als die meisten anderen, daß die wirklichen Probleme,
denen sie und wir im Westen gegenüberstehen, nur durch eine geschlossene europäische Aktion und atlantische Partnerschaft gelöst werden
können .
In geschichtlicher Hinsicht haben sie - mit echter Einsicht
und Aufrichtigkeit - die alte Rivalität mit Frankreich aus der Welt
geschafft und die französisch-deutsche Wiederannäherung zum Hauptziel
einer Politik auf lange Sicht gemacht, die im Rahmen einer integrierten europäischen Gemeinschaft und gesunden atlantischen Partnerschaft
zu verwirklichen ist.
In militärischer Hinsicht leben die Deutschen schließlich an
einer exponierten Grenze der freien Welt. Sie wissen, daß der Schutz
dieser Grenze und West-Berlins nicht durch bloße Gesten oder selbstauferlegte Zurückhaltung der Kommunisten erreicht worden ist, sondern durch eine gewaltige Mobilisierung militärischer Hilfsmittel
und den offensichtlichen Willen, sie zu nutzen, Sie wissen ferner, daß
die militärische Stärke der Vereinigten Staaten - in der Form unterirdischer Silos, der unter der Meeresoberfläche operierenden POLARISUnterseeboote, der Flugzeugträger, der alarmbereiten Flugzeuge auf den
über die ganze Welt verstreuten Flugstützpunkten und der einsatzbereiten Reserve in den Vereinigten Staaten, zusammen mit den Truppen der
amerikanischen Garnison in Berlin und den amerikanischen Soldaten,
die auf deutschem Boden Seite an Seite mit ihren eigenen stehen, und
zusammen mit allen anderen Kontingenten und Zusagen der NATO - ein
entscheidend wichtiger und unersetzlicher Bestandteil ihrer Sicherheit
ist.
Da

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Da ihr Wirtschaftsleben eng mit dem anderer Teile Europas
verflochten ist, begreifen sie, daß ihr Wohlstand von einer nach
außen gerichteten Handelspolitik abhängig ist - von Maßnahmen,
deren Ziel die Ausweitung und nicht die Einengung jener Gebiete
ist, die sich in einem auf niedrigen Zöllen basierenden Handelssystem zusammengeschlossen haben. Sie haben die Konzeption einer
echten wirtschaftlichen Integration in Europa unterstützt - mit
gemeinsamen Gremien mit beträchtlichen Entscheidungsbefugnissen -,
und sie waren bereit, bedeutende Opfer zu bringen, um sie funktionsfähig zu machen.
Sie haben darüber hinaus in der wirtschaftlichen Integration eine
erste Station auf dem Wege zu anderen Formen der europäischen Einheit
gesehen, die sowohl die politischen als auch die wirtschaftlichen
Beziehungen zwischen den übrigen europäischen Ländern einschließen.
Deutschland war durch die Geschichte seiner Kolonien beraubt
worden und war daher in dieser Generation»befreit von der Verpflichtung und der Belastung, seinen Teil zur großen Wandlung des Kolonialismus beizutragen, in der Lage,an die Probleme der Entwicklungsländer
auf einer weltweiten Basis und mit neuen Vorstellungen von der Aufgabe
und ihren Möglichkeiten heranzugehen.
Angesichts einer Viertelmillion amerikanischer Truppen, die in
Deutschland zur Verteidigung einer notwendigerweise gemeinsamen Grenze
stationiert sind, hat die deutsche Bundesregierung Verständnis für
die Belastung unserer Zahlungsbilanz, die sich aus unserer Verpflichtung zur gemeinsamen Verteidigung der freien Welt ergibt; und siel
zeigte sich aufgeschlossen und hilfreich, wenn es darum ging, einen
Teil ihrer Auswirkungen zu mildern.
Und schließlich haben die Deutschen, den Blick nach Osten und
auf die 18 Millionen Deutschen gerichtet, die gegen ihren Willen
im Grunde genommen noch immer unter einem Besatzungsregime stehen,
zur gleichen Zeit aber das Wesen des Atomzeitalters wohl begreifend,
den Kampf um Selbstbestimmung und nationale Einheit mit friedlichen
Mitteln und im Rahmen des westlichen Bündnisses fortgesetzt.
Kurz gesagt, die Deutschen haben aus ihren Erfahrungen sowie den
gemeinsamen Erfahrungen dieses Jahrhunderts gelernt; sie beträchten
nüchtern ihre Probleme als Nation, sie studieren die moderne Militärtechnik und die Formen moderner Nachrichtenübermittlung, und sie haben
begriffen, daß keiner von uns im Westen - und dies gilt natürlich
auch für die Vereinigten Staaten - unsere Probleme lösen kann, es
sei denn, daß wir gemeinsame Sache machen, es sei denn, daß wir unsere
Politik auf der Grundlage uneingeschränkter Loyalität gegenüber den
Werten und der großen Tradition des Westens aufbauen, an denen wir
alle teilhaben. Sie haben erkannt, daß die Aufgabe, der wir 1945
gegenüberstanden und seither noch immer gegenüberstehen, nicht nur
ältere Konzeptionen des Nationalismus, der nationalen Verteidigung
und des nationalen Bestimmung einschließt, sondern darüber hinaus geht.

Wir

�"AMERIKA DIENST"
Wir haben allen Grund anzunehmen, daß Form und Art der deutschen
Politik in allen großen politischen Parteien und im Denken und Fühlen des deutschen Volkes fest verankert sind - auch in der jetzt heranwachsenden jüngeren Generation, die die Tage Hitlers nicht mehr richtig erlebt hat. Aber die heutige Welt ist so eng ineinander verflochten,
daß auch wir in den Vereinigten Staaten einen Teil der Verantwortung
für die Erhaltung der Kontinuität der deutschen Politik tragen.
Erstens: Wir müssen Deutschland weiterhin nicht nur ein zuverlässiger Verbündeter sein, sondern ihm auch als treuer Partner dabei helfen,
innerhalb der NATO die Verteidigung der westlichen Grenze, einschließlich West-Berlins, aufrechtzuerhalten. Der deutsche Beitrag zur eigenen
wie auch zur westlichen Verteidigung ist erweitert und ausgebaut worden. Wir stehen beide im Begriff, zusammen mit einigen unserer NATOYerbündeten die Errichtung einer multilateralen Atomstreitmacht innerhalb der NATO zu prüfen, die den europäischen Ländern eine annehmbare
Beteiligung an der nuklearen Abschreckung bietet, ohne zur Entstehung
weiterer nationaler Atommächte zu führen. Wir stehen beide im Begriff,
gemeinsam mit allen unseren NATO-Verbündeten unsere strategische
Konzeption neu zu durchdenken, eine vereinbarte Verteidigungspolitik
der NATO für das Atomzeitalter auszuarbeiten und den Kurs abzustecken,der
dieser Konzeption dauernde Wirksamkeit verleihen-würde.
Die Stabilität der deutschen Politik hängt von dem weiteren Erfolg der kollektiven Verteidigung Westeuropas sowie von der Rolle
Deutschlands als einem geachteten Seniorpartner bei diesen Bemühungen
ab .
Wir haben in den vergangenen zwei Jahren in Berlin und während
der Kuba-Krise bewiesen, daß die Verpflichtung der Vereinigten Staaten
zur kollektiven Verteidigung auch weiterhin besteht, obwohl die Sowjetunion Kernwaffen entwickelt hatte und damit in die Lage gekommen war,
den Vereinigten Staaten in einem Atomkrieg schweren Schaden zuzufügen.
Die sowjetische Taktik der nuklearen Erpressung, die 1958 in Berlin
begann und bis 1962 fortgesetzt wurde, schlug fehl. Die erste Voraussetzung für die Stabilität des Westens ist, daß solche Taktiken auch
in Zukunft fehlschlagen, sollten sie je wieder versucht werden.
Zweitens: In einer Zeit, in der wir die Gefahren und die Spannungen des kalten Krieges zu verringern trachten und zu ergründen suchen,
wie weit wir ohne Gefahr in Richtung auf eine Rüstungskontrolle gehen
können, ist es unerläßlich, daß wir unsere Verbündeten so eingehend wie
nur möglich dort konsultieren, wo ihre Interessen auf dem Spiele stehen
könnten. Aus diesem Grund haben wir uns in Moskau allem Drängen widersetzt,
das Atomversuchsverbot mit einem Nichtangriffspakt zwischen der NATO und
den Staaten des Warschauer Paktes zu koppeln. Die atlantische Partnerschaft ist mehr als lediglich ein Verteidigungsbündnis. Sie ist eine
Gruppe von Nationen mit einem gemeinsamen Erbe und umfassenden bleibenden gemeinsamen Interessen. Wir sind ganz offensichtlich bereit,
gemeinsam zu kämpfen. Wir müssen jedoch auch lernen, genauso eng zusammenzuarbeiten, um die Möglichkeiten zu sondieren, allmählich in
Richtung auf eine friedlichere Welt voranzukommen.
Wir

�"AMERIKA DIENST"
Wir haben während der Berlin-Krise der Jahre 1961/62 einander
fast täglich bis ins kleinste Detail konsultiert. Wir beabsichtigen
genauso enge Beratungen wenn wir die Möglichkeiten prüfen, die sich
uns vielleicht in den kommenden Monaten für eine Verringerung der
Gefahren und der Spannungen des kalten Krieges bieten werden. Und
bei diesen Konsultationen muß die Frage des hoch immer gespaltenen
Deutschland, dessen Bevölkerung das Recht auf Selbstbestimmung noch
immer verwehrt wird, von Deutschland und den Verbündeten Deutschlands
mit größter Sorgfalt und Ernsthaftigkeit behandelt werden.
Drittens: Wir müssen Deutschland dabei unterstützen, im Rahmen
der Einheit Europas, welchen Grad auch immer diese erreichen mag,
eine maximale Rolle bei all den schöpferischen Unternehmungen der
freien Welt zu spielen, die bereits sehr umfassend sind, jedoch immer
noch stärker ausgeweitet werden: bei der kühnen Aufgabe der Hilfe
für die Entwicklungsländer, bei der Formulierung der Handelspolitik
nicht nur innerhalb Europas und zwischen Europa und den Vereinigten
Staaten, sondern auch auf einer weltweiten Basis, auf der wir Wege
zur Schaffung eines Handelssystems finden müssen, das sowohl den
fortgeschrittenen als auch den weniger entwickelten Ländern der
Völkergemeinschaft der freien Welt Nutzen bringt; und auf dem Gebiet
der Währung, wo wir in den sechziger Jahren neue Wege zur Stützung
eines Warenflusses und eines Kapitalverkehrs finden müssen, die weit
rascher anwachsen als die Goldvorräte der Welt.
Obwohl unsere Beziehungen auf bilateraler Basis zu Deutschland
sehr eng und umfassend sind - und sie sollten dies auch sein, da wir
zusammen einen sehr großen Anteil von den Lasten der europäischen
Verteidigung tragen -, so sind wir letztlich doch durch die Loyalität
gegenüber einem umfassenderen Zukunftsbild miteinander verbunden.
Dieses Zukunftsbild gliedert sich in drei Teile: in die Einheit Europas,
in den Aufbau der Atlantischen Gemeinschaft und in die systematische
Ausnutzung der Energien und Hilfsquellen der Atlantischen Gemeinschaft
für die größeren Ziele des Friedens und des Wohlstandes auf der Welt.
Dieses Zukunftsbild ist aber augenscheinlich noch unvollendet. Die
europäische Einheit steht in einem
Stadium zwischen Pause
und Debatte - keineswegs dem ersten derartigen Zwischenstadium seit
1945 - In diese Debatte sind natürlich auch die langfristigen Beziehungen Großbritanniens zum europäischen Kontinent einbezogen. Und weil
die europäische Debatte zum Teil auch die geeigneten langfristigen
Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und einem geeinten Europa
berührt, kommen wir in bestimmten Fragen der transatlantischen Partnerschaft vorläufig nicht weiter - obgleich hier im Stillen mehr Fortschritte
erreicht wurden ,als die Zeitungen berichten.
Es sollte uns weder überraschen noch enttäuschen, wenn wir auf
dem Wege zu diesen Zielen - die von unseren drei Nachkriegspräsidenten
in gleicher Weise unterstützt worden sind - nur langsam vorankommen.
Dies ist das größte internationale Aufbauwerk, das jemals in Friedenszeiten von souveränen Nationen in Angriff genommen worden ist. Für
jedes einzelne Land stehen Fragen von großer Bedeutung auf dem Spiel,
die sowohl weit in seine Geschichte als auch in seine derzeitige Politik
hineinreichen.
,„^ 0

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�"AMERIKA DIENST"
Wie jedoch Präsident Kennedy auf seiner Europa-Reise im Juni
dieses Jahres eindeutig klargestellt hat, stehen wir auch weiterhin
fest zu unserer Zusage, die Bemühungen um ein Höchstmaß der europäischen Einheit, das die Europäer selbst innerhalb des größeren
Rahmens der Atlantischen Partnerschaft schaffen können, zu unterstützen .
Wir bleiben diesem Zukunftsbild, das nunmehr seit fast einer
Generation fest in die amerikanische Politik eingebettet ist,
verpflichtet, nicht aus Trägheit oder weil wir die damit verbundenen
Schwierigkeiten nicht erkennen. Wir bleiben diesem Zukunftsbild fest
verpflichtet, weil es den Interessen der Vereinigten Staaten, den
Interessen Europas und den Interessen der Freiheit überall auf der
Welt am besten dient.
Obwohl diese Politik die Antwort auf den von Stalin unmittelbar
nach dem Kriege unternommenen Versuch war, ein verarmtes und entmutigtes Westeuropa an sich zu reißen, ist sie unseres Erachtens keineswegs an eine Fortsetzung der gegen den Westen gerichteten Vorstoßtätigkeit der Sowjets gebunden, wie wir sie zum Beispiel in Berlin
in den Jahren von 1958 bis 1962 erlebt haben. Wir brauchen ein geeintes Europa, das über den Atlantik hinweg als Partner mit uns zusammenarbeitet, aus Gründen, die weit über die Zeit, in der wir leben, und die Probleme, denen wir uns gegenübersehen werden, hinaus
reichen .
Das Wesen der militärischen Technik - und das nukleare Potential
der Kommunisten - bedingen es, daß die Atlantische Gemeinschaft wohl
die kleinste Einheit ist, die den Aufbau einer rationellen und wirksamen Verteidigung Europas möglich macht. Die Aufgabe, eine Gemeinschaft unabhängiger Staaten zu organisieren, die sowohl die fortgeschrittenen Länder des nördlichen Teils der freien Welt als auch die
schnell aufstrebenden Länder Asiens, des Mittleren Ostens, Afrikas
und Lateinamerikas umfaßt, macht unsere Zusammenarbeit über den Atlantik hinweg notwendig. Die Probleme, die sich für uns aus den mit
Moskau geführten Verhandlungen über eine Kontrolle der Atomwaffen ergeben, berühren lebenswichtige Interessen jedes einzelnen Mitgliedstaates der Atlantischen Gemeinschaft und fordern Entschlossenheit
innerhalb der Völkerfamilie; gleiches gilt auch für das Problem des
kommunistischen China, für Chinas aggressive Haltung jetzt und in
Zukunft,im besonderen dann, wenn es über eigene Atomwaffen verfügen
wird.
Wenn wir mit aller Vorstellungskraft,
die Zukunft blicken, können wir uns keinen
gen entsprechenden Zeitraum vorstellen, in
eine Zusammenarbeit mit Nordamerika Europa
würde.

deren wir fähig sind, in
den gegenwärtigen Planundem ein Zusammenschluß und
nicht zum Vorteil gereichen

Oder anders ausgedrückt, es werden sich für uns alle nur Gefahren abzeichnen, wenn sich Europa von den Vereinigten Staaten trennen
oder wenn es seinen großen Wohlstand und die jüngste Lockerung der
Spannungen mit Moskau zum Anlaß nehmen sollte, dem überholten Nationalismus erneut freien Lauf zu lassen.
.

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�"AMERIKA DIENST
Die kommunistischen Machthaber haben über die jüngste Periode
der Entspannung zwei Dinge gesagt, die beachtenswert sind: erstens,
daß es keine' ideologische Koexistenz geben dürfe. Das bedeutet, daß
sie die gegenwärtigen Verhandlungen als eine begrenzte Phase - eine
wichtige Phase - im kalten Krieg betrachten, als einen Versuch nämlich, die Gefahr eines Atomkriegs, der weder in ihrem noch in unserem
Interesse wäre,zu verringern. Das bedeutet ferner, daß die Kommunisten
die Absicht haben - mit allen anderen ihnen zur Verfügung stehenden
Mitteln - darauf zu beharren, die Expansion ihrer Macht und ihres Einflusses weiter zu betreiben.
Alle der Regierung - die das Verhalten der Kommunisten in allen
Teilen des Erdballs beobachtet - zur Verfügung stehenden Informationen lassen darauf schließen, daß die Kommunisten in keiner Weise
in ihren Bemühungen nachgelassen haben, ihre Macht und ihren Einfluß
auf Kosten des Westens weiter auszubauen.
Sie haben dann zweitens gesagt, daß sie in einer Periode verminderter Spannung hoffen und erwarten, die - wie sie es nennen - dem
Wesen des Westens immanenten Widersprüche werden sich in zunehmendem
Maße geltend machen. Sie hoffen und erwarten, daß wir im Westen, wenn
die Krisen in Berlin und anderswo etwas weniger akut sind, nicht klug
genug sein werden, zusammenzuhalten; und sie haben offensichtlich
die Absicht, jede Spaltung, die sich unter uns zeigen könnte, auszunutzen .
Wir sollten diese Warnungen ernst nehmen; und sie stehen in einer
Beziehung zu der Aufrechterhaltung jenes politischen Denkens und Handelns in Deutschland, das, wie ich bereits erwähnt habe, eine der
größten kollektiven Leistungen der Nachkriegszeit darstellt.
Ich bin überzeugt, daß die Deutschen und die deutsche Politik
loyal an den Konzeptionen der europäischen Einheit und der atlantischen Partnerschaft und an der kollektiven Verteidigung der Werte der
westlichen Kultur festhalten werden, die dieser Politik zugrunde liegen. Dies bedeutet aber, daß Deutschlands Verbündete in Europa und
Nordamerika tätig zu dieser Politik stehen müssen.
Die Probleme auf unserer gemeinsamen Tagesordnung im Westen haben
sich in den letzten Monaten geändert, wie sie sich in der Zeitspanne
seit etwa 1947» als die gegenwärtige Politik konzipiert wurde, schließlich oft geändert haben. Die Politik der atlantischen Staaten hat in
diesen beiden Jahrzehnten °ine große Elastizität bewiesen, Wir haben
Probleme und Krisen mancherlei Art überstanden, und die Kernstruktur der
NATO ist noch immer intakt, und die Impulse für die europäische Einheit
sind noch immer lebendig. Wir sind mit den Problemen des wirtschaftlichen Wiederaufbaus und der Auslandshilfe in den Entwicklungsländern und
mit einer Fülle von Problemen auf dem Gebiet des Handels und der Währungen fertig geworden. Wir sind mit Vorstößen gegen die Türkei und
Griechenland und zweimal mit größeren Vorstößen gegen Berlin fertig
geworden. Wir haben unsere gemeinsame Strategie aus einer Zeit, da
die Hauptbedrohung die Rote Armee zu Lande war, der wachsenden Kompliziertheit einer Zeit angepaßt, in der die Sowjetunion über ein Arsenal

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�"AMERIKA DIENST"
Arsenal nuklearer Waffen und die Mittel zum Einsatz dieser Waffen
mit Hilfe von Raketen verfügt. Wir sind mitten im Übergang, aus
einer Zeit deB nuklearen Monopols der USA in eine Zeit, in der eine
Verteilung der Lasten und der Verantwortung der nuklearen Verteidigung zunehmend möglich ist. Wir haben Augenblicke erlebt, da wir kur-2
vor einem Kriege standen, und wir hatten längere Perioden relativer
Ausgeglichenheit in den Spannungen zwischen Moskau und dem Westen»
Wir haben erlebt, wie die Beziehungen zwischen West- und Osteuropa
aus der düsteren Hoffnungslosigkeit der Zeit Stalins in eine Zeit
übergingen, da Männer auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs mit
gesteigerter Hoffnung auf größere nationale Unabhängigkeit und menschliche Freiheit im Osten und die Wiederherstellung alter Verbindungen
rechnen durften, die sich aus den gemeinsamen religiösen und kultu»
rellen Bindungen Ost- und Westeuropas herleiten.
Wir haben miterlebt, wie Westeuropa eine Reihe schwerer Krisen
in den alten Kolonialgebieten überstand und neue Beziehungen der
Assoziierung und Partnerschaft mit den früheren Kolonien und mit
anderen Nationen fand, die sich unter dem Banner der nationalen Un*
abhängigkeit und Erneuerung gebildet haben.
Alle diese Anpassungen sind nicht leicht vor sich gegangen;
und da es sich um demokratische Gesellschaften handelte, konnten alle
die Schwierigkeiten sehen. Unsere Debatten finden in aller Öffentlichkeit statt. Aber wir haben allen Grund zu glauben, daß die Politik»
die Maschinerie und die Geisteshaltung, die in der vergangenen Genera»
tion gestaltet wurden, sich auf eine Weise fortentwickeln werden,
daß sie die Einigkeit des WestenB - nicht seine Zersplitterung - för»
dem»
Dabei hat Deutschland heute eine große Rolle zu spielen. Keine
Nation hat ein größeres Interesse am Erfolg einer kollektiven Politik
im Westen oder ist mehr befähigt feiner solchen Politik Substanz zu
verleihen. Deutschlands Sicherheit nach dem Kriege, seine Prosperität!
seine Ruhe im Inneren und seine wachsende Rolle im Weltgeschehen sind
in dieser Politik verwurzelt; und was die Deutschen und Deutschland
heute bereits erreicht haben, ermöglicht es ihnen, tatkräftig voranauschreiten, wenn es gilt» ihr den Weg in die nächste Phase der westlichen Geschichte zu ebnen. Die Welt indes, in der wir heute leben»
ist so eng miteinander verknüpft, daß die Standhaftigkeit des einen
von der Standhaftigkeit aller abhängt. Insbesondere wir in den Vereinigten Staaten - die wir» ob wir es wolle n oder nicht, immer noch
die Führer des Westens sind, - müssen fest auf dem Kurs bleiben.
Wenn wir als Nation unsere Loyalität gegenüber den großen Zielsetzungen der europäischen Einheit und der atlantischen Partnerschaft
bewahren - die der Präsident auf seiner Europa-Reise im Juni so nach»
haltig bekräftigt hat -, dann können wir nicht nur der Stabilität der
deutschen Politik, sondern auch des stetigen Fortschritts der Sache
der Freiheit in jedem Teil unseres Globus sicher sein»'*
* * * * *

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�Ailg./27.9.1963

KENNEDY RUFT ZUR ZUSAMMENARBEIT FÜR DEN FRIEDEN AUF

NEW YORK - (AD) - Wortlaut der Rede, die der
Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika,
John F. Kennedy, am 20. September 19&amp;3 "vor der
18. Vollversammlung der Vereinten Nationen gehalten hat.

"Herr Präsident, Herr Generalsekretär, Delegierte der
Vereinten Nationen, meine Damen und Herren!'
Wir treffen hier erneut in unserem Bemühen um den Frieden
zusammen. Vor 24 Monaten, als ich zuletzt die Ehre hatte, vor diesem Gremium zu sprechen, lag der Schatten der Furcht düster über
der Welt. Die Freiheit West-Berlins war in unmittelbarer Gefahr.
Ein Abkommen über ein neutrales Laos schien weit entfernt. Das
Mandat der UN im Kongo wurde angegriffen. Die finanzielle Zukunft
der Weltorganisation war in Frage gestellt. Dag Hammarskjöld war
tot. Für seinen Posten wurde die Troika-Doktrin gefordert, und
die Kernwaffenversuche in der Atmosphäre waren soeben von der Sowjetunion wiederaufgenommen worden.
Dies waren Tage der Angst für die Menschheit - und manche
fragten sich laut, ob diese Weltorganisation weiter fortbestehen
könnte. Aber die 16. und die 17» Vollversammlung erreichten nicht
nur, daß die Weltorganisation weiterbestand, sondern auch daß
Fortschritte erzielt wurden. Die Vereinten
Nationen zeigten sich
ihrer Verantwortung gewachsen und trugen dazu bei, die Spannungen
zu verringern, die düstere Zukunft abzuwenden.
Heute haben sich die Wolken etwas gelichtet, so daß neue
Hoffnungsstrahlen durchbrechen können. Der Druck auf West-Berlin
scheint vorübergehend nachgelassen zu haben. Die politische Einheit im Kongo ist weitgehend wiederhergestellt. In Laos besteht
zumindest eine neutrale Koalition - auch wenn sie noch Schwierigkeiten hat. Die Integrität des UN-Sekretariats wurde erneut gefestigt. Ein Jahrzehnt der Entwicklung im Zeichen der Vereinten
Nationen ist angebrochen. Und schließlich wurde zum erstenmal nach
17 Jahren der Bemühungen ein spezifischer Schritt unternommen, um
das atomare Wettrüsten zu begrenzen.
Ich
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�"AMERIKA DIENST"
Ich meine Hiermit den Vertrag über das Verbot von Kernwaffenversuchen in der Atmosphäre, im Weltraum und unter Wasser, der zwischen der Sowjetunion, Großbritannien und den Vereinigten Staaten
abgeschlossen und inzwischen bereits von fast hundert Staaten unterzeichnet wurde. Dieser Vertrag wurde von der Bevölkerung der ganzen
Welt, die dankbar ist, von der Furcht vor radioaktiven Niederschlägen befreit zu sein, aus tiefstem Herzen begrüßt, und ich bin fest
davon überzeugt, daß er am kommenden Dienstagvormittag um 11.30 Uhr
die überwältigende Unterstützung des amerikanischen Senats findepn
wird.
Die Welt ist dem Dunkel noch nicht entronnen. Die langen Sc hatten
der Auseinandersetzungen und Krisen halten uns noch immer umfan gen.
Doch kommen wir heute in einer Atmosphäre wachsender Hoffnung ir
einem verhältnismäßig ruhigen Augenblick zusammen. Daß ich hier
zugegen bin, ist nicht ein Zeichen der Krise, sondern der Zuvers icht.
Ich bin nicht hier, um über eine neue Friedensbedrohung oder übe r
neue KriegsanzeichBn" zu berichten. Ich bin Vielmehr gekommen, Um die
Vereinten Nationen zu grüßen und Ihnen die Unterstützung des am« rikanischen Volkes bei Ihren täglichen Beratungen zu demonstrieret
Denn welcher Wert der Arbeit dieser Körperschaft beizumessrn ist,
das hängt nicht vom Vorhandensein von Notstandssttuatic jn ab, vnd
der Weg zur Gewinnung des Friedens kann auch nicht nur aus dramatischen Siegen bestehen. Der Friede ist ein täglicher, wochen- und
monatelanger Prozeß der allmählichen Meinungsänderung, der langsamen
Aushöhlung alter Widerstände, des stillen Aufbaus neuer Strukturen.
Und so undramatisch solche Friedensbemühungen auch sind, so müssen
dieseTBemühungen doch ständig fortgesetzt werden.
Heute mögen wir eine Pause im kalten Kriege erreicht haben,
aber das ist noch kein dauerhafter Friede. Ein Versuchsstoppvertra^
ist ein Meilenstein, aber damit ist noch kein Goldenes Zeitalter
angebrochen. Wir sind keineswegs aus unseren Verpflichtungen entlassen, sondern haben nur eine Chance erhalten. Und wenn wir diesen
Moment und diesen Schwung nicht voll zu nutzen verstehen, sondern
unsere neugewonnenen Hoffnungen und Einsichten in neue Mauern und
Waffen der Feindschaft umwandeln lassen - wenn diese Pause des kalten
Krieges lediglich zu seiner Erneuerung statt zu seiner Beendigung
führt -, dann wird die Nachwelt zu Recht in vorwurfsvoller Anklage
mit Fingern auf uns alle weisen. Wenn wir aber diese Pause zu einer
Periode fruchtbarer Zusammenarbeit auszudehnen vermögen, wenn Beide
Seiten jetzt neues Vertrauen und echte Erfahrung im konkreten Zusammenwirken für den Frieden gewinnen, wenn wir jetzt imstande sind,
die Kontrolle der tödlichen Waffen ebenso' kühn und weitblickend zu
betreiben wie vorher ihre Herstellung, dann kann dieser erste kleine
Schritt sicherlich zum Beginn einer langen und fruchtbringenden Reise
werden.
Die Aufgabe, den Frieden zu schaffen, ist den Führern aller
Nationen, der großen wie der kleinen, gestellt, denn die Großmächte

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�AMERIKA DIENST"
Großmächte besitzen kein Monopol auf Konflikte und Ambitionen. Der
kalte Krieg ist nicht die einzige Ausdrucksform der Spannungen in
der heutigen Welt, und das nukleare Wettrüsten ist nicht der einzige
Rüstungswettlauf. Auch kleine Kriege sind gefährlich in einer nuklear
bewaffneten Welt. Die mühselige Arbeit für den Frieden ist eine
Aufgabe für alle Nationen, und bei dieser Anstrengung kann sich keiner
von uns abseits halten. Diesem Ziel darf sich niemand versagen.
Die Verminderung der weltweiten Spannungen darf nicht als Vorwand für die engstirnige Verfolgung selbstsüchtiger Interessen benutzt werden. Wenn die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten trotz
all ihrer globalen Interessengegensätze und ideologisch bedingten
Auseinandersetzungen und der immer noch gegeneinander gerichteten Kernwaffen - imstande sind, ein Terrain der gemeinsamen Interessen und des Einvernehmens zu finden, dann sollte dies anderen Nationen
sicherlich auch gelingen - Nationen, die von regionalen Konflikten,
Rassenkämpfen oder von den Todeszuckungen des alten Kolonialismus
in Atem gehalten werden. Chronische Streitigkeiten, die wertvolle
Kräfte den notwendigen Aufgaben des Volkes entziehen oder die Energien
beider Seiten verschleißen, sind für niemand von Nutzen - und das
Erkennungsmerkmal des Verantwortungsbewußtseins ist in der modernen
Welt die Bereitschaft, nach friedlichen Lösungen zu suchen»
Für einen Versuch ist es niemals zu früh; für eine Aussprache
ist es niemals zu spät; und es ist höchste Zeit, daß viele Dispute,
die auf der Tagesordnung dieser Vollversammlung stehen, aus Streitgegenständen zu Verhandlungsgegenständen gemacht werden.
Tatsache ist, daß die Vereinigten Staaten als eine der großen
Atommächte eine besondere Verantwortung tragen. Es handelt sich faktisch um eine dreifache Verantwortung: eine Verantwortung gegenüber
unseren eigenen Mitbürgern, eine Verantwortung gegenüber Menschen in
aller Welt, die von unseren Entscheidungen betroffen werden, und eine
Verantwortung gegenüber der kommenden Generation der Menschheit. Wir
glauben, daß auch die Sowjetunion diese besondere dreifache Verantwortung trägt und daß diese dreifache Verantwortung unsere beiden
Länder verpflichtet, das Hauptaugenmerk weniger auf unsere Differenzen
und mehr auf die Mittel zu ihrer friedlichen Beilegung zu richten.
Viel zu lange schon haben wir beide unsere Militärhaushalte immer
weiter erhöht und unsere Kernwaffenvorräte und unsere Fähigkeit zur
Zerstörung alles Lebens auf diesem Planeten - alles menschlichen,
tierischen und pflanzlichen Lebens - immer weiter vermehrt, ohne
damit eine entsprechende Erhöhung unserer Sicherheit zu erreichen.
Unsere Konflikte sind sicherlich realer Natur. Unsere Idealvorstellungen von der Welt sind verschieden. Wir würden niemandem
einen Dienst erw.eisen, wenn wir es versäumten, unsere Meinungsverschiedenheiten klar herauszustellen. Eine der zentralen Meinungsverschiedenheiten erwächst aus dem Glauben des amerikanischen Volkes
an das Selbstbestimmungsrecht für alle Völker.
Wir

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Wir glauben, daß es den Menschen in Deutschland und Berlin freigestellt sein muß, ihre Hauptstadt und ihr Land wiederzuvereinigen.
Wir glauben, daß es den Menschen in Kuba freigestellt sein
muß, die Früchte der Revolution einzubringen, die so betrügerisch
von innen verraten und von außen ausgebeutet wurde.
Um es kurz zu sagen, wir glauben, daß es den Menschen in der
ganzen Welt - in Osteuropa ebenso wie in Westeuropa, in Südafrika
ebenso wie in Nordafrika, in den alten Staaten ebenso wie in den
jungen - freigestellt sein muß, über ihre eigene Zukunft zu bestimmen,
ohne Diskriminierung oder Diktat und ohne Zwang oder Subversion.
Dies sind grundlegende Meinungsverschiedenheiten zwischen uns
und der Sowjetunion, und sie lassen sich nicht verheimlichen. Solange
sie weiterbestehen, setzen sie einer Übereinkunft Grenzen und verbieten sie ein Nachlassen der Wachsamkeit. Unsere Verteidigungsvorkehrungen
rund um den Erdball werden zum Schutz-e der Freiheit aufrechterhalten
werden, und unsere Entschlossenheit, diese Freiheit zu wahren, wird
jeder Drohung oder Herausforderung gewachsen sein.
Ich möchte aber den führenden Männern der Sowjetunion und ihrem
Volke zurufen, daß wir, wenn unsere beiden Länder vollständige Sicherheit erreichen sollen, einer weit besseren Waffe bedürfen als der Wasserstoffbombe, einer besseren Waffe als Raketen oder Atom-U-Boote und diese bessere Waffe ist friedliche Zusammenarbeit.
Wir haben uns in den letzten Jahren auf einen Vertrag über die
beschränkte Einstellung der Kernwaffenversuche geeinigt, auf eine
Nachrichtenverbindung zwischen unseren Hauptstädten für den Dringlichkeitsfall, auf eine Grundsatzerklärung bezüglich der Abrüstung, auf
eine Erweiterung des Kulturaustauschs, auf eine Zusammenarbeit im
Weltraum, auf die friedliche Erforschung der Antarktis und auf eine
Entschärfung der Kuba-Krise des vergangenen Jahres.
Darum glaube ich, daß die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten
zusammen mit ihren Verbündeten weitere Abkommen erreichen können Abkommen, die unserem gemeinsamen Interesse entspringen, die gegenseitige Vernichtung zu verhindern.
über die Reihenfolge weiterer Schritte kann es keinerlei Zweifel geben. Wir müssen weiterhin nach einem Übereinkommen über Maßnahmen
zur Verhinderung eines Krieges durch Zufall oder Fehleinschätzung trachten. Wir müssen weiterhin ein Übereinkommen über Maßnahmen zur Sicherung
gegen einen Überraschungsangriff anstreben, wozu die Errichtung von
Beobachtungsposten an Schlüsselpunkten gehört. Wir müssen uns weiterhin
um ein Abkommen über die Einschränkung des nuklearen Wettrüstens durch
eine Kontrolle der Überstellung von Kernwaffen, eine Verwendung spaltbaren Materials für friedliche Zwecke sowie ein Verbot unterirdischer
Versuche mit angemessenen Inspektionen und Einhaltungsgarantien bemühen. Wir müssen uns weiterhin um ein Übereinkommen über einen freieren
Informationsaustausch und Personenverkehr von Ost nach West und von
West nach Ost bemühen.
,„.

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Wir müssen, ermutigt durch die gestrige positive Antwort des
sowjetischen Außenministers auf diesen Vorschlag, weiterhin eine
Übereinkunft über ein Abkommen suchen, durch das Massenvernichtungswaffen aus dem Weltraum verbannt werden. Sehen wir zu, daß wir unsere
Delegierten wieder an den Verhandlungstisch bringen, damit sie ein
durchführbares Abkommen in dieser Richtung ausarbeiten.
Lassen Sie uns auf diese und andere Weise den steilen und schwierigen Pfad zu einer umfassenden Abrüstung beschreiten, das gegenseitige Vertrauen durch gegenseitige Verifizierung festigen und die Institutionen des Friedens schaffen, während wir gleichzeitig unsere
Kriegsmaschinen demontieren. Wir dürfen nicht deswegen, weil etwa
nicht in allen Punkten eine Übereinstimmung erzielt werden kann, die
Übereinkunft dort hinausschieben, wo ein Übereinkommen möglich ist.
Und wir dürfen Vorschläge nicht einfach nur aus propagandistischen
Gründen unterbreiten.
Schließlich gibt es auf einem Gebiet, auf dem die Vereinigten
Staaten und die Sowjetunion eine führende Stellung einnehmen - dem
Gebiet der Raumfahrt - Ansatzpunkte genug für eine neue Zusammenarbeit,für weitere gemeinsame Anstrengungen bei der Ausarbeitung eines
Weltraumrechts und der Erforschung des Weltraumes. Zu diesen Möglichkeiten gehört auch eine gemeinsame Expedition zum Mond. Der Weltraum
bietet keine Souveränitätsprobleme; in einer Resolution dieser Versammlung haben die Mitglieder der Vereinten Nationen auf jegliche
territorialen Rechtsansprüche im Weltraum oder auf Himmelskörpern
verzichtet und erklärt, daß das Völkerrecht und die Charta der Vereinten Nationen gültig sein sollen. Warum sollte daher der erste
Plug des Menschen zum Mond Gegenstand eines nationalen Wettstreits
sein? Warum sollten sich die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion
bei der Vorbereitung solcher Expeditionen auf immense Doppelleistungen
auf dem Gebiet der Forschung, der Konstruktion und der Ausgaben einlassen? Wir sollten lieber prüfen, ob d±e Wissenschaftler und Astronauten unserer beiden Länder - ja der ganzen Welt - bei der Eroberung
des Weltraumes nicht zusammenarbeiten können, um eines Tages in diesem Jahrzehnt -nicht Vertreter einer einzigen Nation, sondern Vertreter der gesamten Menschheit zum Mond zu schicken.
Alle diese und andere neue Schritte in dieser Richtung auf eine
friedliche Zusammenarbeit sind möglich. Die meisten von ihnen setzen
unsererseits eine umfassende Konsultation mit unseren Verbündeten
voraus - denn deren eigene Interessen werden davon genauso berührt
wie die unsrigen, und wir werden niemals ein Abkommen auf ihre Kosten
abschließen.
Die meisten solcher Abkommen werden lange und sorgfältige Verhand
lungen erfordern. Und die meisten von ihnen werden eine neue Einstellung zum kalten Krieg bedingen - den Wunsch, nicht seinen Gegner zu
•beerdigen', sondern sich mit ihm in einer großen Anzahl friedlicher
Arenen, in.Ideen, in der Produktion und im Dienste an der gesamten
Menschheit zu messen.
. Der

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Der Wettstreit wird weitergehen - der Wettstreit zwischen
Menschen, denen eine monolithische Welt vorschwebt, und denen,
die an die Mannigfaltigkeit glauben. Aber es sollte ein Wettstreit
der Leitbilder und nicht der Zerstörung, ein Wettstreit der Leistungen und nicht der Einschüchterung sein. Im Namen der Vereinigten
Staaten von Amerika begrüße ich einen solchen Wettstreit. Denn wir
glauben, daß die Wahrheit stärker ist als der Irrtum und die Freiheit
dauerhafter als der Zwang. Und im Wettstreit um ein besseres Leben
wird die ganze Welt der Sieger sein.
Das Bemühen um die Verbesserung des Loses der Menschen aber ist
nicht die Aufgabe einiger weniger. Es ist die Aufgabe aller Völker
- handelnd für sich allein, handelnd in Gruppen und handelnd im
Rahmen der Vereinten Nationen. Denn Pest und Plage, Verlorenheit
und Verderb, Naturkatastrophen und der Hunger der Kinder - sind
Feinde eines jeden Volkes. Land und Meer und Luftraum - sie gehen
heute alle Völker an. Und Wissenschaft, Technik und Bildung können
Verbündete eines jeden Volkes sein.
Nie zuvor besaß der Mensch in so hohem Maße die Fähigkeit, seine
Umwelt zu ordnen, Hunger und Durst ein Ende zu setzen, Armut und Krankheit zu besiegen, das Analphabetentum zu beseitigen und das große
menschliche Leid zu bannen. Es steht in unserer Macht, diese Generation
zur tüchtigsten der Menschheitsgeschichte zu machen - oder zu ihrer
letzten.
Die Vereinigten Staaten haben seit Kriegsende Hilfe im Werte von
mehr als 100 Milliarden Dollar an Länder geleistet, die eine lebensfähige Wirtschaft aufzubauen suchten. Und vor zwei Jahren, auf die
Woche genau, gründeten wir das Friedenskorps, um allen interessierten
Ländern zu helfen, den Bedarf an entsprechend geschulten und begeisterungsfähigen Arbeitskräften zu decken. Andere hochindustrialisierte
Länder, deren Volkswirtschaften vor noch nicht allzu langer Zeit erst
mit unserer Unterstützung wiederaufgebaut worden sind, erkennen nun
ihrerseits ihre Verantwortung gegenüber den weniger entwickelten
Völkern.
Die Bereitstellung von Entwicklungshilfe durch die einzelnen
Länder muß fortgesetzt werden. Aber auch die Vereinten Nationen
müssen eine größere Rolle in den Bemühungen spielen, allen Menschen
die Früchte der Wissenschaft und Industrie unserer Zeit zukommen zu
lassen. Eine Konferenz der Vereinten Nationen zu diesen Fragen, die
vor Monaten in Genf stattgefunden hat, eröffnete den Entwicklungsländern neue Ausblicke. Im kommenden Jahr wird eine UN-Konferenz über
Handelsfragen die Notwendigkeit prüfen, diesen Ländern neue Märkte
zu eröffnen. Und über vier Fünftel des UN-Systems sind heute dabei,
die Waffen der Wissenschaft und Technik für das EntwicklungsJahrzehnt
der Vereinten Nationen zu mobilisieren.
Es kann aber noch mehr, noch weit mehr geschehen. Es könnten
beispielsweise
- eine

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- eine Weltzentrale für medizinische Nachrichten unter den
Auspizien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor Epidemien und
den nachteiligen Folgen bestimmter Drogen warnen und die Ergebnisse
neuer Versuche und Entdeckungen verbreiten;
--regionale Forschungszentren unser gemeinsames medizinisches
Wissen erweitern und zusätzlich Wissenschaftler und Ärzte für die
jungen Staaten heranbilden;
- ein weltumspannendes System von Satelliten die Verbreitung
von Nachrichten und Wettermeldungen in allen Teilen der Erde ermöglichen;
- ein weltweites Naturschutzprogramm die Wald- und Wildbestände
erhalten helfen, die gegenwärtig von der Gefahr der -Vernichtung bedroht sind, die Gewinnung von Nahrungsmitteln aus den Weltmeeren
steigern, und die Verseuchung der Luft und des Wassers durch industrielle und nukleare Abfallstoffe verhindern; und schließlich
- ein weltweites Programm zur Ertragssteigerung der Landwirtschaft und Verbesserung der Nahrungsmittelverteilung - ähnlich wie das
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Lebensmittel-für-den-Frieden'-Programm meines Landes - jedem hungernden Kind die Nahrung geben, die es braucht.
Doch der Mensch lebt nicht von Brot allein - und die Mitglieder
dieser Organisation sind durch die Charta verpflichtet, die Menschenrechte zu fördern und zu achten. Diese Rechte aber werden nicht geachtet, wenn ein buddhi\stischer Mönch aus seiner Pagode vertrieben oder
eine Synagoge geschlossen wird, wenn einer protestantischen Kirche
die Errichtung einer Mission verwehrt oder ein Kardinal gezwungen
wird, sich zu verbergen, oder aber wenn in einer überfüllten Kirche
während des Gottesdienstes Bomben explodieren.
Die Vereinigten Staaten sind gegen jede Diskriminierung und
Verfolgung aus rassischen oder religiösen Gründen, wo immer sie auftreten mögen, ob in unserem eigenen Lande oder sonstwo auf der Welt.
Wir sind bemüht, das Unrecht in unserem eigenen Lande wiedergutzumachen.
Die amerikanische Regierung hat - durch Gesetzes- und Verwaltungsmaßnahmen, durch moralische und rechtliche Verpflichtungen - eine
entschlossene Anstrengung unternommen, um unsere Nation von der viel
zu lange schon bestehenden Diskriminierung auf den Gebieten des Erziehungswesens, des Wohnungswesens, des Verkehrs-, der Beschäftigung,
des öffentlichen Dienstes sowie der Erholungs- und der öffentlichen
Einrichtungen zu befreien. Und daher zögern wir nicht, weder hier
noch vor irgendeinem anderen Forum, alles rassische und religiöse
Unrecht, werde es von Freund oder Feind begangen, zu verdammen.
Ich weiß, daß einige von Ihnen Diskriminierungen in diesem Lande
erfahren haben. loh bitte Sie jedoch, mir zu glauben, daß dies nicht
dem Wunsch der meisten Amerikaner entspricht, daß wir Ihren Kummer

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Kummer und Ihre Empörung teilen und daß wir gewillt sind, derartige
Praktiken nicht nur für die Besucher unseres Landes, sondern genauso
für seine Bürger für alle Zeit zu beenden.
Ich hoffe, daß nicht nur unsere Nation, sondern auch alle anderen Staaten mit verschiedenen Rassen diesen Normen der Fairness
und der Gerechtigkeit entsprechen werden. Wir sind unabänderlich gegen die Apartheid und alle Formen der menschlichen Unterdrückung.
Wir vertreten die Rechte der Schwarzen in Afrika nicht, um die Weißen
aus Afrika zu vertreiben. Uns geht es um das Recht aller Menschen auf
gleichen Schutz und gleiche Chancen - und da die Menschenrechte unteilbar sind, kann diese Organisation nicht beiseite stehen, wenn diese
Rechte von einem ihrer Mitglieder mißbraucht oder Vernachlässigt werden.
Neue Anstrengungen sind notwendig, wenn die jetzt 15 Jahre alte
Menschenrechtsdeklaration der UN-Vollversammlung ihre volle Bedeutung
erlangen soll. Und es sollten neue Mittel zur Förderung der Freiheit
der Rede und des Ideenaustauschs gefunden werden - durch bessere Reisemöglichkeiten und Nachrichtenverbindungen und durch einen vermehrten
Austausch von Besuchergruppen, Büchern und Rundfunksendungen, denn
jetzt, da die Welt das Wettrüsten ablehnt, muß der Wettstreit der Ideen
blühen - und dieser Wettstreit muß so umfassend und fair wie möglich
sein.
Die amerikanische Delegation ist bereit, UN-Initiativen zur Verfolgung all
der Ziele anzuregen, die ich erwähnt habe. Denn dies ist
eine Organisation für den Frieden - und der Friede kann nicht ohne
Fortschritte kommen.
Die Vereinten Nationen können stolz sein auf die Verdienste, die
sie sich bei der Bewahrung des Friedens erworben haben, obwohl noch
immer gewaltige Aufgaben zu bewältigen sind. Wir dürfen uns glücklich
schätzen, daß wir auf das Geschick unseres ausgezeichneten Generalsekretärs und auf den tapferen Einsatz jener zählen dürfen, die sich in
den Dienst der Sache des Friedens am Kongo und im Mittleren Osten, in
Korea und Kaschmir, in Westneuguinea und Malaysia gestellt haben. Aber
was die Vereinten Nationen in der Vergangenheit vollbrachten, ist weniger wichtig als ihre künftige Aufgabe. Wir können ihren friedensbewahrenden Apparat nicht als selbstverständliche Einrichtung betrachten. Dieser Apparat bedarf einer soliden Finanzierung - und diese ist
nicht gegeben, wenn man zuläßt, daß einige Mitglieder sie dadurch an
der Erfüllung ihrer Pflichten hindern, daß sie ihren eigenen Verpflichtungen nicht nachkommen. Die Vereinten Nationen müssen von allen unterhalten werden, die hier von ihren Rechten Gebrauch machen, und alle
UN-Maßnahmen müssen bis zum Letzten unterstützt werden.
Zu oft läßt das Interesse an einem in Krisenstimmung eingeleiteten
Unternehmen nach, sobald sich die Lösung der Probleme hinzieht und
sich die Rechnungen stapeln. Aber wir müssen standfest genug sein, jede
Unternehmung zu Ende zu führen.
Es

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Es ist zum Beispiel sehr wichtig, nicht die außerordentlichen
Erfolge der Vereinten Nationen im Kongo in Frage zu stellen. Dieses
Land, das erst vor drei Jahren um die Hilfe der Weltorganisation
nachsuchte, hat jetzt darum gebeten, daß die Vereinten Nationen
noch etwas länger dort bleiben. Meines Erachtens sollte diese
Vollversammlung alle notwendigen Schritte zur Konsolidierung der
bereits erzielten Erfolge unternehmen und das junge Land in seinem
Kampf um den Fortschritt schützen. Lassen Sie uns vollenden, was wir
begonnen haben, denn 'wer seine Hand an den Pflug legt und sieht
zurück1, so sagt uns die Heilige Schrift, 'der ist nicht geschickt
zum Reich Gottes'.
Ich hoffe ebenso, daß die jüngste Initiative einiger Mitglieder,
eine Bereitschaftsfriedenstruppe, die von den UN abgerufen werden
kann, vorzubereiten, andere Länder zu ähnlichen Zugeständnissen ermutigen wird.
Die Vereinigten Staaten sind auch weiterhin bereit,
logistische und andere materielle Unterstützung zu gewähren.
Eine Überwachung ohne spezifische Vorkehrungen für eine friedliche Lösung genügt jedoch nicht. Wir sollten den Aufgabenbereich
für Sondermissionen erweitern, die an Ort und Stelle die Verhältnisse
prüfen und sich um eine Schlichtung bemühen, und wir sollten in
stärkerem Maße den Internationalen Gerichtshof einschalten und die
Arbeit der Internationalen Rechtskommission beschleunigen.
Die Vereinten Nationen können als starre, unbewegliche Organisation keinen Bestand haben. Ihre Aufgaben und Verpflichtungen wachsen
ebenso wie ihre Größe. Ihre Charta wie auch ihre Verfahren müssen
geändert werden. Die Verfasser der Charta hatten nicht im Sinn, ihr
ein für allemal eine starre Form zu geben. Die Waffen- und Kriegstechnik hat uns alle - in weitaus stärkerem Maße als vor achtzehn
Jahren - in einer Welt und zu einem Menschengeschlecht mit einem gemeinsamen Geschick vereint.
In einer solchen Welt bürgt selbst absolute Souveränität
nicht mehr für absolute Sicherheit. Die Friedensvereinbarungen müssen
mit den Kriegserfindungen gleichziehen und ihnen sodann den Rang ablaufen. Die Vereinten Nationen müssen auf ihren Erfolgen aufbauen
und aus ihren Fehlern lernen und so zu einem wahren Weltsicherheitssystem ausgebaut werden.
Aber der Friede beruht nicht allein auf Chartas und feierlich
geschlossenen Verträgen, er ruht in den Herzen und im Denken der Menschen. Wann er daraus vertrieben ist, dann besteht auch keinerlei
Hoffnung, daß irgendein Schritt, ein Pakt, ein Vertrag oder eine
Organisation den Frieden erhalten kann. So wollen wir nicht alle
unsere Hoffnungen auf Pergament und Papier gründen, sondern vielmehr danach streben, Frieden in die Herzen und das Denken der Menschen zu tragen.
Ich

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Ich glaube, daß die Probleme des Menschenschicksals die Kräfte
des Menschen nicht übersteigen.
Vor zwei Jahren habe ich vor diesem Gremium erklärt, daß die
Vereinigten Staaten einen Vertrag über einen begrenzten Atomstopp
vorgeschlagen hätten und bereit seien, einen solchen zu unterzeichnen. Heute ist dieser Vertrag bereits unterzeichnet. Er wird nicht
den Krieg beseitigen. Er wird nicht die grundlegenden Konflikte aus
der Welt schaffen. Er wird nicht die Freiheit für alle gewährleisten.
Aber er kann als Hebel wirken. Und Archimedes soll, als er das Prinzip der Hebelwirkung erläuterte, zu seinen Freunden gesagt haben:
•Gebt mir einen Standpunkt und ich hebe die Welt aus den Angeln.'
Meine Mitbürger auf diesem Planeten: Lassen Sie uns hier in dieser Versammlung der Nationen unseren Standpunkt beziehen. Und lassen
Sie uns sehen, ob wir zu unseren Lebzeiten die Welt einem gerechten
und dauerhaften Frieden näherbringen können."

* * * * *

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�BETRACHTUNGEN EINES AMERIKANERS UßER BERLIN

ANSPRACHE

Sr. Exzellenz, des Botschafters der Vereinigten Staaten,
GEORGE C. MCGHEE

gehalten im Amerika-Haus zu Nürnberg am 9- Oktober 1963

�BETRACHTUNGEN EINES AMERIKANERS ÜBER BERLIN

Meine Damen und Herren,
es ist mir ein Vergnügen, an der Berlin-Woche des hiesigen
Amerika-Hauses teilzunehmen. Das mir heute abend gestellte Thema
ist die Politik Amerikas bezüglich Berlins. Es ist dies ein Thema,
zu dem Millionen V/orte gesprochen und geschrieben worden sind.
Dennoch scheinen mir die Fragen, um die es hier geht, nichts an
Aktualität einzubüßen. Wenn ich auch in erster Linie über Berlin
spreche, so möchte ich doch auch die Bedeutung des Berlin-Problems
als eines Aspekts der umfassenderen Frage der deutschen Einheit aufzeigen.
Um meine Ausführungen in die rechte Perspektive zu rücken,
dürfte es zweckmäßig sein, daß ich gemeinsam mit Ihnen erst einmal
einige der mit der Berlin-Frage verknüpften historischen Tatsachen
rekapituliere.
Wir beginnen vielleicht am besten mit der Situation unmittelbar bei Kriegsende. Es lagen gewisse Vereinbarungen vor, die von
der Sowjetunion, Großbritannien und den Vereinigten Staaten 1944
innerhalb der Europäischen Beratungskommission unterzeichnet worden
waren und die Schaffung von Besatzungszonen in Deutschland und die
Verwaltung Groß-Berlins betrafen. Zusätzliche Vereinbarungen bezüglich des gleichen allgemeinen Fragenkomplexes, die eine Mitwirkung
auch der Vorläufigen Regierung der Republik Frankreich an der
Besetzung Deutschlands vorsahen, wurden im Juni und Juli 1945 unterzeichnet. Diese Dokumente legten im wesentlichen den rechtlichen
Status

Groß-Berlins fest.

Auf Grund dieser Vereinbarungen wurde Groß-Berlin in vier Sektoren geteilt. Ein Punkt von größter Wichtigkeit ist hierbei, daß
die Stadt unter die gemeinsame Verwaltung der vier Mächte gestellt
worden ist. Im Einklang mit diesen Abmachungen wurde die Alliierte
Kommandantur aus den -vier - von den jeweiligen Zonenbefehlshabern
ernannten - Stadtkommandanten geschaffen. Den vier Stadtkommandanten,
stand ein Stab von Fachleuten zur Seite. Der Kommandantur übergeordnet

1

-

�übergeordnet war der Alliierte Kontrollrat aus den vier Zonenbefehlshabern. Der Kontrollrat übte die oberste Verfügungsgewalt
in Deutschland aus - in Angelegenheiten, die Deutschland als
Ganzes betrafen.
Die Alliierte Kommandantur trat erstmals am 11. Juli 1945
zusammen und arbeitete bis Juli 1948, als der sowjetische Vertreter seinen wohlbekannten "Ausmarsch" antrat. Die Kommandantur
setzte ihre Tätigkeit von diesem Zeitpunkt an bis zum 21. Dezember
1948 aus, als die Kommandanten der Westsektoren

die folgende Er-

klärung abgaben:
"Es kann nicht mehr länger geduldet werden, daß die
Weigerung der sowjetischen Behörden, an den Sitzungen
der Alliierten Kommandantur teilzunehmen, die ordnungsgemäße und gesetzmäßige Verwaltung Berlins behindert.
Die Alliierte Kommandantur wird deshalb unverzüglich ihre
Arbeit wiederaufnehmen. Sollten sich die sowjetischen Behörden jetzt oder zu einem späteren Zeitpunkt dazu bereit
finden, den Vereinbarungen nachzukommen,an die die vier
Mächte gebunden sind, dann kann die Vier-Mächte-Verwaltung
Berlins wieder aufgenommen werden. Während ihres Fernbleibens werden die drei westlichen Alliierten die Befugnisse
der Alliierten Kommandantur ausüben, wenn sie sich auch
darüber im klaren sind, daß sie ihre Entscheidungen im
gegenwärtigen Zeitpunkt wegen der sowjetischen Obstruktion
lediglich in den westlichen Sektoren durchsetzen können."
Eine Prüfung der verschiedenen einschlägigen Dokumente läßt
ganz eindeutig erkennen, daß die Westmächte und die Sowjetunion
übereingekommen waren, Groß-Berlin als ein von den vier Besatzungszonen getrenntes und gesondertes Gebiet zu behandeln. Es wurde nicht
als Teil irgendeiner der vier Besatzungszonen angesprochen.
Die westlichen Alliierten sind mithin in Berlin kraft ihres
Siegerrechts. Wir sind nicht dort auf Grund der Duldung einer anderen Besatzungsmacht. Wir sind und bleiben in Berlin, bis wir nicht
mehr gebraucht werden, um die Grundrechte seiner Bürger zu wahren.
In diesem Zusammenhang

umriß Präsident Kennedy unseren Standpunkt

2

-

�Standpunkt im Juli 1961 in seinem an das amerikanische Volk
gerichteten Bericht sehr klar,als er erklärte:
"Wir können und werden es nicht zulassen, daß die Kommunisten uns - sei es allmählich oder mit Gewalt - aus
Berlin vertreiben. Denn die Erfüllung unseres dieser
Stadt gegebenen Versprechens ist für die Moral und Sicherheit Westdeutschlands, für die Einheit Westeuropas und
den Glauben der gesamten freien Welt wesentlich. Die
sowjetische Strategie richtet sich seit langem schon
nicht nur auf Berlin, sondern auch auf die Teilung und
Neutralisierung ganz Europas, um uns an unsere eigenen
Küsten zurückzuwerfen, ,Yir müssen unser der freien Bevölkerung West-Berlins gegebenes und oft wiederholtes Versprechen halten und unsere Rechte und ihre Sicherheit
selbst angesichts der Gewalt wahren, um das Vertrauen der
anderen freien Völker in unser Wort und unsere Entschlossenheit nicht zu verlieren. Die Stärke der Allianz, von der
unsere Sicherheit abhängt, ist wiederum von unserer Bereitschaft abhängig, unseren Verpflichtungen ihnen gegenüber
nachzukommen."
Dies ist eine klare und unzweideutige Bekräftigung unserer
Entschlossenheit, in Berlin zu bleiben. Sie dürfte bei niemandem
irgendwelche Zweifel an unserem Entschluß aufkommen lassen, die
Chance von über zwei Millionen Berlinern, in Freiheit zu leben,
offenzuhalten und sie zu verteidigen.
Diese Entschlossenheit erstreckt sich auch auf das Festhalten
am Recht auf Zugang nach Berlin. Das Recht auf freien und uneingeschränkten Zugang ist offenkundig Wesensbestandteil des Rechtes
der Alliierten auf Anwesenheit in Berlin. Darüber hinaus wurde es
durch Vereinbarungen bestätigt, die 1945 unter den Kriegsverbündeten
getroffen und 1949 erneut bekräftigt wurden. Diese Zugangsrechte des
Westens schließen eindeutig das Recht zum Transport von Nahrungsmitteln und anderen Versorgungsgütern ein, die für die Bevölkerung
der Stadt bestimmt sind. Das Recht der Berliner selbst, Güter von
Westdeutschland und anderswoher zu beziehen und dorthin zu verschicke

�verschicken, ist ebenso offenkundig Wesensbestandtei1 des besonderen Status, der Berlin zuerkannt ist.
Ich brauche diesem Zuhörerkreis die Einzelheiten unserer Entgegnung auf die ersten ernsthaften Versuche, unsere Position in
Berlin unhaltbar zu machen, nicht erst ins Gedächtnis zurückzurufen. Die Luftbrücke, die wir 1948 einrichteten, nachdem der Landzugang zur Stadt abgeschnitten worden war, führte zum Scheitern
der Anstrengungen der Kommunisten, die Alliierten gewaltsam aus
Berlin zu verdrängen und die Bevölkerung der Stadt durch Hunger
zur Unterwerfung unter den Kommunismus zu zwingen. In einem Zeitraum
von etwas mehr als elf Monaten wurden über zweieinviertel Millionen
Tonnen Nahrungsmittel und Versorgungsgüter in über einer Viertelmillion Flügen von französischen, britischen und amerikanischen
Luftwaffenangehörigen nach West-Berlin geschafft. Als die Luftbrücken-Aktion ihren Höhepunkt erreicht hatte, landete, wie Sie
sich vielleicht erinnern werden, alle 45 Sekunden eine Maschine in
West-Berlin.
Die Luftbrücke ist ein unauslöschliches Kapitel in der Geschichte der Verteidigung der Freiheit, ebenso wie der Mut der
Berliner während der Blockade. Sie hielten aus trotz dürftigster
Rationen. Die Kommunisten boten ihnen Lebensmittel für den Fall an,
daß sie sich in Ost-Berlin registrieren ließen, doch sie schlugen,
von einigen tausend abgesehen, dieses Anerbieten aus. Im Winter,
als Brennstoffe knapp wurden, froren sie meist ganz erbärmlich.
Monatelang gab es nur drei Stunden am Tag elektrischen Strom. Die
Berliner haben sich der Brüderschaft der freien Völker würdig
erwiesen. Die Bewunderung für ihren Mut und ihre Ausdauer hat erheblich dazu beigetragen, den Namen des deutschen Volkes in den
Augen der Welt wieder zu Ansehen zu bringen.
Das gemeinsame Erlebnis der Blockade schmiedete ein dauerhaftes Freundschaftsband zwischen den Berlinern und den Amerikanern
und ihren Verbündeten. Das Läuten der Freiheitsglocke im Turm des
Westberliner Rathauses mahnt jeden Tag zur Mittagsstunde an die
gemeinsame Sache.
Es

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�Es hat seit dem Fehlschlagen der Blockade im Jahre 1948 auch
noch andere Bedrohungen der Freiheit West-Berlins gegeben. Einige
dieser Bedrohungen waren mit kommunistischen Ultimaten verknüpft,
andere nicht. Frisch im Gedächtnis ist uns noch die sowjetische
Herausforderung vom Februar-März 19&amp;2 in den Luftkorridoren einer der lebenswichtigen Verbindungen des freien Berlin mit der
Außenwelt. Wie 1948 begegneten die alliierten Behörden und die privaten Luftgesellschaften, deren Piloten den normalen Flugverkehr
von und nach Berlin ununterbrochen aufrechterhalten haben, dieser
Bedrohung mit ruhiger aber fester Entschlossenheit. Eben erst haben
wir eine ausgedehnte Periode harten diplomatischen Drucks auf Berlin
durchlebt, die im November 1958 begann. Während dieser ganzen Zeit
haben der Mut und die Standhaftigkeit der Berliner niemals nachgelassen. Trotz der grausamen Mauer bewahren die Berliner ihren
Gleichmut. Allen Drohungen und Schikanen zum Trotz haben die freien
Berliner den Wiederaufbau ihrer Stadt und die Wiederbelebung ihrer
Wirtschaft tatkräftig vorangetrieben.
Berlin ist wieder die größte Metropole zwischen Paris und
Moskau. Schon bei einem kurzen Besuch kann man sehen, wie aus
Ruinen und Trümmern neue Bürogebäude, Appartementhäuser, Hotels
und Läden entstanden sind. Hunderttausende neuer Arbeitsplätze wurden in den vergangenen 15 Jahren geschaffen, und alle einschlägigen
Indexziffern beweisen, daß die Wirtschaft Berlins ständig wächst.
Doch das freie Berlin gedeiht nicht nur in materieller Hinsicht,
auch das kulturelle Leben hat einen großen Aufschwung genommen.
Kunst, Musik, Theater und das akademische Leben - sie alle tragen
jetzt wieder dazu bei, Berlins einstigen Ruf als großes europäisches
und westliches Kulturzentrum wiederherzustellen. Seine wirtschaftliche Vitalität, die erwiesene Tapferkeit seiner Bevölkerung und
das anerkanntermaßen hohe kulturelle Niveau haben alle mitgeholfen,
Berlin seinen Platz unter den ersten Städten der Welt wieder zu
verschaffen .
Es gibt indessen noch ein anderes Element, das Erwähnung verdient, nämlich, $aß Berlin in den vergangenen 15 Jahren auch Schauplatz einer äußerst erfolgreichen westlichen Zusammenarbeit war.
In' der ersten Zeit nach Beendigung der Blockade wurde der Stadt für

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5 -

�für ihren Wiederaufbau fast eine Milliarde Dollar an direkter
oder indirekter Hilfe aus Mitteln des Marshallplans zur Verfügung
gestellt. Die anderen westlichen Verbündeten schalteten sich ein,
sobald die Erholung von den Kriegsschäden im eigenen Lande einsetzt
Als dann die Bundesrepublik ihrerseits daranging, eine eigene leistungsfähige Wirtschaft aufzubauen, trug auch sie innerhalb der
Grenzen ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit in steigendem
Maße hierzu bei, bis

sie schließlich den Punkt erreichte, -von dem

an sie die Hauptverantwortung übernahm. Alles dies, gepaart mit
der Initiative und Tatkraft Berlins und seiner Bevölkerung, war
von unschätzbarem Wert für das Wiedererstarken der Stadt.
Abgesehen von den wirtschaftlichen Aspekten dieser Zusammenarbeit, kommt ihr auch noch eine große politische Bedeutung zu.
Was die Berlin-Politik anlangt, gibt es zwischen Frankreich, Großbritannien und den Vereinigten Staaten keine grundsätzlichen Meinungsverschiedenheiten. Die drei Mächte, die eine grundlegende Verantwortung in Berlin haben, sind sich im Hinblick auf ihre Verpflic
tung einig,

dem freien 3erlin Demokratie, Freiheit und Fortschritt

zu erhalten.
Diese Einigkeit in den Zielsetzungen teilen die westlichen
Bündnispartner nicht nur mit den Bürgern des freien Berlin, sondern
mit dem gesamten deutschen Volk. Mit dem ganzen deutschen Volke
gemeinsam haben wir den Wunsch, nicht nur Berlin, sondern Deutschland in Frieden und Freiheit wiedervereint zu sehen.

Wir wollen

die Tatsache niemals aus den Augen verlieren, daß die fortdauernde
Prosperität und Lebensfähigkeit des freien Berlin und die Aufrechterhaltung seiner engen Bindungen zu der Bundesrepublik für die
schließliche Wiedervereinigung Deutschlands von großer Wichtigkeit
sind. Der Präsident der Vereinigten Staaten hat im vergangenen Monat in seiner Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen
die amerikanische Einstellung bezüglich Berlin-und der Wiedervereinigung Deutschlands kristallklar herausgearbeitet. Auf die Unterschiede zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion eingehend, sagte er:
"Unsere

�"Unsere Konflikte sind sicherlich realer Natur. Unsere
Idealvorstellungen

von der Welt sind verschieden. Wir

würden niemandem einen Dienst erweisen, wenn wir es versäumten, unsere Meinungsverschiedenheiten klar herauszustellen. Eine der zentralen Meinungsverschiedenheiten
erwächst aus dem Glauben des amerikanischen Volkes an
das Selbstbestimmungsrecht für alle Völker.
Wir glauben, daß es den Menschen in Deutschland und Berlin
freigestellt sein muß, ihre Hauptstadt und ihr Land wiederzuvereinigen...
Um es kurz zu sagen, wir glauben, daß es den Menschen in
der ganzen Welt - in Osteuropa ebenso wie in Westeuropa,
in Südafrika ebenso wie in Nordafrika, in den alten Staaten
ebenso wie in den jungen - freigestellt sein muß, über ihre
eigene Zukunft zu bestimmen, ohne Diskriminierung oder Diktat und ohne Zwang oder Subversion..."
Wir können die Vorstellung nicht akzeptieren,daß die Elementarbegriffe menschlicher Gerechtigkeit wahlweise anwendbar sind. Die
sittlichen Überlegungen, die die Selbstbestimmung zum guten Recht
der Völker Afrikas erheben, sind gleichermaßen auf den Fall Deutschland und Berlin anwendbar. Ich als Amerikaner darf sagen, daß mein
Land ein vereintes, freies und demokratisches Berlin, das seinen
rechtmäßigen Platz als großartige Hauptstadt eines freien und geeinten Deutschland einnimmt, weiterhin standhaft als eines seiner Ziele
ansehen wird.
Ich weiß, daß es ungeduldige Stimmen gibt, die die sofortige
Wiedervereinigung fordern. Ich sage frei und offen, daß ich jedoch
gleichzeitig nicht etwa konkrete Vorschläge zu hören bekomme, die
aufzeigen, wie dies ohne Anwendung von Gewalt zu bewerkstelligen wäre,
auf die wir im Westen als Mittel zur Erreichung dieses Ziels verzichtet haben. Wir dürfen uns weder durch semantische Wortdeutelei
oder Schlagworte irreführen lassen, noch der Selbsttäuschung erliegen. Wir müssen uns mit den Realitäten der Welt von heute auseinandersetzen. Jene, die die Bastion Berlin bewachen, die in die täglichen

-

7 -

�täglichen Ausfälle und Paraden des Umgangs mit den Kommunisten verwickelt sind, kennen diese Realitäten. Pluspunkte lassen sich in
Berlin nicht leicht erzielen.
Dies heißt aber nicht, daß wir deshalb in unserer Entschlossenheit nachlassen. Wir brauchen nicht das künstliche Stimulans des
Konflikts und der Spannung, um in unserem Entschluß neu bestärkt zu
werden. Wir anerkennen die einfache Wahrheit, daß

die Freiheit von

der Woge der Zukunft getragen wird, daß die evolutionären Entwicklungsprozesse, die für die Freiheit arbeiten, eine ganz eigene innere
Schwungkraft besitzen. Diese Prozesse haben eine größere Chance,
sich zu entfalten, wenn keine Spannungen auftreten, die nur dazu angetan sind,

den Status quo einzufrieren und sinnvolle friedliche

Anpassungen politisch unmöglich zu machen.
Wir können manche Entwicklung im Osten als Vorboten der Zukunft
betrachten. Die starren Dogmen des Stalinismus, die in der Vergangenheit

Millionen Menschen Not und Tod brachten, werden nun in Osteuropa

offiziell als Ketzerei bezeichnet. Wir stoßen auf abweichende Stimmen,
auf Zweifel an früher als unumstößlich geltenden Dogmen und auch auf
unmißverständliche Beweise einer natürlichen Freiheitssehnsucht der
Menschen. Ähnliche Kräfte

sind, wenn auch noch stärker gedämpft

und strenger überwacht, auch in der Ostzone Deutschlands vorhanden.
Ich zähle diese Punkte auf, um meine Überzeugung zu unterstreichen,
daß die Teilung Deutschlands dem Strom der Geschichte zuwiderläuft.
Wenn uns vielleicht auch die Geschichte begünstigen mag, so
müssen wir dennoch einsehen, daß eine Wiedervereinigung Berlins und
Deutschlands nicht schnell und nicht auf leichte V/eise zu erreichen
ist. Wir müssen einsehen, daß die Zeiten Geduld, Ruhe und Einsicht,
gepaart mit Entschlossenheit, fordern. Eine Frage aber, auf die wir
heute eine Antwort finden müssen, lautet: Wie können wir den Menschen
in Mitteldeutschland helfen, mit den Schwierigkeiten fertig zu werden,
die ihnen aus der Existenz der Mauer erwachsen? Diese Frage hat mehrere
Aspekte.
Zunächst muß der Westen stark und einig bleiben. Wir hier sind
uns der vielen Vorteile voll bewußt, die die Freiheit in ihren im
Westen entwickelten Formen mit sich bringt. Wir müssen der Welt aber

-

8

-

�aber deutlich vor Augen führen, daß die westlichen Wertbegriffe
universale Werte sind und den Aspirationen aller Menschen entgegenkommen. Die marxistischen Dialektiker attackieren eine Karikatur
des westlichen Kapitalismus, wie ihn Marx Mitte des 19- Jahrhunderts
sah. Wir können der Welt nicht nur beweisen, daß das westliche System einer freien Gesellschaft der beste Weg ist, die geistigen und
seelischen Bedürfnisse des Menschen zu befriedigen, sondern auch,
daß unser freies Wirtschaftssystem das wirksamste Mittel ist, die
materiellen Wünsche der Menschen zu erfüllen. Wir müssen schwer
arbeiten, um die Dynamik unseres Systems fortgesetzt unter Beweis
zu stellen

und um der Welt die mannigfaltigen Vorteile der Ent-

scheidungsfreiheit vor Augen zu führen.
Auf wirtschaftlichem Gebiet sind die Schwierigkeiten, denen
sich Osteuropa gegenübersieht, von einer deutschen Expertengruppe,
nämlich dem "Forschungsbeirat für Fragen der Wiedervereinigung
Deutschlands", wie folgt charakterisiert worden1 "Die Wirtschaft
des Ostblocks ist das Opfer der tiefen Kluft zwischen ideologischer
Loyalität und den praktischen -volkswirtschaftlichen Erfordernissen."
Erst kürzlich hat die Presse die Probleme aufgezeigt, mit denen sich
die Wirtschaftsplaner des Sowjetblocks im COMECON konfrontiert sehen.
Die Opposition rumänischer Stellen zu den für ihr Land ausgearbeiteten Plänen, die seiner industriellen Entwicklung ein Ende gesetzt
hätten, ist allgemein bekannt. Vergleichen Sie diese Situation einmal mit jener, die wir in Westeuropa vorfinden. Obwohl wir auch im
Westen Meinungsverschiedenheiten antreffen, so besteht doch keinerlei Zweifel darüber, daß der Gemeinsame Markt neue wirtschaftliche
Impulse zu einer Zeit hervorgebracht hat, in der sich der Ostblock
immer akuteren Schwierigkeiten gegenübergestellt sieht. Unser
spezifisches Wirtschaftssystem habe ich bereits erwähnt. Hier in
der Bundesrepublik, wo Sie von einer freien Marktwirtschaft profitieren, genießen Sie ebenfalls die Segnungen einer fortschrittlichen Sozialpolitik. Ganz eindeutig ist die soziale Gerechtigkeit
in den freien Volkswirtschaften des Westens

unendlich viel größer

als in Osteuropa. Konkret gesprochen können wir sicher sein, daß
die Arbeiter in der Ostzone genau wissen, wieviel mehr Annehmlichkeiten ihre Kollegen in der Bundesrepublik unter diesem System

-

9 -

�System genießen, als ihnen unter dem dort herrschenden System
geboten werden. Trotz der im Osten bestehenden Beschränkungen
des Meinungsaustausches mit dem Westen sind die offensichtlichen
Vorteile des westlichen Systems den Menschen in Osteuropa durchaus bekannt und werden auch in zunehmendem Maße diskutiert. Der
Westen wird für den Osten immer mehr zu einem Magnet von mächtiger Anziehungskraft, einer Anziehungskraft, die dort zwangsläufig zu einer Neuorientierung führen und neue Beziehungen zwischen Ost und West möglich machen wird. Wie Präsident Kennedy
in seiner Ansprache vor Studenten der Freien Universität in Berlin
erklärte: "Ganz gleich, ob sie (die Menschen des Ostens) viel oder
wenig vom Westen sehen, was immer sie sehen muß so strahlend sein,
daß es den täglichen Propagandawirbel der Entstellung klar wider- legt." Auf eine Zeit eingehend, in der sich Möglichkeiten für eine
Aussöhnung zwischen Ost und West abzeichnen, erklärte der Präsident
weiter: "Dann gilt es, Wunden zu heilen und das Mißtrauen auf beiden Seiten abzubauen. Es gilt dann die Unterschiede im Niveau des
Lebensstandards auszugleichen - das heißt, es nach oben und nicht
nach unten anzugleichen. Es gilt, faire und wirksame Abkommen zur
Beendigung des Wettrüstens zu treffen. Diese Veränderungen werden
nicht heute oder morgen eintreten, aber wir müssen unsere Bemühungen mit unverminderter Kraft fortsetzen."
Daneben gilt es, mit großer Wachsamkeit die westliche Einigkeit zu wahren, die allein unser System in großem Rahmen funktionsfähig machte. Diese Einigkeit wurde in Krisenzeiten glänzend unter
Beweis gestellt. Ich brauche nur abermals an die Reaktion des Westens auf die Berliner Blockade zu erinnern und als ein Beispiel
aus jüngster Zeit die Solidarität des Westens während der Kuba-Krise
im vergangenen Jahr anzuführen. In der Tat wurden zahlreiche Einrichtungen, die unsere Einigkeit hier dokumentieren, in Krisenzeiten geboren. Ich brauche in diesem Zusammenhang nur die NATO zu erwähnen.
Dennoch sollten und können wir, wie ich glaube, in Zeiten der
relativen Ruhe genauso einig sein wie in Krisenzeiten. Wenn wir
unser System für die östliche Welt anziehend machen wollen, müssen
wir unsere Ideen und Hilfsquellen zusammenfassen. Einigkeit ist dabei
die wesentliche Voraussetzung.
Lassen
-

10

-

�Lassen Sie mich das, was ich eben generell gesagt habe,
speziell auf Berlin anwenden.
Die amerikanische Verpflichtung gegenüber Berlin wurde erst
kürzlich durch Präsident Kennedy anläßlich seines Berlin-Besuches
im Juni dieses Jahres erneut bestätigt. Ich brauche wohl nicht zu
wiederholen, was er in so beredter Weise bei dieser Gelegenheit
zum Ausdruck brachte. Niemand sollte die diesbezügliche feste
Entschlossenheit der Amerikaner und ihrer Alliierten anzweifeln.
Wir verstehen und würdigen den Wunsch der Berliner Behörden
und der Bevölkerung der Stadt nach normaleren Beziehungen zu ihren
Landsltuten in der Bundesrepublik. Ich glaube, die Geschichte wird
meine Worte bestätigen, wenn ich behaupte, daß es zahlreiche Beweise
unseres Mitempfindens bezüglich dieses natürlichen Wunsches gibt.
Seit Jahren bestehen Regelungen, um einem Großteil der Gesetze und
Abkommen der Bundesrepublik auf Berlin auszudehnen. Die Vertreter
von 2 l/2 Millionen freien Berlinern spielen eine aktive und einflußreiche Rolle im Parlament der Bundesrepublik.
Gleichzeitig haben wir jedoch auf des Aufrechterhaltung des
besonderen Status von Berlin bestanden. Wenn wir Berlin verteidigen
und weiterhin die Freiheit und Prosperität seiner Bürger gewährleisten sollen, dann ist es ganz klar, daß wir eine starke Basis brauchen, von der aus wir operieren können. Verstehen Sie mich bitte nicht
falsch - ich verwende das Wort Basis nicht im militärischen Sinn.
Wir halten es für wichtig, unsere rechtlich starke Position in der
Stadt beizubehalten, und zwar sowohl im Interesse Berlins als auch
in unserem eigenen. Für mich gilt es als erwiesen, daß ein eventueller Mangel an Klarheit hinsichtlich der alliierten Position letzten
Endes unser Verantwortungsbewußtsein gegenüber dieser Stadt schwächen
und unsere Fähigkeit, eben dieser Verantwortung gerecht zu werden, in
Frage stellen könnte. Offensichtlich ist die sowjetische Führung in
den letzten Jahren gegenüber der Weltmeinung empfindlicher und rücksichtsvoller geworden. Für Berlin und die Alliierten ist es von lebenswichtiger Bedeutung, daß die Welt ein wohlwollendes Verständnis
für die Probleme hat, um die es in der Berlin-Frage geht. Die Überzeugungskraft unserer Argumentation vor dem Forum der Weltmeinung

-

11

-

�Weltmeinung hängt aber weitgehend von der Integrität unserer
Position ab.
Wir legen es den deutschen Stellen nahe, die von mir hier
angeführten Erwägungen bei ihren Überlegungen ernsthaft zu prüfen.
Diese Erwägungen sind natürlich nur für die Übergangsperiode von
Belang - so lange, bis die gerechte und friedliche Wiedervereinigung
Deutschlands, die wir genau so glühend herbeisehnen wie die Deutschen,
erreicht werden kann.
Daneben gibt es noch andere Dinge, die wir in diesem Interimszeitraum tun sollten und müssen:
Wir müssen uns ernsthaft darum bemühen, jenen Menschen die Hoffnung zu erhalten, deren Verbindung zu ihren deutschen Landsleuten
durch die unmenschliche, mitten durch das Herz Berlins führende
Mauer abgeschnitten wurde.
In Einklang mit unseren allgemeinen politischen Zielen müssen
wir neue Anstrengungen zur Milderung der menschlichen und physischen
Härten unternehmen, die den Ostdeutschen durch die Errichtung der
Mauer zugefügt worden sind.
Diese beiden Ziele lassen sich im Rahmen eines friedlichen Wettbewerbs erreichen. Wir haben viele mutige und zuversichtliche Äußerungen von kommunistischen Führern über die Überlegenheit des Kommunismus gehört. Sie waren ausnahmslos begleitet von düsteren Beschreibungen der Unzulänglichkeiten unseres Systems im Westen. Berlin stellt
für sie eine Herausforderung dar, ihre zuversichtlichen Worte durch
Taten zu bekräftigen. Es fordert sie heraus, sich vor aller Öffentlichkeit dem Wettbewerb der Ideen zu stellen. Wir haben gehört, was
sie zur Verteidigung der Mauer vorbringen. Sie geben vor, ihre
"Errungenschaften" gegen übergriffe des Westens verteidigen zu müssen.
Wir alle wissen, daß dies nicht der Wahrheit entspricht - daß sie in
Wirklichkeit die magnetische Anziehungskraft der Freiheit fürchten,
wie sie in West-Berlin zu finden ist.
Wir haben ein Recht, ihnen entgegenzuhalten: "Wenn ihr so vom
Wert eurer Ideen überzeugt seid, dann laßt doch die Bevölkerung frei

12

-

�frei zwischen beiden Systemen wählen! Gestattet den freien Berlinern, Ost-Berlin zu betreten, und erlaubt den Ostdeutschen, nach
dem Westen zu kommen!" '.Vir haben auch das Recht, zu fragen: "Warum
muß die Bevölkerung der Sowjetzone noch immer Furcht davor haben,
eine andere Meinung zu äußern? Warum wird die Bevölkerung der Sowjetzone durch ihre Behörden von jedem Kontakt mit ihren Brüdern im
Westen abgeschnitten? Warum ist ein Gebiet, das für seine Produktivität und seinen Fleiß bekannt war, nicht in der Lage, seine Bevölkerung mit dem Notwendigsten zu versorgen? Warum ist die Produktivität der deutschen Arbeiter oder Bauern im Osten (die sich vom
Wesen her in nichts von ihren Kollegen in Westdeutschland unterscheiden) soviel niedriger als im Westen?"
'.Vir appellieren an die Sowjetführung, die letztlich die Verantwortung für Ostdeutschland trägt, eine Verbesserung der Lebensbedingungen der dortigen Bevölkerung zu gestatten. Die Kommunisten
sollen ihr Sperrfeuer lügenhafter Propaganda einstellen und der
Bevölkerung erlauben, die Verhältnisse im Westen selbst in Augenschein zu nehmen und sich ihre eigene Meinung zu bilden.
Und weiter: Was soll die endlose Kette kleiner Schikanen,
die sowohl den Zugang nach Berlin als auch das Leben in der Stadt
selbst berühren? Wenn die kommunistischen Führer so von ihrem Endsieg in Frieden überzeugt sind, warum setzen sie dann ihre Bemühungen
fort, Berlin zu isolieren und zu schwächen? Ist dies ein Zeichen von
Zuversicht, oder fürchten sie in Wirklichkeit, im freien Wettbewerb
der Ideen nicht bestehen zu können?
Wenn wir diesen Fragen auf den Grund gehen, so sollten wir dies
nicht in provokativer oder aggressiver Weise tun, denn damit würden
wir nur unserer eigenen Sache schaden. Was ich vielmehr vorschlage,
ist eine gemeinsame Anstrengung des Westens, um seine Anziehungskraft
auf den Osten immer mehr zu verstärken. Wir sollten klar zum Ausdruck bringen, daß wir keinem wie auch immar gearteten System feindselig gegenüberstehen, das den Menschen die- Freiheit läßt, ihr
Schicksal selbst zu bestimmen. Ich bin überzeugt, daß die Anziehungskraft unseres westlichen Systems so groß ist, daß der Sieg letzten

13

�letzten Endes unser sein wird, wenn sich die Menschen tvrv frei en+
scheiden dürfen.
Wie schon Präsident Kennedy in Berlin sagte: "Es gibt keinen
einfachen Weg zur Wiedervereinigung Deutschlands und Wiederherstellung Europas. Aber das Leben ist niemals einfach. Es gibt
Arbeit, die getan werden muß, Verpflichtungen, die erfüllt werden
müssen - Verpflichtungen gegenüber der Wahrheit, der Gerechtigkeit
und der Freiheit."
In diesem Sinne trete ich dafür ein, daß wir alle unsere Anstrengungen, unsere Fähigkeiten und unsere Hilfsquellen vereinen,
damit Berlin und Deutschland schließlich in Frieden und Freiheit
wiedervereinigt werden.

* * * * *

-

14 -

�A M E R I K A

D I E N S T

Allg./l8.10.1963

TESTSTOPPVERTRAG IN KRAFT GETRETEN

WASHINGTON - (AD) - Der Vertrag über das Verbot von
Kernwaffenversuchen und anderen nuklearen Explosionen
in der Atmosphäre, im Weltraum und unter Wasser ist
am 10. Oktober 19&amp;3 mit der feierlichen Hinterlegung
der Ratifikationsurkunden in Washington, London und
Moskau in Kraft getreten. Der Kreis der Vertragspartner, der ursprünglich nur die Vereinigten Staaten,
Großbritannien und die Sowjetunion umfaßte, hat sich
nach der Unterschriftsleistung der Außenminister dieser drei Staaten am 5« August 1963 i n Moskau durch
die Beitrittserklärungen anderer Regierungen inzwischen um mehr als hundert Staaten erweitert. In
Washington wurden bis zum Tag des Inkrafttretens Beitrittserklärungen von 102 Regierungen abgegeben. Der
Vertrag wurde allgemein als ein erster Schritt zum
Abbau der internationalen Spannungen begrüßt. Präsident John F. Kennedy versicherte anläßlich des Inkrafttretens des Teststoppvertrages, daß die Vereinigten
Staaten "dem Buchstaben und dem Inhalt nach" zu dem
Vertrag stehen werden. Der Teststoppvertrag hat folgenden Wortlaut:
VERTRAG
über ein Verbot von Kernwaffenversuchen in der Atmosphäre,
im Weltraum und unter Wasser

Die Regierungen der Vereinigten Staaten von Amerika, des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland und der
Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, nachstehend als "die
ursprünglichen Vertragspartner" bezeichnet, die
es als ihr Hauptziel verkünden, schnellstmöglich ein Abkommen
über eine allgemeine und vollständige Abrüstung unter strikter
internationaler Kontrolle im Einklang mit den Zielsetzungen der
Vereinten Nationen zu erreichen, das dem Wettrüsten ein Ende machen
und den Anreiz zur Produktion und zur Erprobung aller Arten von Waffen, einschließlich Kernwaffen, beseitigen würde,
die
-

1

�"AMERIKA DIENST
die Einstellung aller Versuchsexplosionen nuklearer Waffen
für alle Zeiten zu erreichen suchen, entschlossen, die diesbezüglichen Verhandlungen fortzusetzen, und von dem Wunsche beseelt,
der Vergiftung der Umwelt des Menschen durch radioaktive Substanzen ein Ende zu setzen,
haben folgendes vereinbart:
Artikel I
1 . Jeder Partner dieses Vertrages verpflichtet sich, jegliche
Versuchsexplosion mit Kernwaffen oder jegliche andere nukleare Explosion zu verbieten, zu verhindern und solche an keinem seiner
Jurisdiktion oder Kontrolle unterstehenden Platz durchzuführen:
a) in der Atmosphäre; jenseits ihrer Grenzen, einschließlich
des Weltenraums; oder unter Wasser, einschließlich der
territorialen Gewässer oder auf hoher See; oder
b) in irgendwelchen anderen Bereichen, falls eine solche
Explosion bewirkt, daß radioaktive Rückstände außerhalb
der territorialen Grenzen des Staates auftreten, unter
dessen Jurisdiktion oder Kontrolle eine derartige Explosion durchgeführt wird. In diesem Zusammenhang herrscht
Einvernehmen, daß die Bestimmungen dieses Unterabschnitts
den Abschluß eines Vertrages nicht präjudizieren, der zu
einem ständigen Verbot aller nuklearen Versuchsexplosionen,
einschließlich aller derartigen unterirdischen Explosionen,
führt und dessen Abschluß die Partner, wie sie in der
Präambel dieses Vertrages erklärten, zu erreichen suchen.
2. Jeder Partner dieses Vertrages verpflichtet sich außerdem,
davon Abstand zu nehmen, die Durchführung irgendeiner Kernwaffenversuchsexplosion oder einer anderen Kernexplosion an irgendeinem
Ort innerhalb der bezeichneten Bereiche oder von der in Paragraph 1
dieses Artikels beschriebenen Wirkung zu veranlassen, zu unterstützen
oder sich in irgendeiner Weise an ihr zu beteiligen.
Artikel II
1. Jeder Partner kann Zusätze zu diesem Vertrag vorschlagen.
Der Wortlaut jedes vorgeschlagenen Zusatzes soll den DepositarTiegierungen unterbreitet werden, die ihn an alle Partner dieses
Vertrages weitergeben werden. Danach sollen die Depositarregierungen, sofern dies von einem Drittel oder mehr der Partner gewünscht
wird, eine Konferenz zur Erörterung eines solchen Zusatzes einberufen, zu der alle Partner einzuladen sind.
2. Jeder Zusatz zu diesem Vertrag muß von einer Stimmenmehrheit
aller Partner dieses Vertrages, einschließlich der Stimmen aller
ursprünglichen Vertragspartner, gebilligt werden. Der Zusatz soll

- 2

�"AMERIKA DIENST"
soll für alle Partner mit der Hinterlegung der Ratifikationsurkunden durch eine Mehrheit aller Partner, einschließlich der Ratifikationsurkunden aller ursprünglichen Vertragspartner,in Kraft
treten.
Artikel III
f

1 . Dieser Vertrag soll allen Staaten zur Unterzeichnung
offenstehen. Jeder Staat, der diesen Vertrag nicht vor seinem Inkrafttreten gemäß Paragraph 3 dieses Artikels unterzeichnet, kann
ihm zu jedem anderen Zeitpunkt beitreten.
2. Dieser Vertrag bedarf der Ratifizierung durch die Signatarstaaten. Die Ratifikationsurkunden und die Beitrittsurkunden sollen
bei den Regierungen der ursprünglichen Vertragspartner - den Vereinigten Staaten von Amerika, dem Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland und der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken - hinterlegt werden, die hiermit als Depositarregierungen
bezeichnet werden.
3. Dieser Vertrag soll nach seiner Ratifikation durch alle
ursprünglichen Vertragspartner und nach der Hinterlegung der Ratifikationsurkunden in Kraft treten.
4. Für Staaten, deren Ratifikations- oder Beitrittsurkunden
nach dem Inkrafttreten dieses Vertrages hinterlegt werden, soll
er mit dem Datum der Hinterlegung ihrer Ratifikations- oder Beitrittsurkunden in Kraft treten.
5. Die Depositarregierungen sollen umgehend alle Signatarmächte sowie alle beitretenden Staaten über den Zeitpunkt jeder
Unterzeichnung, den Zeitpunkt der Hinterlegung jeder einzelnen
Ratifikations- und Beitrittsurkunde zu diesem Vertrag, über das
Datum ihres Inkrafttretens und das Datum des Eingangs jeglicher
Ersuchen um eine Konferenz oder anderer Mitteilungen unterrichten.
6. Dieser Vertrag soll von den Depositarregierungen gemäß
Artikel 102 der Charta der Vereinten Nationen registriert werden.
Artikel IV
Dieser Vertrag soll von unbegrenzter Dauer sein.
Jeder Partner soll in Ausübung seiner nationalen Souveränität
das Recht haben, von dem Vertrag zurückzutreten, sofern er entscheidet, daß außergewöhnliche Ereignisse, die im Zusammenhang mit dem
Gegenstand dieses Vertrages stehen, die höchsten Interessen seines
Landes gefährdet haben. Er soll alle übrigen Partner des Vertrages
drei Monate im voraus von einem solchen Rücktritt benachrichtigen.
Artikel V

�"AMERIKA DIENST"
Artikel V
Dieser Vertrag, dessen englischer und russischer Text in
gleicher "/eise authentisch sind, soll in den Archiven der Depositarregierungen hinterlegt werden. Ordnungsgemäß beglaubigte Kopien dieses Vertrages sollen von den Depositarregierungen den Regierungen der Signatar- und der beitretenden Staaten übersandt
werden .
Zum Zeugnis dessen haben die Unterzeichneten, ordnungsgemäß
bevollmächtigt, diesen Vertrag signiert.
Gegeben in dreifacher Ausfertigung zu Moskau am fünften Tage
des August Eintausendneunhundertunddreiundsechzig.
Für die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika
(gez.) Dean Rusk
Für die Regierung des Vereinigten Königreiches von Großbritannien
und Nordirland
(gez.) Home
Für die Regierung der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
(gez.) A. Gromyko

* * * * *

4 -

�A M E R I K A

D I E N S T

ANSPRACHE
S r . Exzellenz des Außenministers der V e r e i n i g t e n S t a a t e n
Dean Rusk

gehalten am 2 7 . Oktober 1965 in der P a u l s k i r c h e zu F r a n k f u r t (Main)
a n l ä ß l i c h der
Einweihung der George C. M a r s h a l l - G e d e n k s t ä t t e am Opernplatz

�"AMERIKA DIENST"

Allg./XVI-39
I. General Marshall

Es ist eine hohe Ehre für mich, Herr Bundeskanzler, Ihnen und
dem deutschen Volk hier die Dankbarkeit aller Amerikaner für die
Ehrung zu bekunden, die Sie heute General George Catlett Marshall
zuteil werden lassen. Es freut mich insbesondere, daß auch Mrs.
Marshall hier unter uns weilt. Von besonderer Bedeutung ist ferner,
daß einige der prominentesten Mitglieder unseres Senats und Repräsentantenhauses hierhergekommen sind - Männer, die selbst engstens
mit General Marshall zusammengearbeitet haben und durch ihre Anwesenheit die Tatsache bezeugen, daß jeder einzelne Amerikaner, der für
die als Marshall-Plan bekannte große Partnerschaft zwischen Ihnen
und uns gewirkt hat, mit ganzer Einsatzfreude und Hingabe am Werk
war. Dieses große Unterfangen wäre ohne das Verständnis und die
praktische Mitarbeit vieler unserer Bürger, die heute hier im Geiste
mit uns sind, nicht möglich gewesen.
Für diejenigen unter uns, die an seiner Seite tätig waren,
stellte General Marshall eine Persönlichkeit olympischer Größe dar.
Er führte uns im größten aller Kriege und errang dennoch den Friedensnobelpreis. Er war ein warmherziger Mensch und gleichzeitig ein
Mann, der hinsichtlich der Pflichten der Staatsbeamten eine sehr
strenge Dienstauffassung vertrat, und er hatte tiefsten Respekt vor
den verfassungsmäßigen Gepflogenheiten eines demokratischen Volkes.
Einfach und unkompliziert in Geist und Denken, war er, was Klarheit
und den Blick für das Wesentliche angeht, selbst noch so gebildeten
Kollegen Vorbild. Ich höre ihn förmlich zu seinen Kollegen sagen:
"Meine Herren, betrachten Sie unsere Probleme bitte nicht so, als
handelte es sich um militärische Probleme - das könnte sie nämlich
leicht zu militärischen Problemen machen."
General Marshall hatte zwei wesentliche Eigenschafte. , die die
Größe eines Staatsmannes ausmachen. Er besaß die Fähigkeit, große
Konzeptionen zu formulieren - Ziele, die nach Lord Acton durch ihre
Großartigkeit die Vorstellungskraft und durch ihre Einfachheit die

«

-

1

�die Vernunft in Bann schlagen. Und er hatte den Willen, an diesen
Konzeptionen festzuhalten, bis sie verwirklicht waren.
Nachdem General Marshall von der gescheiterten Moskauer
Konferenz von 1947 zurückgekehrt war, begann in seinem Denken die
Idee eines umfassenden Plans zur Einigung und zum Wiederaufbau
Europas Gestalt anzunehmen. Noch vor Sommeranfang traf er seinen
Entschluß. Am 5« Juni 1947 hielt er dann seine Rede vor der HarvardUniversität, in der er den europäischen Ländern für den Fall, daß
sie einen gemeinsamen Plan zum wirtschaftlichen Wiederaufbau entwickelten, die Mitwirkung der Vereinigten Staaten an dessen Verwirklichung in Aussicht stellte.
Es fanden sich natürlich allenthalben Menschen, die ihm Rat
und Hilfe anboten. Die Verantwortung aber konnte er mit niemandem
teilen. Er allein konnte aus der Verpflichtung heraus, die ihm sein
Amt auferlegte, dem Präsidenten in einer Zeit wirtschaftlicher
Schwierigkeiten im eigenen Lande und angesichts der herannahenden
Wahlen empfehlen, vor sein Volk zu treten und um die Bereitstellung
von 16 Milliarden Dollar für ein Unternehmen zu ersuchen, das man
bestenfalls als ein wohlüberlegtes und notwendiges Wagnis bezeichnen
konnte .
Doch er hatte bereits eine klare Konzeption im Sinn, und er war
überzeugt, daß sie richtig war. So zauderte er nicht lange.
Und damit sind wir bei dem zweiten Element seiner Größe: der
Fähigkeit, eine einmal entwickelte Konzeption mit Beharrlichkeit und
Mut der Verwirklichung entgegenzuführen.
Und jenem Mut auch - dem Mut, sich nicht von der Ungewißheit
und den Schwierigkeiten einschüchtern zu lassen, denen er sich am
Anfang dieses Unternehmens im Sommer 1947 gegenüber fand - verdanken wir die nützliche wirtschaftliche Partnerschaft zwischen Europa
und den Vereinigten Staaten, deren Auswirkungen in unseren Tagen in
steigendem Maße sichtbar werden.

II.

-

2

-

�II. Die wirtschaftliche Partnerschaft

Diese Partnerschaft ist weit über die Träume des Jahres 1947
hinaus gediehen, ohne sich je von den Grundsätzen gelöst zu haben,
die General Marshall seinerzeit aufgestellt hat:
1. daß Europa in dieser Partnerschaft seine Rolle als kollektive Einheit spielen soll, und
2. daß die Vereinigten Staaten die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit, die sich aus der Einheit Europas ergeben, voll
ausschöpfen sollen.
Der erste dieser beiden Grundsätze fand seinen Niederschlag in
der Schaffung dreier großer Institutionen - in der Gemeinschaft für
Kohle und Stahl, in EURATOM und im Gemeinsamen Markt.
In diesen Einrichtungen wurde die Vision eines wahrhaft vereinten Europas erstmals Wirklichkeit: eines Europas, das als Einheit
handeln konnte, und zwar nicht auf Grund der Hegemonie eines einzelnen Staates oder endloser Verhandlungen von vielen, sondern auf Grund
der Übereinkunft der europäischen Staaten, gewisse Fragen als Angelegenheiten von gemeinsamem Interesse zu behandeln, die von gemeinsamen Organen im Namen einer einzigen Gemeinschaft angegangen werden
sollten.
Und jedesmal, wenn Europa einen wirklichen Schritt vorwärts in
Richtung auf eine größere wirtschaftliche Einheit tat, gingen die
Vereinigten Staaten auf die Notwendigkeit und die Möglichkeit der
engeren Partnerschaft ein, die dieser Schritt schuf.
Unser als Starthilfe für die Gemeinschaft für Kohle und Stahl
gegebener Kredit, unsere Zusammenarbeit mit EURATOM auf dem Gebiet
der Atomenergie und die Verabschiedung unseres Gesetzes

über die

Ausweitung des Handels sind sichtbare Beweise dafür, daß das amerikanische Ziel die Schaffung eines vereinten Europas war, ins auf
eigenen Füßen stehen konnte und in der Lage war, mit den Vereinigten
Staaten als gleichberechtigter und sich seines Eigenwertes bewußter
Partner zu verhandeln und seine historische Rolle in der Weltpolitik
wieder zu übernehmen.

. ~

-

3 -

�Auf wirtschaftlichem Gebiet gibt es für Europa und die Vereinigten Staaten noch vieleDinge zu tun.

Sie füllen eine lange

Liste: Handel, Entwicklung und das Zahlungsbilanzproblem - ein
Problem, das aus den wirtschaftlichen Aufgaben und den Sicherheitsfunktionen der Vereinigten Staaten resultiert, die diese in
der freien Welt übernommen haben, und das nach unserer Ansicht
wirkungsvoll durch gemeinsame Maßnahmen in der OECD und anderen
Gremien gelöst werden kann. Wenn ich auf meine Tätigkeit im öffentlichen Dienst zurückblicke, dann muß ich feststellen, daß die Hälfte
der Zeit mit Sorgen über zuviel Gold und die andere Hälfte mit
Sorgen über

- u wenig Gold ausgefüllt war. Ich wünschte, wir könnten

herausfinden, welcher Goldbestand wohl der richtige ist.
Die Fortschritte der letzten 15 Jahre geben uns guten Grund zu
der Annahme, daß diese wirtschaftliche Agenda der Partnerschaft mit
Erfolg abgewickelt werden kann, wenn wir an den Grundkonzeptionen
festhalten, von denen General Marshall in der Harvard-Universität
sprach«
Unsere wirtschaftliche Partnerschaft ist mit der tiefgehenden
Verpflichtung verknüpft, die Handelsschranken zwischen uns abzubauen es ist dies eine Linie, die von Bundeskanzler Erhard wohl verstanden und von ihm geschickt verfochten wird. Liberale Handelspraktiken
sind lebenswichtig für das Wohlergehen unserer Völker und für die
freie Welt als Ganzes. Sie sind nicht minder bedeutsam für die
Erreichung unserer gemeinsamen Ziele auf dem Gebiet der Politik und
der Sicherheit, denn wirtschaftliche Stärke ist hierfür Voraussetzung.
In allen unseren Ländern gibt es jedoch auch Stimmen, die uns - vielfach politisch überzeugend, manchmal aber auch nur lautstark - zu
Maßnahmen zu drängen suchen, die in die andere Richtung weisen zurück zu höheren Zöllen, zu kleinen Märkten und zum wirtschaftlichen Isolationismus. Es wäre gefährlich, würden wir diesen Ratschlägen folgen. Denn die wirtschaftliche Zerplitterung der freien Welt
könnte dahin führen, daß alles,was wir zusammen in den vergangenen
15 Jahren so erfolgreich aufgebaut haben, wieder niedergerissen wird.
III.

�III. Politische Partnerschaft

Im Juni sprach Präsident Kennedy in dieser berühmten Stadt
von der Notwendigkeit einer engeren Partnerschaft zwischen den
Vereinigten Staaten und einem zur Einheit strebenden Europa,
nicht allein auf dem Gebiet der Wirtschaft, sondern auch in Fragen
der Politik und der Verteidigung. Ich möchte zunächst auf die politische Zusammenarbeit eingehen. Diese Frage gewinnt im gegenwärtigen
Stadium der Ost-West-Beziehungen ganz besondere Bedeutung.
An dieser Stelle möchte ich zwei Warnungen einflechten. Erstens:
die Sowjetführer haben weder ihr Weltherrschaftsziel noch ihren Entschluß aufgegeben, dieses Ziel mit allen für sie ungefährlichen
Mitteln zu verfolgen. Zweitens: die begrenzten Abkommen, die wir
jüngst mit der Sowjetunion getroffen haben, stellen keine Detente
dar. Der "heiße Draht", der für einen etwaigen Ernstfall zwischen
Moskau und Washington eingerichtet wurde, das Verbot der Kernwaffenversuche in der Atmosphäre, im Weltraum und unter Wasser, die
Resolution, den Weltraum von Massenvernichtungswaffen frei zu
halten - das alles sind nützliche, wenn auch kleine Schritte auf dem
Wege zum Frieden.
Ohne Fortschritt in Richtung auf die Bereinigung solcher kritischer politischer Streitfragen wie Berlin und die Teilung Deutschlands, Vietnam, Laos und Kuba kann es keine echte Entspannung geben,
und solange die Einwilligung in eine Inspektion und Überprüfung aussteht, sind in der Frage der Abrüstung nur geringe Fortschritte zu
erwarten .Semit haben wir in der freien Welt keinen Grund, in unserer
Wachsamkeit nachzulassen.
Innerhalb der kommunistischen Welt aber sind interessante Entwicklungen im Gange. Hier sind der chinesisch-sowjetische Dialog
und die Spannungen in den Beziehungen zwischen den beiden Staaten
zu nennen. In den kommunistischen Staaten Osteuropas mehren sich
die Zeichen eines wachsenden Nationalbewußtseins. Es herrscht
offensichtlich eine nüchterne Einschätzung der Gefahren eines

-

5 -

'

�III» Politische Partnerschaft

Im Juni sprach Präsident Kennedy in dieser berühmten Stadt
von der Notwendigkeit einer engeren Partnerschaft zwischen den
Vereinigten Staaten und einem zur Einheit strebenden Europa,
nicht allein auf dem Gebiet der Wirtschaft, sondern auch in Fragen
der Politik und der Verteidigung. Ich möchte zunächst auf die politische Zusammenarbeit eingehen. Diese Frage gewinnt im gegenwärtigen
Stadium der Ost-West-Beziehungen ganz besondere Bedeutung.
An dieser Stelle möchte ich zwei Warnungen einflechten. Erstens:
die Sowjetführer haben weder ihr Weltherrschaftsziel noch ihren Entschluß aufgegeben, dieses Ziel mit allen für sie ungefährlichen
Mitteln zu verfolgen. Zweitens: die begrenzten Abkommen, die wir
jüngst mit der Sowjetunion getroffen haben, stellen keine Detente
dar. Der "heiße Draht", der für einen etwaigen Ernstfall zwischen
Moskau und Washington eingerichtet wurde, das Verbot der Kernwaffenversuche in der Atmosphäre, im Weltraum und unter Wasser, die
Resolution, den Weltraum von Massenvernichtungswaffen frei zu
halten - das alles sind nützliche, wenn auch kleine Schritte auf dem
Wege zum Frieden.
Ohne Fortschritt in Richtung auf die Bereinigung solcher kritischer politischer Streitfragen wie Berlin und die Teilung Deutschlands, Vietnam, Laos und Kuba kann es keine echte Entspannung geben,
und solange die Einwilligung in eine Inspektion und Überprüfung aussteht, sind in der Frage der Abrüstung nur geringe Fortschritte zu
erwarten .Semit haben wir in der freien Welt keinen Grund, in unserer
Wachsamkeit nachzulassen.
Innerhalb der kommunistischen Welt aber sind interessante Entwicklungen im Gange. Hier sind der chinesisch-sowjetische Dialog
und die Spannungen in den Beziehungen zwischen den beiden Staaten
zu nennen. In den kommunistischen Staaten Osteuropas mehren sich
die Zeichen eines wachsenden Nationalbewußtseins. Es herrscht
offensichtlich eine nüchterne Einschätzung der Gefahren eines

-

5 -

�eines nuklearen Schlagabtauschs. Es bereitet Schwierigkeiten,
die wirtschaftlichen Kraftreserven auf die widerstreitenden Anforderungen der Rüstung, der Industrialisierung, der Verbrauchsdeckung und der Förderung der Weltrevolution zu verteilen. Und
es bestehen Anzeichen für ein steigendes Interesse an größerer
persönlicher Freiheit.
Es sind eindeutig Wandlungsprozesse hinter dem Eisernen Vorhang im Gange. Es wäre falsch, baldige Veränderungen zu erwarten.
Es wäre aber ebenso falsch, die Macht freiheitlicher Ideen zu
unterschätzen - Ideen, deren Lebenskraft

aioh im Lauf

der Ge-

schichte mehrfach erwiesen hat und die tief in der menschlichen
Natur verwurzelt sind.
Wie Präsident Kennedy vor der Freien Universität in Berlin
erklärte, ist unser Hauptziel die Wiederherstellung Europas - nicht
des künstlich geteilten Europas, wie es seit 1945 besteht, sondern
eines Europas, in dem sich jedes Volk der Selbstbestimmung und Freiheit erfreut.
Solch ein Europa wird gegenwärtig durch die Politik der Sowjetunion unmöglich gemacht, und die Ereignisse der Zeit nach 1945 deute
darauf hin, daß sich dieses Hindernis nicht so ohne weiteres durch
schöne Reden oder Überzeugungskraft überwinden läßt. Es kann nur
mit Gewalt oder durch einen friedlichen Wandel beseitigt werden.
Hier handelt es sich aber um Fragen, die durch Gewalt nicht entschieden werden können, würden durch sie doch eben jene Ziele ver-»,
nichtet, die wir uns gesetzt haben. Die Ausweitung des Handels und
verstärkte Kontakte mit den kommunistischen Staaten sind dem eher
dienlich. Als Teil dieser Bemühungen, einen konstruktiven Wandel
zu beschleunigen, sollten wir versuchen, zu Vereinbarungen über
Maßnahmen zu gelangen, die auf die Beseitigung der Teilung Deutschlands gerichtet sind. Wir müssen den Blick beharrlich auf unser Ziel
der Wiedervereinigung des deutschen Volkes in Freiheit richten.
Dieses Ziel ist wichtig, nicht nur aus Gründen der Gerechtigkeit
und der Menschlichkeit, sondern weil es keinen sicheren und dauerhaften Frieden geben kann, bis daß die aus der unfreiwilligen Spaltung des deutschen Volkes resultierenden Spannungen beseitigt sind.
Es

�Es kann kein befriedigendes politisches Abkommen geben, das dieses
Ziel außer acht läßt. Folglich dürfen wir bei Verhandlungen mit
kommunistischen Staaten nichts tun, das den Anschein erwecken könnte,
als setzten wir das Siegel der Zustimmung unter den Status quo für
das deutsche Volk. Daraus folgt außerdem, daß wir durch solche Verhandlungen die wachsende Stärke und Einheit des Westens nicht in
Gefahr bringen dürfen.
Dies sind keine Fragen, die die Vereinigten Staaten oder irgendein anderes Land einseitig entscheiden können oder werden. Aus eben
diesem Grunde kommt der Frage der politischen Konsultation ganz besondere Bedeutung zu. Von meinem Lande wird kein Abkommen, das unsere
Verbündeten betrifft,

ohne derartige Konsultierung geschlossen werden.

Im Nordatlantikrat und durch unsere normalen diplomatischen Verbindungen stehen uns wirksame Konsultationsmöglichkeiten zur Verfügung.
Wir haben von diesen Möglichkeiten in den letzten zwei Jahren reichlich Gebrauch gemacht. Nun aber müssen wir in diesen lebenswichtigen
Fragen eine noch engere Partnerschaft anstreben.
Alle unsere Länder sollten aus den Möglichkeiten, die die Diskussion

im Nordatlantikrat in dieser Hinsicht bietet, größeren

Nutzen ziehen. Die Vereinigten Staaten haben ihre Initiative zu
solchen Konsultationen innerhalb des Rates erheblich verstärkt und
hoffen, daß andere Mitglieder das gleiche tun werden.
Auch hoffe ich, daß die führenden politischen Planer der interessierten Länder unter der Ägide des Rates in den Ad-hoc-Arbeitsgruppen der METO
Öfter zusammenkommen können. Auf diese Weise würden die Männer, die
in ihren eigenen Hauptstädten die Entscheidungen in diesen Fragen zu
treffen haben, zu einem besseren Verständnis der gegenseitigen Ansichten gelangen. Dafür haben wir ein nützliches Vorbild in der Beratergruppe für atlantische Planung, die die NATO-Planer aus den einzelnen Hauptstädten in regelmäßigen Abständen zusammenführt.
Wir alle sind uns durchaus darüber im klaren, daß es in den
transatlantischen Beziehungen gewisse Probleme gibt. Mein eigener

-

7 -

�eigener Eindruck geht dahin, daß sie nicht wirklich transatlantischer Natur sind, sondern aus dem Fehlen einer Antwort auf die
Frage resultieren: Was ist Europa und wer spricht für es? Da aber
die grundlegenden Verpflichtungen der Mitglieder der großen
atlantischen Gemeinschaft die gleichen sind, hege ich keine Bedenken bezüglich der Lebensfähigkeit einer transatlantischen
Partnerschaft zwischen den Vereinigten Staaten und einem starken,
kraftvollen und geeinten Europa.
Die Antworten aber müssen die europäischen Staaten - wie schon
1947 - selbst geben.

IV. Verteidigungs-Partnerschaft
Ich wende mich nun dem zweiten Gebiet zu, auf dem, wie Präsident
Kennedy ausführte, den Grundsätzen der europäischen Einheit und atlantischen Partnerschaft neue Bedeutung gegeben werden kann - dem Gebiet der Verteidigung.
Wir brauchen zum Schutz des atlantischen Raumes eine starke und
mannigfaltig gegliederte westliche Streitmacht.
Diese Streitmacht muß sowohl nukleare wie nichtnukleare Komponenten einschließen.
Die Militärbehörden der NATO haben Sollstärken festgesetzt, deren
Erreichung dazu beitragen würde, daß wir über eine ausgewogene Gesamtstreitmacht verfügen. Es ist wichtig, daß diese Ziele erreicht werden.
Dann könnte auch niemand mehr auf die Idee verfallen, der Westen sei
in der Verteidigung seiner lebenswichtigen Interessen lax oder gleichgültig.
Ich hoffe, daß das Bündnis als Ganzes die gesteckten Ziele erreichen wird. In einer echten Partnerschaft müssen die Lasten gerecht verteilt sein; alle Länder müssen ihren fairen Anteil an der Gesamtstärke
der Allianz tragen,
Die Vereinigten Staaten leisten ihren vollen Beitrag zu dieser
Partnerschaft und werden dies auch weiterhin tun. Wir können stolz
auf die Tatsache sein, daß die Vereinigten Staaten im allgemeinen
ihre Ziele erreicht oder übertroffen haben, und wir bedauern, daß
-

8

-

�daß dies für gewisse andere Mitglieder des Bündnisses nicht
zutrifft. Wir sind von der Idee durchdrungen, daß die Allianz
als Ganzes ihre Verpflichtungen erfüllen sollte, und wir hoffen
zutiefst, daß dies auch geschehen wird.
Da Sie in der Bundesrepublik und wir in den Vereinigten
Staaten die schwerste NATO-Bürde tragen, kann ich zu Ihnen ganz
offen sprechen. Sie und wir arbeiten in engster Partnerschaft in
der NATO zusammen. Wir ziehen einander vertrauensvoll zu Rate. Wenn
wir sagen, Ihre Verteidigung ist unsere Verteidigung, dann meinen
wir das auch. Das haben wir in der Vergangenheit bewiesen, und wir
werden dies auch.in Zukunft unter Beweis stellen.
Wir haben sechs Divisionen in Deutschland stehen. Wir haben
die Absicht, diese Divisionen hier zu belassen, solange sie gebraucht werden - und unter den gegenwärtigen Umständen werden sie
ohne Zweifel auch weiterhin notwendig sein. Unsere Streitkräfte in
Deutschland werden durch das größte logistische System der Welt
versorgt, das sie mit Hilfe der modernsten und schlagkräftigsten
Ausrüstung in höchster Einsatzbereitschaft hält. Und hinter ihnen
stehen nukleare Streitkräfte

von nahezu unvorstellbarer Schlag-

kraft.
Ich darf Sie auch daran erinnern, daß die zentrale NATO-Front
nicht die einzige Grenze der Freiheit bildet, an der Streitkräfte
der Vereinigten Staaten Wache halten. Wir haben über 2 700 000
Mann unter Waffen, von denen fast eine Million fern der Küsten
der Vereinigten Staaten zu Lande und zu Wasser stationiert sind.
Als eine Nation mit über vierzig Verbündeten und weltweiten
Verteidigungsverpflichtungen sind wir naturgemäß sehr stark an
der Beweglichkeit unserer Streitkräfte interessiert.
In diesem Zusammenhang möchte ich noch ein Wort zum Lufttransport einer US-Panzerdivision nach Deutschland sagen, die hier
an Manövern teilnimmt. Diese Übung war ein Experiment und eine
Demonstration - gestützt

auf die Lufttranspcrtkapazität, zu

deren Schaffung wir uns 1961 im Zusammenhang mit der Berlin-Krise

- 9

�Berlin-Krise verpflichtet haben. Hauptziel war hierbei ,den schnellen
Aufmarsch von Verstärkungen im Falle einer ernsten Krise zu ermöglichen. Es handelte sich also um die Erprobung einer neuen und wichtigen zusätzlichen Kapazität zur Stärkung der militärischen Partnerschaft zwischen den Vereinigten Staaten und Europa.
Ist dieser Lufttransport einer Panzerdivision gleichbedeutend
mit dem Abzug amerikanischer Truppen aus Deutschland? Die Antwort
heißt: "Nein" - das Gegenteil ist der Fall. Infolge dieses Lufttransportunternehmens befindet sich zur Zeit vorübergehend eine
siebente Division in Europa. Darüber hinaus steht noch äU Ausrüstung
für eine weitere Division bereit. Auf diese Weise bildet die von
den Vereinigten Staaten mit so hohem Kostenaufwand aufgebaute Lufttransportkapazität eine bedeutsame Quelle zusätzlicher Stärke
für die Allianz.
Die Partnerschaft zwischen den nordatlantischen Verbündeten
muß auch auf die atomare Verteidigung ausgedehnt werden.
Die Gelegenheit dazu ergibt sich, wie im Falle politischer
Konsultationen, aus der Notwendigkeit, einem spezifischen Problem
zu begegnen. Dieses Problem wird durch eine wachsende sowjetische
Atommacht aufgeworfen, die in Hunderten gegen Westeuropa und die
Vereinigten Staaten gerichteten sowjetischen Raketen ihren Ausdruck
findet. •
Die wirksamste Art und Weise, dieser Bedrohung zu begegnen,
schien zwei aufeinanderfolgenden Regierungen der Vereinigten Staaten
eine Kombination von amerikanischen Fernwaffen und Mittelstreckenraketen, die alliierten Streitkräften mit multilateralen Mannschaften
unter multilateralen Kontrollen und Besitzrechten überstellt werden
sollten.
Eine solche multilaterale Raketenflotte wäre von militärischer
Wirksamkeit. Ihre zielsicheren und wohlgeschützten Raketen wären
Teil des Gesamtbedarfs an westlicher Abschreckungsstärke.
Sie würde die atlantische Partnerschaft stärken, indem sie
die Vereinigten Staaten und Europa durch ein unauflösbares atomares
Band verknüpft. Die Raketen und Sprengköpfe stünden in gemeinsamem
-

10 -

�gemeinsamem Besitz und unter gemeinsamer Kontrolle; sie könnten nicht
einseitig abgezogen werden»
Sie würde ferner den europäischen Zusammenhalt stärken, indem
sie den gegenwärtigen nichtnuklearen Mächten die Gelegenheit böte,
sich an dem Besitz, dem Personal und der Kontrolle einer schlagkräftigen Atomstreitmacht auf derselben Grundlage wie andere Mitglieder dieser Streitmacht zu beteiligen.
Sie wäre somit ein wirksames Mittel, um den Prinzipien, von
denen General Marshall sprach, im gegenwärtigen politischen Rahmen
Europas Wirkung zu verleihen.
Mit zunehmender Ausweitung dieses Rahmens muß natürlich auch
auf diesem Gebiet, ebenso wie im Bereich der politischen Konsultation, Raum für eine Weiterentwicklung vorhanden sein. Der Präsident sprach eindeutig von dieser Möglichkeit im Zusammenhang
mit der Raketenflotte, als er hier im vergangenen Juni erklärte,
daß Europa immer größere Verantwortung auf diesem Gebiet übernehmen
könne und solle, je weiter es auf dem Weg zur Einheit voran schreite.

V. Die Reaktion Europas und die Rolle Deutschlands
Die atlantische Partnerschaft verdankte ihre Anfänge auf wirtschaftlichem Gebiet sowohl der von den Vereinigten Staaten zum Ausdruck gebrachten Bereitschaft, zu handeln, als auch der Reaktion in
Europa selbst. Wie ja auch General Marshall in seiner Rede sagte:
"Die Initiative muß von Europa ausgehen."
Vor 16 Jahren konnte Deutschland bei der Formulierung der
europäischen Antwort nur eine begrenzte Rolle spielen. Aber in
den darauffolgenden Jahren haben wir erlebt, wie die Bundesrepublik
ein; gesundes politisches System entwickelte, einen bemerkenswerten wirtschaftlichen Aufstieg nahm und einen hervorragenden Platz
in der Europa-,Atlantik- und Weltpolitik errang. Sie haben eine geschichtlich bedeutsame Aussöhnung mit Frankreich erreicht. In diesen
Bemühungen war es Kanzler Konrad Adenauer, der die Führung übernahm
und eine unvergängliche Rolle in der deutschen - und europäischen -

-

11

-

�europäischen - Geschichte spielte. Seine Leistung wurde durch Dr.
Ludwig Erhards "Wirtschaftswunder" kraftvoll gestützt.
Auf Grund dieser großen Anstrengungen ist Deutschland in der
Lage, eine höchst bedeutsame Rolle im Aufbau der europäischen
Einheit und der Partnerschaft zwischen Europa und Nordamerika zu
spielen. Die Möglichkeiten, die jetzt vor Ihnen liegen, sind mindestens ebenso faszinierend wie diejenigen, denen sich die europäischen Länder vor 16 Jahren gegenübersahen.
Die Notwendigkeit einer solchen Anstrengung wurde vor wenig
mehr als einer Woche auch von Bundeskanzler Erhard unterstrichen,
als er sein Regierungsprogramm umriß. Es ist ein deutsches Programm,
das auf dem basiert, was nach Ansicht des Kanzlers den Interessen
Deutschlands am besten dient. Aber es ist auch ein europäisches
Programm, ein atlantisches Programm und ein Programm der "freien
Welt".
Lassen Sie mich, im Hinblick auf die konstruktive Rede des
Regierenden Bürgermeisters Brandt vom Dienstag auch beiläufig bemerken, daß es für uns Amerikaner, die wir in den Hauptpunkten
unserer Außenpolitik eine gemeinsame Linie beider Parteien anstreben,
ermutigend ist, zu sehen, daß bei den führenden Männern Ihrer
großen Parteien Einvernehmen in den Grundzügen Ihrer Außenpolitik
herrscht.
Wir hoffen, daß wir im Verein mit Bundeskanzler Erhard und
seinen fähigen Kollegen im Kabinett weitere Portschritte in Richtung
auf die europäische Einheit und atlantische Partnerschaft erzielen
werden.
In diesem Bemühen wird die Standhaftigkeit unserer beiden
Länder und anderer Staaten, die unsere Ziele teilen, voll und ganz
auf die Probe gestellt werden. Denn wir werden auf unserem Weg auf
Hindernisse stoßen.
Es wird in der weiteren Entwicklung der europäischen Integration
und atlantischen Partnerschaft nicht an Schwierigkeiten fehlen.
Bei einer Bewegung solchen historischen Ausmaßes bleiben sie nicht aus.
Wir

�Wir müssen uns auf zeitweilig auftretende Verzögerungen und Enttäuschungen gefaßt machen. Aber wir bewegen uns mit dem Strom
der Geschichte, und die Dinge können gar keinen anderen Verlauf
nehmen.
Wenn die Freiheit siegen soll, müssen wir mit tiefster
innerer Überzeugung und Entschlossenheit voranschreiten.
Ich bin heute hierhergekommen, um erneut die Bereitschaft
meines Landes

zu bekunden, unserer Partnerschaft eine neue Di-

mension zu geben.
Bei Ihnen und den anderen, die die Ziele der europäischen
Einheit und atlantischen Partnerschaft teilen, liegt die Entscheidung darüber, ob diese Bemühungen fortgeführt werden.
Indem wir auf diesem Weg voranschreiten, ehren wir den Mann,
dessentwegen wir hier versammelt sind, in der ihm gemäßen Weise den Staatsmann, der als erster diesen Ideen Ausdruck und Inhalt
verlieh: General George C. Marshall.

* * * * *

-

15 -

&lt;

�A M E R I K A

D I E N S T
W. &amp; A. XV-40

HANDELSAUSWEITUNG UND WIRTSCHAFTSWACHSTUM
IN DER ATLANTISCHEN GEMEINSCHAFT
ANSPRACHE
Sr. Exzellenz, das Botschafters der Vereinigten Staaten,
GEORGE C. MCGHEE

gehalten vor der Handelskammer Koblenz am 5« November 1965

�HANDELSAUSWEITUNG UND WIRTSCHAFTSWACHSTUM
IN DER ATLANTISCHEN GEMEINSCHAFT

Die Ereignisse unserer e igenen Zeit in historischer Perspektive zu betrachten,ist ein sehr schwieriges Unterfangen - ein Unterfangen aber, dem wir uns unterziehen müssen, wollen wir sinnvoll
fuer die Zukunft planen. Es gibt eine Reihe guter Gründe, gerade
diesen Zeitpunkt gegen Jahresende dazu auszuersehen,uns Rechenschaft über uns s elost und die Richtung abzulegen, die die Dinge
nehmen.
In Deutschland kennzeichnet das Jahr 1963 das Ende der Ira
Adenauer - einer Ära, in der eine Nation aus dem Chaos der Niederlage in eine führende Position innerhalb der Völkerfamilie emporgestiegen ist. Unter Bundeskanzler Erhard fängt nunmehr ein neuer
Abschnitt der deutschen Geschichte an.
In Europa brachte 1963 einen vorübergehenden Stillstand auf
dem Wege zu einer wirtschaftlichen Integration innerhalb einer
erweiterten Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, eine Entwicklung,
die zwangsläufig auch den Prozess der politischen Integration verlangsamte .
In der Welt als Ganzes kam es zu weithin wirksamen Veränderungen in den politischen Verhältnissen. Der Übergang von kolonialer Abhängigkeit zu nationaler Unabhängigkeit ist in Asien
und Afrika weit fortgeschritten; die Spaltung zwischen der
Sowjetunion und dem kommunistischen China hat sich vertieft und
ist vielleicht sogar nicht wieder rückgängig zu machen; und ein
erster kleiner Schritt wurde unternommen, die Kernwaffen unter
Kontrolle zu bringen.
Einige
- 1 -

�Einige der Tendenzen und Sachverhalte,die ich hier kurz angeführt habe,leiten sich aus früheren Entscheidungen her, andere werden
in Zukunft Entscheidungen von uns verlangen. Ein Gebiet, auf dem uns
sicherlich Entscheidungen bevorstehen,ist das des internationalen
Handels. Die Möglichkeiten einer weiteren Expansion des Welthandels
sind deshalb heute abend mein Thema. Diese Möglichkeiten sind naturgemäss für uns von grosser Bedeutung, nehmen doch unsere beiden Länder
in der Rangfolge der Handelsnationen der Erde die beiden ersten
Plätze ein. Dabei geht es aber um weit mehr als nur um Handelsinteressen. Wie wir und unsere Partner diese Möglichkeiten nutzen, wird
tiefgreifende Auswirkungen nicht nur auf die Prosperität,sondern auch
auf die Stärke und den Zusammenhalt der freien Welt haben.
Rückblick auf die letzten zehn Jahre
In den letzten zehn Jahren hat sich vieles ereignet, das uns mit
Befriedigung erfüllt. Der Warenaustausch unter den Ländern der freien
Welt,auf die übrigens über neun Zehntel des gesamten Welthandels entfallen, nahm wertmässig von etwa 75 Milliarden Dollar im Jahre 1953
auf über 150 Milliarden Dollar im Jahre 1965 zu. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich der Außenhandel der heute der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft angehörenden sechs Länder um das Zweieinhalbfache,
nämlich von rund 15 Milliarden Dollar auf 37 Milliarden Dollar. Und
um von der Bundesrepublik zu sprechen, so stieg ihr Außmhandel um
mehr als das Dreifache von rund 4 Milliarden auf etwa 15 Milliarden
an»
Sie werden mir wohl sicherlich beipflichten, daß dieser eindrucksvollen Ausweitung des Außenhandels, mindestens was Deutschland
betrifft, eine ähnlich starke Belebung auch der übrigen Wirtschaftstätigkeit auf dem Fuße folgte. Die nach außen orientierte liberale
Handels-und Zahlungspolitik,die Deutschland und andere Länder der
freien Welt betreiben, hat uns allen Vorteile gebracht.
Es haben selbstverständlich viele Faktoren zu der bemerkenswerten
Entwicklung des Welthandels beigetragen, an der die Bundesrepublik
so hervor"0^nden Anteil gehabt hat. In der Bundesrepublik gebührt
das Verdienst der Tüchtigkeit und dem Fleiß des deutschen Arbeiters
- 2-

�Arbiters, der Tatkraft und Initiative der deutschen Wirtschaftskapitäne und dem Geschick in der Wahl der Mittel der Wirtschaftspolitik
seitens des Staates. Natürlich gab es da auch noch ein anderes einflußreiches Moment. In einer Zeit,der Erholung, die auf die Zerstörungen des Krieges und die Unterbrechung der Welthandelsverbindungen
, folgte, war eine Ausweitung der Produktion und des Handels zfc erwarten.
Es waren darüber hinaus aber noch drei weitere wichtige Faktoren
mitgestaltend am Werk.
Es herrscht hier, wie ich nicht bezweifle, allgemeine Übereinstimmung bezüglich der Wichtigkeit des ersten dieser Faktoren. Ich
meine den Schutzschild, den die NATO gegenüber der Bedrohung aus
dem Osten darstellt. Die militärische Stärke, die vor einer Aggression abzuschrecken vermag, war und ist unerlässliche Voraussetzung
für das wirtschaftliche und politische Wohl Europas» Der Beitrag
unserer beiden Länder zur NATO ist hinreichend bekannt.
Ein zweiter Faktor waren die finanziellen Mittel, die über
das Auslandshilfeprogramm der Vereinigten Staaten in die Weltwirtschaft gepumpt worden sind. In der Zeit vor Anlaufen des MarahallPlans und während seiner Laufzeit erhielten die Länder Europas
2|) Milliarden Dollar an amerikanischer Wirtschaftshilfe - zum Teil
in Form von nicht-rückzahlbaren Beihilfen, zum Teil in Form v«n
Krediten -,um ihre Zahlungsbilanzdefizite während der ersten Nachkriegsjahre ausgleichen zu können. Bei fortschreitender wirtschaftlichen Erholung profitierte Europa darüberhinaus noch von den weiteren
32 Milliarden Dollar an amerikanischer Hilfe, die außereuropäischen
Ländern gewährt und von diesen zu einem guten Teil zum Kauf europäischer Waren verwendet wurden.
Der dritte wichtige Faktnr,auf den ich hier näher eingehen
möchte, ist die Liberalisierung des Zahlungsverkehrs und des Handels.
Der Fortschritt in Richtung auf einen freieren Zahlungs-und Handelsverkehr setzte schon kurz nach dem Kriege ein und erhielt in Europa
- 3 -

�Europa einen besonderen Auftrieb unter dem Marshall-Plan, sah man
doch die Beseitigung der Zahlungs-und Handelsbeschränkungen als eine
notwendige Ergänzung der Hilfe an. Ich halte es für sehr instruktiv,
hierbei einen Augenblick zu verweilen und einen Überblick über das zu
geben, was wir durch gemeinsame Anstrengungen zwischen uns erreicht
haben. Richten wir unser Augenmerk zunächst auf den Fortschritt, den
wir auf dem Gebiet des Zahlungsverkehrs erzielt haben.
Auf dem Weg zur Konvertibilität der Währungen
Am Ende des zweiten Weltkrieges litten die meisten europaeischen
Währungen unter den Fesseln sehr strenger Devisenkontrollen. Eine Zahlung, gleich welcher Art, an einen Gläubiger in einem anderen Land zu
leisten, erforderte eine Genehmigung, und die Erteilung einer solchen
Genehmigung wurde häufig wegen Devisenmangel abgelehnt. Der Wert der
europäischen Währungen war s» unsicher und der Bedarf an Waren aller
Art so groß, daß die Länder zögerten, einander nennenswerte Kredite
einzuiXumen. Zahlungen wollten sie außer in Form von Waren des d-ringlichsten Bedarfs, die ohnehin knapp waren, nur in Gold oder Dollar annehmen - und das zu einer Zeit, da sowohl die Gold- als auch die
Dollar- Reserven in fast allen europäischen Ländern sehr gering
waren.
Die Folge war, daß die meisten europäischen Länder bilaterale Abkommen mit jedem einzelnen ihrer Handelspartner abachloßen in dem Versuch, die Zahlungen untereinander auszugleichen. In den meisten Fällen
waren die Kreditmöglichkeiten im nahmen dieser bilateralen Abkommen
ohnehin sehr beschraenkt, und war der Kredit ausgeschöpft, hatte die
Tilgung entweder in Gold oder konvertierbarer Währung zu erfolgen.
Dieses System des bilateralen Zahlungsausgleichs war dazu angetan,
den Handel abzuschnüren und zu zerrütten.
Im Jahre 1947 wurde offenkundig, daß sich Produktion und Handel
in Europa ohne die Schaffung eines flexibleren Zahlungssy3tems nicht
weiter ausbauen ließen. Um diesem Bedürfnis Rechnung zu tragen,
schlössen die Mitgliedstaaten der Organisation für Wirtschaftliche
Zusammenarbeit in Europa (OEEC) im Zuge des Anlaufens des Marshall-

_ 4-

�Marshall-Plans 1946 das Intereuroifiische Zahlungsabkommen. Dieses
Abkommen gestattete den Mitgliedstaaten zum ersten Male, laufende
Verbindlichkeiten und Forderungen auf multilateraler Basis zu verrechnen. Deutschland konnte zum Beispiel Importe aus Italien mit
Forderungen gegenüber Frankreich begleichen, Ein bilateraler Ausgleich der Zahlungsverpflichtungen war nicht mehr länger erforderlich.
Dieses System der multilateralen Verrechnung wurde in der Folge
durch die 19p0 erfolgte Gründung der Europäischen Zahlungsunion - der
sogenannten EZU - weiter verbessert, die in Ergänzung der Verrechnungsmöglichkeiten erhebliche Kreditmöglichkeiten auf Gegenseitigkeit bot.
Unter dem stimulierenden Einfluß der EZU nahmen Handel und Produktion
in Europa rasch zu, wurden in vielen Ländern wieder stabile finanzielle
Verhältnisse hergestellt und begann Europas Dollar-Defizit abzunehmen«
Die Mehrzahl der Beschränkungen im innereuropäischen Zahlungsverkehr
wurde aufgehoben.
Gestützt auf die zusätzliche Stärke, zu der ihnen die EZU verhelfen hatte, machten die europäischen Währungen weitere Fortschritte in
Richtung auf die Liberalisierung des Geldverkehrs, und Ende 1958 wa**
das unmittelbare Ziel, die Konvertierbarkeit der Währungen, im laufenden Zahlungsverkehr, erreicht. Das bedeutete, dass alle Kontrollen
oder Beschränkungen des laufenden Zahlungsverkehrs aufhörten. In
einigen europäischen Ländern, vor allem in der Bundesrepublik, wurde
diese Liberalisierung auch auf den Kapitalverkehr ausgedehnt. Leider
halten mehrere Länder, die über große Devisenreserven verfügen, eine
Aufhebung ihrer Restriktionen des Kapitalverkehrs noch immer nioht für
angebracht. Von dieser relativ unbedeutenden Ausnahme abgesehen, war
jedoch Ende 1958 das Ziel eines freien Zahlungsverkehrs im wesentlichen erreicht. Die praktische Bedeutung der annähernden Verwirklichung der Konvertibilität läßt sich kaum überschätzen. Heute kann
beispielsweise jedes Land der Erde, das österreichische Schillinge
vereinnahmt hat, mit diesen Schillingen seine Importe aus jedem beliebigen Erzeugerland der Welt finanzieren. In den veröffentlichten
Gold- und Devisenausweisen führen die Länder der freien Welt auoh ihre
Bestände an Währungen wie Holländische Gulden und Deutsche Mark auf.

- 5-

�auf. Ein Geschäftsmann in Europa,Asien oder Afrika, der Waren
für Deutsche Mark oder italienische Lire einkauft, bezahlt in Devisen, mit denen er praktisch ebensoviel anfangen kann wie mit
Dollar oder Gold. Durch die von den europäischen Ländern erreichte freie Konvertierbarkeit ist die Welt gesünder und sind ihre
Zukunftsaussichten sehr viel günstiger geworden.
Gewiss hat die Umstellung auf die durch die Konvertibilität
geschaffenen Verhältnisse nach 1956 Schwierigkeiten mit sich gebracht. Das ständige Defizit in der Zahlungsbilanz der Vereinigten Staaten erfüllt uns alle mit Besorgnis. Wie Sie wissen, gehen
wir dieses Problem von verschiedenen Seiten her an, und wir lassen
uns dabei von dem festen Entschluß leiten, dieses Problem nicht
nur zu lösen, sondern es so zu lösen, daß keiner unserer Handelspartner dadurch irgendwie geschädigt wird. Wir sind entschlossen,
dieses Defizit zu beseitigen, und wir sind »estrebt, dies womöglich auf dem Wege der Ausweitung und nicht der Einengung des
privaten Handels und Zahlungsverkehrs zu erreichen.
Wir alle dürfen stolz sein auf den bisher unerreichten Grad
enger Zusammenarbeit, den unsere Finanz- und Währungsbehörden bei
der Umstellung auf eine Welt der Konvertibilität erreioht haben.
Gemeinsam haben sie neue und stärkere Schutzwälle gegen spekulative
Geldbewegungen und andere Störungen des Währungsgefüges aufgerichtet. Ich schätze mich glücklich, sagen zu dürfen, daß die zuständigen Stellen der Bundesrepublik dabei Hervorragendes geleistet haben.
Vor zwei Monaten gaben die zehn wichtigsten Industrieländer
der Welt auf der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds in
Washington bekannt, daß sie das gegenwärtige Währungsystem gemeinsam überprüfen wollen, um festzustellen, ob es der Verbesserung
bedarf und die steigende Nachfrage der expandierenden Weltwirtschaft nach liquiden Mitteln zu decken vermag. Diese Überprüfung
soll sicherstellen, daß zu jedem Zeitpunkt liquide Mittel in
ausreichender Menge verfügbar sind und daß unsere internationalen
- 6 -

�internationalen Währungsorgane.auch in Zukunft imstande sind, die
Handelswege zwischen den freien Völkern von Hindernissen frei zu
halten.
Handelsliberalisierung und wirtschaftliche Integration
Das andere Hauptelement des in der Nachkriegszeit in der freien
Welt zu beobachtenden Drangs nach wirtschaftlicher Freiheit war der
Wunsch, den Handel zu liberalisieren. Die Liberalisierung des Handels
war dabei schwieriger und ist nicht so weit gediehen wie die Beseitigung der Währungsrestriktionen. Dennoch sind die weitblickenden
politischen Führer Europas auf dem Weg über den Abbau von Handelsrestriktionen bis zur wirtschaftlichen Integration und über diese
hinaus auch zur politischen Integration ein großes Stück vorangekommen .
Der Prozeß der Liberalisierung des Handels setzte auf multilateraler Basis nach dem Kriege mit der Unterzeichnung des Allgemeinen ?oll-und Handelsabkommens - GATT - ein. In Europa erhielt
er durch den Marshall-Plan einen besonderen Auftrieb. Die Zug um
Zug erreichte Liberalisierung des Zahlungsverkehrs zwischen den
OEEC - Mitgliedern war von einem schrittweisen Abbau der mengenmässigen Handelsbeschränkungen begleitet. Später liberalisierten
dann die europäischen Länder ihren Außenhandel mit Partnern außerhalb ihres Wirtschaftsraumes. Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft trieb diesen Proz^J in der Folge mit der Senkung der gegenseitigen Zölle weiter voran und eine andere Gruppe europäischer
Staaten - die EFTA - ist ebenfalls dabei, die Zölle im Handel
zwischen ihren Mitgliedern abzubauen. Die Vielfalt «n Institutionen
und Abkürzungen - GATT, OEEC (inzwischen in OECD umgewandelt),
EWG und EFTA - lässt sowohl die Stärke des Dranges nach mehr Freiheit im Handel deutlich werden als auoh die Schwierigkeiten ihrer
Verwirklichung.
Im Rahmen des GATT drückt sich der Fortschritt in den Verhandlungen über die Anwendung der von den Beteiligten anerkannten
Grundsätze für einen fairen Handel aus, die unter anderen die Zufluchtnahme zu mengenmässigen Einfuhrbeschränkungen begrenzen.

- 7-

�begrenzen. Innerhalb der OEEC hatte man nicht nur die quantitativen
Handelsrestriktionen beseitigt, sondern auch im Zuge der weiteren
Entwicklung die enge Konsultation und Zusammenarbeit zur allgemeinen Praxis erhoben. Die Wirtschaftspolitik der einzelnen Länder
wurde zur Diskussion gestellt und in ihren Auswirkungen auf andereStaaten überprüft. Von diesen Ansätzen ausgehend, begannen die
weitblickendsten unter den europäischen Staatsmännern in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit einen Weg zu erk«aa«nr. ihre Länder
einander näherzubringen, und schließlich zu «iner Union zu vereinigen.
Dieser Weitblick war es, wie wir alle wissen, der 1952 zur
Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl und
später, im Jahre 1957» sur Schaffung der EWG und ihrer Schwesterarganisation EURATOM führte.
Die Geschichte der europäischen Integration seit dem Inkrafttreten der europäischen wirtschaftlichen Verträge ist noch in guter
Erinnerung. Wir können mit Recht behaupten, dass die EWG in wirtschaftlicher Hinsicht ein Erfolg war und einen verstärkten Güteraustausch zwischen den Mitgliedstaaten in Gang brachte. ™ie Sie sich
erinnern, entschlossen sich die Vereinigten Staaten im Jahre 1957»
die EWG zu fördern und ihren Aufbau nach Kräften zu unterstützen.
Wir trafen diese Entscheidung, obwnhl wir erkannt hatten, daß die
EWG im Bereich des reinen Handels angesichts ihrer Binnenhandelspräferenz auf eine Diskriminierung gegenüber Götom aus Nichtmitgliedstaaten - einschließlich meines eigenen Landes - hinauslaufen würde. Nach unserer Meinung rechtfertigte jedoch das größere Ziel der europäischen Integration diesen Preis. Natürlich wurden
wir damals durch die zu erwartende liberale Orientierung der EWG
in diesem Glauben bestärkt. Wir waren überzeugt, daß eine größere
nach außen orientierte Gemeinschaft einen expandierenden Absatrrmarkt auch für Erzeugnisse aus Ländern außerhalb der EWG bilden
werde.
Die Verlangsamung des europäischen Integrationsprozeß«? im
Jahre 1965 wird von den meisten unter uns natürlich tief bedauert.
- 8 -

�bedauert. Und wenn ich sage, daß unsere beiden Länder aufrichtig
auf eine baldige Gelegenheit zu erneuten Gesprächen über die Frage
des Beitritts Großbritanniens zum Gemeinsamen Markt hoffen, dann
glaube ich, damit die Einstellung hier in Deutschland korrekt wiedergegeben zu haben. Gans gleich,ob es dazu kommen wird oder nicht,
wir beide haben jedenfalls alles Interesse daran, auf dem Weg zur
Liberalisierung des Handels weiter voranzuschreiten. Die Portschritte auf diesem Weg haben uns in den Nachkriegsjähren ein hohes
Maß an Prosperität und Stärke beschert, und trotz verschiedener
Rückschläge im Jahre 19^5 liegen noch bedeutsame Möglichkeiten vor
uns.
Eine dieser Möglichkeiten bietet das Gesetz zur Ausweitung
des Handels. Dieses Gesetz gibt Präsident Kennedy Vollmachten zur
Herabsetzung und vollkommenen Aufhebung von Zöllenj wie sie kein
amerikanischer Präsident je besessen hat. Präsident Kennedy hat verfügt, Vorbereitungen für die optimale Nutzung der ihm übertragenen
Vollmachten in der neuen GATT-Runde zu treffen, die im kommenden
Jahr stattfinden soll.
Diese Politik drückt unsere Anerkennung der Tatsache aus, daß
den Vereinigten Staaten in der EWG zum ersten Mal ein Partner von
fast gleicher wirtschaftlicher Stärke gegenübersteht. Sowohl die
Vereinigten Staaten als auch die EWG besitzen eine hochentwickelte
Industrie. Beide haben eine große, im Wohlstand lebende Bevölkerungi
Die Aaßenzölle beider bewegen sich in etwa auf dem gleichen Durchschnittsniveaut bei einigen Gütern werden die Zollsätze der Gemeinschaft über denen der Vereinigten Staaten liegen, bei anderen wird
ein umgekehrtes Verhältnis herrschen.
Gerade weil sie einander so ähnlich sind, müssen diese beiden
großen Wirtschaftseinheiten zusammenarbeiten, wenn sie sich nicht
gegenseitig zerschlagen wollen. Eng miteinander in Harmonie verbunden, können sie zu einem Motor von fast unbegrenzter Stärke
für die Umgestaltung der Welt werden.
Wir sind der Überzeugung, daß die Vereinigten Staaten und
die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft in den bevorstehenden

-9 -

�beverstehenden Verhandlungen den gegenseitigen Zugang zu ihren
Märkten auf einer Basis erweitern können, die für uns beide vorteilhaft wäre. Durch die Ausdehnung der Meistbegünstigung auf
andere Handelspartner können die beiden großen gemeinsamen Märkte
die einander eingeräumten Konzessionen dazu benutzen, die Handelsschwierigkeiten und die Besorgnisse der gesamten freien Welt zu
vermindern. Ausserdem können umfassende Zollsenkungen durch die
Vereinigten Staaten, die EWG und andere Handelsnationen viel
zur Verringerung solcher Probleme beitragen, wie sie sich aus
der sogenannten "Zollkluft" zwischen der EWG und der EFTA ergeben.
Man muß sich jedoch darüber im klaren sein, daß der Erfolg
der Verhandlungen als Ganzes von der Fähigkeit abhängen wird, zu
Übereinkünften auch auf dem Gebiet der Agrarerzeugaiase zu gelangen,
ebenso wie bezüglich des Handels mit Industrierzeugnissen. In
diesem Zusammenhang sind wir bereit, über jeden Aspekt unserer
eigenen Landwirtschaftspolitik zu diskutieren. Zum anderen wird es
jedoch nötig sein, daß unsere europäischen Freunde ihrerseits Übereinstimmung hinsichtlich einer Reihe wichtiger Aspekte der Landwirtschaftspolitik des Gemeinsamen Marktes erzielen. Wir wissen,
daß sie dies vor schwerwiegende Probleme stellt, dennoch sind wir
ganz aufrichtig überzeugt, daß dies Probleme sind, mit denen man
sich, den Blick auf die Zukunft gerichtet, unbedingt befassen muß.
Die Vorbereitungen auf die Kennedy-Runde
Die Handelsverhandlungskonferenz s&lt;&gt;ll im nächsten Frühjahr
in Genf beginnen. Die Vorbereitungen auf sie sind sehr umfangreich.
Bereits seit Monaten leisten die technischen Experten auf beiden
Seiten des Atlantik harte Arbeit. Es dürfte für Sie interessant
sein, etwas über einige Schritte zu erfahren, die wir in den Vereinigten Staaten gegenwärtig unternehmen, um unseren gesetzlichen
Erfordernissen Genüge zu tun.
Der erste diesbezügliche Schritt wurde von Präsident Kennedy
genau vor zwei Wochen unternommen, als er der Zollkommission eine
- 10 -

�eine Liste von rund 6000 Positionen vorlegte, über die wir zu verhandeln beabsichtigen. Umfang und Gliederung dieser Liste sämtlicher
Importartikel der USA - wenn wir von den wenigen absehen wollen,
die auf Grund besonderer gesetzlicher Bestimmungen ausgenommen sind dürften mehr als ausreichend beweisen, wie stark wir uns einer
Liberalisierungspolitik verpflichtet fühlen. Unsere Liste stellt eine
Aufforderung an die EWG dar, an diesen Aspekt der Verhandlungen im
gleichen Geist heranzugehen.
Das Gesetz zur Ausweitung des Handels verpflichtet die Zollkommission, den Präsidenten über die wahrscheinlichen wirtschaftlichen Auswirkungen sämtlicher vorgeschlagenen Handelsvertragskonaessionen auf jeden einzelnen Artikel zu unterrichten. Sie muß ihm
ihre Stellungnahme innerhalb von sechs Monaten nach Eingang der
Liste unterbreiten. In dieser Zeit ist die Kommission gehalten,
Informationsaitzungen durchzuführen und allen interessierten Personen Gelegenheit zu geben, ihre Ansichten darzulegen.
Weitere Einvernahmen werden gleichzeitig vom Handels-Informatijnsausschuß durchgeführt, einem Gremium, das sich aus Vertretern
mehrerer Stellen der US-Regierung zusammensetzt. Diesem Ausschuß
werden die Stellungnahmen aller interessierten Personen au allen,
das vorgeschlagene Handelsabkommen berührenden Fragen zugeleitex.
Bei diesen Ausschußberatungen geht es in erster Linie um die Klärung
der Frage, welche ausländischen Zölle und Handelsrestriktionen die
amerikanischen Exporteure am meisten behindern. Diese Formalitäten
sind gesetzlich vorgeschrieben. Wenn diese Gesetzespflichten auch
leider sehr zeitraubend sind, so bedeutet ihre Erfüllung d&lt;-ch keineswegs, daß die Vereinigten Staaten an den Verhandlungen weniger
stark interessiert sind. Lassen Sie mich daher mit Nachdruck betonen,
daß wir mit den Verhandlungen so früh beginnen möchten, wie uns
dies nach dem Gesetz nur möglioh ist.
Bei jeder Zollverhandlung wird es Ausnahmen geben. Und in der
Tat haben die EWG-Länder bei den Zollsenkur-gen untereinander
Ausnahmen gemacht. Das Gesetz zur Ausweitung des Handels nimmt ausdrücklich gewisse Erzeugnisse von den Verhandlungen aus. Es läßt
- 11 -

�läßt überdies dem Präsidenten vollkommen freie Hand, auf Grund der
Empfehlungen der Zollkommission, des Sonderbevollmächtigten für
Handelsverhandlungen und anderer von ihm bestimmter Behörden zusätzliche *aren zurückzustellen. Wir beabsichtigen jedoch, diese Ausnahmeparagraphen so selten wie nur möglich anzuwenden, und vertrauen
darauf, daß andere Staaten sich gleiche Zurückhaltung auferlegen.
ErfolgBauaeiohten.
Ich habe die Vorbereitungen umrissen,die die Vereinigten Staaten
unternehmen, um zu zeigen, wie ernst wir diese Verhandlungen nehmen
und wie entschlossen wir sind, unser Teil zur Mehrung der Erfolgsaussichten beizutragen.
Sind die Aussichten gut? Oder wird dieser Berg von Anstrengungen
nur eine Maus an greifbaren Erfolgen hervorbringen?
Manche Kommentatoren haben den Vereinigten Staaten vorgeworfen,
sieverfolgten gegenüber der EWG einen, wie sie es nennen, "harten
Kurs". Es wäre exakter, unsere Haltung als anpassungsfähig, aber
fest zu bezeichnen.
Wir erkennen die berechtigten Bedürfnisse anderer Länder an und
wollen nach Mitteln und Wegen suchen,sie dem Rab-en eines Abkommens
einzufügen, das allen Teilen gerecht wird. Darin sind wir anpassungsfähig. Wir betrachten diese Verhandlungen nicht als ein Ringen um
Vorteile, bei dem die eine Seite verlieren muß, wenn die andere Seite
gewinnt.
Nach unserer Meinung können und werden beide Seiten bei gegenseitigen Zugeständnissen gewinnen.
Ich glaube, es gibt viele Gründe, weshalb wir ein gemeinsames
Interesse am Gelingen dieser Verhandlungen haben.
Erstens liegt es im gemeinsamen Interesse aller Beteiligten,
die Senkung der Zölle und den Abbau auch der anderen Handelsschranken
sicherzustellen. Das belebt die Produktion und den Handel, schafft
neue Arbeitsplätze und steigert allgemein die Prosperität.

- 12 -

�Prosperität.
Zweitens ist das Gelingen dieser Verhandlungen um einer
grösseren Gemeinsamkeit innerhalb der freien "Zelt willen dringend
notwendig. Diese Verhandlungen sind notwendigerweise kompliziert
und technischer Natur und dennoch mehr als blosse Übungen in der
Abfassung von Gutachten. Sie sind,indem sie die Volkswirtschaften
vieler Nationen aufeinander abstimmen helfen,die bestmögliche Antwort auf die Bedürfnisse - und Hoffnungen - des größten Teils der
Menschheit.
Beide Punkte werden durch die Bedürfnisse und Interessen der
EWG selbst illustriert. Seitdem für England - vorläufig nur, wie
wir hoffen - die Tür zugeschlagen wurde, ist die Kluft zwischen der
SWG und dem anderen großen Handelsblock in Europa, der EFTA, breiter
und tiefer geworden. Beide Blöcke hoffen, bis 1967 die Zölle im Inneren beseitigen zu können. Die EWG hat bereits 60 Prozent dieses Wege« zurückgelegt, und die EFTA wird den gleichen Punkt Ende dieses
Jahres erreichen.
Die auf diese V/eise geschaffenen Zolldiskriminierungen werden
die traditionellen Handelsverbindungen ganz beträchtlich stören.
Um nur ein Beispiel zu nennen* Der Außenhandelsüberschuß der Bundesrepublik für das vergangene Jahr wurde auf insgesamt 900 Millionen
Dollar geschätzt, der Überschuß aber im Handel allein mit den
EFTA-Ländern auf 1,4 Milliarden Dollar. Ohne diesen riesigen Überschuß im Handel mit den EFTA-Ländern, der durch Zolldiskriminierunger
in zunehmendem Maße gefährdet wird, hätte Deutschland im Jahr 19^2
ein Handelsdefizit in Höhe von 500 Millionen Dollar zu verzeichnen
gehabt.
Auch die EFTA-Länder würden unter einer Verbreiterung der
Kluft zu den EWG-Staaten zu leiden haben. So ging beispielsweise
der Handel zwischen Schweden und Belgien im vergangenen Jahr schon
erheblich zurück. Beide Länder haben darauf hingewiesen, daß die
Zolldiskrepanzen zwischen EWG und EFTA einen Punkt erreicht haben,
an dem sie den innereuropäischen Handel gefährden«
- 15 -

�Erfolge in den Bemühungen um Zcllsenkungen in Genf können,bis
sich neue- Möglichkeiten für Fortschritte in der europäischen Integration ergeben, nicht nur eine Verbreiterung der Kluft zwischen
den beiden Hälften Europas verhindern, sondern sogar zu ihrer Beseitigung beitragen.
Auch die Entwicklungsländer sind zutiefst besorgt über die
Zukunft ihres Außenhandels. Dieses Problem war, wie Sie wissen,
in den letzten Jahren Gegenstand eingehender Untersuchungen , und
es wird auch das Hauptthema der im nächsten Jahr stattfindenden
UN-Konferenz über Handel und Entwicklung sein. von grcßt9r Bedeutung ist auch die Tatsache, daß man innerhalb des GATT auf Ministerebene übereingekommen ist, dem Problem des Handels der Entwicklungsländer im Rahmen der Kennedy-Runde besondere Beachtung zu schenken.
Wir dürfen erwarten, daß die in diesen Verhandlungen anzustrebende
Liberalisierung des Handels zu einer Belebung des Warenverkehrs
zwischen Industrie- und Entwicklungsländern beitragen und damit
unseren Anstrengungen auf dem Gebiet der Auslandshilfe noch
größere Wirksamkeit verleihen wird.
Wie die Vereinigten Staaten stellt auch die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft dank ihres Kräftepotentials eine Weltwirtschaftsmacht dar. Das Drängen nach einer stärkeren Liberalisierung des
Handels, das allenthalben in der Welt spürbar ist, konzentriert sich
deshalb auf die Europäische Gemeinschaft. Und es wird sich in den
kommenden Monaten sicher noch verstärken. Ich weiß, daß sich die
führenden Männer Europas dieses Drängens bewußt sind. Die EWG ist
dabei, ihre weitreichende Verantwortung zu begreifen. So erklärte
Prifess.ir Walter Hallstein, der Präsident der EWG-Kommission, im
S.-&gt;mmer dieses Jahres»
" Die beiden Aspekte unseres Wesens - im Innern verbunden und
für die übrige Welt offen und ihr zugewandt - sind nicht voneinander
zu trennen. "
Ist die Welt voll von Bedürfnissen,so ist sie doch auch
voller Hoffnungen. Auch diese sind auf Genf gerichtet.

- 14 -

4

�Da ist die Hoffnung der großen Mehrheit der Europäer auf
einen Zusammenschluß Europas. Da hegen Menschen guten Willens auf
beiden Seiten des Atlantik die Hoffnung auf eine fruchtbare Partnerschaft der alten und neuen Heimstatt westlicher Kultur. Da ist die
von Völkern in anderen Teilen der Welt leidenschaftlich genährte Hoffnung auf uneingeschränkte Mitwirkung im wirtschaftlichen wie im
politischen Konzert der Nationen.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß diejenigen, die diese Erfordernisse negieren und diese Sehnsüchte leugnen, eine Mehrheit darstellen oder sich durchsetzen werden. Ihre Stimmen sind Widerhall
einer unglücklichen Vergangenheit, aber nioht Prophezeiungen für
die Zukunft. Wir haben in den Nachkriegsjähren zuviel getan und
sind einander auf dem Wege der internationalen Zusammenarbeit schon
zu weit entgegengekommen, um jetzt noch diesen Weg zu verlassen.
Der Abbau von Restriktionen im Zahlung? :nd Handelsverkehr
hat uns bereits ein beispielloses Maß an Stärke, Prosperität und
Zusammenhalt eingebracht. Ich vertraue darauf, daß wir bei wachsendem gegenseitigen Verständnis und zunehmender Gemeinsamkeit
der Zielsetzungen auf unserem Weg zu noch größeren Erfolgen gelangen
werden.

*****

15

�A M E R I K A

D I E N S T

Ailg./ xvi-44

"WIR WERDEN IN DEM STREBEN NACH FRIEDEN UNERMÜDLICH SEIN"
Ansprache Präsident Johnsons vor beiden Häusern des Kongresses
(27. November 1963)

"UNSERE KRAFT UND ENERGIE IST AUF DIE ZUKUNFT GERICHTET"
Botschaft Präsident Johnsons zun Erntedanktag 1965
(28. November 1963)

�Der amerikanische Praesident Lyndon B. Johnson gab am 27. November vor
einer gemeinsamen Sitzung beider Haeuser des amerikanischen Kongresses seine
erste grosse politische Erklaerung ab, in der er betonte, dass die Ideen und
Ideale des verstorbenen Praesidenten John Fitzgerald Kennedy "verwirklicht
werden muessen und werden." Johnson forderte, dass der Verkuendung von Hass
und Gewalt ein Ende gesetzt und vor allem das Buergerrechtsprogramm des
verstorbenen Praesidenten verabschiedet werden sollte.

"Mr. Speaker, Herr Praesident, Mitglieder des Repraesentantenhauses und
des Senats, meine amerikanischen Mitbuerger:
Alles, was ich habe, wuerde ich gerne dafuer geben, wenn ich heute nicht
hier stehen muesste.
Der groesste Fuehrer unserer Zeit ist durch die niedertraechtigste Tat
unserer Zeit niedergestreckt worden. Heute lebt John Fitzgerald Kennedy in
den unsterblichen Worten und Werken, die er hinterlassen hat. Er lebt im
Herzen und in der Erinnerung der Menschheit fort. Er lebt in den Herzen
seiner Landsleute weiter.
Es gibt keine Worte, die die Trauer wiedergeben koennten, die wir ueber
den Verlust empfinden. Es gibt keine Worte, die stark genug sind, um unserer
Entschlossenheit Ausdruck zu verleihen, den Schwung Amerikas nach vorne, den
er eingeleitet hat, fortzutuehren.
Der Traum von der Eroberung der Weiten des Weltraums - der Traum von
einer Partnerschaft ueber den Atlantik hinweg - und auch ueber den Pazifik
hinweg - der Traum von einem Friedenskorps fuer die weniger entwickelten
Laender - der Traum der Erziehung und Ausbildung fuer unsere Jugend - der
Traum von Arbeitsplaetzen fuer alle, die Arbeit suchen - der Traum von der
Betreuung unserer alten Mitbuerger - der Traum von einem umfassenden Feldzug gegen geistige Erkrankungen - und vor allem der Traum von gleichen
Rechten fuer alle Amerikaner, ohne Ruecksicht auf Rasse und Hautfarbe diese und andere amerikanische Traeume haben durch seinen energischen
Willen und seine Hingabe Leben und Gestalt gewonnen.
Die Ideen und Ideale, die er in so edler Form verkoerperte, muessen
und werden nunmehr wirksam in die Tat umgesetzt werden.
Unter der Fuehrung John Kennedys hat unser Land gezeigt, dass es den
Mut besitzt, nach Frieden zu streben, und auch den inneren Mut besitzt,
einen Krieg zu riskieren. Wir haben bewiesen, dass wir denen ein guter und
zuverlaessiger Freund sind, die nach Frieden und Freiheit streben. Wir
haben gezeigt, dass wir denen genau so ein furchtbarer Gegner sein koennen,
die den Weg des Friedens ablehnen, und die uns oder unseren Verbuendeten
das Joch der Tyrannei aufzuzwingen suchen.
Unser Land wird zu seinen Verpflichtungen stehen - von Sued-Vietnam
bis Westberlin. Wir werden in dem Streben nach Frieden unermuedlich sein;
wir werden in unserer Suche nach Gebieten der Uebereinstimmung selbst mit
denen, mit denen wir verschiedener Meinung sind, ideenreich sein; und wir
werden grosszuegig und loyal zu denen stehen, die sich mit uns in der
gemeinsamen Sache zusammenschliessen.

�In diesem Zeitalter, in dem es keine Verlierer im Frieden und keine
Sieger im Krieg geben kann - muessen wir die Verpflichtung erkennen,
nationale Staerke mit nationaler Zurueckhaltung aufzuwiegen - muessen
wir gleichzeitig auf beides, die Konfrontation der Staerke und die Beschraenkung der Staerke,vorbereitet sein - muessen wir bereit sein, die
nationalen Interessen zu verteidigen und ueber das geroeinsame Interesse
zu verhandeln. Dies ist der Weg, den wir weiter verfolgen werden. Diejenigen, die unseren Mut auf die Probe stellen, werden finden, dass er
stark ist. Und diejenigen, die unsere Freundschaft suchen, werden
finden, dass sie aufrichtig ist. Wir werden erneut beweisen, dass der
Starke in der Anwendung der Staerke gerecht und dass der Gerechte in
der Verteidigung der Gerechtigkeit stark sein kann. Und alle sollen
wissen, dass wir niemand Sonderrechte gewaehren, aber auch niemand mit
Hass verfolgen werden.
Wir werden den Kampf gegen Armut und Elend, Unwissenheit und
Krankheit weiterfuehren - in anderen Laendern und in unserem eigenen.
Wir werden der gesamten Nation dienen und nicht nur einem Teil oder
einem Sektor oder einer Gruppe - sondern allen Amerikanern. Dies naemlich
sind die Vereinigten Staaten -ein vereintes Volk mit einheitlicher Zielsetzung.
Unsere amerikanische Einheit haengt nicht von der Einstimmigkeit ab.
Wir haben Meinungsverschiedenheiten; aber heute - wie schon in der Vergangenheit - koennen wir aus diesen Meinungsverschiedenheiten Staerke
statt Schwaeche - Weisheit statt Verzweiflung fuer uns gewinnen. Beide —
das Volk wie die Regierung -- koennen wir uns in einem Programm vereinen,
das klug, gerecht und konstruktiv ist.
Das Kapitol ist seit 32 Jahren meine Heimat. Ich habe gemeinsam mit
Ihnen viele stolze Augenblicke erlebt - den Stolz ueber die Faehigkeit
des Kongresses der Vereinigten Staaten zu handeln, sich jeder Krise gewachsen zu zeigen und aus unseren Meinungsverschiedenheiten kraftvolle
Programme des nationalen Handelns zu gewinnen.
Die Kugel eines Meucheln»erders hat mir die ungeheure Last der
Praesidentschaft aufgebuerdet. Ich stehe hier heute, um Ihnen zu sagen,
dass ich Ihre Hilfe brauche; ich kann diese Buerde nicht allein tragen.
Ich brauche die Hilfe aller Amerikaner. Unsere Nation hat einen tiefen
Schock erlitten, und in diesem kritischen Augenblick ist es unsere Pflicht
- die Ihre und die meine - als Regierung der Vereinigten Staaten jede
Unsicherheit zu beseitigen und zu zeigen, dass wir zu entschlossenem
Handeln faehig sind, dass der grausame Verlust des Fuehrers unserer Nation
uns nicht schwaecht, sondern uns stark werden laesst, dass wir handeln
koennen und handeln werden, und zwar jetzt.
Hier aus diesem Hause einer repraesentativen Regierung soll alle
Welt wissen - und niemand soll uns missverstehen - dass sich diese
Regierung erneut verpflichtet zur unerschuetterlichen Unterstuetzung
der Vereinten Nationen, zur ehrenhaften und entschlossenen Durchfuehrung
unserer Verpflichtungen gegenueber allen unseren Verbuendeten, zur
Aufrechterhaltung einer militaerischen Staerke, die keiner anderen
unterlegen ist, zur Verteidigung der Staerke und der Stabilitaet des
Dollar, zur Erweiterung unseres Aussenhandels, zu einer Verstaerkung
unserer Programme der gegenseitigen Unterstuetzung und Zusammenarbeit
in Asien und Afrika und zur Foerderung unserer Allianz-fuer-den-Fortschritt
in der westlichen Hemisphaere*

�Am 20. Januar 1961 hat John F. Kennedy seinen Landsleuten zugerufen,
dass unser Werk als Nation 'nicht In den ersten tausend Tagen vollbracht
sein wird noch In der Amtszelt dieser Regierung, ja vielleicht noch nicht
einmal In der Zelt unseres Lebens auf diesem Planeten. Aber*, so sagte
er, 'lasst uns trotzdem einen Anfang machen*.
Heute, In diesem Augenblick neuer Entschlossenheit moechte Ich
meinen amerikanischen Mitbuergern zurufen: Lasst uns fortfahren.
Dies Ist unsere Aufgabe - nicht zu zoegern, nicht lnne zu halten,
uns nicht abzuwenden und nicht ueber diesem unglueckllchen Augenblick zu
verweilen, sondern auf unserem Weg fortzuschreiten, damit wir das Schicksal zu erfuellen vermoegen, das die Geschichte uns bestimmt hat. Unsere
vordringlichsten Aufgaben liegen hier in diesem Hause.
Als erstes koennte keine Gedenkrede oder Lobpreisung beredter das
Andenken Praesident Kennedys ehren als die baldmoegliche Verabschiedung
des Buergerrechtsgesetzes, fuer das er gekaempft hat. Wir haben lange
genug in unserem Land von gleichen Rechten gesprochen. Wir haben dies
hundert Jahre lang oder noch laenger getan. Es ist jetzt wirklich an
der Zeit, das naechste Kapitel zu schreiben - und zwar in den Gesetzesbueehern.
Ich fordere Sie nochmals mit allem Nachdruck auf - so wie ich dies
schon im Jahre 1957 und erneut 1960 getan habe - ein Gesetz ueber die
Buergerrechte zu verabschieden, damit wir voranschreiten koennen, um
jede Spur einer Diskriminierung oder Unterdrueckung aufgrund von Rasse
oder Hautfarbe in unserem Staatswesen zu beseitigen. Es kann fuer die
Vereinigten Staaten im eigenen Lande wie im Ausland keine groessere
Kraftquelle geben.
Und zweitens koennte das Werk Praesident Kennedys durch keine
Massnahme unsererseits passender fortgefuehrt werden als durch die
fruehestmoegliehe Verabschiedung der Steuergesetzesvorlage, fuer die
er gekaempft hat - ein Gesetz, das dazu bestimmt ist, unser Nationaleinkommen und unsere Bundeseinnahmen sowie unsere Sicherheit vor einer
Rezession zu vergroessern. Dieses Gesetz bedeutet - wenn es ohne
Saeumen verabschiedet wird - weitere Sicherheit fuer die jetzt in Arbeit
Stehenden und weitere Arbeitsplaetze fuer die zur Zeit Arbeitslosen,
und einen groesseren Anreiz fuer unsere Wirtschaft.
Kurzum: Es ist jetzt nicht die Zeit zu zoegern. Es ist die Zeit
zu handeln - die Zeit fuer energische und vorausschauende Massnahmen
hinsichtlich der noch nicht verabschiedeten Gesetze ueber das Erziehungswesen, damit das Licht des Wissens in jedes Heim und jede noch
so kleine Gemeinde in Amerika dringt - fuer energische und vorausschauende Massnahmen in bezug auf die Arbeitsplatzbeschaffung fuer
Jugendliche; fuer energische und vorausschauende Massnahmen in bezug
auf das noch nicht verabschiedete Auslandshilfegesetz, damit wir klarstellen, dass wir unsere Aufgaben und Verantwortungen gegenueber dieser
Hemisphaere oder der Welt nicht leichtfertig preisgeben noch unserer
Regierung ihre Flexibilitaet in der Behandlung der Aussenpolitik nehmen,
- sowie fuer starke und vorausschauende Massnahmen in bezug auf die
uebrigen Bewilligungsgesetze.

�Wenn der Kongress in diesem neuen Geist handelt, so kann er auf die
volle Mitarbeit und Unterstuetzung seitens der Exekutive rechnen. Und
im besonderen versichere ich, dass die Regierung sich bei ihren Ausgaben
aeusserste Sparsamkeit und Maessigung auferlegen wird. Ich werde darauf
bestehen, dass die Regierung fuer jeden Dollar, den sie ausgibt, auch den
vollen Gegenwert erhaelt. Die Regierung wird ein Beispiel an Umsicht und
Sparsamkeit geben. Dies soll nicht bedeuten, dass wir bestehende Not bei
uns nicht beseitigen oder dass wir zu unseren Verpflichtungen nicht stehen
werden. Wir werden beides tun.
Ich, der ich lange Zeit beiden Haeusern des Kongresses angehoert habe,
glaube fest an die Unabhaengigkeit und Unantastbarkeit der Legislative.
Ich verspreche Ihnen, dass ich diese stets respektieren werde. Dies ist
mir zutiefst in Fleisch und Blut uebergegangen. Genau so fest glaube ich
aber auch an das Vermoegen und die Faehigkeit des Kongresses, trotz der
fuer unser Land charakteristischen Verschiedenheit der Meinungen zu
handeln - und zwar klug, nachdruecklich und schnell zu handeln, wenn dies
notwendig ist.
Die Notwendigkeit ist da. Sie ist jetzt gegeben. Ich bitte Sie um
Ihre Hilfe. Ich weiss, dass wir uns in unserer gemeinsamen Trauer finden,
aber lassen Sie uns auch in erneuter Hingabe und erneuter Kraft zueinander
finden - lassen Sie uns im Handeln, in der Toleranz und im gegenseitigen
Verstaendnis zusammenfinden.
Was John Kennedy uns vorlebte, das wird uns durch seinen Tod zum
Gebot: dass Amerika voranschreiten muss. Fuer die Amerikaner aller
Rassen, aller Glaubensrichtungen und aller politischen Ueberzeugungen
ist die Zeit gekommen, einander zu verstehen und einander zu achten.
Lassen Sie .uns dem Lehren und Predigen von Hass, von Boesem und von
Gewalt ein Ende bereiten. Wollen wir uns abwenden von den Fanatikern
der extremen Linken und der Rechten - von den Aposteln der Bitterkeit
und der Bigotterie, von denen, die dem Gesetz Trotz bieten, und von
denen, die den Blutstrom unserer Nation vergiften.
Ich hoffe aus tiefstem Herzen, dass die Tragoedie und die Qual
dieser schrecklichen Tage uns in neuer Gemeinschaft zusammenschliessen
wird, uns in unserem Leid zu e i n e m
Volk werden laesst. Lassen Sie
uns hier feierlich den Entschluss fassen, dass John Fitzgerald Kennedy
nicht umsonst gelebt haben soll oder umsonst gestorben sein soll, und
lassen Sie uns heute am Vorabend des Thanksgiving-Tages, da wir zusammenkommen, um um Gottes Segen zu bitten und ihm zu danken, alle einstimmen
in jene vertrauten und geliebten Worte:
'America, America,
God shed his grace on Thee
and crown Thy good
with brotherhood
from sea to shining sea.'

('Amerika, Amerika,
Gott schenk'Dir seine Gnad'
und kroen' Dein Werk
mit Brudergeist
von Gestade zu Gestad'.')

�"UNSERE KRAFT UND ENERGIE IST AUF DIE ZUKUNFT GERICHTET"

WASHINGTON - (AD) - Wir übermitteln
Ihnen im folgenden den Wortlaut der
Rundfunk- und Fernsehansprache, die
Präsident Lyndon B. Johnson zum Erntedanktag 1965 gehalten hat.

'Meine amerikanischen Mitbürger,
gestern trat ich vor den Kongreß, um zum ersten Mal als Präsident der Vereinigten Staaten zu sprechen. Heute, am Erntedanktag,
trete ich vor Sie, um Sie um Iahre Hilfe, Ihre Stärke, Ihr Gebet
zu bitten, daß Gott unsere Republik schützen und alle meine Arbeit
leiten möge.
Wir haben soeben sieben Tage erlebt, die keiner von uns jemals
wieder vergessen wird. Wir besitzen nicht die göttliche Weisheit,
um die Antwort darauf geben zu können, weshalb dies alles geschehen
ist. Aber uns ist als Menschen die Pflicht gegeben^, zu entscheiden,
was geschehen soll - was in bezug auf Amerika, die Welt, die von uns
vertretene Sache und alle in unseren Herzen schlummernden Hoffnungen
geschehen soll.
Ein großer Führer ist tot. Für eine große Nation geht das Leben
weiter. Das Gestern können wir nicht zurückholen, aber das Morgen
können wir gewinnen - oder aber verlieren. Ich bin fest entschlossen,
die Zukunft für uns zu gewinnen. Daher bitte ich Sie, sich mit mir
in dieser Entschlossenheit zu vereinen, in der festen Absicht, daß
wir aus dieser tiefen Nacht der Tragödie Amerika zu neuer Größe
führen.
Wir haben mehr als jede andere Generation vor uns allen Grund,
dankbar zu sein, so dankbar an diesem "Thanksgiving Day". Unsere
Ernte ist reich, unsere Industrie blüht, unsere Heime sind geschützt
und unsere Verteidigung ist sicher.
Wir leben in Frieden. Alle Welt bringt uns guten Willen entgegen,
aber über alle diese Segnungen hinaus wissen wir heute abend, daß
unser System stark ist, stark und sicher.
Eine Tat, die uns auseinanderreißen sollte, hat uns zusammengeführt. Unser System hat die Probe bestanden. Sie alle haben eine
g^roße Probe bestanden. Sie haben das bewiesen, was John F. Kennedy in
seiner Proklamation zum Erntedanktag von uns gefordert hatte: nämlich jene ehrenhaften Zielsetzungen, jene feste Entschlossenheit und
jene Willensstärke, die uns von unseren Vorvätern überkommen sind.
Wodurch könnte überzeugender aufgezeigt werden, was für Amerika
am besten ist? Am Sonnabend, als diese schwere Bürde erst wenige
-

1 -

�"AMERIKA DIENST"
wenige Stunden auf mir lastete, waren die ersten beiden Bürger, die
mich aufsuchten, um mir ihre ganze Unterstützung anzubieten, Dwight
D. Eisenhower und Harry S. Truman.
Nach dem Freitag der vergangenen Woche haben sich die Amerikaner dem Guten zugewandt, den höheren Werten des Lebens. Sie waren
uns Hilfe, ja Rettung. Die aufopfernde Hingabe der staatlichen
Stellen und aller Männer im öffentlichen Dienst, vom Obersten Bundesgericht bis zu den Bundesstaaten, gab uns allen inneren Halt. Um
wieviel besser, um wieviel vernünftiger, um wieviel anständiger und
um wieviel amerikanischer wäre es, wenn alle Amerikaner ihr Vermögen,
ihre Zeit und ihre Energien darauf verwenden wollten, unser System
und seine Diener in den Bemühungen zu unterstützen, unser aller
Probleme zu lösen, statt Gift und Haß zu verbreiten, die unseren
Fortschritt hemmen.
Ich habe 32 Jahre lang in Washington im Dienste der Öffentlichkeit gestanden - gestern waren es 32 Jahre. Ich habe fünf Präsidenten
in diesem so unglaublich schweren Amt erlebt. Ich habe sie alle gut
gekannt und habe sie alle zu meinen Freunden gezählt: Präsident Herbert Hoover, Präsident Franklin Roosevelt, Präsident Harry Truman,
Präsident Dwight Eisenhower und Präsident John Kennedy.
Noch in jeder Regierung war die größte Last, die der Präsident
zu tragen hatte, gedankenloser und unvernünftiger Haß und Uneinigkeit
der eigenen Landsleute.
Gerade in diesen Tagen ist das Schicksal dieses Amtes unser
aller Schicksal. Ich möchte daher alle Amerikaner an diesem Tag des
Gebets und der Andacht aufrufen, dies zu bedenken. Wollen wir alle,
die wir Reden halten und lehren, die wir predigen, die wir publizieren,
im Rundfunk Sprechen oder lesen und zuhören - wollen wir uns alle auf
unsere Pflicht besinnen, unsere Wunden zu verbinden, alte Wunden zu
heilen, unsere Gemeinschaft gesund zu machen und sie zu festigen für
die kommenden Aufgaben.
Am meisten liegt mir am Herzen, daß wir aus unseren Worten jeden
Haß und aus unseren Herzen jeden Groll verbannen, daß wir die von
Haß, Intoleranz und Fanatismus genährten Quelle des Gifts versiegen
lassen, daß wir unsere Einigkeit im Norden und Süden, im Osten und Westen wahren, daß wir das Herannahen des Tages beschleunigen, da es
keine Vorurteile aus rassischen, religiösen und regionalen Gründen
mehr gibt, und daß der Tag anbrechen möge, da unsere großen Energien,
unsere moralischen und geistigen Kräfte von den Belastungen frei sein
werden, die wir zu lange getragen haben.
Wir blicken nach vorn, und unsere Kraft und Energie ist auf die
Zukunft gerichtet, aber in unserem Herzen tragen wir das Bild dieses
tapferen jungen Mannes, der nun, von uns allen geehrt, jenseits des
Potomac zur ewigen Ruhe gebettet liegt. Wir denken an ihn, wir denken
an seine wundervolle und tapfere Frau, die wir alle lieben. Wir denken an Caroline und John und an die gesamte große Familie, die der
Nation diesen Sohn und Bruder gab.
Um

-

Z

-

�•AMERIKA DIENST"
Um sein Andenken und das von ihm begonnene Werk zu ehren,
habe ich heute bestimmt, daß die wichtigste Station der atlantischen
Raketenversuchsstrecke und die Startanlagen der NASA in Florida von
nun an John F. Kennedy-Raumflugzentrum heißen werden. Ich habe ferner heute mit Einwilligung und Unterstützung meines Freundes Farris
Bryant, des Gouverneurs von Florida,verfügt, daß der Name von Cape
Canaveral geändert wird. Von nun an wird es Cape Kennedy heißen.
Wenn wir uns am heutigen Erntedanktag inmitten unserer Familien
in gegenseitiger Liebe und Achtung, die wir für einander empfinden,
versammeln, und wenn wir unser Haupt in Ehrerbietung vor der gött- "
liehen Vorsehung neigen, dann laßt uns Gott ebenfalls für die Jahre
danken, in denen er uns durch seinen Diener John F. Kennedy erleuchtete .
Lassen Sie uns heute unsere Hingabe an die Ideale erneuern,
die Amerika bedeuten. Lassen Sie uns, Gott um die Weisheit bitten,
damit der Ungerechtigkeit, Intoleranz und Bedrängnis in unserem Land
für jeden unserer Mitbürger, gleich welcher Weltanschauung oder Hautfarbe, ein Ende gesetzt wird - denn Gott hat alle, nicht nur einige
von uns, nach seinem Ebenbild geschaffen. Wir alle, nicht nur einige
von uns, sind seine Kinder.
Und schließlich bitte ich Sie als Ihr Präsident, daß Sie jeden
Tag Ihr Land und mich in Ihre Gebete einschließen, und ich versichere
feierlich, daß ich mit allen meinen Kräften auf eine neue Sröße
Amerikas hinarbeiten werde - auf einen neuen Tag, da der Friede mehr gefestigt,.'da die Gerechtigkeit weiter verbreitet, da die Freiheit
überall, wo Menschen wohnen, stärker ist.

*

* * * *

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3

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�A M E R I K A

D I E N S T

Allg./XVI-45
NATtiRLICHE HILFSQUELLEN DER WELT
Die Situation heute und in der Zukunft

Vortrag
Sr. Exzellenz des Botschafters der Vereinigten Staaten von Amerika
GEORGE C. MCGHEE
vor der Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes
Nordrhein-Westfalen am 11. Dezember 1963 in Düsseldorf

Das Interesse Botschafter McGhees gilt seit vielen Jahren dem Problem der natürlichen Hilfsquellen. Es beschäftigt ihn nicht nur in seiner Eigenschaft als Politiker und Diplomat, sondern gleichermaßen als
Wissenschaftler. Er studierte Geologie und Physik und promovierte mit
einer Arbeit aus den genannten Disziplinen als Rhodes-Stipendiat an der
Universität Oxford (England) zum Dr. phil. Die Universitäten von Oklahoma und Tulane (USA) verliehen ihm die Ehrendoktorwürde. George C.
McGhee hatte ursprünglich die Absicht, nach Abschluß seines Studiums
an der Universität Göttingen wissenschaftlich zu arbeiten, konnte jedoch diesen Plan nicht verwirklichen. Seit 1935 ist er Inhaber eines
Patents über ein Verfahren zur Bestimmung des Einfallens geologischer
Formationen. Als junger Geologe und Geophysiker war er an seismographischen Untersuchungen in England, auf Kuba, in Marokko, in Südamerika und in den Vereinigten Staaten beteiligt.
Bei der Abfassung dieses Referats konnte sich Botschafter McGhee
auf Unterlagen stützen, die ihm von der Abteilung für Notstandsplanung
im US-Präsidialamt und dem amerikanischen Bundesamt für Geologische
Bestandsaufnahme zur Verfügung gestellt wurden.

* * *

�NATÜRLICHE HILFSQUELLEN DER WELT
DIE SITUATION HEUTE UND IN DER ZUKUNFT

Einführung:
Viele behaupten, der wirtschaftliche Wohlstand hänge von dem Besitz
reicher natürlicher Hilfsquellen ab. Es ist in der Tat viel Wahres an die
ser Behauptung. Aber Rohstoffe sind nur ein Teil des Gesamtbildes. Wir
können beobachten, daß die Bevölkerung mancher Entwicklungsgebiete in der
Welt trotz des Vorhandenseins von Hilfsquellen, die andere als größten
Reichtum betrachten würden, in Not lebt. Andererseits erhalten sich
viele Nationen trotz relativ begrenzter Hilfsquellen einen hohen Lebensstandard.
Japan und die Schweiz sind zwei hervorragende Beispiele für Länder
mit begrenzten natürlichen Hilfsquellen; dennoch erfreut sich die Bevölkerung eines hohen Lebensstandards, indem sie Qualitätswaren produziert,
um diese auf den Weltmärkten gegen Rohstoffe einzutauschen. Der Unterschi
zwischen solchen Staaten und vielen Entwicklungsländern liegt hauptsächlich in der beruflichen Fertigkeit und im Fachwissen der Bevölkerung und
deren Bereitschaft, ihr Können für eine systematische und disziplinierte
Nutzung der Hilfsquellen einzusetzen.
Man kann sogar sagen, daß in vieler Hinsicht die Bevölkerung eines
Landes dessen wertvollste "Hilfsquelle" darstellt. Die negativen Aspekte
von Bevölkerung und Bevölkerungswachstum in Relation zu den natürlichen
Hilfsquellen sind durch den Prozeß der Bildung und Erziehung zu überwinden.
Eines der Ziele der Erziehung besteht darin, Erfahrung und 7/issen
des einzelnen anderen mitzuteilen. Gerade diese Fähigkeit des Menschen,
sein Wissen mit seinen Mitmenschen zu teilen, gibt ihm die Möglichkeit,
den V/issens- und Erfahrungsschatz früherer Generationen im Verein mit
dem eigenen für die Planung der Zukunft zu nutzen. Dem Menschen ist damit ein Mittel an die Hand gegeben, einen Mangel an natürlichen Hilfsquellen und andere Unzulänglichkeiten auszugleichen. Nationen, die zu
den Habenichtsen zählen, ist somit die Chance gegeben, am materiellen
Fortschritt der Welt teilzuhaben.
Wenn wir das Problem der Naturschätze und des wirtschaftlichen Wohlstands betrachten, so scheint bewiesen, daß die Natur bei all ihrer Freigebigkeit nur teilweise mit dem Menschen zusammengearbeitet hat, um seine
materiellen Bedürfnisse zu befriedigen. Die Menschheit verfügt über ein

�ein natürliches Erbe an wahrhaft riesigen Mengen nützlicher Rohstoffe an
oder nahe der Erdoberfläche, wobei allerdings hinsichtlich Konzentration
und Nützlichkeit Unterschiede bestehen. In den meisten Fällen sind sie
nicht ersetzbar, wenngleich es möglich sein dürfte, als Folge verbesserter Methoden und verstärkter Anstrengungen immer größere Mengen davon
aus immer größeren Tiefen mit besseren Ausbeutungsergebnissen zu gewinnen.
Ebenso stehen dem Menschen regenerierbare Hilfsquellen, wie man sie
vielleicht nennen könnte, zur Verfügung - nämlich die kontinuierlich anfallenden tierischen und pflanzlichen Produkte. Sie werden mehr oder
minder großzügig durch Luft, Wasser, Licht, klimatische und geographische Vorzüge ergänzt. Diese Faktoren bilden insgesamt die Umwelt des
Menschen; der Mensch muß jedoch, um in dieser Welt gut leben zu können,
auch weiterhin arbeiten, und zwar in fruchtbringender Weise.
In vielen Gebieten der Erde verläßt sich der Mensch bei einem minimalen Aufwand an eigener Arbeit weitgehend auf die Natur. Wo dies zutrifft, ergibt sich hieraus aus den verschiedensten Gründen gewöhnlich
nur ein Leben am Rande des Existenzminimums - ein Leben, das vielfach
für das Individuum nur von kurzer Dauer ist und viele Beschwernisse mit
sich bringt. Wie sehr die Produktivität auch steigen mag - der Gewinn
wird durch die wachsende Bevölkerung immer wieder absorbiert.
.
Versuche, aus dem Existenzminimum herauszukommen, erfordern seitens
des Menschen große Anstrengungen. Die damit verbundenen Mühen werden
nicht nur durch die ungleiche Verteilung natürlicher Hilfsquellen kompliziert, sondern auch durch die politische Zersplitterung, die der
Mensch selbst geschaffen hat und die die Folge der geschichtlichen Entwicklung, geographischer Gegebenheiten, von Glückszufällen und seines
eigenen Existenzkampfes und Ringens um Bestätigung ist. Gebietsweise
ergeben sich schwerwiegende Belastungen, sofern die Vorräte dem Bedarf
nicht entsprechen. Hier herrscht Überfluß, dort Mangel, und Probleme
gibt es hier wie dort.
Ich habe mir für heute viel vorgenommen. Ich möchte einen Überblick
über die natürlichen Hilfsquellen unserer Erde und eine Prognose ihrer
künftigen Bedeutung für den menschlichen Fortschritt geben. Wenn wir aus
unserem Gedächtnis und an Hand des Überlieferten einen Blick in die Vergangenheit werfen sollten, so könnten wir, beschränkten wir unsere
2

�unsere Untersuchung auf die Rolle der natürlichen Hilfsquellen allein,
ein faszinierendes. Bild von ihrer Beziehung zum Wohlergehen der Menschheit "bis zum heutigen Tage entwerfen. Versuchen wir aber in die Zukunft
zu blicken, so kompliziert sich unsere Frage ganz erheblich durch die
Schwierigkeit, die sich ergibt, wenn man einzig und allein die Rolle
der natürlichen Hilfsquellen von anderen Faktoren isoliert betrachtet.
Man

kann

fünf Hauptfaktoren unterscheiden, die weitgehend das

wirtschaftliche Wohl des einzelnen und der Nationen bestimmen, nämlich
Bevölkerung, natürliche Hilfsquellen, Energie (die ebenfalls von Hilfsquellen abhängig ist), Stand von Wissenschaft und Technik sowie
Staats- und Gesellschaftsform. Überlegungen in bezug auf den Faktor
Bevölkerung schließen nicht nur statistische Zahlen ein, sondern auch
politische Führung, soziale Einrichtungen, allgemeines Bildungsniveau
und Beweggründe menschlichen Handelns. Es dürfte nützlich sein, zunächst einmal diese Faktoren einzeln kurz unter dem Gesichtspunkt zu
erörtern, daß sie alle auch eng miteinander in Wechselbeziehung stehen.
Bevölkerung
Die Weltbevölkerung zählt heute etwa drei Milliarden und nimmt
gegenwärtig um schätzungsweise 120 000 Menschen täglich zu. Nach den
statistischen Darstellungen von Publikationen der Vereinten Nationen
ergibt die Kurve des Wachstums der Weltbevölkerung offenbar eine Exponentialfunktion - das heißt, sie steigt immer steiler an. Nach
Schätzungen der Vereinten Nationen dürfte die Weltbevölkerung, die im
Jahre 1900 etwa 1,6 Milliarden Menschen zählte, bis zum Jahre 2000
auf mehr als sechs Milliarden anwachsen (Tabelle 1 ) . Um die Bedeutung
dieses Anwachsens ins rechte Licht zu rücken, sei hier erwähnt, daß
die Weltbevölkerung seit 1940 um etwa 1,3 Milliarden Menschen zugenommen hat. Dieser Zuwachs, der sich innerhalb der kurzen Zeitspanne
von 23 Jahren vollzog, ist größer als die für das Jahr 1800 geschätzte Gesamtbevölkerungsziffer der Welt. Bei der gegenwärtigen Zuwachsrate und unter der Voraussetzung, daß keine Katastrophe eintritt, ist
zu erwarten, daß sich die Zahl der auf der Erde lebenden Menschen
während des kommenden Jahrhunderts verdreifacht.
Das

- 3 -

�Das Phänomen des Ansteigens der Y/eltbevölkerungszif f er mußte
in zunehmendem Hasse die Aufmerksamkeit auf das Problem lenken, wie
der zukünftige Bedarf an Grundstoffen zu decken ist. Man hat häufig
angenommen, daß der Bedarf an Hilfsquellen gemäß dem Bevölkerungszuwachs steigt, und daß es deshalb die große Aufgabe der Zukunft
sein werde, immer wieder Hilfsquellen zu erschließen, um mit dem
Bevölkerungszuwachs Schritt zu halten. Es zeigt sich ständig deutlicher, daß die Aufgabe noch viel größer ist, als man zunächst angenommen hat •
Der Verbrauch an Rohstoffen nimmt nicht nur mit der wachsenden Bevölkerungszahl, sondern auch mit den steigenden Ansprüchen der
Völker zu. Ohne Frage ist der Verbrauch bei den einzelnen Grundstoffen verschieden groß, und bei einigen zeigt sich sogar ein Rückgang.
Aber die Menschen in aller Welt werden immer anspruchsvoller, reisen
mehr, sie werden immer aktiver und haben somit einen ständig wachsenden Bedarf an neuen Dienstleistungen und Produkten. Ganz allgemein macht sich - allerdings mit unterschiedlichem Erfolg - das
Streben nach einem höheren Lebensstandard bemerkbar. Die Bedeutung
dieser Tendenz zeigt sich am augenfälligsten an der Beanspruchung
der Energiequellen, worauf später noch näher eingegangen wird.
Industrie und Verteilung der Produkte basierten bisher auf der
allgemeinen Konzeption begrenzter Märkte und reichlichen Materialangebots. Einige Wirtschaftler behaupten nun, daß die schnelle Zunahme der Konsumenten und des Bedarfs auf der Veit, im Verein mit
den von Natur aus begrenzten Hilfsquellen, bedeuten könnte, daß
sich die Wirtschaft in Zukunft auf unbegrenzte Märkte und Llaterialverknappung werde einrichten müssen. Es dürfte klar sein, daß es
Änderungen geben wird, aber es ist nicht so sicher, daß .sich die
Änderungen in dieser Richtung vollziehen. Lassen Sie uns nun andere
Faktoren betrachten, die das Gesamtbild beeinflussen werden.
Natürliche Hilfsquellen
Die natürlichen Hilfsquellen der Erde reichten bisher aus, um
mit dem notwendigen Einsatz von Arbeitskräften den Bedarf der Welt
zu decken. Unser industrieller Fortschritt ist durch gefährliche
Verknappungen nicht aufgehalten worden. Und dies, obwohl die natürlichen Hilfsquellen in den letzten Jahrzehnten eine ständig

-4

�ständig wichtigere, ja sogar eine dramatische Rolle im V/irtschaf tswachstum spielten.
Es würde sehr viel Zeit kosten, wollte man die Probleme und die
künftigen Aussichten jeder einzelnen der zahlreichen Formen von natürlichen Hilfsquellen, ja seihst nur der großen Gruppen der regenerierbaren und der nicht regenerierbaren Hilfsquellen erörtern.
Aus diesem Grunde wollen wir unsere Aufmerksamkeit auf einige bemerkenswerte Beispiele und vor allem auf die Bodenschätze konzentrieren.
Nach den uns vorliegenden Informationen scheinen sich hinsichtlich der Verfügbarkeit von regenerierbaren Hilfsquellen, von denen
wir bei Produkten wie Lebensmitteln, Naturfasern und Arzneipflanzen
in so hohem Maße abhängig sind, keine Probleme für uns zu ergeben,
die zwangsläufig das V/irtschafts- und Bevölkerungswachstum einschränken würden, selbst wenn wir die Verhältnisse um das Jahr 2000
und die Zeit danach ins Auge fassen. Y/ir können sogar erwarten, daß
es auch in Zukunft Probleme von Überproduktion geben wird. Große
Fortschritte sind in der Landwirtschaft erzielt worden. Im Jahre
1820 konnte in den Vereinigten Staaten ein Landarbeiter den Lebensmittelbedarf von etwa vier Personen decken; im Jahre 1962 sicherte
ein in der Landwirtschaft Beschäftigter durch seine Arbeit die Versorgung von 28 Personen mit Lebensmitteln. Würde der Stand der Landwirtschaft, der dies ermöglichte, überall in der Veit erreicht, und
wären die hierfür benötigten Energie- und Düngemittelmengen verfügbar, dann würden die Hilfsquellen an Lebensmitteln und Naturfasern
genügen.
Die Welt hat seit dem Jahr 1900 weit mehr Mineralien verbraucht
als in ihrer gesamten Geschichte zuvor (Tabelle 2 ) . Unsere Zukunft
hängt in hohem Maße davon ab, daß sie auch weiterhin verfügbar sind.
Eine Lösung für das Problem, die Versorgung mit Mineralien sicherzustellen, bestand zunächst in der Entdeckung neuer Hilfsquellen in
dem uns zugänglichen Bereich - wodurch der erhöhte Bedarf auf lange
Zeit hinaus gedeckt wurde. Ja, selbst noch im Jahre 1920 gab es erst
etwa 18 industrielle Rohstoffe, die auf dem V/eltmarkt in größeren
Mengen gehandelt wurden, und einige von ihnen waren nicht einmal Mineralien, sondern Produkte tropischen Ursprungs.
Heute

�Heute gibt es Hunderte von Industriemineralien und Rohstoffen
im Export- und Importgeschäft. Sie umfassen Erze von Metallen wie
Beryllium, Hafnium, Tantal, Titan und Zirkon, von denen vor nicht
allzu langer Zeit mit Ausnahme von Wissenschaftlern kaum jemand etwas wußte. Ein zunehmender Bedarf sowohl nach Mengen als auch nach
Sorten und Qualitäten hat dazu geführt, daß die Suche nach wirtschaftlich rentablen Materialquellen auf die fernsten Winkel der"
Erde ausgedehnt wurde. Dank bemerkenswerter Portschritte vor allem
in Geologie und Geophysik, in denen deutsche Wissenschaftler eine
führende Rolle spielten, waren die Forschungen außerordentlich erfolgreich. Es besteht aller Grund zu der Annahme, daß sie es auch
in Zukunft sein werden. Ein Beispiel ist Eisenerz - ein für Deutschland besonders interessanter Rohstoff, denn es muß einen großen Teil
des benötigten Eisenerzes importieren.
Die enorme Inanspruchnahme der wirtschaftlichen Eisenerzreserven während des zweiten Weltkrieges zwang viele Industrieländer,
neue Quellen zu erschließen. Das Problem wurde teilweise dadurch
gelöst, daß man auf bekannte Vorkommen geringer Ergiebigkeit zurückgriff, in der Hauptsache jedoch durch die Entdeckung neuer Vorkommen in anderen Gebieten. Umfangreiche Lager hochwertigen Eisenerzes wurden in Afrika, Asien, Australien, in Nord- und Südamerika
entdeckt und erschlossen. In Anbetracht dieser Entdeckungen schätzt
man heute den Eisengehalt der bekannten Weltreserven an Eisenerz,
das mit den üblichen Methoden erschlossen werden kann, auf 132 Milliarden Tonnen.
Das US-Eergbauamt schätzt die Weltproduktion an Stahl für das
Jahr 1962 auf 36O Millionen Tonnen, von Eisenerz auf 500 Millionen
Tonnen. Bei dieser Inanspruchnahme sind die bekannten Weltreserven
an Eisenerz viele Male größer als, soweit man voraussehen kann, der
Bedarf bis zum Jahr 2000 jemals sein wird. Darüber hinaus stehen
wir erst am Beginn der technologischen Weiterentwicklung, die notwendig ist, um minderwertige Eisenerze anzureichern und zu verwenden.
Eine weitere Lösung für unseren ständig steigenden Bedarf an
Materialien, insbesondere an Metallen, ergibt sich aus der Wiederverwendung von Abfall- und Altmetall oder Schrott. Von den
- 6-

�den Bodenschätzen geht durch die wirtschaftliche Nutzung nur sehr
wenig verloren. Wir tun im Grunde nicht viel mehr als bei ihnen
Erscheinungsform und Standort zu verändern; am Ende des Kreislaufs
steht die Rückgabe an die Erde oder die vorläufige Lagerung auf
Schrottplätzen, wie es in Industrieländern üblich ist

(Tabelle 4 ) .

Ein Zweites Schlüsselmetall der Industrie ist Kupfer. Die Weltproduktion an Hüttenkupfer im Jahre 1962 wird vom US-Bergbauamt auf
etwa 5 Millionen Tonnen geschätzt. Die Weltreserve an handelsüblichen
Erzen nähert sich 10 Milliarden Tonnen, die etwa 200 Millionen Tonnen
Kupfer enthalten. Viele Vorkommen mit hochwertigem Erz sind erschöpft,
und einige, deren Abbau sich

jetzt noch rentiert, haben im Durch-

schnitt eine Ergiebigkeit von weniger als 0,75 Prozent Kupfer
(Tabelle 3 ) . Auch die Verwendung von Altkupfer nimmt zu; in den Vereinigten Staaten trägt es jetzt fast zu 25 Prozent zu dem Ausstoß
an neu erschmolzenem Kupfer bei. Die Bedeutung von Altmetall und
Schrott ist aus der Tatsache ersichtlich, daß beispielsweise in den
USA die Gesamtmenge des in Gebrauch stehenden Kupfers ungefähr ebenso
groß ist wie die Kupferreserven in den Vorkommen auf amerikanischem
Boden.
Eine weitere Lösung für unseren Materialbedarf ergibt sich aus
der Verwendung von Ersatzstoffen. In der Erdrinde sind viele Elemente
in weit größerer Menge als Eisen vorhanden, aber sie werden heute nicht
im gleichen Ausmaß wie Eisen gebraucht. Dafür ist Aluminium ein Beispiel. Deutschland war ein Pionier in der Gewinnung und Anwendung dieses Leichtmetalls.
Aluminium ist in der Erdrinde nahezu doppelt so häufig wie Eisen
und etwa I200mal häufiger als Kupfer. Aluminium kann mit Eisen und
Kupfer in vielen Anwendungsbereichen konkurrieren. Die Weltproduktion
an metallischem Aluminium wird für 1962 auf etwa 5 Millionen Tonnen geschätzt. Der Aluminiumgehalt der V/eltvorkommen an Bauxit, der heute
in der Aluminiumproduktion fast ausschließlich als Rohstoff dient,
wird auf gut über eine Milliarde Tonnen geschätzt. Darüber hinaus
könnten noch sehr große Mengen von Aluminium aus Tonerden und anderen
Mineralien von niedriger Aluminiumkonzentration gewonnen werden. Wir
sehen also, daß ein ausreichend großes Angebot auch zur Deckung des

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7 -

�des künftigen Bedarfs an Aluminium bis weit in das nächste Jahrhundert hinein vorliegt.
Die Möglichkeiten, Ersatz- oder Austauschstoffe zu verwenden,
sind auf dem Gebiet der Eisenlegierungsmetalle besonders groß; keine
Industrienation ist in dieser Hinsicht völlig autark. Die Reserven
der freien Welt an Erzen für Ferrolegierungsmetalle sind sehr groß,
aber die Lage der Vorkommen im Verhältnis zu den Zentren des größten
Verbrauchs läßt viel zu wünschen übrig. Glücklicherweise sind im Vergleich zu Eisen nur sehr kleine Mengen solcher Metalle erforderlich,
um die vielen Sorten und Qualitäten von Stahl herzustellen. Darüber
hinaus gibt es zahlreiche Ausweichmöglichkeiten, um ein bestimmtes
Ergebnis zu erzielen. Folglich scheint es klar, daß unser künftiger
Bedarf an Legierungsmetallen für Eisen zu einem erträglichen Preis
gedeckt werden kann - vorausgesetzt, daß wir einen internationalen
Markt halten können, zu dem alle Nationen freien und gleichen Zugang
haben •
Energie
Während sich die Weltbevölkerung bis gegen Ende dieses Jahrhunderts etwa verdoppeln dürfte, wird der Weltenergiebedarf auf das
Fünffache anwachsen, d.h. der Energieverbrauch pro Kopf wird auf das
Zweieinhalbfache des heutigen Standes steigen. Man schätzt, daß der
Weltverbrauch an fossilen Brennstoffen von 196O bis 2000 dreimal so
groß sein wird, wie der gesamte Energieverbrauch bis zum heutigen
Tage. Um den Energiehunger dieser vierzig Jahre zu stillen, ist ein
Energieaufkommen erforderlich, das 435 Milliarden Tonnen Kohle entspricht .
Wenn wir von Energie sprechen, meinen wir heute noch in erster
Linie die fossilen Brennstoffe - Kohle, Erdöl und Erdgas. Die Wasserkraft deckt nur einen kleinen Bruchteil des Gesamtenergiebedarfs.
Andere natürliche Energiequellen - Sonnenstrahlen, Wind sowie geothermische und Gezeitenkraftwerke - können aus begreiflichen Gründen im
Rahmen dieser Erörterung unberücksichtigt bleiben. Auf die Kernenergie werden wir später noch zu sprechen kommen.
Die

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8

-

�Die Weltkohlevorräte sind groß genug, um den zu erwartenden
Energiebedarf der Welt weit über das Jahr 2000 hinaus decken zu können. Einer vorsichtigen Schätzung des US-Bundesamtes für Geologische
Bestandsaufnahme zufolge betragen die abbaufähigen Weltkohlereserven
von bisher bekannten Lagerstätten unter Berücksichtigung der durch
zu geringe Mächtigkeit und zu große Tiefenlage der Flöze gezogenen
Grenzen 2,32 Billionen Tonnen. Damit kann nicht nur der genannte
Weltenergiebedarf der Zeit von i960 bis 2000, der 435 Milliarden
Tonnen Kohle entspricht, sondern auch der Gesamtbedarf von fast weiteren hundert Jahren unter Zugrundelegung einer Verbrauchsrate gedeckt
werden, wie sie für das Jahr 2000 vorausgeschätzt wird. Ich darf Sie
darauf hinweisen, daß diese Ziffer weder die Kohlereserven in bisher
unentdeckten, noch die in bereits bekannten, aber zu tief gelegenen
Lagerstätten einschließt. Nach einer zweiten Schätzung des Geologischen
Bundesamtes der USA, in der die Entdeckung neuer Vorkommen vorausgesetzt wird, liegt die Gesamtmenge sogar noch siebenmal höher.
Die Inanspruchnahme von Erdöl und Erdgas beim Weltenergieverbrauch
ist in den vergangenen Jahrzehnten selbstverständlich immer größer geworden. Obwohl unsere riesigen Kohlereserven notfalls diese Brennstoffe in mehr als ausreichendem Maße ersetzen

könnten, bleibt doch

die Tatsache bestehen, daß Erdöl und Erdgas aus Kosten- und Transportgründen sich immer größerer Beliebtheit erfreuen (Tabelle 10).
Die bisher erfaßten und "bestätigten" Rohölvorkommen belaufen sich
gegenwärtig auf insgesamt 320 Milliarden Barrels, das entspricht dem
Energiewert von 56 Milliarden Tonnen Kohle. Diese Zahl bedarf jedoch
wegen der unterschiedlichen Auslegung des Begriffs "bestätigte" Reserven der näheren Erläuterung. Uns interessieren hier indes nicht so
sehr die "bestätigten" als vielmehr die "höchstmöglichen" Reserven.
Hierfür gibt es, wie bei der Kohle, eine ganze Skala von Schätzzahlen.
Wenn wir von den Extremwerten authentischer Schätzungen ausgehen, so
würden die höchstmöglichen Rohölreserven der Welt mindestens 1,25
Billionen, jedoch nicht mehr als 4 Billionen Barrels betragen.
Auf diesen beiden Schätzungen basieren auch Angaben über die
höchstmöglichen Reserven an Erdgas. In Steinkohleeinheiten ausgedrückt, belaufen sich die höchstmöglichen Vorräte an Erdöl und Erdgas

- 9 -

�Erdgas zusammen euf mindestens 535 Milliarden,

im Höchstfalle

auf 1,62 Billionen Tonnen. Bei dem niedrigen Schätzwert sind die
mit Sicherheit zu erwartenden Verbesserungen in der Fördertechnik
unberücksichtigt geblieben; dennoch übersteigt diese Zahl den für
die Zeit von 196O bis 2000 auf 435 Milliarden Tonnen geschätzten
Gesamtenergiebedarf der Welt um 100 Milliarden Tonnen.
Obwohl mit ausgedehnten Lagerstätten von Qualitätskohle gesegnet, hat Deutschland in der Vergangenheit nur einen Bruchteil seines Bedarfs an Erdöl und Erdgas selbst erzeugt und ist jetzt dabei,
sich eine bessere Position für die Zukunft zu schaffen. In den Gewässern vor der deutschen TTordseeküste, in einem Gebiet, das sich an
die riesigen neuentdeckten holländischen Erdgasfelder anschließt,
arbeiten deutsche und amerikanische Firmen gemeinsam an vielversprechenden Erschließungsvorhaben.
Die derzeitigen hohen Schätzwerte für die fossilen Brennstoffvorräte sind beruhigend; dennoch lehren die bisherigen Erfahrungen,
daß sie sich wahrscheinlich weiter erhöhen werden. In dem Maße, in
dem der Bedarf weiter stieg, die Technik sich weiterentwickelte und
neue Lager entdeckt wurden, konnten auch die schon optimistisch
erscheinenden Schätzungen über die höchstmöglichen Reserven ständig
nach eben hin revidiert werden. Es besteht kein Grund zu der Annahme,
daß das in Zukunft anders sein wird.
Hinzu kommt noch, daß wir unsere Betrachtung bisher ausschließlich auf Kohle, Erdöl und Erdgas beschränkt haben. Wir haben die
riesigen Ölschiefer- und Teersandvorkommen, zwei praktisch noch
unausgebeutete Energiequellen mit gewaltigen Entwicklungsmöglichkeiten, noch völlig unberücksichtigt gelassen. Man schätzt, daß die
Ölschieferlager der Vereinigten Staaten allein einem Energiepotential
von 250 Milliarden Tonnen Kohle entsprechen. In anderen Teilen der
Welt gibt es noch weit größere Ölschieferlager.
Selbst wenn man die vorsichtigsten Schätzungen zugrunde legt,
wird deutlich, daß die Weltreserven an fossilen Brennstoffen mehr
als ausreichen, um den zu erwartenden steigenden Bedarf im gesamten
20. Jahrhundert und im größten Teil des 21. Jahrhunderts zu decken.
Diese Feststellung steht in krassem Gegensatz zu der in den ersten

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10

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�ersten Nachkriegs jähren vorherrschenden Ansicht, daß sich die
Weltbrennstoffreserven schnell erschöpften.
Es ist überhaupt unwahrscheinlich, daß wir unsere fossilen
Brennstoffreserven jemals ganz aufbrauchen könnten. Bis es einmal
soweit wäre, dürfte die Atomenergie die fossilen Brennstoffe als
Hauptenergiequellen schon weitgehend abgelöst haben. Die Weltreserven an nuklearen Brennstoffen lassen in bezug auf ihren Energiegehalt die riesigen Reserven an fossilen Brennstoffen wirklich zwergenhaft erscheinen. Das US-Bundesamt für Geologische Bestandsaufnahme
schätzt, daß die Uranlager der Vereinigten Staaten 2,1 bis 6,9
Billionen Tonnen Kohle äquivalent sind. Dabei sind die Thorium-Reserven, deren Energiegehalt wahrscheinlich noch größer ist als bei
Uran, noch gar nicht berücksichtigt.
Setzt man allein diese geschätzten Reserven an nuklearen Grundstoffen in den Vereinigten Staaten in Relation zu dem gesamten Weltbedarf, so ergibt sich das Bild fast unbegrenzter Energiequellen.
Noch günstiger sind die Aussichten, wenn man in Rechnung stellt, daß
es uns wohl doch eines Tages gelingen wird, mit Hilfe der kontrollierten Kernverschmelzung auch die Energie des schweren Wasserstoffs aus
den Weltmeeren zu verwerten.
Obgleich der Bedarf ständig zunimmt, setzt sich auch immer mehr
die Erkenntnis durch, daß die wichtigen natürlichen Hilfsquellen sich
wohl niemals wirklich erschöpfen. Wir werden uns mehr und mehr der
Rolle bewußt, die Naturwissenschaft und Technik bei der Lösung unserer
Energie- und Rohstoffprobleme spielen, ebenso der Bedeutung der Forderung, in jedem Stadium unserer industriellen Entwicklung die wirtschaftlichen Hilfsquellen in größtmöglichem Umfang und auf die rentabelste Weise zu nutzen. Gleichzeitig mehren wir durch neue Anlagen,
Institutionen und Erkenntnisse, die alle zur Sicherung einer ausreichenden Rohstoffversorgung in der Zukunft beitragen können, den
Wertbestand.
Wissenschaft und Technik
Ich möchte nun kurz die Auswirkungen von Wissenschaft und Technik auf die natürlichen Hilfsquellen untersuchen. Wissenschaft, Technik und Erfindungen haben eine Schlüsselrolle dabei gespielt, daß

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11

�daß der Mensch in die Lage versetzt wurde, die ihm zugänglichen
Hilfsquellen besser zu nutzen. Manche der großen Erfindungen aus
der jüngeren Vergangenheit, wie die Dampfmaschine, die Lokomotive,
das Automobil, Funk und Fernsehen und das Flugzeug, sind Beispiele
hierfür.
Wenige neue wissenschaftliche Entdeckungen wirken sich sogleich
auch auf die Lebensverhältnisse aus. Die meisten der großen Erfindungen und deren Anwendungen sind, von der noch unbewiesenen Theorie
oder von Entdeckungen auf verwandten Gebieten der Grundlagenforschung
an gerechnet, erst im Verlauf von Jahren herangereift. Im Durchschnitt vergehen heute von den ersten Anfängen neuer Fortschritte in
der Technik bis zu greifbaren gesellschaftlichen Auswirkungen ungefähr 25 bis 50 Jahre. Neben ganz natürlichen Hindernissen zählen zu den
Faktoren, die zu einer derartigen Verzögerung beitragen, die natürliche Trägheit des Menschen mit seinem Festhalten an alten Gewohnheiten, Vorurteile, Phantasielosigkeit, Schwierigkeiten im Zustandebringen gemeinsamer Aktionen sowie der in der Wirtschaft bestehende Widerwille dagegen, veraltete Betriebsausrüstungen zum alten Eisen zu
werfen, um so neuen Verfahrensweisen den Weg zu ebnen.
Trotz solcher Hemmnisse lernen wir jedoch mit Hilfe der Wissenschaft und Technik nicht nur immer besser, die Rohstoffe, die uns
unsere Welt bietet, aufzufinden und auszubeuten, sondern auch neue
Anwendungsmöglichkeiten für sie zu erschließen, In der Tat bestimmt
dieser Erfahrungs- und Wissensechatz weitgehend unseren Begriff davon, welche Bodenschätze nützlich sind. Das Metall Titan beispielsweise ist seit langem bekannt; aber erst 1948 begann es ein nützliches
Element zu werden, als man es erstmals aus seinen hochschmelzenden
Erzen zu raffinieren vermochte, so daß sich ein Titanmarkt entwickeln
könnte.
Mit Hilfe der Technik verdrängten Kohle, später öl und Erdgas,
Holz immer mehr als wichtigste Wärmequelle. Die Technik zeigt jetzt
den Weg zu größerer Nutzbarmachung so häufiger Elemente wie Silizium,
Magnesium, Titan etc., deren gegenwärtige Anwendung' in keinem Verhältnis zu ihrer tatsächlichen Häufigkeit steht. Es gibt noch zahlreiche andere Möglichkeiten, die auf weitere Erschließung warten. So

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�So könnten z.B. große Mengen Thorium aus unergiebigen Erzen angereichert werden, und auch Aluminium ist überall in Tonerden reichlich vorhanden - aber wir brauchen neue Methoden der Anreicherung,
des Abbaues und der Extrahierung, um solche Bodenschätze wirtschaftlich zu nutzen. Wissenschaft und Technik, zeigen uns, wie Metalle
nicht nur durch Raffination, sondern auch durch Legieren mit anderen Elementen verbessert werden können. Dieser Prozeß bewirkt in
gewisser Weise eine Konservierung, denn er streckt die vorhandenen
Vorräte und läßt das gleiche Ergebnis mit geringeren Rohstoffmengen
erreichen.
Stahl ist für diese Entwicklung ein gutes Beispiel, Noch vor
einigen Jahrzehnten lag die Zugfestigkeit der handelsüblichen Stahlsorten bei 55 kg/mm , und Werkzeugstahl konnte in Gütegraden von
o
140 kg/mm geliefert werden. Heute sind handelsübliche Stähle mit
2
einer Zugfestigkeit von 140 kg/mm

erhältlich, und bei Werkzeug-

stählen werden sogar die doppelten Festigkeitswerte erreicht. Hierdurch verringern sich die Stahlmengen ganz erheblich, die für einen
bestimmten Zweck benötigt werden, und noch immer gibt es Möglichkeiten für weitere Verbesserungen. Die theoretisch höchstmögliche Zugfestigkeit von Stahl liegt weit über 700 kg/mm . Die gegenwärtigen
Forschungen mit Haarkristallen und die Entwicklung von Metallen
höchsten Reinheitsgrades mit Hilfe der sogenannten Zonenschmelzprozesse verheißen sogar noch viel größere Fortschritte, um schließlich zu derart hohen Festigkeitswerten zu gelangen.
Wissenschaft und Technik geben uns größere Freiheit in der
Auswahl von Materialien, die Gestalt und Wesen unserer zivilisatorischen Errungenschaften mitbestimmen. Entwicklungen aus jüngster
Zeit führten dazu, daß jetzt ein Metall wie Niob mit seinen einzigartigen Eigenschaften bei extremen Temperaturen, ferner das besonders
korrosionsfeste und leichte Titan sowie Beryllium, das nicht nur zu
den Leichtmetallen zählt, sondern überdies einen doppelt so hohen
Schmelzpunkt wie Aluminium besitzt, in Gebrauch kamen. Verfahren,
solche Materialien durch Schichtung, Legieren, Sprühen, Plattieren
oder Verstärkung miteinander zu verbinden oder sie als Überzugsmaterial zu benutzen, bringen eine derartige Vielfalt neuer nützlicher

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�nützlicher Stoffe hervor, daß es selbst für den Konstrukteur
schwierig wird, sich angesichts der großen Auswahl an neuen Werkstoffen für einen bestimmten zu entscheiden.
Die Weiterentwicklung der Verfahrenstechnik ermöglicht die Ausbeutung von Erzen an bisher unzugänglichen Lagerstätten und aus
größerer Tiefe. Der vielleicht bedeutendste Beitrag von Wissenschaft
und Technik zur Lösung unserer Rohstoffprobleme dürfte jedoch in der
Verheißung liegen, nützliche Werkstoffe von weniger hochwertigen
oder gar minderwertigen Erzen zu bekommen, die früher als unwirtschaftlich betrachtet wurden. Am Anfang verwerteten wir nur die
hochwertigen Mineralien, aber wir sahen uns in zunehmendem Maße
gezwungen, auf Rohstoffe geringerer Qualität zurückzugreifen. Dafür
ist Kupfer ein ausgezeichnetes Beispiel. Der Mensch entdeckte zuerst
das gediegene Metall - aber jetzt werden bereits Erze abgebaut, die
weniger als ein Prozent Kupfer enthalten.
Man sollte annehmen, daß dieser Trend mehr finanzielle Aufwendungen erfordert - aber ganz im Gegenteil, der Preis pro Einheit für
die wichtigsten Industrie-Rohstoffe wie Kupfer, Eisen, Zement und
Brennstoffe ist unter Zugrundelegung eines festen Geldwertes gleichgeblieben oder sogar abgesunken. Am Industriearbeiterlohn gemessen
sind die positiven Auswirkungen solcher Errungenschaften sogar noch
eindrucksvoller. In den Vereinigten Staaten ist heute als Folge
technischer Fortschritte für den Gegenwert einer Arbeitsstunde die
sechsfache Menge von Kupfer oder Erdöl und die doppelte Menge von
Kohle oder Zement als im Jahr 1900 erhältlich.
Die steigende Nachfrage nach besseren Konstruktionsmaterialien
wird zum Teil durch neue Synthesewerkstoffe gedeckt. Die Erforschung
des chemischen Aufbaus organischer Verbindungen gab dem Menschen
neue Möglichkeiten an die Hand, Stoffe zu manipulieren. Fast täglich
erscheinen Kunststoffe und KohlenstoffVerbindungen mit immer neuen
und besseren Eigenschaften auf dem Markt. Professor Karl Ziegler,
det gestern erst den Nobelpreis für seine Arbeiten zur Chemie und
Technologie der Hochpolymere entgegennahm, ist einer unter zahlreichen
Deutschen, die für entscheidende Beiträge auf diesem Forschungsgebiet
ausgezeichnet wurden.

_ ,
Werks tolle
-

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�Werkstoffe auf der Basis von Siliziumverbindungen wie Glas
und spezielle keramische Stoffe mit höheren Elastizi tütsv.cr tun und
größerer Warmfestigkeit sind in Entwicklung bzw. finden bereits
praktische Anwendung. Es dürften der Menschheit somit schon bald zwei
große Gruppen von Werkstoffen zur Verfügung stehen, die beide in gleich
großen Mengen vorhanden, beide vielfältig verwendbar sind; sie ergänzen einander und lassen sich kombinieren, wobei die eine Gruppe
auf Metallen und die andere auf Silizium und Kohlenstoff basiert.
Der Gehalt der Erdkruste an Silizium und Kohlenstoff zusammengenommen ist etwa ebenso groß wie ihr Gehalt an Metallen. Die Erzvorkommen aber sind weit und ungleichmäßig über die Erde verteilt,
und in manchen Teilen der Welt sind sie sogar ausgesprochen selten
anzutreffen. Die Anwendung von Kombinations- und Synthesewerkstoffen
ist in den Vereinigten Staaten bereits soweit gediehen, daß ihre Produktion heute schon ungefähr so groß i3t wie die Gesamterzeugung an
Metallen -Eisen und Stahl ausgenommen.
In unseren Forschungslaboratorien haben wir in den letzten Jahren gelernt, neue Atome aufzubauen und auf diese V/eise Elemente umzuwandeln. Jede großtechnische Nutzung dieser Erkenntnisse wird einen
sehr hohen Energieaufwand erfordern - einen Energieaufwand, der in
jedem Falle so hoch ist, daß er nur durch Erschließung der Kernenergie oder anderer Energiequellen höherer Ordnung zu bestreiten sein
wird. Selbst bei vorsichtiger Vorausbeurteilung der Entwicklung kann
man erwarten, daß es dem Menschen gelingen wird, seine Materialsorgen
eines Tages durch den Aufbau neuer Atome zu lösen, sobald er erst gelernt hat, Kernenergie in einem Ausmaß unter Kontrolle zu bringen,
das man heute nur erahnt. Ich möchte nicht riskieren, einen Zeitpunkt
zu nennen, an dem d'*..n der Fall sein wird. Fest steht aber, daß Professor
Jensen von der Universität Heidelberg, der gestern für seinen Beitrag
zur Theorie der Schalenstruktur des Atomkerns ebenfalls den Nobelpreis entgegennahm, Vorbild und Ansporn für buchstäblich Tausende
von Wissenschaftlern sein wird, auf dem gleichen Gebiet zu arbeiten.
Es dürfte klar sein, daß Materialfragen in Zukunft eine immer
wichtigere Rolle spielen, da die Märkte kontinuierlich expandieren
und unser Bedarf an Stoffen immer höheren Reinheitsgrades und an einer

-

15

-

�einer ständig wachsenden Vielfalt immer komplizierterer Produkte
laufend größer wird. Die Materialforschung wird überdies um so mehr
zu einer vordringlichen Aufgabe, als der Stand der Ingenieurkunst
in einer größeren Vielfalt von anorganischen und organischen Feststoffen, Flüssigstoffen und Gasen Ausdruck findet. Die Bemühungen
um Kostensenkung und die Schaffung hochwertiger Produkte dürften
dazu zwingen, die physikalischen Eigenschaften der Stoffe bis zum
äußersten auszuschöpfen. Diese Art fachmännischen Wissens und Könnens
in der Nutzbarmachung der Stoffe zu erlangen muß in der Technik von
heute und von morgen eines der Hauptziele sein. Die Verwirklichung
dieser Zielsetzungen aber hängt von Forschung und Entwicklung ab.
In jüngster Zeit haben viele ihre Sorge über den Mangel an
greifbaren Vorteilen staatlicher Forschung für die Industrie und
Wirtschaft im allgemeinen zum Ausdruck gebracht. In vielen Fällen
wird behauptet, daß der sekundäre Nutzen, welcher der Wirtschaft aus
der Verteidigungs- und Raumfahrtforschung erwächst, nur ein Mythos sei.
Tatsächlich werden gegenwärtig relativ wenig neue wissenschaftliche
Erkenntnisse von grundlegender Bedeutung, die sich aus den Verteidigungsund Raumfahrtforschungsprogrammen ergeben, der kommerziellen Nutzung
zugeführt. Marktlage und Nachfrage stehen jedoch nicht unbedingt
in Beziehung zur weiteren Entwicklung dieser Programme. Forschung
und Entwicklung auf dem Gebiet des Verteidigungswesens mit der Produktion kommerzieller Erzeugnisse zu verknüpfen, ist ein wichtiges
Problem für sich. Setzt man sich mit ihm auseinander, so erweisen
sich Erziehungswesen und Berufsbildung als eine der schwierigsten
Hürden. Viele der neuen Ideen, die für die Verteidigungs- und Raumfahrtprogramme entwickelt wurden, fallen sogar in die Grenzbereiche
der Naturwissenschaft, so daß hochqualifizierte Spezialisten benötigt
werden. Solange diese Spezialisten mit ihren unmittelbaren Aufgaben
befaßt sind, können sie zu der noch größeren Aufgäbe,nämlich Forschungsergebnisse in kommerzielle Produkte und Verfahren

umzu-

setzen, nichts beitragen.
Eine mögliche Lösung besteht darin, Erziehung
in die Fabrik

und Berufsbildung

hineinzutragen. Dieser Gedanke ist keineswegs

-

16

-

�keineswegs unrealistisch.. Neue technologische Fortschritte verringern den Bedarf an ungelernten Arbeitskräften. Je mehr die Produktivität durch den Einsatz von mehr Energie und die Anwendung neuer
Erkenntnisse und Methoden steigt, desto weniger Zeit ist für die
Arbeit am Fließband und desto mehr dafür erforderlich, sich mit den
neuesten technischen Entwicklungen vertraut zu machen. Dabei wird
ständig mehr Wert auf Fachwissen gelegt.
Sowohl die Industrie als auch der Staat müssen erkennen, daß
Forschung, Erziehung und Berufseusbildung kein Luxus mehr sind, den man
nur aus Mitteln des Gewinns bestreitet, sondern Geschäftsunkosten,
die auch als solche behandelt werden sollten. Änderungen der "Verfahrenstechnik als Folge neuer technologischer Fortschritte mehren
sich und können eine solche Dynamik erlangen, daß Fortbildung und
Umschulung vielleicht einmal der wichtigste Lohnkostenfaktor der
Zukunft sein werden. Schon heute neigt man zu der Auffassung, daß
der Forschungsprozeß enger mit Arbeitnehmer- und Betriebsproblemen
verknüpft werden müßte. Folglich stellen Anwendung und Nutzung der
wirksamsten Verfahren und Erziehungsmethoden die denkbar besten Investitionen für die Zukunft dar. Die Dividenden werden sich daraus
ergeben, daß beim Arbeitnehmer neues Interesse und neue Freude am
Beruf geweckt werden, sowie aus Möglichkeiten zur Beschleunigung der
Anwendung neuer Techniken - und dies um so mehr, je geringer der
Bildungsunterschied zwischen Arbeitern und Führungskräften ist.
Organisatorische Voraussetzungen
Meiner Ansicht nach bilden in der Nutzbarmachung der natürlichen
Hilfsquellen weder die Größenordnung der Vorkommen noch die Fortschritte in der Methodik ihrer Gewinnung und Verwendung Schlüsselfaktoren, sondern die Organisationsformen, die Volk und Staat entwickeln, um den Gesamtprozeß der Erschließung und Vermarktung unserer Hilfsquellen erfolgreich zum Ziel zu führen. Wie bereits gesagt,
kann es durchaus sein, daß eine Nation mit einem begrenzten natürlichen Reichtum, aber einem leistungsfähigen Wirtschaftssystem einen
hohen Entwicklungsstand erreicht, während eine andere mit eben den
selben natürlichen Hilfsquellen an dieser Aufgabe scheitert. Der
Schutz des Privateigentums, die Steuer- und Handelspolitik, Gewinn-

-

17

-

�Gewinnanreize, Konservierungsmaßnahmen,'der Stand des Verkehrswesens und das Ausmaß staatlicher Wirtschaftstätigkeit und Lenkung

- sie alle sind von ausschlaggebender Bedeutung für die

Fähigkeit einer Gesellschaft, vorhandene Energie- und Rohstoffquellen im größtmöglichen Umfang zu nutzen.
Diese Faktoren staatlicher Politik und wirtschaftlicher Organisation sind auf internationaler Ebene von noch größerer Bedeutung.
Die Erschließung von Rohstoffen in Afrika z.B., die schließlich für
die Verwendung in einem deutschen Fertigprodukt bestimmt sind,
schafft eine lange Kette vielfach

verflochtener wirtschaftlicher,

zwischenstaatlicher und menschlicher Beziehungen. Sie beginnt beim
Besitzer der Rohstoffquelle. Sofern er Privateigentümer ist, wird
er an einem vernünftigen und stabilen Preis bei beständiger und
voraussehbarer Nachfrage interessiert sein und seine Besitzrechte
gewahrt wissen wollen. Neben den zahlreichen Zwischengliedern ist der
Endverbraucher zu nennen, der ebenfalls an Fragen wie Preis, Güte,
zuverlässiger Versorgung, Versicherungsschutz während des Transports
und tragbaren Zollbelastungen etc. nicht uninteressiert sein kann.
Es ist uns im großen und ganzen bisher immer gelungen, Mittel und
Wege zu ersinnen, den festen Zusammenhalt dieser Kette zu wahren.
Trotzdem sind uns allen Beispiele geläufig, in denen Politik oder
menschliches Versagen zu einer Unterbrechung des Warenflusses vom
Produzenten zum Verbraucher geführt haben.
Die Grundfaktoren des Erfolgs in der Schaffung der organisatorischen Voraussetzungen für die Erschließung von Hilfsquellen sind
nach meiner Überzeugung Freiheit und Zusammenarbeit. Ich bin sicher,
daß die Mehrzahl von Ihnen der gleichen Auffassung ist. Das "deutsche
Wunder" der letzten achtzehn Jahren wäre nicht möglich gewesen, hätte
man nicht - dem klassischen Begriff der "Arbeitsteilung" folgend die marktwirtschaftlichen Kräfte im Einsatz der verfügbaren Arbeitskräfte und Hilfsquellen als wichtigstes Regulativ wirksam werden
lassen, gemäßigt allerdings durch die Rücksichtnahme auf soziale
Gesichtspunkte und staatliche Maßnahmen, die Anreiz und Schutz ohne
Einmischung gewähren sollen. Nirgendwo hat dieser Versuch einer
Lösung der Probleme des 20. Jahrhunderts beredteren Ausdruck

-

18

-

�Ausdruck gefunden als in Bundeskanzler Erhards "Sozialer Marktwirtschaft" .
Im Gegensatz hierzu finden wir immer noch Länder, in denen
das Fehlen eines ausreichenden Rechtsschutzes, unnötige staatliche
Eingriffe oder produktionsfeindliche Steuergesetze alle Anstrengungen
zur Erschließung und Nutzbarmachung leicht zugänglicher Hilfsquellen
unterdrücken. Hoffnungen auf Privatinvestitionen in- und ausländischer
Kapitalgeber werden zunichte, wo nach Lage der Dinge adäquate öffentliche Finanzierungshilfen nicht verfügbar sind.
Selbst dort, wo ein günstiges Investitionsklima herrscht, ist
es vielfach der Mangel an Investitionskapital, fähige© Unternehmern und
Führunc3kr!ifton, der die Erschließung der Hilfsquellen unterbindet.
Hier müssen die Industrienationen ihre Unterstützung in Form von Privatinvestitionen oder, falls notwendig, in Form staatlicher Auslandshilfe zur Überwindung solcher Hindernisse leisten. Vielfach muß die
Investitionshilfe durch die Entsendung von Verwaltungskräften, Wissenschaftlern und Technikern ergänzt werden, soll sie erfolgreich sein.
Für die freie Welt ist es eine wichtige Organisationsfrage, Menschen
zu finden, die bereit sind, hinauszugehen, aber nicht minder wichtig
ist es auch, daß diese dort vorurteilslos aufgenommen werden. Dies
alles erfordert kooperative Bemühungen großen Stils seitens des einzelnen wie der Regierungen, soll das Gesamtvorhaben erfolgreich sein.
Auch politische Spaltungen können den Zugang zu Rohstoffen blockieren. Staaten mit totalitären Regierungssystemen richten häufig ihre
anfälligen Volkswirtschaften lieber nach den eigenen Märkten aus, anstatt sich nach den Märkten der freien Welt zu orientieren. Aus völlig
grundlosen Befürchtungen oder Vorurteilen heraus verwehren manche
Staaten oft gerade jenen das Recht auf Erschließung oder Vermarktung
ihrer Hilfsquellen, die als einzige willens und fähig wären, dies
unter realistischen, wirtschaftlichen und marktgerechten Bedingungen
zu tun.
In den meisten rohstoffordernden Industrien ist außer privatem
Kapital kein anderes verfügbar. Dabei setzen Investitionen der hier
erforderlichen Größenordnung - bei einem großen Kupferbergwerk beispielsweise bis zu einer halben Milliarde Dollar - ein hohes Maß
an Vertrauen auf Seiten der privaten ausländischen Wirtschaf1«interessanten in die künftige Politik des Erzeugerlandes voraus.

vi^a

�Eine Enteignung - oder die einer Enteignung gleichkommende
Regierungsmaßnahme - bringt die Kapitalquellen nicht nur für das
betreffende Land oder für die fragliche Industrie, sondern für alle
anderen Länder und Industrien zum Versiegen, wo ähnliche Gefahren
drohen. Ein solches Vorgehen könnte den Interessen aller»nämlich
der Bevölkerung des Erzeugerlandes, der Investoren und der Endverbraucher, völlig zuwiderlaufen, ja die Wirtschaft der gesamten freien
Welt lähmen. Es gibt Beispiele aus verschiedenen Teilen der Welt, wo
solche ungesunden Zustände lange Zeit bestanden - einfach deshalb,
weil das so leicht verletzbare Element des Vertrauens nicht vorhanden war.
Der Anreiz zu Handel und Investitionen muß nicht nur von den
Industriestaaten, sondern auch von den Entwicklungsländern selbst
ausgehen, die die wichtigen Rohstoffe erzeugen. Ihre "terms of trade",
d.h. die Relation zwischen den aus Exportgütern erlösten und für
Importgüter aufzuwendenden Preisen und die übrigen Handelsbedingungen
wie Zölle, Quoten und Meistbegünstigungen, müssen gleich sein. Andernfalls könnten ganze Gruppen von Ländern dazu gebracht werden, die
Märkte der freien Welt zu boykottieren - selbst wenn ihnen daraus
nur Nachteile erwachsen.
Wir sehen also, daß die organisatorischen Voraussetzungen
für die Entwicklung von Rohstoffquellen einen ungemein weiten Bereich der menschlichen und nationalen Beziehungen umfassen. Der
Ausbau leistungsfähiger Organisationen für eine zweckentsprechende
Entwicklung und Nutzung unserer natürlichen Hilfsquellen ist in der
freien Welt in einem sehr realen Sinn zur Basis für die Verbesserung
des Loses der Menschen geworden. Wir alle haben daher ein lebhaftes
Interesse an der Fortsetzung ihrer erfolgreichen Tätigkeit. Es
muß unser Ziel und unsere Aufgabe sein, die Naturschätze nicht
nur auszubeuten, sondern sie auch in solchen Mengen auf den Markt
zu bringen, die dem heutigen Massenverbrauch entsprechen, und zwar
zu Bedingungen, die die ständige Verfügbarkeit dieser Hilfsquellen
für uns und für künftige Generationen gewährleisten.

-

20

�Zusammenfassung
In der Vergangenheit hat man vielfach geglaubt, daß die Begrenztheit der natürlichen Hilfsquellen auch der Zahl und dem Wohlstand der Weltbevölkerung Grenzen setze. Eine dieser Theorien der
Entwicklungsbegrenzung besagte, daß die natürlichen Hilfsquellen
irgendwann einmal erschöpft sein würden. Eine andere Lehrmeinung
behauptete, daß an die Qualität der geförderten Rohstoffe immer geringere Ansprüche gestellt

würden, und folgerte daraus, daß die

steigenden Kosten ihrer Nutzung zu einer Verlangsamung des Fortschritts und damit zu einem Absinken des Lebensstandards führten.
Armut und Not wären demnach schließlich das gemeinsame Schicksal
der gesamten Menschheit.
Lieser unser Überblick über die wichtigsten Faktoren, die die
Zukunft des Menschen mitbestimmen werden, führt jedoch nicht zu
derartigen Schlußfolgerungen. Wenn der Mensch hart genug arbeitet
und Erziehung, Wissenschaft, Technik und dem staatlichen und gesellschaftlichen Aufbau genug Aufmerksamkeit zuwendet, dann braucht die
Begrenztheit der natürlichen Hilfsquellen nicht zur Grenze des Fortschritts der Menschheit zu werden.
Ja, es gewinnt sogar die Annahme immer mehr an Boden, daß die
langfristig verfügbare Energie, die für das künftige Wohlergehen der
Menschheit von zentraler Bedeutung ist, selbst in unserer eigenen
begrenzten Sicht als nahezu unerschöpflich gelten könne. Erlangt
der Mensch das als Vorbedingung erforderliche Wissen, so vermag er
sich durch einen entsprechend hohen Energieaufwand nicht nur von
seinen Materialsorgen zu befreien, sondern er kann sogar dem Entwicklungsprozeß neue Impulse geben. Liese erstrebenswerte Stufe haben wir
noch nicht erreicht, und wir wissen auch nicht recht, wie oder wenn
dies geschehen wird. Aber die Idee als solche zeichnet sich bereits
am Horizont der Wissenschaft ab.
Wir müssen immer noch damit rechnen, daß jedes weitere Wirtschaftswachstum harte Anstrengungen seitens des Menschen erfordern
wird und mit vorübergehenden Rückschlägen und sogar Krisen verbunden sein kann. Labei geht es jedoch nicht so sehr um die dem Menschen

-

21

-

�Menschen überkommenen Naturschätze, sondern um die Mehrung seines
Wissens und seines Ideen- und Einfallsreichtums zur Bewältigung
der ihm durch seine Umwelt gestellten Probleme. Der Mensch wird auch
in Zukunft wie schon in der Vergangenheit die größte ihm gestellte
Aufgabe in sich selbst finden.
Ferner geht es nicht lediglich darum, daß der Mensch die Nutzung
der ihm von der Natur geschenkten Hilfsquellen mit dem Blick auf seinen Portbestand einteilt. Eine ständig wachsende Bevölkerungsziffer
in einer Welt des Mangels und der drückenden Armut kann nicht das Ziel
sein. Der Mensch steht letztlich auch noch vor dem Problem, seine
Welt - wie reich sie auch sei - so zu gestalten, daß alle auf ihr
friedlich zusammenleben und die vielfachen Ausdrucksformen des Einzelwesens voll zur Entfaltung gelangen können. Der Mensch kann einer
weiteren Vermehrung seiner Gattung selbst unter günstigsten äußeren
Lebensumständen nicht mit Gleichmut zusehen, solange Haß, Angst und
Streit herrschen.
Während die der Menschheit verfügbaren Hilfsquellen völlig ausreichend sind, hat gerade die Ausweitung der wissenschaftlichen Erkenntnisse, dieeben dies sicherstellt, dem Menschen Möglichkeiten der
Zerstörung an die Hand gegeben, die die Basis der menschlichen Existenz gefährden.
Wir in Amerika und Sie hier in Deutschland haben einen Lebensstil
und ein Weltbild gemeinsam, die Wohlstand für alle in einem bisher
nie dagewesenen Ausmaß herbeigeführt haben. Mithin läuft die These, die
ich hier zu entwickeln suchte, darauf hinaus, daß für den Menschen unter
eben solchen Lebensbedingungen die größte Hoffnung besteht, die Aufgaben der Zukunft zu meistern - Bedingungen nämlich, unter denen der einzelne wie die Völker die größtmögliche, mit der Wahrung der Rechte
anderer zu vereinbarende Freiheit des Denkens und Handelns im Rahmen
einer auf der Unabhängigkeitsidee basierenden Zusammenarbeit genießen.
In einer solchen Welt wird der Mensch, dessen bin ich sicher, die
Probleme, die ihm gestellt sind, lösen können.
*

* * * *

-

22

�Tabelle 1
Schätzungen zur Weltbevölkerungsziffer, i960 bis 2000 (Angaben in
Zehn-Jahres-Intervallen, in Millionen)

Gebiet

i960

1970

1980

1990

2000

hoch

2920

5500

4280

5360

690O

Durchschnittswert

2910

5480

4220

5140

6280

2900

5550

5850

4570

4880

Afrika

257

575

492

Nordamerika

197

294
225

255

287

65,9

86,4

115

157

665
526
219

140

179

514

452

1620

1980

2 54
2480

52 00

4250

424

457

496

592

16,5

19,4

22,5

540
26

50,2

215

254

297

544

595

niedrig

Mittelamerika
Südamerika
Asien
Europa
Ozeanien
UdSSR

Quelle: Vereinte Nationen
* Hoch-, Mittel- und Niedrigwerte gelten für die gesamte Welt; für
die genannten Gebiete sind nur Maximalwerte angesetzt.

�Tabelle 2
Zunahme der Weltproduktion an Mineralien. Wichtige Mineralien in den
Jahren 1900 bis i960 (Angaben in Zehn-Jahres-Intervallen)

Jahr und Produktionsmenge

Mineral

Einheiten

Eisenerz

in Millionen
Long tons

Kupfer
Aluminium
Kohle
Erdöl
Chromerz
Kobalt
Nickel

Quelle:

1900

1910

1920

1930

1940

90

139

122

176

200

in t'ausend
Short tons

545

946

1057

1 760

in i'ausend
Short tons

7

49

137

860

1280

149

1950 196O

247

514

2734 2915

4990

298

663

164O

4985

1450

1600

1900

2000

2900

328

689

1412

2144

3803

7674

59

119

189

616

1605

2655

4870

in tausend
Short tons

0,2

1,1

0,4

1,4

5,5

7,9

16,7

in tausend
Short tons

10

25

39

60

154

16C

359

in Millionen
Short tons
in Millionen
Barrels
in tausend
Short tons

US-Bergbauamt

�Tabelle 3
K u p f e r i n h a l t der von 1900 b i s i960 in den V e r e i n i g t e n S t a a t e n
abgebauten Erze (Angaben i n Z e h n - J a h r e s - I n t e r v a l l e n )

J a h r und P r o z e n t g e h a l t der Erze an Kupfer

1900

1910

1920

1930

1940

1950

1960

2,8

1,88

1,63

1,43

1,20

0,89

0,73

Q u e l l e : US-Bergbauamt

�Tabelle 4
Rückgewinnung w i c h t i g e r N i c h t e i s e n m e t a l l e a u s A l t m a t e r i a l i n den
Vereinigten
(Angaben i n

Staaten,

1950 b i s

i960

Fünf-Jahres-Intervallen)

(in tausend Short

Metall

tons)

1950

1955

1960

76

76

63

Kupfer

485

515

429

Blei

474

495

465

Zink

75

84

68

28

25

19

Aluminium

Zinn

'

Q u e l l e : "Kesource's i n A m e r i c a ' s P u t u r e "

(Joho?

und R e s o u r c e s f o r t h e F u t u r e , I n c . ,

Hopkins P r e s s

1962)

�\

Tabelle 5
Anteil der Einfuhren am statistisch erfaßten Verbrauch von Kupfer,
Blei, Zink, Bauxit und Eisenerz in den Vereinigten Staaten,
1930 bis 196O (Prozentangaben in Fünf-Jahres-Intervallen)

Jahr

Kupfer

Blei

Zink

Bauxit

Eisenerz

1930

64,6$

9,1*

5.9*

64,5$

5,0*

1935

58,3

3,5

2,9

58,5

4,2

1940

48,7

35,4

22,9

65,2

3,1

1945

60,3

28,3

42,0

30,1

1,4

1950

47,7

43,5

40,2

76,3

7,7

1955

44,5

38,1

56,3

69,8

18,8

1960

45,7

35,3

60,0

98,4

32,0

Quelle: "Resources in America1s Future" (Johns Hopkins Press und
Resources for the Future, Inc., 1962)

�Tabelle 6
Schätzungen zum künftigen Verbrauch der freien Welt an wichtigen
primär und sekundär erschmolzenen Nichteisenmetallen

Metallverbrauch in
Millionen Tonnen
Metall
1959
Gesamt* PrimärBatall

Aluminium
Kupfer
Zink
Blei
Zinn

3,95
5,03

3,21
2,91

2,89
2,57
0,20

Schätzwerte 1975
Gesamt* Primärmetall

11,1

Wachstumsrate des
Verbrauchs an Primärmetallen,
1959 his 1975
($ pro Jahr)

6,7

10,1

9,1
6,1

2,20

5,4

4,2

4,1

1,64

4,2

2,7

3,3

0,15

0,29

0,21

2,1

4,7

Quelle: Sekretariat der Vereinten Nationen
*Gesamtmengen an Primär- und Sekundärmetallen (mit Ausnahme der
Länder mit Plenwirtschaft)

�Tabelle 7

Gesamtproduktionsindex der Länder der freien Welt für die wichtigsten
Metallerze zwischen 1938 und 1962 (1958 = 100)

Jahr

Freie Welt*

Vereinigte Staaten
und Kanada

Europa*

1938

66

64

66

1948

66
82

77
80

51

100

104

100

100

79
96
100

104

100

98

116

114

108

118

113

113

120

115

111

1954
1956
1958
1959
196O
1961
1962

Quelle: "Monthly Bulletin of Statistics" der Vereinten Nationen,
Jahrgang 17, Mai 1963
*

mit Ausnahme der Länder mit Planwirtschaft

�Tabelle 8
Statistisch erfaßbarer Verbrauch an wichtigen Nichteisenmetallen
(raffiniert) in den wichtigsten Ländern der
freien Welt im Jahr 196O

Verbrauch i960 (in tausend metrischen Tonnen)

Land

Kupfer

Blei

Aluminium

Zink

Zinn

1225

809

1550

Großbritannien

560

287

560

790
276

52
22

Bundesrepublik
Deutschland

516

240
165

504
215
61
112

297
172

28
11

105
51
51
189

5
5
1

Vereinigte Staaten

Frankreich
Belgien

241
76

Italien

185

78

Schweden

91
107

. 44

56

45
104

504
62

95
26

149
24

5760

2212

5147

Kanada
Japan
Indien
Freie Welt*

46

85

60
2442

4
15
4
164

V

Quelle: Zusammengestellt vom Sekretariat der Vereinten Nationen.
* mit Ausnahme der Länder mit Planwirtschaft

�Tabelle

9

E i n - und Ausfuhr an E r z e n von E i s e n und N E - M e t a l l e n i n w i c h t i g e n
Industrieländern

im J a h r 1961

Importe
Eisenerz

Gesamtwert 1961
(in Millionen Dollar)

1352

Exporte

NE-Erze
und
Metalle

3020

Eisenerz

114

NE-Erze
und
Metalle

1304

Gesamtwert 1961
in Prozent

100%

100%

100%

100?

davon:
Vereinigte Staaten
Europäische Wirtschaftsgemeinschaft
Großbritannien

19

21

-

28

43
43
15

54
54
23
23

100
-

54
18

Japan

23

2

Quelle: United Nations Commodity Survey, 1962

�Tabelle

10

A n t e i l e i n z e l n e r E n e r g i e t r ä g e r an der Gesamtenergieerzeugung der
V e r e i n i g t e n S t a a t e n , 1900 "bis i960 (in

Bituminöse
Kohle und
Lignit
Anthrazit

Jahr

Gesamt,
aus angegebenen
Energieträgem

1900

100,0$

1910

100,0
100,0

70,5$
71,1

18,4$
14,0

69,7
55,4
48,1
39,2
26,0

1920
1930
1940
1950
1960

100,0
100,0
100,0
100,0

Zehn-Jahres-Intervallen*)

Erdgas
(nass)

Wasserkraft

4,7$

3,2$

3,2$

7,9

3,5

3,5

10,7

12,0

4,1

3,5

8,0

9,7

3,4

1,2

35,7

11,9
19,8
33,0

3,5

3,2

23,5
31,3
33,2

5,2

Erdöl

4,6
4,1

Q u e l l e : Minerals Yearbook, 1961, US-Bergbauamt
* Prozentangaben auf der Basis von BTU-Einheiten. E n e r g i e e i n h e i t e n
auf der Basis Kernenergie und Holz sind n i c h t b e r ü c k s i c h t i g t .

�</text>
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                <text>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;A. 4. 1. &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Kennedy erklärt Standpunkt der USA zu weltpolitischen Fragen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Auszüge aus dem Fernsehinterview vom 17.12.1962&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Standpunkt der USA zu weltpolitschen Fragen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Wortlaut des Fernsehinterviews vom 17.12.1962&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;A. 18. 1.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Kennedy unterbreitet Botschaft über die Lage der Nationen&lt;br /&gt;&lt;em&gt;State of the Union Message&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;W. 25. 1.&amp;nbsp;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Kennedy legt neuen Haushalt vor&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Zusammenfassung der wichtigsten Punkte des Budget 1963/64&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;W. 25. 1.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Kennedy: Die US-Wirtschaft am Scheideweg&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Auszüge aus dem Wirtschaftsbericht des US-Präsidenten&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;A. 15. 3.&amp;nbsp;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Europa: Kaleidoskope oder getrübter Kristall&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Wortlaut der Ansprache des ehemaligen US-Außenministers Dean G. Acheson vor der Universität von Kalifornien, 13.03.1963&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Europe: Kaleidoscope or clouded Crystal&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Address by the Honorable Dean Acheson at the University of California, Berkeley, California, Marsh 13, 1963&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;A. 15. 3.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;George C. McGhee soll neuer Botschafter der USA in Bonn werden&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Präsident Kennedy hat am Mittwoch seine Absicht bekannt gegeben, den gegenwärtigen Staatssekretär für Politische Fragen im amerikanischen Außenministerium, George C. McGhee, zum neuen Botschafter der USA in der Bundesrepublik zu ernennen&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;W. 12. 4.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Sonderbotschaft Präsident Kennedys zur Auslandshilfe&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Wortlaut der Sonderbotschaft zur Auslandshilfe der USA, die Präsident Kennedy am 2. April 1963 dem amerikanischen Kongress unterbreitet hat&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;W. 17. 5.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Vereinigten Staaten und die Verhandlungen zur Ausweitung des Handels &lt;br /&gt;&lt;em&gt;- Eine Hintergrundanalyse&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;A. 24. 5.&amp;nbsp;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;USA weisen sowjetischen Protest gegen den Aufbau einer NATO-Atomstreitmacht zurück&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Wortlaut der Antwortnote der Vereinigten Staaten (18.05.1963) auf die Note der UdSSR vom 08.04.1963&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;A. 24. 5.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Abenteuer des Raumflugs&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Cooper - ein idealer Astronaut, Forschungsvorhaben, Verlauf und erste Ergebnisse des Raumflugexperiments MERCURY-ATLAS 9&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;A. 14. 6. &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Neue Bemühungen der USA um den Weltfrieden&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Wortlaut der Rede des US-Präsidenten John F. Kennedy, vom 10.6.1963 vor Absolventen der Amerikanischen Universität in Washington&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;25. 6.&amp;nbsp;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Ansprache des Präsidenten der Vereinigten Staaten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;John F. Kennedy in der Paulskirche zu Frankfurt/ Main&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;25. 6.&amp;nbsp;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Remarks of the President of the United States of America &lt;br /&gt;&lt;em&gt;John F. Kennedy, in the Assembly Hall of Paulskriche, Frankfurt&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;26. 6.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Remarks of the President of the United States of America &lt;br /&gt;&lt;em&gt;John F. Kennedy, at the Free University Berlin, Germany&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;26. 6.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Remarks of the President of the United States of America &lt;br /&gt;&lt;em&gt;John F. Kennedy, at the City Hall, West Berlin, Germany&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;W. 26. 7. &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Sonderbotschaft Präsident Kennedys über US-Zahlungsbilanz&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Wortlaut der Sonderbotschaft, am 18. Juli 1963 an den US-Kongress&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;A. 27. 9.&amp;nbsp;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Kennedy ruft zur Zusammenarbeit für den Frieden auf&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Wortlaut der Rede vom 20.09.1963, vor der 18. Vollversammlung der Vereinten Nationen gehalten&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;A. 27. 9.&amp;nbsp;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Rolle Deutschlands in der Entwicklung der Weltpolitik&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Wortlaut einer Rede, die der Vorsitzende des Planungsstabs im US-Außenministerium, Walt W. Rostow, am 18.09.1963 vor der Universität von Dayton gehalten hat&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;9. 10.&amp;nbsp;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Betrachtung eines Amerikaners über Berlin&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Ansprache des Botschafters George C. McGhee, im Amerika Haus, Nürnberg, am 09.10.1963&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;A. 18. 10. &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Teststoppvertrag in Kraft getreten&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Wortlaut des Vertrages über ein Verbot von Kernwaffenversuchen in der Atmosphäre, im Weltraum und unter Wasser&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;A. 1. 11.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Ansprache Sr. Exsellenz des Außenministers der Vereinigten Staaten Dean Rusk, gehalten am 27.10.1963, in der Paulskirche zu Franktfurt/Main, anlässlich der Einweihung der George C. Marshall - Gedenkstätte am Opernplatz&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;W. 8. 11.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Handelsausweitung und Wirtschaftswachstum in der atlantischen Gemeinschaft&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Wortlaut einer Ansprache von US-Botschafter George C. McGhee, gehalten vor der Handelskammer, Koblenz, 05.11.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;A. 6. 12.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Wir werden in dem Streben nach Frieden unermüdlich sein&lt;br /&gt;Ansprache Präsident Johnsons vor beiden Häusern des Kongresses am 27. November 1963&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;A. 6. 12.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Unsere Kraft und Energie ist auf die Zukunft gerichtet&amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Botschaft Präsident Johnsons zum Erntedanktag 1963&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;A. 13. 12.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Natürliche Hilfsquellen der Welt&lt;br /&gt;Die Situation heute und in der Zukunft&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Wortlaut des Vortrags von US-Botschafter George C. McGhee, gehalten am 11.12.63, vor der Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;</text>
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                    <text>VERHÜTUNG EINES ATOMKRIEGS BLEIBT GRUNDLAGE DER
AMERIKANISCHEN POLITIK

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 22 40
D 5300 Bonn 2
Telex: 08-85432

�WASHINGTON - (AD) - Das amerikanische Außenministerium hat einen Artikel
der "Los Angeles Times" vom 15. August 1982 dementiert, in dem behauptet wird,
die Reagan-Administration habe sich als eine neue Variante der amerikanischen
Nuklearstrategie die Ziel Vorstellung zu eigen gemacht, "einen Atomkrieg zu
gewinnen".
Ein Pressesprecher des Außenministeriums stelltehierzu fest: "Der Präsident hat erklärt, daß es in einem Atomkrieg keine Sieger geben kann. Um zu
verhindern, daß es je zu einem solchen Krieg kommt, will unsere Politik die
Sowjets und jeden anderen potentiellen Gegner davon überzeugen, daß ihre nationalen Zielsetzungen nicht durch Waffengewalt gefördert werden können und
daß ihr Einsatz von Kernwaffen nicht zu einem Sieg führen kann - wie immer
sie einen solchen auch definieren mögen."
Verteidigungsminister Caspar Weinberger erklärte am 17. August 1982:
"Wir Amerikaner wissen, daß es in einem Atomkrieg keine Sieger geben würde."
Im Verlauf einer Anhörung vor einem Unterausschuß des Repräsentantenhauses
sagte Weinberger, "die Sowjets lassen zudem Anzeichen erkennen, daß sie an
einen gewinnbaren Atomkrieg glauben. Sie haben die Silos ihrer ballistischen
Interkontinentalraketen sowie die entscheidenden Kommando- und Kontrollanlagen verstärkt und sie dadurch für unsere Minuteman-Raketen weit weniger verwundbar gemacht. Sie haben außerdem eine Zweitschußkapazität entwickelt und
gewaltige Summen für den Zivil schütz aufgewendet. Zudem beinhaltet ihre

�beinhaltet ihre Doktrin für Kriegszeiten einen Erstschlag gegen die strategischen Streitkräfte der Vereinigten Staaten bei gleichzeitiger Begrenzung
der Schäden für die Sowjetunion. Dies sind in der Tat beunruhigende Entwicklungen."
Verteidigungsminister Weinberger legte die Fortschritte und Entwicklungen der Sowjetunion der letzten Zeit dar, die Beweise dafür bieten, daß die
Sowjetunion darauf vorbereitet ist, einen Atomkrieg zu gewinnen. "Wir haben
Beweise für eine beträchtliche Zunahme des sowjetischen Inventars und haben
mehrere neue sowjetische Waffen eindeutig identifiziert. Es wurden weitere
65 SS-20 Raketen gebaut und dadurch deren Gesamtzahl auf 315 Raketen mit
945 nuklearen Gefechtsköpfen erhöht. Drei Viertel dieser Raketen, die eine
Reichweite von 5000 Kilometern haben, sind auf Städte in Westeuropa ausgerichtet.
Die Sowjets werden ihre strategische Kapazität mit einem neuen interkontinentalen Langstreckenbomber weiter vergrößern, mit dem 'Blackjack A', den
wir gerade identifiziert haben. Wir haben ferner festgestellt, daß die Sowjets
während der vergangenen fünf Monate 60 zusätzliche Backfire-Bomber in einsatzbereiten Einheiten disloziert haben. Außerdem haben sie in Osteuropa Flugzeuge
mit gesteigerter Luftüberlegenheit stationiert und sind möglicherweise dabei,
ihrer Streitkräftestruktur ein neues spezialisiertes Kampfflugzeug für die
direkte Bodenunterstützung hinzuzufügen."
Verteidigungsminister Weinberger unterstrich ferner die Notwendigkeit für
die Vereinigten Staaten, ihr strategisches Modernisierungsprogramm fortzuführen, "um die Stärke wiederherzustellen, die zur Aufrechterhaltung einer glaubwürdigen Abschreckung notwendig ist.Die Abschreckung hat nun 37 Jahre lang
funktioniert; wir dürfen sie jetzt nicht aufgeben. Denn wir Amerikaner wissen,
daß es in einem Atomkrieg keine Sieger geben würde; wir wissen, daß ein Atomkrieg ungewinnbar ist."
+ + + + +

- 2 -

�</text>
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Dekumenlcilien

United States Information Service
Embassy of the United States of America
1. Februar 1984

INHALT

DOKUMENTATION
Präsident Reagans Botschaft über die Lage der Nation
- 25. Januar 1984 Reagan gibt Kandidatur für nächste Präsidentschaftswahlen bekannt
- Wortlaut der Erklärung -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Anpassungsprozesse für Anwendung von Kernenergie
- USA stellen sich auf weiteren Ausbau der Atomkraft ein
Radioteleskop für Submillimeter-Bereich

Um Uber/endung von
Belegexemplaren
wird gebeten

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.:0228-339 2035
Telex: 8-85432

�I

Dokumentation
United States Information Service
Embassy of the United States of America

1. Februar 1984

PRÄSIDENT REAGANS BOTSCHAFT ÜBER DIE LAGE DER NATION
- 25. Januar 1984 -

WASHINGTON - (AD) - Präsident Ronald Reagan hat am 25. Januar 1984 vor
beiden Häusern des amerikanischen Kongresses seine in der Verfassung vorgeschriebene Botschaft über die Lage der Nation - State of the Union Message verlesen. In der von allen Fernsehstationen in den Vereinigten Staaten übertragenen Botschaft zeichnete der Präsident wirtschafts- und innenpolitisch ein
positives Bild. In dem außenpolitischen Teil seiner Botschaft forderte Reagan
die Amerikaner auf, seine "Tagesordnung des Friedens" und seine Bemühungen zu
unterstützen, eine stabilere Grundlage für friedliche Beziehungen zur Sowjetunion zu schaffen. Stichworte der Außenpolitik sind Stärkung der Bündnisbeziehungen, nukleare Abrüstung, weltweite Friedensbemühungen, Entwicklungshilfe und Stärkung demokratischer Institutionen. Der Präsident gab ferner bekannt, daß er die amerikanische Weltraumbehörde mit der Entwicklung einer bemannten Raumstation beauftragt habe, an der sich auch andere Länder beteiligen könnten.

Die diesjährige Botschaft des Präsidenten hat folgenden Wortlaut:
In Übereinstimmung

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�In Übereinstimmung mit einer alten Tradition bin ich wieder zu Ihnen
gekommen, um über die Lage der Nation zu berichten.

Ich freue mich, Ihnen

mitteilen zu können, daß sich die Lage Amerikas stark verbessert hat und guter Grund zu der Annahme besteht, daß diese Besserung in der nächsten Zeit
anhalten wird.
Sie und ich hatten im vergangenen Jahr einige ehrliche und offene Meinungsverschiedenheiten.

Aber diese haben uns nicht daran gehindert, uns in

überparteilicher Zusammenarbeit die Hand zu reichen, um einen langen Niedergang aufzuhalten, der den Geist unserer Nation ausgeblutet und ihren Wohlstand
ausgehöhlt hat. überall im Land herrschen wieder Energie und Optimismus. Amerika ist wieder da - fest auf seinen Beinen, und es sieht mit Mut, Vertrauen
und Hoffnung in die achtziger Jahre.
Die Probleme, die wir jetzt überwinden, sind nicht das Erbe einer Person, Partei oder gar Generation.

Eine Regierung hat die Tendenz, zu wachsen,

und Praktiken und Programme neigen dazu, dem nahezukommen, was wir als ewiges
Leben auf Erden bezeichnen könnten.
Stimmen, die rufen:
das Volk tun."

Es gibt immer den Chor der wohlmeinenden

"Mit etwas mehr Macht und Geld könnten wir so viel für

Eine Zeitlang haben wir vergessen, daß der amerikanische Traum

nicht darin besteht, die Regierung größer zu machen, sondern darin, den Glauben an den starken Geist freier Menschen unter Gott zu erhalten.
Als wir in die achtziger Jahre eintraten, standen wir vor der schlimmsten
Krise unserer Nachkriegsgeschichte. Die siebziger Jahre waren Jahre wachsender
Probleme und schwindenden Vertrauens. Es herrschte das Gefühl, daß die Regierung über den Konsens der Regierten hinausgegangen war. Familien fühlten sich
angesichts wachsender Inflation und schmählicher Steuern schwach, die den Ertrag harter Arbeit, harten Fleißes und großer Risikofreudigkeit schmälerten,
über all das legte sich ein ständig dichter werdendes Netz von Verordnungen
und Bestimmungen.
Auf dem

�Auf dem internationalen Felde hatten wir das unangenehme Gefühl, daß
wir die Achtung von Freund und Feind verloren hatten.

Es gab Leute, die zwei-

felten, ob wir den Willen hätten, Frieden und Freiheit zu verteidigen.

Aber Amerika ist zu groß für kleinmütige Träume.
Hunger nach geistiger Erneuerung;
der Erneuerung.

Im Land herrschte ein

es war, wenn Sie so wollen, ein Kreuzzug

Das amerikanische Volk sagte sich:

Laßt uns mit Vertrauen

in die Zukunft blicken - sowohl im eigenen Lande als auch draußen.

Wir wollen

der Freiheit eine Chance geben.
Die Amerikaner waren bereit, einen neuen Anfang zu machen; und zusammen
haben wir ihn gemacht.

Wir gehen unsere Probleme eines nach dem anderen an.

Heute herrscht für Millionen junger Familien und ältere Bürger, die von unfairen Steuererhöhungen und erdrückender Inflation befreit sind, wieder Hoffnung.

Die Inflation ist von 12,4 Prozent auf 3,2 Prozent zurückgegangen; und

das ist ein großer Sieg für alle Bürger.

Die Primarate (zu vergleichen mit

dem Leitzins; Anm. der Redaktion) ist fast auf die Hälfte gesenkt worden, und
wir müssen zusammenarbeiten, um sie noch weiter zu senken.

Zusammen haben wir die erste allgemeine Steuersenkung für jedermann
seit den Steuersenkungen der Kennedy-Administration verabschiedet.

Im kommen-

den Jahr werden die Steuersätze indexiert werden, damit die Inflation den
Steuerzahler nicht in höhere Sätze bringen kann, wenn die Lebenshaltungskosten
steigen.

Die Regierung darf nie wieder die Inflation benutzen, um auf Kosten

der Steuerzahler Gewinne zu machen.

Heute hat eine arbeitende Familie, die jährlich 25 000 Dollar verdient,
1100 Dollar mehr Kaufkraft als sie hätte, wenn die Inflationsrate und die
Steuersätze noch auf dem Stand von 1980 wären.

Das Realeinkommen nach Steuern

ist im vorigen Jahr um fünf Prozent gestiegen.

Die Entlassung von Schlüssel-

industrien wie etwa des Transportgewerbes, aus der Zwangswirtschaft hat dem
Verbraucher ein breiteres Angebot und dem Unternehmer neue Chancen beschert,
während gleichzeitig die Kosten niedrig und die Sicherheit hochgehalten wurden.
Heute abend
- 3 -

�Heute abend können wir über einen Wiederaufschwung berichten, wie es
ihn seit Jahrzehnten nicht mehr gab,und wir dürfen stolz darauf sein.
die Jammerer und ungläubigen Thomasse nach Hause!

Schickt

Paare, die von einem eigenen

Haus träumen, und risikofreudige Menschen mit Weitblick, die die Chancen von
morgen schaffen, haben wieder Hoffnungc
Der Unternehmergeist entzündet sich in den aufstrebenden Industriezweigen der modernen Technologien und bei den kleinen Geschäftsleuten mit großen
Ideen - Menschen wie Barbara Proctor, die aus einer Hütte in einem Ghetto kam
und in Chicago eine Multimillion-Dollar-Werbefirma aufbaute; oder Carlos Perez,
ein Flüchtling aus Kuba, der 27 Dollar und einen Traum in eine erfolgreiche
Importfirma in Coral Cables in Florida verwandelte.
Menschen wie diese sind die Helden der achtziger Jahre, Sie haben dazu beigetragen, daß im Jahr 1983 rund vier Millionen Amerikaner einen Arbeitsplatz fanden»
vor.

Heute haben mehr Menschen ein festes Einkommen als jemals zu-

Der Fortschritt kommt jedem zugute.

Im Jahr 1983 besetzten Frauen 73

Prozent aller neuen Arbeitsplätze im Management, in den freien Berufen und
in der Technik.
Aber wir wissen auch, daß viele unserer Landsleute noch immer keine Arbeit haben und sich fragen, was aus ihren Hoffnungen und Träumen werden soll.
Können wir Amerika lieben, ohne ihnen die Hand zu reichen und ihnen zuzurufen:
Ihr seid nicht vergessen. Wir werden nicht ruhen, ehe nicht jeder von euch
so hoch aufsteigen kann, wie es euch eure gottgegebenen Talente ermöglichen.
Das Herz Amerikas ist stark, gut und treu. Die Zyniker hatten unrecht
- Amerika war nie eine kranke Gesellschaft. Wir erleben, wie sich die Menschen
wieder den fundamentalen Werten von Glauben, Familie, Nachbarschaft, Frieden
und Freiheit zuwenden - Werten, die uns zu einem Volk vereinen können vom
kleinsten Kind bis zum ältesten Mitbürger.
Der Kongreß verdient den Dank Amerikas, weil er uns geholfen hat, unseren
Soldaten Stolz und Glaubwürdigkeit wiederzugeben. Ich hoffe, Sie sind ebenso
- 4 -

�sind ebenso stolz wie ich auf die jungen Männer und Frauen in Uniform, die
sich freiwillig gemeldet haben, um den Schutzwall der Freiheit zu besetzen,
und deren Hingabe, Mut und Können unsere Chance, in einer Welt in Frieden zu
leben, so sehr vergrößert haben.
Oberall hungern die Menschen nach Frieden und einem besseren Leben.
Die Woge der Zukunft ist eine Woge der Freiheit, und unser Kampf um Demokratie
kann und wird nicht umsonst sein.

Unsere Nation tritt für einen Frieden ein,

dessen heilige Güter Freiheit, demokratische Rechte und die Würde des Einzel menschen sind.

Die neue Stärke, das neue Vertrauen und das neue Zielbewußt-

sein Amerikas tragen Hoffnung und Erwartung an ferne Küsten.
weiter wirtschaftlicher Wiederaufschwung eingesetzt.

Es hat ein welt-

Er ging von uns aus.

Wir haben es weit gebracht, aber wir haben einen noch weiteren Weg vor
uns.

Franklin D. Roosevelt hat uns auf den Monat genau vor 50 Jahren gesagt:

"Die Zivilisation kann nicht rückwärts gehen.
stehen bleiben.

Die Zivilisation darf nicht

Wir haben neue Methoden angewandt.

Es ist unsere Aufgabe,

die Dinge zu vervollkommnen, zu verbessern und wenn notwendig zu ändern, aber
wir müssen auf jeden Fall vorwärts schreiten."

Der nächste Schritt der Freiheit:

Vier große Ziele

Es ist jetzt wieder an der Zeit, vorwärts zu schreiten; es ist an der
Zeit, daß Amerika den nächsten Schritt der Freiheit tut. Laßt uns heute
abend hinter vier großen Zielen zusammenstehen, um Amerika in den achtziger
Jahren frei, sicher und in Frieden zu erhalten.

Zusammen

- können wir ein stetiges Wirtschaftswachstum gewährleisten;
- können wir auf Amerikas nächstes Ziel zugehen;
- können wir

�- können wir unsere traditionellen Werte stärken; und
- können wir echten Frieden schaffen - um unsere Liebsten zu schützen
und diesen strahlenden Stern des Glaubens, der Millionen aus der Tyrannei in den sicheren Hort der Freiheit, des Fortschritts und der Hoffnung geführt hat.

1.

Gewährleistung eines stetigen Wirtschaftswachstums
Wenn wir all das tun, dann werden wir den Chancen Tür und Tor öffnen

und allen größere Sicherheit bieten - ohne Schranken der Bigotterie oder der
Diskriminierung.

Der Schlüssel zu einem dynamischen Jahrzehnt ist starkes

wirtschaftliches Wachstum - unser erstes großes Ziel.

Wir könnten sehr wohl

mit gesundem Menschenverstand beim Bundeshaushalt anfangen:

Die Regierung

gibt nicht mehr aus,als sie einnimmt.
Wir müssen das Defizit im Bundeshaushalt senken, aber wie wir das tun,
darauf kommt es an. Wir können damit beginnen, daß wir den Umfang und den
Aufgabenbereich der Regierung verringern. Unter der Führung von Vizepräsident Bush haben wir das Anwachsen der Bundesverordnungen um über 25 Prozent
verringert und weit über 300 Millionen Arbeitsstunden pro Jahr eingespart,
die durch amtlichen Papierkrieg verursacht wurden. Dadurch spart die Öffentlichkeit in den nächsten zehn Jahren über 150 Millionen Dollar ein.
Die Grace-Kommission hat uns etwa 2500 Empfehlungen für die Einsparung
unnötiger Ausgaben vorgelegt, und sie werden jetzt im ganzen Regierungsapparat
geprüft.

Der Zuwachs der Bundesausgaben wurde von 17,4 Prozent im Jahr 1980

auf heute weniger als die Hälfte gesenkt.

Wir haben für diesen Zeitraum 1982-

86 bereits Einsparungen im Haushalt von 300 Milliarden Dollar erreicht.

Aber

das ist nur etwas mehr als die Hälfte dessen, was wir angestrebt haben.

Die

Regierung gibt noch immer einen zu großen Prozentsatz der Gesamtwirtschaft
aus.
Es gibt

�Es gibt Leute, die darauf beharren, alle weiteren Haushaltseinsparungen
müßten durch eine Kürzung des Verteidigungshaushalts erreicht werden.

Dabei

wird jedoch die Tatsache außer acht gelassen, daß die nationale Verteidigung
allein in den Aufgabenbereich der Bundesregierung fällt.
aufgabe-

Es ist. ihre Haupt-

und doch machen die Verteidigungsausgaben weniger als ein Drittel des

Gesamthaushaltes aus. Während der Amtsjahre von Präsident Kennedy und davor
beliefen sich die Verteidigungsausgaben auf fast die Hälfte des Gesamthaushaltes.

Dann kamen einige Jahre, in denen man zuließ, daß sich unsere militärische

Kapazität in gefährlichem Maße verschlechterte.

Wir sind gerade dabei, durch

entscheidende Modernisierungen unserer konventionellen und nuklearen Streitkräfte unsere Kapazität

wiederherzustellen, um unsere derzeitigen und künftigen

Sicherheitserfordernisse erfüllen zu können. Wir dürfen es nicht wagen, unsere
Verantwortung dafür abzuschütteln, Amerika sicher, frei und in Frieden zu erhalten.
Im letzten Jahrzehnt haben wir erlebt, daß die Sozialausgaben im wahrsten
Sinne des Wortes außer Kontrolle gerieten. Aber der Boden für solche Ausgaben
wurde in den Jahren davor bereitet.
Muster der übermäßigen Ausgaben.

Seit einem halben Jahrhundert gibt es ein

In dem Maße, in dem die Staatsschuld wuchs,

wurden wir beruhigt, wir sollten uns keine Sorgen machen, da wir das Geld doch
uns selbst schuldeten.
Heute wissen '.vir, daß Defizite ein Grund zur Sorge sind.

Aber es herrscht

Meinungsverschiedenheit darüber, ob die Steuern erhöht, die Ausgaben gesenkt
oder etwas von beidem versucht werden sollten.

Es wird die Befürchtung geäußert,

daß die Schuldenaufnähme des Bundes zur Finanzierung des Defizits den wirtschaftlichen Aufschwung hemmen könnte, indem Kapital abgezogen wird, das für
die wirtschaftliche und industrielle Expansion gebraucht wird.

Ich meine, die-

se Debatte läßt einen wichtigen Punkt außer acht. Ob die Regierung Geld borgt
oder Steuern erhöht, sie entzieht dem Privatsektor den gleichen Betrag an Geld
- und das ist so oder so zu viel.

Das einfache Gebot der Fairness verlangt von

der Regierung, daß sie nicht die Steuern erhöht für Familien, die kämpfen müssen, um ihre Rechnungen zu bezahlen.

Die Wurzel des Problems liegt darin, daß

- 7 -

�darin, daß der Anteil der Regierung am Ganzen größer ist, als wir es uns
leisten können, wenn wir eine gesunde Wirtschaft wollen.
Um ein weiteres Wirtschaftswachstum sicherzustellen, müssen wir die Defizite senken.

In dem Haushaltvoranschlag, den ich am 1. Februar vorlegen

werde, werde ich Maßnahmen empfehlen, durch die das Defizit im Lauf der nächsten fünf Jahre verringert werden wird.

Viele dieser Maßnahmen sind im vo-

rigen Haushaltsjahr nicht zum Abschluß gekommen.

Manche könnten rasch verab-

schiedet werden, wenn wir uns in einer gemeinsamen Anstrengung dazu entschließen könnten.

Ich habe heute mit dem Sprecher des Repräsentantenhauses, O'Neill,

und dem Fraktionsführer der Mehrheit im Senat, Baker, gesprochen.

Ich habe sie

gefragt, ob sie Vertreter benennen könnten, um sich mit Vertretern der Administration zusammenzusetzen in dem Versuch, rasch zu einer Übereinkunft hinsichtlich eines überparteilichen Plans zur Verringerung des Haushaltsdefizits
zu gelangen.

Ich weiß, daß es einen ziemlich langen und harten Kampf geben

würde, um zu einer Übereinstimmung über einen umfassenden Plan zu kommen.
Deshalb habe ich vorgeschlagen, zunächst einmal herauszufinden, ob wir Übereinstimmung über einen ersten Teilbetrag erreichen können.
Ich glaube, es gibt eine Grundlage für ein solches Übereinkommen, durch
welche das Defizit im Verlauf der nächsten drei Jahre um 100 Milliarden Dollar
verringert werden könnte. Wir könnten uns dabei auf die weniger strittigen
Ausgabenverringerungen konzentrieren, die noch beim Kongreß anstehen. Dies
könnte mit Maßnahmen kombiniert werden, bestimmte Möglichkeiten der Steuerflucht zu beseitigen - Maßnahmen, von denen das Finanzministerium kürzlich erklärte, sie seien der Unterstützung wert. Außerdem könnten wir die Möglichkeit untersuchen, zu weiteren Ausgabeneinsparungen zu gelangen, die sich auf
die Bemühungen der Grace-Kommission gründen.
Wenn Sprecher und Mehrheitsführer hierzu gewillt sind, wären meine Vertreter bereit, sich mit den ihrigen zum frühestmöglichen Zeitpunkt zusammenzusetzen.

Ich hoffe, daß die Führung einem beschleunigten Zeitplan zustimmt,

innerhalb dessen ein solcher erster Teilbetrag erarbeitet und abgetragen werden
kann.
Allerdings ist
_

8

-

�Allerdings ist ein solcher erster Teilbetrag allein nicht ausreichend,
um dieses Problem der Defizite zu lösen.

Er könnte uns zwar dabei helfen,

auf den rechten Weg zu kommen; aber es muß noch mehr geschehen.

Daher schla-

ge ich vor, mit einer Untersuchung zu beginnen, wie wir zusammen zu strukturellen Reformen kommen können, um den im System liegenden Ausgabenzuwachs zu
beschneiden.
Außerdem schlage ich Verbesserungen beim Prozeß des Haushaltsentwurfes
vor.

Rund 43 unserer 50 Bundesstaaten geben ihren Gouverneuren das Recht,

bei einzelnen Punkten der Bewilligungsgesetze ihr Veto einzulegen, ohne das
Gesetz in seiner Gänze abzulehne . Kalifornien etwa gehört zu diesen 43 Staaten.

Als Gouverneur hatte ich den Eindruck, diese Art von Veto sei ein kraft-

volles Werkzeug gegenüber verschwenderischen und extravaganten Ausgaben.

Da

es in 43 Bundesstaaten funktioniert, sollten wir es auch in Washington D.C.
für das ganze Land anwenden.
Am wirksamsten wäre es, wenn man dies auf dem Wege eines Verfassungszusatzes täte.

Die Mehrheit aller Amerikaner ist für einen solchen Verfas-

sungszusatz, genau wie sie und ich für

einen solchen Zusatz sind, der einen

ausgegebenen Bundeshaushalt zur Pflicht macht. Auch hier haben viele Bundesstaaten eine solche Schutzklausel in ihren Verfassungen.
Wollte man die jetzige Situation dadurch verbessern, daß man die Steuern erhöht, dann wäre dies nur ein Notpflaster, das die Krankheit nicht heilen würde, an der wir nun schon seit einem halben Jahrhundert leiden - ganz
zu schweigen von der Tatsache, daß es eine echte Bedrohung des wirtschaftlichen Wiederaufsci ungs bedeuten würde.

Vergessen wir nicht, daß derzeit

in der sogenannten "Untergrund-Wirtschaft" ein beträchtlicher Betrag an Lohnund Einkommenssteuern von Leuten aussteht, die diese nicht bezahlen.

Es wäre

also unmoralisch,jene zu höheren Zahlungen zu zwingen, die ohnehin ihre Steuern bezahlen, um dadurch einen Ausgleich für jene zu schaffen, die ihren Anteil nicht bezahlen.
Es gibt

- 9 -

�Es gibt einen besseren Weg:

Laßt uns eine historische Reform im Sinne

der Fairness, Vereinfachung und des Wachstumsanreizes durchführen.

Ich er-

suche Finanzminister Don Regan, einen Aktionsplan zu erstellen, um das gesamte Steuersystem zu vereinfachen, damit alle Steuerzahler - die großen wie die
kleinen - gerechter behandelt werden.

Ich bin davon überzeugt, daß ein sol-

cher Plan die "Untergrund-Wirtschaft" ans Licht der Steuerehrlichkeit bringen
und die Steuerbasis breiter würde, wodurch die Steuersätze für den einzelnen
niedriger würden statt zu steigen.

Ich habe darum ersucht, daß mir bis zum

Dezember 1984 die entsprechend konkreten Empfehlungen vorgelegt werden, die
mit diesen Zielsetzungen in Einklang stehen.

2. Das zweite große Ziel Amerikas
Unser zweites großes Ziel besteht darin, auf Amerikas Pioniergeist aufzubauen und unseren nächsten Bereich zu erobern. Eine vitale Wirtschaft fördert Initiative und Einfallsreichtum zur Entwicklung neuer aufstrebender Industrien und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von älteren.
Dies gilt nirgends mehr als für unseren nächsten Bereich: den Weltraum.
Nirgendwo sonst demonstrieren wir so wirkungsvoll unsere technologische Führungsrolle und Fähigkeit, das Leben auf der Erde zu verbessern. Das Weltraumzeitalter ist kaum ein Viertel Jahrhundert alt, und schon haben wir die Zivilisation mit unseren Fortschritten in Wissenschaft und Technik um ein großes
Stück vorangebracht. Die Möglichkeiten und die Arbeitsplätze werden sich vervielfältigen, während wir neue Schwellen des Wissens überschreiten und tiefer
in das Unbekannte eindringen.
Unser Fortschritt im All - Riesenschritte für die gesamte Menschheit ist ein Tribut an amerikanische Teamarbeit und Leistung. Die besten Köpfe
in Regierung, Industrie und Wissenschaft haben hierbei an einem Strang gezogen
und wir können mit Stolz sagen: Wir sind die ersten, wir sind die besten,
und wir sind es, weil wir frei sind.
Amerika ist
- 10 -

�Amerika ist immer dann am größten gewesen, wenn wir den Mut hatten,
Größe zu zeigen.

Jetzt können wir uns wieder um solche Größe bemühen.

Wir

können unseren Träumen nach weit entfernten Sternen folgen, können im Weltraum zu friedlichem, wirtschaftlichem und wissenschaftlichem Nutzen leben
und arbeiten.

Heute abend werde ich die Weltraumbehörde NASA anweisen, in-

nerhalb eines Jahrzehnts eine ständig bemannte Raumstation zu entwickeln.
Eine Raumstation wird uns in der Wissenschaft, bei den Kommunikationstechniken, bei Metallen und lebensrettenden Medikamenten, die nur im All hergestellt werden können, um Quantensprünge voranbringen.

Wir möchten, daß un-

sere Freunde sich mit uns diesen Herausforderungen stellen und am Nutzen teilhaben.

Die NASA wird andere Länder zur Teilnahme einladen, damit wir den

Frieden stärke:., Wohlstand schaffen und die Freiheit für all jene vergrößern
können, die unsere Ziel Vorstellungen teilen.
Genau wie die Ozeane für die schnellen Segler und die Handelsschiffe
der Yankees eine neue Welt eröffneten, so bietet heute der Weltraum für den
Handel ein gewaltiges Potential.

Der Markt für Raumtransport könnte unsere

Fähigkeit zu seiner Entwicklung übertreffen.

Unternehmen, düe interessiert

sind, Nutzlasten in den Weltraum zu bringen, müssen ungehinderten Zugang zu
Abschußeinrichtungen für den Privatsektor haben.

Das

Verkehrsministerium

wird den Herstellern abschreibbarer Startgeräte dabei behilflich sein, eine
solche Industrie zu entwickeln.

Wir werden demnächst eine Reihe von Regie-

rungsinitiativen ergreifen und Vorschläge entwickeln, um einschränkende Bestimmungen und Vorschriften abzubauen und mit Hilfe der NASA die Investitionen
des privaten Sektors in der Raumfahrt zu fördern.

Schutz unserer natürlichen Umwelt
Während wir in das Weltall vorstoßen, dürfen wir nicht unsere Verantwortung vergessen, unsere älteren Ressourcen hier auf der Erde zu bewahren.
Der Schutz unserer Umwelt ist keine liberale oder konservative Aufgabe - der

- 11 -

�Aufgabe - der gesunde Menschenverstand fordert ihn.
Obgleich dies eine Zeit knapper Haushalte ist, habe ich für das Umweltschutzamt den höchsten prozentualen Haushaltszuwachs aller Behörden gefordert.
Wir werden mit der langen, aber notwendigen Arbeit beginnen, eine Region zu
säubern, die für Produktion und Erholung ebenso bedeutsam ist wie als ganz
besonderer nationaler Lebensraum - die Chesapeake Bay.
Um die Bedrohung durch aufgegebene Giftmülldeponien zu verringern, wird
das Umweltschutzamt in diesem Jahr 410 Millionen Dollar aufwenden, und ich
werde eine zusätzliche Erhöhung von 50 Millionen Dollar anfordern.

Und da

das "Superfonds"-Gesetz 1985 ausläuft, habe ich Bill Ruckeishaus ersucht, einen Vorschlag zu dessen Verlängerung auszuarbeiten, damit wir zusätzliche Zeit
gewinnen, um diese wichtige Aufgabe zu beenden.
Hinsichtlich der Frage des sauren Regens, der den Menschen in vielen
Bereichen der Vereinigten Staaten und Kanadas Sorge bereitet, schlage ich
ein Forschungsprogramm vor, das doppelt so viele Mittel wie bisher erhalten
soll.

Außerdem werden wir weitere Maßnahmen ergreifen, um unsere Seen wieder

zu klären und neue Technologien zu entwickeln, um die Verschmutzung zu verringern, die den sauren Regen hervorruft.
Wir haben in letzter Zeit bereits den Zustand unserer natürlichen Umwelt verbessert. Wir werden den Kongreß um 157 Millionen Dollar ersuchen,
um damit ab 1985 neues Land für Parks und Naturschutzgebiete zu erwerben.
Das Innenministerium wird zu sorgfältiger, ausgewählter Exploration und Nutzung unserer lebenswichtigen Ressourcen in einer Wirtschaftszone innerhalb
der 200-Meilen-Zone entlang unserer Küsten ermutigen - aber unter strikter Einhaltung der Umveltschutzgesetze und stärkerer staatlicher und öffentlicher
Beteiligung.

3. Die Stärkung

- 12 -

�3. Die Stärkung traditioneller Werte
Die wertvollsten Ressourcen, unsere größte Hoffnung für die Zukunft
sind Geist und Herz unserer Menschen - insbesondere unserer Kinder. Wir können ihnen dabei behilflich sein, diese Zukunft zu gestalten, wenn wir unsere
gemeinsamen Werte stärken.

Dies muß unser drittes Ziel sein.

Für uns sind

Glaube, Familie, Arbeit, Nachbarschaft, Freiheit und Frieden nicht nur Worte.
Sie sind Ausdruck dessen, was Amerika bedeutet, Definitionen dessen, was uns
zu guten und liebenden Menschen macht.
Die Familie steht im Mittelpunkt unserer Gesellschaft.

Und jede Familie

hat ein ureigenstes Bestreben, für die bestmögliche Ausbildung zu sorgen.
Aber Qualität beginnt nicht hier in Washington.

Ein 600prozentiger Anstieg

der Bundesausgaben für Ausbildung und Erziehung zwischen 1960 und 1980 war begleitet von einem ständigen Rückgang der Lernergebnisse.

Qualität muß in un-

seren Familien und Grundschulen beginnen, wo sie in der Verantwortung aller
Eltern und Erzieher liegt und das Recht eines jeden Kindes ist.
Unsere Kinder sind das Wichtigste.

Deshalb habe ich eine überpartei-

liche nationale Kommission für Ausbildungsqualität eingesetzt, damit sie uns
für eine bessere Ausbildung einen Kurs des gesunden Menschenverstandes absteckt.

Schon greifen die Gemeinden die Empfehlungen der Kommission auf.

Die Schulen berichten von Fortschritten in Mathematik und Lesen.

Aber wir

müssen mehr tun, um die Disziplin in unseren Schulen wiederherzustellen;
und wir müssen dazu ermutigen, daß neues Grundlagenwissen unterrichtet wird,
gute Lehrer belohnt, strengere Maßstäbe angelegt werden und unsere Eltern
wieder die Verantwortung übernehmen.
Ich werde auch weiterhin auf Steuerfreibeträge für Privatunterricht
dringen, um dadurch die Möglichkeiten für Familien zu vergrößern und die finanzielle Last zu lindern, die sich für jene ergibt, die sowohl für die Schule
als auch für Privatunterricht bezahlen müssen.

Unser Vorschlag würde die

Hilfe auf Familien mit geringem und mittlerem Einkommen ausrichten.

- 13 -

Und so

�Und so wie mehr Anreiz innerhalb unserer Schulen nötig ist, so ist auch mehr
Wettbewerb zwischen unseren Schulen notwendig.

Ohne Maßstäbe und Wettbewerb

kann es keine Höchstleistungen geben, keine neuen Rekorde, keine Qualität weder in der Erziehung noch in irgendeinem anderen Bereich des Lebens.
Und weil ich gerade bei diesem Thema bin:

Jeden Tag befolgen Ihre

Mitglieder eine 200 Jahre alte Tradition, die kundtun soll, daß Amerika eine
Nation unter Gott ist.

Ich muß da doch fragen:

Wenn Sie Ihren Tag mit einem

Geistlichen beginnen, der hier steht, um mit Ihnen zu beten - warum kann dann
nicht wieder jedes Kind in jedem Klassenzimmer in diesem Lande sich der Freiheit erfreuen, Gott zu preisen?
Amerika wurde von Menschen gegründet, die daran glaubten, daß Gott der
Fels ihrer Sicherheit war.

Er ist auch unser Fels.

Ich weiß, daß wir vor-

sichtig sein müssen, zu behaupten, Gott sei auf unserer Seite. Aber ich halte
es für durchaus richtig, wenn wir uns stets fragen, ob wir auf seiner Seite
sind.
Während der ersten drei Jahre unserer Amtszeit haben wir uns den überparteilichen Anstrengungen angeschlossen, das Gesetz zum Schutz ungeborenen
Lebens wieder zu stärken. Ich weiß, daß dieses Thema sehr umstritten ist.
Aber solange nicht bewiesen werden kann, daß ein ungeborenes Kind kein lebendes Wesen ist: Können wir dann ohne Beweis die Annahme rechtfertigen, es sei
keines? Niemand hat bislang einen solchen Beweis erbracht. Ja, alle Beweise
gehen in die andere Richtung. Wir sollten uns über Bitterkeit und Vorwürfe
erheben. Und wenn wir Amerikaner in einem Geist des Verstehens und der gegenseitigen Hilfe zusammenfinden könnten, könnten wir auch positive Lösungen
für die Tragödie der Abtreibung finden.
Wirtschaftlicher Wiederaufschwung, bessere Erziehung, Rückbesinnung
auf Werte

- all das weist darauf hin, daß der Geist der Erneuerung Oberhand

gewinnt.

Und all das wird das Familienleben in den achtziger Jahren verbes-

sern.

Aber Familien brauchen noch mehr.

Sie brauchen die Zusicherung, daß sie

- 14 -

�daß sie und ihre Lieben ohne Furcht durch die Straßen Amerikas gehen können.
Die Eltern müssen wissen, daß ihre Kinder keine Opfer der Kinderpornographie
und von Entführern werden.

In diesem Jahr werden wir unsere Anstrengungen

gegen diese und andere schreckliche
walt in Familien,verstärken.

Verbrechen, wie Vergewaltigung und Ge-

Schon zeigen unsere Anstrengungen zur Bekämpfung

von Berufsverbrechern, organisiertem Verbrechen und Drogenhändlern sowie zur
Verhängung strengerer Strafen und härterer Strafverschonungsbedingungen Wirkung.

Im Jahr 1982 ging die Verbrechensrate um 4,3 Prozent zurück - der größ-

te Rückgang seit 1972. Der Schutz der Opfer ist genauso wichtig wie der
Schutz der Rechte des Angeklagten.
Die Chancen für alle Amerikaner werden sich erhöhen, wenn wir mit einer
fairen Wohnungsbaupolitik weitermachen, die Rechte der Frauen sicherstellen,
für gerechte Behandlung von Renten- und Pensionsansprüchen sorgen, die Kindererziehung erleichtern und säumige Unterhaltszahlungen für Kinder erzwingen.
Nicht nur das Heim - auch der Arbeitsplatz und die Gemeinschaft sind
Stütze unserer Werte und Gestalter unserer Zukunft.
um Ihre Mithilfe, damit mehr Gemeinden
lösen können.

Daher ersuche ich Sie

sich aus den Banden der Abhängigkeit

Helfen Sie uns dabei, dem Unternehmertum mehr Freiheiten zu

geben - durch Diskussion und positive Abstimmung über unseren Vorschlag für
Industriezonen in Amerika.

Er liegt Ihnen seit zwei Jahren vor.

Seine Ver-

abschiedung könnte den Gebieten mit hoher Arbeitslosigkeit helfen, indem
dort Arbeitsplätze geschaffen und Stadtteile erneuert werden.
Eine Gesellschaft voller neuer Chancen, die ihrer Zukunft mit Vertrauen
entgegensieht, gestützt von Glauben, Fairness und der Überzeugung, daß ehrliche und mutige Menschen es zu etwas bringen, wenn sie frei sind - das sind
die Geheimnisse eines starken und wohlhabenden Amerikas, das mit sich selbst
und mit der Welt in Frieden lebt.

4. Schaffung eines

15

�4. Schaffung eines echten Friedens
Ein dauerhafter und echter Frieden ist unser viertes großes Ziel.
ist unser'höchstes Streben und unser größter Wunsch.
und eindeutig:

Dies

Unsere Haltung ist klar

Amerikaner greifen nur auf Gewalt zurück, wenn sie es müssen.

Wir waren niemals ein Aggressor.

Wir haben immer nur gekämpft, um Freiheit

und Demokratie zu verteidigen.
Wir haben keine territorialen Ansprüche.

Wir besetzen keine Länder.

Wir bauen keine Mauern , um Menschen einzusperren.
kunft.

Amerikaner bauen die Zu-

Und unsere Vision eines besseren Lebens für Farmer, Kaufleute und ar-

beitende Menschen - von Amerika bis Asien - beginnt mit einer einfachen Prämisse:

über die Zukunft wird am besten an der Wahlurne befunden - nicht mit

dem Gewehr.
Regierungen, die sich auf den Konsens der Regierten stützen, führen keinen
Krieg mit ihren Nachbarn. Nur wenn Menschen einen persönlichen Anteil haben an
der Gestaltung ihres eigenen Schicksals und wenn sie ihre Rechte genießen können, bauen sie Gesellschaften auf, die gedeihen und fortschrittlich und frei
sind. Es sind die Demokratien, die heute Hoffnung bieten, indem sie die Hungrigen speisen, die Lebenserwartung verlängern und mühselige Plackerei beseitigen.
Wenn es darum geht, Amerika stark, frei und in Frieden zu erhalten, dann
darf es keine Republikaner oder Demokraten geben, sondern nur patriotische
Amerikaner.

Wir können die schwierigen Fragen nicht danach entscheiden, wer

recht hat, sondern was recht ist.
Zusammen können wir weiterhin unsere Tagesordnung des Friedens voranbringen.
Wir können:
- eine stabilere

- 16 -

�- eine stabilere Grundlage für friedliche Beziehungen zur Sowjetunion
schaffen;
- die Beziehungen zu unseren Verbündeten insgesamt stärken;
- echte und gerechte Verringerungen des Standes der Kernwaffen erreichen;
- unsere Bemühungen um den Frieden im Nahen Osten, in Mittelamerika und
im südlichen Afrika verstärken;
- den Entwicklungsländern, vor allem unseren Nachbarn in der westlichen
Hemisphäre, helfen; und
- die Entwicklung demokratischer Institutionen überall auf der Welt unterstützen.
Wie richtig eine überparteiliche Zusammenarbeit ist, wurde in der Arbeit
der Scowcroft-Kommission deutlich, die unsere Fähigkeit gestärkt hat, vor einem
Krieg abzuschrecken und den Frieden zu schützen.

In diesem Geist rufe ich Sie

auf, den Jackson-Plan zur Verwirklichung der Empfehlungen der überparteilichen
Mittelamerika-Kommission voranzubringen.
Ihre gemeinsame Resolution bezüglich der multinationalen Friedenstruppe
im Libanon dient ebenfalls der Sache des Friedens. Wir machen Fortschritte
im Libanon.

Nahezu zehn Jahre lang haben die Libanesen von Tragödie zu Tragö-

die gelebt - ohne Hoffnung auf die Zukunft.

Die multinationale Friedenstruppe

und die Soldaten unseres Marinekorps helfen ihnen jetzt, diesen Kreislauf der
Verzweiflung zu durchbrechen.

Es besteht die Hoffnung auf einen freien, unab-

hängigen und souveränen Libanon.
Chance zu geben.

Wir müssen den Mut haben, dem Frieden eine

Und wir dürfen uns nicht durch staatlich

rismus von unseren Zielen für den Frieden abbringen lassen.
Schreckensbild in Beirut, Kuwait und Rangoon gesehen.
nale Aufmerksamkeit.

geförderten TerroWir haben dieses

Es verdient internatio-

Ich werde in Kürze Gesetzesvorschläge unterbreiten, die

- 17 T

�unterbreiten, die helfen sollen, den Terrorismus zu bekämpfen, und ich werde
unsere Verbündeten um Unterstützung einer gemeinsamen Aktion ersuchen.
Unser NATO-Bündnis ist stark.
politischen Mut.

Das Jahr 1983 war richtungsweisend für

Und wir haben unsere Partnerschaften und Freundschaften im

Fernen Osten gestärkt.

Wir sind dem Dialog, der Abschreckung und der Förde-

rung der Prosperität verpflichtet.

Wir werden mit unseren Handelspartnern

mit Blickrichtung auf eine neue Runde von Verhandlungen zur Unterstützung eines
freieren Welthandels, eines stärkeren Wettbewerbs und offenerer Märkte zusammenarbeiten.
Eine Wiedergeburt überparteilicher Zusammenarbeit, die Wiederherstellung
wirtschaftlichen Wachstums und militärischer Abschreckung sowie ein immer stärker werdender Geist der Einigkeit in unserem Volk hier in den Vereinigten Staaten
sowie bei unseren Verbündeten im Ausland unterstreichen einen grundlegenden
und weitreichenden Wandel:

Die Vereinigten Staaten sind im Jahr 1984 gesünder,

stärker und sicherer als zuvor.

Wir können nun mit Zuversicht die großen Chancen

für den Frieden nutzen - und wir werden das tun.
Heute abend möchte ich mich an das sowjetische Volk wenden und ihm sagen:
Es stimmt, daß unsere Regierungen ernste Meinungsverschiedenheiten gehabt haben. Aber unsere Töchter und Söhne haben niemals in einem Krieg gegeneinander
gekämpft. Und wenn es nach uns Amerikanern geht, dann wird dies auch niemals
der Fall sein.
Bürger der Sowjetunion, es gibt nur eine vernünftige Politik für Ihr
Land und für mein Land, um unsere Zivilisation in diesem modernen Zeitalter
zu bewahren:
den.

Ein Atomkrieg kann nicht gewonnen und darf niemals geführt wer-

Der einzige Wert, den der Besitz von Atomwaffen für unsere beiden Länder

hat, besteht in der Sicherstellung, daß sie niemals eingesetzt werden.

Aber

wäre es dann nicht besser, sie überhaupt abzuschaffen?
Präsident Dwight D. Eisenhower
- 18 -

•J

�Präsident Dwight D. Eisenhower, der im Zweit™ u I*L
Weltkne
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&gt; l e » » * * . um verwundete

Gott segne Sie!
Und dann

— *•

�Und dann gibt es die namenlosen Helden:

Eltern, Ehepaare, all die frei-

willigen Helfer im kirchlichen Leben und in der Gemeinde - sie alle tragen, ohne
zu klagen, familiäre und kommunale Probleme. Sie mildern unsere Sorgen, heilen
unsere Wunden, geben uns Zuspruch in unseren Ängsten und teilen unsere Freude.
Eine Persönlichkeit wie Father Ritter ist immer gegenwärtig.

Im Rahmen

seines Programms der geschützten Häuser in New York und Houston wird in jedem
Jahr Tausenden von verängstigten und mißbrauchten Kindern Unterkunft und Hilfe
gewährt.

Das gleiche gilt für Dr. Charles Carson. Gelähmt infolge eines Flug-

zeugabsturzes, glaubte er doch immer daran, daß nichts unmöglich sei. Heute
arbeitet er in Minnesota 80 Stunden in der Woche ohne Bezahlung, indem er Pionierarbeit auf dem Gebiet der computergesteuerten Gehhilfen leistet.

Er hat

500 000 gelähmten Amerikanern die Hoffnung gegeben, daß sie eines Tages wieder
gehen können.
Wie können wir also nicht an die Güte und Großmütigkeit von Amerikanern
glauben? Wie können wir nicht das tun, was recht und notwendig ist, um diese
letzte, beste Hoffnung der Menschheit auf Erden zu bewahren?
Nach all unseren Anstrengungen zur Wiederbelebung Amerikas, zur Wiederherstellung des Vertrauens zu unserem Land und der Hoffnung für unsere Zukunft,
nach den harterrungenen Siegen aufgrund der Geduld und des Mutes eines jeden
Bürgers können wir uns nicht, dürfen wir uns nicht und wollen wir uns nicht
zurückwenden. Wir werden unsere Aufgabe zu Ende führen. Wie könnten wir uns
mit weniger zufrieden geben; wir sind schließlich Amerikaner.
Carl Sandburg hat einmal gesagt: Ich sehe Amerika, nicht in der untergehenden Sonne im Anbruch einer dunklen Nacht der Verzweiflung... Ich sehe
Amerika im hellen Licht der aufgehenden Sonne, frisch aus der strahlenden
Schöpferhand Gottes... Ich sehe große Tage voraus für Männer und Frauen, die
Willen und Weitblick haben."
Niemals habe

- 20 -

�Niemals habe Ich stärker empfunden, daß die besten Tage Amerikas „ „ H
die besten Tage der Demokratie vor uns liegen.
die für das Gute wirkt.

Wir sind eine mächtige K

Hit Vertrauen und mit Hut können wir große L e n vol'l

bring«, und den nächsten Schritt für die Freiheit tun.

Und wir „erden

Wir werden die Traditionen eines guten und angesehenen Volkes fortführe
nes Volkes
wo d,e

ft
1 7
I

das Licht dorthin gebracht hat, wo die Dunkelheit herrschte, Warne

alte herrschte. Arznei, wo Krankheit herrschte, Lebensmittel, w

„

herrschte, und das den Frieden brachte, wo vorher nur Blutvergießen herrscht!
Lassen Sie uns dafür sorgen, daß unsere Nachkommen einmal von uns sagen
onnen daß wir zu unserer Zeit alles getan haben, was getan „erden konnte
Wir haben unsere Aufgabe zu Ende gebracht, wir haben die Freiheit bewahrt und
das in uns gesetzte Vertrauen erfüllt.

+ + + + t

- 21 -

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�ä

111 M

Dokumentation

inT3T

United States Information Service
Embassy of the United States of America

1. Februar 1984

REAGAN GIBT KANDIDATUR FÜR NÄCHSTE PRÄSIDENTSCHAFTSWAHLEN BEKANNT
- Wortlaut der Erklärung -

WASHINGTON - (AD) - Am 29. Januar 1984 gab Präsident Reagan in einer
landesweit von Rundfunk und Fernsehen ausgestrahlten kurzen Erklärung im Weißen
Haus bekannt, daß er sich für eine zweite Amtsperiode bewerben wolle. Er ersuchte darin das amerikanische Volk, ihn und Vizepräsident Bush dabei zu unterstützen, "das fertigzustellen, was wir vor drei Jahren begonnen haben."
Die Erklärung Reagans hat folgenden Wortlaut:
Es ist nahezu drei Jahre her, seit ich zum erstenmal aus diesem Raum zu
Ihnen gesprochen habe. Gemeinsam haben wir viele schwierige Probleme angepackt, und im Laufe der Zeit habe ich das Gefühl bekommen, eine ganz besondere
Beziehung zu einem jeden von Ihnen zu gewinnen.
Heute abend bin ich aus einem anderen Grund hier.

Ich bin bezüglich der

Frage, ob ich mich um eine Wiederwahl bemühen sollte, zu einer schweren persönlichen Entscheidung gelangt.

Als ich von hier aus zum erstenmal zk Ihnen

sprach, war unsere nationale Verteidigung gefährlich schwach.

Wir hatten im

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: £-85432

�hatten im Iran eine Demütigung erlitten. Und zu Hause drifteten wir möglicherweise deshalb auseinander, weil man hier in Washington nicht in der Lage war,
Vertrauen in den Mut und in den Charakter von Ihnen, dem Volk, zu haben.
Am schlimmsten von allen war die Tatsache, daß wir uns am Rand eines
wirtschaftlichen Zusammenbruchs befanden - nach Jahren der übergroßen Schwäche
der Regierung und der schmählichen übermäßigen steuerlichen Belastung. Aus
diesem Grunde hatte ich zu berichten, daß wir "im schlimmsten wirtschaftlichen
Dilemma seit der Großen Depression steckten.
Die Inflation war 1979 auf über 13 Prozent und im März 1980 auf 19 Prozent gestiegen.

Diese beiden aufeinanderfolgenden Jahre der Preisexplosionen

brachten den höchsten Anstieg in über 60 Jahren.
In den fünf Jahren, bevor ich hierher kam, hatten sich die Steuern
praktisch verdoppelt.

Durch Ihre Lohn- und Gehaltserhöhungen, mit denen nur

der Anstieg der Lebenshaltungskosten ausgeglichen wurde, wurden Sie in immer
höhere Steuerklassen hineingetrieben.
Die Zinsen lagen bei über 21 Prozent - den höchsten in 120 Jahren.
Die Produktivität ging zwei Jahre hintereinander zurück.
der Industrie sank.

Der Ausstoß

Löhne und Gehälter schrumpften.

Das einzige, was stieg, waren Preise, Arbeitslosigkeit, Steuern und
Umfang der Regierung.

Während Sie den Gürtel enger schnallten, wurde auch

die Umklammerung durch die Bundesregierung immer enger.
Das hat sich geändert. Im vorigen Jahr ging die Inflation auf 3,2
Prozent zurück. Die Zinsen auf fast die Hälfte. Der Einzelhandel erlebt einen
Aufschwung. Häuser werden gebaut und verkauft. Die Fließbänder der Autoindustrie laufen wieder. Und allein im vorigen Jahr haben vier Millionen Menschen wieder Arbeit gefunden - der größte Anstieg an Arbeitsplätzen seit 33
Jahren.
Durch den

�Durch den Beginn des Wiederaufbaus unserer Verteidigung haben wir wieder
eine glaubwürdige Abschreckung erstellt und können uns mit Zuversicht um einen
sicheren und dauerhaften Frieden sowie um einen Abbau der Rüstungen bemühen.
Wie ich Mittwoch abend gesagt habe: Amerika ist wieder da und steht
fest auf seinen Beinen. Wir haben begonnen, die großen amerikanischen Werte
wieder in den Vordergrund zu rücken - die Würde der Arbeit, die Wärme der Familie, die Stärke der Nachbarschaft, und die Stärkung der menschlichen Freiheit.
Aber unsere Arbeit ist noch nicht zu Ende. Es gibt noch mehr zu tun
bei der Schaffung von Arbeitsplätzen, bei der Kontrolle der öffentlichen Ausgaben, bei der Rückgabe größerer Autonomie an die einzelnen Bundesstaaten, bei
der Bewahrung des Friedens in einer ruhigeren Welt und bei dem Bemühen, in unseren Schulen einen Platz für Gott zu finden.
Bei meiner Amtsantrittsrede zitierte ich Worte, die vor über 200 Jahren
von Dr. Joseph Warren, dem Präsidenten des Kongresses von Massachusetts,gesprochen worden waren. "Von Ihnen hängt das Wohlergehen Amerikas ab," sagte
er zu seinen amerikanischen Mitbürgern. "Sie müssen über die wichtige Frage
entscheiden, von denen das Glück und die Freiheit der noch ungeborenen Millionen abhängt." Und er fügte hinzu, "Handeln Sie Ihrer selbst würdig."
Während dieser vergangenen drei Jahre wurden Nancy und ich unterstützt
durch die Art und Weise wie Sie, die wirklichen Helden der amerikanischen Demokratie, der Herausforderung von Dr. Warren gerecht geworden sind.
Sie waren großartig, während wir die Nation durch die lange Nacht unseres
nationalen Elends führten. Sie haben wirklich Ihrer selbst würdig gehandelt.
Ihre hohen Maßstäbe lassen uns an die zentrale Frage des öffentlichen
Dienstes denken:

Wozu sind wir hier?

Nun, wir sind hier, um darauf zu ach-

ten, daß die Regierung Ihnen auch weiterhin dient - und nicht umgekehrt.
Wir sind

�Wir sind hier, um die Schwachen zu stärken und den Frieden zu schaffen.
Und, was am wichtigsten ist, wir sind hier - wie Dr. Warren sagte -, um heute
für das Glück und für die Freiheit der noch ungeborenen Millionen zu handeln,
um die Zukunft in den Griff zu bekommen, damit jedes neue Kind dieser geliebten Republik heroische Träume träumen kann.

Wenn wir weniger tun, betrügen

wir das Vermächtnis jener, die so vieles gegeben haben.
Dieser historische Raum und die Präsidentschaft gehören Ihnen.

Es ist

Ihr Recht und ihre Verantwortung, alle vier Jahre jemandem dieses Amt und die
Institution der Präsidentschaft für einen bestimmten Zeitraum zum Schutze anzuvertrauen.

Sie haben mich auf diese Weise geehrt, und ich bin Ihnen dafür

dankbar - dankbar und stolz auf das, was wir gemeinsam erreicht haben.
Wir haben einen neuen Anfang gemacht.

Vizepräsident Bush und ich würden

gern auch weiterhin Ihre Unterstützung und Mitarbeit dabei haben, um das zu
beenden, was wir vor drei Jahren begonnen haben.

Ich kündige deshalb an, daß

ich kandidiere und die Wiederwahl für das Amt anstreben werde, das ich derzeit innehabe.
Ich danke Ihnen für das Vertrauen, das Sie in mich gesetzt haben.
schütze Sie und gute Nacht.

+ + + + +

- 4 -

Gott

�1. Februar 1984

ANPASSUNGSPROZESSE FÜR ANWENDUNG VON KERNENERGIE
USA stellen sich auf weiteren Ausbau der Atomkraft ein -

- (AD) - Trotz der Verzögerungen beim Bau von Kernkraftwerken in den
Vereinigten Staaten und der Streichung einer Anzahl geplanter neuer Projekte
sind die amerikanische Industrie und das Bundesenergieministerium überzeugt,
daß die Erzeugung von Atomstrom in den kommenden Jahren ansteigen und einen
immer größeren Anteil an der gesamten Stromproduktion haben wird.
Sicherheitserwägungen und wirtschaftliche

Die durch

Faktoren bedingten Verzögerungen

dürften auf weitere Sicht die Wachstumsrate für Kernkraft kaum unter den Anteil absinken lassen, den die Industrie früheren Schätzungen zufolge erwartet hatte.

In einem neuen Bericht des US-Energieministeriums heißt es u.a.,

daß sich Schätzungen zufolge der Anteil des Atomstroms an der gesamten Stromerzeugung von 12,6 Prozent im Jahr 1982 auf 19 Prozent im Jahr 1990 und schließlich auf 22 Prozent im Jahr 2020 erhöhen werde.
Gegenwärtig sind in den USA 79 Kernkraftwerke in Betrieb, die etwa ein
Achtel der gesamten Strommenge erzeugen.

Von Juli 1982 bis Ende Juni 1983

lieferten die Kernkraftwerke mehr als 280 Milliarden Kilowattstunden Strom ungefähr so viel, wie die Vereinigten Staaten gegen Ende des Zweiten Welt-

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�Zweiten Weltkrieges verbrauchten.

Dem Bericht zufolge ist der Bau von weiteren

46 Kraftwerksblöcken mit 50 Millionen Kilowatt Leistungskapazität bereits weit
fortgeschritten, jedoch wurden seit 1978 keine neuen Aufträge mehr erteilt.
Dies war ein Jahr vor dem Unfall im Atomkraftwerk Three Mile Island (Pennsylvanien), dem schwersten Unfall in der Geschichte der amerikanischen Atomkraftindustrie»

Seitdem sind erst sechs neue Atomkraftwerke in Betrieb gegangen.

Auf etwa 100 Reaktoranlagen, die eine Gesamtleistung von 110 000 Megawatt haben sollten und im Jahr 1975 bereits in Bau oder geplant waren, wurde
inzwischen verzichtet,

Diese Annullierungen machten 45 Prozent der Kernkraft-

kapazität aus, die bis dahin in den Vereinigten Staaten vorgesehen war.

Nach

Angaben des Amtes für Energie-Information (EIA) des US-Energieministeriums
bedeutete dies mehr als 9 Milliarden Dollar Aufgabe-Kosten (Dollarwert von
Mitte 1982, inflationsbereinigt). Der jüngste und besonders schwerwiegende
Fall wurde am 16, Januar 1984 gemeldet, als die Public Service Company von
Indiana bekanntgab, den Bau des Kernkraftwerks Marble Hill einstellen zu wollen, obgleich dieses bereits 2,5 Milliarden Dollar verschlungen hat und zur
Hälfte fertiggestellt ist.
Kraftwerksprojekts.

Dies ist die bisher kostspieligste Aufgabe eines

Demgegenüber kam es seit dem Jahr 1972, als zum ersten

Mal der Bau von Kernkraftwerken annulliert wurde, nur zu 39 Annullierungen bei
Heizkraftwerken, die fossile Brennstoffe verfeuern.

Diese hätten eine instal-

lierte Stromkapazität von 23 000 Megawatt gehabt.
EIA-Mitarbeiter sind der Meinung, daß vor allem die verringerte Wachstumsrate für den Strombedarf seit dem arabischen ölembargo im Jahr 1973, verschärfte Sicherheits- und Umweltschutz-Vorschriften seit dem Unfall von Three
Mile Island im Jahr 1979, finanzielle Schwierigkeiten auf Seiten von Kraftwerks-Betreibern, die gleichzeitig die Kapitalgeber waren, seit Ende der siebziger Jahre und Konstruktionsprobleme infolge der komplizierteren Bauweise
und Größe neuerer Projekte dazu beitrugen.daß Kraftwerksprojekte annulliert
wurden. Seit dem Jahr 1973 blieb die Wachstumsrate für Strombedarf unter
dem Durchschnittswert von sieben Prozent, wie er zuvor stets ermittelt worden
war. Im Jahr 1982 ging, landesweit gesehen, die Menge des in die Versorgungs-

- 2 -

�die Versorgungsnetzte eingespeisten Stroms gegenüber 1981 sogar um 2,3 Prozent zurück, wie EIA-Beamte erklärten.

Dies sei eine Folge der wirtschaft-

lichen Rezession gewesen, eine Entwicklung, wie sie sich in dieser Form zum
ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg ergeben habe.
Dennoch sei die Atomindustrie, so erklärte Carl Walske, Präsident des
Industrieverbandes "Atomic Industrial Forum" in den USA, sehr optimistisch
hinsichtlich der Zukunft der Kernkraftindustrie.

"Wir glauben, daß die Zu-

kunft der Kernkraft so gut wie das künftige Wachstum der Wirtschaft ist",
meinte er.

"Die Annullierungen und Verzögerungen waren zur Anpassung an eine

niedrigere Wachstumsrate für Strom notwendig.

Aber die Wirtschaft ist wieder

im Kommen, und die Wachstumsrate für den Strombedarf steigt an.

Im zweiten

Halbjahr 1983 lag der Stromverbrauch etwa acht Prozent über jenem im zweiten
Halbjahr 1982."

Nach Ansicht des Industrie-Sprechers sind die in Betrieb

befindlichen Kernkraftwerke "ein gutes Geschäft", denn sie erzeugten Strom
billiger als Kraftwerke mit Kohlefeuerung.
Dieser Meinung sind übrigens auch die Verfasser eines von Wissenschaftlern des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und der Stanford-Universität (Kalifornien) ausgearbeiteten Berichts zum Problem der Kohlendioxid-Anreicherung in der Atmosphäre.

Im Zusammenhang mit ihrer Forderung nach einem

eingehenden Studium des Einsatzes von elektrischem Strom verweisen sie darauf,
daß Kernenergie auf der Basis von Kernspaltung in vielen Teilen der Welt merklich billiger sei als Strom aus Kohle, "insbesondere angesichts der Beschränkungen durch Umweltauflagen gegen Kohle, wie es gegenwärtig für die USA typisch ist". Zwar stagniere in den Vereinigten Staaten gegenwärtig der Ausbau
der Kernenergie.

Langfristig gesehen hänge die Zukunft der Spaltenergie von

Faktoren wie technologischen Fortschritten, Verbesserungen des Managements
von Kernkraftanlagen und der Konkurrenzfähigkeit von Atomstrom mit anderen
Energieträgern in bezug auf Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit ab.
Die Nutzbarmachung von Kernfusion für die kommerzielle Stromproduktion dürfte
jedoch "in der kritischen Zeit vor dem Jahr 2050 noch nicht möglich sein".
Wie Walske

�Wie Walske erklärte, "können wir es uns nicht leisten, künftig große,
kostspielige Kernkraftwerke zu bauen.
niedrig zu halten.

Wir müssen Wege finden, die Kosten

Dazu werden niedrigere Inflationsraten und niedrigere

Zinsen, Stabilität bei den gesetzlichen Auflagen und gewisse Neuerungen im
Management-Bereich beitragen."
Nunzio Palladino, Vorsitzender der Nuklearen Aufsichtskommission der
Vereinigten Staaten (NRC), sagte kürzlich bei einem Vortrag in Los Alamos, daß
entgegen der Ansicht mancher Leute die amerikanische Atomindustrie nicht tot,
sondern sehr lebendig sei.

Die elektrische Kapazität der amerikanischen Kern-

kraftwerke - in Bau und in Betrieb - betrage z. Zt. etwa 126 000 Megawatt.
"Kernkraft für die Erzeugung von Strom ist mit sehr geringem Risiko für öffentliche Gesundheit und Sicherheit verbunden" und trage zur nationalen Unabhängigkeit in der Energieversorgung bei, erklärte er.

In den nächsten

drei bis vier Jahren habe die Nuklearindustrie jedoch eine kritische Phase
zu bestehen, weil dann entschieden werde, ob die bereits für den Betrieb genehmigten Einheiten diesen ohne Unfall oder schwerwiegende Vorfälle realisieren könnten

und ob die Industrie zusätzlich neue Anlagen für die Strompro-

duktion einsetzen könne.
Angesichts dieser Zielsetzungen habe die NRC, so Palladino, Schritte
unternommen, um die von Bundesbehörden erlassenen Bestimmungen für die nukleare Industrie zu verbessern. Im vergangenen Jahr brachte die Behörde eine Gesetzesvorlage ein, die, würden sie rechtskräftig, das Lizenzierungsverfahren
für Kernkraftwerke reformiert.
Die Gesetzesvorlage behandelt ferner eine
Anzahl weiterer wichtiger Punkte, u.a. die Genehmigung in einem einzigen Verfahrensablauf, die frühzeitige Genehmigung des Standorts und die Voraus-Genehmigung der Konstruktion der Anlage. NRC-Beamte verweisen außerdem auf
die Verabschiedung des nuklearen Entsorgungsgesetzes von 1982 als eines wichtigen Fortschritts für den Ausbau der kommerziellen Kernenergie. Es setzt
Zeitpläne und Verfahrensweisen für die Beseitigung von hochaktiven Abbrandelementen in Dauerdeponien von 1998 ab fest.
Ein Problem
- 4 -

�Ein Problem beim Ausbau der Kernenergie ergab sich durch die Änderun
gen in den Sicherheitsbestimmungen. EIA schätzt, daß sicherheitsbedinqte Um
rüstungen als Folge des Unfalls von Three Mile Island Kosten zwischen 24 und
83 Millionen Dollar (Dollarwert von 1980, inflationsbereinigt) pro Reaktor
verursachen. Im Februar 1982 unterbreitete die NRC einen Plan mit den Ziel
Setzungen für die Sicherheit von Kernkraftwerken, der u.a. exakte Zulässig
keitsangaben in bezug auf Unfallrisiken enthielt. So sollte beispielsweise
die Möglichkeit eines größeren Unfalls mit Niederschmelzen des Reaktorkerns
geringer sein als 1 : 10 000 pro Reaktorjahr.

Laut Palladino erfordert nukleare Sicherheit auch umfassende Forschungsanstrengungen. Die von der Behörde im Haushaltjahr 1983 für Forschung auf
gewendeten 205 Millionen Dollar machten etwa 43 Prozent der Ausgaben für die
von ihr durchgeführten Programme aus. Der Vorsitzende der NRC erwähnte neue
Forschungsergebnisse, denenzufolge Radioaktivität in Formen, die für die menschliche Gesundheit gefährlich sind, nicht annähernd so häufig frei werde wie
man bisher angenommen habe. Diese und weitere zu erwartende Ergebnisse der
Forschung hätten auch Auswirkungen auf die Sicherheitsvoraussetzungen und
Katastrophenpläne bei der Standortwahl für Kernkraftwerke. Und sie könnten
wie Palladino betonte, "sogar noch größere Auswirkungen auf das Vertrauen der
Öffentlichkeit haben".

+ + + + +

�Wi//en/chaft
und Technik

•

United States Information Service
Embassy of the United States of America

1. Februar 1984

RADIOTELESKOP FOR SUBMILLIMETER-BEREICH

- (AD) - Ein Radioteleskop für den Empfang von Strahlung mit Wellenlängen von weniger als einem Millimeter wird gegenwärtig vom CALTECH (California Institut of Technology) auf dem 4200 m hohen Mauna Kea in Hawaii errichtet. Die Nationale Forschungsstiftung der NASA (NSF) unterstützt bis 1986
das Vorhaben mit einem Beitrag von fast 4 Millionen Dollar. Die Höhe und die
trockene Luft am Standort (Gipfel eines erloschenen Vulkans) sind Faktoren,
die Störungen durch die Atmosphäre auf ein Mindestmaß verringern.
Das Radioteleskop mit einem Antennendurchmesser von 10,4 m erfaßt Radiostrahlung bis zu einem Drittel Millimeter Wellenlänge.

Solche Radiowellen

sind für die astrophysikalische Forschung von ganz besonderem Interesse, weil
sich gezeigt hat, daß viele der Moleküle im interstellaren Raum beim Rotieren
Energie in diesem Wellenlängenbereich abgeben.

Phänomene dieser Art lassen

Rückschlüsse auf Prozesse bei der Entstehung von Sternen sowie auf Struktur
und Energiequelle im Innern von Galaxien und Quasaren zu.
Die Parabolantenne ist nach den Plänen von Dr. Robert B. Leighton
(CALTECH) aus Aluminiumteilen in Wabenbauweise konstruiert, eine Meister-

Postfach 20 03 00 Tel.: 0228-339 2035
D 5300 Bonn 2
Telex: 8-85432

�eine Meisterleistung an Präzision auch in bezug auf die Oberflächenbearbeitung. Ein in Kalifornien vorgefertigter Montage-Kuppelbau von 20 m Durchmesser, der vor Wind, Wetter und starker Sonneneinstrahlung schützen sowie
die Steuerungsanlagen und die Systeme zum Sammeln der Meßdaten aufnehmen soll,
wird z. Zt. in Kalifornien getestet. Unter der Leitung von Dr. Thomas G.
Phillips, Professor der Physik am CALTECH, wird das neue Radioteleskop Anfang
1986 in Betrieb genommen.

+ + + + +

�</text>
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                    <text>1 . Februar 1989

INHALT

DOKUMENTATION
Bumst

Erfolg der Pariser Erklärung muß ausgebaut werden

- Erklärung vor dem auswärtigen Ausschuß des Senats -

WISSENSCHAFT UND TECHNIK

Technologie für Behinderte
- Computer - Mittler zur Umwelt

*

United States Information Service
Embassy of the United States of America

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AMERIKA DIENST
Dokumentation
1. Februar 1989

BURNS:

ERFOLG DER PARISER ERKLÄRUNG MUSS AUSGEBAUT WERDEN

- Erklärung vor dem auswärtigen Ausschuß des Senats -

WASHINGTON - (AD) - Dem Direktor des US-Amts für Rüstungskontrolle und Abrüstung, William Burns, zufolge müssen sich die Teilnehmerstaaten der Pariser
Konferenz über chemische Waffen noch energischer um die Beseitigung dieser
Waffen bemühen.
Vor dem auswärtigen Ausschuß des Senats lobte Burns am 24. Januar 1989 die
Erklärungen der beteiligten Staaten gegen chemische Kriegführung sowie die
eingebrachten Vorschläge für deren Abschaffung. Es müsse aber noch mehr getan
werden. "Unsere Aufgabe besteht jetzt darin, auf dem Erfolg von Paris aufzubauen", erklärte er.
Die Erklärung von Burns vor dem Ausschuß hat folgenden Wortlaut:

Ich freue mich über die Gelegenheit, mich heute morgen mit Ihnen
treffen zu können, um über die Ergebnisse der kürzlich in Paris abgehaltenen Konferenz zum Einsatz chemischer Waffen zu berichten. Wie Sie
wissen, fand diese Konferenz, an der
149 Staaten teilnahmen, vom 7. bis
11. Januar 1989 statt. Die Delegation der Vereinigten Staaten wurde
von Außenminister Shultz geleitet.
Ich war zunächst sein Stellvertreter
und wurde nach seiner Abreise aus
Paris am 8. Januar Delegationsleiter.
Unserer Delegation gehörten Senator
Nickles und der Abgeordnete Cheney
sowie Vertreter verschiedener Regierungsbehörden an.
Am 28. September des vergangenen
Jahres forderte Präsident Reagan die
Parteien des Genfer Protokolls sowie
andere betroffene Staaten auf, eine

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Konferenz zu veranstalten, um Maßnahmen zur Stärkung der Normen gegen den
völkerrechtswidrigen Einsatz chemischer Waffen zu beraten. Diese Aufforderung war ein Zeichen unserer Besorgnis über die gefährliche Verbreitung und den neuerlichen Einsatz chemischer Waffen.
Die Administration
hatte es sich zum Ziel gesetzt, die
vorgeschlagene Konferenz zu nutzen,
um der Aushöhlung
internationaler
Normen gegen den verbotenen Einsatz
chemischer Waffen Einhalt zu gebieten, Normen, die sich in der Vergangenheit bewährt hatten.
Präsident Mitterrand aus Frankreich, dessen Regierung als Treuhänder des Genfer Protokolls von 1925
fungiert, machte sich unsere Besorgnisse zu eigen und bot an, die vorgeschlagene Konferenz in Paris auszurichten.
Aufgrund außergewöhnlicher

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�Bemühungen seitens der französischen
Regierung wurde die Konferenz in der
kurzen Frist von vier Monaten organisiert und abgehalten.
Selten hat die internationale
Staatengemeinschaft so rasch und mit
solch
einhelliger
Entschlossenheit
auf ein dringliches internationales
Problem reagiert. Nahezu jedes Land
der Erde war bei der Konferenz vertreten, fast die Hälfte auf Außenministerebene.
Die Konferenz hat einen überwältigenden weltweiten Konsens geschmiedet.
In ihren Erklärungen vor dem
Plenum sowie in der einmütig verabschiedeten AbSchlußerklärung nahmen
die teilnehmenden Staaten energisch
und prinzipiell gegen den verbotenen
Einsatz und die gefährliche Verbreitung
chemischer
Waffen
Stellung.
Ferner bekräftigten sie ihre Unterstützung für die andauernden Bemühungen der Genfer Abrüstungskonferenz,
ein umfassendes, wirksam verifizierbares und wirklich weltweites Verbot
von Entwicklung, Herstellung und Lagerung chemischer Waffen auszuhandeln.
Das Ziel der Pariser Konferenz
bestand nicht darin, einzelne Länder
wegen des Einsatzes chemischer Waffen
in der Vergangenheit an den Pranger
zu stellen.
Wäre dies tatsächlich
unser Ziel gewesen, hätten mehrere
äußerst wichtige Staaten des konfliktgeschüttelten Nahen Ostens nicht
teilgenommen. Stattdessen sollte die
Konferenz den Blick in die Zukunft
richten: Um den Einsatz generell zu
verurteilen und das weltweite politische Engagement für die internationalen Normen gegen den verbotenen
Einsatz chemischer Waffen zu bekräftigen. Auch war die Konferenz nicht
als Verhandlungsforum
gedacht, um
diese internationalen Normen zu überarbeiten. Ihre Aufgabe bestand vielmehr darin, die Gültigkeit der bestehenden Beschränkungen, insbesondere
des Genfer Protokolls, wiederherzustellen.
Darüber hinaus gab es einige andere Bereiche, in denen sich die Vereinigten Staaten - wie Außenminister

Shultz in seiner Rede
Fortschritte erhofften:

ausführte

- Internationale Unterstützung für
die Überprüfung von Behauptungen
über den Einsatz chemischer Waffen durch den Generalsekretär der
Vereinten Nationen.
- Unterstützung
angemessener
Schritte im Einklang mit der
Charta der Vereinten Nationen für
den Fall eines zukünftigen verbotenen Einsatzes chemischer Waffen.
Wir fordern die Nationen
auf, in solchen Fällen Saktionen
gemäß Kapitel sieben in Erwägung
zu ziehen.
- Unterstützung humanitärer Hilfe
für die Opfer eines Einsatzes mit
chemischen Waffen durch die Völkergemeinschaft.
Im Verlauf der fünftägigen Konferenz haben über 100 Nationen im Plenum das Wort ergriffen. In der Größe
variierten sie von den führenden Nationen bis hin zu den winzigkleinen
Pazifikinseln.
Mit
erstaunlicher
Einmütigkeit drängten sie die Konferenz, über die bloße Artikulierung
der Besorgnis hinauszugehen und bei
der Pariser Konferenz eine Schlußerklärung zu verabschieden, die eine
Vielzahl von Themen konstruktiv behandelt.
Die im Plenum abgegebenen Erklärungen enthielten eine Reihe von Gemeinsamkeiten: Die Teilnehmerstaaten
bekräftigten ihre Verpflichtung zur
Einhaltung
des Genfer Protokolls.
Darüber hinaus haben 14 Staaten ihre
Absicht bekundet, dem Protokoll beizutreten.
- Die Teilnehmer unterstrichen die
Bedeutung der derzeit in Genf
stattfindenden Verhandlungen sowie die Notwendigkeit, ein vollständiges Verbot chemischer Waffen zu erzielen. In diesem Zusammenhang betonten sie, ein solches
Verbot
müsse
umfassend,
wahrhaft weltweit und wirksam verifizierbar sein.
Ferner wurde
nahezu einmütig der Wunsch zum

�senden und wirksam verifizierbaren Verbots von unbegrenzter Dauer für alle chemischen Waffen.
Die Abschlußerklärung erkennt an,
daß ein Verbot chemischer Waffen,
wenn es Wirkung zeitigen soll,
weltweit gelten muß und fordert
alle Staaten auf, einer Konvention beizutreten, sobald diese
vereinbart ist.

Ausdruck gebracht, einen Beitrag
zu den Genfer Abrüstungsverhandlungen zu leisten.
- Die Nationen unstrichen wiederholt die Bedeutung des Verfahrens, mit dem der Generalsekretär
den Einsatz chemischer Waffen
überprüft.
Darüber hinaus forderten die unterschiedlichste Regionen und politische Gruppierungen vertretenden Nationen die Einführung von Kontrollen
für die Ausfuhr von Materialien, die
mit chemischen Waffen in Verbindung
stehen, mit dem Zweck, die gefährliche Verbreitung chemischer Waffen
zu unterbinden.
Die Schlußerklärung der Pariser
Konferenz spiegelt die Zielsetzung
der Vereinigten Staaten in diesen
wichtigen Bereichen wider:
- Die Konferenz
verurteilte den
Einsatz chemischer Waffen als
eine Verletzung des Völkerrechts
und der bestehenden Normen.
- Die Teilnehmer betonten die Bedeutung und fortwährende Gültigkeit des Genfer Protokolls.
- Die Teilnehmer brachten ihre tiefe Besorgnis über die Verbreitung
chemischer Waffen zum Ausdruck
und forderten alle Staaten auf,
Zurückhaltung zu üben und sich
verantwortungsbewußt zu verhalten.
- Die Konferenz bekräftigte die uneingeschränkte Unterstützung des
Generalsekretärs bei der Ausübung
seiner Pflichten zur Überprüfung
von Berichten über den Einsatz
chemischer Waffen und brachte ihre Unterstützung geeigneter und
wirksamer
Schritte
gemäß
der
Charta der Vereinten Nationen zum
Ausdruck.
- Die Teilnehmer unterstützten ferner humanitäre Hilfe für die Opfer chemischer Waffen.
- Die Konferenz forderte die Aushandlung eines weltweiten, umfas-

In den Plenarsitzungen und in Erörterungen über den Text der AbSchlußerklärung suchten eine Reihe
von Teilnehmerländern
ein Junktim
zwischen chemischen Waffen und Nuklearwaffen herzustellen, mit dem Argument, erstere könnten nicht beseitigt
werden, wenn letztere existieren.
Die Vereinigten Staaten und viele andere Länder widersetzten sich diesem
vorgeschlagenen
Junktim
vehement.
Darüber hinaus wurden Forderungen
nach einem Moratorium für die Herstellung chemischer Waffen laut. Als
Reaktion darauf erklärte die amerikanische Delegation, für die Vereinigten Staaten sei die Beibehaltung
einer glaubwürdigen Vergeltungsfähigkeit mit chemischen Waffen erforderlich, um die Abschreckung eines Angriffs mit chemischen Waffen gegen
ihre eigenen und verbündete Streitkräfte sowie den Anreiz für andere
Staaten aufrechtzuerhalten, ernsthaft
über ein Verbot chemischer Waffen zu
verhandeln.
Die Vereinbarung einer Abschlußerklärung war für die amerikanischen
Zielsetzungen bei der Konferenz kein
wesentliches Kriterium.
Die Tatsache, daß 149 Länder dem Ruf zur
Pariser Konferenz folgten und sich
mit den Gefahren des Einsatzes und
der Weiterverbreitung chemischer Waffen auseinandersetzten, hat dieses
Problem auf die internationale Tagesordnung gesetzt. Das wirkliche Ergebnis liegt darin, daß jeder künftige Einsatz chemischer Waffen von den
Ländern der Welt streng verurteilt
wird und ihr Bewußtsein im Hinblick
auf die Gefahren der Weiterverbreitung chemischer Waffen und der Notwendigkeit eines weltweit gültigen
Verbots solcher Waffen geschärft ist.

- 3 -

�Die Abschlußerklärung ist dennoch
insofern eine bemerkenswerte Leistung, als daß 149 Länder andere,
sonst in diesen Foren häufig vorherrschende Belange im Interesse einer
einmütig
verabschiedeten
Erklärung
beiseite gelassen haben. Hätte die
volle Verantwortung für den Text der
Erklärung bei der amerikanischen Delegation gelegen, wäre die Notwendigkeit
starker Exportkontrollen als
Maßnahme zur Nichtweiterverbreitung
ausdrücklich darin niedergelegt worden. Darüber hinaus wäre der Erwägung von Sanktionen gegen Übertretungen größere Bedeutung beigemessen und
die Verurteilung des Einsatzes eindeutiger formuliert worden. Aber wir
tragen die Verantwortung für die AbSchlußerklärung zusammen mit 148 anderen Ländern und werten sie daher
als zusätzlichen Erfolg der Konferenz.
Die Pariser Konferenz hat im Hinblick auf chemische Waffen einen
Schlußstrich unter die tragischen Ereignisse der Vergangenheit gezogen.
Wir haben ein neues Kapitel aufgeschlagen. Die Abschlußerklärung und
die Verlautbarungen der Plenarsitzungen liefern uns eine gute Grundlage
für unsere zukünftige Arbeit - unsere
Anstrengungen, künftig den illegalen
Einsatz chemischer Waffen zu verhindern, Bestrebungen, der gefährlichen
Verbreitung dieser Waffen Einhalt zu
gebieten und unsere Bemühungen, die
für uns einzig vernünftige Lösung all
dieser Probleme zu finden - ein weltweites, verifizierbares Verbot chemischer Waffen.
Die Staatengemeinschaft hat in Paris anerkannt, daß
diese Ziele über alle nationalpolitischen oder ideologischen Erwägungen
hinausgehen. Unsere Aufgabe ist es
nun, auf dem Erfolg von Paris aufzubauen.

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Wissenschaft und Technik

1. Februar 1989

TECHNOLOGIE FÜR BEHINDERTE
Computer - Mittler zur Umwelt -

- (AD) - Bestimmte Muskel- und Nervenerkrankungen oder ein schwerer Unfall
können bedeuten, daß die Betroffenen die gewohnte Unabhängigkeit nie wieder
erlangen. Aber unter Nutzbarmachung moderner Technologien, insbesondere der
in Industrie, Wirtschaft, Medizin und auch im privaten Bereich so vielfältig
angewandten Elektronik und Computertechnik, kann für Menschen mit schwersten
Beeinträchtigungen ihrer Bewegungsfähigkeit doch ein gewisser Freiraum geschaffen werden. Durch intelligent eingesetzte "High-Tech"-Elemente - oft in
Verbindung mit recht simplen Hilfsmitteln - kann es bei entsprechender Anpassung an die individuellen Gegebenheiten dem Behinderten z. B. möglich werden,
sich mit Personen in seiner Umgebung und auch in einer der Menschenwürde eher
entsprechenden Weise zu verständigen. Für nicht wenige öffnet "angepaßte
Technik" das Tor zu Aktivitäten, die sogar ins Berufsleben führen und die Entfaltung persönlicher Begabungen unterstützen.

Ein
Paradebeispiel
ist
das
Schicksal eines inzwischen promovierten jungen Biologen an der Universität Colorado. Mit 19 Jahren hatte er
infolge von Verletzungen im Halswirbelbereich bei einem Autounfall eine
Querschnittlähmung
erlitten.
Arme
und Beine sind seitdem nicht mehr zu
gebrauchen.
Im Krankenhaus lernte
er, mit einem Elektrorollstuhl umzugehen und, mit Hilfe eines mit dem
Mund geführten Stabes, Maschine zu
schreiben. Den Wunsch, zu studieren,
gab er trotz seiner mißlichen Lage
nicht auf, obgleich die Hindernisse
oft allzu mächtig zu sein schienen.
Schließlich öffnete ihm die Anschaffung eines Personalcomputers den Zugang zu Bibliotheken und anderen
wichtigen
Informationsquellen, erleichterte das Schreiben und gab ihm

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die Möglichkeit, sein für den Beruf
eindeutig vorhandenes Talent praktisch zu nutzen. Am wichtigsten aber
ist ihm die Tatsache, daß er jetzt
für seine Tätigkeiten keine Hilfsperson mehr bemühen muß.
Bei einer 40jährigen Patienten
der Universität Washington in Seattle
hatte der Unfall nicht nur eine Lähmung aller Gliedmaßen, sondern auch
der Sprechmuskeln zur Folge. Sie erhielt einen der ersten computergesteuerten Elektrorollstühle. Gleichzeitig verschafft ihr der Computer
ein gewisses "Sprechvermögen". Mit
dem im Stirnband angebrachten Lichtdetektor deutet sie auf eine am Rollstuhl befestigte Anzeigekonsole. In
diese sind nicht nur die Steuerungselemente
für Geschwindigkeit
und

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�Fahrrichtung ihres Rollstuhls eingebaut, sondern sie enthält auch Buchstaben des Alphabets, Zahlen und ein
paar einfache Sätze wie zum Beispiel
"Ich habe Hunger". Durch Bewegung
des Kopfes richtet die Patientin den
Lichtdetektor auf einen Buchstaben,
eine Zahl oder ein anderes "Signal"Kästchen auf der Konsole und setzt so
ihre Botschaften zusammen. Der Computer macht diese auf einem kleinen
Bildschirm sichtbar, kann sie auch
ausdrucken oder in seiner synthetischen Sprache akustisch weitergeben.
Zuvor war Kommunikation nur
über eine Hilfsperson möglich, die
nacheinander auf die auf einer Tafel
aufgemalten Buchstaben des Alphabets
zeigte.
Hatte sie den richtigen
Buchstaben getroffen, nickte die Patienten mit dem Kopf. Buchstabe um
Buchstabe ließen sich so zu Wörtern
zusammensetzen - eine überaus mühsame
Prozedur.
An der Staatsuniversität Michigan
wurde ein "Eyescan"-Kommunikator entwickelt, der eine größere Arbeitsgeschwindigkeit hat und sprechunfähige
Personen in die Lage versetzt, mit
den Augen zu "reden". Dem kommt der
Umstand zugute, daß die Funktion der
Augenmuskeln von allen Muskelfunktionen im menschlichen Körper am längsten erhalten bleibt. Der Patient
trägt eine Spezialbrille, auf deren
eines Glas ein fünf cm langer Zylinder mit einer Art Bildtafel am Ende
aufgesetzt ist. Diese ist in sechs,
um ein gleichgroßes Mittelfeld gruppierte Kästchen unterteilt, die jeweils fünf um ihren Mittelpunkt angeordnete Buchstaben oder andere Zeichen enthalten. Der Patient visiert
den gewünschten Buchstaben und anschließend den Mittelpunkt des betreffenden Kästchens an, und sofort
erscheint der Buchstabe auf dem Bildschirm des angeschlossenen Computers
als Teil des Wortes, das "gesagt"
werden soll und relativ rasch zusammengesetzt werden kann.
Kernstücke des Zylinders sind
sechs ringförmig angeordnete Dioden,
die
Infrarotlicht
aussenden, und

sechs empfindliche Sensoren, die das
an der Retina reflektierte Licht erfassen. Aus der Intensität des am
Auge reflektierten Lichtes kann der
Computer die Richtung und damit auch
das im Gitter anvisierte Zeichen errechnen. Apparaturen dieser und ähnlicher Art dürften nach Meinung von
Experten immer häufiger gebraucht
werden, weil die Zahl der Patienten
steigt, die einen schweren Unfall
oder Schlaganfall überleben.
Auch
nach der Manifestation einer neurologischen Erkrankung wie ALS (amyotrophische Lateralsklerose) leben heute
die Betroffenen durchschnittlich länger als ihre Leidensgenossen noch vor
etwa einem Jahrzehnt.
Man schätzt, daß allein unter den
etwa 600 000 mehr oder weniger stark
körperbehinderten Personen in den USA
(von ca. 13 Millionen im arbeitsfähigen Alter, die mit Behinderungen verschiedenster Art behaftet sind) bis
zu 50 000 solche Hilfen benötigen
würden. Bei größerem Bedarf könnten
die Herstellungskosten gesenkt werden.

Biotechnik als Freizeithobby
In der regelmäßig am Jahresende
erscheinenden Ehrenliste der amerikanischen Fachzeitschrift "Aviation
Week &amp; Space Technology" zur Würdigung von Verdiensten im technischen
und organisatorischen Bereich wurde
in der Ausgabe vom 2. Januar 1989 unter der Rubrik "Elektronik" John R.
Staehlin genannt. Er ist leitender
Beratungsingenieur in der Elektronikbranche und wurde für seine Verdienste um die gemeinnützige Organisation
"Volunteers for Medical Engineering"
(VME) ausgezeichnet, die er 1981
gründete. Ziel dieser Gruppe ist es,
Entwicklungen der Wehrtechnik so umzugestalten, daß sie sich für Hilfsmittel und Anwendungsverfahren eignen, die Behinderten das Leben erleichtern können oder in der Medizin
zu verwenden sind. Eine Schreibmaschine, die der Benutzer mit Hilfe
eines durch Anvisieren gesteuerten
Bildschirmzeigers bedient, war eines

�der ersten Resultate.
Inzwischen gehören ca. 600 Personen aus 75 amerikanischen Firmen dem
Verband an und basteln in ihrer Freizeit an Projekten für Behinderte.
Neuentwicklungen werden an interessierte Personen und Stellen ausgeliehen und, wenn sie sich in der Praxis
bewähren, weiter verbessert, um sie
eventuell in Serie bauen zu können.
Die der Vereinigung angeschlossenen
Firmen gestatten ihren Mitarbeitern,
Konstruktionspläne, wissenschaftlichtechnische Ausrüstungen und Fabrikationswerkzeuge in der Freizeit für
VME-Zwecke zu benutzen.
Staehlin begann sein Programm mit
ein paar Ingenieuren. Inzwischen arbeiten auch Konstrukteure, technische
Zeichner, Metallfacharbeiter der verschiedensten Spezialbereiche und andere technische Fachkräfte mit. Eines der ersten Projekte war die Verbesserung des Handschlusses einer
Orthese für Patienten, die ihre Finger nicht gebrauchen können. "Aviation Week" berichtet, daß auf der Basis eines komplexen Antennenantriebs
für ein Flugzeug-Radargerät ein einfacher
Servomechanismus
entwickelt
wurde, der die Benutzung des Hilfsmittels für den Behinderten vereinfachte und zuverlässiger machte.

Rollstuhl angewiesen und praktisch
den ganzen Tag über zum Sitzen verurteilt. VME-Enthusiasten entwickelten
ein mobiles Haltegestell, das diese
Personen in die Lage versetzt, sich
auch in aufrechter Haltung im Raum
sicher zu bewegen. Mit Computerhilfe
arbeiteten Konstruktionszeichner Entwürfe aus, die die verschiedenen
Größen der Benutzer berücksichtigen,
und Ingenieure führten Belastungstests für das System durch. Inzwischen wurden ein Prototyp und fünf
für die Produktion geeignete Modelle
gebaut. Tagsüber zumindest ab und zu
stehen zu können ist nicht nur für
Kreislauf
und Muskeltonus besser,
sondern gibt auch psychische Hilfe.
Es sei wichtig, dem Gesprächspartner
auch einmal Auge in Auge gegenüberstehen zu können, anstatt sich mit
ihm stets nur aus der tiefen Sitzposition heraus unterhalten zu können,
meinte ein Patient, der an Muskeldystrophie leidet.

In der Entwicklung befinden sich
unter anderem eine Miniatur-Antenne
von nur 0,1 mm Durchmesser, um Gehirntumoren mit Mikrowellenstrahlung
behandeln zu können, und künstliche
Muskelfasern, die sich unter Strom
zusammenziehen. Ein von der Freiwilligen-Organisation gebauter Universaladapter erlaubt, einen Computer
mit der Stimme oder mit der von
Blicksensoren aktivierten Schaltanlage anstatt mit einer Tastatur zu bedienen. Die Anrengung dazu gab ein
amerikanisches Bundesgesetz vom Oktober 1986, das Regierungsbehörden vorschreibt,
behinderten
Angestellten
den Zugang zu allen neuen elektronischen Büromaschinen zu ermöglichen.
Querschnittgelähmte

sind auf den
- 3 -

* * * * * *

�</text>
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                    <text>AMERIKA DIENST

1. März 1989
INHALT

DOKUMENTATION
Bush: Behebung des konventionellen Ungleichgewichts noch In weiter
Ferne
- Interview mit dem amerikanischen Präsidenten Mosbacher; Vereinigte Staaten für offeneren europäischen Markt
- Rede des US-Handelsministers bei der Columbia Institute Conference Hills zur US-Handelspolitik 1989
- Erklärung der amerikanischen Handelsbeauftragten vor dem Senat WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Ozonschicht über der Nordhalbkugel gefährdet
- Erste Ergebnisse einer internationalen Studie in der Arktis -

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Dokumentation

9

1. März 1989
BUSH:

BEHEBUNG DES KONVENTIONELLEN UNGLEICHGEWICHTS
NOCH IN WEITER FERNE

- Interview mit dem amerikanischen Präsidenten WASHINGTON - (AD) - Präsident Bush zufolge liegt "die Behebung des konventionellen Ungleichgewicht durch den Warschauer Pakt noch in weiter Ferne",
selbst wenn der von den Sowjets angekündigte Truppenabbau in vollem Umfang
durchgeführt worden ist.
In einem Interview mit der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo vom 16.
Februar 1989, das vom Weißen Haus am 22. Februar veröffentlicht wurde, nannte
Bush den vorgesehenen Truppenabbau auf sowjetischer Seite "einen positiven
Schritt in die richtige Richtung". Der Präsident räumt konventioneller Rüstungskontrolle in seiner Administration hohe Priorität ein und sieht den Verhandlungen über Konventionelle Streitkräfte in Europa (VKSE) erwartungsvoll
entgegen.
Nachfolgend veröffentlichen wir das Interview in der Fassung des Weißen
Hauses.
Frage:
Welche
Rolle
mißt
die
Bush-Administration Japan im Bereich
der Weltwirtschaft und der Sicherheit
des Westens bei?
Antwort: Zunächst möchte ich etwas
zur Rolle der Vereinigten Staaten in
der Welt während meiner Präsidentschaft sagen.
Japan und die Welt
können darauf bauen, daß die Vereinigten Staaten ihre unermüdliche Arbeit zur Verwirklichung von Frieden,
Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit auf der Welt fortführen werden.
Wir haben eine globale Sicht der Welt
und werden wie bisher die Verantwortung übernehmen, die einer Weltmacht
zukommt.
Gleichzeitig ist es natürlich von
vorrangiger Bedeutung, daß unsere

United States Information Service
Embassy of the United States of America

Verbündeten größere Verantwortung für
die Sache des Friedens und Wohlstands
in der Welt übernehmen. Es steht mir
nicht zu, Japan seine Rolle in der
Welt zuzuweisen. Diese Entscheidung
liegt bei der japanischen Regierung
und dem japanischen Volk.
Während
des jüngsten Besuches von Ministerpräsident Takeshita in Washington waren wir uns einig, daß es viele Mittel und Wege gibt, mit denen Japan zu
Frieden und Wohlstand weltweit beitragen kann.
Unsere Zusammenarbeit
im Bereich der Verteidigung ist einer
dieser Wege. Ein anderer besteht in
Wirtschaftshilfe an das Ausland. Ich
begrüße das von Japan gegebene Versprechen einer weiteren beträchtlichen Aufstockung der Entwicklungshilfeprogramme in Übersee. In diesem
Sinne waren Ministerpräsident Take-

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�shita und ich einer Meinung, wie
wichtig die Unterstützung von Demokratie, anhaltendem Wirtschaftswachstum und Reformen auf den Philippinen
sind. Um dies zu verwirklichen, werden wir alles in unserer Macht stehende tun, um noch in diesem Jahr die
multilaterale Initiative zur Unterstützung der Philippinen in die Wege
zu leiten.
Darüber hinaus begrüße ich die
Entscheidung Japans, an Aktionen zur
Erhaltung des Friedens teilzunehmen
sowie das großzügige Angebot finanzieller Unterstützung für Afghanistan
und das südliche Afrika. Auch das
sind Mittel und Wege, einen Beitrag
zu leisten.
Den beiden größten Industrienationen der Welt - Japan und den Vereinigten Staaten - kommt eine besondere Verantwortung bei der Aufrechterhaltung des freien Handels zu. Ministerpräsident Takeshita hat in Washington die Entschlossenheit Japans
bekräftigt, starkes Wachstum im Inland und strukturelle Anpassungen zu
fördern. Im Bereich von multilateraler Zusammenarbeit
und weltweitem
Wirtschaftswachstum kamen wir überein, daß wir unsere politischen Maßnahmen weiterhin über die traditionellen Foren, insbesondere den Wirtschaftsgipfel, koordinieren werden.
Wir sehen dem nächsten Gipfeltreffen
in Paris bereits erwartungsvoll entgegen. Ferner waren wir uns über die
Bedeutung einer erfolgreichen Uruguay-Runde sowie häufiger Konsultationen über Wirtschaftsthemen auf allen
Ebenen einig.
Frage:
Wie sehen Sie die Zukunft
der amerikanisch-japanischen Beziehungen unter Ihrer Administration?
Einige Ihrer Berater haben die Gründung einer "neuen Partnerschaft" mit
Japan empfohlen. Was halten Sie von
dieser Empfehlung?
Antwort:
Wir
haben den Begriff
"Partnerschaft" verwendet, um unsere
Beziehungen über nunmehr eine Reihe
von Jahren hinweg zu beschreiben, und

im Verlauf der Reagan-Administration
haben wir diesem Begriff eine neue
Bedeutung verliehen. Unsere Partnerschaft ist bilateral, regional und
global. Wir halten häufig Konsultationen ab und arbeiten eng bei praktisch jedem Thema von Belang zusammen. Es handelt sich hierbei nicht
um eine "neue Partnerschaft", sondern
eine fortwährende, die sich über 40
Jahre der Zusammenarbeit entwickelt
hat. Ich bin zuversichtlich, daß sie
sich auch In Zukunft weiterentwickeln
und neue Bedeutung erlangen wird.
Aber statt einer "neuen Partnerschaft" ist es vielmehr eine kontinuierlich "erneuerte Partnerschaft".
Frage:
Der designierte Verteidigungsminister Tower hat erklärt, Japan solle seine Verteidigung der
Schiffahrtswege über den derzeitigen
Radius von 1 000 Meilen hinaus erweitern.
Unterstützen Sie diese Ansicht?
Würden Sie von Japan eine
Aufstockung seiner Verteidigungsausgaben fordern? Wenn ja, welchen Prozentsatz seines Bruttosozialprodukts
sollte Japan für die Verteidigung
aufwenden?
Antwort: Wir sind mit der beiderseitig vereinbarten
Zuweisung von
Verteidigungsaufgaben und Missionen
gemäß unseren Sicherheitsvereinbarungen, denen zufolge Japan vornehmlich
die Verantwortung zur Verteidigung
seines Territoriums, der Meere, der
Luft und der Schiffahrtswege trägt,
voll und ganz zufrieden.
Darüber
hinaus werden wir durch Japans kontinuierliche Fortschritte bei der Verbesserung seiner Verteidigungsfähigkeit im Rahmen dieser Aufgaben und
Missionen ermutigt, erkennen aber,
daß noch Spielraum für weitere Verbesserungen, insbesondere im Bereich
der
Durchhaltefähigkeit,
vorhanden
ist. Weiterhin begrüßen wir Japans
wachsenden Beitrag zu den Kosten der
Stationierung von US-Streitkräften in
Japan.
Statt
einer
akademischen
Übung, in der Sicherheit nach doppeldeutigen Kriterien wie dem Prozentsatz des Bruttosozialprodukts bemessen wird, richten die Vereinigten

�Staaten und Japan ihre Bestrebungen
auf ein produktiveres und wichtigeres
Ziel - sie wollen zur Erhaltung der
Verteidigungsfähigkeit und damit Gewährleistung unserer gemeinsamen Sicherheit zusammenarbeiten.
Frage: Würden Sie ein Freihandelsabkommen zwischen den Vereinigten
Staaten und Japan nach dem Muster des
Abkommens zwischen Amerika und Kanada
unterstützen? Das amerikanische Handelsdefizit gegenüber Japan ist in
den letzten Monaten wieder gestiegen.
Befürworten Sie eine weitere Aufwertung des Yen gegenüber dem Dollar?
Antwort:
Die Regierungen der Vereinigten Staaten und Japans sind sich
über die Notwendigkeit weiterer multilateraler und bilateraler Bemühungen einig, mit denen ein offeneres
Welthandelssystem geschaffen werden
soll. Wir messen dem multilateralen
Ansatz besondere Bedeutung bei.
Wir stehen neuen Ideen immer aufgeschlossen gegenüber. Aber unserer
Ansicht nach liegt der Schlüssel
jetzt in harter Arbeit am Erfolg der
Uruguay-Runde.
Beim jüngsten Treffen der G-7 haben die Finanzbehörden der wichtigsten Länder übereinstimmend erklärt,
daß die Situation und Perspektiven
der Weltwirtschaft positiv sind und
keine Veränderungen in ihrem Engagement zur Zusammenarbeit bei der Wechselkurspolitik erforderlich seien.
Bei unserer jüngsten Zusammenkunft haben Ministerpräsident Takeshita und ich auf Fortschritte verwiesen, die sowohl die Vereinigten
Staaten als auch Japan beim Abbau ihres Ungleichgewichts im Außenhandel
vollbracht haben; wir kamen aber auch
Uberein, daß weitere Fortschritte
notwendig seien.
Der Ministerpräsident hat mir gegenüber Japans Entschluß bekräftigt,
das Wirtschaftswachstum im Land und
strukturelle Reformen
zu fördern.
Und ich habe unseren Entschlossenheit

zum Abbau des Haushaltsdefizits betont.
Frage:
Die höchste Priorität der
Bush-Administration bei den amerikanisch-sowjetischen Abrüstungsverhandlungen nimmt die Reduzierung der konventionellen Streitkräfte ein. Wie
ist Ihre Reaktion auf Präsident Gorbatschows Ankündigung eines Abzugs
von 500 000 Soldaten? Prognostizieren Sie einen amerikanisch-sowjetischen Gipfel im nächsten Sommer?
Antwort: Es trifft zu, daß dem Bereich der konventionellen Rüstungskontrolle in meiner Administration
eine hohe Priorität zukommt. Wir begrüßen die Verhandlungen über Konventionelle Streitkräfte in Europa. Gemeinsam mit unseren Bündnispartnern
werden wir uns bei den VKSE darum bemühen, Stabilität und Sicherheit auf
einem niedrigeren Streitkräfteniveau
zu erhöhen. Aus diesem Grund wird
sich die NATO sich auch um eine Beseitigung der erheblichen Überlegenheit des Warschaur Pakts in Europa
bemühen. Im Rahmen dessen begrüßen
wir die Ankündigung von Reduzierungen
der sowjetischen Streitkräfte als positiven Schritt in die richtige Richtung und sehen der vollständigen
Durchführung der von Parteichef Gorbatschow beschriebenen Streitkräftereduzierungen entgegen. Trotz dieser
Reduzierungen liegt die Behebung des
konventionellen Ungleichgewichts in
Europa durch den Warschauer Pakt noch
in weiter Ferne.
Bevor ein Gipfeltreffen stattfindet, müssen sich beide Seiten gründlich darauf vorbereiten. Wir prüfen
im Augenblick Bestandteile unserer
Politik gegenüber der Sowjetunion und
stehen in engen Konsultation mit unseren Freunden und Verbündeten, um
sicherzustellen, daß wir eine solide
Grundlage
für
langfristige
Fortschritte in den Ost-West-Beziehungen
haben. Die Außenminister Baker und
Schewardnadze werden in den kommenden
Monaten mehrmals Gelegenheit haben,
die zahlreichen zwischen unseren Ländern anstehenden Themenkreise anzu-

- 3 -

�sprechen. Obwohl ich zuversichtlich
bin, daß in nicht allzu ferner Zukunft ein Gipfeltreffen stattfinden
wird, ist es zu früh, um über einen
genauen Termin zu sprechen.

* * * * *

- 4-

�AMERIKA DIENST
'^7

^

Dokumentation

Ä&lt;

1. März 1989

MOSBACHER:

VEREINIGTE STAATEN FÜR OFFENEREN EUROPÄISCHEN MARKT

- Rede des US-Handelsministers bei der Columbia Institute Conference -

WASHINGTON - (AD) - Handelsminister Mosbacher zufolge möchten die Vereinigten Staaten Europa dabei unterstützen, seine Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und dem Welthandel gegenüber offener zu werden. Anläßlich der von einer
überparteilichen Gruppe von Kongreßabgeordneten zum Thema Europa 1992 veranstalteten Columbia Institute Conference erklärte der Minister am 24. Februar
1989, daß die Vereinigten Staaten im Zuge der Verwirklichung des europäischen
Binnenmarktes durch die EG bis 1992 "einen Sitz am Tisch, zumindest als Beobachter" haben sollten.
Nachstehend veröffentlichen wir die Rede des Handelsministers im Wortlaut:
Ich freue mich, heute vor Ihnen
sprechen zu dürfen. Wenige Aspekte
unserer Handelsbeziehungen sind so
bedeutend wie das Europa des Jahres
1992, und ich möchte das Columbia' Institute für die Organisation einer
solch hochkarätigen Konferenz beglückwünschen .
Zunächst möchte ich jedoch kurz
auf die Handelssituation im allgemeinen eingehen und unsere Prioritäten
im Welthandel diskutieren.
Der Präsident hat davon gesprochen, daß ein neuer Wind weht und für
die Vereinigten Staaten ein neues Kapitel aufgeschlagen wird. Dazu gehört unsere Haltung zum Handel. Wir
müssen einen neuen Kurs bestimmen,
einen Kurs, der darauf abzielt, uns

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von unserem Handelsdefizit zu befreien und eine solide Grundlage der
Wettbewerbsfähigkeit für die Vereinigten Staaten zu erhalten.
Die vom Handelsministerium vor
einer Woche veröffentlichten Handelszahlen belegen, daß das amerikanische
Handelsdefizit im vergangenen Jahr um
33 Milliarden Dollar zurückgegangen
ist. Somit ergab sich ein Abbau der
Rekordsumme von 170 Milliarden Dollar
im Jahr 1987 - das ist die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht ist,
daß sich unser Handelsdefizit immer
noch auf 137 Milliarden Dollar beläuft - ein unannehmbares Niveau.
Unser Handelsdefizit ist im vorigen Jahr gesunken, weil unsere Ausfuhren um 27 Prozent zugenommen ha-

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�ben, während die Einfuhren nur um 8,3
Prozent gestiegen sind.
Wenn wir
diesen Trend in diesem Jahr aufrechterhalten können, könnte unsere Handelsdefizit im Jahr 1989 unter 100
Milliarden Dollar liegen.

Die Tage sind vorbei, in denen
wir bereit waren, jahrelang darüber
zu verhandeln, ob wir ein paar Kisten
Orangen, Zitronen, Zigaretten oder
sonstiger Waren mehr an sie verkaufen
dürfen.

Wir können jedoch nicht davon
ausgehen, daß sich diese Tendenzen
von selbst fortsetzen werden. Was
wir brauchen, sind intensive Anstrengungen der amerikanischen Exportwirtschaft und flankierende staatliche
Maßnahmen zur Unterstützung dieser
Bemühungen.

Die Tage sind vorbei, in denen
wir einigen wenigen Ländern, deren
Anteil am Welthandel verschwindend
gering ist, gestatten konnten, weltweiten Fortschritt bei der Verbesserung der internationalen Handelsregeln zu blockieren.

Meines Erachtens gibt es zwei Bereiche für eine intensivere staatliche Rolle, eine Rolle, die enge und
konstruktive Zusammenarbeit zwischen
Administration und Kongreß erfordert.

Handelspolitik
Der erste Bereich betrifft die
Handelspolitik.
Der
amerikanische
Markt ist einer der offensten der
Welt, und wir sind einer der größten
Importeure der Welt. Jede Runde von
Handelsgesprächen im Rahmen des GATT,
von der Genfer Runde des Jahres 1947
bis zur heutigen Uruguay Runde wurde
von uns initiiert. Was Marktoffenheit und Opfer für das Welthandelssystem betrifft, sind die Leistungen
der Vereinigten Staaten unerreicht.
Der Handel muß jedoch eine Zweibahnstraße sein. Für diejenigen, die
da glauben, sie könnten weiterhin auf
unseren Märkten verkaufen und ihre
Märkte gegen unsere Produkte abschotten, habe ich eine Botschaft: Diese
Tage sind vorbei.
Die Tage sind vorbei, in denen
manche Länder auf unseren Märkten
Produkte für Milliarden Dollar verkaufen
konnten, während
sie uns
gleichzeitig erklärten, sie seien zu
schwach, um den Verkauf amerikanischer Computer oder Versicherungen
oder anderer wettbewerbsfähiger Produkte und Dienstleistungen auf ihren
Märkten zu gestatten.

Die Tage sind vorbei, in denen
weniger entwickelte Länder die Vorteile der Handelsliberalisierung genießen konnten ohne die Verpflichtung
zu akzeptieren, gleichzeitig ihre eigenen Märkte zu öffnen.
Ein offenes Amerika ist das Beste
für uns und die ganze Welt. Aber die
Welt muß auch für Amerika offen sein.
Um Präsident Bush zu zitieren: "Amerika ist der Markt der Welt gewesen.
Jetzt ist es an der Zeit für die
Welt, unser Markt zu werden."

Die Wettbewerbsfähigkeit
nigten Staaten

der Verei-

Der zweite Bereich betrifft die
Wettbewerbsfähigkeit der Vereinigten
Staaten. Wir können uns nicht selbst
in die Tasche lügen und behaupten, an
unserem Handelsdefizit seien die anderen schuld. Tatsache ist, daß wir
selbst ein gerüttelt Maß dazu beigetragen haben.
Wir haben zugelassen, daß wir auf
den Weltmärkten und in vielen Fällen
sogar auf unserem eigenen Markt von
anderen im Handel übertrumpft wurden.
Bei Innovationen, Investitionen,
Marketing und Preisgestaltung muß die
amerikanische
Industrie mehr tun.
Hervorragende Leistungen und Qualität
müssen die Norm werden - nicht Mittelmaß.

- 2 -

�Wir können es uns nicht leisten,
auf den Weltmärkten preislich unterboten zu werden - das muß aufhören.
Wir können uns keine Position leisten, in der die amerikanische Industrie es versäumt, zusätzliche Kapazitäten für eine Ausweitung der Exportmärkte aufzubauen. Wir können es
uns nicht leisten, kurzfristig Profite zu erzielen und langfristig Märkte
zu verlieren. Die amerikanische Industrie muß lernen, zu tun, was die
anderen tun und alle Hemmnisse beseitigen, um ausländische Kunden zu gewinnen und zu behalten.
Als Handelsminister beabsichtige
ich der Industrie zu helfen und sie
zu drängen, weltweit als ernsthafter
Konkurrent aufzutreten.
In einigen
Bereichen haben wir dabei bedeutende
Fortschritte erzielt. Ich habe vergangene Woche die Automobilausstellung In Chicago besucht und kann Ihnen versichern, daß Qualität ein
Hauptmerkmal unserer Automobilindustrie ist. Der ausländische Konkurrenzdruck hat unser Qualitätsbewußtsein und unsere Effektivität verglichen mit den letzten Jahren erheblich
verbessert.
Aber wir haben gerade erst begonnen. Die amerikanische Industrie muß
doppelt und dreifach an Investitionen, Forschungstätigkeit und ihrem
Bestreben nach hervorragenden Leistungen arbeiten. Aber die Industrie
muß auch die erforderlichen Instrumente erhalten, darunter vielleicht
eine Kartellgesetzgebung, die dem
heutigen Wettbewerbsklima in der Welt
angemessen ist - statt einer Gesetzgebung
die für das erste Viertel
dieses Jahrhunderts gedacht war.
Wenn wir mehr investieren wollen,
müssen wir auch mehr sparen. Die
amerikanische Wirtschaft war bisher
zu sehr von Konsum geprägt, während
die Sparrate unzureichend war. Voriges Jahr betrug die private Spartätigkeit nur 3 Prozent unseres Bruttosozialprodukts - eine Summe, die
schon durch ein fast ebenso hohes
Haushaltsdefizit aufgezehrt wurde.

Wir müssen unser doppeltes Defizit reduzieren, so schmerzhaft das
auch sein mag. Der Schlüssel dazu
ist der von Präsident Bush dem Kongreß zugeleitete Haushalt.
Dialog
und Debatte darüber müssen so bald
wie möglich beginnen.
Die Spartätigkeit in den Vereinigten Staaten muß zunehmen.
Die
Vorschläge des Präsidenten zur Senkung der Kapitalertragssteuer werden
dazu beitragen. Mit einem Zeitrahmen
von drei Jahren wird dies Investoren
zu einer längerfristigen Perspektive
verhelfen und die Zahl der Arbeitsplätze erhöhen sowie Investitionen
und verstärkte Forschungs- und Entwicklungstätigkeit ermutigen.
Präsident Bush hat die Wettbewerbsfähigkeit zu einer seiner vordringlichsten Aufgaben bestimmt. Er
hat Vizepräsident Quayle beauftragt,
einen nationalen Ausschuß für Wettbewerbsfähigkeit zu leiten, und ich
werde eng mit ihm zusammenarbeiten,
um sicherzustellen, daß die amerikanische Wirtschaft das bestmögliche
Umfeld zur Förderung ihrer Wettbewerbsfähigkeit erhält.

Europa 1992
Welchen Stellenwert nimmt Europa
1992 in meinen bisherigen Ausführungen ein? Einen sehr hohen. Die Europäische Gemeinschaft und die Vereinigten Staaten produzieren gemeinsam
zwei Drittel des Bruttosozialprodukts
der westlichen Welt. Europa ist unser größter Kunde und gleichzeitig
unserer größter Konkurrent.
Europa 1992 ist der Versuch der
Europäischen Gemeinschaft, das im
Jahr 1958 definierte Ziel zu verwirklichen - einen Binnenmarkt ohne interne Grenzen zu schaffen. Die EGMitgliedstaaten können große Fortschritte bei dem Versuch verzeichnen,
ihre 12 einzelnen Märkte in einem
Binnenmarkt mit 320 Millionen Einwohnern zu vereinigen.

- 3 -

�Ein
wirtschaftlich
stärkeres,
konkurrenzfähigeres und technologisch
innovatives Europa liegt in unserem
strategischen
und
wirtschaftlichen
Interesse. Ein europäischer Binnenmarkt, zu dem die Welt Zugang hat,
bildet die beste Grundlage für das
Wachstum der weltweiten Wirtschaftstätigkeit und multilateraler Handelskooperation.
Die Position der Bush-Administration ist klar und deutlich. Wir wollen, daß 1992 Erfolg bei der Schaffung eines offeneren, konkurrenzfähigeren Europas hat - ein Europa, das
sowohl der Welt als auch seinen eigenen Ländern geöffnet ist. Und wir
wollen unseren europäischen Partnern
bei der Vollendung dieses Ideals behilflich sein.
In den vergangenen Monaten haben
Experten des Handelsministeriums mit
über hundert Handelsverbänden und
Tausenden einzelner Unternehmen an
einer Analyse der für 1992 vorgeschlagenen Richtlinien gearbeitet.
Die
vorläufige
Schlußfolgerung
lautet, daß die Mehrzahl dieser
Richtlinien die Geschäftsmöglichkeiten in Europa verbesseren werden.
Man ist jedoch auch der Überzeugung,
daß die Vorschläge der EG in einigen
Bereichen den Marktzugang für amerikanische Unternehmen einengen könnten, die damit im Vergleich zu europäischen Firmen im Nachteil wären.
Dies sind die Bereiche, an denen wir
mit unseren europäischen Partnern arbeiten müssen.
Die Führungskräfte aus Industrie
und Wirtschaft, mit denen ich gesprochen habe, teilen die Ansicht, daß
zwar gewisse Probleme bestehen, die
Vorschläge der EG wahrscheinlich jedoch die Marktchancen für amerikanische Untenehmen erweitern werden und zwar für Exporteure wie Investoren.
Regierungsexperten und Unternehmer teilen jedoch auch Bedenken, daß
- 4

kleinkarierte Nationalinteressen die
Liberalisierung
der
europäischen
Märkte verzögern können und besondere
Interessengruppen versuchen werden,
nicht der EG angehörigen Ländern die
Errungenschaften von 1992 zu verweigern.
Warum haben wir diese Bedenken?
Weil die Auswirkungen von 1992 nicht
nur in der Erarbeitung von Richtlinien,
sondern
deren
Durchführung
liegt. Aus diesem Grund wird es noch
Jahre dauern, bis wir wissen, wie das
Europa von 1992 gestaltet sein wird.
In Wirklichkeit befürworten viele
Europäer offenere Märkte nicht uneingeschränkt.
Einige europäische Unternehmen waren daran gewöhnt, daß
ihre mangelnde Effizienz von ihren
Regierungen gedeckt wurde. Das ist
in der Tat der Hauptgrund, warum es
der Europäischen Gemeinschaft in den
ersten 30 Jahren ihres Bestehens
nicht gelungen ist, einen Binnenmarkt
zu schaffen.
In gewisser Weise steht 1992 für
eine Verlagerung der Einstellung der
Mehrheit - weg vom Protektionismus,
hin zur Offenheit - zu einer Risikobereitschaft, daß diese Offenheit
funktionieren wird.
Aber es gibt
noch immer eine nicht unerhebliche
Minderheit, die versuchen wird, ihre

protektionistischen
Maßnahmen
aufrechtzuerhalten oder zu verstärken.
Die Verwirklichung
von Europa
1992 wird das alltägliche Gleichgewicht dieser Kräfte widerspiegeln.
Wir können nicht davon ausgehen, daß
die Kräfte des freien Handels bei jedem dieser Geplänkel den Sieg davontragen werden. Obwohl ich keine "Festung Europa" vorhersehe, wäre es
dennoch naiv zu glauben, daß es nicht
hier und da einige "Bollwerke" geben
wird. Wo immer wir diesen begegnen,
müssen wir an deren Abbau arbeiten.
Wir haben die Absicht, einen zusätzlichen Dialog zwischen der EG und
amerikanischen
Geschäftsinteressen
herbeizuführen. Unser Ziel ist, ei-

�nen substantiellen Informationsaustausch zur Verfügung zu stellen.
Was innerhalb der EG geschieht,
kann tiefgreifende Auswirkungen auf
uns sowie unsere Handels- und Investitionsinteressen haben. Teile des
Progamms für 1992 sind im übrigen bereits verwirklicht. Wir können nicht
darauf warten, daß Bestimmungen schon
hieb-und stichfest formuliert sind,
bevor wir unsere Bedenken zur Sprache
gebracht haben. Meiner Ansicht nach
gibt es drei wichtige Komponenten,
die wir ansprechen müssen:
Erstens müssen wir Europa versichern, daß wir unser Engagement für
offene Märkte aufrechterhalten und
intensivieren werden. Wir werden die
im Handelsgesetz verankerte Befugnis
nicht zur Abschottung unserer Märkte
verwenden, sondern vielmehr dazu beitragen, die Märkte weltweit zu öffnen. Darüber hinaus müssen wir mit
Europa zusammenarbeiten, um einen
scheueren und weniger kontroversen
Weg zur Lösung unserer Handelskonflikte zu finden.
Zweitens müssen wir unsere Verpflichtung zur Uruguay-Runde erneuern
und entsprechendes Engagement von der
Europäischen
Gemeinschaft
fordern.
Auch wenn die EG von ihren Bemühungen
zur Schaffung
eines Binnenmarktes
noch so sehr in Anspruch genommen
sein mag, darf sie sich nicht aus der
Uruguay-Runde zurückziehen.
Und drittens müssen wir die EG in
einen erweitertet! konstruktiven Dialog auf allen Ebenen einbinden. Wenn
wir Probleme haben, müssen wir diese
zur Sprache bringen und Lösungen anstreben.
Wir haben beispielsweise
eindeutig klargestellt, daß wir nicht
bereit sind, ein EG-Konzept der "Gegenseitigkeit" zu akzeptieren, das
die Prinzipien der nationalen Eigenständigkeit und Nichtdiskriminierung
verletzt, die die Grundfesten von internationalem Handel und Investitionen sind.
Als

Fürsprecher

amerikanischer

Unternehmen
in der Administration
werde ich mich in diesem erweiterten
Dialog für industriebezogene und andere Themen wie die Normentwicklung,
-erprobung
und -genehmigung sowie
Einzelprobleme von Industrieunternehmen engagieren.
Ich habe einen Sitz am Tisch zumindest als Beobachter - befürwortet. Darunter verstehe ich, daß amerikanische Unternehmen über Fortschritte - insbsondere im Hinblick
auf Normenentwicklung - auf dem laufenden gehalten werden.
Als Mitglieder der Administration
werden wir alle die lebenswichtigen
amerikanischen
Geschäftsinteressen
durch regelmäßige Treffen mit unseren
Amtskollegen in der EG zur Sprache
bringen.
Der erste Bereich, in dem dies
vonnöten ist, betrifft die Normenentwicklung
Die europäischen Regionalbehörden wie der Europäische Normenausschuß (CEN) und der europäische
Koordinierungsausschuß für elektrotechnische Normen (CENELEC) setzen
EG-Richtlinien in Hunderte von technischen Normen um.
Dieses Verfahren verschafft jedoch nicht die angemessene Transparenz oder Möglichkeiten für amerikanische Firmen, konstruktive Kommentare abzugeben.
Amerikanische Unternehmen sind besorgt, das Verfahren
könne von einzelnen europäischen Produzenten zur Entwicklung außergewöhnlicher Normen verwendet werden, die
ihre eigenen Produzenten bevorzugen.
Die Vereinigten Staaten verfechten sehr offene Normenverfahren und
meiner Ansicht nach sollten die europäischen Normenausschüsse amerikanischen Unternehmen entsprechenden Zugang zu ihren Verfahren gewähren.
Verbesserung der Offenheit bei
den europäischen Normen sowie deren
Erprobung und Genehmigung liegt im
Interesse von europäischen wie außereuropäischen Unternehmen.
Ich bin

- 5 -

�ferner der Auffassung, daß noch ein
langer Weg zurückzulegen sein wird,
um amerikanische Firmen davon zu
überzeugen, daß Europa nicht zur "Festung" wird.
Ich werde sowohl mit dem Normenausschuß für den Privatsektor als
auch mit der amerikanischen Geschäftswelt eng zusammenarbeiten, um
die besten Mittel und Wege für ein
gesteigertes
Engagement
amerikanischer Interessen zu erarbeiten. Und
ich beabsichtige, die EG-Kommission
und die europäischen Regierungen und
Normengruppen zu konsultieren, um die
Transparenz dieses Verfahrens zu verbessern.
Schlußfolgerung
Zusammenfassend möchte ich Ihnen
versichern, daß das Handelsministerium zur Unterstützung bereit ist. Ich
habe Europa 1992 mit die höchste Prioritäten eingeräumt, über 6 000 amerikanische Unternehmen haben sich bereits mit dem Handelsministerium in
Verbindung gesetzt und um Informationen und Unterstützung nachgesucht.
Angehörige des Ministeriums haben
über 50 000 Kopien einzelner EGRichtlinien an amerikanische Unternehmen verschickt.
Wir entwerfen ein erweitertes
Programm zur Förderung des Handels
und Unterstützung von Unternehmen,
und zwar über das Handelsministerium
in Washington und über die regionalen
Niederlassungen im ganzen Land. Die
bei dieser Konferenz zur Verfügung
gestellten Broschüren informieren Sie
darüber, wie Sie diese Dienste in Anspruch nehmen können.
Ich ermutige Sie dazu - denn 1992
steht vor der Tür. Und zwar für die
Unternehmen, die vorbereitet sind wie
für diejenigen, die es nicht sind.
Ich fordere Sie auf, zur der ersten
Gruppe zu gehören.
Abschließend möchte ich den amerikanischen
Unternehmen
empfehlen,
bereits heute für Europa 1992 zu pla-

nen, denn es ist genau das, was Ihre
Konkurrenz macht.
Es ist ein Fehler, sich aus
Furcht vor einer "Festung Europa" zurückzuziehen. Die meisten der durch
Europa 1992 geschaffenen Möglichkeiten stehen amerikanischen Unternehmen
zur Verfügung - den kleinen wie den
großen. Ich bin zuversichtlich, daß
- wo immer es Probleme geben mag sie bewältigt werden können.

* * * * *

�AMERIKA DIENST
Dokumentation
1. März 1989

HILLS ZUR US-HANDELSPOLITIK 1989
- Erklärung der amerikanischen Handelsbauftragten vor dem Senat WASHINGTON - (AD) - Der amerikanischen Handelsbeauftragten Carla Hills zufolge mißt die Bush-Administration im Bereich des Handels der Uruguay-Runde
multilateraler Verhandlungen im Jahr 1989 höchste Priorität bei, betont jedoch
gleichzeitig auf den Abbau unfairer Handelshemmnisse in den vom Handelsgesetz
des Jahres 1988 umrissenen Bereichen.
In ihrer Ansprache vor dem Haushaltsuntersausschuß des Senats für Handelsfragen am 28. Februar 1989 erklärte Hills, die Vereinigten Staaten würden auch wenn sie einen multilateralen Ansatz beim Handel verfolgen - nicht dehalb
ihre bilateralen Aktionen gegen unfaire Handelspraktiken einstellen, weil solche Praktiken die Atmosphäre der Uruguay-Runde "vergiften" würden.
Nachfolgend veröffentlichen wir die Erklärung der Handelsbeauftragten im
Wortlaut.
Herr Vorsitzender,
verehrte Ausschußmitglieder,
es ist mir eine große Ehre und
ein Vergnügen, heute in dieser Runde
die Tagesordnung unserer nationalen
Handelspolitik für das kommende Jahr
erörtern zu können. Wie im Handelsgesetz des Jahres 1988 festgelegt,
muß unsere handelspolitische Tagesordnung dem Kongreß jeweils bis zum
1. März vorgelegt werden. Bei der
Vorbereitung dieser Tagesordnung haben wir den Rat des Kongresses, anderer Exekutivorgane sowie unserer Beratungsausschüsse für den Privatsektor eingeholt. Es wird eine Gemeinschaftsaktion von Kongreß, Administration und Privatsektor erforderlich sein, um eine nationale Tagesordnung erstellen und durchführen zu
können, die gleichzeitig den Wohl-

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stand des amerikanischen Volkes und
unsere Wettbewerbsfähigkeit fördert.
Es steht außer Frage, daß wir uns
in der Handelspolitik mit großen Herausforderungen
konfrontiert
sehen.
Unser Außenhandelsdefizit ist - obwohl es nicht mehr Rekordhöhen erreicht - immer noch zu hoch. Das
multilaterale
Handelssystem
bedarf
unbedingt
der
Modernisierung:
Schlüsselbereichen der Wirtschaftstätigkeit wird unsachgemäß oder überhaupt nicht Rechnung getragen. Zu
viele Länder haben ihre Märkte abgeschottet.
Unsere Handelspolitik allein kann
all diese Probleme nicht lösen. Ein
Großteil des Defizits ergibt sich aus
makroökonomischen Faktoren. Der Ab-

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�bau
ausländischer
Handelshemmnisse
wird uns Exportchancen eröffnen, aber
wir müssen sicherstellen, daß unsere
Produkte und Dienstleistungen wettbewerbsfähig sind, damit wir diese
Chance gewinnbringend nutzen können.
Dies bedingt, daß wir unsere Bildungs-, Technologie-, Verteidigungs-,
Steuer- und Geldpolitik so in den
Griff bekommen, daß sie unsere Handelspolitik positiv beeinflussen.
Unsere handelspolitische Tagesordnung für dieses Jahr ist ehrgeizig. Ich werde in meinen Ausführungen nicht versuchen, alle in unserem
schriftlichen
Bericht
aufgezählten
Punkte
anzusprechen.
Ich
möchte
vielmehr einige wenige wichtige Themen hervorheben, obwohl ich gerne bereit bin, Fragen zu allen Bereichen
der Tagesordnung zu beantworten.
Ich werde meine heutigen Ausführungen auf drei Bereiche konzentrieren:
die
Runde

Verhandlungen

der

Uruguay-

unseren Ansatz bei der Verabschiedung und Durchführung von Richtlinien und Vollmachten des Handelsgesetzes aus dem Jahr 1988, und
Probleme bei der Erarbeitung eines koordinierten Ansatzes zur Durchführung unserer Tagesordnung.

Die Uruguay-Runde
Die Uruguay-Runde nimmt eindeutig
höchste Priorität auf unserer handelspolitischen Tagesordnung für dieses Jahr ein. Unsere generellen Ziele bei diesen Verhandlungen lauten
folgendermaßen:
Erarbeitung einer multilateralen
Reform der Agrarpolitik,
Erweiterung und Verbesserung des
GATT durch zusätzliche Regelungen bei
neuen Problembereichen wie geistigem
Eigentum, handelsbezogenen Investiti-

onen und Dienstleistungen, die für
unsere Wirtschaft unabdingbar sind,
Abbau ausländischer Handelshemmnisse für amerikanische Exporte von
Gütern und Dienstleistungen, und
Verbesserung
und
Stärkung der
Glaubwürdigkeit
unseres
Handelssystems durch Erörterung der wachsenden
Probleme der Integration von Entwicklungsländern in die Handelssysteme,
der Subventionen sowie Verbesserung
der Vorschriften für Sicherungsklauseln oder Importerleichterungen für
fairen Warenhandel.
Ich habe die Absicht, unsere Ziele angesichts der erwartungsgemäß
harten Verhandlungen mit den anderen
Ländern vehement zu verfolgen.
Das Fundament für durchgreifende
Verhandlungen ist gelegt. Das Ministertreffen in Montreal vom vergangenen Dezember hat zu Absprachen bezüglich des Verfahrens in den 11 der 15
Verhandlungsgruppen der Uruguay-Runde
geführt. Für die angesprochenen Bereiche haben diese Absprachen den
meisten unserer Ziele entsprochen.
Insbesondere haben wir beachtliche
Fortschritte in folgenden Bereichen
erzielt:
Dienstleistungen: Die Ergebnisse
der mittelfristigen Bilanz werden die
Verhandlungen
eines
multilateralen
Abkommens über den Handel mit Dienstleistungen beschleunigen. Damit wird
ein toter Punkt in den Verhandlungen
bezüglich der Frage überwunden, wie
mit den Verhandlungen über ein Rahmenabkommen zur Abdeckung einzelner
Sektoren begonnen werden kann. Die
Schlüsselthemen
der
Verhandlungen
sind ausgemacht, einschließlich nationaler
Behandlung,
Transparenz,
Nicht-Diskriminierung, Meistbegünstigungsklauseln und Marktzugang bis hin
zur Schaffung neuer Märkte.
1989
wird zum entscheidenden Jahr für die
Verhandlungen über Dienstleistungen die Arbeit wird intensiviert, damit
bis Ende des Jahres Einigung über einen ersten Entwurf eines Abkommens

�erzielt werden kann.

Abkommen zu erzielen.

Institutionelle
Rahmenbedingungen:
Die Funktionsweise des GATT
wurde durch einige Verfahrensverbesserungen bei der Beilegung von Konflikten wirksamer gemacht sowie durch
Einigung auf erweiterte Überwachung
der Handelspolitik aller Vertragspartner. Ein erster Schritt wurde in
Richtung auf verbesserte Zusammenarbeit zwischen dem GATT und internationalen Finanzbehörden gemacht, indem ein Bericht zum jeweiligen Thema
vor Beendigung der Verhandlungen zur
Bedingung gemacht wurde.

Die Vereinigten Staaten haben gemeinsam mit einer Reihe von Befürwortern um einen Verhandlungsrahmen für
ein umfassendes GATT-Abkommen über
handelsbezogenes geistiges Eigentum
gekämpft. Wir haben Vorschläge zurückgewiesen, die sich mit vagen,
doppeldeutigen Lösungen zufriedengeben, mit denen die ohnehin schon komplizierten Verhandlungen nur noch
verfahrener geworden wären.

Marktzugang: Wir haben uns auf
die Aushandlung von Rahmenbedingungen
geeinigt, anhand derer wir über den
Marktzugang auf der Grundlage von Angebot und Nachfrage verhandeln können. Damit können wir einen integrierteren Ansatz anwenden, um sicherzustellen,
daß
nichttarifäre
Hemmnisse unseren Exporten nicht im
Wege stehen, wenn bestimmte Zölle
einmal abgebaut worden sind.
Unsere unmittelbare Aufgabe besteht jedoch darin, die in Montreal
offen gelassenen Probleme zu lösen:
Landwirtschaft, geistiges Eigentum,
Sicherungsklauseln und Textilien. In
Montreal war man sich einig, daß diese Probleme bis 5. April gelöst sein
sollten, wenn der die Verhandlungen
überwachende Handelsausschuß erneut
in Genf zusammenkommt.
Ich möchte
kurz auf die Hauptprobleme eingehen.
Die Vereinigten Staaten streben
nach wie vor einen Verbandlungsrahemn
für ein Agrarabkommen an, der zu einer
tiefgreifenden
Reform
führen
wird, indem handelsverzerrende Subventionen und protektionistische Maßnahmen abgebaut werden.
Da andere Länder in Montreal allen voran die EG - noch nicht bereit waren, einen Rahmen zu akzeptieren, der uns in diese Richtung führen
würde und da wir wiederum nicht zu
Abstrichen bereit waren, einigten wir
uns auf einige weitere Monate, um ein

Eine stetig wachsende Zahl anderer Länder teilt unser Ziel eines Abkommens über geistiges Eigentum, das
die Verpflichtung
zu maßgeblichen
Normen sowie deren Durchsetzung - sowohl im Inland als auch an der Grenze
-, einschließlich geistiges Eigentum
betreffender überarbeiteter Verfügungen über nationale Behandlung und
Transparenz sowie Bestimmungen über
Schlichtungsverfahren.
Die anderen beiden, seit Montreal
noch offenen Probleme betreffen einigermaßen
komplexe
Themenbereiche:
Textilien
und
Sicherungsklauseln.
Unser für April gesetztes Ziel besteht darin, in Anlehnung an die Uruguay-Runde Einigung über einen Verhandlungsrahmen zu erzielen. Während
wir davon ausgehen, daß die Verhandlungen nach April langwierig und äusserst schwierig sein werden, wird es
uns meiner Ansicht nach gelingen, uns
in diesen beiden Bereichen auf einen
Verhandlungsrahmen zu einigen, der
die Probleme und Verhandlungen der
kommenden 18 Monate nicht nachteilig
beeinflußt.
Die in Montreal vereinbarten Rahmenbedingungen sind vorbehaltlich einer Einigung über die vier verbleibenden Bereiche "auf Eis gelegt".
Obwohl in Genf keine "formellen"
Treffen
der
Verhandlungsgruppen
stattgefunden haben, einigten sich
alle Delegationen darauf, die Fristen
der
Montrealer
Verhandlungsrahmen
einzuhalten. Anlaß dazu ist die Annahme, daß wir unsere Differenzen bei
diesen vier noch ausstehenden Themen

- 3 -

�beilegen werden.
Ferner hat GATT-Generaldirektor
Dunkel in Genf mit den Delegationen
daran gearbeitet, diese vier verbleibenden Bereiche aus der Sackgasse
herauszuführen.
Seit Montreal ist
der Genfer Verhandlungsprozeß in einer konstruktiven Atmosphäre vorangekommen, für ein Fazit ist es jedoch
noch zu früh. Zweifelsohne besteht
eine Hauptschwierigkeit in den anhaltenden Differenzen zwischen den Vereinigten Staaten und der EG im Agrarbereich.
Als
Landwirtschaftsminister
Yeutter und ich vor zwei Wochen mit
unseren Amtskollegen in der EG zusammenkamen, sprachen wir über Landwirtschaft und die Uruguay-Runde.
Die
Gespräche waren nützlich - es ist uns
jedoch noch immer nicht gelungen, Einigung über die Richtung und Zielsetzung langfristiger multilateraler Reformen in der Landwirtschaft zu erzielen. Wir waren uns einig, daß das
Risiko zu groß und die Uruguay-Runde
zu wichtig ist, um sie schleifen zu
lassen.
Landwirtschaftsminister
Yeutter und ich werden nach Brüssel
reisen, um diese Gespräche mit unseren Amtskollegen in der EG am 10.
März wiederaufzunehmen.
In der Zwischenzeit werden weiterhin vorbereitende Treffen auf Arbeitsebene
stattfinden.
Bis Ende
März werde ich nahezu alle wichtigen
Teilnehmer der Landwirtschaftsgespräche getroffen oder zumindest mit ihnen gesprochen haben. Ich bin nicht
bereit, fundamentale Interessen der
Fortsetzung der Runde halber aufs
Spiel zu setzen. Meiner Ansicht nach
sind jedoch nahezu alle Länder zum
ErfoLg entschlossen, dank dem die
Runde Fortschritte machen kann ohne
wesentliche Ziel aufgeben zu müssen.
Im Inland treffen wir mit unseren
Beratern zusammen, um unsere Positionen zu entwickeln und zu verfeinern
sowie die Vorschläge anderer Länder
zu überarbeiten.
Auf allen Regierungsebenen finden Treffen statt.

Mein Stab steht in ständigen Konsultationen mit Mitarbeitern des Kongresses, so daß wir alle voll in die
Verhandlungen einsteigen können, sobald der 1. April verstrichen ist.

Bilaterale Initiativen
Diese Administration ist dem Abbau von Schranken gegen den Export
amerikanischer Güter und Dienstleistungen verpflichtet.
über unsere
multilateralen Bemühungen in der Uruguay-Runde hinaus werden wir in energischer
und
verantwortungsbewußter
Weise auf dem Wege bilateraler Konsultationen und Verhandlungen die Beseitigung von Hemmnissen durch unsere
Handelspartner anstreben. Zu diesen
Bemühungen werden Verhandlungen über
bilaterale Abkommen zum Abbau formaler und nichtformaler Schranken gegen
die Ausfuhr amerikanischer Güter und
Dienstleistungen auf die wichtigsten
Märkte in Übersee gehören. Ich möchte dem Ausschuß gegenüber drei unserer wichtigsten bilateralen Anliegen
für das kommende Jahr erläutern: Die
Verwirklichung unserer kürzlich vereinbarten
Freihandelsabkommen,
der
EG-Binnenmarkt des Jahres 1992 und
Japan.
Freihandelsabkommen:
Wir werden
weiterhin an der wirksamen Umsetzung
unserer Freihandelsabkommen mit Kanada und Israel arbeiten, in denen sich
die besonderen wirtschaftlichen, handelspolitischen und sonstigen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und diesen beiden Ländern widerspiegeln.
Vorigen Monat begleitete ich Präsident Bush nach Ottawa, wo ich mit
Minister Crosbie nützliche Gespräche
über die wichtigsten Fragen unserer
bilateralen Tagesordnung mit Kanada
geführt habe.
Die Umsetzung des
Freihandelsabkommens mit Kanada steht
dabei eindeutig an erster Stelle.
Minister Crosbie und ich haben uns
darauf geeinigt, am 13. März das erste Treffen der von uns geleiteten
Handelskommission abzuhalten. Obwohl

- 4 -

�wir bei der Verwirklichung dieses
neuen Abkommens noch eine Reihe von
Anfangsproblemen zu bewältigen haben,
war der Beginn meines Erachtens vielversprechend.
Außer einer durchgreifenden Liberalisierung des Handels zwischen den
Vereinigten
Staaten
und
Kanada
schafft das Freihandelsabkommen einen
neuen wichtigen institutionellen Rahmen zur Lösung von Streitfällen und
für weitere Verhandlungen über die
noch verbleibenden bilateralen Handelsprobleme.
Wir
möchten
diese
durch das neue Abkommen eröffneten
Möglichkeiten in enger Konsultation
mit dem Kongreß und dem Privatsektor
nutzen.
In bezug auf das Abkommen zwischen Israel und den Vereinigten
Staaten ist festzustellen, daß wir
trotz einer Reihe von seit 1985 aufgetretenen Durchfuhrungsproblemen in
der Lage waren, diese überwiegend auf
dem Verhandlungsweg zu lösen. Wir
werden uns weiterhin dafür einsetzen,
die erfolgreiche Verwirklichung dieses Abkommens sicherzustellen.
Die Europäische Gemeinschaft und
1992: Eine weitere von uns vordringlich verfolgte Angelegenheit ist die
EG-Initiative für 1992. Das Drängen
der EG auf Schaffung eines gemeinsamen Binnenmarkts bis 1992 bietet amerikanischen
Unternehmen
Aussichten
auf bedeutende neue Chancen im Handel, falls dieses Vorhaben ohne Diskriminierung umgesetzt wird.
In einigen Bereichen könnten die
Vorschläge zur Förderung der europäischen Integration jedoch potentiell
legitimen amerikanischen Wirtschaftsinteressen in der EG zuwiderlaufen.
Um uns gegen diese möglicherweise negativen Folgen zu wappnen, werden wir
die Initiativen innerhalb der Gemeinschaft sorgfältig beobachten und eine
wirksame politische Antwort auf solche EG-Maßnahmen entwickeln, die eine
unfaire
Diskriminierung
amerikanischer Exporteure und Investoren darstellen. In dieser Frage wird der

Regierung der Vereinigten Staaten das
ganze Instrumentarium der amerikanischen Handelsgesetzgebung zur Verfügung stehen.
Japan: Das enorme bilaterale Defizit in unserem Handel mit Japan
bietet sicherlich Anlaß zur Besorgnis.
Die Reagan-Administration hat
beim Abschluß von Abkommen mit Japan
zur Reduzierung der formalen Handelsschranken Fortschritte erzielt, aber
es bleibt sicherlich noch viel zu
tun. Ich habe keine Patentrezepte,
aber ich bin doch der Ansicht, daß
die Zeit halbherziger Lösungen, die
nie zum Erfolg führen, vorüber ist.
Im vergangenen Monat erhielt ich einen wichtigen Bericht von der Arbeitsgruppe Japan unseres privatwirtschaftlichen Rats für Handelspolitik
und Verhandlungen. Der Bericht liefert eine wirtschaftliche Analyse unserer Handelsbeziehungen mit Japan
und spricht Empfehlungen für die Verbesserung dieser Beziehungen aus.
Dieser Bericht, der von uns gegenwärtig sorgfältig geprüft wird, kommt zu
einem wichtigen Zeitpunkt der Bewertung unserer Handelspolitik mit allen
unseren bedeutenden Handelspartnern
im Licht des Handelsgesetzes von
1988. Ich habe die Gruppe zur Überprüfung unserer Handelspolitik aufgefordert, unsere Handelspolitik in bezug auf Japan auf der Grundlage dieses Berichts und der Konsultationen
mit unseren Beratern im Hinblick auf
unsere anderen Handelspartner in der
Pazifikregion zu untersuchen.

Die Anwendung des Allgemeinen Handels- und Wettbewerbsfähigkeitsgesetzes
Um die Ziele unseres handelspolitischen Programms zu erreichen, müssen wir das gesamte, uns vom Allgemeinen Handels- und Wettbewerbsfähigkeitsgesetz des Jahres 1988 zur Verfügung
gestellte
Instrumentarium
kreativ nutzen und all die Rechte und
Möglichkeiten vollständig ausschöpfen, die uns gemäß den von den Vereinigten Staaten unterzeichneten inter-

- 5 -

�nationalen Abkommen eingeräumt werden.
Unser strategisches Ziel ist
die Öffnung von Märkten, nicht deren
Abschottung, die Schaffung eines stetig wachsenden internationalen Handelssystems auf der Grundlage gleicher und durchsetzbarer Regeln.
Die durch das Gesetz von 1988
verliehene Verhandlungsvollmacht wird
natürlich entscheidend für die Verhandlungen im Rahmen der Uruguay-Runde sein. Wir werden uns ferner um
Initiativen zur Öffnung der Telekommunikationsmärkte bemühen, ein Thema,
zu dem ich Ihnen unlängst einen Bericht zugeleitet habe. Mein Amt wird
ferner seine normalen Bemühungen zur
Lösung von Handelsproblemen in allen
Bereichen und mit allen unseren Handelspartnern fortsetzen.
Das
politische
Hauptaugenmerk
wird sich gegenwärtig jedoch auf den
im Gesetz von 1988 abgeänderten Abschnitt 301 richten. Ich werde mich
mit Ihnen bei der Festlegung unserer
Prioritäten für Verhandlungen in Verfahren gemäß "Super 301" und über die
besonderen unter 301 vorzunehmenden
Schritte zum Schutz der Rechte an
geistigem Eigentum beraten. Wir werden ferner energisch die Ermittlungen
im Rahmen unserer gegenwärtigen Tagesordnung nach 301 fortsetzen - sowohl die von uns eingeleiteten wie
auch die auf Petitionen privater Parteien beruhenden.
"Super 301": Ich betrachte das
Verfahren gemäß "Super 301" als hervorragende Gelegenheit für uns, um zu
bestimmen, wo wir unsere Bemühungen
in den kommenden zwei Jahren konzentrieren sollten und wo wir Abschnitt
301 am wirksamsten einsetzen können.
Wir nehmen zur Zeit eine quantitative
Einschätzung der Vorteile beim Abbau
verschiedener ausländischer Handelsschranken vor, um die Prioritäten
festzulegen. Wir werden uns vornehmlich Bereichen widmen, in denen wir
das größte Ausfuhrpotential haben.
Der
Quantifizierungsprozeß
ist
nicht leicht, aber wir haben uns das

Fachwissen anderer Behörden und unserer Berater aus der Privatwirtschaft
zunutze gemacht, um diese Aufgabe zu
erfüllen.
Der behördenübergreifende
301-Ausschuß hat begonnen, die erforderliche
Analyse
dieser
Handelsschranken vorzunehmen, und wir werden
uns eingehend mit Ihnen beraten, wenn
wir im Mai an die Erstellung der endgültigen Prioritätenliste gehen.
"Special 301": Ich unterstütze
energisch die hohe Dringlichkeitsstufe, die dem Schutz geistigen Eigentums vom Kongreß, von der Regan-Administration und von der Privatwirtschaft eingeräumt wurde.
Von Amts
wegen eingeleitete Verfahren gemäß
Abschnitt 301 können ein wirksames
Mittel sein, um verbesserten Schutz
und eine bessere Durchsetzung der
Rechte an geistigem Eigentum zu erlangen.
Abschnitt 301 kann jedoch
nicht unser einziges Instrument sein,
und wir werden weiterhin parallel zueinander unsere bilateralen Bemühungen und die multilateralen Verhandlungen innerhalb der Uruguay-Runde
fortsetzen.
Das reguläre Programm unter 301:
Gegenwärtig beschäftigen wir uns aktiv mit einem Dutzend Fällen unter
301. In einigen dieser Fälle streben
wir immer noch die Schlichtung durch
das GATT an, in anderen stehen wir in

bilateralen Verhandlungen, und in einigen beobachten wir weiterhin die
Ergebnisse von Schlichtungsabkommen
oder von Maßnahmen, die nach Abschnitt 301 getroffen wurden. In all
diesen Fällen beabsichtige ich, die
uns von Abschnitt 301 verliehenen
Druckmittel einzusetzen, um unfaire
Handelspraktiken des Auslands abzubauen.
Ich habe Ihnen die neueste
Tabelle solcher Fälle vorgelegt, die
den gegenwärtigen Stand widerspiegelt, und ich werde Ihnen schon bald
den Halbjahresbericht zu Abschnitt
301 vorlegen, der die zweite Hälfte
des Jahres 1988 behandelt.

Koordinierung der verschiedenen Elemente unseres Programms:

- 6 -

�In meiner Rede und in unserem
schriftlichen Bericht habe ich unter
verschiedenen Überschriften eine Reihe von Fragen angesprochen. Es ist
angemessen, hier einige weitere Anmerkungen zur Notwendigkeit zu machen, unsere Maßnahmen und Handlungen
zu koordinieren, um einander auf
bestmögliche Weise zu unterstützen.
Die uns von Abschnitt 301 verliehenen
Instrumente können und sollten z. B.
wichtige Druckmittel bei den von uns
in der Uruguay-Runde verfolgten Zielsetzungen liefern. In der UruguayRunde streben wir nicht Abkommen um
ihrer selbst willen an, sondern die
Öffnung ausländischer Märkte und die
Stärkung der wirtschaftlichen Vorteile für die Vereinigten Staaten.
Die Koordinierung der politischen
Maßnahmen wird nicht immer leicht
sein, es werden schwierige Entscheidungen zu treffen sein. Im weitesten
Sinne werden wir - wenn ich dazu noch
einmal die bei der Anhörung zu meiner
Bestätigung
benutzte
Formulierung
verwenden darf - zu entscheiden haben, wann wir das Zuckerbrot und wann
die Peitsche einsetzen. Wir dürfen
nicht der Versuchung erliegen, alle
Maßnahmen gegen unfaire Handelspraktiken deswegen einzustellen, weil sie
in der Uruguay Runde "die Atmosphäre
vergiften". Andererseits werden wir
unser Ziel der Marktöffnung nicht dadurch erreichen, daß wir unsere eigenen Märkte gegenüber anderen Ländern
abschotten.
Wir müssen die Tatsache akzeptieren, daß es bei den von uns getroffenen Entscheidungen häufig zu Abwägungen kommen wird. Das bedeutet, daß
unser Entscheidungsfindungsprozeß die
sorgfältige Erwägung der Optionen und
die Berücksichtigung der Ratschläge,
die wir vom Kongreß und der Privatwirtschaft
erhalten,
einschließen
muß.
Wir dürfen jedoch nicht vor
Entscheidungen deshalb zurückschrekken, weil sie einen Preis haben.
Ein anschauliches Beispiel dafür
ist der jüngste Streit über Brasiliens Verweigerung eines Patentschut-

zes für Arzneimittel und Feinchemikalien. Nachdem wir uns jahrelang auf
beiden Seiten um die Lösung dieses
Problems bemüht haben, sind wir zu
dem Schluß gelangt, daß wir Gegenmaßnahmen im Sinne von Abschnitt 301 ergreifen müssen. Es stellte sich die
Frage nach der Art der Schritte.
Nach sorgfältiger Überlegung haben
wir beschlossen, daß Maßnahmen im Bereich des geistigen Eigentums im Falle
Brasiliens
kein
angemessenes
Druckmittel wären.
Wir haben entschieden, daß Beschränkungen von Warenimporten aus Brasilien die wirkungsvollste Maßnahme wäre.
Brasilien hat gerade unsere Vergeltungsmaßnahmen im Rahmen des GATT
angefochten und behauptet, diese seien unvereinbar mit den von den Vereinigten Staaten im GATT eingegangenen Verpflichtungen. Wir haben darauf geantwortet, daß Brasiliens Anschuldigungen in diesem Fall nicht
das zentrale Problem treffen: Brasiliens fehlenden Patentschutz für Arzneimittel und Chemikalien, fehlende
internationale Vorschriften und einen
internationalen Schlichtungsmechanismus zum Schutz gegen diese unfairen
Handelspraktiken. Darüber hinaus haben wir darauf verwiesen, daß wir die
Vergeltung nicht aufheben können und
dies auch nicht wollen, ohne daß Brasilien Patentschutz für Arzneimittel
und
Feinchemikalien
verfügt.
Schließlich haben wir Brasilien und
anderen mit dem Land sympathisierenden Vertragspartnern im GATT gegenüber erklärt, man möge sich keinen
Illusionen darüber hingeben, daß ein
GATT-Ausschuß diese Angelegenheit so
einfach lösen kann, indem er Brasiliens Verstöße gegen die bestehenden
GATT-Vorschriften
untersucht.
Wir
haben in diesem Fall die Welt darüber
unterrichtet, daß wir keine den Handel einschränkenden Maßnahmen ausschließen werden, die notwendig werden könnten, um auf den Diebstahl
amerikanischen geistigen Eigentums zu
reagieren.
Ich glaube fest daran, daß wir in
diesem Fall den richtigen Kurs ein-

- 7 -

�schlagen. Hätten wir lieber auf eine
Konfrontation
im GATT verzichtet?
Sicherlich. Wir werden der Beseitigung unfairer Praktiken durch ein Abkommen eindeutig den Vorzug geben.
Wo dies nicht möglich ist, sollten
wir meiner Ansicht nach ein Druckmittel finden, das wirkungsvoll ist und
uns nicht in GATT-Streitigkeiten verwickelt. Aber wenn keine andere wirkungsvolle Maßnahme greift, müssen
wir bereit sein, unsere Prinzipien zu
verteidigen und angesichts der eklatant unfairen Maßnahmen zu unseren
Schritten stehen, auch wenn diese im
GATT Kontroversen hervorrufen.

Zusammenfassung
Ein nationales Programm für die
Handelspolitik kann nicht isoliert
von internationalen Entwicklungen im
Welthandel erstellt werden.
Unser
Programm für das nächste Jahr wird
wahrscheinlich die makroökonomische
Politik, internationale Zusammenarbeit und die steigende Interdependenz
des Welthandels beeinflussen und umgekehrt.
Obwohl die Zielsetzungen der Administration in Zusammenarbeit mit
dem Kongreß und dem Privatsektor erarbeitet worden sind, wird zu ihrer
Verwirklichung auch die Zusammenarbeit mit unseren Handelspartnern erforderlich sein. Obwohl eine Grundlage für diese Zusammenarbeit besteht, erfordert die Erhaltung dieser
Zusammenarbeit den kreativen Einsatz
der uns nach dem amerikanischen Handelsgesetz zur Verfügung stehenden
rechtlichen Mittel.
* * * * *

�AMERIKA DIENST
'/U

"**""

c&amp;

Wissenschaft und Technik

1. März 1989

OZONSCHICHT ÜBER DER NORDHALBKUGEL GEFXHRDET
Erste Ergebnisse einer internationalen Studie in der Arktis

(AD) - Was manche Wissenschafter
vermutet, andere bereits befürchtet
hatten, ist offenbar Realität. Auch
über der Arktis gibt es ein Ozonloch.
Seit Mitte Februar liegen erste, vorläufige Ergebnisse einer großangelegten internationalen Forschungskampagne vor. Sechs Wochen lang, vom 1.
Januar bis 15. Februar 1989, wurden
von Flugzeugen und Bodenstationen aus
sowie mit Instrumenten in Ballonund
Raketensonden Meßdaten aus der Atmosphäre über arktischen Breiten bis
zum Nordpol gesammelt. In die Auswertung, die allerdings bis Ende 1989
dauern dürfte, werden auch die meteorologischen Meßdaten amerikanischer
und europäischer Satelliten aus dem
gleichen Zeitraum einbezogen.
Mehr als 160 Experten aus Nord-

United States Information Service
Embassy of the United States of America

amerika, Mittelund Nordeuropa sowie
der Sowjetunion waren an dieser Gemeinschaftsaktion
beteiligt.
Wie
schon bei einer ähnlichen Studie während der Monate September und Oktober
im vergangenen Jahr zur systematischen Erkundung des Ende der siebziger Jahre entdeckten "Ozonloches"
über der Antarktis sollte nun mit
gleichen Methoden und Instrumenten
die Zusammensetzung
der Hochatmosphäre über der Arktis erforscht werden. Angesichts der hohen Bevölkerungsdichte
und
der
ausgedehnten
Agrarwirtschaft auf der Nordhalbkugel
der Erde muß als Alarmsignal gewertet
werden, daß es trotz der sehr viel
stärkeren atmosphärischen Dynamik in
dieser Region und den nicht ganz so
tiefen Wintertemperaturen
im Vergleich zur Antarktis über dem nördli-

Postfach 20 03 00
D 5300 Bonn 2

Tel.: 0228-339 2035
Telex: 8-85432

�chen Polargebiet im Hochwinter ebenfalls zu einem Ausdünnen der Ozonschicht kommt. Auch in der Arktis
waren die stratosphärischen Polarwolken (in Fachveröffentlichungen meist
nur mit "PSC" bezeichnet) vorhanden,
die sich bei Temperaturen von minus
85 Grad Celsius und darunter bilden
und aus Wassereis und Salpetersäurekristallen, also einer Sauerstoffsäure des Stickstoffs, bestehen.
Daß
sie gemeinsam mit dem aus Fluorchlorkohlenwasserstoffen
(FCWK) freigesetzten Chlor Ozon zerstören, weiß
man erst seit ca. zwei Jahren.
Etwa 90 Prozent des Spurengases
Ozon, einem aus drei Sauerstoffatomen
bestehenden Molekül, sind in der 20
bis 35 km hohen Luftschicht in der
Stratospähre
konzentriert.
Dieses
Ozon hat eine wichtige Schutzfunktion
für alles Leben auf der Erde, weil es
schädliche Anteile aus der Ultraviolettstrahlung der Sonne absorbiert
und so davon abhält, bis zur Erdoberfläche vorzudringen. Sie können beim
Menschen Hautkrebs und Linsentrübung
hervorrufen, zu schweren Pflanzen-,
und sogar Planktonschäden führen und
selbstverständlich auch Tiere gesundheitlich und in ihren Ernährungsmöglichkeiten beeinträchtigen.
Daß die Ozondichte in der Stratosphäre mit der Jahreszeit und dem jeweiligen geographischen Breitengrad
schwankt, ist ein schon seit langem
bekanntes natürliches Phänomem. Daß
Ozon aber zusätzlich von Spurengasen,
die durch menschliche Aktivitäten in
die Atmosphäre gelangen, angegriffen
und zerstört wird, ist jetzt kaum
mehr zu bestreiten. Lange Zeit wehrten sich Industrie und Politiker gegen die Anfang der siebziger Jahre
von zwei amerikanischen Wissenschaftlern aufgestellte Hypothese, daß es
vor allem die in den unteren Luftschichten nichtreaktiven FCKW-Verbindungen seien, die der Ozonschicht in
der Stratospäre schaden. Das Problem
wird dadurch kompliziert, daß im bodennahen Bereich, innerhalb der Troposphäre,
die
Ozonkonzentrationen
stetig zunehmen, was ebenfalls auf

menschliche Aktivitäten und die Industrie zurückzuführen ist.
Zusammen
mit anderen Spurengasen wie Methan,
Kohlendioxyd und das durch den massiven Kunstdüngergebrauch aus dem Boden
sickernde
Distickstoffmonoxyd
(N2O
- Lachgas) trägt Ozon in dieser tiefen Luftschicht zur Aufheizung der
Atmosphäre, dem sogenannten Treibhauseffekt, bei.
Die einzig sinnvolle und wirksame
Gegenmaßnahme gegen diese Prozesse,
die sich offenbar beschleunigen, kann
nur in einer Reduzierung der Schadstoffemissionen bestehen.
Die Vereinbarungen des internationelen Abkommens von Montreal aus dem Jahr
1987, das u.a. bis 1999 eine Verringerung der Produktion von FCKW um 50
Prozent vorsieht, halten die Wissenschaftler
für
nicht
ausreichend.
Selbst unter diesen Voraussetzungen
würden sich die Mengen der ozonschädlichen Stoffe in der Stratosphäre, zu
denen auch Bromverbindungen gehören,
in den nächsten 50 Jahren verdoppeln.
Nach den Vereinigten Staaten und
Schweden, die bereits Ende der siebziger Jahre die Verwendung von Fluorchlorkohlenwasserstoffen als Treibgase für Sprühflaschen im Alltagsgebrauch verboten, entschlossen sich
jetzt auch einige weitere Staaten zu
dieser Maßnahme. Amerikanische Firmen sind beispielsweise seit längerer
Zeit dabei, unschädliche Ersatzstoffe
zu entwickeln - zum Teil mit gutem
Erfolg. Aber sie bilden ja nur einen
Bruchteil des Anwendungsspektrums für
FCKW.
Merklicher
Ozonrückgang
Arktis seit 15 Jahren

über

der

Im Februar und März vergangenen
Jahres fanden einige amerikanische
Wissenschaftler unabhängig voneinander erhöhte Werte von Chlorverbindungen in der Atmosphäre über der Arktis. Daniel Albritton, Direktor des
Aeronomie-Instituts der US-Bundesbehörde für Meeresund Atmosphärenforschung (NOAA) in Boulder/Colorado,
gab im Dezember 1988 bekannt, daß

- 2 -

�sich der Ozongehalt der Stratosphäre
im hohen Norden in den letzten 15
Jahren um 2,5 bis 6,5 Prozent verringert habe. Erwartet habe man nicht
mehr als 1,5 Prozent. Mit dem Verlust von 30 bis 50 Prozent über der
Antarktis sei das natürlich nicht annähernd zu vergleichen - dort herrschen im Winter sehr viel extremere
und dem Ozonabbau besonders förderliche Bedingungen.
Aber die Tendenz
signalisiere Gefahr.

f
*

Im Verlauf der jüngsten Expedition mit Wissenshaftlern aus den Vereinigten Staaten, Kanada, Großbritannien, der Bundesrepublik Deutschland,
Dänemark und Norwegen wurden unter
anderem zwei zu fliegenden Laboratorien umfunktionierte Flugzeuge von
Stavanger (Norwegen) aus eingesetzt.
Die ER-2 der US-Behörde für Luftund
Raumfahrt (NASA) operierte in ca. 20
000 m Höhe, das heißt am unteren Rande der Ozonschicht, die amerikanische
DC-8 im mittleren Flugbereich in Höhen bis etwa 13 000 m. Letztere, ein
ehemaliges Passagierflugzeug, hatte
Wissenschaftler und Techniker für die
Luftprobennahme und zur Bedienung der
Instrumente an Bord.
Die Meßdaten
wurden zum Teil sofort ausgewertet.

Schwergewicht der Forschungsaufgaben
lag hier bei der Entnahme von Proben
der
stratosphärischen
Polarwolken,
Messung
von
Windgeschwindigkeiten,
Druck, Temperaturen und vertikalen
Temperaturunterschieden, Entnahme von
Luftproben in verschiedenen Höhenbereichen, Erfassung von Spurengasen von Ozon über verschiedene Stickstoffverbindungen bis zu Bromverbindungen.
Bestimmte, von beiden Flugzeugen
gesammelte Meßdaten aus der Atmosphäre bildeten gleichzeitig Referenzwerte für ein Sonderprojekt des britischen Wetterdienstes: Wissenschaftler versuchten, für eine bestimmte
Region mittels verschiedener Computer-Modelle Vorhersagen zur Wetterentwicklung für einen längeren als
den bisher üblichen Zeitraum zu erstellen.

Die wichtigsten Instrumententypen
an Bord der DC-8 waren LIDAR-Geräte
(sie erfassen polare Stratosphärenwolken, können zwischen Wassereis und
Kristallen stickstoffhaltiger Verbindungen
unterscheiden,
registrieren
Ozon und andere Aerosole), ferner Detektoren
für
bestimmte
chemische
Stoffe in der Atmosphäre sowie Spektrometer für Ultraviolettund Infrarotstrahlung.
Letztere geben indirekte Hinweise auf schädliche Spurengase.
Die Instrumente für dieses
Projekt waren von der Kernforschungsanlage in Jülich und dem amerikanischen
Nationalen
Atmosphärenforschungszentrum bereitgestellt worden.
Der Pilot der ER-2, eines Flugzeugs von 18 m Länge und 31 m Flügelspannweite, bediente auch gleichzeitig die 13 Instrumente. Im Cockpit
ist nur Raum für eine Person. Das
- 3 -

* * * * *

�</text>
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                <text>Amerikadienst 01.03.1989</text>
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                <text>&lt;strong&gt;1. Dokumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Bush: Behebung des konventionellen Ungleichgewichts noch in weiter Ferne&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Interview mit dem amerikanischen &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Präsidenten&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mosbacher: Vereinigte Staaten für offeneren europäischen Markt&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Rede des US-Handelsministers bei der Columbia Institute Conference&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Hills zur US-Handelspolitik 1989&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Erklärung der amerikanischen Handelsbeauftragten vor dem Senat&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Wissenschaft und Techniken&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Ozonschicht über der Nordhalbkugel gefährdet&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Erste Ergebnisse einer internationalen Studie in der Arktis&lt;br /&gt;&lt;/em&gt;</text>
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